TV-Tipp für den 1. November: Minority Report

Oktober 31, 2019

RTL II, 21.55

Minority Report (Minority Report, USA 2002)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen

LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)

Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.

Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.

mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo

Wiederholung: Samstag, 2. November, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Minority Report“

Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)

Homepage von Philip K. Dick

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Scary Stories to tell in the Dark“ im dunklen Kino

Oktober 31, 2019

 

In den USA sind die drei „Scary Stories to tell in the Dark“-Bücher von Alvin Schwartz seit ihrem Erscheinen zwischen 1981 und 1991 bei jugendlichen Lesern sehr beliebt. Es sind kurze Gruselgeschichten. Die Illustrationen von Stephen Gammell trugen ihren Teil zum Erfolg bei. Und es gibt immer wieder Streit, ob die Bücher in Bibliotheken stehen dürfen. Sie gefährdeten, so die erregten Erwachsenen, das sittliche und religiöse Wohlergehen der Kinder. Was wegen dem Reiz des Verbotenen natürlich kontraproduktiv ist.

Weil die Bücher nie ins Deutsche übersetzt wurden, sind sie hier unbekannt. Aber weil Schwartz mit bekannten Horrortopoi und alten Erzählungen spielt, kennen wir auch die Geschichte von der Vogelscheuche, die lebendig wird und ihren Peiniger tötet. Es sind auch, wie Märchen, kurze Geschichten, die sich gut zum Erzählen am Lagerfeuer eignen.

In André Øvredals Verfilmung sind Schwartz‘ Gruselgeschichten kurze, die Handlung vorantreibende Episoden. Denn Øvredal, Produzent Guillermo del Toro (der das erste „Scary Stories“-Buch als Teenager in einem kleinen Buchladen entdeckte) und die Drehbuchautoren Dan Hageman, Kevin Hageman, Patrick Melton, Marcus Dunstan und del Toro erzählen eine durchgehende Geschichte.

1968 ist die Kleinstadt Mill Valley in Pennsylvania auch an Halloween die typische All-American-Stephen-King-Kleinstadt. Die Teenager Stella, Auggie und Chuck streifen durch die Stadt, spielen dem sie mobbenden halbstarken Schläger Tommy einen Streich und werden anschließend von ihm und seinen Freunden durch die Stadt gejagt. Der durchreisende Ramón kann sie retten. Kleinstadtalltag eben.

Zum Dank zeigen Stella, Auggie und Chuck ihrem Retter in der Nacht das Geisterhaus der Stadt: die verlassene und verfallene Villa der Bellows. Bei ihrer Erkundung entdecken sie einen Kellerraum, in dem jemand lebte. Und sie nehmen ein Buch mit Geistergeschichten mit, das Sarah Bellows gehörte.

Zu Hause entdeckt Stella, dass in Sarahs Buch die Geschichten sich mit roter Schrift selbst schreiben. Das erste Opfer ist Tommy, der von einer Vogelscheuche zu einer Kreatur aus Heu verwandelt wird.

Hauptperson der nächsten kurzen Geschichte ist Auggie. In dem Moment wissen die vier Teenager, dass Sarah Bellows‘ Buch sie und ihre Freunde umbringen will. Nur warum? Und können sie Sarah Bellows aufhalten?

Spätestens in dem Moment dürften gestandene Horrorfilmfans eine ziemlich genaue Vorstellung vom groben Verlauf der Geschichte haben. Aber „Scary Stories to tell in the Dark“ erzählt eine vertraute Geschichte mit genug kleinen Abweichungen, um zu gefallen. Wie einige andere jüngere und sehr erfolgreiche Horrorfilme, wie die „Conjuring“-Filme und „Es“, die in den siebziger und achtziger Jahren spielen, spielt die Geschichte in der jüngeren Vergangenheit und sie ist voller Anspielungen auf die Zeit. Die sechziger Jahre sind, weil die damaligen kulturellen Umbrüche heute immer noch wichtig sind, für uns noch sehr gegenwärtig. Es sind Umbrüche, die, und das spiegelt die Filmgeschichte sehr schön, Gewissheiten und Selbstbilder in Frage stellte. Beginnend von der internationalen und nationalen Ebene (Vietnam, Richard Nixon) über die Dorfgeschichte (die dunklen Geheimnisse der Familie Bellows und ihr Umgang mit Sarah) hin zu den Geschichten der Protagonisten, die hier ihr Coming of Age erleben.

André Øvredal erzählt das erfreulich ernsthaft, stilbewusst und, dank des Verzichts auf splattrige Schockeffekte, angenehm altmodisch. Das unterscheidet seinen Horrorfilm von Rob Lettermans „Gänsehaut“ (basierend auf R. L. Stines erfolgreichen Horrorgeschichten für junge Leser), der alles wesentlich humorvoller erzählte, sich stärker auf CGI-Effekte konzentrierte und als Zielpublikum ein etwas jüngeres Publikum hatte.

Außerdem gab es 1968 keine Handys und Computer und sehr wenige Telefone. Das stellt die Protagonisten des Films vor heute fast unbekannte Herausforderungen; – wobei heute auch nicht jede Akte digitalisiert ist und dann doch die örtliche Psychiatrie besucht werden muss. Dort hoffen Stella und ihre Freunde zu erfahren, warum die Bellows Sarah einsperrten.

So ist „Scary Stories to tell in the Dark“ ein traditionsbewusster Horrorfilm, der eine wohlige Gänsehaut verursacht. Also genau das Richtige für Halloween und die kommenden Nächte.

Scary Stories to tell in the Dark (Scary Stories to tell in the Dark, USA 2019)

Regie: André Øvredal

Drehbuch: Dan Hageman, Kevin Hageman, Guillermo del Torro, Patrick Melton, Marcus Dunstan

LV: „Scary Stories to tell in the Dark“-Geschichten von Alvin Schwartz

mit Zoe Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush, Austin Abrams, Dean Norris, Gil Bellows, Lorraine Toussaint, Austin Zajur, Natalie Ganzhorn, Kathleen Pollard

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 16 Jahre (mit ein, zwei zugedrückten Augen hätte es auch eine FSK-12 werden können)

Hinweise

Moviepilot über „Scary Stories to tell in the Dark“

Metacritic über „Scary Stories to tell in the Dark“

Rotten Tomatoes über „Scary Stories to tell in the Dark“

Wikipedia über „Scary Stories to tell in the Dark“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 31. Oktober: The sixth Sense

Oktober 31, 2019

Servus TV, 20.15

The Sixth Sense (The Sixth Sense, USA 1999)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Ein Psychologe will einem Kind, das tote Menschen sieht, helfen.

Ein gewaltiger Publikumserfolg, inzwischen schon ein Klassiker und M. Night Shyamalans bester Film. Mit „The Sixth Sense“ erlebten wir ein grandioses Twist-Ende (mit schönen Grüßen von der „Twilight Zone“), das seitdem unzählige, schlechtere Nachahmer inspirierte.

mit Bruce Willis, Toni Collette, Oliva Williams, Haley Joel Osment, Donnie Wahlberg, Mischa Barton

auch bekannt als „Der sechste Sinn“ (Kinotitel, an den sich inzwischen wohl niemand mehr erinnert)

Wiederholung: Freitag, 1. November, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Sixth Sense“

Wikipedia über „The Sixth Sense“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Glass“ (Glass, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Halloween Haunt“: kreischen, krabbeln, laufen, schlachten, langweilen

Oktober 31, 2019

Schon bei den ersten Bildern von „Halloween Haunt“ dachte ich: Das sieht schlecht aus.

In den nächsten neunzig Minuten wurde es nicht besser.

Scott Beck und Bryan Woods, über deren Anteil am Drehbuch von „A quiet place“ man jetzt wohl wieder reden muss, schrieben und inszenierten mit „Halloween Haunt“ einen vollkommen anderen Horrorfilm.

An Halloween, dieser US-Horrornacht, in der Kinder Erwachsene um Süßigkeiten erpressen und Erwachsene Teenager mit scharfen Küchenmessern ermorden, schicken Beck und Woods eine Gruppe etwas älterer Teenager in ein zu einer Halloween-Attraktion umgebautes, sehr, sehr einsam gelegenes Haus. Die Kids – drei Frauen, drei Männer – werden von einem schweigsamen, maskierten Mann empfangen und gebeten, ihre Mobiltelefone abzugeben. Danach betreten sie das Haus, das in den ersten Räumen an eine sehr zeitintensiv gestaltetes Geisterbahn-Spukhaus erinnert. Später dann an ein „Saw“-Metzelhaus. Wobei dieses „Hostel“ aus liebevoll gestalteten Räumen besteht, die manchmal auch Folterkammern sind.

Die Geschichte erschöpft sich dann darin Teenagern in Angst und Schrecken zu versetzen und sie in beliebiger Reihenfolge zu tötet. Über sie, und das ist der entscheidende Unterschied zu „A quiet place“, erfahren wir nichts, was uns emotional an sie bindet. Entsprechend uninteressant ist ihr Kampf ums Überleben in dem Gruselkabinett, in dem sie von den maskierten Bösewichtern verfolgt werden.

Den Machern geht es in dem von Eli Roth produziertem Film um Terror und Geisterbahnschocks. Da stören Suspense und eine beängstigende Gruselatmosphäre nur.

Halloween Haunt“ ist Horrorware von der Stange, der einfach nur einige Schocks für ein jugendliches Publikum liefern soll.

Halloween Haunt (Haunt, USA 2019)

Regie: Scott Beck, Bryan Woods

Drehbuch: Scott Beck, Bryan Woods

mit Katie Stevens, Will Brittain, Lauryn McClain, Andrew Caldwell, Shazi Raja, Schuyler Helford, Phillip Johnson-Richardson, Chaney Morrow, Justin Marxen, Terry Partyka, Justin Rose, Damian Maffei, Schuyler White

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Halloween Haunt“

Metacritic über „Halloween Haunt“

Rotten Tomatoes über „Halloween Haunt“

Wikipedia über „Halloween Haunt“


TV-Tipp für den 30. Oktober: Nocturnal Animals

Oktober 29, 2019

ZDFneo, 23.15

Nocturnal Animals (Nocturnal Animals, USA 2016)

Regie: Tom Ford

Drehbuch: Tom Ford

LV: Austin Wright: Tony & Susan, 1993 (Tony & Susan) (manchmal auch „Tony and Susan“ bzw. „Tony und Susan“, US-Neuausgabe unter „Nocturnal Animals“)

Die erfolgreiche Kunsthändlerin Susan erhält ein unveröffentlichtes Roman-Manuskript ihres Ex-Mannes Edward, zu dem sie seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr hat. Sie beginnt den Roman zu lesen und, während der Film zwischen Susans Leben und dem Roman hin und her springt, ahnen wir, dass Edward in seinem Kriminalroman ihre Beziehung verarbeitete.

TV-Premiere. „Nocturnal Animals“ ist ein Manufactum-Film, bei dem der Stil, die richtige Geste, die richtige Ausleuchtung und der äußere Schein wichtiger als der Inhalt ist. Alles ist höchst elegant, gut besetzt und in jeder Beziehung gut inszeniert (was ihn unbedingt sehenswert macht), aber auch immer eine Spur zu offensichtlich und zu eindeutig, um wirklich zu verunsichern oder emotional zu bewegen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Karl Glusman, Armie Hammer, Laura Linney, Andreas Riseborough, Michael Sheen

Hinweise

Moviepilot über „Nocturnal Animals“

Metacritic über „Nocturnal Animals“

Rotten Tomatoes über „Nocturnal Animals“

Wikipedia über „Nocturnal Animals“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tom Fords „Nocturnal Animals“ (Nocturnal Animals, USA 2016)


Cover der Woche

Oktober 29, 2019


TV-Tipp für den 29. Oktober: Tatort: Unter Brüdern

Oktober 29, 2019

NDR, 22.45

Tatort: Unter Brüdern (Deutschland/DDR 1990)

Regie: Helmut Krätzig

Drehbuch: Helmut Krätzig, Veith von Fürstenberg

Schimmi goes East: Kurz nach der Öffnung der Mauer schwimmt im Duisburger Hafen die Leiche eines DDR-Übersiedlers. Er soll zu einer immer noch tätigen Stasi-Gruppe gehört haben, die mit Kunstwerken Devisen beschaffte. Zusammen mit ihren Ost-Kollegen Fuchs und Grawe ermitteln Schimanski und Thanner in Ostberlin.

Das Crossover von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ wurde im Sommer 1990 gedreht und am 28. Oktober 1990 im Fernsehen gezeigt. Damit war er auch ein Kommentar zur Wiedervereinigung.

mit Götz George, Eberhard Feik, Peter Borgelt, Andreas Schmidt-Schaller, Chiem van Houweninge, Susanne Bentzien, Ulrich Thein, Peter Aust

Hinweise

Host-Schimanski-Fanseite

Wikipedia über „Tatort: Unter Brüdern“

 


%d Bloggern gefällt das: