Neu im Kino/Filmkritik: Wie komme ich aus dem „Escape Room“?

Sechs Menschen nehmen eine Einladung für ein Spiel an. Sie kennen sich nicht und sie wären sich wahrscheinlich niemals begegnet. Aber jetzt sind sie in einem Escape Room und, wie es die Spielregeln vorschreiben, müssen sie in diesem und vielleicht noch einigen weiteren Räumen nach Zeichen und Gegenständen suchen, die ihnen eine Flucht aus dem Raum ermöglichen. Es ist ein Spiel, das weltweit gespielt wird. Normalerweise ohne einen tödlichen Ausgang.

Aber in diesem Fall hat der unbekannte Spielmeister tödlichen Fallen gestellt. Das Ziel seines Spiels scheint es zu sein, alle Teilnehmenden zu töten und sie dabei mit ihren schlimmsten Erlebnisse zu konfrontieren.

Das führt dazu, dass die Teilnehmenden durch verschiedene, teils sehr prächtige und ungewöhnliche Räume stolpern müssen, ehe sie sterben. Jeder dieser Räume hat für einen der Teilnehmer eine besondere Bedeutung. Manchmal überlebt er seinen Raum, aber in dem nächsten Raum sind weitere tödliche Fallen. Zu den optisch ungewöhnlichsten Räumen dieses Spiels gehört sicher eine auf dem Kopf stehende Bar. Andere Räume sind eine Hütte an einem vereisten See, ein Krankenhaus und eine Bibliothek.

Mit der Bibliothek beginnt Adam Robitels Horrorfilm „Escape Room“. Ein Spielteilnehmer versucht aus ihr zu entkommen und er entziffert atemberaubend schnell die kryptischen Hinweise. Bevor er von den sich auf ihn zu bewegenden Wänden der Bibliothek zerquetscht wird, springt der Film zurück in die Vergangenheit. In dem Moment kennen wir allerdings schon einen (oder den?) letzten Überlebenden des Spiel.

In der Rückblende geht es dann darum, wie die sechs Spielteilnehmer sich von Raum zu Raum bewegen, manchmal den Fallen entkommen, manchmal sterben. Das erinnert an Vincenzo Natalis „Cube“ (Kanada 1997). In dem stilprägenden Horrorthriller erwachten sechs Personen, ebenfalls vier Männer und zwei Frauen, in einem Raum, aus dem sie versuchten zu entkommen. Nur um in den nächsten Raum zu gelangen. Während „Cube“ durchgängig als Metapher funktioniert, versucht „Escape Room“ es am Ende mit einer scheinbar realistischen, aber vollkommen idiotischen Erklärung, die die Hintergründe des Spiels erklärt und auf eine Fortsetzung spekuliert.

Diese ist auch schon für April 2020 angekündigt. Adam Robitel soll wieder Regie führen und Bragi Schut wieder das Drehbuch schreiben. Ob sie dann einfach die Geschichte von „Escape Room“ in anderen Räumen mit anderen Todeskandidaten wiederholen oder eine vollkommen neue Geschichte erzählen, ist noch unklar. Die Gefängnisausbruchsserie „Prison Break“ könnte da ein Vorbild sein. Während in der ersten Staffel erzählt wird, wie die Jungs aus dem Gefängnis ausbrechen, erzählt die zweite Staffel, wie sie durch die USA von der Polizei gejagt werden.

Das spannende B-Picture „Escape Room“ erzählt, abgesehen von den Räumen, durch die die sympathischen Schauspieler hetzen, nichts, was man nicht schon in unzähligen Filmen gesehen hat, in denen eine nur scheinbar zufällig zusammengewürfelte Gruppe Menschen, mehr oder weniger freiwillig, in einem Raum eingesperrt ist, aus ihm entkommen will und sie der Reihe nach getötet werden. Dieser oberflächliche Thrill funktioniert auch hier.

Escape Room (Escape Room, USA 2019)

Regie: Adam Robitel

Drehbuch: Bragi Schut, Maria Melnik (nach einer Geschichte von Bragi Schut)

mit Taylor Russell, Logan Miller, Deborah Ann Woll, Jay Ellis, Tyler Labine, Nik Dodani

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Escape Room“

Metacritic über „Escape Room“

Rotten Tomatoes über „Escape Room“

Wikipedia über „Escape Room“ 

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