TV-Tipp für den 1. Mai: Pop around the Clock

April 30, 2019

3sat, 05.50

Pop around the Clock

24 Stunden Pop- und Rockmusik, meistens von gut abgehangenen Stars, oft mit neuen Konzerten. Neuentdeckungen gibt es nicht, aber gute Musik. Obwohl ich mir so einen Tag mal mit unbekannteren Bands und Musikern und mit Newcomern wünsche. Gerne auch mal einen Tag mit Jazz oder ‚Neuer Musik‘ oder mit Avantgardemusik (okay, das wird es, egal was man gerade unter Avantgarde versteht, nie geben).

Heute macht um 05.50 Uhr Yello (in Berlin 2016) den Auftakt. Danach gibt es, unter anderem, um 13.50 Uhr Bruce Springsteen (1980), um 15.20 Uhr Queen (1981) und um 19.15 Uhr Bryan Adams (unplugged, 2010) als Auftakt zum Abendprogramm. Das wird bestritten, um 20.15 Uhr, von Coldplay (2017), um 21.45 Uhr von Adele (2015) und um 22.30 Uhr von Herbert Grönemeyer (2018). Für die Nachtarbeiter von der Schwermetallfraktion gibt es um 00.45 Uhr Rammstein (der Konzertfilm „Rammstein: Paris“) und um 02.20 Uhr Metallica (2009). Wie sich das mit dem Ruhebedürfnis der Nachbarn verträgt…

Das gesamte Programm und den Quasi-Livestream gibt es hier.


Cover der Woche

April 30, 2019


TV-Tipp für den 30. April: Der gläserne Turm

April 30, 2019

3sat, 22.25

Der gläserne Turm (Deutschland 1957)

Regie: Harald Braun

Drehbuch: Odo Krohmann, Wolfgang Koeppen, Harald Braun

Seit ihrer Heirat mit dem Unternehmer Robert Fleming lebt die Schauspielerin Katja als dessen lebendiges Accessoire. Als ein Autor ihr eine Rolle in seinem Theaterstück anbietet, beginnt sie sich aus der Ehe zu befreien. Aber ihr Mann will weiter über sie bestimmen.

Der gläserne Turm“ ist in jedem Fall eine Wiederentdeckung. Denn das damals von der Kritik abgelehnte Noir-Melodrama kennt heute kaum noch jemand.

Aufwand, gute Darsteller und routinierte Regie täuschen nicht darüber hinweg, dass auch Drehbuch-Mitarbeiter Wolfgang Koeppen nichts an der Geschwätzigkeit und inneren Leere des Kolportagedramas ändern konnte.“ (Lexikon des internationalen Films)

eine Emanzipationsgeschichte in ordentlichem Gewand, ein wenig steif, aber inhaltlich progressiv. Und sehr hübsch anzusehen, was auch der Kameraarbeit Friedl Behn-Grunds zu verdanken ist, der sein Können schon im Stummfilm bewiesen hatte.“ (Carolin Weidner: Junge deutsche Literatur und die Filmindustrie, in Claudia Dillmann, Olaf Möller, Hrsg.: Geliebt und verdrängt – Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963, 2016)

Wolfgang Koeppen („Das Treibhaus“) wird zwar als einer der Drehbuchautoren genannt, aber im Nachhinein sagte er, dass im Film nur ein einziger Satz von ihm enthalten sei. Der dann auch noch von der falschen Person im falschen Moment mit der falschen Betonung ausgesprochen werde.

Heute startet mit „Das Mädchen Rosemarie“ (um 20.15 Uhr) und „Der gläserne Turm“ die 3sat-Reihe „Deutsch-Deutsches Kino – 40 Jahre Filme in Ost und West“ (mit allen Filmen und Ausstrahlungsterminen). Bis zum 24. Mai zeigt der Sender 21 größtenteils selten gezeigte Filme, die die deutsche Nachkriegsgeschichte reflektieren und die einen Blick wert sind. Ob sie Klassiker sind und zum Kanon des deutschen Films gehören, kann danach diskutiert werden.

mit Lilli Palmer, O. E. Hasse, Peter van Eyck, Brigitte Horney, Hannes Messemer, Ludwig Linkmann

Hinweise

Filmportal über „Der gläserne Turm“

Wikipedia über „Der gläserne Turm“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. April: Die Faust im Nacken

April 29, 2019

Arte, 20.15

Die Faust im Nacken (On the Waterfront, USA 1954)

Regie: Elia Kazan

Drehbuch: Budd Schulberg, Robert Siodmak (ungenannt) (nach einer Originalgeschichte von Budd Schulberg; angeregt durch „New York Sun“-Artikel von Malcolm Johnson)

New York: Gewerkschaftsboss Johnny Friendly (Lee J. Cobb) ist im Hafen der große Zampano. Nichts geht gegen ihn. Jeder, der ihm gefährlich werden könnte, stirbt bei einem Unfall. Als Terry Malloy (Marlon Brando), ein erfolgloser Ex-Boxer mit beschränkter Intelligenz, in einen solchen Mord verwickelt wird, muss er sich entscheiden.

Klassiker, gedreht an Originalschauplätzen und nach ausführlichen Recherchen.

‚On the Waterfront‘ ist eine unerschrockene Verurteilung des labor rackeering, der Entartung gewerkschaftlicher Organisationen zu Mafia-ähnlichen Gruppierungen, und eine Anklage von Einzelpersonen, die zum Zwecke ihres eigenen Profits die Massen der ungebildeten und unartikulierten Arbeiter, in diesem Fall die Dockarbeiter von New York, manipulieren.“ (Tony Thomas: Marlon Brando und seine Filme)

Die Faust im Nacken“ war 1955 der große Abräumer bei den Oscars: Bester Film, Beste Haupdarsteller (Marlon Brando), Beste Hauptdarstellerin (Eva Marie Saint), Beste Regie (Elia Kazan), Bestes Drehbuch (Budd Schulberg), Beste Kamera (SW) (Boris Kaufman), Bestes Szenenbild (SW) (Richard Day) und Bester Schnitt (Gene Milford). Nominiert als Bester Nebendarsteller waren Lee J. Cobb, Karl Malden und Rod Steiger und Leonard Bernstein war für seine Musik nominiert. Golden Globes und Baftas gab es auch.

Arte zeigt anschließend, um 22.00 Uhr, die spielfilmlange Doku „Marlon Brando – Der Harte und der Zarte“ (Frankreich 2018)

mit Marlon Brando, Karl Malden, Lee J. Cobb, Eva Marie Saint, Rod Steiger, Pat Henning, Leif Erickson

Wiederholung: Montag, 6. Mai, 14.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Faust im Nacken“

TCM über „Die Faust im Nacken“

AMC Filmsite über „Die Faust im Nacken“

Wikipedia über „Die Faust im Nacken“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 28. April: Inferno

April 27, 2019

RTL, 20.15

Inferno (Inferno, USA 2016)

Regie: Ron Howard

Drehbuch: David Koepp

LV: Dan Brown: Inferno, 2013 (Inferno)

Als Harvard-Symbologe Robert Langdon (Tom Hanks) in Florenz in einem Krankenhaus erwacht, kann er sich an nichts erinnern. Als kurz darauf Heerscharen bewaffneter Bösewichter ihn umbringen wollen, flüchtet er. Schnell kombiniert er, dass das alles etwas mit Dantes Prophezeiung von einem weltvernichtenden Inferno zu tun hat. Langdon hat nur keine Ahnung, ob er mit seinem Wissen die Prophezeiung verhindern kann oder erfüllen wird.

Ron Howards dritte Dan-Brown-Verfilmung ist eine flotte, ziemlich durchgeknallte Räuberpistole voller Schauwerte, die in der richtigen Stimmung ein herrlicher Spaß ist. Die in „The Da Vinci Code“ und „Illuminati“ so länglichen Geschichtsstunden werden in „Inferno“ im Sauseschritt oder gleich in einer Actionszene abgehandelt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung der bislang besten und kürzesten Dan-Brown-Verfilmung.

mit Tom Hanks, Felicity Jones, Irrfan Khan, Omar Sy, Ben Foster, Sidse Babett Knudsen, Anna Ularu

Wiederholung: Montag, 29. April, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Inferno“

Metacritic über „Inferno“

Rotten Tomatoes über „Inferno“

Wikipedia über „Inferno“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Howards „Rush – Alles für den Sieg“ (Rush, USA/Großbritannien/Deutschland 2013)

Meine Besprechung von Ron Howards „Im Herzen der See“ (In the Heart of the Sea, USA 2015)

Meine Besprechung von Ron Howards „Inferno“ (Inferno, USA 2016)

Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)

Homepage von Dan Brown

Krimi-Couch über Dan Brown

Perlentaucher über Dan Brown


TV-Tipp für den 27. April: Like Father, like Son

April 27, 2019

3sat, 22.05

Like Father, like Son (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Regie: Hirokazu Kore-eda

Drehbuch: Hirokazu Kore-eda

Was wäre, wenn dein Kind bei der Geburt vertauscht worden wäre? Und was würdest du tun? Das muss sich der statusbewusste Architekt Ryota Nonomiya fragen, als er erfährt, dass genau das vor sechs Jahren geschehen ist.

Hirokazu Kore-eda erhielt für „Like Father, like Son“ in Cannes den Preis der Jury und das ist verständlich. Ruhig und aus Ryotas Perspektive erzählt er von diesem Dilemma. Dabei bleiben die Sympathien für den egoistischen Ryota, der das Kind vor allem als Statussymbol braucht, überschaubar. Aber die angesprochenen Fragen sind universell und Hirokazu Kore-eda behandelt sie auch angemessen komplex in einer scheinbar einfachen Geschichte über zwei gegensätzliche Familien und ihre Kinder in einer Gesellschaft, in der – wenn so ein Fehler entdeckt wird – die Kinder einfach wieder ausgetauscht werden. Adoptionen sind dagegen selten.

Ein sehenswerter Film.

mit Masaharu Fukuyama, Machiko Ono, Keita Ninomiya, Lily Franky, Yoko Maki, Shogen Hwang

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Like Father, like Son“

Metacritic über „Like Father, like Son“

Rotten Tomatoes über „Like Father, like Son“

Wikipedia über „Like Father, like Son“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Shoplifters – Familienbande“ (Manbiki Kazoku, Japan 2018)


Die Edgars 2019

April 26, 2019

In New York City verlieh die Mystery Writers of America (MWA) den prestigeträchtigen Edgar-Allan-Poe-Preis, kurz Egar, an:

Best Novel

Down the River Unto the Sea, von Walter Mosley (Mulholland)

nominiert

The Liar’s Girl, von Catherine Ryan Howard (Blackstone)

House Witness, von Mike Lawson (Atlantic Monthly Press)

A Gambler’s Jury, von Victor Methos (Thomas & Mercer)

Only to Sleep, von Lawrence Osborne (Hogarth)

A Treacherous Curse, von Deanna Raybourn (Berkley)

Best First Novel by an American Author

Bearskin, von James A. McLaughlin (Ecco)

nominiert

A Knife in the Fog, von Bradley Harper (Seventh Street)

The Captives, von Debra Jo Immergut (Ecco)

The Last Equation of Isaac Severy, von Nova Jacobs (Touchstone)

Where the Crawdads Sing, von Delia Owens (Putnam)

Best Paperback Original

If I Die Tonight, von Alison Gaylin (Morrow)

nominiert

Hiroshima Boy, von Naomi Hirahara (Prospect Park)

Under a Dark Sky, von Lori Rader-Day (Morrow)

The Perfect Nanny, von Leila Slimani (Penguin)

Under My Skin, von Lisa Unger (Park Row)

Best Fact Crime

Tinderbox: The Untold Story of the Up Stairs Lounge First and the Rise of Gay Liberation, von Robert W. Fieseler (Liveright)

nominiert

Sex Money Murder: A Story of Crack, Blood, and Betrayal, von Jonathan Green (Norton)

The Last Wild Men of Borneo: A True Story of Death and Treasure, von Carl Hoffman (Morrow)

The Feather Thief: Beauty, Obsession, and the Natural History Heist of the Century, von Kirk Wallace Johnson (Viking)

I’ll Be Gone in the Dark: One Woman’s Obsessive Search for the Golden State Killer, von Michelle McNamara (Harper)

The Good Mothers: The True Story of the Women Who Took on the World’s Most Powerful Mafia, von Alex Perry (Morrow)

Best Critical/Biographical

Classic American Crime Fiction of the 1920s, kommentiert von Leslie S. Klinger (Pegasus Books)

nominiert

The Metaphysical Mysteries of G.K. Chesterton: A Critical Study of the Father Brown Stories and Other Detective Fiction, von Laird R. Blackwell (McFarland)

Dead Girls: Essays on Surviving an American Obsession, von Alice Bolin (Morrow)

Mark X: Who Killed Huck Finn’s Father? von Yasuhiro Takeuchi (Routledge)

Agatha Christie: A Mysterious Life, von Laura Thompson (Pegasus)

Best Short Story

English 398: Fiction Workshop,” von Art Taylor (Ellery Queen Mystery Magazine, July/August 2018)

nominiert

Rabid,“ von Paul Doiron (Minotaur e-book)

Paranoid Enough for Two,” von John Lutz (in The Havana Game; Kensington)

Ancient and Modern,” von Val McDermid (in Bloody Scotland, herausgegeben von James Crawford; Pegasus)

The Sleep Tight Motel,” von Lisa Unger (Amazon e-book)

Best Juvenile

Otherwood, von Pete Hautman (Candlewick Press)

nominiert

Denis Ever After, von Tony Abbott (Katherine Tegen)

Zap! von Martha Freeman (Paula Wiseman)

Ra the Mighty: Cat Detective, von A.B. Greenfield (Holiday House)

Winterhouse, von Ben Guterson (Henry Holt)

Charlie & Frog, von Karen Kane (Disney Hyperion)

Zora & Me: The Cursed Ground, von T.R. Simon (Candlewick Press)

Best Young Adult

Sadie, von Courtney Summers (Wednesday)

nominiert

Contagion, von Erin Bowman (HarperCollins)

Blink, von Sasha Dawn (Carolrhoda Lab)

After the Fire, von Will Hill (Sourcebooks Fire)

A Room Away from the Wolves, von Nova Ren Suma (Algonquin)

Best Television Episode Teleplay

The One That Holds Everything,” The Romanoffs, Drehbuch von Matthew Weiner und Donald Joh (Amazon Prime Video)

nominiert

The Box,” Brooklyn Nine-Nine, Drehbuch von Luke Del Tredici (NBC/Universal TV)

Season 2, Episode 1,” Jack Irish, Drehbuch von Andrew Knight (Acorn TV)

Episode 1,” Mystery Road, Drehbuch von Michaeley O’Brien (Acorn TV)

My Aim Is True,” Blue Bloods, Drehbuch von Kevin Wade (CBS Eye Productions)

Robert L. Fish Memorial Award

How Does He Die This Time?” von Nancy Novick (Ellery Queen Mystery Magazine, September/October 2018)

The Simon & Schuster Mary Higgins Clark Award

The Widows of Malabar Hill, von Sujata Massey (Soho Crime)

nominiert

A Death of No Importance, von Mariah Fredericks (Minotaur)

A Lady’s Guide to Etiquette and Murder, von Dianne Freeman (Kensington)

Bone on Bone, von Julia Keller (Minotaur)

A Borrowing of Bones, von Paula Munier (Minotaur)

The G.P. Putnam’s Sons Sue Grafton Memorial Award

Shell Game, von Sara Paretsky (Morrow)

nominiert

Perish, von Lisa Black (Kensington)

City of Secrets, von Victoria Thompson (Berkley)

A Forgotten Place, von Charles Todd (Morrow)

To Die But Once, von Jacqueline Winspear (Harper)

Grand Master Award

Martin Cruz Smith

Raven Award (for outstanding achievement in the mystery field outside the realm of creative writing)

Marilyn Stasio („The New York Times“-Krimikritikerin)

Ellery Queen Award (for outstanding writing teams and outstanding people in the mystery-publishing industry)

Linda Landigan (Herausgeberin des Alfred Hitchcock Mystery Magazine)

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! Schön, dass einige altbekannte Namen wieder dabei sind.

 

(via The Rap Sheet)


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