TV-Tipp für den 1. September: 10 Cloverfield Lane

August 31, 2019

Pro7, 22.40

10 Cloverfield Lane (10 Cloverfield Lane, USA 2016)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle

Nach einem Autounfall mitten im Nirgendwo erwacht Michelle in einem Bunker und der gewohnt grandios von John Goodman gespielt durchgeknallte (?) Hausherr erklärt ihr, dass die Erde von Außerirdischen überfallen wurde. Sie müsse daher bei ihm bleiben.

Spannender Psychothriller

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher Jr.

Wiederholung: Montag, 2. September, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „10 Cloverfield Lane“

Metacritic über „10 Cloverfield Lane“

Rotten Tomatoes über „10 Cloverfield Lane“

Wikipedia über „10 Cloverfield Lane“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Dan Trachtenbergs „10 Cloverfield Lane“ (10 Cloverfield Lane, USA 2016)

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TV-Tipp für den 31. August: Der große Diktator

August 30, 2019

RBB, 22.00

Der große Diktator (The great Dictator, USA 1940)

Regie: Charlie Chaplin

Drehbuch: Charlie Chaplin

Grandiose Satire über Adolf Hitler: ein jüdischer Friseur und der Diktator Hynkel sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Wer den Film noch nicht gesehen hat,…

Mit Charlie Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie

Wiederholung: Motntag, 2. September, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Charlie-Chaplin-Seite

Charlie Chaplin Archive

Rotten Tomatoes über „Der große Diktator“

Wikipedia über „Der große Diktator“ (deutsch, englisch) und Charlie Chaplin (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Was ist das böse Geheimnis von „Paradise Hills“?

August 30, 2019

Paradise Hills ist eine im Mittelmeer liegende Wohlfühloase, in die reiche Eltern ihre renitenten Töchter schicken. Dort soll ihnen innerhalb von zwei Monaten bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hin zur perfekten Frau geholfen werden. Der Erfolg sei garantiert. Das erzählt jedenfalls die Herzogin, wie sich die Leiterin der Anstalt nennt, ihrem jüngsten Gast Uma.

Uma wurde, wie die anderen Gäste, betäubt und ohne ihr Wissen auf die Insel gebracht. Bei Uma wurde der Aufenthalt von ihren Eltern und ihrem künftigen Mann, den sie nicht heiraten will, veranlasst. Er ist ein reicher Schnösel mit konservativen Familienvorstellungen.

Genreaficionado werden jetzt „The Stepford Wives“ brüllen und sich fragen, wie hier die Anpassung von Frauen an das konservative Idealbild von Frau und Familie erzählt wird.

Zunächst gestaltet sich der Aufenthalt von Uma, bis auf kleine Irritationen, harmlos. Sie und ihre neuen Freundinnen, die ebenfalls ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen auf die Insel gebracht wurden, genießen die Ruhe und die wenigen festen Termine. In den wunderschönen mediterranen Gemächern dürfen sie lustwandeln. Sie dürfen nur die Insel nicht verlassen. Sie müssen weiße Kleider tragen, die sich gut für das nächste Cosplay eignen. Ihnen werden Kurse angeboten und sie müssen der Herzogin Dinge über ihr Leben erzählen, während sie in ein Gerät blicken. Das ist mehr ein Aufenthalt in einem Nobelhotel als ein Umerziehungslager, in dem nach einem festen Stundenplan das Leben der Frauen auf den Kopf gestellt wird.

Optisch erinnert das in seiner Ereignislosigkeit an einen Softporno aus den siebziger Jahren, in denen schöne Frauen endlos durch historische Gänge wandelten. Nur dass in „Paradise Hills“ alles besser aussieht und die Sexszenen fehlen.

Dass hinter dieser harmlosen Kulisse nichts harmlos ist, ist klar. Auch wenn lange unklar ist, wie die Kurse, Gespräche und eine eigentümliche Psychofolter auf einem Holzpferd das Wesen der Frauen verändern können.

Alice Waddington erzählt in ihrem Debütspielfilm „Paradise Hills“ Umas Geschichte mit spürbarer Lust am Erkunden der Architektur des Ortes – gedreht wurde in Katalonien und auf den Kanarischen Inseln -, und der kunstvoll eklektisch aus verschiedenen Jahrhunderten zusammengestellten Kostüme. Sie beobachtet die jungen Frauen beim entspannten Lustwandeln auf der Insel, zwischen den Blumen und in dem Anwesen, ohne dass die Geschichte in der ersten Stunde erkennbar auf ein Ende zusteuert.

Erst im letzten Drittel, wenn Uma im Keller des Anwesens das Geheimnis von Paradise Hills entdeckt, wird es spannend und auch sehr frustrierend. Letztendlich werden mehrere Erklärungen präsentiert, die sich widersprechen. In diesen Minuten wird auch deutlich, dass Waddingtons Talent nicht im Inszenieren von Actionszenen liegt.

So ist „Paradise Hills“ ein optisch überzeugender, eklektischer, sehr sanfter Horrorfilm mit einem enttäuschendem Finale.

Paradise Hills (Paradise Hills, USA/Spanien 2019)

Regie: Alice Waddington

Drehbuch: Brian DeLeeuw, Nacho Vigalondo (nach einer Geschichte von Alice Waddington)

mit Eiza González, Awkwafina, Milla Jovovich, Emma Roberts, Jeremy Irvine, Danielle Macdonald, Liliana Cabal, Arnaud Valois, Hunter Tremayne

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Paradise Hills“

Metacritic über „Paradise Hills“

Rotten Tomatoes über „Paradise Hills“

Wikipedia über „Paradise Hills“

Ein Q&A auf dem Sundance Festival, nach der Weltpremiere


Neu im Kino/Filmkritik: „Late Night – Die Show ihres Lebens“, wenn sie die nächsten Monate überlebt

August 30, 2019

Tonight with Katherine Newbury“ läuft seit gut dreißig Jahren als Late-Night-Talkshow im US-Fernsehen. Zuletzt mit sinkenden Quoten und Katherine Newbury (Emma Thompson) wird mit dem Vorwurf konfrontiert, eine Frauenhasserin zu sein. Schließlich feuerte sie in den vergangenen Jahren jede Frau, die sie jemals einstellte, kurz darauf wieder. Ihr Writers‘ Room ist eine frauenfreie Zone.

Um diesen Vorwurf zu entkräften, lässt sie Molly Patel (Mindy Kaling) einstellen. Molly hat im Comedygeschäft keinerlei Berufserfahrung, aber sie ist eine Frau und sie gehört einer Minderheit ein. Damit kann gut geworben werden. Und nach einigen Monaten wird sie, wie ihre Vorgängerinnen, entlassen.

Molly, die Newbury bewundert, stolpert an ihrem ersten Arbeitstag ungeschickt in die Besprechung von Newburys Autorenteam, das ein seit Jahren eingespieltes Team alter weißer Männer ist, die ohne große Ambitionen vor sich hin arbeiten. Molly beginnt, ausgehend von ihren Ambitionen und ihrer bisherigen Berufserfahrung als Qualitätskontrolleurin in einer Chemiefabrik, gleich mit einer Fehleranalyse und sie liefert Vorschläge zur Behebung der Fehler. Außerdem schreibt sie Witze, wie sie bisher in Newburys Show noch nicht zu hören waren. Der Weg vom Schreiben des Witzes bis zur Präsentation in der Show ist allerdings weit.

Zur gleichen Zeit eröffnet die neue Programmchefin Newbury, dass ihre Show demnächst eingestellt wird. Ein vulgärer Komödiant soll den Sendeplatz übernehmen.

Newbury, die in den letzten Jahren ihre Show auf Autopilot herunterspulte, nimmt den Kampf auf.

Late Night – Die Show ihres Lebens“ ist eine sehr unterhaltsame Komödie, die einen liebevollen Blick hinter die Kulissen der seit Ewigkeiten und immer noch männlich dominierten Late-Night-Shows wirft. Wenn Frauen in den vergangenen Jahrzehnten in den USA eine Late-Night-Show moderierten, taten sie das nur kurz.

Mitte September könnte sich das mit „A Little Late with Lilly Singh“ ändern. Diese neue Late-Night-Show wird nicht nur von einer Frau moderiert, sondern sogar von einer bekennend bisexuellen Frau. Damit ist Singh die erste Person aus der LGBT-Community, die eine Late-Night-Show moderiert. Sie ist auch nach einer fast zwanzigjährigen Pause die erste Moderatorin, deren Vorfahren nicht aus Europa kommen. Die Eltern der Kanadierin stammen aus Indien. Soviel zur Diversität in einem in den USA erfolgreichen Showsegment, das in Deutschland abgehen von der „Harald Schmidt Show“ fast unbekannt ist. .

Diese mangelnde Diversität erfuhr auch Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Mindy Kaling. Sie war die erste Frau im Autorenteam der Sitcom „The Office – Das Büro“. Danach erfand sie die Serie „The Mindy Project“.

Late Night“-Regisseurin Nisha Ganatra, die wie Kaling indische Vorfahren hat, inszenierte in den vergangenen Jahren vor allem Episoden für Serien wie „Transparent“, „Better Things“, „Brooklyn Nine-Nine“ und „The last Man on Earth“. Mindy Kaling lernte sie kennen, als sie eine Episode von „The Mindy Project“ inszenierte.

Die von Kaling erfundene Geschichte bewegt sich auf den vertrauten Pfaden. Die Pointen sitzen. Die Schauspieler sind spielfreudig. Und man sieht gerne über die Schwächen hinweg. Das sind das doch arg konventionelle Drehbuch, einige unplausible Stellen und die widersprüchliche Zeichnung von Katherine Newbury, die einerseits höchste Leistungen fordert, andererseits seit Jahren auf Autopilot ihre Sendung macht und keinen Kontakt zu ihren Autoren hat. Gerade das ist, wenn Menschen über Jahre auf engstem Raum zusammenarbeiten, nicht besonders glaubwürdig. Und es ist etwas merkwürdig, dass intelligente Menschen, die von ihrem Chef wie Dreck behandelt werden, sich keinen neuen Job suchen, sondern über Jahre bei ihr weiterarbeiten.

Late Night“ ist eine Feelgood-Komödie, in der arbeitende Frauen nicht den Mann fürs Leben suchen (Newbury hat ihren schon lange gefunden) und die, trotz der wenigen Frauenrollen, den Bechdel-Test besteht. Es gibt, mit der Programmchefin sogar drei wichtige Frauenrollen. Die Frauen, vor allem Newbury und Molly sprechen miteinander und sie unterhalten sich nicht über einen Mann, sondern vor allem über die Show und damit ihre Arbeit.

Late Night – Die Show ihres Lebens (Late Night, USA 2019)

Regie: Nisha Ganatra

Drehbuch: Mindy Kaling

mit Emma Thompson, Mindy Kaling, John Lithgow, Reid Scott, Hugh Dancy, Denis O’Hare, Max Casella, John Early, Paul Walter Hauser, Ike Barinholtz, Amy Ryan, Bill Maher, Seth Meyers, Jake Tapper

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Late Night“

Metacritic über „Late Night“

Rotten Tomatoes über „Late Night“

Wikipedia über „Late Night“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 30. August: Charles Manson: Der Dämon von Hollywood

August 30, 2019

Arte, 22.10

Charles Manson: Der Dämon von Hollywood (Manson: Music from an Unsound Mind, USA 2019)

Regie: Tom O’Dell

Drehbuch: Tom O’Dell

Spielfilmlange Doku über Charles Manson (1934 – 2017), der gerne ein Musiker geworden wäre, ein Sektenführer wurde und Mitglieder seiner ‚Familie‘ zu Verbrechen anstachelte. Ihre bekannteste Tat geschah in der Nacht vom 8. zum 9. August 1969, als sie die hochschwangere Sharon Tate und alle weiteren Menschen, die zur Tatzeit im von Roman Polanski und Tate gemietetem Haus waren, bestialisch ermordeten.

mit Dianne Lake, Charles Manson, Gregg Jakobson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Charles Manson: Der Dämon von Hollywood“

Wikipedia über Charles Manson (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Carmine Street Guitars“, wo die Musik spielt

August 29, 2019

Carmine Street Guitars ist ein Geschäft in der Carmine Street 42 in Greenwich Village, New York. In dem Ladenlokal fertigt Rick Kelly seit 1990 seine E-Gitarren. Gitarren baut er seit den späten siebziger Jahren und zu seinen Kunden gehören einige sehr bekannte Gitarristen, wie Lou Reed.

Eines Tages erzählte Jim Jarmusch Ron Mann von Rick Kelly und seinem Geschäft. Mann entschloss sich, einen Film über Kelly, seine Auszubildende Cindy Hulej, ihre Arbeit und ihre Kunden zu drehen.

Dafür wählte er in seinem Dokumentarfilm „Carmine Street Guitars“ die ebenso einfache wie tragfähige Struktur einer Arbeitswoche, in der Rick Kelly täglich seinen Laden öffnet und schließt. Seine Mutter Dorothy Kelly putzt den Laden und erledigt Bürotätigkeiten. Rick Kelly und Cindy Hulej bauen in der Werkstatt Gitarren und im Laden reden sie mit ihren Kunden. Diese Gespräche mit Christine Bougie (Bahamas), Nels Cline (Wilco, aber auch ein erfolgreicher Jazz-Gitarrist), Kirk Douglas (The Roots), Eleanor Friedberger, Bill Frisell, Dallas Good (The Sadies), Travis Good (The Sadies), Dave Hill, Jaime Hince (The Kills), Stewart Hurwood, Lenny Kaye (Patti Smith Band), Marc Ribot (u. a. Tom Waits), Charlie Sexton (Bob Dylan Band) und Regisseur Jim Jarmusch (Sqürl) laufen immer gleich ab. Der Musiker, – meistens ein weißer, etwas älterer Mann -, erzählt etwas über sich, Kelly erzählt etwas über seine Arbeit, manchmal fachsimpeln sie etwas und der Musiker probiert die Gitarre aus indem er einen Song spielt.

Diese Struktur ähnelt Wayne Wang und Paul Austers prominent besetzter, inzwischen auch schon über zwanzig Jahre alter Impro-Komödie „Blue in the Face“. Dort trafen sich in einem fiktiven Tabakladen in Brooklyn unter anderem Jim Jarmusch, Lou Reed, Michael J. Fox, Lily Tomlin und Madonna zu einem Plausch.

In „Carmine Street Guitars“ funktioniert diese Idee ebenfalls ausgezeichnet. Auch wenn Kellys Gespräche mit seinen Kunden mit der Zeit etwas redundant werden. Es ist einfach nur der nächste bekannte Gitarrist, der das urgemütliche Geschäft betritt und über Kellys Gitarren schwärmt. Deren Korpus und Hals ist aus dem Holz alter New-Yorker-Gebäude, die meistens abgerissen wurden. Und so erzählt jede dieser Gitarren auch etwas über die Millionenstadt und ihre Veränderungen.

Carmine Street Guitars“ ist vor allem ein Film für Gitarrenfans, die gute Musik zu schätzen wissen.

Carmine Street Guitars (Carmine Street Guitars, Kanada 2018)

Regie: Ron Mann

Drehbuch: Len Blum

mit Rick Kelly, Cindy Hulej, Dorothy Kelly, Eszter Balint, Christine Bougie, Nels Cline, Kirk Douglas, Eleanor Friedberger, Bill Frisell, Dallas Good, Travis Good, Dave Hill, Jaime Hince, Stewart Hurwood, Jim Jarmusch, Lenny Kaye, Marc Ribot, Charlie Sexton

Länge: 80 Minuten

FSK: ?

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Carmine Street Guitars“

Metacritic über „Carmine Street Guitars“

Rotten Tomatoes über „Carmine Street Guitars“

Wikipedia über „Carmine Street Guitars“

Meine Besprechung von Ron Manns Doku „Altman“ (Altman, Kanada 2014)

Homepage von Carmine Street Guitars (wer nach dem Film eine neue Gitarre kaufen will)

Und ein Q&A mit Ron Mann, Rick Kelly, Cindy Hulej und Musiker G. E. Smith


Neu im Kino/Filmkritik: „Angel has fallen“ und Mike Banning muss schon wieder den US-Präsidenten vor Attentätern schützen

August 29, 2019

Mike Banning, der gefährlichste Bodyguard für den US-Präsidenten, ist zurück. Schon in „Olympus has fallen“ und „London has fallen“ wurden während seiner Arbeitszeit Anschläge auf den Präsidenten verübt. Es kam zu massiven, ganze Innenstädte verwüstenden Kollateralschäden. Aber Banning rettete den Präsidenten.

In „Angel has fallen“ ist der aus den vorherigen Filmen in anderen Positionen arbeitende Allan Trumbull (Morgan Freeman) zum Präsidenten der USA aufgestiegen. Aufgrund der Ereignisse in den vorherigen Filmen hat Trumbull ein fast schon freundschaftliches Verhältnis zu dem Secret-Service-Agenten Banning (Gerard Butler). Banning kämpft inzwischen zwar mit gesundheitlichen Problemen. Aber er kann bei einer Übung auf einem Trainingsgelände seines Freundes Wade Jennings (Danny Huston), den Chef einer privaten Militärfirma, immer noch dessen Männer im Dutzend ausschalten.

Gegen einen Drohnenangriff, der kurz darauf auf einem selbstverständlich gut geschützten Landsitz des Präsidenten auf den Präsidenten verübt wird, ist Banning machtlos. Seine Männer werden von den Drohnen, die wie ein Schwarm Steckmücken über sie herfallen, massakriert. Nur Banning und Trumbull überleben schwer verletzt den Anschlag.

Als Banning im Krankenhaus aufwacht, erfährt er, dass seine Kollegen ihn für den Anschlag verantwortlich machen. Und schon ist der Mann, der mehrmals das Leben des Präsidenten rettete, als Attentäter angeklagt. Wenige Minuten später ist er ein Mann auf der Flucht, der herausfinden will, wer ihn als Attentäter sehen will.

In dieser Situation kann Banning nur einem Mann vertrauen: seinem Vater, den er seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Denn der Vietnamveteran Clay Banning (Nick Nolte) lebt seit Jahrzehnten als Einsiedler am Rand der Zivilisation.

Angel has fallen“ ist eine Actionsause, die mit Auftritten bekannter Schauspieler punktet, während die einfache Geschichte sich nicht um Logik und Plausibilität bemüht.

Stattdessen scheinen die Bösewichter vor allem an möglichst spektakulären Aktionen interessiert zu sein. Warum sollte man den Präsidenten bei einem gezielten Anschlag töten, wenn man stattdessen gleichzeitig den halben Secret-Service töten und ein großes Waldgrundstück abfackeln kann? Warum soll man einen chirurgischen Anschlag verüben, wenn man stattdessen das ganze Krankenhaus in die Luft jagen kann? Und wenn man schon dabei ist, kann man das Gebiet um das Krankenhaus gleich in ein innerstädtisches Kriegsgebiet verwandeln.

Auch der Plan der Bösewichter aus dem gefeierten Bodyguard Banning den Attentäter Banning zu machen, ist Unfug. Denn bei dem Attentat überleben zwei Personen: Banning, der „Attentäter“, und Trumbull, das Opfer.

Während Banning noch von seinen ehemaligen Kollegen gejagt wird, weiß der Zuschauer schon, wer für die Attentate verantwortlich ist und auch wer der große unbekannte Drahtzieher ist.

Damit liefert „Angel has fallen“ ziemlich genau das, was man von den vorherigen beiden Banning-Filmen erwartet: gut besetzte, grob geschnitzte, bodenständige Action.

Dass dabei nach Antoine Fuqua und Babak Najafi jetzt Ric Roman Waugh die Regie übernommen hat, fällt nicht weiter auf.

In den USA belegte der Film an seinem Startwochenende mit großem Abstand den esten Platz der Kinocharts. Damit dürfte ein weiterer Film mit dem Bodyguard, der Präsidenten in Lebensgefahr bringt, um sie anschließend zu retten, beschlossen sein. Auch wenn es vor dem Filmstart hieß, das sei der letzte Film der Serie und im Film immer wieder auf Bannings körperliche Gebrechen hingewiesen wird und er einen Bürojob bekommen soll. Für Banning, der wahrscheinlich noch als rollstuhlfahrender, blinder und tauber Großvater Präsidenten beschützt, eine unvorstellbare Vorstellung.

Angel has fallen (Angel has fallen, USA 2019)

Regie: Ric Roman Waugh

Drehbuch: Ric Roman Waugh, Robert Mark Kamen, Matt Cook, Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt

mit Gerard Butler, Morgan Freeman, Danny Huston, Nick Nolte, Lance Reddick, Jada Pinkett Smith, Piper Perabo, Tim Blake Nelson

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Angel has fallen“

Metacritic über „Angel has fallen“

Rotten Tomatoes über „Angel has fallen“

Wikipedia über „Angel has fallen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ric Roman Waughs „Snitch – Ein riskanter Deal“ (Snitch, USA 2013)


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