Gratis-Comic-Tag, Runde 10 am Samstag – und noch mehr Comics in Berlin

Morgen, am Samstag, den 11. Mai, ist es wieder soweit. Der Gratis-Comic-Tag lädt Comic-Fans (nicht nur die pickeligen Nerds, sondern auch Kinder, ihre Eltern, Großeltern, Erwachsene, Fans aller möglichen Genres und einfach nur Neugierige) ein, in einem von bundesweit vierhundertfünfzig Geschäften in den Comics zu stöbern und kostenlose Comics mitzunehmen. Dieses Jahr gibt es 34 verschiedene Gratis-Comics. Insgesamt wurden über 600.000 Hefte gedruckt. Beim ersten Gratis-Comic-Tag waren es 170.000 speziell für diesen Tag gedruckte Hefte, in denen Verlage manchmal ein ganzes Comicalbum, manchmal nur einige Seiten aus einem Comic (das ist dann nicht so spannend), manchmal eine oder mehrere Einzelgeschichten und manchmal sogar eine speziell für diesen Tag geschriebene und gezeichnete Geschichte veröffentlichen.

So präsentiert Schreiber & Leser mit „Bouncer“ und „Ghost Money“ jeweils das erste Album. „Bouncer“ ist ein düsterer Western von Alejandro Jodorowsky, der deutlich konventioneller als seine psychedelischen Kino-Meisterwerke („El Topo“, „Montana Sacra – Der heilige Berg“) ist. Es geht um Rache und die Suche nach einem riesigen Diamanten

Ghost Money: Die Dame aus Dubai (Band 1)“ von Thierry Smolderen und Dominique Bertail ist in Frankreich bereits 2008 erschienen. Das ergibt jetzt eine interessante Meta-Ebene, weil die Geschichte 2024, also demnächst, spielt und sie sich ausdrücklich auf 9/11 bezieht. US-Geheimdienste suchen immer noch nach dem Geld von Al-Kaida und die schöne, vermögende, geheimnisvolle Chamza scheint der Schlüssel dazu zu sein. Da will man unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Andere Hefte sind vom Carlsen Verlag, Cross Cult, Egmont, Panini Comics, Reprodukt, Splitter Verlag, Kazé Manga, dani books, Kult Comics, Dantes Verlag, Plem Plem Productions, Weissblech Comics, TheNextArt und Tokyopop. Einige Verlage sind seit dem ersten deutschen Gratis-Comic-Tag dabei, andere sind später dazugestoßen.

Sieben Comichefte sind speziell für Kinder. Die restlichen 27 Hefte richten sich an ein älteres Publikum. Es gibt Geschichten mit teils seit Jahrzehnten bekannten Figuren. Zum Beispiel eine neue „Werner“-Geschichte. „Donald Duck“ (bei den Kindern), „Lucky Luke“ (das komplette „Hommage 2 – Jolly Jumper antwortet nicht“-Album), „Spider-Man“, „Conan“ und „Captain Berlin“ (Yeah, Lokalpatriotismus) sind ebenfalls alte Bekannte.

Zu den neueren Namen gehören Olivia Viewegs in Deutschland spielende, inzwischen verfilmte Zombie-Apokalypse „Endzeit“, Warren Ellis‘ pulpige Abenteuergeschichte „Simon Spector: Apparat“, Régis Hautières „Der Krieg der Knirpse 1: Das Haus der Findelkinder“ (ebenfalls der gesamte erste Band) und Greg Ruckas in der Zukunft spielende Thrillerserie „Lazarus“ (dito).

Außerdem ist der asiatische Raum mit mehreren Comics und Mangas, die unbekümmert die verschiedensten Genres vermischen, vertreten. Es gibt die Cyberpunk-Geschichte „Ex-Arm“ von HiRock und Shinya Komi, Tsuyoshi Takakis in Frankreich beliebten Fantasy-Horror „Black Torch“, den Westernspaß „Renjoh Desperado“ von Ahndongshik und Jimmy Liaos Bilderbuch für Erwachsene „Reiche der Fantasie“.

Neben den Gratis-Comic-Heften haben einige Comicläden noch ein Programm organisiert. Details dazu gibt es hier.

Außerdem geibt es in Berlin am Samstag und Sonntag im Museum für Kommunikation die ComicInvasionBerlin.

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