Neu im Kino/Filmkritik: „Insidious: Chapter 3“ springt etwas in die Vergangenheit

Nachdem im vorherigen „Insidious“-Film die Geister, die die Familie Lambert heimsuchten, endgültig gebannt waren und das Spiel zwischen Real- und Geisterwelt, Gegenwart, Vergangenheit und verschiedenen Visionen unnötig komplex wurde, haben die Macher sich bei dem dritten Film ihrer „Insidious“-Reihe für einen wohltuenden Schritt zurück entschieden. Zuerst einmal spielt die Geschichte von „Insidious: Chapter 3“ vor „Insidious“ und „Insidious: Chapter 2“. Mit diesem Schritt zurück in die Vergangenheit kurz vor der Heimsuchung der Lamberts und damit auch vor der Erkundung von der Gegenwelt The Further (das Ewigreich) kann auch eine einfachere Geschichte erzählt werden, die nur zwischen Real- und Geisterwelt (ein düsterer, dunkler Ort) spielt. Und die schon aus den vorherigen Filmen bekannten und beliebten Geisterjäger übernehmen die zentrale Rolle, weshalb „Insidious“, wenn die Macher genug abwechslungsreiche Geschichten finden, eine durchaus langlebige Reihe mit Geisterjägern und wechselnden von Dämonen und Geistern besessenen Menschen werden kann.
Die aus den vorherigen Filmen bekannte und im zweiten „Insidious“-Film verstorbene Elise Rainier (Lin Shaye) ist, weil „Insidious: Chapter 3“ vor den ersten beiden Filmen spielt, noch am Leben. Sie hat, nach dem Tod ihres über alles geliebten Mannes, ihre Arbeit als Medium aufgegeben. Sie lebt allein und zurückgezogen in ihrem dunklen Haus und verbringt die Tage bevorzugt im bequemen Bademantel. Auch Quinn Brenner (Stefanie Scott) will sie zunächst nicht helfen. Der Teenager hat vor kurzem ihre Mutter verloren. Aber sie glaubt, dass ihre Mutter den Kontakt zu ihr sucht.
Elise macht dann doch eine Spontan-Seance, bei der sie auf einen äußerst bösen Geist trifft. Sie bricht die Seance schockiert ab und beschwört Quinn, nicht mehr nach ihrer Mutter zu suchen. Denn wenn man einen Geist rufe, hörten das auch alle anderen und Quinn habe einen besonders bösen Geist geweckt.
Natürlich hält sich Quinn nicht an den gut gemeinten und zu spät kommenden Ratschlag. Nach einem Autounfall (zehn Punkte für die brachiale Inszenierung) liegt sie mit zwei gebrochenen Beinen im Bett. Für den Geist ist das natürlich ein ideales Jagdrevier – und wir erleben eine lustvolle Reise durch die Standardsituationen des Horrorfilms, inclusive einem Blick unter das Bett und den wiederholten Besuchen von dunklen Zimmern.
Neben der Geschichte von Quinn erzählt „Insidious: Chapter 3“ auch die Geschichte von Elise Rainier, die sich entschließt, wieder als Geisterjägerin zu arbeiten und sie lernt zwei junge Geisterjäger kennen.
„Insidious: Chapter 3“ versteht sich als ein weiteres Kapitel der Saga, das es deshalb nicht nötig hat, mit großen Effekten um sein Publikum zu werben. Es begnügt sich mit einer altbekannten Geschichte, die etwas variiert wird und gut unabhängig von den ersten beiden „Insidious“-Filmen, die eigentlich eine große Geschichte erzählten, gesehen werden kann.
Leigh Whannell, der Autor von „Saw“ und den ersten beiden „Insidious“-Filmen (die von James Wan inszeniert wurden), inszenierte sein Regiedebüt angenehm altmodisch. So unterhielt er sich vor dem Dreh mit „The Exorzist“-Regisseur William Friedkin und er sah sich vor dem Dreh den Schauspielern, um sie in die richtige Stimmung zu bringen, Stanley Kubricks „The Shining“ an; beide Filme sind gute Vorbilder. Dank des Verzichts auf Found-Footage-Gedöns ist er stilistisch geschlossener als der vorherige „Insidious“-Film und die Musik (wieder von Joseph Bishara) ist zurückhaltender ausgefallen.
Whannell verließ sich bei „Insidious: Chapter 3“ auf das Bewährte – und das ist gut so.

Insidious 3 - Plakat

Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang (Insidious: Chapter 3, USA 2015)
Regie: Leigh Whannell
Drehbuch: Leigh Whannell
mit Lin Shaye, Stefanie Scott, Dermout Mulroney, Angus Sampson, Leigh Whannel, Ele Keats, Tate Berney, Steve Coulter, Michael Reid MacKay
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Insidious: Chapter 3“
Moviepilot über „Insidious: Chapter 3“
Metacritic über „Insidious: Chapter 3“
Rotten Tomatoes über „Insidious: Chapter 3“
Wikipedia über „Insidious: Chapter 3“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2“ (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Und dann gibt es noch ein Onlineplakat

Insidious 3 - Onlineplakat

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