TV-Tipp für den 14. November: Die rote Schildkröte

November 14, 2018

Arte, 22.40

Die rote Schildkröte (La tortue rouge, Frankreich/Japan 2016)

Regie: Michael Dudok de Wit

Drehbuch: Michael Dudok de Wit (auch Adaption), Pascale Ferran (Adaption) (nach einer Geschichte von Michael Dudok de Wit)

Ein Schiffbrüchiger entdeckt auf einer Insel eine rote Schildkröte, die eine schöne Überraschung verbirgt.

Die rote Schildkröte“ ist ein wunderschöner poetischer Film über das Leben, der einem, wie ein Gedicht, eine Interpretation aufzwingt, aber zum Nachdenken anregt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Trickfilms für Erwachsene.

Wiederholung: Freitag, 23. November, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Moviepilot über „Die rote Schildkröte“

Metacritic über „Die rote Schildkröte“

Rotten Tomatoes über „Die rote Schildkröte“

Wikipedia über „Die rote Schildkröte“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Dudok de Wits „Die rote Schildkröte“ (La tortue rouge, Frankreich/Japan 2016)

 

 

 

 

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November 14, 2018


Neu im Kino/Filmkritik: „Leto“ – Rockmusik vor der Perestroika

November 14, 2018

Wenige Tage nach dem Kinostart des Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ läuft in unseren Kinos mit „Leto“ (russisch für „Sommer“) der sehenswerte Gegenentwurf an. In SW statt in Farbe. Im kommunistischen Osten statt im kapitalistischen Westen spielend. Aber hüben wie drüben beeinflussten Rockmusiker die Jugend und gaben ihnen eine Stimme. Im Westen in Stadien. Im Osten, wie der Anfang von „Leto“ zeigt, in deutlich kleineren Locations.

In den frühen Achtzigern und damit vor der Perestroika schleicht sich in Leningrad eine Gruppe Mädchen durch ein Klofenster in das Konzerthaus und in den bestuhlten Saal, wo das Publikum sehr gesittet und sitzend der Darbietung der Musiker lauscht. Im ganzen Saal wachen Beamte des totalitären Regimes über den ordnungsgemäßen Ablauf. Schon die schüchternsten Versuche der Jugendlichen aus der konzertanten Darbietung ein richtiges Rockmusik zu machen, werden von der Staatsmacht gnadenlos unterbunden.

Der Mann auf der Bühne, der Bluesrocker Mike Naumenko, war damals ein Star. Er war von Bob Dylan, Lou Reed, den Rolling Stones, Jefferson Airplane, den Doors und T. Rex beeinflusst, übersetzte einige ihrer Songs und schrieb eigene Songs.

Kurz darauf lernt er den jüngeren Viktor Zoi kennen, der ihm während einer Party am Strand auf der Gitarre einen seiner Songs vorspielt. Naumenko gefällt der Song. Er beginnt Zoi zu fördern und es entwickelt sich auch eine Dreiecksbeziehung zwischen ihm, seiner Frau Natascha und Zoi. So in Richtung der glücklichen Tage von „Jules & Jim“.

Diese kaum ausformulierte Dreiecksgeschichte ist das höchstens rudimentär vorhandene dramaturgische Gerüst für ein impressionistisch hingetupftes Gemälde der damaligen Zeit und der Stimmung der Jugend. Kirill Serebrennikow erzählt in seinem sich nostalgisch an die eigene Jugend erinnerndem SW-Film von dem Drang der Jugend nach Freiheit und nach einem selbstbestimmten Leben.

In einigen Szenen wechselt er zu einer Videoclip-Ästhetik. Zu Hits wie „Psycho Killer“ (Talking Heads), „The Pasenger“ (Iggy Pop) und „Perfect Day“ (Lou Reed) erfüllen sie sich für zwei Minuten ihre Träume. Und nach dem letzten Ton erklärt ein ab und an auftauchender Erzähler, dass nichts von diesen Ereignissen jemals passiert sei.

Leto“ ist ein gut gemachter Einblick in eine fremde Welt. Denn die beiden jung verstorbenen Protagonisten Mike Naumenko und Viktor Zoi und ihre Bands sind im Westen unbekannt. Man verbindet nichts mit ihnen. Ganz im Gegensatz zu, um nur die im Film genannten, auch im Osten einflussreichen West-Musiker zu nennen, Bob Dylan, den Doors, Lou Reed, T. Rex, David Bowie und den Talking Heads. Sie waren zu ihrer besten Zeit die Stimme der Jugend. Und wer damals jung war, verbindet mit ihren Songs prägende Erlebnisse und Emotionen.

Der 1969 geborene Film-, Theater- und Opernregisseur Kirill Serebrennikow, und das zeigt, wie nah das heutige Russland wieder an der Zeit vor der Perestroika ist, wurde am 23. August 2017, kurz vor dem Ende der Dreharbeiten, festgenommen. Die Begründung für die Festnahme und den sich daran anschließenden Hausarrest waren ein offensichtlich politischer motivierter Vorwurf, er habe Geld unterschlagen. Die letzten Drehtage und den Schnitt von „Leto“ erledigte Serebrennikow aus seiner Wohnung. Die Premiere in Cannes erfolgte ohne ihn. Theaterprojekte, die er seitdem inszeniert, inszeniert er ebenfalls aus seiner Wohnung. Zu seinem Werk darf er sich seitdem nicht mehr öffentlich äußern.

Leto (Leto, Russland/Frankreich 2018)

Regie: Kirill Serebrennikow

Drehbuch: Mikhail Idov, Lily Idova, Kirill Serebrennikow

mit Roma Zver, Irina Starshenbaum, Teo Yoo

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Leto“

Metacritic über „Leto“

Rotten Tomatoes über „Leto“

Wikipedia über „Leto“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Die wahre Geschichte vom „Aufbruch zum Mond“

November 13, 2018

Als die Amerikaner und die Sowjets mit dem Wettlauf um die Vorherrschaft im Weltraum beginnen, liegen in Europa immer noch die Trümmer des Zweiten Weltkrieg herum, Der erste Satellit im All, das erste Tier im All, der erste Astronaut im All – immer hat die Sowjetunion die Nase vorne. Das muss sich ändern.

Am 25. Mai 1961 erklärt US-Präsident John F. Kennedy daher, dass die USA bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann zum Mond schicken werde. Die NASA ist mit dem Gemini-Programm und dem darauf folgendem Apollo-Programm für das Gelingen dieser Vision verantwortlich. Die Fortschritte in den Programmen werden von einem großen Presserummel begleitet. Die Vision einer Eroberung des Weltraums löst eine gigantische Weltraum-Euphorie aus und es gibt einen neuen Traumberuf.

1962 werden die ersten Astronauten der Öffentlichkeit vorgestellt. Neil Armstrong, ein introvertierter Grübler, gehört zu ihnen. Sieben Jahre später, am 21. Juli 1969 (in den USA war es noch der 20. Juli) betritt er als erster Mensch den Mond.

In seinem Biopic „Aufbruch zum Mond“ verfolgt Regisseur Damien Chazelle („Whiplash“, „La La Land“) den Weg von Neil Armstrong von 1961 als Testpilot bis zu seinen legendären Schritten auf dem Mond. Diese Schritte auf dem Mond wurden im großen IMAX-Format gefilmt und sie fallen in dem nostalgischen Biopic durch den abrupten Formatwechsel auf. Jedenfalls im IMAX-Kino.

Der restliche Film ist ein im Dokumentarfilm-Stil inszeniertes, sich in engen Wohn- und Büroräumen abspielendes Drama, das ohne große Erklärungen wichtige Szenen in Armstrongs Leben aneinanderreiht. Damit ähnelt das Biopic am ehesten einem beobachtenden Dokumentarfilm, der konsequent auf einen Sprecherkommentar und Dramatisierungen verzichtet. D. h. alles das, was wir nicht aus den Szenen erfahren, erfahren wir nicht.

Das gilt auch für die Namen von Armstrongs Mit-Astronauten. Sie werden nicht oder erst spät im Film genannt. Und ohne den Namen hat man auch keine Ahnung, ob diese Person wichtig oder unwichtig ist. Dazu kommt der dokumentarisch-beobachtende Blick, der es unmöglich macht, zu ahnen, wer von den Männern des Gemini-Projekts – Neil Armstrong (Ryan Gosling), Ed White (Jason Clarke), Jim Lovell (Pablo Schreiber), Gus Grissom (Shea Whigham), Pete Conrad (Ethan Embry), Elliot See (Patrick Fugit), David Scott (Christopher Abbott), Buzz Aldrin (Corey Stoll) und Richard F. Gordon (Skyler Bible) – später zum Apollo-Projekt gehören wird und wer dann mit Neil Armstrong in der Apollo 11 erfolgreich zum Mond und zurück fliegen wird. Buzz Aldrin und Michael Collins (Lukas Haas) waren es. Entsprechend distanziert beobachtet man Armstrongs Mitastronauten, die alle vor allem ruhige Tüftler sind, bei ihrem Training und der Suche nach lebensbedrohlichen Fehlern.

Fast genauso wichtig wie Armstrongs Beruf ist in dem Film seine Beziehung zu seiner Frau Janet Armstrong (Claire Foy) und seine Trauer über den Tod seiner zweijährigen Tochter am Filmanfang. Diese findet erst am Filmende eine dramaturgisch nicht vorbereitete und eher misslungene Auflösung, die auch erklären soll, warum Armstrong unbedingt zum Mond fliegen wollte.

Chazelle konzentriert sich in „Aufbruch zum Mond“ so sehr auf Armstrong, dass schon seine Arbeitskollegen zu austauschbaren Nebenfiguren werden. Die restliche Welt mit all ihren revolutionären Umbrüchen und Studentenunruhen kommt bei ihnen nicht vor.

Aufbruch zum Mond (First Man, USA 2018)

Regie: Damien Chazelle

Regie: Josh Singer

L. V. James R. Hansen: First Man: The Life of Neil A. Armstrong, 2005 (Aufbruch zum Mond: Neil Armstrong – Die autorisierte Biographie; Aufbruch zum Mond)

mit Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Christopher Abbott, Kyle Chandler, Corey Stoll, Connor Blodgett, Brian D’Arcy James, Pablo Schreiber, Luke Winters, Ciarán Hinds, Patrick Fugit, Olivia Hamilton, Lukas Haas, Shea Whigham, Willie Repoley, Ethan Embry, Ben Owen

Länge: 142 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Aufbruch zum Mond“

Metacritic über „Aufbruch zum Mond“

Rotten Tomatoes über „Aufbruch zum Mond“

Wikipedia über „Aufbruch zum Mond“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood überprüft den Faktengehalt

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Whiplash“ (Whiplash, USA 2014)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „La La Land“ (La La Land, USA 2016)


TV-Tipp für den 13. November: Hellboy

November 13, 2018

Nitro, 20.15

Hellboy (Hellboy, USA 2004)

Regie: Guillermo del Toro

Drehbuch: Guillermo del Toro (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro und Peter Briggs)

LV: Mike Mignola: Hellboy

Hellboy, ein zum Guten erzogener Dämon, verkloppt im Auftrag einer geheimen FBI-Einheit Dämonen. Jetzt kämpft er gegen den untoten Mönch Rasputin und den SS-Mann Kroenen, die ihr vor sechzig Jahren unterbrochenes Werk vollenden wollen.

„Hellboy“ ist eine der wenigen gelungenen Comicverfilmungen der Prä-Marvel-Cinematic-Universe-Ära. Kein Wunder. Schließlich hat hier ein Fan einen Film für andere Fans (alle mit einem kindischen Gemüt) gemacht.

Mit Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans, Karel Roden, Jeffrey Tambor

Hinweise:

Homepage von Mike Mignola

Rotten Tomatoes über „Hellboy“

Wikipedia über „Hellboy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Tödliches Terrain (Band 7)“ (BPRD: Killing Ground, 2008)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Die Warnung (Band 8)“ (BPRD: The Warning, 2009/2010)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „Pacific Rim“ (Pacific Rim, USA 2013)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „Crimson Peak“ (Crimson Peak, USA 2015)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „The Shape of Water – Das Flüstern des Waters“ (The Shape of Water, USA 2017)


R. i. P. Stan Lee

November 12, 2018

R. i. P. Stan Lee (geb. 28. Dezember 1922 als Stanley Martin Lieber in New York – gest. 12. November 2018 in Los Angeles, Kalifornien)

Er spielte in mehr Blockbuster mit als jeder andere Schauspieler (behaupte ich mal bis zum Beweis des Gegenteils) und er schuf, mit einigen talentierten Zeichnern und Autoren, Marvel Comics mit unzähligen oft schon seit Jahrzehnten bekannten und beliebten Superhelden.


TV-Tipp für den 12. November: Toni Erdmann

November 12, 2018

Arte, 20.15

Toni Erdmann (Deutschland/Österreich/Rumänien 2016)

Regie: Maren Ade

Drehbuch: Maren Ade

Winfried, ein Alt-68er, will die sich auf dem Tiefpunkt befindende Beziehung zu seiner Tochter verbessern. Diese berät in Bukarest eine Firma bei geplanten Massenentlassungen. Er besucht sie und, als sie die väterliche Nervensäge loswerden will, wird er zu Toni Erdmann, der schlechten Parodie eines Unternehmensberaters.

Feelbad-Movie mit unzähligen Fremdschäm-Momenten, das zu einem Kassenhit wurde. „Toni Erdmann“ ist kein Film, den man unbedingt zweimal sehen will, aber unbedingt einmal sehen sollte.

Über ein Hollywood-Remake wird immer noch gesprochen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Witterborn, Thomas Loibl, Trystan Pütter, Hadewych Minis, Lucy Russell

Wiederholung: Mittwoch, 21. November, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Toni Erdmann“

Moviepilot über „Toni Erdmann“

Rotten Tomatoes über „Toni Erdmann“

Wikipedia über „Toni Erdmann“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Maren Ades „Toni Erdmann“ (Deutschland/Österreich/Rumänien 2016)


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