Wieder aufgelegt: Der „Texas Blues“ ist jetzt „Mucho Mojo“

Lansdale - Mucho Mojo - 2

Natürlich hat der langjährige Joe-R.-Lansdale-Fan schon „Mucho Mojo“ in seinem Bücherregal stehen. Denn das zweite Abenteuer von Hap Collins und Leonard Pine, die gegensätzlichen Texaner, die zwar immer an Geldnot leiden, aber nie ihren Humor verlieren, erschien bereits 1996 als „Texas Blues“ bei rororo und danach trat Joe R. Lansdale eine kleine Reise durch die bundesdeutsche Verlagslandschaft an. Denn Rowohlt ließ ihn irgendwann fallen. Bei Dumont erschien in der kurzlebigen Noir-Reihe das Collins/Pine-Abenteuer „Schlechtes Chili“. Seit einigen Jahren veröffentlicht Golkonda die Hap-Collins-Leonard-Pine-Romane und nimmt sich neben den neuen Abenteuern des chaotischen Duos auch deren ältere Abenteuer vor. Vor der Neuveröffentlichung werden die Übersetzungen noch einmal durchgesehen. Dieses Mal tat das der Übersetzer der Erstausgabe. Christoph Schuenke änderte an seiner alten, gut lesbaren Übersetzung, so meine kursorischer Vergleich, wenig bis nichts.
Dieses Mal beginnt das Abenteuer des Duos auf den Rosenfeldern von Osttexas, wo Hap als schlecht bezahlter Tagelöhner schuftet. Als Leonard ihm erzählt, dass sein Onkel Chester tot ist, gehen sie zur Beerdigung und dort erfährt Leonard, dass Onkel Chester, der ihn vor Jahren wegen seiner Homosexualität enterbte, jetzt doch im Testament berücksichtigte.
Als die beiden sich Onkel Chesters zugemülltes Haus in LaBorde ansehen, entdecken sie im Keller eine Kinderleiche und weil sie dem Verstorbenen die Tat nicht zutrauen, suchen sie den Täter und, wer auch nur ein Collins/Pine-Abenteuer gelesen hat, weiß, dass das der Beginn einer abgedrehten Kriminalgeschichte ist, in der respektlos und humorvoll die dunkle Seite von Texas beschrieben wird.
Gut, wer die alte Übersetzung hat, muss sich „Mucho Mojo“ nicht unbedingt zulegen, aber das einheitlichere Layout sieht im Buchregal natürlich schöner aus. Wer „Texas Blues“ nicht hat und keine Mondpreise bezahlen will (bei Amazon kann man derzeit zwischen 37 und 165 Euro für das Buch ausgeben [Will ich jetzt meine alte Ausgabe verkaufen? Gibt es Angebote?]) sollte natürlich zuschlagen.

Joe R. Lansdale: Mucho Mojo
(übersetzt von Christoph Schuenke)
Golkonda, 2015
272 Seiten
16,90 Euro

Originalausgabe
Mucho Mojo
Mysterious Press/Warner Books, 1994

Deutsche Erstausgabe
Texas Blues
rororo, 1996

Hinweise

Homepage von Joe R. Lansdale

Stuttgarter Zeitung: Thomas Klingenmaier hat Joe R. Lansdale getroffen (25. März 2013)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998 )

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Gott der Klinge” (The God of the Razor, 2007)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Teufelskeiler” (The Boar, 1998)

Meine Besprechung  von Joe R. Lansdales „Akt der Liebe“ (Act of Love, 1981)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Die Wälder am Fluss“ (The Bottoms, 2000)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Kahlschlag” (Sunset and Sawdust, 2004)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Gauklersommer” (Leather Maiden, 2008)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Ein feiner dunkler Riss” (A fine dark Line, 2003)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Dunkle Gewässer“ (Edge of Dark Water, 2012)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Straße der Toten“ (Deadman’s Road, 2010)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Machos und Moneten“ (Captains Outrageous, 2001)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Wilder Winter“ (Savage Season, 1990)

Mein Interview mt Joe R. Lansdale zu „Das Dickicht“ (The Thicket, 2013)

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