Neu im Kino/Filmkritik: „47 Meters down: Uncaged“ schwimmt der Riesenhai durch das Bild

Ganz am Ende des Abspanns gibt es den Hinweis, dass jedes Jahr deutlich mehr Menschen Haie umbringen als umgekehrt.

Aber diese Zeilen, die die Filmgeschichte mit zwei Sätzen endgültig ad absurdum führen, wird kaum jemand lesen.

Der Film selbst entstand, nachdem „47 Meters Down“ sich vor zwei Jahren zu einem Überraschungserfolg entwickelte. Ursprünglich sollte der Horrorfilm nur auf DVD erscheinen. Dann wurde er doch in etlichen Ländern im Kino gezeigt. Am Ende spielte der fünf Millionen US-Dollar teure Horrorfilm 62 Millionen US-Dollar ein. Bei den Zahlen war eine Fortsetzung unvermeidlich.

Für diese Fortsetzung „47 Meters Down: Uncaged“ ist jetzt selbstverständlich das Budget mit zwölf Millionen US-Dollar größer, ein Kinostart von Anfang an geplant und die Zahl potentieller Opfer ist höher.

Dieses Mal tauchen in Mexiko vier gut proportionierte Mädchen, auf deren Stirn schon vor dem ersten Tauchgang groß „Haifischfutter“ steht, in einer versunkenen Maya-Stadt. Kurz nachdem sie in die verwinkelte Stadt hineingeschwommen sind, werden sie von einem riesigen Hai angegriffen.

Johannes Roberts, der bereits „47 Meters down“ inszenierte, hat wieder die Regie übernommen. Zusammen mit Ernest Riera, dem Co-Autor von „47 Meters down“, erfand er eine Geschichte, die nichts mit der Geschichte des ersten Films zu tun hat. Die neuen Haiangriffe spielen an einem anderen Ort und andere Haie greifen andere Schauspieler an.

Die austauschbare Besetzung ist immerhin gut für ein, zwei Schlagzeilen. Corinne Foxx ist die Tochter von Jamie Foxx und Sistine Stallone die von Sylvester Stallone. Sie geben hier ihre Spielfilmdebüts. Weil sie zu den Bikini-Schönheiten gehören, die unter Wasser selbstverständlich immer eine Tauchermaske aufhaben, kann über ihr Spiel nichts gesagt werden.

Immerhin erfahren wir durch sie und ihre beiden Mittaucherinnen Brianne Tju und Sophie Nélisse, wie man, wenn man dem Drehbuch glaubt, den Sauerstoff effektiv streckt. Indem man möglichst viel redet und noch mehr schreit. Wundersamerweise hält so der Sauerstoff in der Welt von „47 Meters down: Uncaged“ länger. Das beschreibt auch ungefähr die Qualität des gesamten an Überraschungen und Thrills armen Drehbuchs.

So ist „47 Meters down: Uncaged“ ein Film für den anspruchslosen Tierhorrorfilmfan, der sich freut, wenn Haie und spärlich bekleidete Bikini-Schönheiten durch das Bild gleiten und die Kamera das alles mit ruhiger Hand aufnimmt.

Alle anderen Tierhorrorfans sollten sich dagegen den deutlich gelungeneren Alligatorenhorrorfilm „Crawl“ ansehen.

47 Meters down: Uncaged (47 Meters down: Uncaged, USA 2019)

Regie: Johannes Roberts

Drehbuch: Ernest Riera, Johannes Roberts

mit Sophie Nélisse, Corinne Foxx, Brianne Tju, Sistine Stallone, Davi Santos, John Corbett, Nia Long

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zu Film

Moviepilot über „47 Meters down: Uncaged“

Metacritic über „47 Meters down: Uncaged“

Rotten Tomatoes über „47 Meters down: Uncaged“

Wikipedia über „47 Meters down: Uncaged“ 

Meine Besprechung von Johannes Roberts‘ „The other side of the door“ (The other side of the door, USA 2015)

Meine Besprechung von Johannes Roberts‘ „The Strangers: Opfernacht“ (The Strangers: Prey at Night, USA 2018)

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