Neu im Kino/Filmkritik: „Before I wake“ sollte ich einschlafen

Cody (Jacob Tremblay) hat Angst vor dem Einschlafen. Dabei hat der achtjährige Waisenknabe es gut erwischt. Nach dem Unfalltod ihres Kindes nehmen Jessie (Kate Bosworth) und Mark (Thomas Jane) Cody bei sich auf und sie bemühen sich wirklich, die Traumeltern zu sein, die sich jedes Kind wünscht.

Codys Einschlafunwille hat aber einen sehr nachvollziehbaren Grund: wenn er schläft, werden seine Träume Realität. Nicht immer eine unbedingt schöne Realität. Vor allem nachdem durch Codys Träume Jessies in der heimischen Badewanne ertrunkener Sohn zurückkehrt – und wir wissen alle, was für Probleme zurückkehrende Tote verursachen. Egal in welcher Form.

Bevor Mike Flanagan den gelungenen Sechziger-Jahre-Horrorfilm „Ouija: Ursprung des Bösen“, der vor einigen Tagen in unseren Kinos anlief, drehte, drehte er „Before I wake“, den er eine „Gute-Nacht-Geschichte für Erwachsene“ nennt. Das Drehbuch schrieb er mit seinem Standard-Schreibpartner Jeff Howard. Mit Kate Bosworth und Thomas Jane konnte er für die Hauptrollen auch zwei bekannte Namen verpflichten. Jacob Tremblay, der das Pflegekind spielt, ist bekannt aus „Raum“, wo er die männliche Hauptrolle spielt. Demnächst spielt er in dem Horrorfilm „Shut in“ neben Naomi Watts – und festigt seinen Ruf als Junge, den man nicht in sein Haus lassen sollte.

In „Before I wake“ geht die Bedrohung für das trauernde Ehepaar nämlich von ihm aus. Obwohl er selbst eine gequälte Seele ist. Die Idee von Träumen, die Realität werden, ist natürlich faszinierend, aber auch etwas idiotisch. Denn ohne Schlaf kann niemand lange leben. Aber jedes Mal, wenn Cody einschläft, werden seine Träume und Alpträume, die mehr oder weniger seine Träume sind, Realität. Und, ja, Träume haben in diesem Fall auch etwas mit Verdrängung zu tun.

Before I wake“ ist ein netter kleiner, nicht besonders spektakulärer oder länger im Gedächtnis bleibender Horrorfilm, der sich nicht auf den bekannten Schockmomenten ausruht. Die sind, weil Flanagan seinen Film auch eher als übernatürliches Drama sieht, rar. Stattdessen versucht er wirklich etwas über die Auswirkungen eines tragischen Unfalls – der Sohn von Jessie und Mark ertrinkt in der Badewanne, während Jessie einen kurzen Moment weg ist – auf eine glückliche, normale Familie zu zeigen. Gleichzeitig, was erst im Finale wirklich wichtig wird, hat Cody seine Eltern verloren. Im dritten Akt gibt es dann den erwartbaren Kampf der Mutter gegen das Monster.

before-i-wake-plakat

Before I wake (Before I wake, USA 2015)

Regie: Mike Flanagan

Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard

mit Kate Bosworth, Thomas Jane, Jacob Tremblay, Annabeth Gish

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Facebook-Seite  zum Film

Moviepilot über „Before I wake“

Metacritic über „Before I wake“

Rotten Tomatoes über „Before I wake“

Wikipedia über „Before I wake“

Meine Besprechung von Mike Flanagans „Ouija: Ursprung des Bösen“ (Ouija: Origin of Evil, USA 2016)

Ein „Collider“-Gespräch mit Mike Flanagan und seiner Frau und Partnerin Kate Siegel über „Ouija: Ursprung des Bösen“, „Before I wake“ und, vor allem, „Hush“

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