Neu im Kino/Filmkritik: Wuff! „Max“ ist ein toller Army-Hund

Fans von Actionfilmen, die auch den Abspann lesen, werden bei „Max“ zwei interessante Namen finden: Boaz Yakin und Sheldon Lettich. Yakin hat „The Rookie“ und „Die Unfassbaren – Now you see me“ geschrieben und, nach seinem Drehbuch, „Safe – Todsicher“ inszeniert, Lettich hat „Bloodsport“ und „Rambo III“ geschrieben und, nach seinem Drehbuch, „Geballte Ladung“ inszeniert. Gut, das sind nicht die unumstrittenen Meisterwerke des Genres, aber sie machen schon neugierig auf „Max“. Yakin inszenierte den Film nach einem gemeinsam mit Lettich geschriebenem Drehbuch, das auf wahren Ereignissen basieren soll. Aber das wird inzwischen ja bei jedem zweiten Film gesagt. Die anderen sind von Marvel.
Jedenfalls ist der titelgebende „Max“ ein Malinois, ein belgischer Schäferhund, der als Militärhund in Afghanistan Sprengstoff suchte. Bei einem Kampfeinsatz stirbt sein Hundeführer Kyle Wincott und damit seine Bezugsperson. Zurück in den USA nimmt Kyles Vater Ray, selbst ein verwundeter Kriegsveteran, den kriegstraumatisierten Hund auf. Denn er sei ein Teil der Familie und die Wincotts würden auf ihre Familie aufpassen. Kyles pubertierender Bruder Justin, der von Max akzeptiert wird, soll sich um Max kümmern. Widerwillig übernimmt Justin die Aufgabe, die dank der schönen Carmen, die viel von Hunden versteht, plötzlich eine höchst attraktive Seite hat.
Als Tyler Harne, Kyles bester Freund und Kampfgefährte, bei den Wincotts auftaucht, wird er vom Familienoberhaupt sofort in die Familie aufgenommen. Nur Max reagiert agressiv. Und natürlich hat er, wie Justin schnell erfährt, den richtigen Riecher.
„Max“ ist ein Jugendfilm, der tief im Revier von „Lassie“ wildert, und ihn mit einer pathetisch konservativen Moral abschmeckt, in der Familie, Militär und Staat ungebrochen hochgehalten werden. Dieser hier auch christlich geprägte Konservatismus aus einer vergangenen Zeit war schon in „American Sniper“ befremdlich. In einem Jugendfilm, auch wenn er einen ethnisch bunt gemischten Cast hat und Ray Wincott kein Rassist ist, wirkt er noch befremdlicher. Er zeigt aber auch, wer heute zur US-Armee geht. Yakin vertieft allerdings die Frage, was dieser Konservatismus mit einer Post-9/11-Militärlaufbahn zu tun hat, nicht. Ebenso umschifft er alle anderen möglichen Tiefen seiner Geschichte zugunsten einer banalen Abenteuergeschichte, die auch gut in einem „Fünf Freunde“-Film aufgehoben wäre.
Wenn man darüber hinwegsehen kann, ist „Max“ ein vorherhsehbarer, aber gut gemeinter, durchaus unterhaltsamer und auch durchaus sympathischer Film für pubertierende Hundeliebhaber, die nicht schon wieder einen „Lassie“-Film sehen wollen.

Max - Plakat

Max (Max, USA 2015)
Regie: Boaz Yakin
Drehbuch: Boaz Yakin, Sheldon Lettich
mit Thomas Haden Church, Josh Wiggins, Luke Kleintank, Lauren Graham, Robbie Amell, Mia Xitlali, Dejon LaQuake, Jay Hernandez, Owen Harn
Länge: 111 Minuten
FSK: ?

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Max“
Moviepilot über „Max“
Metacritic über „Max“
Rotten Tomatoes über „Max“
Wikipedia über „Max“
Meine Besprechung von Boaz Yakins „Safe – Todsicher“ (Safe, USA 2012) (und der DVD)

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