Neu im Kino/Filmkritik: „Ich bin tot, macht was draus!“ Ihr erfolglosen Rocker.

Das ist eine Ansage: „Ich bin tot, macht was draus!“

Sie kommt allerdings nicht von Jipé, denn der ist ja tot. Nach einem Konzert stürzte der Sänger der seit Ewigkeiten erfolglosen Rockband „Grand Ours“ unglücklich in eine Baugrube, während seine Bandkollegen gerade kenntnisreich die Köstlichkeiten einer Imbissbude ausprobierten.

Danach ist eigentlich das Ende der Band besiegelt. Immerhin ist der Sänger tot. Aber in wenigen Tagen soll ihre erste Tour durch die USA beginnen und die könnte, wie sie in grandioser Realitätsleugnung glauben, ihr großer Durchbruch sein. Außerdem wollte Jipé schon immer in die USA und ein Tod bedeutet nicht unbedingt das Ende. Also wird die Asche von Jipé in einer comedyreifen und wenig geplanten Aktion gestohlen und illegal in die USA gebracht.

Dort beginnt für die dysfunktional-funktionale Band eine wahre Odyssee, die, wie der gesamte Film, nicht der Dramaturgie eines Spielfilms gehorcht. Auch nicht der Dramaturgie eines knackigen Zwei-Minuten-Rocksongs, sondern der des Talking Blues gehorcht, wie Arlo Guthries „Alice’s Restaurant Massacree“ (der als „Alice’s Restaurant“ verfilmt wurde), um nur einen episch vor sich hin mäandernden Song zu nennen. Es ist eine Abfolge mehr oder weniger absurder Begebenheiten, in der unfreiwillig und oft den Umständen geschuldet, die Asche von Jipé über das Land verteilt wird. Schließlich geht es in dem Film auch um Verlust und die Frage, wie man mit dem Tod eines geliebten Menschen umgeht und wie man die Realität akzeptiert, ohne die Realität zu akzeptieren, weil ein echter Rock’n’Roller niemals aufgibt.

Ich bin tot, macht was draus!“ hat auch etwas von einem Helge-Schneider-Witz, der nicht auf eine Schlusspointe angelegt ist.

Wer damit leben kann, wird bei „Ich bin tot, macht was draus!“ seinen Spaß haben.

Ich hatte ihn.

Ich bin tot macht was draus - Plakat

Ich bin tot, macht was draus! (Je suis mort, mais j’ai des amis, Belgien/Frankreich 2015)

Regie: Guillaume Malandrin, Stéphane Malandrin

Drehbuch: Guillaume Malandrin, Stéphane Malandrin

mit Bouli Lanners, Wim Willaert, Lyse Salem, Serge Riaboukine, Eddy Leduc, Jacky Lambert, Marie-Renée André

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

 

Moviepilot über „Ich bin tot, macht was draus!“

Rotten Tomatoes über „Ich bin tot, macht was draus!“

Wikipedia über „Ich bin tot, macht was draus!“ (englisch, französisch, niederländisch)

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