TV-Tipp für den 28. Februar: Street Kings

Februar 28, 2015

Pro7, 23.20

Street Kings (USA 2007, Regie: David Ayer)

Drehbuch: James Ellroy, Kurt Wimmer, Jamie Moss

LV: James Ellroy: Watchman/The night Watchman (Originalgeschichte)

Die Story klingt nach einem typischen Ellroy – oder dem typischen Cop-Thriller der Marke „Korrupter Cop sitzt in der Scheiße; entdeckt, (Überraschung!) dass die Polizei korrupt ist und stellt sich auf die Seite der Guten“. Denken Sie nur an die Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“ (für die Ayer das Drehbuch schrieb), ersetzen Kurt Russell durch Keanu Reeves, lassen den Rookie Scott Speedman weg und wir haben den nächsten düsteren, bleihaltigen LA-Copthriller.

Ellroys Story ist eine nicht veröffentlichte Originalgeschichte und sollte bereits vor Jahren als „Watchman“ oder auch „The night Watchman“ verfilmt werden. David Fincher, Spike Lee und Oliver Stone waren als Regisseure im Gespräch. Für den Film wurde Ellroys Drehbuch dann von mehreren Autoren (zwei schafften es in die Credits, aber Ayer soll und John Ridley hat vor Jahren an dem Drehbuch gearbeitet) bearbeitet.

Mit Keanu Reeves, Forest Whitaker, Hugh Laurie, Chris Evans, Martha Higareda, Cedric the Entertainer, Amaury Nolasco

Wiederholung: Sonntag, 1. März, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Meine Besprechung der James-Ellroy-Verfilmung “Rampart – Cop außer Kontrolle” (Rampart, USA 2011)

Meine Besprechung von James Ellroys Underworld-USA-Trilogie (Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum, Blut will fließen)

Meine Besprechung von James Ellroys „Der Hilliker-Fluch – Meine Suche nach der Frau“ (The Hilliker Curse – My Pursuit of Women, 2010)

James Ellroy in der Kriminalakte

Meine Besprechung von David Ayers „End of Watch“ (End of Watch, USA 2012)

Meine Besprechung von David Ayers “Sabotage” (Sabotage, USA 2014)

Meine Besprechung von David Ayers „Herz aus Stahl“ (Fury, USA 2014)

Bonushinweis

Ellroy - Perfidia - 4

Druckfrisch und schwer in der Hand liegend: die deutsche Übersetzung von „Perfidia“, dem neuen Opus von James Ellroy, das der Auftakt zu einem neuen „L. A. Quartett“ ist, das zeitlich vor seinen bereits in Los Angeles spielenden Romanen, wie „Die schwarze Dahlie“, „Blutschatten“, „L. A. Confidential“ und „White Jazz“ spielt.
James Ellroy sagt zu seinem neuen Werk: „Besessenheit steht mir gut. Die Liebe zur Sprache definiert mich. Diesbezüglich fordere ich andauernd mein Geburtsrecht ein. Ich bin ein in Los Angeles geborener Amerikaner. Die Geschichte hat mich einmal mehr an meinen Schreibtisch gerufen. Mein Roman heißt “Perfidia“. Der Titel bedeutet auf Spanisch “Verrat“ und verweist auf ein klagendes Lied der späten Dreißigerjahre. Der Roman ist 960 Seiten lang und in jeder Hinsicht groß angelegt. Die Geschichte erstreckt sich vom 6. bis zum 29. Dezember 1941. Männer und Frauen mit großen Seelen geraten in Los Angeles im Monat von Pearl Harbor aneinander. Sie hab en große Überzeugungen, große Träume und ein tief gestörtes Pflichtbewusstsein. Sie arbeiten mit- und gegeneinander, um ein großes Verbrechen aufzuklären , und streben groß und ruchlos nach Liebe. “Perfidia“ ist die Quintessenz dessen, was ich über die Kunst und das Handwerk des Geschichtenerzählens, was ich über Geschichte, über Männer und Frauen weiß, und über die immer wieder drängende Frage, warum Menschen tun , was sie tun. Ich bin in die Vergangenheit hinabgestiegen und mit einem Geschenk für Sie zurückgekehrt. Das ich mit meinen allerbesten Wünschen anzunehmen bitte.
Auf meiner Leseliste für die nächsten Tage steht das gut tausendseitige Werk.

James Ellroy: Perfidia
(übersetzt von Stephen Tree)
Ullstein, 2015
960 Seiten
25 Euro

Originalausgabe
Perfidia
Alfred A. Knopf, 2014

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DVD-Kritik: Die John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted Man“ mit Philip Seymour Hoffman

Februar 27, 2015

Zwischen den beiden abschließenden „Die Tribute von Panem“-Spektakelfilmen kann man, in aller Ruhe, noch einmal oder – was wahrscheinlich für die meisten gilt – erstmals einen Blick auf die heute als DVD und Blu-ray und als VoD erschienene John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ werfen. Über Philip Seymour Hoffmans letzten wirklich wichtigen Film schrieb ich zum Kinostart:

Auch wenn es noch zwei „Die Tribute von Panem“-Filme mit Philip Seymour Hoffman gibt, ist Anton Corbijns John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ der letzte richtige Film des am 2. Februar 2014 verstorbenen Charakterschauspielers. Denn in dem Film spielt er, der oft prägnante Nebenrollen hatte und großartige Bösewichter spielte, die Hauptrolle: den deutschen Geheimagenten Günther Bachmann, der in Hamburg eine kleine Agenteneinheit leitet. Im Film wird die Einheit nicht genauer spezifiziert. Im Roman ist es, bitte nicht Lachen, die Spezialeinheit Hintergrund des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz. Bachmann will nicht den kurzfristigen Erfolg, sondern die Hintermänner des islamistischen Terrors finden. Als Issa Karpov auftaucht, wittert er seine große Chance.
Karpov, ein über den Hafen illegal eingereister Flüchtling mit deutlichen Spuren von Folter an seinem Körper, will an das Geld von seinem Vater, einem Russen, der nach dem Ende der Sowjetunion Geschäfte mit der russischen Mafia machte und vermögend wurde. Das Geld ist bei einer auf Diskretion bedachten Privatbank.
Bachmann glaubt, dass der Halbtschetschene Karpov mit dem Geld den internationalen Terrorismus fördern will.
Auch andere Geheim- und Sicherheitsdienste und die Amerikaner glauben das. Aber die Ansichten, wie man Karpov behandeln soll, gehen auseinander und schnell erleben wir ein Karussell von Geheimdienstintrigen, in die auch eine junge, idealistische Anwältin und ein älterer Bankierssohn, verwickelt werden, während Karpov immer nur die Projektionsfläche der verschiedenen Dienste bleibt. Denn es gibt absolut keinen handfesten Beweis für die Vermutungen der Agenten.
Das alles ist bester le-Carré, der von „Lantana“-Drehbuchautor Andrew Bovell sparsam von 2008 (Prä-NSA, Prä-NSU) in die Gegenwart (Post-NSA, Post-NSU) übertragen wurde. Wahrscheinlich deshalb wirkt die Geschichte, die politischen Hintergründe und die verwandte Technik etwas anachronistisch. Die Schauspieler sind gut. Neben US-Stars wie Hoffman (dem unumstrittenem Zentrum des Films), Rachel McAdams, Willem Dafoe und Robin Wright, spielen auch deutsche Stars, wie Nina Hoss, Daniel Brühl (der zwar viel Screentime, aber nur ungefähr einen Dialogsatz hat), Rainer Bock und Martin Wuttke, mit. Die Bilder (Kamera: Benoit Delhomme) sind, wie bei Corbijn gewohnt, prächtig. Corbijn war vorher ein bekannter Fotograf und so ist auch jedes Bild von „A most wanted man“ geeignet, als Einzelbild gedruckt zu werden. Es gibt auch einen Bildband zum Film.
Aber diese Bilder von Hamburg erinnern in ihrer Stilisierung immer an das Berlin der achtziger Jahre; jedenfalls wie wir es heute von SW-Fotos kennen. Es sieht nie – obwohl ich schon länger nicht mehr in Hamburg war – wie das heutige Hamburg aus.
Außerdem irritiert in der Originalfassung, dass alle Englisch sprechen. Denn es wird eine deutsche Geschichte erzählt wird, die in Deutschland spielt mit deutschen Charakteren, die in der Realität natürlich in ihrer Landessprache sprechen würden. Bis auf die von Robin Wright gespielte CIA-Mitarbeiterin sind die Hauptcharaktere Deutsche, die in den wichtigen Rollen von US-Amerikanern gespielt werden, und alle reden immer Englisch. Deutsch wird höchstens bei der Getränkebestellung gesprochen. Das fühlt sich dann, jedenfalls für uns Deutsche, schon sehr seltsam an.
Corbijn will, wie schon in seinem vorherigen Film „The American“ (mit George Clooney), nicht thrillen. Er inszeniert deshalb diese Episode aus dem Kampf der Geheimdienste, die wie der Roman abrupt endet, in einem getragenen Tempo, in dem jeder Schauspieler seinen langsam gesprochenen Sätzen hinterherlauscht und es meist eine Kunstpause vor dem nächsten Satz gibt. Das ist als Schauspielerkino nicht ohne Reiz, aber es ist auch teilweise genauso spannend, wie Farbe beim Trocknen zuzusehen.
„A most wanted man“ ist ein Agententhriller der im Ränkespiel der Dienste konsequent jeden Thrill vermeidet und so nicht so gut ist, wie er hätte sein können.

Beim zweiten Ansehen, dieses Mal in der deutschen Fassung, gefiel mir der Film besser. Denn der in der Originalfassung für uns vorhandene und immer irritierende Verfremdungseffekt ist nicht mehr vorhanden. Es ist immer noch eine kleine Episode aus dem unglamourösen Agentenleben, die in erster Linie ein intellektuelles Vergnügen ist, bei der wir beobachten, wie die Dienste, unter ständiger Berücksichtigung ihrer Eigeninteressen, zusammenarbeiten und im entscheidenden Moment eiskalt ihre Chance nutzen. Da ist der Einzelne, wie man es auch aus den anderen Romanen von John le Carré kennt, nur ein von anderen benutzter Spielball.
Außerdem können unsere deutschen Schauspieler, befreit von den Fesseln schlechter deutscher Drehbücher, endlich einmal ihr Können zeigen.
Das Bonusmaterial, ein fünfzehnminütiges „Making-of“ und das neunminütiges Featurette „Spy Master – John le Carré in Hamburg“ bieten interessante Einblicke in die Hintergründe des Films. Immerhin kommen Anton Corbijn und John le Carré zu Wort.
Corbijn nächster Film „Life“ über einen Fotografen des Life Magazine, der 1955 eine Fotostrecke über den aufstrebenden Schauspieler James Dean machen soll, lief bereits auf der Berlinale. In Deutschland soll der Film am 1. Oktober anlaufen.

A most wanted man - DVD-Cover
A most wanted man (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014)
Regie: Anton Corbijn
Drehbuch: Andrew Bovell
LV: John le Carré: A most wanted man, 2008 (Marionetten)
mit Philip Seymour Hoffman, Rachel McAdams, Grigoriy Dobrygin, Willem Dafoe, Robin Wright, Homayoun Ershadi, Nina Hoss, Franz Hartwig, Daniel Brühl, Kostja Ullmann, Vicky Krieps, Rainer Bock, Herbert Grönemeyer, Charlotte Schwab, Martin Wuttke

DVD
Senator
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: Making-of; Featurette: Spy Master – John le Carré in Hamburg
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahre (Hauptfilm ab 6 Jahren)

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „A most wanted man“
Moviepilot über „A most wanted man“
Metacritic über „A most wanted man“
Rotten Tomatoes über „A most wanted man“
Wikipedia über „A most wanted man“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014)

John le Carré in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. Februar: Der Mann, der niemals lebte

Februar 27, 2015

Pro 7, 20.15

Der Mann, der niemals lebte (USA 2008, Regie: Ridley Scott)

Drehbuch: William Monahan

LV: David Ignatius: Body of Lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)

CIA-Agent Roger Ferris fahndet im Nahen Osten nach einer islamistischen Terrorzelle. Als sie nicht weiterkommen, hecken Ferris und sein in Washington, D. C., sitzender Chef einen verwegenen Plan aus.

Okayer, schrecklich ausgewogener, realistischer Polit-Thriller, bei dem man nie den Eindruck los wird, dass hier alle unter ihren Möglichkeiten bleiben. Außerdem ist das Ende enttäuschend.

David Ignatius gefällt die Verfilmung.

mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Oscar Isaac

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Mann, der niemals lebte“

The Washington Post über ihren Mitarbeiter David Ignatius

Harper’s Magazine: Sechs Fragen an David Ignatius über seinen Roman „Body of lies“

Hollywood Hills: Interview mit David Ignatius über die Verfilmung (Teil 1, Teil 2)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Der „American Sniper“ Chris Kyle ist ein guter Patriot aus Texas

Februar 26, 2015

In den USA ist „American Sniper“ ein Überraschungserfolg, der auch der erfolgreichste Film von Clint Eastwood sein soll. Jedenfalls brach er in den vergangenen Wochen einige Einspielrekorde und er sorgte in den USA für eine ordentliche Diskussion über die Botschaft des Films. Immerhin steht im Mittelpunkt des Biopics U.S. Navy SEAL Chris Kyle, ein waschechter Texaner, der während vier Kampfeinsätzen als Scharfschütze im Irak 160 Menschen tötete. 160 ist jedenfalls die Zahl der bestätigten Tötungen. Es können aber auch einige Morde mehr gewesen sein.
Für die einen ist Kyle ein Kriegsheld. Für die anderen das Gegenteil. Und Clint Eastwood, der mit „Flags of our Fathers“ und „Letters from Iwo Jima“ zwei grandiose Kriegsfilme inszenierte, ist intelligent genug, um kein plattes Hurra-Patriotisches Manifest abzuliefern. Er bringt durchgehend eine Rauhheit in die Geschichte, die ihr gut tut – und die Steven Spielberg, der zuerst die Regie führen sollte, vermieden hätte.
Es gibt auch immer wieder kurze Episoden und Details, die angenehme Widerhaken in diese reaktionäre Geschichte schlagen und die von liberalen Geistern dankbar aufgegriffen werden. Immerhin eröffnen sie die Möglichkeit einer anderen Perspektive.
So wird Kyle von seinem christlichen Vater streng erzogen. Für ihn gibt es nur drei Sorten von Menschen: Schafe, Wölfe und Hirtenhunde. Die ersten beiden Gruppen verachtet der Vater. Sein Sohn soll mal ein Hirtenhund werden. Er soll seine Familie beschützen und deren Feinde schlagen. Dieses banale und niemals hinterfragte Bild wird dann zum Leitmotiv von Kyles Leben. Er glaubt an Gott, sein Land und seine Familie und bringt alle Bedrohungen für diese einfachen Werte um. Vor allem die Iraker, die für ihn keine Menschen sind. Es werden auch die psychischen Folgen der Kampfeinsätze gezeigt. So ist Kyle, wenn er von einem Einsatz zurückkehrt, mental noch im Kriegsgebiet. Beeindruckend in ihrer Eastwood-typischen Schlichtheit ist, zum Beispiel, diese Szene: Kyle sitzt im Wohnzimmer und starrt auf den Fernseher, in dem gerade ein Action-Film läuft, während seine Frau das Zimmer betritt. Die Kamera bewegt sich durch den Raum hinter Kyle und wir sehen den Fernseher. Er ist schwarz.
Eastwood zeigt auch die physischen Folgen des Irak-Kriegs. Denn viele Veteranen haben nicht nur seelische Probleme, sondern sind Krüppel mit künstlichen Gelenken oder sitzen im Rollstuhl.
Das sind kurze Szenen, die eine andere Lesart ermöglichen. Aber insgesamt erzählt „American Sniper“ die Geschichte ausschließlich aus der Perspektive von Chris Kyle, einem Hurra-Patrioten, der immer das Richtige tut. Dessen einfache Weltsicht legt sich über das gesamte Epos, das vor allem von seinen Einsätzen im Irak erzählt. Sein Leben vor dem Militär, seine Ausbildung und seine Auszeiten bei seiner Familie werden knapp abgehandelt. Sein Leben nach dem letzten Irak-Einsatz ebenso und sein Tod mit einer Texttafel. Kyle wurde am 2. Februar 2013 von dem jüngeren Kriegsveteranen Eddie Ray Routh während eines Schießtrainings, das gegen dessen postraumatische Belastungsstörung helfen sollte, erschossen. Anfang der Woche wurde Routh zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt.
Das alles wird von Eastwood gewohnt effizient erzählt. Die Kriegsszenen sind mitreisend und bei der Action verliert man nie den Überblick. Insofern ist „American Sniper“ mit einem gewohnt beeindruckenden Bradley Cooper als Chris Kyle ein gelungener Kriegsfilm.
Es ist aber auch ein Kriegsfilm, der erzählerisch nichts zeigt, was nicht von Kathryn Bigelow in „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ über eine Gruppe von Bombenentschärfern besser und auch pessimistischer gezeigt wurde. Denn „American Sniper“ verklärt einen kaltblütigen Massenmörder zu einem Helden, der keine Reue über seine Taten verspürt und der auch keinerlei Gewissensbisse hat. Für ihn sind die Iraker, gemäß seiner Erziehung, Wölfe, die seine Familie bedrohen. Und Wölfe, die Schafe töten wollen, tötet man halt. Jedenfalls wenn man die Möglichkeit dazu hat.
Außerdem wird konsequent der historische Hintergrund ausgeblendet. Denn der Irakkrieg war „eine völkerrechtswidrige Invasion des Iraks durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs, unterstützt von einer ‚Koalition der Willigen‘.“ (Wikipedia). In „American Sniper“ ist der Krieg gerechtfertigt. Die Motive der Bush-Regierung und der Vorgesetzten werden nie hinterfragt. Dabei hat es schon vor dem Krieg zahllose Diskussionen über die Motive gegeben und danach stellten sich die Kriegsgründe als falsch heraus.
Nur einmal, wenn Kyle im Fernsehen Bilder von den Bombenanschlägen 1998 auf die Botschaften in Tansania und Kenia sieht und sich danach als guter Hütehund beim Militär verpflichtet, wird der „war on terror“, bevor er losging, angesprochen. Dabei sind die Terroristen schon in diesem Moment das moderne Äquivalent zu den Indianern im alten Hollywood-Western oder zu den Deutschen und Japanern im Weltkrieg-II-Propagandakriegsfilm. Gesichtsloses Schlachtvieh. Das ultimative Böse, dessen Vernichtung moralisch gerechtfertigt ist. In „American Sniper“ auch aus dem Hinterhalt.
Und so verschwinden dann die wenigen Ambivalenzen und Widerhaken, die eine andere Lesart ermöglichen, im großen Bild, das eben diese Punkte zugunsten eines Porträts eines Kriegshelden, dessen Handeln und dessen Mythos niemals hinterfragt wird, vernachlässigt.
Eben diese Eindeutigkeiten – die bösen Iraker, die guten Amerikaner, der moralisch integere Kriegsheld aus Texas – dürften dann auch zum Erfolg des konservativen Films beigetragen haben.
„American Sniper“ ist vielleicht Clint Eastwoods erfolgreichster Film, aber es nicht sein bester Film.

American Sniper - Plakat

American Sniper (American Sniper, USA 2014)
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: Jason Hall
LV: Chris Kyle (zusammen mit Scott McEwen und Jim DeFelice): American Sniper, 2012 (Sniper: 160 tödliche Treffer – Der beste Scharfschütze des US-Militärs packt aus)
mit Bradley Cooper, Sienna Miller, Cole Konis, Ben Reed, Elise Robertson, Keir O’Donnell, Luke Grimes, Eric Close, Sammy Sheik
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „American Sniper“
Moviepilot über „American Sniper“
Metacritic über „American Sniper“
Rotten Tomatoes über „American Sniper“
Wikipedia über „American Sniper“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „American Sniper“

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

DP/30-Interview mit Bradley Cooper über „American Sniper“

Und ein kurzes mit Clint Eastwood


Neu im Kino/Filmkritik: „Als wir träumten“ war die DDR weg und Deutschland ein Land

Februar 26, 2015

Als sie dreizehnjährige Schüler waren, gab es die DDR noch. Kurz darauf ist sie weg und die Freunde Dani, Mark, Rico, Pitbull und Paul schlagen sich reichlich ziellos im Nachwende-Leipzig durch. Irgendwo zwischen Abitur und der Zeit davor und danach. Das klingt jetzt etwas unspezifisch, beschreibt aber präzise das Problem von Andreas Dresens neuem Film „Als wir träumten“, der einen Zeitraum von einigen Jahren, wahrscheinlich zwei bis drei Jahre, mit einigen Rückblenden in die DDR, umfasst. Der historische Hintergrund ist so weit in den Hintergrund gerückt, dass der Film fast überall spielen könnte, so lange wir eine Gruppe Jugendlicher haben, die sich mit kleinkriminellen Taten über Wasser halten, zu viele Drogen nehmen und auch ein Lokal betreiben. Weil die Geschichte in den Neunzigern spielt, ist es eine Techno-Disco in einer alten Fabrik. Die Disco interessiert auch eine Nazi-Gang (erkennbar an ihren Frisuren und ihrem Outfit) und einer der Jungs verliebt sich auch in eine Frau, die mit dem Chef der Nazi-Gang, die wohl eher eine stinknormale Verbrecherbande ist, liiert ist.
Weil Dresen diese Episoden mit Zwischentiteln (die eher störend als erhellend sind), einer Erzählerstimme, die lange keinem Charakter zugeordnet werden kann, und betont unchronologisch erzählt, wirkt „Als wir träumten“ immer wie ein Konglomerat aus mäßig interessanten, beliebig austauschbaren Episoden. Denn es werden keine Entwicklungen aufgezeigt, sondern es wird willkürlich zwischen der Gegenwart und der nahen Vergangenheit (erkennbar an dem gleichen Aussehen der fünf Hauptcharaktere) hin und her gesprungen.
Diese erzählerische Entscheidung führt dazu, dass ich immer auf Distanz zu den Charakteren blieb, die mir immer reichlich egal waren, und, aufgrund meines Vorwissens, Lücken ausfüllte. Zum Beispiel über das Erstarken des Rechtsradikalismus in der ehemaligen DDR, über den Zusammenbruch der dortigen Industrie und die gestiegene Arbeitslosigkeit, die Abwesenheit der Eltern, die alles übernehmenden Westler, den Zusammenbruch der bekannten Strukturen, undsoweiter, die alle bestimmte Entwicklungen begünstigten und einiges erklären, aber nicht jeder ostdeutsche Jugendliche wurde zum Verbrecher.
Dieser spartanisch gezeichnete gesellschaftliche Hintergrund – immerhin ist „Als wir träumten“ keine Geschichtsdokumentation – wäre verzeihbar, wenn die Charaktere überzeugen würden.
Allerdings gewinnt kein Charakter echte individuelle Züge. Sie bleiben eindimensional (der Boxer, der Dealer, der Denker) und, im schlechten Sinn, rätselhaft. Obwohl sie zur Schule gehen und irgendwann anscheinend auch das Abitur machen (es wird in einem Nebensatz erwähnt), spielt die Nachwende-Schule im Film absolut keine Rolle. Erwachsene und Auteritätspersonen fehlen ebenso. Sie leben – so können wir uns denken – in einer Käseglocke der Selbstbefriedigung, in der sie einfach die Freiheiten eines neuen Systems wahrnehmen und es keine gefestigten staatlichen Strukturen gibt. Es ist eine Zeit, der Anarchie, in der alles möglich ist und es keine Grenzen gibt. Deshalb können sie auch eine Techno-Disco eröffnen, Drogen nehmen, kleinkrimelle Verbrechen begehen und betrunken in geklauten Autos mit lauter Musik durch die Stadt rasen. Und damit unterscheiden sie sich nicht von irgendwelchen anderen Jugendlichen.
Außerdem liegen diese soziologischen Erklärungen außerhalb des Films, der durch seine Struktur den Zuschauer konsequent auf Distanz hält und über die Motive und Entwicklungen der fünf Jungs rätseln lässt.
So wird einer der Freunde drogensüchtig; was wir dadurch erfahren, dass er am Filmbeginn aus einer Entzugsklinik ausgebrochen ist. Kurz darauf ist er – nach längeren Rückblenden – tot. Der Weg in die Sucht und wie die Freunde auf ihren süchtigen Freund reagieren, sehen wir nicht. Und dass einer der Freunde den Verstorbenen mit Drogen versorgte, erfahren wir erst auf der Beerdigung. Was aber anscheinend keine weiteren Konsequenzen hat.
Ein anderes Mal wird Dani, nach einer längeren Verfolgungsjagd, von den Nazis zusammengeschlagen. Sein Aufenthaltsort wurde ihnen von Rico verraten. Nach einem „Entschuldige, es tut mir leid“ am Krankenhausbett ist die Sache vergessen. Dabei wäre es doch interessant zu erfahren, wie sich ein solcher Verrat auf ihre Beziehungen untereinander auswirkt.
Dass Rico von einer Karriere als Boxer träumte, erfahren wir erst gegen Ende, als im Fernsehen einer der 1995er Boxkämpfe von Henry Maske und Graciano Rocchigiani gezeigt wird und Rico sich an seinen letzten Kampf erinnert. Das soll dann wohl ein „Million Dollar Baby“-Moment sein (als Clint Eastwood am Filmanfang einen Boxkampf im Fernsehen beobachtet), ist hier aber grotesk verschenkt, weil uns nichts auf diesen Moment vorbereitet und er auch keine Folgen hat. Denn Ricos glorreiche Boxkarriere ist schon länger vorbei und es hat auch anscheinend keine Konsequenzen für ihn.
Diese Szenen sind allerdings keine Ausreiser, sondern das Ergebnis eines Drehbuchs und einer Regie, die lieber beliebige Momentaufnahmen aus dem Leben der Jugendlichen zeigen. Dabei wäre es interessanter, zu erfahren, wie die Charaktere dorthin gekommen sind. Also, zum Beispiel, wie aus einem normalen Schüler ein Drogenhändler wird und was das für seine Freunde bedeutet.
Deshalb haben auch die Rückblenden in ihre DDR-Schulzeit, als die fünf Freunde dreizehn Jahre alt waren (wie wir Westler aus dem Abspann erfahren, die Ostler haben es an der Uniform erkannt), keine emotionale Wirkung. Es ist ein Blättern in einem Fotoalbum, das eine schön aufgeräumte DDR zeigt, aber nicht erklären kann, warum aus normalen, angepassten Schülern Drifter und Verbrecher werden.
Auch der Titel „Als wir träumten“ kann wohl nur ironisch verstanden werden. Denn Dani, Rico, Mark, Pitbull und Paul haben keine Träume. Sie wollen nirgendwohin. Sie driften einfach durch das Nachwendeleipzig und die Kamera verfolgt sie.
Nein, von Andreas Dresen und Wolfgang Kohlhaase, die schon bei „Sommer vorm Balkon“ und „Whisky mit Wodka“ zusammen arbeiteten, wäre wirklich mehr als dieses bestenfalls halbgare, irgendwo im nirgendwo spielende Halbstarken-Jugenddrama zu erwarten gewesen.

Als wir träumten - Plakat

Als wir träumten (Deutschland/Frankreich 2015)
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase
LV: Clemens Meyer: Als wir träumten, 2006
mit Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joel Basman, Marcel Heuperman, Frederic Haselon, Ruby O. Fee, Chiron Elias Krase, Luna Rösner, Tom von Heymann, Nico Ramon Kleemann, Kilian Enzweiler, Henning Thaddäus Beeck, Ronald Kukulies, Regine Seidler, Roman Weltzien, Clemens Meyer (Polizist auf der Wache)
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Als wir träumten“
Film-Zeit über „Als wir träumten“
Moviepilot über „Als wir träumten“
Wikipedia über „Als wir träumten“ und Clemens Meyer
Berlinale über „Als wir träumten“
Homepage von Clemens Meyer
Perlentaucher über Clemens Meyers „Als wir träumten“

Und noch einige O-Töne: Andreas Dresen über seinen Film

Clemens Meyer über die Verfilmung


TV-Tipp für den 26. Februar: Good Night, and Good Luck – Der Fall McCarthy

Februar 26, 2015

EinsPlus, 23.05

Good Night, and Good Luck (USA 2005, Regie: George Clooney)

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

In den Fünfzigern veranstaltet US-Senator Joseph McCarthy eine Hetzjagd gegen wenige Kommunisten und viele vermeintliche Kommunisten. 1954 beginnt CBS-Moderator Edward R. Murrow die Politik von McCarthy in seiner Sendung „See it now“ zu hinterfragen. Mit den von ihm präsentierten Reportagen und, später, von ihm gemachten Interviews mit McCarthy trug er zu dessen Sturz bei.

Böswillig gesagt ist “Good Night, and Good Luck” Schulfernsehen, bei dem zuerst die historischen Fakten vermittelt und anschließend die Botschaft hinausposaunt wird. Objektiv gesehen ist Clooneys Film gutes altmodisches Kino mit einer zeitlos aktuellen Botschaft über die Verantwortung der Medien (hier des Fernsehens). Denn selbstverständlich wurde der in dem Film geschilderte wahre Fall des TV-Moderators Edward R. Murrow gegen Senator Joseph McCarthy auch als Diagnose des Verhaltens der US-amerikanischen Medien vor dem Irak-Krieg gesehen und der historisch verbürgte Aufruf von Murrow an seine Kollegen am Ende des historisch genauen Films kritisch gegen die Machthaber zu sein, konnte 2005 nur tagespolitisch verstanden werden. – Und heute denken wir an die NSA, den Whistleblower Edward Snowden und den Journalisten Glenn Greenwald.

Abgesehen davon ist „Good Night, and Good Luck“ mit seiner eleganten SW-Kamera (Robert Elswit, auch „Michael Clayton“, „There will be Blood“ und, uh, „James Bond – Der Morgen stirbt nie“), dem stimmungsvollen Soundtrack, den pointierten Dialogen und den guten Schauspielern einfach ein Fest für Filmfreunde.

Mit David Strathairn, George Clooney, Patricia Clarkson, Alex Borstein, Robert Downey Jr., Jeff Daniels, Ray Wise, Robert Knepper, Dianne Reeves, Frank Langella

Wiederholung: Freitag, 27. Februar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über “Good Night, and Good Luck

Rotten Tomatoes über “Good Night, and Good Luck”

Wikipedia über “Good Night, and Good Luck” (deutsch, englisch) und Edward R. Murrow (deutsch, englisch [viel umfangreicher])

The Museum of Broadcast Communication über Edward R. Murrow

PBS über Edward R. Murrow

Meine Besprechung von George Clooneys “Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” (Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


DVD-Kritik: Zurück in die Achtziger mit „The Executor – Der Vollstrecker“

Februar 25, 2015

Niemand der noch alle Tassen im Schrank hat, wird behaupten, dass „The Executor – Der Vollstrecker“ von Giuliano Carmineo (der hier einmalig als Jules Harrison firmierte und als Anthony Ascott etliche Italo-Western inszenierte) ein guter Film ist. Es ist Bahnhofskinoware (als es diese Kinos noch gab), Exploitation, das in einer Zweit- oder Drittverwertung aktuelle Themen und Kinoerfolge ausbeutet. Mit unbekannten Schauspielern, die teilweise ebenfalls unter amerikanisch klingenden Pseudonymen arbeiten. Und die genau wegen dieser niedrigen Erwartungen oft gar nicht so schlecht sind. Aus heutiger Sicht haben sie auch etwas von einer Zeitkapsel. Denn die Angst vor der globalen Katastrophe und die Folgen der Umweltzerstörung, die damals oben in der öffentlichen Agenda standen, wurden schon seit Langem nicht mehr so explizit und pessimistisch angesprochen wie in diesem 1983 entstandenem Film.
In „The Executor – Der Vollstrecker“ hat die Menschheit vor einigen Jahren die gesamte Umwelt vernichtet. Die Erde ist jetzt ein Wüstenplanet. Skrupellos wird um die letzten Wasserreste gekämpft. Eine friedlich zusammenlebende Gruppe hat in einem Höhlensystem ein Treibhaussystem, das sie mit Nahrung versorgt, eingerichtet. Als deren Quelle versiegt, wollen einige Gruppenmitglieder zu einer Solaranlage fahren, in der sie Wasser vermuten. Ihre Karawane wird von Crazy Bull überfallen. Nur der zehnjährige Tommy überlebt. Er verbündet sich mit Tiger, einem Einzelgänger (jaja, die Italo-Variante von „Mad Max“). Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.
Besonders logisch ist die postapokalyptische Welt von „The Executor“ natürlich nicht, aber es ist die damals im Gefolge von „Mad Max II – Der Vollstrecker“ (1981) populäre Welt, die vor allem eine Leistungsschau der Stuntmänner irgendwo in der Wüste ist. Auch in Carnimeos Film sind die Stunts prächtig. Weil es noch keine CGI gab, wurde mit Feuerwerk gezündelt und Autos und Menschen flogen durch die Luft. Das sieht man im heutigen Kino so leider nicht mehr. Die Story selbst ist im Endeffekt die Geschichte eines nicht besonders guten Italo-Western in anderen Kleidern, aber in der vertrauten Wüstenkulisse.
Auf der DVD ist der Film in der ungeschnittenen Fassung enthalten. Deshalb ist ein kurzer Dialog zwischen Tiger und Crazy Bull, in dem es um die Herkunft von Tigers Auto und ihre Beziehung zueinander geht, deutsch untertitelt.
Die Bildqualität ist nicht überragend, aber wahrscheinlich war – immerhin hatte man damals bei diesen Filmen nicht daran gedacht, dass irgendjemand sie sich dreißig Jahre später noch ansehen möchte – nicht mehr drin. Auch beim Ton gibt es, wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, ab und an einige Störgeräusche und es gibt nur zwei deutsche Tonspuren. Weil Ascot Elite, die den Film damals im Kino verlieh, normalerweise alle bei ihnen verfügbaren Tonspuren draufpackt, war wohl nur noch diese Tonspur erhalten.
Außerdem gibt es den Trailer, eine Bildergalerie und einen Bildvergleich der Drehorte, der uns vor allem verrät, wo in Spanien gedreht wurde.
Am 2o. März erscheint bei XCess eine limitierte Sonderausgabe des Films auf Blu-ray (mit beiliegender DVD) und einiges an Bonusmaterial, unter anderem ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Torsten „Wortvogel“ Dewi und einem Audiokommentar mit Kai Naumann und Marc Barion. Diese Fassung soll restauriert sein und auch eine englische Tonspur enthalten; wobei der Film nicht auf Englisch gedreht wurde.

Einige zeitgenössische Kritiken
„Den Italienern gebührt zweifellos die Krone, wenn es darum geht, postatomaren Schwachsinn auf Film zu bannen.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films)

„Formal niveaulose und brutale postatomare Endzeitvision mit den üblichen Bandenkriegen, die auch durch den spärlichen Humor nicht erträglicher wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Die üblichen Ingredenzien von Action und Brutalität in einer Brachialregie sondergleichen.“ (Fischer Film Almanach 1985)

The Executor - DVD-Cover

The Executor – Der Vollstrecker (Sterminari del Anno 3000, Italien/Spanien 1983)
Regie: Giuliano Carnimeo (als Jules Harrison)
Drehbuch: Elisa Briganti, Dardano Sacchetti, James A. Prich
mit James Clayton, Robert Warner, Alan Collins, Fred Harris, Beryl Cunningham, Luca Venantini

DVD
Ascot Elite (Cinema Treasures)
Bild:1,85:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Trailer, Bildergalerie, Bildvergleich Drehorte, Wendecover
Länge: 87 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Executor – Der Vollstrecker“

Wikipedia über „The Executor – Der Vollstrecker“ und Giuliano Carnimeo


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