DVD-Kritik: „Profiling Paris“ – nicht neu, aber spannend

Während in Frankreich demnächst die sechste Staffel von „Profiling Paris“ (Profilage) läuft, ist bei uns, nach der TV-Ausstrahlung, gerade die erste, aus sechs Episoden bestehende erste Staffel erschienen, in der sich das Team um Commandant Matthieu Pérac langsam an ihren Neuzugang, die Kriminalpsychologin Chloe´Saint-Laurent, gewöhnt. Denn sie hat einige Marotten, die ihre Mitmenschen irritieren und die immer wieder gegen jede Ermittlungsvorschrift und -routine verstoßen. So hat sie den absoluten Tunnelblick. Wenn sie etwas sieht oder bemerkt, vergisst sie alles andere, wozu auch der pflegliche Umgang mit Spuren am Tatort gehört. Und dann versetzt sie sich immer wieder bruchlos in die Psyche der Opfer oder des mutmaßlichen Täters und spricht dessen Gedanken in der Ich-Form aus. In der Serie wird ihr Ad-hoc-Profil auch sofort visualisiert. Sie ist fast die Psycho-Schwester von Adrian Monk (aus der Krimiserie „Monk“) und damit ein weiterer genialer, aber menschlich hoch problematischer und beziehungsgestörter Ermittler.
Ihre Kollegen sind ganz normale Polizisten, die zum normalen Personal einer Krimiserie gehören: eine taffe Polizistin, ein Computerexperte, ein Gerichtsmediziner und ein loyaler Vorgesetzter.
Die ersten sechs Fälle sind straff geplottete Rätselkrimis, in denen der Fall immer eindeutig im Vordergrund steht und jeder Fall hat, wie wir es aus US-Krimiserien gewohnt sind, mehrere überraschende Wendungen. Es geht um einen ermordeten Babysitter mit mehr falschen Identitäten als eine Katze Leben hat; um einen vergifteten Arzt und schäbige Geschäfte mit Krebspatienten; um einen ermordeten Anwalt und einen jungen Angeklagten, der sich unter falscher Identität in verschiedene Familien einschmeichelt; um die ermordete junge Frau eines Kunsthändlers und entsprechend verwickelte Familienbeziehungen; um einen bei einem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft ermordeten altgedienten Aktivisten, der zuletzt einige seltsame Geschäfte tätigte; und um eine neue Spur zu einem vor sechs Monaten spurlos verschwundenem Teenager.
„Profiling Paris“ ist eine spannende, aber auch unauffällige Krimiserie, die sich gelungen an US-Vorbildern orientiert, diese mit einigen Paris-Bildern dekoriert und psychologisch interessante Täter und Opfer präsentiert.

Profiling Paris - Staffel 1 - DVD-Cover - 4

Profiling Paris – Staffel 1 (Profilage, Frankreich 2009)
Regie: Eric Summer
Drehbuch: Sophie Lebarbier (Episode 1, 3, 5), Fanny Robert (Episode 1, 3, 4, 5, 6),
Mathieu Missoffe (Episode 1, 2, 3, 4, 5, 6), Mathieu Granier (Episode 2), Robin Barataud (Episode 4), Jean Reynard (Episode 4)
Erfinder: Fanny Robert, Sophie Lebarbier
mit Guillaume Cramoisan (Matthieu Pérac), Odile Vuillemin (Chloé Saint-Laurent), Jean-Michel Martial (Grégoire Lamarck), Vanessa Valence (Frédérique ‚Fred‘ Kancel), Raphaël Ferret (Hippolyte de Courtène), Didier Ferrari (Der Doktor)

DVD
Polyband
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Französisch (Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: –
Länge: 288 Minuten (6 x 48 Minuten) (2 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Französische Homepage zur Serie
Fernsehserien über „Profiling Paris“
Wikipedia über „Profiling Paris“ (deutsch, französisch)

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