Neu im Kino: „Krystal“ – nicht (?) die Frau fürs Leben

Taylor Ogburn wächst überbehütet auf. Allerdings haben in seinem Fall die Eltern einen Grund für ihre Sorge: Taylor hat einen Herzfehler. Jede Aufregung könnte seinen Tod bedeuteten.

Dummerweise ist Taylor 18 Jahre und da steht auch in Georgia die erste große Liebe auf dem Fahrplan des Lebens. Taylor sucht sich dafür nicht eine Schulkameradin aus (was für seine Eltern schon schlimm genug wäre), sondern Krystal, eine zwanzig Jahre ältere Drogensüchtige, Alkoholikerin (immerhin AA geläutert), Ex-Prostituierte und Mutter eines querschnittgelähmten Jungen. Oh, und Krystals Ex-Freund ist ein gewalttätiger Gangster, der seine Besitzansprüche kompromisslos durchsetzt. Dass Krystal eine Afroamerikanerin ist, geht im Berg der anderen Probleme unter.

Kurz gesagt: In diesem Fall wären Taylors durchaus liberale ud gut situierten Eltern wohl erfreut, wenn er sich eine andere Maude ausgesucht hätte.

Krystal“ ist der dritte Kinofilm von Schauspieler William H. Macy. Er spielt auch die eher kleine Rolle von Taylors Vater. Neben den beiden Hauptdarstellern – „Love, Simon“-Hauptdarsteller Nick Robinson als Taylor und Rosario Dawson als Krystal – ist auch die weitere Besetzung für einen kleinen Indie-Film beachtlich. Felicity Huffman spielt Taylors Mutter, „Flash“ Grant Gustin Taylors Bruder, Rapper Jacob Latimore Krystals Sohn, Rapper Tim ‚T. I.‘ Harris Krystals Ex, Ex-NBA-Basketballspieler Rick Fox einen Taylor beeindruckenden AA-Redner mit Outlaw-Attitüde, Kathy Bates eine mütterliche Galeriebetreiberin, William Fichtner einen drogenkonsumfreudigen Arzt in der oft frequentierten Notaufnahme der örtlichen Klinik und Satan ist auch dabei.

Der Film selbst schwankt zwischen allen möglichen Tonalitäten, Stilen und Genres. Bei vielen Kritikern kam das nicht gut an. Mir gefiel dieser stilistische Mash-Up, der sich überhaupt nicht bemüht, daraus irgendeine Fusion herzustellen. Das steht alles bunt nebeneinander und entwirft so auch ein Bild von Taylors Gefühlschaos.

Macys Film hat definitiv einen freigeistigen „Harold und Maude“-Vibe. Ob seine Coming-of-Age-Komödie jemals so populär wie Hal Ashbys Komödie wird, wird die Zukunft zeigen. Bis dahin ist es eine vergnügliche Offbeat-Komödie, in der alle ihren Spaß haben und sich, mehr oder weniger laut, mehr oder weniger engagiert, Konventionen ignorieren, sich gegen sie wehren und dabei glücklich sind.

Krystal (Krystal, USA 2017)

Regie: William H. Macy

Drehbuch: Will Aldis

mit Nick Robinson, Rosario Dawson, Jacob Latimore, Grant Gustin, Tim ‚ T. I.‘ Harris, Rick Fox, William H. Macy, Felicity Huffman, Kathy Bates, William Fichtner

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Krystal“

Metacritic über „Krystal“

Rotten Tomatoes über „Krystal“

Wikipedia über „Krystal

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: