Kommissar Nettelbeck trifft „Stumme Hechte“

Wittkamp - Stumme Hechte - 2

Auf einem Campingplatz am Krossinsee am südöstlichen Ortsrand von Berlin wird ein Mann tot aufgefunden. Während Kommissar Martin Nettelbeck noch rätselt, ob es ein Mord oder, immerhin wurde der Revolver neben dem Toten gefunden, ein Suizid war, wissen wir, dass René Walcha ermordet wurde. Er war mit seinen drei Freunden unterwegs, die ebenfalls hochrangige Polizisten sind. Vor zwanzig Jahren studierten sie gemeinsam an der Polizeiakademie. Jetzt arbeiten sie über ganz Deutschland verstreut und treffen sich immer noch zweimal im Jahr. Dieses Mal war ihr halbjährliches Treffen eine mehrtägige Radtour.

Aufgrund ihrer Position sollen die Ermittlungen schnell abgeschlossen werden und sie müssen fehlerfrei durchgeführt werden. Immerhin will das LKA sich nicht vor den Kollegen blamieren. Da hilft es nicht, dass Nettelbeck schnell einige Geheimnisse und Widersprüche aufdeckt, die ihn weiter im Leben der Kollegen herumschnüffeln lassen.

Nachdem der dritte Nettelbeck-Krimi „Frettchenland“ von Rainer Wittkamp ein waschechter Polit-Thriller mit mehr als einem Touch Ross Thomas war, ist der vierte Nettelbeck-Krimi „Stumme Hechte“ ein eher konventioneller Ermittlerkrimi, der durch das Opfer und seine Verstrickungen (es geht auch um Wirtschaftskriminalität, Korruptionsvorwürfe und Seitensprünge) an Spannung gewinnt. Allerdings sind Nettelbecks Ermittlungen, weil unklar ist, ob es sich um einen Mord oder einen Suizid handelt, lange ein Stochern im Nebel. Dazu kommt, fast schon nach Lehrbuch, etwas Privatleben und ein zweiter Fall, in dem Nettelbecks Tochter Efua Marie von der gerade aus der Haft entlassenen Nadine Lemmnitz entführt wird. Sie will sich an ihm rächen.

Weil Wittkamp die Geschichte wieder einmal auf etwas über zweihundert Seiten erzählt, kommt keine Langeweile auf und für die Berliner gibt es genug Lokalkolorit, um die Handlungsorte zu erkennen, ohne dass der Roman zu einem Reiseführer mit Krimibeilage wird.

Rainer Wittkamp: Stumme Hechte

grafit, 2016

224 Seiten

11 Euro

Hinweise

Homepage von Rainer Wittkamp

Meine Besprechung von Rainer Wittkamps „Schneckenkönig“ (2013)

Meine Besprechung von Rainer Wittkamps „Frettchenland“ (2015)

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