Neu im Kino/Filmkritik: „31 – A Rob Zombie Film“ – muss ich noch mehr sagen?

Regisseur Rob Zombie ist auch Heavy-Metal-Musiker und Musikvideo-Regisseur und das sieht man in seinem neuesten Spielfilm „31 – A Rob Zombie Film“ in jeder Sekunde.

1976 werden an Halloween fünf abgebrannte Jahrmarkts-Mitarbeiter entführt. In einer Fabrikruine sollen sie als höchst unfreiwillige Mitspieler in dem Spiel 31 um ihr Überleben kämpfen. Gejagt werden sie dabei von durchgeknallt-teuflischen Wesen aus dem Gruselkabinett des Schreckens, deren Namen – Doom-Head, Sick-Head, Schizo-Head, Psycho-Head, Death-Head und Sex-Head – Programm sind. Die dekadenten Spielmacher Father Murder, Sister Serpent und Sister Dragon betrachten dabei das von ihnen orchestrierte Spiel als einen Zeitvertreib, bei dem nicht auf das Überleben der Opfer, sondern auf den Zeitpunkt ihres Ablebens gewettet wird.

Als Spielfilm mit einer stringenten Geschichte und glaubwürdigen Charakteren, für diem irgendetwas empfindet, funktioniert „31“ nicht, weil beides nicht vorhanden ist und Rob Zombie in seinem siebten Kinofilm daran auch überhaupt kein Interesse hat.

Als grelle Nummernrevue, inszeniert im Stil eines Musikvideos für eine trashige Heavy-Metal-Band, funktioniert „31“ dagegen ziemlich gut. Wie bei einem Musikvideo sind die Bilder oft dunkel und es wird viel mit Gegenlicht gearbeitet, weshalb man die zahlreichen blutigen Details mehr erahnt als sieht.

Für seine Bildtableaus hat Rob Zombie, erweitert um einige persönliche Vorlieben, einfach alles genommen, was es an Konvergenzen zwischen dem Fundus des Horrorfilms und dem Heavy-Metal-Bildreservoir gibt und es liebevoll angeordnet. Fast jede Szene funktioniert als Standbild, als Abruf von bereits in das kollektive Gedächtnis eingebrannten Bildern und Bildfolgen, gut. Nur eine Geschichte ergibt sich daraus nicht.

Allerdings dürfte auch kein Rob-Zombie-Fan wegen der Geschichte ins Kino gehen. Alle anderen können getrost auf das Spektakel verzichten.

31-plakat

31 – A Rob Zombie Film (31, USA/Großbritannien 2016)

Regie: Rob Zombie

Drehbuch: Rob Zombie

mit Sheri Moon Zombie, Meg Foster, Lawrence Hilton-Jacobs, Jeff Daniel Phillips, Kevin Jackson, Malcolm McDowell, June Carr, Judy Geeson, Richard Braker

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „31“

Metacritic über „31“

Rotten Tomatoes über „31“

Wikipedia über „31“ (deutsch, englisch)

Rob Zombie stellt den Film in Sundance vor (mit Wackelkamera und Solala-Ton)

Rob Zombie redet bei Alternative Press über „31“ und seine Filmpläne

und das macht Rob Zombie, wenn er keine Filme macht

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