Die „Paper Girls“, ein Raumschiff im Keller und ganz viele Aliens in der Vorstadt

Halloween, 1988: In einer typischen US-amerikanische Vorstadt trägt eine Gruppe Mädchen mitten in der Nacht Zeitungen aus. Sie haben Ärger mit den Jungs, von denen einer sich als Freddy Krueger verkleidet hat, und der Polizei. Alles wie immer. Bis sie im Keller eines verlassenen Hauses ein UFO entdecken (das aus einem Fünfziger-Jahre-Science-Fiction-Film stammen könnte), Außerirdischen begegnen, eine Puderdose mit einem Apfel-Symbol finden, fliegende Dinosaurier auftauchen und plötzlich alle Bewohner des Ortes verschwunden sind.

So beginnt Brian K. Vaughans neue Comicserie „Paper Girls“, die den prestigeträchtigen Eisner-Award als „Beste neue Serie“ erhielt. Zeichner Cliff Chiang erhielt einen Eisner-Award als „Bester Zeichner“.

Nach diesem furiosen Beginn geht es in dem ersten „Paper Girls“-Sammelband ähnlich flott weiter, ohne dass klar ist, wohin die Reise gehen soll. Jedenfalls gibt es verschiedene außerirdische und/oder aus einer anderen Zeit kommende Invasoren, die den Menschen gegenüber mehr oder weniger feindsinnig gesonnen sind und, in einer mehr oder weniger fernen Dimension, einen in einem 08/15-Apartment lebenden Mann, der wie Gott aussieht und eine große Kollektion unterschiedlicher T-Shirts hat. Beginnend mit einem „Public Enemy“-T-Shirt. Geschmack hat der Opa also.

Das T-Shirt ist nur eine der vielen Anspielungen, die Vaughan und Chiang in ihrer Geschichte mehr oder weniger offensichtlich versteckt haben. Dabei beziehen sich die meisten Anspielungen, immerhin spielt die Geschichte 1988 unter Teenagern, auf Filme und Stars der Achtziger. Ob heutige Jugendliche, die ja zu einem großen Teil das Zielpublikum von „Paper Girls“ sind, sie verstehen, bezweifle ich.

Davon abgesehen – und die Anspielungen sind nur die richtige Dosis Salz in der Suppe – erzählen Vaughan und Chiang eine Alien-Invasions-Geschichte mit einem neuen Dreh, der neugierig auf die weiteren Abenteuer der Paper Girls macht.

Brian K. Vaughan (Autor)/Cliff Chiang (Zeichnungen): Paper Girls 1

(übersetzt von Sarah Weissbeck)

Cross Cult, 2017

144 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Paper Girls # 1 – 5

Image, 2016/2017

Band 2 erscheint am 12. Juli.

Hinweise

Homepage von Cliff Chiang

Wikipedia über „Paper Girls“, Brian K. Vaughan (deutsch, englisch) und Cliff Chiang

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Goran Sudžuka/Cliff Chiangs „Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)“ (Wonder Woman # 30 – 35, 2014)

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