„George A. Romerors Empire of the Dead“ – Muss ich noch mehr sagen?

Romero - Empire of the Dead - Erster Akt

Mit „Die Nacht der lebenden Toten“ fing es 1968 an. Weil in der Hölle kein Platz mehr frei war, kehrten die Toten auf die Erde zurück und als seelenlos vor sich hin stolpernde Wesen mit unstillbarem Menschenfleischhunger bevölkerten sie die Erde und die Popkultur. Nur mit einem Kopfschuss oder einer Enthauptung konnten die Zombies getötet werden; – was immer hübsch blutige, garantiert nicht-jugendfreie Bilder garantierte.
In den nächsten Jahrzehnten versuchte „Die Nacht der lebenden Toten“-Regisseur George A. Romero sich auch in anderen Genres, aber letztendlich kehrte er immer wieder zu den Zombies zurück. Denn seine anderen Filme, meistens Horrorfilme („Crazies“ [sollte man sich wegen Ebola wieder ansehen], „Der Affe im Menschen“, „Stephen Kings Stark“), waren nicht unbedingt erfolgreich und auch nie so einflussreich wie seine Zombies.
In den vergangenen Jahren erlebten Zombies (ich sage nur „The Walking Dead“) und Vampire (ich sage nur „Twilight“ und „True Blood“) eine Renaissance, weshalb in George A. Romeros Comic „Empire of the Dead“ auch Vampire mitspielen.
Jetzt erschien, als „Erster Akt“, eine Zusammenstellung der ersten fünf „Empire of the Dead“-Hefte, die wenig über die gesamte Geschichte verraten, aber Lust auf mehr machen. Eigentlich werden wir nur in die Zombie-Welt eingeführt, lernen die Hauptcharaktere und einige Konflikte kennen.
Die Geschichte spielt in Manhattan, das hermetisch abgeriegelt ist; was schon etwas an Romeros „Land of the Dead“ erinnert. Es gibt eine Klassengesellschaft. Bürgermeister Chandrake veranstaltet im Circus Maximus für die Massen Zombieshows, in denen er Zombies aufeinander loslässt. Oh, und dieser Diktator, sein Neffe Bill und sein Gefolge sind Vampire. Das wissen die Menschen aber nicht.
Die junge Ärztin Penny Jones von der Columbia University glaubt, dass die Zombies noch Erinnerungen an ihr früheres Leben haben, zu Gefühlen fähig sind und sie auch erzogen werden können. Sie sagt gegenüber dem Bürgermeister: „Ich suche einen Weg, mit diesen Kreaturen zu leben. Auf diesem Planeten ist nicht genug Platz für zwei Spezies, die sich gegenseitig ausrotten möchten.“
Als sie Frances Xavier, einen SWAT-Officer, der vor zwei Wochen spurlos verschwand und jetzt ein Zombie ist, entdeckt, darf sie die Polizistin, mit der Erlaubnis des Bürgermeisters, studieren und erziehen. Denn Xavier wurde geschnappt, als sie versuchte einen Dieb zu verhaften. Sie scheint lernfähig und zu Gefühlen fähig zu sein.
Der Serienauftakt „Empire of the Dead: Erster Akt“ macht neugierig auf die weitere Geschichte, die in insgesamt fünfzehn Heften erzählt werden soll.
Auf den ersten Blick erzählt Romero eine weitere Geschichte aus seiner Zombie-Welt; wobei diese Zombies intelligenter als die bisher bekannten Romero-Zombies sind. Sie sind auch intelligenter als die „Land of the Dead“-Zombies.
Mit den Vampiren infiziert er diese Welt mit neuem Blut und es ist schon interessant, herauszufinden, wie sich die Konflikte zwischen drei Spezies, die sich gegenseitig ausrotten möchten und misstrauen, eskalieren und gelöst werden. Denn die Menschen in Manhattan wissen noch nicht, dass sie von einem Vampir regiert werden.
Und weil George A. Romero seine Untoten-Filme auch immer für wenig subtile, aber ätzende Gesellschaftskritik nutzte, dürfte in „The Empire of the Dead“ in dieser Hinsicht noch einiges kommen. Nur ein Circus Maximus nach römischem Vorbild wäre als Gesellschaftskritik doch etwas wenig.

George A. Romero/Alex Maleev: Empire of the Dead – Erster Akt
(übersetzt von Joachim Körber)
Panini, 2014
132 Seiten
16,99 Euro

Originalausgabe
Empire of the Dead – Act One
Marvel, 2014 (# 1 – 5)

Hinweise

Wikipedia über George A. Romero (deutsch, englisch)

Senses of Cinema über George A. Romero (von Brian Wilson, November 2006)

Arte über George A. Romero (mit bewegten Bildern zum Start von “Diary of the Dead”)

tip: Jörg Buttgereit unterhält sich mit George A. Romero (5. Mai 2010)

Shock till you drop interviewt George A. Romero (12. Mai 2010)

Homepage of the Dead (eine lebendige Fanseite)

Dead Source (noch eine Fanseite; schon etwas untot)

Internet Archive: “The Night of the Living Dead” (Yep, der komplette Film mit dem alles begann)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „George A. Romero und seine Filme“(2010)

George A. Romero in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Brian Michael Bendis (Autor)/Alex Maleevs (Zeichner) „Scarlet: Kinder der Revolution (Band 1)“ (Scarlet 1 – 5, Juli 2010 – März 2011)

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