„Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“, ein bisschen Spaß darf es sein

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„Der neue Wilsberg“ – ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal schreiben darf. Denn der letzte Wilsberg-Roman „Wilsberg und die dritte Generation“ von Jürgen Kehrer liegt neun Jahre zurück. Danach gab es zwar noch eine Kurzgeschichtensammlung und einen „Wilsberg trifft Pia Petry“-Roman, den Kehrer zusammen mit Petra Würth schrieb; was halt etwas anderes als ein Wilsberg-Roman ist. Und natürlich läuft die beliebte TV-Serie, für die Kehrer auch einige Drehbücher schrieb, immer noch erfolgreich im ZDF. Am Samstag, den 28. November, zeigt das ZDF um 20.15 Uhr den neuen Wilsberg-Krimi „Bittere Pillen“.
Aber insgesamt hatte ich den Eindruck, dass für Jürgen Kehrer das Kapitel „Wilsberg in Romanform“ abgeschlossen ist und er andere Romane, wie die bei rororo erscheinenden Krimis mit Kommissar Bastian Matt und Rechtsmedizinerin Yasi Ana, schreibt.
Und jetzt „Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“, der schon auf den ersten Blick mit seinen schlanken 192 Seiten an die früheren Wilsberg-Romane anschließt.
Wilsberg soll für seinen Studienkumpel Wolfram Schniederbecke einen Geldkoffer überbringen. Während des Studiums war Schniederbecke ein Frauenschwarm und Punkmusiker. Heute ist er als Wolf Schatz immer noch ein Seitensprüngen nicht abgeneigter, verheirateter Frauenschwarm und ein erfolgreicher Schlagersänger, der Spielschulden bei einem Russen-Mafiosi hat. Wilsberg übernimmt für ein erkleckliches Honorar den Auftrag. In dem Hotel will allerdings niemand den Koffer in Empfang nehmen.
Als Wilsberg das Hotel verlassen will, sieht er Schatz auf dem Hotelparkplatz in seinem Auto sitzen, das auch gleich in die Luft fliegt. Wilsberg überlebt den Anschlag leicht verletzt und er macht sich mit dem Geld aus dem Staub, bevor die Polizei auftaucht.
Überflüssig zu sagen, dass die Polizei doch einige Stunden später bei ihm anklopft, Hauptkommissarin Bauer und Kommissar Langenbeck überhaupt nicht begeistert sind und Wilsberg herausfinden will, wer Wolf Schatz ermordete.
In „Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“ legt Jürgen Kehrer schnell genug falsche Spuren aus, um Georg Wilsberg ordentlich zu beschäftigen und die Handlung bewegt sich zwischen den falschen Spuren und den zahlreichen Rätseln, die oft neue Fragen aufwerfen, angenehm schnell voran. Das ist eine sehr vergnügliche Krimilektüre und eine sehr willkommene Wiederbegegnung mit dem Buch-Wilsberg, die mir allerdings auch etwas zu sehr mit dem Blick auf eine Verfilmung geschrieben ist und sie das in jeder Beziehung schreckliche Schlager-Milieu nur am Rand streift.
Wobei, das muss auch gesagt werden, die definitive Satire auf die heile Welt des Schlagers bereits 1994 als BR-Tatort „…und die Musi spielt dazu“ (Drehbuch: Ortun Erkener, Regie: Hanns-Christian Müller) mit den Kommissaren Ivo Batic und Franz Leitmayr gemacht wurde.

Jürgen Kehrer: Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein
grafit, 2015
192 Seiten
9,99 Euro

Hinweise

Homepage von Jürgen Kehrer

Wikipedia über Jürgen Kehrer

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Wilsberg und die dritte Generation“ (2006)

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Fürchte dich nicht“ (2009)

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Wilsbergs Welt“ (2012)

Jürgen Kehrer in der Kriminalakte

 

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