Neu im Kino/Filmkritik: „The Visit – Eine außerirdische Begegnung“ – eine Dokumentation über ein Ereignis, das nicht stattgefunden hat

Wie eine Begegnung mit Außerirdischen abgeht, wissen wir aus dem Kino: sie kommen, sie wollen uns töten und nach einer großen Schlacht gewinnen wir. Das haben wir schon tausendmal gesehen. Ein, zweimal haben wir auch gesehen, dass die Außerirdischen nicht als Invasoren kommen, die uns töten wollen.

Aber was würde wirklich geschehen, wenn ein Ufo landen würde?

Dokumentarfilmer und Künstler Michael Madsen (nicht der Tarantino-Schauspieler, sondern ein 1971 geborener dänischer Konzeptkünstler, der in „Into Eternity: A Film for the Future“ das erste nukleare Endlager und für „Kathedralen der Kultur“ das Halden Gefängnis porträtierte) stellte sich diese Frage und er fragte Menschen, die dann mit dieser Situation umgehen müssten. Jacques Arnould (Theologe, Ethikberater der französischen Raumfahrtagentur CNES), Paul Beaver (Oberst i. R., Militär- und Öffentlichkeitsberater), Dr. Sheryl Bishop (Sozialpsychologin, Professorin, University of Texas Medical Branch at Galveston), Michael Boyce (Ehemaliger Generalstabschef der britischen Armee), Dr. Ernst Fasan (Jurist, Experte für Weltraumrecht und Metarecht), Niklas Hedman (Politik- und Rechtssektion, Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen), Chistopher McKay (Astrobiologe, NASA Ames Research Center), Mazlan Othman (PhD, Astrophysikerin, Direktorin des Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen), John Rummel (Vorsitzender, Cospar Gremium zum planetaren Schutz), Vickie Sheriff (ehemalige Regierungssprecherin des Vereinigten Königreiches), Janos Tisovsky (Direktor Informationsdienst der Vereinten Nationen, UNIS), Doug Vakoch (Leiter Interstellare Nachrichtenerstellung, SETI Institute) und Chris Welch (Weltraum-Ingenieur, Professor, International Space University) antworteten ihm.

Die Namen werden niemandem etwas sagen, aber schon der Blick auf die von ihnen repräsentierten Institutionen ist interessant. Bei einigen möchte man wissen, weshalb sie gegründet wurden und was sie genau machen. In ihren Statements sagen sie alle erhellendes über den Umgang mit intelligentem, außerirdischem Leben.

Madsen kreierte für die Gespräche allerdings eine besondere Situation, die sie zu überraschenden Statements zwang. Die Experten erklären nicht Madsen, was sie tun würden, wenn Außerirdische kämen, sondern sie antworten dem oder den fiktiven außerirdischen Besuchern. Sie versuchen ihm zu erklären, wer wir Menschen sind und welche Hoffnungen und Befürchtungen wir aufgrund dieser Begegnung haben. Denn warum sollten Außerirdische zu uns kommen? Was wollen sie von uns? Sind sie intelligent und zugänglich für rationale Überlegungen?

Durch diese Idee, die Experten in eine konkrete Situation hineinzuversetzen, in denen sie etwas tun müssen, verfolgt man gespannt ihre Antworten. Man gewinnt auch einen Einblick in deren Denken, und wie sie versuchen würden, mit dem Unbekannten umzugehen.

Dazwischen schneidet Madsen durchgehend fein komponierte Bilder von einer militärischen Übung in Österreich, die zeigt, was das Militär während der Gespräche zwischen Mensch und E. T. tun würde, und, oft in Zeitlupe, musikalisch unterlegt, von Menschen, die sich durch Städte bewegen.

Die Außerirdischen und ihre Raumschiffe sehen wir nie und ihre letzte Tat ist vielleicht das Schlimmste, was sie uns in der Realität antun könnten.

the-visit-plakat

The Visit – Eine außerirdische Begegnung (The Visit, Dänemark/Irland/Österreich/Finnland/Norwegen 2015)

Regie: Michael Madsen

Drehbuch: Michael Madsen

mit Jacques Arnould, Paul Beaver, Sheryl Bishop, Michael Boyce, Ernst Fasan, Niklas Hedman, Chistopher McKay, Mazlan Othman, John Rummel, Vickie Sheriff, Janos Tisovsky, Doug Vakoch, Chris Welch

Länge: 83 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Visit“

 

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