Neu im Kino/Filmkritik: Ziemlich „Kalte Füße“

Weil Denis (Emilio Sakraya) bei Adam (Aleksandar Jovanovic) seine Schulden nicht bezahlen kann, macht dieser ihm eines dieser Angebote, das er nicht ablehnen kann. Denis soll die einsam gelegene Villa von Raimund Groenert (Heiner Lauterbach) ausräumen. Der Hausherr ist nicht da und auch sonst sei niemand in der Villa. Denis muss also nur einbrechen, die Wertsachen einsammeln und verschwinden.

Was kann da schon schiefgehen?

Außer dass der nach einem Schlaganfall fast vollständig gelähmte Hausherr einen Tag früher aus dem Krankenhaus entlassen wird und schon grummelnd auf dem Boden liegt und dass Groenerts Enkelin Charlotte (Sonja Gerhardt) von ihrer überaus beschäftigten Mutter verpflichtet wurde, die Nacht auf ihren Großvater, den sie seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, aufzupassen. Am nächsten Tag soll dann ein Krankenpfleger kommen. Oh, sie ist auch eine angehende Polizistin.

Damit ist in Groenerts Villa das Personal für eine ordentliche Portion Chaos und Verwechslung versammelt.

Denn selbstverständlich hält Charlotte Denis für den Pfleger von Groenert. Und weil Denis seine Anwesenheit in dem Haus nicht anders erklären kann, bestätigt er ihre Vermutung. Notgedrungen muss er den miesepetrigen Hausherrn pflegen, ohne wirklich eine Ahnung von der Krankenpflege zu haben. Entsprechend unorthodox und auch respektlos ist sein Umgang mit Groenert, der sich nach dem Schlaganfall nur noch mit Lauten, Augen- und wenigen Armbewegungen äußern kann.

Diese Prämisse von Wolfgang Groos‘ Komödie „Kalte Füße“ erinnert unübersehbar an den französischen Komödienerfolg „Ziemlich beste Freunde“. Neil Burgers US-Remake „Mein Bester & Ich“ (The Upside) mit Kevin Hart, Bryan Cranston und Nicole Kidman startet am 21. Februar in unseren Kinos.

Aber „Kalte Füße“ erzählt eine andere Geschichte. In der Nacht schneit es so sehr, dass Denis, Groenert und Charlotte die nächsten Tage gemeinsam im Haus bleiben müssen. Schnell verliebt Denis sich in Charlotte, die nicht erfahren sollte, warum er hier ist. Außerdem hat sie einen Freund. Und der fast vollständig gelähmte Groenert denkt nicht daran, Denis laufen zu lassen. Trotz seiner Lähmung kann er sich wehren. Und er tut das mit diebischer Freude gegenüber allen Menschen, die ihn bestehlen wollen. Oder die er nicht mag.

Weil Denis gegenüber Adam immer neue Ausreden erfindet, um den Diebstahl nicht durchzuführen, wird Adam ungeduldig. Mit seinem Bodyguard taucht er in Groenerts Villa auf. Er will das Geld aus dem Safe haben. Notfalls mit Gewalt.

So ist „Kalte Füße“ dann doch kein Remake von „Ziemlich beste Freunde“, sondern eine Gaunerkomödie zwischen Klamauk und Slapstick. Mal mehr, mal weniger gelungen. Es ist eine Verwechslungskomödie mit simpel gestrickten Figuren und vorhersehbaren Verwechslungen und Wendungen, die fast ausschließlich in dem in keinster Weise behindertengerechten Anwesen von Groenert spielt.

Kalte Füße (Deutschland 2018)

Regie: Wolfgang Groos

Drehbuch: Christof Ritter

mit Heiner Lauterbach, Emilio Sakraya, Sonja Gerhardt, Aleksandar Jovanovic, Michael Ostrowski, Gerti Drassl, Alexander Czerwinski, Ischtar Isik, Jasmin Gerat

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Kalte Füße“

Moviepilot über „Kalte Füße“

Wikipedia über „Kalte Füße“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: