Neu im Kino/Filmkritik: „Visions“ – sie sieht schlimme Dinge

Für was es nicht alles Preise gibt. Aber andererseits: warum nicht? „Visions“ war in der Kategorie „Location Team of the Year – Independent Feature Film“ 2014 für den California on Location Awards, kurz Cola, nominiert. Und, ja, die Locations gefallen. „Visions“ spielt in den kalifornischen Weinbergen, die Landschaft ist rural, die Sonnenuntergänge fotogen, die Leute, auch die mexikanischen Arbeiter, schön. Traditionsbewusst sind sie alle. Dient natürlich dem Verkauf des alkoholhaltigen Saftes.

Visions“, eine der aktuellen Blumhouse-Productions-Filme (bei dem Output der Firma kann nicht wirklich von dem neuesten Film gesprochen werden), erzählt die Geschichte des jungen, aus der Großstadt kommenden Ehepaares Eveleigh (Isla Fisher) und David Maddox (Anson Mount), die sich gerade ein Weingut zugelegt haben. Er möchte damit endlich seine Träume verwirklichen. Sie ist schwanger. Die Nachbarn sind nett, auch wenn die schon etwas ältere Weinexpertin während ihres Begrüßungsempfangs wunderlich reagiert.

Alles könnte perfekt sein, wenn Eveleigh, die immer noch an den Nachwirkungen eines schweren Autounfalls leidet, nicht Dinge sehen würde, die außer ihr niemand sieht. Ob es sich dabei um Ereignisse aus der Vergangenheit oder Zukunft handelt, ist unklar. Oder ob es sich nur um ein ausgewachsenes Schwangerschaftstrauma handelt. Ich vermutete jedenfalls lange eine Lösung in Richtung „Rosemaries Baby“.

Regisseur Kevin Greutert („Saw VI“, „Saw 3D“, „Jessabelle – Die Vorhersehung“) wählte dann eine andere Lösung, die in ihrem Bemühen wirklich jede ihrer Visionen und jeden Punkt, der irgendwann im Film verbal oder visuell angesprochen wurde, miteinander zu verbinden so hoffnungslos überladen ist, dass die dann präsentierte Lösung, die wirklich alle Teile miteinander verbindet, absolut unglaubwürdig ist.

Bis dahin ist „Visions“ ein milder Grusler, professionell aufgenommen, ordentlich gespielt (Drehbuch und Schauspieler zahlen sich halt aus) und ohne hysterische Blutbäder, aber letztendlich auch ohne große Überraschungen.

Visions (Visions, USA 2015)

Regie: Kevin Greutert

Drehbuch: L.D. Goffigan, Lucas Sussman

mit Isla Fisher, Anson Mount, Gillian Jacobs, Joanna Cassidy, Eva Longoria, Jim Parsons, Michael Villar, Bryce Johnson, John de Lancie

Länge: 83 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Visions“

Rotten Tomatoes über „Visions“

Wikipedia über „Visions“

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