Alte Texte von Ulf Miehe und Philip K. Dick, neu aufgelegt

Miehe - Lilli Berlin - Rotbuch 2014 - 2Dick - Marsianischer Zeitsturz - Fischer 2014 - 2

Dick - Ubik - Fischer 2014 - 2Dick - Der dunkle Schirm - Fischer 2014 - 2

Ältere Fans von Ulf Miehe und Philip K. Dick und passionierte Antiquariate-Besucher dürften diese Werke schon in ihrem Regal stehen haben. Obwohl ich die Werke von Philip K. Dick (1928 – 1982) und Ulf Miehe (1940 – 1989) eher selten in Antiquariaten entdecke. Anscheinend behalten die Menschen, die deren Werke gekauft haben, sie. Was für die Qualität ihrer Bücher und für eine Neuauflage spricht. Denn niemand sollte der Zugang zu guten Büchern verwehrt werden.
Von Ulf Miehe, dessen grandioser Gangsterthriller „Puma“ in den vergangenen Jahren mehrmals mit verschiedenem Bonusmaterial erschien, erschien jetzt bei Rotbuch sein dritter Kriminalroman „Lilli Berlin“. In dem Roman erzählt er die Geschichte von Rick Jankowski, der als Mörder gesucht wird und weil der Roman in Berlin um 1980 spielt, dürfte er auch mit Vorwende-Lokalkolorit gesättigt sein.
In der aktuellen Ausgabe von „Lilli Berlin“ sind auch ein neues Nachwort von Rainer Weiss, seinem damaligem Lektor, eine Bio- und Bibliographie und einige Gedanken von Ulf Miehe über den deutschen Kriminalroman enthalten.
Jetzt fehlt nur noch Miehes erster Kriminalroman „Ich hab noch einen Toten in Berlin“, der erstmals 1973 erschien und derzeit nur antiquarisch erhältlich ist. Falls überhaupt.
Philip K. Dick, der Mann, der die Vorlage für „Blade Runner“ schrieb, ist einer der legendären Science-Fiction-Autoren, dessen Hauptwerk in den vergangenen Jahren gut erhältlich war. Einige Bücher, wie das mit dem Hugo Award ausgezeichnete „Das Orakel vom Berge“ (in dem die Nazis und die Japaner den zweiten Weltkrieg gewannen), erschien in mehreren Übersetzungen, zuletzt im Heyne-Verlag, der sich liebevoll um sein Werk kümmert.
Der Fischer-Verlag legte jetzt in seiner Klassik-Reihe den zweiten Schwung von Philip-K.-Dick-Reprints vor. Es sind „Marsianischer Zeitsturz“, „Ubik“ und „Der dunkle Schirm“. Immer in den gut erhältlichen Heyne-Übersetzungen, allerdings nicht immer mit den Nachworten, die es bei den neueren Heyne-Ausgaben gab.
In „Marsianischer Zeitsturz“ ist der Mars besiedelt, das Leben dort ähnelt dem auf der Erde und Arnie Kott, der mächtigste Mann auf dem Mars, will noch mächtiger werden. Dabei soll ihm ein geistesgestörter Junge, der durch die Zeit reisen und sie nach seinen Vorstellungen verändern kann, helfen. Paul Williams schrieb über den Roman: „’Marsianischer Zeitsturz‘ repräsentiert (…) auf einzigartige Weise Dicks Gesamtwerk und seine Genialität.“
In „Ubik“ ist der Mond besiedelt, die Erde zerfällt, Dinge reisen in ihre Zeit zurück und wir fragen uns, was Realität ist.
In „Der dunkle Schirm“ (2006 von Richard Linklater verfilmt) nimmt ein Undercover-Polizist eine neue Droge und plötzlich beginnen seine Identitäten gegeneinander zu kämpfen.
Christian Gasser schreibt in seinem Nachwort über den zwischen 1972 und 1975 geschriebenen, 1977 veröffentlichten Roman: „einer der großen amerikanischen Romane über das Ende der Utopien der Sechziger und die Entzauberung der Drogenmythologie, (…) würde schon lange in einem Atemzug mit den Werken von William S. Burroughs‘ und Thomas Pynchons genannt werden“ wenn er damals nicht als Science-Fiction-Roman erschienen wäre.
Tja, nun: Kaufbefehl. Kaufbefehl. Kaufbefehl. Kaufbefehl.
Oh, und bei „A scanner darkly – Der dunkle Schirm“ gibt es noch einen Sehbefehl. Allein schon die Schauspieler. Und dann noch die Optik.

Ulf Miehe: Lilli Berlin
Rotbuch 2014
224 Seiten
14,95 Euro

Erstausgabe
Piper, 1981

Philip K. Dick: Marsianischer Zeitsturz
(übersetzt von Michael Nagula)
Fischer Klassik, 2014
288 Seiten
9,99 Euro

Reprint der Heyne-Übersetzung.

Originalausgabe
Martian Time-Slip
Ballantine Books, 1964

Philip K. Dick: Ubik
(übersetzt von Renate Laux)
Fischer Klassik, 2014
224 Seiten
9,99 Euro

Reprint der Heyne-Übersetzung.

Originalausgabe
Ubik
Doubleday & Company, 1969

Philip K. Dick: Der dunkle Schirm
(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf, durchgesehen und überarbeitet von Alexander Martin)
(mit einem Nachwort von Christian Gasser [2003])
Fischer Klassik, 2014
336 Seiten
9,99 Euro

Reprint der Heyne-Übersetzung.

Originalausgabe
A scanner darkly
Doubleday & Company, 1977

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Ulf Miehe

Wikipedia über Ulf Miehe

Meine Besprechung von Ulf Miehes „Puma“ (1976)

Ulf Miehe in der Kriminalakte

Homepage von Philip K. Dick

Meine Besprechung von Len Wisemans Philip-K.-Dick-Verfilmung „Total Recall“ (Total Recall, USA 2012)

Philip K. Dick in der Kriminalakte

 

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