Neu im Kino/Filmkritik: „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“ und die unglaubliche Reise eines Paares

Eyjafjallajökull heißt der Vulkan, dessen Ausbruch 2010 den gesamten europäischen Flugverkehr zum Erliegen brachte, was für viele Reisende ärgerlich, aber für Alain (Dany Boon) und Valérie (Valérie Bonneton) eine Katastrophe ist. Sie sind nämlich auf dem Weg nach Griechenland zur Hochzeit ihrer Tochter, die in drei Tagen auf Korfu stattfindet. Also wird ein Auto organisiert und – nun, Alain versucht schon in München am Flughafen Valérie zu versetzen. Denn beide sind seit zwanzig Jahren geschieden und anscheinend wuchs ihre Abneigung in den vergangenen Jahren vom Hass zu etwas viel Schlimmerem.

Immerhin bringen die beiden vollkommen gegensätzlichen Charaktere sich nicht gegenseitig um.

Aber sie versuchen es. Zum Beispiel im Wohnmobil von Ezechiel, einem ziemlich durchgeknallten Gläubigem mit Knastvergangenheit. Als sie sich zufällig im Wohnteil seines Wohnmobil treffen, gehen sie gleich aufeinander los und zerstören dabei, während der Fahrt, zuerst das Mobiliar und dann das Wohnmobil. Davor wurde schon ein gemieteter Porsche, den es normalerweise nur für VIPs gibt, auf der Autobahn geschrottet und danach legt Fahrlehrer Alain in einem Kleinflugzeug, mit seiner Ex-Frau als Kopilotin, kurz vor ihrem Ziel eine Bruchlandung in einem einsamen Waldgebiet hin.

Während das frühere Liebespaar auf dem Weg von München nach Korfu munter die Fahrzeuge wechselt, versuchen sie immer wieder, den anderen hereinzulegen. Da ist dann jede Freundlichkeit das Vorspiel für eine weitere Bosheit, die man ungeachtet der Folgen für einen selbst, dem anderen zufügt.

Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“ steht im Geist der überdrehten französischen der siebziger Jahre, in denen ein nicht zusammenpassendes, in tiefer Abneigung zueinander stehendes Paar auf eine Reise geschickt wird und sie ihr bestes tun, um die Vorhaben des anderen zu sabotieren. Das machte damals Spaß und macht auch in der aktuellen Ausgabe, wenn Alain und Valérie quer durch Deutschland, Österreich, das ehemalige Jugoslawien bis nach Griechenland mit allen zur Verfügung stehenden Fahrzeugen eine Spur der Verwüstung hinterlassen, Spaß.

Diese Reise wird mit so vielen spitzen Bemerkungen, Bosheiten und Action garniert, dass man gerne die unplausible Prämisse vergisst. Denn natürlich könnten Alain und Valérie jederzeit getrennte Wege gehen. Und beide sind in ihrer Gegensätzlichkeit vollkommen überspitze Karikaturen, die im wirklichen Leben niemals mehr als zwei Sätze miteinander gesprochen hätten.

Aber als durchaus klamaukige Action-Comedy mit herrlich abgedrehten Szenen funktioniert der Film, der auch nie behauptet mehr zu sein, als er ist.

Eyjafjallajoekull - Plakat

 

Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm (Eyjafjallajökull, Frankreich/Deutschland 2013)

Regie: Alexandre Coffre

Drehbuch: Laurent Zeitoun, Yoann Gromb, Alexandre Coffre (nach einer Originalidee von Yoann Gromb)

mit Dany Boon, Valérie Bonneton, Denis Ménochet, Albert Delpy, Bérangère McNeese, Malik Bentalha

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

AlloCine über „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“

Film-Zeit über „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“

Moviepilot über „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“

Wikipedia über „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm“ (deutsch, französisch)

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