TV-Tipp für den 30. November: Das Versprechen

November 30, 2014

Pro7 Maxx, 20.15

Das Versprechen (USA 2000, Regie: Sean Penn)

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrematt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrematts Buch „Das Versprechen“. Dürrematt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (D 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Hinweise

Wikipedia über Friedrich Dürrematt

Deutsche Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über “Das Versprechen”

Schweizer Fernsehen: Interviews mit Sean Penn, Robin Wright Penn und Aaron Eckhart zu „Das Versprechen“ (Cannes 2001)

Meine Besprechung von Friedrich Dürrematts “Die Kriminalromane” (Sammelband)


TV-Tipp für den 29. November: Leben und Sterben in L. A.

November 28, 2014

Servus TV, 22.35

Leben und Sterben in L. A. (USA 1985, Regie: William Friedkin)

Drehbuch: William Friedkin, Gerald Petievich

LV: Gerald Petievich: To live and die in L. A., 1984 (Leben und Sterben in L. A.)

Zwei Polizisten jagen einen Geldfälscher. Dabei sind sie in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Nihilistischer Polizei- und Gangster-Thriller mit rasanten Action-Szenen. Unterschätzt!

Mit William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow, John Turturro, Dean Stockwell, Gerald Petievich (in einer Minirolle als „Special Agent“)

Wiederholung: Sonntag, 30. November, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Gerald Petievich

Wikipedia über „Leben und Sterben in L. A.“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „To Live and Die in L. A.“

Combustible Celluloid: Ein kurzes Interview mit William Friedkin über „To Live and Die in L. A.“  (21. November 2003)

MovieWeb: Ein Gespräch mit William Friedkin anläßlich der Blu-Ray-Veröffentlichung von „To Live and Die in L. A.“ (19. Februar 2010)

Yahoo/Associated Content: William Friedkin, William L. Petersen und Darlanne Fluegel über „To Live and Die in L. A.“ (31. Januar 2011)


Inspector Barnaby im Koffer

November 28, 2014

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Das läuft wohl unter Weihnachtsgeschenk. Denn der „Inspector Barnaby“-Koffer, natürlich in einer limitierten Edition, kostet derzeit bei Amazon stolze 299,99 Euro. Aber neben allen 81 Fällen mit dem echten Inspector Tom Barnaby (John Nettles), etwas Bonusmaterial (neben dem altbekannten Bonusmaterial auch ein neues Interview mit John Nettles), gibt es einen Koffer und etwas Kleinkram: ein Booklet, einen Brieföffner in Dolch-Optik, ein Notizbuch, die Landkarte von Midsomer als Puzzle, ein Skat-Blatt mit Barnaby & Co., eine Teedose mit feinem Five o’Clock Tea (dem Barnatea) und einen persönlichen Brief von John Nettles.
Die 81 „Midsomer Murders“-Folgen und die 220 Minuten Bonusmaterial gibt es auf 48 DVDs und die Folgen sind, nachdem sich das ZDF bei seiner Ausstrahlung nicht um die Chronologie kümmerte und die bisherigen Veröffentichungen entsprechend unchronologisch waren, in Deutschland erstmals chronologisch sortiert.
Nachdem Detective Chief Inspector Tom Barnaby sich 2011 unspektakulär in den Ruhestand verabschiedete, übernahm Detective Chief Inspector John Barnaby (Neil Dudgeon), ein Verwandter von Tom, den Dienst in der immer noch mörderischen Grafschaft Midsomer und die Macher änderten auch den britischen Serientitel „Midsomer Murders“ in den international geläufigeren Titel „Inspector Barnaby“. Seine ersten vier Fälle „Unter Oldtimern“, „Mr. Bingham ist nicht zu sprechen“, „Gesegnet sei die Braut“ und „Ein Funke genügt“ sind in „Inspector Barnaby Volume 21“ veröffentlicht. Weitere werden folgen.

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Inspector Barnaby – Die John Nettles Gesamtbox (Limitierte Sonderedition)
Edel
Bild: 4:3, 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: –
Bonusmaterial: insgesamt 220 Minuten
Länge: 7709 Minuten (48 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre

Inspector Barnaby - Volume 21
Inspector Barnaby Volume 21
Edel
Bild: 16:9 (PAL)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Interview mit Neil Dudgeon)
Länge: 356 Minuten (4 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

ITV über Inspector Barnaby

ZDF über „Inspector Barnaby“

Wikipedia über „Inspector Barnaby“ (deutschenglisch)

FAZ: Nina Belz trifft John Nettles (6. März 2011)

Krimi-Couch über Caroline Graham

Kaliber.38 über Caroline Graham

 Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 12“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 13“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 14“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 15“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 17“

Meine Besprechung von “Inspector Barnaby – Volume 20″

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 1“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 2“

Meine Besprechung von “Inspector Barnaby – Collector’s Box 3″

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 4“


Neu im Kino/Filmkritik: „The Zero Theorem“ – Terry Gilliam schickt Christoph Waltz in eine Dystopie

November 28, 2014

Mit „The Zero Theorem – Das Leben passiert jedem“ kehrt Terry Gilliam, dessen künstlerischer Output in den letzten Jahren, abgesehen von der „Monty Python“-Reunion, nicht besonders erfolgreich war, wieder zurück in die Welt seiner Zukunftsdystopien. „Brazil“ und „12 Monkeys“ sind inzwischen Klassiker und sein neuester Film kann als Abschluss einer Trilogie gesehen werden, weil derzeit Trilogien in Mode sind. Wobei „The Zero Theorem“ dann der erschreckend schwache Abschluss wäre.
Im Mittelpunkt des Films steht Qohen Leth (Christoph Waltz), ein Computergenie mit einer gestörten Beziehung zu seiner Umwelt. Er lebt in einer verlassenen und verfallenden Kirche. Einem Ort der Ruhe in der chaotischen Welt. Wenn er vor die Tür geht, bricht der Alltag, der Lärm, der Schmutz, das Chaos und die nimmermüden quietschbunten Werbeschleifen auf ihn herein. Das ist die Welt von „Blade Runner“ (ohne Regen) und „Minority Report“, abgeschmeckt mit etwas Steampunk, gedrängt auf fünf Metern.
Auch Leths Arbeitsplatz entspringt der grotesken Welt von „Brazil“ und „12 Monkeys“: strampelnd und mit einer Computerspielkonsole in der Hand muss Leth hektisch irgendeine Aufgabe für den Megacomputer ManCom erledigen, die anscheinend nur einen Sinn hat: ihn zu beschäftigen. Kein Wunder, dass Leth viel lieber in seiner Wohnung arbeiten würde. Auch weil er nur dort einen ganz besonderen Anruf erhalten kann, auf den er schon seit Jahrzehnten wartet.
Nach einem absurden Gespräch mit drei Doktoren und einem Treffen mit Management, dem plötzlich auftauchendem, ebenso schnell verschwindendem Chef des Unternehmens, wird ihm dieser Wunsch erfüllt. Leth soll in seiner Kirche das titelgebende „Zero Theorem“ lösen. Was das genau ist und warum die Lösung so unglaublich wichtig ist, erfahren wir nicht, aber Leth widmet sich der Aufgabe mit nimmermüder Begeisterung.
Und schnell wirkt „The Zero Theorem“ wie eine leere Übung in technischer Brillanz. Die Ausstattung hat diesen Steampunk-Retro-Touch, der gefällt. Der überbordende Ideenreichtum und die Visualisierungen sind, wie auch in Terry Gilliams anderen Filmen, interessant. So wird die Suche nach dem Zero Theorem in einem riesigen Computerspiel gezeigt, in dem Leth Klötzchen an einen bestimmten Ort bewegen muss. Das zeigt in wenigen Bildern, wie schwierig die Aufgabe ist. Nur, weil wir nicht wissen, was das soll, entsteht der Effekt, dass Leth von seiner Aufgabe vollkommen in Anspruch genommen wird, sich über schlechte Ergebnisse aufregt und gleich noch einmal versucht, diese Aufgabe zu lösen, während wir nur einen Menschen sehen, der eine für uns vollkommen sinnlose Aufgabe erledigen soll. Das ist dann ungefähr so spannend, wie ein Spiel zu beobachten, dessen Regeln man nicht kennt und sie auch nie versteht. Spätestens zur Filmmitte mächte man dem manisch an seinem Computer herumhantierendem Leth zurufen: „Get a life!“.
Doch Leth hämmert weiter auf den Tasten herum und Terry Gilliams neuer Film, der auch fast ausschließlich in Leths Wohnung spielt, langweilt dann auch entsprechend schnell. Denn weder Leth noch die anderen Charaktere, die eigentlich alle nur Karikaturen und Metaphern sind, interessieren wirklich und besonders facettenreich sind sie auch nicht. So wirkt „The Zero Theorem“ am Ende wie eine Skizze, ein zu lang geratener Kurzfilm, bei dem viel Talent verschleudert wird.

The Zero Theorem - Plakat

The Zero Theorem – Das Leben passiert jedem (The Zero Theorem, Großbritannien/Rumänien 2013)
Regie: Terry Gilliam
Drehbuch: Pat Rushin
mit Christoph Waltz, David Thewlis, Mélanie Thierry, Lucas Hedges, Matt Damon, Tilda Swinton, Sanjeev Bhaskar, Peter Stormare, Ben Whishaw
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Zero Theorem“
Moviepilot über „The Zero Theorem“
Metacritic über „The Zero Theorem“
Rotten Tomatoes über „The Zero Theorem“
Wikipedia über „The Zero Theorem“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Martin Suters „Der Koch“ richtet an

November 28, 2014

Das nennt man wohl ‚bad timing‘. Denn wenige Monate nach Lasse Hallströms „Madame Mallory und der Duft von Curry“ kommt jetzt mit „Der Koch“ ein weiterer Film über die indische Küche heraus. Zwar flüchtete bei Hallström eine ganze Familie, nachdem ihr Nobelrestaurant in Mumbai aufgrund politischer Wirren zerstört wurde, nach Europa und landete schließlich in einem französischen Dorf, wo sie mit ihrem Essen die Franzosen verzauberten.
Bei Ralf Huettner ist es ein Tamile, der mit seiner Rumpffamilie aufgrund politischer Wirren aus Sri Lanka in die Schweiz flüchtete und in einem Züricher Nobelrestaurant arbeitet, bis er gefeuert wird, weil er besser als der Chefkoch kochen kann. Mit einer Bedienung aus dem Restaurant – einer Lesbe, die er mit einem Essen zu heißem Sex verführt – macht er sich selbstständig. Sie bekochen die High Society mit erotisierenden Speisen, bis die Geschichte dann, als er einen Waffenhändler und sein Gefolge bekocht, hahnebüchen politisch wird. Auf dem Niveau eines schlechten „Tatortes“, das die Intelligenz der Figuren an die politische Botschaft der Macher verrät und mit einer Lösung endet, die definitiv nicht zur Nachahmung empfohlen ist. Denn Waffenhändler sind, so will uns „Der Koch“ glauben machen, ja per se unsympathische, lüsterne Lustmolche, abgrundtief böse und gewissenlos. Da kann man auch mal einige besondere Zutaten bei der Essenszubereitung ausprobieren.
Bis dahin wühlen Ralf Huettner („Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“, „Vincent will Meer“) und Drehbuchautorin Ruth Toma („Ein Leid von Liebe und Tod – Gloomy Sunday“, „3096 Tage“), nach dem Bestseller von Martin Suter, tief durch die Klischees und die raumfüllenden Inszenierungen von indischem Essen, die immer wie die ärmliche Version von Hallströms Film wirkt, dessen Geschichte und sein Umgang mit Klischees und Kitsch in „Madame Mallory und der Duft von Curry“ ungleich gelungener ist.
„Der Koch“ ist dagegen, mit ähnlichen Zutaten, ein optisch durchaus ansprechend angerichteter, nicht satt machender Imbiss. Bis es, wie gesagt, politisch wird. Ab da ist „Der Koch“ nur noch ärgerlich und dümmlich.

Der Koch - Plakat

Der Koch (Deutschland/Schweiz 2014)
Regie: Ralf Huettner
Drehbuch: Ruth Toma
LV: Martin Suter: Der Koch, 2010
mit Hamza Jeetooa, Jessica Schwarz, Hanspeter Müller-Drossaart, Yrsa Daley-Ward, Jean-Pierre Cornu, Max Rüdlinger
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Koch“
Moviepilot über „Der Koch“
Filmportal über „Der Koch“
Perlentaucher über Martin Suters „Der Koch“


TV-Tipp für den 28. November: Black Box BRD

November 28, 2014

ARD Alpha, 20.15

Black Box BRD (Deutschland 2001, Regie: Andreas Veiel)

Drehbuch: Andreas Veiel

Gelungene Doku, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben von Deutsche Bank-Sprecher Alfred Herrhausen und RAF-Terrorist Wolfgang Grams aufgezeigt werden. Erster starb am 30. November 1989 bei einem RAF-Anschlag, zweiter am 27. Juni 1993 in Bad Kleinen bei einem Polizeieinsatz durch Selbstmord.

„Eine Schwindel erregende, waghalsige Reise ins dunkle Herz der BRD, eine Achterbahnfahrt durch die Vergangenheit, eine abenteuerliche Expedition in ein merkwürdiges fernes Land.“ (Volker Gunske, Tipp 11/2001)

Mit Traudl Herrhausen, Rainer Grams, Hilmar Kopper, Wolfgang Grundmann, Helmut Kohl

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Black Box BRD“

Wikipedia über „Black Box BRD“


Neu im Kino/Filmkritik: „Kill the Boss 2“ versucht es mit Entführung

November 27, 2014

Rückblickend erscheint „Kill the Boss“ in einem sanfteren Licht. Immerhin ging es da um drei Männer, die schreckliche Vorgesetzte hatten und sie töten wollten. Das ging ziemlich schief, aber Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) kamen mit heiler Haut aus der Sache raus – und die Komödie, von der nie eine Fortsetzung geplant war, war so erfolgreich, dass jetzt ein zweiter Teil entstanden ist, der in den USA („Horrible Bosses 2“) und bei uns („Kill the Boss 2“) mit einem unpassendem Titel zu kämpfen hat. Denn Nick, Dale und Kurt sind inzwischen mit einer grandiosen Geschäftsidee selbstständig: einer Dusche, die auch gleich das shamponieren und einseifen erledigt. Der Großkapitalist Bert Hanson (Christoph Waltz – großartig! Vielleicht weil er sich an das Drehbuch hielt.) will ihr Produkt kaufen. Sagt er. Denn als er die von ihnen produzierte riesige Menge von „Shower-Buddy“-Duschen abnehmen soll, sagt er, dass er ihre Firma in den Bankrott treiben wolle, das Patent billig kaufen und die Duschen in China produzieren werde.
Die einzige Idee, die die drei Trottel haben, um aus ihrer Malaise zu kommen ist: sie entführen den Sohn von Bert Hanson und erpressen den Firmenchef um die benötigte Summe. Die Entführung geht, dank Inkompetenz und Lachgas, schief, aber Rex Hanson (Chris Pine) befindet sich dann doch in im Kofferraum ihres Autos. Denn Rex will sich an seinem Vater rächen – und wenn er seinen Willen nicht bekommt, flippt er auch wegen Kleinigkeiten aus.
Für eine Komödie ist „Kill the Boss 2“ erschreckend unwitzig. Die meiste Zeit geht für die improvisierten Blödeleien von Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis drauf, die ohne Punkt und Komma gleichzeitig Quatschen und mit ihren Improvisationen schnell nerven. Denn es ist nicht witzig, drei Männern zuzuhören, die ständig durcheinander reden, sich für unglaublich witzig halten und dies auch zeigen.
Eigentlich haben nur die beiden von Christoph Waltz und Kevin Spacey gespielten Kapitalisten witzige Sprüche, die wahrscheinlich schon so im Drehbuch standen. Waltz spielt einen höflichen Kapitalisten von der aalglatten Sorte; Spacey, den wir noch aus dem ersten Teil kennen, einen Choleriker von der beleidigenden Sorte; wobei seine Beleidigungen über die Inkompetenz und bodenlose Dummheit von Nick, Dale und Kurt absolut zutreffend sind. Denn die drei Männer sind Blödiane, denen ein normal denkender Mensch noch nicht einmal die Aufsicht über eine Toilette anbieten würde. Entsprechend begrenzt ist das Interesse an ihrem Schicksal und das Mitleid, das man mit ihnen hat.
Und damit kommen wir zu einem zweiten Problem: während sie in „Kill the Boss“ noch Normalos aus der unterdrückten Arbeiter- und Angestelltenwelt waren, die sich gegen ihre Unterdrücker wehrten und wir uns, als Quasi-Gleichgesinnte, deshalb mit ihnen und ihren Wünschen identifizieren konnten, sind sie jetzt einfach Trottel, die aus eigenem Verschulden hereingelegt wurden (sie hätten nur einen Vertrag mit Hanson abschließen müssen) und jetzt ihren Fehler wieder gut machen wollen, in dem sie sich als Verbrecher versuchen. Aber ohne die Hilfe von Dean „Motherfucker“ Jones (Jamie Foxx, ebenfalls wieder dabei) und die Ideen des von ihnen entführten Rex würde dem Trio nichts gelingen.
Am Ende taucht Jones als Deus ex machina und es gibt – ich liebe Autoverfolgungsjagden – eine Autoverfolgungsjagd mit einer köstlichen Unterbrechung an einem Bahnübergang.
Die Story, immerhin kein 1-zu-1-Remake von „Kill the Boss“, ist, jedenfalls wenn man mehr als eine Nummernrevue erwartet, erschreckend schlecht entwickelt. Alle Drehungen und Wendungen kennt man schon aus anderen, besseren und kraftvoller erzählten Filmen, in denen Entführungen grandios scheitern.
Ach ja: Frau Aniston ist auch wieder dabei. Sie ist immer noch sexsüchtig.

Kill the Boss 2 - Plakat

Kill the Boss 2 (Horrible Bosses 2, USA 2014)
Regie: Sean Anders
Drehbuch: Sean Anders, John Morris (nach einer Geschichte von Jonathan Goldstein, John Francis Daley, Sean Anders und John Morris, basierend auf Charakteren von Michale Markowitz)
mit Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Jamie Foxx, Chris Pine, Christoph Waltz, Kevin Spacey, Jonathan Banks, Lindsay Sloane
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Kill the Boss 2“
Moviepilot über „Kill the Boss 2“
Metacritic über „Kill the Boss 2“
Rotten Tomatoes über „Kill the Boss 2“
Wikipedia über „Kill the Boss 2“
Meine Besprechung von Seth Gordons „Kill the Boss“ (Horrible Bosses, USA 2011)


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