TV-Tipp für den 19. Mai: Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones

Mai 19, 2018

ZDFneo, 22.20

Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones (A Walk among the Tombstones, USA 2014)

Regie: Scott Frank

Drehbuch: Scott Frank

LV: Lawrence Block: A Walk among the Tombstones, 1992 (Endstation Friedhof, Ruhet in Frieden)

Matt Scudder, Ex-Polizist, Ex-Alkoholiker und Privatdetektiv ohne Lizenz, soll für den Dealer Kenne Kristo die Mörder seiner Frau suchen. Dass Kristo sie umbringen will, stört ihn nicht sonderlich.

Feine Verfilmung eines gewohnt feinen Matt-Scudder-Romans.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Liam Neeson, Dan Stevens, Boyd Holbrook, Brian ‘Astro’ Bradley, Ólafur Darri Ólafson, David Harbour, Adam David Thompson

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ruhet in Frieden“
Moviepilot über „Ruhet in Frieden“
Metacritic über „Ruhet in Frieden“
Rotten Tomatoes über „Ruhet in Frieden“
Wikipedia über „Ruhet in Frieden“ (deutsch, englisch)
Kriminalakte über „Ruhet in Frieden“ und Scott Frank

Meine Besprechung von Scott Franks „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014) und DVD

Thrilling Detective über Matt Scudder

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TV-Tipp für den 5. Dezember: Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones (+ Buchtipp: Lawrence Block: Drei am Haken)

Dezember 5, 2016

ZDF, 22.15

Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones (A Walk among the Tombstones, USA 2014)

Regie: Scott Frank

Drehbuch: Scott Frank

LV: Lawrence Block: A Walk among the Tombstones, 1992 (Endstation Friedhof, Ruhet in Frieden)

Matt Scudder, Ex-Polizist, Ex-Alkoholiker und Privatdetektiv ohne Lizenz, soll für den Dealer Kenne Kristo die Mörder seiner Frau suchen. Dass Kristo sie umbringen will, stört ihn nicht sonderlich.

Feine Verfilmung eines gewohnt feinen Matt-Scudder-Romans.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Liam Neeson, Dan Stevens, Boyd Holbrook, Brian ‘Astro’ Bradley, Ólafur Darri Ólafson, David Harbour, Adam David Thompson

Wiederholung: Mittwoch, 7. Dezember, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
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Rotten Tomatoes über „Ruhet in Frieden“
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Meine Besprechung von Scott Franks „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014) und DVD

Thrilling Detective über Matt Scudder

Bonushinweis

Inzwischen ist der zweite Scudder-Roman „Drei am Haken“ wieder auf Deutsch erhältlich.

In dem Roman will Scudder herausfinden, wer den kleine Gauner und Polizeispitzel Jake ‚Spnner‘ Jablon tötete.

Die ersten drei Scudder-Romane schrieb Lawrence Block innerhalb weniger Monate und sie haben noch nicht die Qualität der späteren Scudder-Romane. Lesenswerte PI-Krimis sind sie trotzdem.

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Lawrence Block: Drei am Haken

(neu übersetzt von Stefan Mommertz)

CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016

200 Seiten

11,76 Euro

4,99 Euro (Kindle-Preis)

Originalausgabe

Time to Murder and Create

Dell, 1977

Deutsche Erstausgabe

Blutgeld von einem Toten

Pabel, 1979

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „A drop of the hard stuff“ (2011)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Die Sünden der Väter“ (The Sins of the Fathers, 1976)

Meine Besprechung von Hal Ashbys Lawrence-Block-Verfilmung „8 Millionen Wege zu sterben“ (8 Million Ways to die, USA 1986)

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk amont the Tombstones, USA 2014) (und die DVD-Kritik)

Lawrence Block in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Endlich! Die Lawrence-Block-Matthew-Scudder-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“

November 14, 2014

Das Warten hat sich gelohnt. Jedenfalls für Fans von Lawrence Block und seiner Serie um Privatdetektiv Matt Scudder, die schon seit einer Ewigkeit auf eine zweite Scudder-Verfilmung warteten. Die erste war 1986 „8 Millionen Wege zu sterben“. Jeff Bridges spielte Scudder. Oliver Stone war einer der Drehbuchautoren, dem das Ergebnis nicht gefiel, und Hal Ashby führte Regie indem er die Schauspieler improvisieren ließ. Es war sein letzter Spielfilm. Davor drehte er Klassiker wie „Harold und Maude“, „Coming home – Sie kehren heim“ und „Willkommen, Mr. Chance“. Tolle Filme, aber Dramen, bei denen die Charaktere im Mittelpunkt stehen und der Plot Nebensache ist. Aber diese Plotvergessenheit war nicht das größte Problem von „8 Millionen Wege zu sterben“. Die Geschichte wurde von New York, vulgo Manhattan, nach Los Angeles verlegt. Von einer Stadt, in der man ohne Auto leben kann, in eine Stadt, in der man ohne Auto nicht leben kann. So wurde aus einem Charakter, der untrennbar mit seiner Stadt verbunden ist, ein Heimatloser; weshalb diese Scudder-Verfilmung als Romanverfilmung nicht besonders beliebt ist.
Seitdem war eine zweite Scudder-Verfilmung im Gespräch. Immerhin sind die siebzehn zwischen 1976 und 2011 erschienen Scudder-Romane, in denen der Ich-Erzähler Matt Scudder in Echtzeit altert, bei Krimifans beliebt und die Romane erhielten auch alle wichtigen Krimipreise. Teilweise mehrfach.
„A Walk among the Tombstones“ war der auserwählte Roman. In den vergangenen Jahren fanden immer wieder Gespräche statt. Unter anderem war Harrison Ford als Matt Scudder im Gespräch, aber vor dem Drehbeginn wurde das Projekt immer wieder gestoppt. „Die Scudder-Verfilmung kommt.“ war unter Lawrence-Block-Fans ein Running Gag, bis jetzt Scott Frank, der auch die Bücher für die grandiosen Elmore-Leonard-Verfilmungen „Get Shorty“ und „Out of Sight“ schrieb und mit „Die Regeln der Gewalt“ (The Lookout) ein gelungenes Regiedebüt gab, mit Liam Neeson, der seit einigen Jahren als Action-Star ein neues Publikum eroberte und der jetzt Matt Scudder verkörpert, endlich die langerwartete Verfilmung von „A Walk among the Tombstones“ gelang, die jetzt bei uns als „Ruhet in Frieden“ (nicht gerade der beste Titel) in die Kinos kommt.
Scudder ist ein Ex-NYPD-Cop, ein trockener Alkoholiker, der seinen Dienst quittierte, nachdem er betrunken ein Kind erschoss. Naja, nicht direkt erschoss. Es war ein Querschläger, der die siebenjährige Estrellita Rivera tötete, während er die beiden Räuber verfolgte, einen verletzte und den anderen erschoss. Scudder wurde dafür belobigt und während es in den Romanen lange dauerte, bis Scudder sich eingestand, ein Alkoholiker zu sein, und er lange mit seiner Sucht und den Rückfällen kämpfte, während er Treffen der Anonymen Alkoholiker besuchte, geht das im Film schneller.
Acht Jahre später, 1999, lebt er ein unauffälliges Leben in Manhattan, besucht AA-Treffen und erweist Menschen Gefälligkeiten. Er ist ein Privatdetektiv ohne Lizenz. Jetzt wird er von einem AA-Mitglied gebeten, dessen Bruder Kenny Kristo (im Roman Kenan Khoury) zu besuchen und ihm bei einem Problem zu helfen. Kennys Frau wurde entführt und bestialisch ermordet. Kenny will die Mörder finden und töten. Schon mit diesem Rachewunsch könnte Kenny keine Hilfe von der Polizei erwarten. Es gibt aber noch einen weiteren Grund: Kenny ist ein Drogendealer; einer der unauffällig lebt, wohlhabend ist und mit wenigen Drogenimporten innerhalb eines Jahres seinen Lebensstandard sichert. Er sieht sich als Importeur einer x-beliebigen Ware.
Scudder übernimmt den Auftrag. Bei seiner Suche entdeckt er mehrere ähnlich Fälle: jemand scheint die Frauen und Kinder von Drogenhändler zu entführen, ein Lösegeld zu erpressen und dann seine Opfer bestialisch umzubringen.
Scott Frank aktualisierte für den Film den schon 1992 erschienenen Roman etwas, indem er die Geschichte in die späten Neunziger verlegte. Er lässt, wie im Roman, den jugendlichen Computerexperten TJ, ein Straßenkind, mit dem Matt Scudder sich befreundet, auftreten. TJ hilft Scudder mit seinen Computerkenntnissen. Matts Freundin Elaine Mardell, eine Prostituierte, die ihr Geld klug investierte, und Mick Ballou, ein mit Matt befreundeter irischer Gangsterboss, fehlen. Doch auch ohne diese den Fans der Romanen vertrauten Charaktere bleibt Scott Frank dem Geist der Romanvorlage treu.
„Ruhet in Frieden“ ist ein melancholischer Noir-Privatdetektiv-Krimi, bei dem die Atmosphäre, die Charaktere und moralische Fragen im Mittelpunkt stehen, ohne explizit angesprochen zu werden. Denn Scudders Auftraggeber ist ein Verbrecher. Die anderen Opfer ebenso. Es geht um Selbstjustiz, aber auch ausgleichende Gerechtigkeit. Das führt dazu, dass zunehmend die sattsam bekannten Grenzen zwischen Gut und Böse zu einem einzigen Graubereich verschwimmen.

Ruhet in Frieden - Plakat

Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones (A Walk among the Tombstones, USA 2014)
Regie: Scott Frank
Drehbuch: Scott Frank
LV: Lawrence Block: A Walk among the Tombstones, 1992 (Endstation Friedhof, Ruhet in Frieden)
mit Liam Neeson, Dan Stevens, Boyd Holbrook, Brian ‚Astro‘ Bradley, Ólafur Darri Ólafson, David Harbour, Adam David Thompson
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ruhet in Frieden“
Moviepilot über „Ruhet in Frieden“
Metacritic über „Ruhet in Frieden“
Rotten Tomatoes über „Ruhet in Frieden“
Wikipedia über „Ruhet in Frieden“ (deutsch, englisch)
Kriminalakte über „Ruhet in Frieden“ und Scott Frank

Thrilling Detective über Matt Scudder

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte


Der erste Trailer für die Matt-Scudder-Verfilmung „A Walk among the Tombstones“

Mai 31, 2014

Endlich! Der erste Trailer für die lang erwartete Lawrence-Block-Verfilmung „A Walk among the Tombstones“ ist online:

Und der Trailer gefällt mir.

Liam Neeson spielt Matt Scudder; Scott Frank („Get Shorty“, „Out of Sight“, „Minority Report“) schrieb das Drehbuch und übernahm die Regie. Sein ziemlich unbekanntes Debüt „The Lookout“ hat mir gut gefallen.

Langjährige Block-Fans wissen, dass diese Scudder-Verfilmung in Hollywood seit Jahren im Gespräch war. Mit wechselnden Hauptdarstellern und Regisseuren.

Der US-Kinostart des Krimis ist am 19. September 2014. Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht. Aber schon ein Teaserplakat:

A Walk among the Tombstones

Der grandiose Roman „A Walk among the Tombstones“ erschien 1992. Der deutsche Titel lautet „Endstation Friedhof“ und der Heyne-Verlag hat für den 8. September eine Neuauflage angekündigt:

Block - Endstation Friedhof - Heyne 2014 - 4

Ach, ja: Lesebefehl!


TV-Tipp für den 16. Oktober: Out of Sight

Oktober 16, 2018

Nitro, 20.15

Out of sight (Out of Sight, USA 1998)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Elmore-Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


TV-Tipp für den 28. September: Die Regeln der Gewalt

September 28, 2018

ZDFneo, 23.25

Die Regeln der Gewalt (The Lookout, USA 2007)

Regie: Scott Frank

Drehbuch: Scott Frank

Nach einem Autounfall hat Chris sein Kurzzeitgedächtnis fast vollständig verloren. Um seinem Leben Struktur zu geben, ist er Putzmann in einer Bank. Da macht sich ein Pärchen an ihn ran. Er soll ihnen bei einem Banküberfall helfen.

Regiedebüt von Scott Frank, dem Drehbuchautor von „Get Shorty“, „Out of Sight“, „Minorty Report“ und „Logan“.

Heute ist die schon lange überfällige TV-Premiere des feinen Noirs.

mit Joseph Gordon-Levitt, Jeff Daniels, Matthew Goode, Isla Fisher, Carla Gugino, Bruce McGill, Alberta Watson, Alex Borstein, Sergio Di Zio

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Regeln der Gewalt“

Wikipedia über „Die Regeln der Gewalt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


TV-Tipp für den 19. August: Out of Sight

August 18, 2018

Arte, 20.15

Out of sight (Out of Sight, USA 1998)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Wiederholung: Mittwoch, 22. August, 13.50 Uhr

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


TV-Tipp für den 18. Februar: My Blueberry Nights (+ Buchtipp: „Die Sünden der Väter“ von Lawrence Block)

Februar 18, 2016

Eins Plus, 23.10

My Blueberry Nights (China/USA 2007, Regie: Wong Kar-wai)

Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)

Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.

Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.

Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman

Wiederholung: Freitag, 19. Februar, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Bonushinweis/Buchtipp

Block - Die Sünden der Väter

Eine erfreuliche Fans für Lawrence-Block-Fans: der Grandmaster höchstselbst hat jetzt veranlasst, dass seine Romane mit dem Ex-Polizisten Matthew Scudder, der in New York als Privatdetektiv ohne Lizenz arbeitet, wieder auf Deutsch erscheinen. Jedes Jahr sollen, so ist der Plan, mindestens zwei Scudder-Romane erscheinen. Dazwischen soll es Scudder-Kurzgeschichten geben.
(Einschub: genau der Scudder, der vor kurzem von Liam Neeson in Scott Franks „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ verkörpert wurde.)
In dem ersten Scudder-Roman, der in den USA 1976 erschien, will ein Vater wissen, wer seine Tochter warum ermordete. Denn er glaubt nicht an die offizielle Version und er will wissen, wie sie die vergangenen Jahre lebte. Scudder, der damals noch ein Trinker war, sucht den Mörder der Prostituierten.
Als Lawrence Block Mitte der siebziger Jahre schnell hintereinander die ersten Matt-Scudder-Romane schrieb, unterschieden sie sich nicht sehr von vielen anderen Privatdetektiv-Romanen. Vor allem die Länge (oder besser Kürze) und der damit verbundene Handlungsaufbau entsprachen den Konventionen. Trotzdem setzt Lawrence Block, wie schon in seinen vorherigen Romanen und der witzigen Evan-Tanner-Serie, eigene Duftnoten.
Einige Jahre später, nachdem Scudder sich zu seinem Alkoholismus bekennt, Mitglied der Anonymen Alkoholiker wird und versucht, seine Sucht zu bekämpfen, nehmen die Romane, die dann auch länger wurden, die entscheidende Wende, die Matt Scudder zu einem der großen Privatdetektive des 20. Jahrhunderts machte.
Aber diese Geschichte wird erst später erzählt. Bis dahin kann noch einmal tief in das New York der siebziger Jahre eingetaucht werden.

Lawrence Block: Die Sünden der Väter
(übersetzt von Stefan Mommertz)
CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016
200 Seiten
10,69 Euro (auch als E-Book erhältlich) (via Amazon)

Originalausgabe
The Sins of the Fathers
Dell, 1976

Deutsche Erstausgabe als „Mord unter vier Augen“

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „A drop of the hard stuff“ (2011)

Meine Besprechung von Hal Ashbys Lawrence-Block-Verfilmung „8 Millionen Wege zu sterben“ (8 Million Ways to die, USA 1986)

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk amont the Tombstones, USA 2014) (und die DVD-Kritik)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Wikipedia über „My Blueberry Nights“ (deutsch, englisch)

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film (nicht so umfangreich)

Film-Zeit über „My Blueberry Nights“

Rotten Tomatoes über “My Blueberry Nights”

Meine Besprechung von Wong Kar-wais “The Grandmaster” (Yi Dai Zong Shi, Hongkong/China 2013)


TV-Tipp für den 15. August: Out of Sight

August 14, 2015

ZDFneo, 20.15

Out of sight (USA 1998, Regie: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Über den feinen New-York-Gangsterthriller „Run all Night“

April 16, 2015

Vergessen wir einfach „96 Hours – Taken 3“ und wenden uns „Run all Night“ zu. Mit Liam Neeson als Mafiakiller, der in einer Dezembernacht in New York seinen Sohn, der zufällig Zeuge eines Mordes wurde, vor Gangstern und der Polizei beschützen will.
Jaa, das klingt jetzt nach „Taken 4“. Aber „Run all Night“ ist ein äußerst sehenswerter Gangsterthriller, der die Tradition und die Genreregeln kennt, sie gelungen variiert und mit einer ordentlichen Portion Action abschmeckt. Die Story erinnert Einige an „Road to Perdition“. Das stimmt. Aber „Road to Perdition“ ist mir auch viel zu prätentiös. „Run all Night“ will dagegen nur ein spannender Thriller sein, der nebenbei noch einige ernste Themen behandelt. Die nächtlichen Bilder von den weniger bekannten Ecken New Yorks und weil die Jagd quer durch die Millionenstadt geht, erinnern mich an Michael Manns „Collateral“, das ursprünglich ebenfalls in New York spielen sollte. Mann verlegte die Geschichte nach Los Angeles und genau wie „Collateral“ ein Porträt von Los Angeles ist, ist „Run all Night“ ein Porträt von Manhattan.
Weil Liam Neeson den irischen Mobkiller Jimmy Conlon spielt, porträtiert Jaume Collet-Serra in seinem Film auch den irischen Mob, der auch als „Westies“ bekannt ist. Wer will, kann als echtes Vorbild für Conlon den Mafiakiller Richard Kuklinski erkennen, der für Gambino-Familie mordete und der auch das entfernte Vorbild für den Erzähler in Dave Zeltsermans „Killer“ ist.
Auch die restliche Besetzung ist gut. Ed Harris spielt den irischen Mob-Boss, dessen Sohn von Conlon/Neeson erschossen wird, um seinen Sohn zu beschützen. Harris und Neeson haben euch einige tolle gemeinsame Szenen, in denen aus besten Freunden innerhalb weniger Stunden Todfeinde werden. Joel Kinnaman und Boyd Holbrook spielen die Söhne. Vincent D’Onofrio einen Polizisten, der seit Jahren Conlon verfolgt. Common einen eiskalten Killer, der nur an einer effektiven Erledigung seines Auftrages interessiert ist. Nick Nolte hat einen kurzen Auftritt als Neesons Bruder. Und Bruce McGill ist immer gut.
Brad Ingelsby („Auge um Auge – Out of the Furnace“ und, demnächst, das „The Raid“-Remake) schrieb das Drehbuch, in dem die Action die Handlung vorantreibt und auch einige ernste Themen fast schon nebenbei behandelt werden. Ich sage nur Familienbande, Freundschaft, Loyalität und die unterschiedlichen Lebensentwürfe von Vätern und Söhnen. Dabei gibt „Run all Night“ dann keine einfachen Antworten, sondern lässt alles, wie „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“, in einem wunderschönen Graubereich verschwinden. Das unterscheidet „Run all Night“, mit seinem durchaus sympathischen Siebziger-Jahre-Gefühl, dann auch von schlechteren Thrillern.
Insgesamt knüpft „Run all Night“ an „Unknown Identity“ und „Non-Stop“, die beiden vorherigen Filme des Teams Collet-Serra/Neeson, an.
Das war jetzt schon ziemlich lang, aber eigentlich sind das nur einige Ergänzungen zu meiner Filmbesprechung, die in der Stuttgarter Zeitung erschien.

Run all Night - Plakat

Run all Night (Run all Night, USA 2015)
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: Brad Ingelsby
mit Liam Neeson, Ed Harris, Joel Kinnaman, Boyd Holbrook, Bruce McGill, Genesis Rodriguez, Vincent D’Onofrio, Lois Smith, Common, Beau Knapp, Patricia Kalember, Nick Nolte
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Run all Night“
Moviepilot über „Run all Night“
Metacritic über „Run all Night“
Rotten Tomatoes über „Run all Night“
Wikipedia über „Run all Night“
Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013)


DVD-Kritik: „Ruhet in Frieden“ – mit dem Segen von Matt Scudder, Privatdetektiv ohne Lizenz

März 30, 2015

Bevor wir einen Blick auf das Bonusmaterial werfen, werfen wir einen Blick auf den Film. Zum Filmstart von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden“ mit Liam Neeson als Matt Scudder schrieb ich:

Das Warten hat sich gelohnt. Jedenfalls für Fans von Lawrence Block und seiner Serie um Privatdetektiv Matt Scudder, die schon seit einer Ewigkeit auf eine zweite Scudder-Verfilmung warteten. Die erste war 1986 „8 Millionen Wege zu sterben“. Jeff Bridges spielte Scudder. Oliver Stone war einer der Drehbuchautoren, dem das Ergebnis nicht gefiel, und Hal Ashby führte Regie indem er die Schauspieler improvisieren ließ. Es war sein letzter Spielfilm. Davor drehte er Klassiker wie „Harold und Maude“, „Coming home – Sie kehren heim“ und „Willkommen, Mr. Chance“. Tolle Filme, aber Dramen, bei denen die Charaktere im Mittelpunkt stehen und der Plot Nebensache ist. Aber diese Plotvergessenheit war nicht das größte Problem von „8 Millionen Wege zu sterben“. Die Geschichte wurde von New York, vulgo Manhattan, nach Los Angeles verlegt. Von einer Stadt, in der man ohne Auto leben kann, in eine Stadt, in der man ohne Auto nicht leben kann. So wurde aus einem Charakter, der untrennbar mit seiner Stadt verbunden ist, ein Heimatloser; weshalb diese Scudder-Verfilmung als Romanverfilmung nicht besonders beliebt ist.
Seitdem war eine zweite Scudder-Verfilmung im Gespräch. Immerhin sind die siebzehn zwischen 1976 und 2011 erschienen Scudder-Romane, in denen der Ich-Erzähler Matt Scudder in Echtzeit altert, bei Krimifans beliebt und die Romane erhielten auch alle wichtigen Krimipreise. Teilweise mehrfach.
„A Walk among the Tombstones“ war der auserwählte Roman. In den vergangenen Jahren fanden immer wieder Gespräche statt. Unter anderem war Harrison Ford als Matt Scudder im Gespräch, aber vor dem Drehbeginn wurde das Projekt immer wieder gestoppt. „Die Scudder-Verfilmung kommt.“ war unter Lawrence-Block-Fans ein Running Gag, bis jetzt Scott Frank, der auch die Bücher für die grandiosen Elmore-Leonard-Verfilmungen „Get Shorty“ und „Out of Sight“ schrieb und mit „Die Regeln der Gewalt“ (The Lookout) ein gelungenes Regiedebüt gab, mit Liam Neeson, der seit einigen Jahren als Action-Star ein neues Publikum eroberte und der jetzt Matt Scudder verkörpert, endlich die langerwartete Verfilmung von „A Walk among the Tombstones“ gelang, die jetzt bei uns als „Ruhet in Frieden“ (nicht gerade der beste Titel) in die Kinos kommt.
Scudder ist ein Ex-NYPD-Cop, ein trockener Alkoholiker, der seinen Dienst quittierte, nachdem er betrunken ein Kind erschoss. Naja, nicht direkt erschoss. Es war ein Querschläger, der die siebenjährige Estrellita Rivera tötete, während er die beiden Räuber verfolgte, einen verletzte und den anderen erschoss. Scudder wurde dafür belobigt und während es in den Romanen lange dauerte, bis Scudder sich eingestand, ein Alkoholiker zu sein, und er lange mit seiner Sucht und den Rückfällen kämpfte, während er Treffen der Anonymen Alkoholiker besuchte, geht das im Film schneller.
Acht Jahre später, 1999, lebt er ein unauffälliges Leben in Manhattan, besucht AA-Treffen und erweist Menschen Gefälligkeiten. Er ist ein Privatdetektiv ohne Lizenz. Jetzt wird er von einem AA-Mitglied gebeten, dessen Bruder Kenny Kristo (im Roman Kenan Khoury) zu besuchen und ihm bei einem Problem zu helfen. Kennys Frau wurde entführt und bestialisch ermordet. Kenny will die Mörder finden und töten. Schon mit diesem Rachewunsch könnte Kenny keine Hilfe von der Polizei erwarten. Es gibt aber noch einen weiteren Grund: Kenny ist ein Drogendealer; einer der unauffällig lebt, wohlhabend ist und mit wenigen Drogenimporten innerhalb eines Jahres seinen Lebensstandard sichert. Er sieht sich als Importeur einer x-beliebigen Ware.
Scudder übernimmt den Auftrag. Bei seiner Suche entdeckt er mehrere ähnlich Fälle: jemand scheint die Frauen und Kinder von Drogenhändler zu entführen, ein Lösegeld zu erpressen und dann seine Opfer bestialisch umzubringen.
Scott Frank aktualisierte für den Film den schon 1992 erschienenen Roman etwas, indem er die Geschichte in die späten Neunziger verlegte. Er lässt, wie im Roman, den jugendlichen Computerexperten TJ, ein Straßenkind, mit dem Matt Scudder sich befreundet, auftreten. TJ hilft Scudder mit seinen Computerkenntnissen. Matts Freundin Elaine Mardell, eine Prostituierte, die ihr Geld klug investierte, und Mick Ballou, ein mit Matt befreundeter irischer Gangsterboss, fehlen. Doch auch ohne diese den Fans der Romanen vertrauten Charaktere bleibt Scott Frank dem Geist der Romanvorlage treu.
„Ruhet in Frieden“ ist ein melancholischer Noir-Privatdetektiv-Krimi, bei dem die Atmosphäre, die Charaktere und moralische Fragen im Mittelpunkt stehen, ohne explizit angesprochen zu werden. Denn Scudders Auftraggeber ist ein Verbrecher. Die anderen Opfer ebenso. Es geht um Selbstjustiz, aber auch ausgleichende Gerechtigkeit. Das führt dazu, dass zunehmend die sattsam bekannten Grenzen zwischen Gut und Böse zu einem einzigen Graubereich verschwimmen.

Beim zweiten Ansehen fällt auf, wie zügig und ruhig Scott Frank in den ersten Minuten alle wichtigen Charaktere etabliert und er jede Schwarz-Weiß-Malerei vermeidet. So hat Matt Scudder in der ersten Minute einen Auftritt in bester Dirty-Harry-Manier. Aber er ist betrunken. Bei seinem ersten Treffen mit Kenny Kristo sagt er, dass für ihn die Korruption in der Polizei kein Problem war. Sie habe es ihm ermöglicht, seine Familie zu ernähren. Kurz darauf nimmt er den Auftrag an. In diesem Moment läuft der Film noch keine zwanzig Minuten.
Und Liam Neeson kann endlich wieder als Schauspieler in einem Kriminalfilm, Abteilung Privatdetektiv-Krimi, ohne übertriebenen Action-Bohei und Sekundenschnitten überzeugen.
Das Bonusmaterial besteht aus den informativen Featurettes „Ein Blick hinter die Kulissen“ und „Privatdetektiv Matt Scudder“ (in dem auch Lawrrence Block zu Wort kommt) und Interviews mit den Schauspielern Liam Neeson, Dan Stevens, David Harbour, Boyd Holbrook, den Produzenten Michael Shamberg, Stacey Sher und Tobin Armbrust und Regisseur Scott Frank. Das längste Interview ist mit Liam Neeson, weil es auch aus einem vor der Premiere in Berlin aufgenommenen Interview besteht. Dieses Interview könnte exclusiv auf der deutschen DVD sein. Die anderen Interviews sind Rohmaterial für die beiden Featurettes.
P. S.: Natürlich ist der Roman lesenswert. Wie alle Bücher von Lawrence Block.

Ruhet in Frieden - DVD-Cover

Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones (A Walk among the Tombstones, USA 2014)
Regie: Scott Frank
Drehbuch: Scott Frank
LV: Lawrence Block: A Walk among the Tombstones, 1992 (Endstation Friedhof, Ruhet in Frieden)
mit Liam Neeson, Dan Stevens, Boyd Holbrook, Brian ‘Astro’ Bradley, Ólafur Darri Ólafson, David Harbour, Adam David Thompson

DVD
Universum Film
Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial (48 Minuten): Featurettes, Interviews mit Cast & Crew, Deutscher und Originaltrailer, Wendecover
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ruhet in Frieden“
Moviepilot über „Ruhet in Frieden“
Metacritic über „Ruhet in Frieden“
Rotten Tomatoes über „Ruhet in Frieden“
Wikipedia über „Ruhet in Frieden“ (deutsch, englisch)
Kriminalakte über „Ruhet in Frieden“ und Scott Frank

Thrilling Detective über Matt Scudder

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Meine Besprechung von Hal Ashbys Lawrence-Block-Verfilmung „8 Millionen Wege zu sterben“ (8 Million Ways to Die, USA 1986)

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstone, USA 2014)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Ach ja: Zum Filmstart mit neuem Cover wieder veröffentlicht und ein absoluter Lesebefehl:

Block - Ruhet in Frieden - 4

Lawrence Block: Ruhet in Frieden

(übersetzt von Sepp Leeb)

Heyne, 2014

368 Seiten

9,99 Euro


TV-Tipp für den 28. Dezember: Schnappt Shorty

Dezember 27, 2014

Tele 5, 20.15

Schnappt Shorty (USA 1995, Regie: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Get Shorty, 1990 (Schnappt Shorty)

Musik: John Lurie

Ein Mafia-Geldeintreiber aus Miami gerät in Hollywood an einen drittklassigen Filmproduzenten. Der Geldeintreiber möchte, dass sein Leben verfilmt wird. Aber diese Hollywood-Fritzen sind irgendwie anders.

Köstliche Leonard-Verfilmung über den Zusammenprall zweier Welten: eiskalter Profikiller trifft auf die Hollywood-Schickeria.

Von Elmore Leonards Homepage: „With Get Shorty Hollywood finally did right by Elmore and put his ´sound´ on the screen and not just his plots. In Scott Frank´s screenplay, the lines in the movie were delivered just the way that they were written, seriously, without reaction. The fact that many lines were funny, labeled Get Shorty a comedy, and helped make it a box-office hit. The story is about Chili Palmer, (John Travolta) who is ´fired´ by his unstable loanshark boss, Ray Bones (Dennis Farina). Ray sends Chili to Vegas to collect a bad debt, and a casino boss there enlists Chili to find an even bigger deadbeat: Harry Zimm (Gene Hackman), a Hollywood producer of low-budget horror films. In Hollywood, Chili meets Harry, as well as his scream-queen leading lady, Karen Flores (Rene Russo); Harry’s drug-dealing financier, Bo Catlett (Delroy Lindo), and his muscle, Bear (James Gandolfini). ´Shorty´ is Karen’s ex, Martin Weir (Danny DeVito), a big star with a giant ego. Chili learns that being a wiseguy helped when you wanted to produce movies. Get Shorty was win, win, win. Everything worked perfectly. The film had a winning combination in Danny DeVito’s Jersey Films, screenwriter Scott Frank and Director Barry Sonnenfeld. Everybody liked Elmore´s work and wanted to put it on the screen – the right way. Elmore was on the set four days in Beverly Hills. A couple of times, Barry came over after the shot and asked him what he thought, and if he had any suggestions. Elmore was surprised and tickled a little that a director would ask the book writer his opinion.“

Mit John Travolta, Gene Hackman, Rene Russo, Danny DeVito, Dennis Farina, Delroy Lindo, James Gandolfini, Martin Ferrero, Miguel Sandoval, Harvey Keitel, Bette Midler

Wiederholung: Mittwoch, 31. Dezember, 00.25 Uhr (Taggenau! – Danach läuft die nicht sehenswerte Fortsetzung „Be Cool“)

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Jetzt ist Denzel Washington „The Equalizer“

Oktober 9, 2014

Wie die demnächst startende sehr gelungene Matt-Scudder-Verfilmung „Ruhet in Frieden“ (A walk among the Tombstones) war auch „The Equalizer“ seit gefühlten Ewigkeiten angekündigt. Immer wieder mit Namen, die einen guten Film versprachen. Wobei „The Equalizer“ als Kinoversion einer TV-Serie natürlich das Schicksal von ungefähr jeder erfolgreichen und gefühlt jeder zweiten nicht erfolgreichen TV-Serie teilt, dass es natürlich eine Kinofassung oder eine TV-Neuauflage geben soll, es dann mehr oder weniger lange dauert, bis die Neufassung kommt und sie das Herz des Altfans nicht erfreut, weil auf so ziemlich alles verzichtet wird, was die Originalserie so erfolgreich machte. Bei den TV-Neuauflagen fallen mir spontan „Kojak“ (nach wenigen grottigen Folgen gecancelt) und „Detektiv Rockford“ (da war der Pilotfilm so schlecht, dass er gleich ins Archiv gesteckt wurde) ein. Oh, und „ Hawaii Five-0“. Die ist zwar erfolgreich, aber ich habe nur ungefähr anderthalb Folgen ausgehalten. Immerhin wird solange nicht ernsthaft über eine „Magnum“-Neuauflage nachgedacht. Die ist nämlich auch schon seit Ewigkeiten im Gespräch.
Bei den Kinofassungen von TV-Serien hat der Spielfilm, bis auf einige vernachlässigbare Kleinigkeiten, nichts mit der Serie zu tun. Die Ausnahme ist „Miami Vice“, die so nah an der Serie war, dass ich immer noch nicht weiß, warum Michael Mann diesen Spielfilm drehen musste. Bei „21 Jump Street“, „Starsky & Hutch“, „3 Engel für Charlie“, „Mit Schirm, Charme und Melone“, „Mission: Impossible“ und „The Saint“, um nur einige Beispiele zu nennen, hilft es die Serie nicht zu kennen oder nicht zu mögen.
Auch „The Equalizer“ reiht sich in die Mehrheit der freien Versionen ein. Von der köstlichen, aber schlecht gealterten Serie, wurde der Name des Helden übernommen und dass er in der Vergangheit als Geheimagent arbeitete. Der Rest wird besser, wenn man entweder die Serie nicht kennt oder wenn man den Spielfilm nicht mit der Serie vergleicht. Denn wo der TV-McCall versucht, Konflikte möglichst ohne Gewalt zu lösen und er, aufgrund seiner Vergangenheit, nicht mehr töten will, stapeln sich im Film recht schnell die Leichen, weil der Film-McCall lieber im alttestamentarischem „Auge um Auge“-Modus arbeitet. Gerne mit einer „Auge um Kopf“-Zugabe.
In Antoine Fuquas Film ist Denzel Washington Robert McCall, der in Boston in einem Baumarkt arbeitet, allein lebt, einen Ordnungstick hat und nachts in einem Dinner alte Bücher liest. Die nächtliche Lektüre wird von banalen Gesprächen mit der Hure Teri (Chloë Grace Moretz) unterbrochen. Bei der Arbeit ist er der immer höfliche, immer hilfsbereite, unauffällige Kollege, der die Kassiererin selbstlos tröstet und ebenso selbstlos einem Kollegen, der Wachmann werden möchte, bei den Vorbereitungen, inclusive einem Fitnessprogramm, hilft. Er ist der sprichwörtlich Mister Unauffällig.
Als Teri verschwindet und kurz darauf halb tot im Krankenhaus liegt, beschließt er, ihr zu helfen. Wobei nicht wirklich nachvollziehbar ist, warum er wegen diesem Mädchen sein mönchisches Leben aufgibt und er den Kampf gegen die gesamte Russen-Mafia, die Teri als ihr Eigentum betrachtet, aufnimmt. McCall bringt, nachdem er dem lokalen Statthalter ein von Anfang an sinnloses finanzielles Angebot machte, einige Mafiosi um. Spätestens ab diesem Moment ist er im „Man on Fire“-Modus, der achselzuckend für sein Ziel über von ihm aufgestapelte Leichenberge geht.
Die Mafia ist natürlich nicht besser. Der russische Oberboss schickt den effektiven Problemlöser Teddy, der den unbekannten Mörder sucht. Dabei hilft ihm die korrupte Polizei.
„The Equalizer“ ist ein okayer bis guter Siebziger-Jahre-Action-Thriller, der sich viel Zeit für seine Charaktere nimmt. Es gibt wenig Action und die wirkt auch immer angenehm realistisch, vor allem wenn McCall gegen Ende an seiner Arbeitsstätte gegen die Bösewichter kämpft und dabei zeigt, was man alles mit handelsüblichem Werkzeug anstellen kann. Einige Action-Szenen, wie ein Kampf in McCalls „Nighthawks“-Diner, finden auch komplett off screen statt.
Allerdings ist der Thriller mit über zwei Stunden auch zu lang geraten, weshalb es nicht gestört hätte, wenn Fuqua die simple Rachegeschichte auf die Siebziger-Jahre-Thriller-Länge, die so um die 100 bis 110 Minuten liegt, gekürzt hätte.
In den USA ist der Film ein Kassenhit und ein zweiter Teil ist bereits in der Planung. Dann auch mit der aus der TV-Serie bekannten Anzeige „Odds against you? Need help? Call the Equalizer. 212 555 4200“ und gerne auch mit weniger Toten.

The Equalizer - Plakat

The Equalizer (The Equalizer, USA 2014)
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Richard Wenk (basierend auf der von Michael Sloan und Richard Lindheim erfundenen TV-Serie)
mit Denzel Washington, Marton Csokas, Chloë Grace Moretz, David Harbour, Haley Bennett, Bill Pullman, Melissa Leo, David Meunier, Johnny Skourtis, Alex Veadov
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Equalizer“
Moviepilot über „The Equalizer“
Metacritic über „The Equalizer“
Rotten Tomatoes über „The Equalizer“
Wikipedia über „The Equalizer“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von „The Equalizer – Staffel 1“

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)



Wer einen Blick auf den echten Equalizer werfen will, kann inzwischen auch auf Deutsch die ersten beiden, bei Koch Media erschienenen Staffeln kaufen und, mit der Musik von „The Police“-Drummer Stewart Copeland, in das New York der achtziger Jahre eintauchen und sehen wie Edward Woodward als „Schutzengel von New York“ Menschen hilft, denen sonst niemand hilft. Weil vor Ort gedreht wurde, gibt es viele Bilder von damals sehr schmuddeligen New York und etliche Auftritte von Schauspielern, die heute bekannt sind.

The Equalizer - DVD-Cover D-2013

The Equalizer - Staffel 2 - DVD-Cover


Cover der Woche

September 16, 2014

Block - A Walk among the Tombstones

Das gibt mir die Gelegenheit, auch gleich das deutsche Cover der für Mitte Oktober angekündigten deutschen Neuausgabe des Romans zu posten:

Block - Ruhet in Frieden - 4

Der Anlass für die Neuausgabe – ihr habt natürlich erkannt, dass da Liam Neeson auf euch zumarschiert – ist die am 13. November 2014 in unseren Kinos startende Verfilmung, über die ich ja schon am 31. Mai geschrieben habe.

Scott Frank (yeah, der Mann, der die Bücher für die genialen Elmore-Leonard-Verfilmungen „Out of Sight“ und „Get Shorty“ schrieb) schrieb das Drehbuch und führte wieder Regie.

Sein Regiedebüt war der übersehene Noir-Gangsterfilm „The Lookout – Die Regeln der Gewalt“. Sein nächster Film, ein TV-Film, heißt „Hoke“ und Paul Giamatti spielt Hoke Moseley, den von Charles Willeford erfundenen Polizisten. Muss ich noch mehr sagen?

Ach ja, inzwischen gibt es auch einen deutschen Trailer für den Noir:

 

 


Übersetzen? Lawrence Block: A drop of the hard stuff

September 19, 2011

Seit dem letzten Matt-Scudder-Roman „All the flowers are dying“ sind sechs Jahre vergangen und im neuesten Scudder-Roman „A drop of the hard stuff“ erzählt Lawrence Block die Geschichte von Matt Scudder, Ex-Cop, trockener Alkoholiker und Privatdetektiv, nicht weiter, sondern er springt zurück in die Vergangenheit. In die frühen achtziger Jahre, als Matt Scudder in Manhattan die meiste Zeit auf Treffen der Anonymen Alkoholiker verbrachte und versuchte, trocken zu bleiben.

Und er arbeitet als „Privatdetektiv“. Eine Lizenz hat er nicht und eine nachvollziehbare Abrechnung macht er auch nicht. Stattdessen geben ihm seine Auftraggeber einfach eine bestimmte Geldmenge, und wenn Scudder glaubt, dass er mehr Geld benötigt, sagt er es. Oft findet er seine Klienten bei den Anonymen Alkoholikern oder AA-Mitglieder sind betroffen.

Jetzt, kurz bevor Matt Scudder sein erstes Jahr ohne Alkohol feiern kann, will Greg, dass Scudder herausfindet, wer Jake Ellery ermordete. Ellerys Sponsor vermutet, dass der Täter einer der Menschen ist, die Ellery für die achte Stufe des aus zwölf Stufen bestehenden Programms der Anonymen Alkoholiker aufschrieb und anschließend besuchte, um sie um Verzeihung zu bitten.

Scudder beginnt das Leben von Ellery zu erforschen. Dabei kannten sie sich als Jugendliche und verloren sich später aus den Augen. Scudder wurde Polizist. Ellery Verbrecher.

Für langjährige Matt-Scudder-Fans, wie mich, ist „A drop of the hard stuff“ eine willkommene Rückkehr ihres Helden und ein Blick zurück in die Jahre, die Matt Scudder zu einem so beliebten und wichtigen literarischen Charakter machten. Damals war Lawrence Block mit seinen Scudder-Romanen auch ständiger Gast auf den Nominierungslisten für den Edgar- und Shamus-Award und er durfte die begehrte Trophäe auch mehrmals mit nach Hause nehmen. Doch während in den Scudder-Romanen aus den achtziger und neunziger Jahren (wie – Achtung, Kauftipp! – „Eight Million Ways to Day“ [Viele Wege führen zum Mord], „When the sacred ginmill closes“ [Nach der Sperrstunde], „Out on the cutting edge“ [Engel der Nacht], „A ticket to the boneyard“ [Ein Ticket für den Friedhof], „A dance in the slaughterhouse“ [Tanz im Schlachthof], „A walk among the tombstones“ [Endstation Friedhof], „The devil knows you’re dead“ [Der Teufel weiß alles], „A long line of dead men“ [Der Privatclub]) vor allem die Beschreibung des alltäglichen Lebens in der Großstadt und der dort lebenden Menschen im Mittelpunkt stand, ist es hier eher Scudders Versuch, seinen Alkoholismus zu überwinden und trocken zu bleiben. Das war in den früheren Romanen auch wichtig, aber nicht so wichtig, dass die die Mördersuche zur absoluten Nebensache wird.

Insofern ist „A drop of the hard stuff“ eher ein Buch für die Block-Fans, die bekannte Charaktere, wie seinen AA-Sponsor Jim Faber und seine Freundin, die Künstlerin Jan Keane, wiedertreffen. Neueinsteiger sollten sich einen anderen Scudder-Roman schnappen.

Trotzdem würde ich eine Übersetzung des inzwischen siebzehnten Matt-Scudder-Romans empfehlen. Aber zuerst sollten die noch nicht übersetzten Scudder-Romane „Hope to die“ und „All the flowers are dying“ übersetzt werden.

Eine Gesamtausgabe der schon lange nicht mehr erhältlichen älteren, bei verschiedenen Verlagen erschienenen Scudder-Romane (die Rechte sind, soweit ich weiß, frei) wäre auch schön. Denn Matt Scudder ist einer der großen Privatdetektive und seine Bedeutung für die Entwicklung des Genres und damit die jüngeren Privatdetektivromane kann nicht überschätzt werden.

Lawrence Block: A drop of the hard stuff

Mulholland Books, 2011

336 Seiten

ungefähr 20 Euro

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

A writer’s life: Lawrence Block über „A drop of the hard stuff“, Matt Scudder und den ganzen Rest

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte

 


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