DVD-Kritik: Über die Jussi-Adler-Olsen-Sonderdezernat-Q-Verfilmung „Erbarmen“

Zum Kinostart der ersten Jussi-Adler-Olsen-Verfilmung „Erbarmen“ im Januar schrieb ich:
Nach einem missglückten Einsatz wird Carl Mørck befördert und gleichzeitig abgeschoben. Er soll das neue Sonderdezernat Q leiten, das alte, nicht aufgeklärte Fälle noch einmal untersucht. Das Dezernat ist irgendwo im Keller des Kopenhagener Polizeigebäudes und erst nach Protesten erhält er einen Assistenten, der sich vor allem um die Aktenablage kümmern soll. Aber Assad ist nicht auf den Kopf gefallen. Der Flüchtling erweist sich schnell als unersetzliche Hilfe für Mørck.
Gemeinsam nehmen sie sich den Fall Merete Lyngaard noch einmal vor. Die Politikerin verschwand vor einigen Jahren spurlos von einer Fähre. Die ermittelnden Beamten schlossen den Fall als mutmaßlichen Suizid ab.
Aber Mørck und Assad entdecken schnell Ungereimtheiten und Lücken in den Ermittlungen. Sie gehen von einem Mord aus.
In dem Moment wissen wir allerdings, dass Merete seit Jahren in einer Druckkammer gefangen gehalten wird. Ihr Entführer, der nicht mit ihr redet, will, dass sie ihm sagt, warum er sie einsperrte.
„Erbarmen“ ist die Verfilmung von Jussi Adler-Olsens erstem Sonderdezernat-Q-Roman. Für die Verfilmung wurden die Ermittlungen von Mørck und Assad in eine stringente Form gebracht und auch einige Szenen wurden verändert. So gelingt es im Film Assad die Schutzmauer von Meretes geistig behindertem Bruder Uffe zu durchbrechen, indem er geduldig eine Beziehung zu ihm aufbaut. Im Roman versucht das Mørck mit der Sensibilität einer Dampfwalze. Es gibt allerdings immer noch mehrere Szenen zwischen Mørck und seinem Sohn, die nur deshalb im Film sind, weil sie in einer längeren TV-Fassung (wenn es sie gibt) oder den nächsten Adler-Olsen-Verfilmungen wichtiger werden. Immerhin ist der zweite Sonderdezernat-Q-Roman schon verfilmt und Adler-Olsen will insgesamt zehn Sonderdezernat-Q-Romane schreiben.
Allerdings hat der Film, wie schon der Roman, mit einem vollkommen unglaubwürdigem Bösewicht zu kämpfen, was den Film, der von Mikkel Nørgaard in bester Skandinavischer-Thriller-Tradition inszeniert wurde, von einem spannenden Polizeithriller zu einer hanebüchenen Kriminalgeschichte werden lässt.

Adler-Olsens Roman hatte ich einige Tage davor besprochen.

Auf der DVD ist im Bonusmaterial auch ein Teaser für „Schändung“, die zweite Adler-Olsen-Verfilmung, enthalten, die am 22. Januar 2015 bei uns im Kino anlaufen soll und die von dem bewährten Team vor und hinter der Kamera gemacht wurde.

Außerdem gibt es ein siebenminütiges Interview mit Regisseur Mikkel Nørgaard und ein fünfminütiges mit Hauptdarsteller Nikolaj Lie Kaas und ein 25-minütiges Making of. Das ist alles durchaus informativ, aber, abgesehen von den beiden Interviews, auch deutlich mehr Pflicht als Kür.

Erbarmen - DVD-Cover

Erbarmen (Kvinden i buret, Dänemark/Deutschland/Schweden 2013)
Regie: Mikkel Nørgaard
Drehbuch: Nikolaj Arcel
LV: Jussi Adler-Olsen: Kvinden i buret, 2008 (Erbarmen)
mit Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Sonja Richter, Mikkel Boe Følkstar, Søren Pilmark, Troels Lyby

DVD
NFP/Warner
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Dänisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Making of, Interviews, Trailer, Teaser „Schändung“
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Erbarmen“

Moviepilot über „Erbarmen“

Rotten Tomatoes über „Erbarmen“

Dänische Homepage von Jussi Adler-Olsen

Deutsche Homepage von Jussi Adler-Olsen

Krimi-Couch über Jussi Adler-Olsen

Wikipedia über Jussi Adler-Olsen

Meine Besprechung von Jussi Adler-Olsens „Erbarmen“ (Kvinden i buret, 2008)

Meine Besprechung von Mikkel Nørgaard „Erbarmen“ (Kvinden i buret, Dänemark/Deutschland/Schweden 2013)

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