DVD-Kritik: „Hands of Stone – Fäuste aus Stein“ hat der Boxer Roberto Durán in dem Biopic

Seine Premiere hatte „Hands of Stone – Fäuste aus Stein“ 2016 beim Cannes- Filmfestival. Nach dem Film mit Edgar Ramirez als Boxer und Robert De Niro als seinem Trainer gab es eine fünfzehnminütige Standing Ovation, was weniger an der Qualität des Films und mehr an den Festivalgepflogenheiten liegt. 2016 lief der von Jonathan Jakubowicz geschriebene und inszenierte Film auch schon in den USA. Die deutsche Veröffentlichung gibt es erst jetzt. Auf DVD und Blu-ray.

In seinem zweiten Spielfilm (nach dem 2005er „Secuestro Express“) erzählt Jakubowicz die wahre Geschichte von Roberto Durán, seiner Beziehung zu seinem Trainer Ray Arcel, den er 1972 kennen lernte, zu seinem Gegner Sugar Ray Leonard (Usher Raymond IV) und einige seiner wichtigen Kämpfe. Der Boxerfilm zeigt seinen Kampf gegen Ken Buchanan am 26. Juni 1972 im Madison Square Garden (New York), seine beiden Kämpfe gegen Sugar Ray Leonard am 20. Juni 1980 im Olympiastadion Montreal und am 25. November 1980 im Louisiana Superdome (New Orleans) und seinen Kampf gegen Davey Moore am 16. Juni 1983 im Madison Square Garden. Durán gewann drei der vier Weltmeisterkämpfe.

Duráns Profikarriere dauerte von 1968 bis 2001. In 103 von 119 Kämpfen siegte er. Er gewann fünf Weltmeistertitel in vier Gewichtsklassen. 2007 wurde er in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Und, so erfahren wir im Bonusmaterial, für Panama ist der 1951 in Panama-Stadt geborene Boxer ein Nationalheiligtum.

Das ist viel Stoff. Vor allem, weil Jakubowicz es nicht bei Duráns Biographie belässt. Er erzählt auch über seinen Trainer Arcel, den Einfluss der Mafia auf Arcels Leben und das Boxgeschäft und den Wandlungen des Boxgeschäfts zwischen den fünfziger und achtziger Jahren. Also von den Hinterhöfen in das Hauptprogramm des Fernsehen. Zwischen all diesen Erzählsträngen verheddert Jakubowicz sich. Einige Erzählstränge lässt er einfach fallen. Andere tragen nichts zum Hauptplot bei. Manchmal trifft beides zu. Und man kann trefflich darüber streiten, was jetzt der Hauptplot des Films, also der zentrale Konflikt und die zentrale Beziehung, ist.

So wirkt „Hands of Stone“ wie ein Best-of des Boxerfilms, der, obwohl er in den siebziger und frühen achtziger Jahren spielt, erstaunlich wenig Zeitkolorit hat.

Die Boxkämpfe, der natürliche Höhepunkt jedes Boxfilms, schneidet Jakubowicz so hektisch und auch zwischen verschiedenen Handlungsorten, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Da war Antoine Fuqua mit seinem fast zeitgleich entstandenem „Southpaw“ weiter.

Am Ende ist „Hands of Stone“ nur ein durchschnittliches, arg zerfasertes Boxer-Biopic, das vieles anspricht, aber nie erklärt, warum wir uns für Roberto Durán interessieren sollten und was seine besonderen Leistungen waren. Abgesehen von den gewonnenen fünf Weltmeistertitel in vier Gewichtsklassen.

Als Bonusmaterial gibt es acht geschnittene Szenen und „Interviews“. Dahinter verbirgt sich ein dreiundzwanzigminütiges sehr informatives Making of, in dem vor allem auf die Bedeutung von Roberto Durán für seine Heimat Panama, seine Beziehung zu Sugar Ray Leonard und das Boxtraining der beiden Hauptdarsteller eingegangen wird.

Hands of Stone – Fäuste aus Stein (Hands of Stone, USA 2016)

Regie: Jonathan Jakubowicz

Drehbuch: Jonathan Jakubowicz

mit Édgar Ramírez, Robert De Niro, Usher Raymond IV, Oscar Jaenada, Jurnee Smollett-Bell, Ellen Barkin, Rubén Blades, Pedro Pérez, Ana de Armas, John Turturro

DVD

Ascot Elite

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, teilw. Zwangsuntertitelung in Englisch (das wurde großzügig ins Deutsche synchronisiert)

Bonusmaterial: Interviews, Deleted Scenes, Deutscher Trailer, Wendecover

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Hands of Stone“

Metacritic über „Hands of Stone“

Rotten Tomatoes über „Hands of Stone“

Wikipedia über „Hands of Stone“

History vs. Hollywood über „Hands of Stone“

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