„Star Wars – Der Auslöser“ – James Luceno erzählt die Vorgeschichte von „Rogue One“

Wir erinnern uns: der letzte „Star Wars“-Film „Rogue One“ erzählt, wie die Rebellen an die Pläne für den Todesstern kommen, der in dem ersten „Star Wars“-Film „Krieg der Sterne“ (so hieß er, als er 1978 in die deutschen Kinos kam) zerstört wird.

Rogue One“ beginnt auf dem Planeten Lah’mu. Dort leben der geniale Wissenschaftler Galen Erso, seine Frau Lyra und seine Tochter Jyn. Er wird von seinem alten Freund Orson Krennic, einem Offizier des Imperiums, und seinen Sturmtrupplern besucht und gefangen genommen. Nur Jyn kann entkommen und viele Jahre später, als junge Frau, zieht sie, auf der Suche nach ihrem Vater, in den Kampf gegen das Imperium. Das ist die Geschichte des Films.

In seinem Roman „Der Auslöser“ erzählt James Luceno, der bereits etliche „Star Wars“-Romane schrieb, die Vorgeschichte zu den Ereignissen auf Lah’mu.

Der Roman beginnt wenige Monate vor Jyns Geburt. Galen und Lyra Erso forschen auf einem abgelegenem Planeten für die Zerpen-Industriewerke, wie aus Kyber-Kristallen Energie gewonnen werden kann. Das sind lebendige Kristalle, die auch die Energiequelle für die Lichtschwerter der Jedi sind.

Die Ersos werden von Separatisten (den späteren Rebellen), die von seinem Wissen profitieren wollen, gefangen genommen. Krennic befreit ihn. Er ist ein alter Studienkamerad von Galen Erso und er tut das nicht aus altruistischen Motiven. Er möchte Galen Erso überzeugen, für die Republik (dem Vorläufer des Imperiums) zu arbeiten und die ultimative Waffe einsatzfähig zu machen: den Todesstern, der mit Kyber-Kristallen funktioniert.

Weil Erso ein überzeugter Pazifist ist und nur für friedliche Zwecke forschen will, muss Krennic ihn mit Argumenten überzeugen. Letztendlich muss er eine Situation schaffen, die dazu führt, dass Erso freiwillig für die Republik arbeitet.

Denn Krennic weiß, dass er auf die schnelle und harte Tour bei Erso nichts erreichen wird. Also nimmt er sich Zeit. Er macht Angebote, lässt sich Vorschläge des Wissenschaftlers ein und verändert auch Teile seines Plans, solange er so sein Ziel erreichen kann.

Luceno erzählt diese sich über Jahre hinziehende Verführung sehr episodenhaft und mit vielen Subplots. Diese sind zwar alle irgendwann mehr oder weniger wichtig für Ersos Entscheidungen und ständig passiert im Haupt- oder einem Subplot etwas, das manchmal auch, wie in einer Chronik, zusammengefasst wird. Dann erleben wir nicht den Kampf um eine Planeten, sondern lesen nur die kurze Zusammenfassung des Kampfes oder verfolgen ein Gespräch von Schmugglern, die über die veränderten Rahmenbedingungen für ihr Gewerbe reden. Das führt dazu, dass „Der Auslöser“ nie Pageturner-Qualitäten entwickelt, sondern vor sich hin plätschert, während Jyn noch ein Jahr älter wird und Galen Erso etwas weiter forscht.

Der Roman selbst liefert für die Kenner des Films etliche zusätzliche Informationen über Orson Krennic, Galen Erso, seine Frau und die Welt, in der sie Leben. Ihre Tochter ist als Baby und Kleinkind nur das intelligente, schweigsam in der Ecke sitzende Kind. Das sind Informationen, die man für das Verständnis der Filmgeschichte in keinster Weise benötigt. Aber das dürfte Star-Wars-Fans und Komplettisten, die wirklich jede Brotkrume an Information über diese Welt haben wollen, nicht stören. Für sie hat Luceno seinen Roman geschrieben.

Als Einzelwerk ist „Der Auslöser“ aus der Nicht-Star-Wars-Fanperspektive ein Roman, den man nicht lesen muss. Es passiert zwar einiges, man bleibt mild interessiert dabei, aber es wird nie wirklich spannend. Dafür bleibt die Geschichte dann doch zu episodisch und zu vieles passiert aus heiterem Weltall.

James Luceno: Star Wars – Der Auslöser: Ein Rogue One Roman

(übersetzt von Andreas Kasprzak)

Blanvalet, 2017

448 Seiten

13 Euro

Originalausgabe

Star Wars: Catalyst: A Rogue One Novel

Del Rey, 2016

Hinweise

Wikipedia über James Luceno (deutsch, englisch)

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