TV-Tipp für den 1. April: Das Mädchen Wadjda

März 31, 2020

Arte, 20.15

Das Mädchen Wadjda (Wadjda, Saudi-Arabien/Deutschland 2012)

Regie: Haifaa Al-Mansour

Drehbuch: Haifaa Al-Mansour

Das in Riad lebende Mädchen Wadjda will einen Nachbarjungen zum Radrennen herausfordern. Aber sie hat kein Fahrrad und in Saudi-Arabien dürfen Frauen noch nicht einmal ein Fahrrad besteigen.

Eine Frau inszenierte den ersten Spielfilm aus Saudi-Arabien und dieser war gleich ein weltweiter mit viel Kritikerlob und Preisen bedachter Erfolg.

„Der unterhaltsame und durchaus auch spannende Film fesselt zugleich als kritisches Gesellschaftsporträt, das dafür plädiert, mit erstarrten misogynen Traditionen zu brechen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Waad Mohammed, Reem Abdullah, Abdullrahman Al Gohani, Ahd, Sultan Al Assaf

Wiederholung: Sonntag, 5. April, 09.30 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Mädchen Wadjda“

Wikipedia über „Das Mädchen Wadjda“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Haifaa Al-Mansours „Mary Shelley“ (Mary Shelley, Großbritannien/Irland/Luxemburg 2017)


Cover der Woche

März 31, 2020


TV-Tipp für den 31. März: Drei Männer und ein Baby

März 30, 2020

Servus TV, 22.00

Drei Männer und ein Baby (Trois hommes et un couffin, Frankreich 1985)

Regie: Coline Serreau

Drehbuch: Coline Serreau

Drei eingefleischte Junggesellen leben glücklich in Paris in einer Wohngemeinschaft, in der Frauen nur als One-Night-Stand akzeptiert sind. Eines Tages finden sie vor ihrer Tür in einem Korb ein Baby; das Ergebnis einer Affäre von Jacques, das die Mutter dort einfach abgestellt hat. Und jetzt müssen die drei Chauvis sich um das Baby kümmern.

Ein Kassenhit, der natürlich ein US-Remake erhielt. Aber das Original ist natürlich – – – französischer.

charmante Slapstickkomödie“ (Fischer Film Almanach 1987)

Mit André Dussolier, Roland Giraud, Michel Boujenah, Philippine Leroy-Beaulieu, Dominique Lavanant

Wiederholung: Mittwoch, 1. April, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Drei Männer und ein Baby“

Wikipedia über „Drei Männer und ein Baby“ (deutsch, englisch, französisch)


Böse Frauen (?): In Jodorowsky/Ladrönns „Die Söhne von El Topo: Abel“ trifft Lilith

März 30, 2020

Eine richtig böse Frau ist Lilith in Alejandro Jodorowskys „Die Söhne von El Topo: Abel“ nicht. Sie ist zwar ziemlich böse, herrisch und geldgierig, aber vor allem ist sie eine meist spärlich bis unbekleidete vollbusige Männerphantasie. Und damit passt sie perfekt in die mit christlichen Motiven vollgestopfte Welt einer in einer vulgären Italo-Western-Fantasiewelt spielenden Geschichte, die die Geschichte von „El Topo“ weitererzählt.

In den frühen Siebzigern hatte Alejandro Jodorowsky mit seinem psychedelischen Western „El Topo“ einen weltweiten Erfolg. Vor allem in den sogenannten Mitternachtskinos erfreute er sich großer Beliebtheit. Jodorowsky lieferte einfach die perfekten Bilder zum Trip. Schon damals wollte er eine Fortsetzung von seinem Kultfilm drehen. Im Lauf der Jahre zerschlugen sich alle Pläne. Auch die von ihm lange geplante Comicversion von „Die Söhne von El Topo“ kam erst 2016 zustande, als er José Ladrönn traf.

Im ersten „Die Söne von El Topo“-Comic „Kain“ konzentrierte er sich auf den titelgebende Kain, der als Kind von seinem Vater zurückgelassen wurde und sich als Erwachsener dafür rächen wollte.

Im zweiten Band erzählt Jodorowsky eine überraschend stringente Reisegeschichte, in der die beiden Brüder Kain und Abel zur Heiligen Insel reisen wollen. Abel will dort, am Grab seines Vaters, seine Mutter, eine Heilige, beerdigen. Kain, der böse Bruder, will dagegen die Goldenen Menhire. Und Lilith soll ihm dabei helfen.

Wenn sie die gefahrvolle Reise überleben.

Fortsetzung erbeten.

Alejandro Jodorowsky/José Ladrönn: Die Söhne von El Topo: Abel (Band 2)

(übersetzt von Monja Reichert)

Panini, 2020

72 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Glénat Editions, 2019

Hinweise

Homepage von José Ladrönn

Wikipedia über Alejandro Jodorowsky (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alejandro Jodorowskys „Die Söhne von El Topo: Kain (Band 1)“ (2017)

Meine Besprechung von Alejandro Jodorowskys „Endless Poetry“ (Poesía sin fin, Frankreich/Chile 2016)


TV-Tipp für den 30. März: Arizona Junior

März 29, 2020

Mit „Arizona Junior“ beginnt ein laanger Abend des guten Films bei Arte. Um 21.45 Uhr geht es mit „Down by Law“ (USA 1986, Regie: Jim Jarmusch) kultig weiter und um 23.25 Uhr gibt es, als TV-Premiere, in der restaurierten Fassung den Stummfilm „Das Grabmal einer großen Liebe“ (Shiraz, Indien/Großbritannien/Deutschland 1928, Regie: Franz Osten, Musik: Anoushka Shankar). Also dranbleiben nach

Arte, 20.15

Arizona Junior (Rising Arizona, USA 1987)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Ganove H. I. McDunnogh und Polizistin Ed lernen sich auf der Polizeistation kennen, weil H. I. ein ziemlich glückloser Gewohnheitsverbrecher ist und entsprechend oft bei ihr im Gefängnis landet. Sie verlieben sich. Sie wollen ein Kind. Aber sie ist unfruchtbar. H. I. hat einen genialen Plan: er entführt einfach einen von den Fünflingen des Möbelmoguls Nathan Arizona. Der Verlust wird ihm schon nicht auffallen. Denkt sich der Gauner. Aber Arizona versteht keinen Spaß. Ein gnadenloser Kopfgeldjäger verfolgt das junge Glück. Und dann sind da noch die Kumpels von H. I..

In dem Frühwerk nehmen die Coen-Brüder sich das US-Bild der heilen Familie vor und ertränken es in schwarzem Humor und absurdem Slapstick. Ein köstlicher Spaß.

mit Nicolas Cage, Holly Hunter, Trey Wilson, John Goodman, William Forsythe, Frances McDormand, M. Emmet Walsh

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Arizona Junior“

Wikipedia über „Arizona Junior“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. März: Der zweite Atem

März 28, 2020

Arte, 20.15

Der zweite Atem (Le deuxième souffle, Frankreich 1966)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: José Giovanni: Un règlement de comptes, 1958 (später “Le deuxième souffle”, deutsch “Der zweite Atem”)

Der gerade aus dem Knast ausgebrochene Gu beteiligt sich an einem ausgeklügelten Raub. Aber danach laufen die Dinge, vor allem wegen falsch verstandener Ehrbegriffe, aus dem Ruder.

Ein weiteres Meisterwerk von Jean-Pierre Melville.

“Der beste Gangsterfilm der letzten Jahre entstand nicht in Hollywood, sondern in den Straßen von Paris.” (Sigrid Schmitt, Süddeutsche Zeitung)

“Le deuxième souffle ist Melvilles La règle du jeu. Hatte Renoir in seiner Satire eine Gesellschaft, die nur nach bestimmten Spielregeln funktionieren kann, als hohl entlarvt, weil sie sich auch dann noch an diese Regeln klammert, wenn sie sinnlos geworden sind, so führt Melville in seinem nach einem Roman von José Giovanni entstandenen Film diese Konventionen zu ihrer letzten Konsequenz. Der Mikrokosmos der Gangster, wie Renoirs Adlige und Diener Signifikat für die Gesamtgesellschaft, ist determiniert von Regeln, die notwendig zu Untergang und Tod führen.” (Hans Gerhold in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.: Jean-Pierre Melville)

Damals war es eine beliebte Übung der deutschen Verleiher, bei Melville-Filmen beherzt zur Schere zu greifen. Auch “Der zweite Atem” blieb davon nicht verschont. Über eine halbe Stunde wurde für den deutschen Kinostart 1968 aus dem Film entfernt. Arte zeigt natürlich die ungekürzte Version – und danach, um 22.40 Uhr, die einstündige Doku „Der Virtuose des Gangsterfilms – Jean-Pierre Melvill“ (Frankreich 2019).

mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Raymond Pellegrin, Christine Fabrega, Michel Constantin, Marcel Bozzufi

Wiederholung: Mittwoch, 1. April, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der zweite Atem“

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. März: Zoomania

März 27, 2020

Sat.1, 20.15

Zoomania (Zootopia, USA 2016)

Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush (Ko-Regisseur)

Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston, Dan Fogelman (zusätzliches Material) (Nach einer Geschichte von Byron Howard, Jared Bush, Rich Moore, Phil Johnston, Jennifer Lee, Josie Trinidad und Jim Reardon)

Als Jung-Polizistin und Karnickel Judy Hopps mit dem verbrecherischen Fuchs Nick Wilde (Hey, er ist ein Fuchs!) den spurlos verschwundenen Mr. Otterton sucht, entdecken sie ein riesiges, Zoomania bedrohendes Komplott.

Äußerst gelungener Disney-Film mit sympathischer Botschaft und unzähligen Anspielungen, die jüngere Zuschauer übersehen werden. Aber die sollten um diese Uhrzeit auch im Bett sein.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit vielen Tieren und vielen Sprechern

Wiederholung: Sonntag, 29. März, 15.30 Uhr

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Moviepilot über „Zoomania“
Metacritic über „Zoomania“
Rotten Tomatoes über „Zoomania“
Wikipedia über „Zoomania“ (englisch)

Meine Besprechung von Byron Howard/Rich Moore/Jared Bushs „Zoomania“ (Zootopia, USA 2016)


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