Neu im Kino/Filmkritik: „Storm Hunters“ jagen und finden Katastrophen

Katastrophenfilme, die nächste Runde. Dieses Mal mit „Storm Hunters“ (das im Original „Into the Storm“ heißt) und einer Innovation: Found Footage. Jedenfalls teilweise und wieder einmal soll Found Footage ein schlechtes Drehbuch verschleiern. Denn auch im Katastrophenfilm-Genre, das schon immer auf Schauwerte und nie auf ein ausgefeiltes Drehbuch setzte, ist „Storm Hunters“ nur eine Abfolge lieblos präsentierter Klischees und sattsam bekannter Situationen.

Im Mittelpunkt steht Pete Moore (Matt Walsh), ein professioneller Jäger von Tornados. Mit einem kleinem Team und der Wissenschaftlerin Allison Stone (Sarah Wayne Callies), die ihnen sagen soll, wo der nächste Wirbelsturm zuschlägt, ist er in den USA unterwegs ist. Er will Bilder machen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Die stellt er dann online und irgendwie verdient er damit genug Geld, um sein Team und das von ihm entwickelte ideale Auto, um in das Auge des Sturms vorzustoßen, zu bezahlen. Das Fahrzeug sieht wie ein umgebauter Panzer aus und würde auch in den nächsten „Mad Max“-Film passen.

Jetzt fahren die Sturmjäger in Richtung Silverton, wo, so Allison, ein wirklich schlimmer Sturm zuschlagen soll. Sozusagen die Mutter aller Stürme: groß, unberechenbar und katastrophal. In dieser All-American-Kleinstadt wird an der örtlichen Schule gerade pompös ein Schulabschluss gefeiert. Trey (Nathan Kress), nimmt die Veranstaltung auf, weil sein älterer Bruder Donnie (Max Deacon) mit der High-School-Schönheit Kaitlyn (Alycia Debnam-Carey) verschwand. Er will ihr bei ihrem Videoprojekt helfen. Sie gehen zu einer alten Papierfabrik, wo der Tornado zuschlägt und sie in einem Kanal begräbt. Sie können nicht raus aus der Falle, das Wasser steigt, die Verzweiflung der Teenager ebenso, aber das Handy funktioniert noch. Mit ihm kann Donnie seinen Vater, den alleinerziehenden Stellvertretenden Schuldirektor Gary Fuller (Richard Armitage) anrufen. Er macht sich auf den Weg zu seinem Sohn, trifft die Storm Hunters und gemeinsam beginnen sie Menschen zu retten, während sie auch Bilder von dem Tornado machen.

Als unwitzigen Comic-Relief dürfen zwei Suffköpfe der Marke „Jackass für Arme“ auftreten.

Die Story dient natürlich nur dazu, die Charaktere möglichst schnell zu den Orten zu bringen, an denen der Tornado zuschlägt. Manchmal, wenn der Sturm gerade die halbe Stadt vernichtet und sie in eine Kirche flüchten, die respektvoll von dem Sturm umgegangen wird, blitzt sogar subtiler Humor auf.

Aber während in früheren Katastrophenfilmen, wie zum Beispiel „Erdbeben“, einige Charaktere überraschende Wandlungen durchmachen durften, bleiben in „Storm Hunters“ alle Charaktere eindimensionale Abziehbilder, die nie auch nur einen Hauch Interesse wecken. Vor allem die Sturmjäger sind einfach nur eine Gruppe abenteuerlustiger Männer ohne soziale Verbindungen, die die Stürme nur wegen des Geldes jagen. Deshalb ist uns auch egal, wenn einer stirbt; – womit ich jetzt nicht gesagt habe, dass einer der Protagonisten stirbt.

Die Tricks sind dagegen gut. In der Luft kollidierende führerlose Jumbos sehen schon beeindruckend aus. Eine Windhose die mal schnell eine halbe Straße samt Gebäude abdeckt, ist auch nicht schlecht. Und die Bilder der zerstörten Stadt Silverton sind ziemlich realistisch geraten. Da scheint dann auch die Hauptenergie der Macher hineingeflossen zu sein.

Aber für einen Film, auch wenn er nur neunzig Minuten dauert, ist das zu wenig.

Storm Hunters - Plakat

 

Storm Hunters (Into the Storm, USA 2014)

Regie: Steven Quale

Drehbuch: John Swetnam

mit Richard Armitage, Sarah Wayne Callies, Matt Walsh, Alycia Debnam-Carey, Arlen Escarpeta, Max Deacon, Nathan Kress, Jeremy Sumpter, Lee Whittaker, Kyle Davis, Jon Reep, Scott Lawrence

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Storm Hunters“

Moviepilot über „Storm Hunters“

Metacritic über „Storm Hunters“

Rotten Tomatoes über „Storm Hunters“

Wikipedia über „Storm Hunters“ 

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