„Hitman: Agent 47“-Drehbuchautor Skip Woods: ein Pechvogel?

Unter Actionfans hat Drehbuchautor Skip Woods einen Ruf zu verteidigen. Nämlich der Autor zu sein, der jeden Film in Grund und Boden rammt. Der anstatt einer guten Geschichte einen unbekömmlichen Brei serviert, der von der ersten bis zur letzten Minute vollkommen misslungen ist. So als habe man einfach ein halbes Dutzend Drehbücher und Ideen zusammengeworfen und dann gemeint „passt, wackelt und hat Luft“.
Skip Woods schrieb die Drehbücher für
Hitman: Agent 47 (2015)
Sabotage (2014)
Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben (2013)
Das A-Team – Der Film (2010)
X-Men Origins: Wolverine (2009)
Hitman – Jeder stirbt alleine (2007)
Passwort: Swordfish (2001)
Thursday (1998)
Manchmal mit einem anderen Autor zusammen, dem man natürlich einen Teil an dem Desaster aufbürden kann. Aber sein „Hitman: Agent 47“-Co-Autor Michael Finch schreib vorher „The November Man“. Ein absolut okayer Agententhriller mit Pierce Brosnan. Oder David Benioff, der neben „X-Men Origins: Wolverine“ auch „25 Stunden“ (nach seinem Roman), „Troja“ und „Brothers“ schrieb und der Erfinder der TV-Serie „Game of Thrones“ ist, ist eigentlich ein zuverlässiger Autor.
Oft ist bei einem Film, weil man keinen intimen Einblick in die Hintergründe der Produktion hat, auch unklar, wer welchen Anteil an dem Desaster hat. Es könnte ja der Hauptdarsteller sein. Oder der Regisseur, der einfach mal schnell das Drehbuch zugunsten seiner Vision in die Tonne wirft. Immerhin sind bei Spielfilmen die Regisseure bekannter als die Drehbuchautoren.
Und die Regeln für die Nennung als Drehbuchautor sind einigermaßen komplex, weil in Hollywood Drehbücher oft mehrere Fassungen von verschiedenen Autoren haben und manchmal am Ende Autoren genannt werden müssen, die mit der verfilmten Fassung nichts zu tun haben.
Das gesagt, werfen wir einen Blick auf das Werk der Regisseure und wie diese Filme im Vergleich mit ihren anderen Filmen bei der Kritik ankamen. Das dürfte uns ein Gefühl geben, wer einen größeren Anteil an dem Misserfolg hat. Dafür genügt ein Blick auf die Bewertungen bei Rotten Tomatoes und Metacritic, die beide viele Kritiken sammeln:

Hitman: Agent 47 (2015): Regie: Aleksander Bach
Bewertung „Hitman: Agent 47“: 8 % Rotten Tomatoes; 29 % Metacritic
Bewertung bester Film: entfällt, weil Debüt
Bewertung schlechtester Film: dito

Sabotage (2014): Regie: David Ayer
Bewertung „Sabotage“: 19 % Rotten Tomatoes; 41 % Metacritic
Bewertung schlechtester Film: 19 % (Sabotage), 41 % (Sabotage)
Bewertung bester Film: 85 % (End of Watch), 70 % (Training Day)

Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben (2013): Regie: John Moore
Bewertung „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“: 14 % Rotten Tomatoes; 28 % Metacritic
Bewertung schlechtester Film: 14 % (Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben); 28 % (Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben)
Bewertung bester Film: 37 % (Im Fadenkreuz – Allein gegen Alle); 49 % (Im Fadenkreuz – Allein gegen alle)

Das A-Team – Der Film (2010), Regie: Joe Carnahan
Bewertung „Das A-Team – Der Film“: 47 % Rotten Tomatoes; 47 % Metacritic
Bewertung schlechtester Film: 29 % (Smokin‘ Aces); 45 % (Smokin‘ Aces)
Bewertung bester Film: 83 % (Stretch; Narc; bei uns beide nur DVD-Start, „The Grey“ mit 79 % ist der zweitplatzierte); 70 % (Narc)

X-Men Origins: Wolverine (2009), Regie: Gavin Hood
Bewertung „X Men Origins: Wolverine“: 38 % Rotten Tomatoes; 40 % Metacritic
Bewertung schlechtester Film: 38 % (X-Men Origins: Wolverine“); 40 % X-Men Origins: Wolverine)
Bewertung bester Film: 82 % (Tsotsi), 70 % (Tsotsi)

Hitman – Jeder stirbt alleine (2007), Regie: Xavier Gens
Bewertung „Hitman – Jeder stirbt für sich alleine“: 14 % Rotten Tomatoes; 35 % Metacritic
Bewertung schlechtester Film: 14 % (Hitman – Jeder stirbt für sich alleine), 28 % (The Divide)
Bewertung bester Film: 55 % (Frontier(s)); 44 % (Frontier(s))

Passwort: Swordfish (2001), Regie: Dominic Sena
Bewertung „Passwort: Swordfisch“: 26 % Rotten Tomatoes; 32 % Metacritic
Bewertung schlechtester Film: 7 % (Whiteout [der gar nicht so schlecht ist]); 28 % (Whiteout; Season of the Witch)
Bewertung bester Film: 67 % (Kalifornia); 49 % (Kalifornia)

Thursday (1998): Regie: Skip Woods
Bewertung „Thursday“: 33 % (Rotten Tomatoes)

Von den acht Drehbüchern, die von Skip Woods verfilmt wurden, fallen zwei „Hitman: Agent 47“ und „Thursday“ weg, weil die Regisseure bis jetzt keine weiteren Filme inszeniert haben. Dann bleiben noch sechs Filme übrig, davon ist in drei Fällen bei Rotten Tomatoes und Metacritic der schlechteste Film des Regisseurs identisch mit dem Film, für den Skip Woods das Drehbuch schrieb. Und in einem weiteren Fall ist bei Rotten Tomatoes der schlechteste Film des Regisseurs der Film, für den Skip Woods das Drehbuch schrieb.
Da kann man wohl kaum noch von Zufall reden.
Nur: Warum werden in Hollywood weiter Bücher von ihm verfilmt? Denn so richtig Michael-Bay-erfolgreich war keiner seiner Filme. Im Gegenteil.

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