„Alien: Covenant“ – Der Roman zum Film von Alan Dean Foster

Für den neuen Alien-Film „Alien: Covenant“ durfte Alan Dean Foster wieder den Roman zum Film schreiben und das ist eine gute Nachricht. Der Science-Fiction-Autor schrieb in den vergangenen Jahrzehnten, neben seinen vielen eigenen Romanen, zahlreiche Filmromane, unter anderem für den ersten „Krieg der Sterne“-Film (als George Lucas), „Dark Star“ und zu den ersten drei Alien-Filmen. Er zählt zu den besten Filmroman-Autoren, weil er nicht nur die Filmgeschichte packend nacherzählt, sondern sie auch an den richtigen Punkten vertieft. Und das gilt auch für „Alien: Covenant“.

Die Geschichte dürfte inzwischen ja bekannt sein: Zehn Jahre nach den Ereignissen von „Prometheus“ fliegt das Raumschiff Covenant durch das All. Es ist ein Siedlungsschiff, das den Planeten Origae-6 besiedeln soll. Auf dem Weg dorthin, nach einem kleineren Unfall, der Reparaturarbeiten nötig machte, empfängt die Covenant Signale von einem erdähnlichen Planeten, der in der Nähe ihrer jetzigen Position ist. Die Besatzung entschließt sich, sich den Planeten anzusehen – und trifft auf Aliens und David, den überlebenden Android der Prometheus, der ein Vorläufermodell des Covenant-Androiden Walter ist.

Während im Film die Figuren immer etwas unglaubwürdig im luftleeren Raum schweben, sind sie im Roman dreidimensionale Charaktere mit einer Vergangenheit und glaubwürdigen Beziehungen zueinander. Dabei baut Foster ihre Biographie nicht aus, sondern er erzählt, welche Aufgabe sie im Raumschiff und bei der Besiedlung von Origae-6 haben und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Vor allem wer mit wem verheiratet ist. Auch ihr Verhalten erscheint im Roman weniger idiotisch als im Film.

Und die Geschichte, die sich im Film doch etwas langsam und für das „Alien“-geschulte Publikum vorhersehbar entwickelte (immerhin wissen wir ab der Titelsequenz, dass irgendwann die mörderischen Aliens auftauchen), entwickelt sich der Roman schnell zu einem Pageturner. Dabei ist es egal, ob man den Film kennt oder nicht kennt. Man will unbedingt wissen, was als nächstes passiert mit den Raumfahrern und den beiden Androiden.

Und hier ein schöner Dialog aus dem Roman:

Ricks sah zu ihm herüber: „Was soll das eigentlich überhaupt sein, West Virginia?“

Altertümliche Stammes-Demarkation“, erklärte Walter, ohne von seiner Station aufzusehen. „Davon gab es sehr viele, damals, als man so etwas noch als relevant betrachtete. Die Welt war voller kleiner politischer Instanzen, die alle an gegensätzlichen Interessen arbeiteten anstatt am Gemeinwohl ihrer Art oder des Planeten.“

Ricks dachte darüber nach. „Wie haben die Menschen da jemals etwas zuwege gebracht?“

Das haben sie nicht“, antwortete Walter tonlos.

(Alan Dean Foster: Alien: Covenant, Seite 109)

Alan Dean Foster: Alien: Covenant

(übersetzt von Peter Mehler)

Luzifer Verlag, 2017

396 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Alien: Covenant

Titan Publishing Group Ltd., 2017

Die Vorlage

Alien: Covenant (Alien: Covenant, USA 2017)

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: John Logan, Dante Harper (nach einer Geschichte von Jack Paglen und Michael Green) (nach Charakteren von Dan O’Bannon und Ronald Shusett)

mit Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bechir, Carmen Ejogo, Nathaniel Dean, Benjamin Rigby, Callie Hernandez, James Franco, Guy Pearce

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Alien: Covenant“

Metacritic über „Alien: Covenant“

Rotten Tomatoes über „Alien: Covenant“

Wikipedia über „Alien: Covenant“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Der Marsianer – Rettet Mark Watney” (The Martian, USA 2015)

Meine Besprechung von Ridley Scotts „Alien: Covenant“ (Alien: Covenant, USA 2017)

Ridley Scott in der Kriminalakte

Homepage von Alan Dean Foster

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator Salvation: The Official Movie Novelisation, 2009)

Interview mit Alan Dean Foster über seinen Filmroman „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Roman zum Film (Star Wars: The Force awakens, 2015)

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