Neu im Kino/Filmkritik: Der Cannes-Drehbuchgewinner „Glücklich wie Lazzaro“

September 17, 2018

Es ist ein schweres Leben, das die Landarbeiter auf dem Landgut der Marquesa Alfonsina de Luna irgendwo in Italien haben. Es ist auch ein einfaches Leben, das mehr an das 19. als an das 21. Jahrhundert erinnert. Auf den ersten Blick, auch weil der Gesandte der Marquesa mit einem Moped in das abgeschiedene Dorf einfährt und Transporte mit einem alten Laster erledigt werden, dürfte es sich um die fünfziger Jahr handeln. Also eine Zeit, als die alten Herrschaftsverhältnisse noch existierten und Männer den armen Süden verließen, um im Norden zu arbeiten. Wobei es dort auch nicht unbedingt besser war. Cineasten fallen jetzt etliche neorealistische Meisterwerke ein und in dieser Tradition steht Alice Rohrwachers neuer, in Cannes mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichneter,handlungsarmer, poetischer Film „Glücklich wie Lazzaro“. Der titelgebende Lazzaro ist ein junger, schüchterner Mann, der am Ende immer die Drecksarbeit machen muss. Er beklagt sich allerdings nie darüber. Und, selbstverständlich, ist sein Name nicht zufällig ausgewählt.

Langsam schleichen sich Irritationen in das immer wieder poetisch überhöht gezeichnete Bild des Landlebens. Tancredi, der Sohn der Marquesa, der gegen seinen Willen den Sommer auf dem Landgut verbringen muss, hat eine Frisur und ein T-Shirt, das nach den achtziger Jahren aussieht und es gibt Telefone, die noch moderner sind. Und je näher der Film so an die Gegenwart rückt, desto unglaubwürdiger wird das Bild der abgeschieden auf dem Land in einer selbstverschuldeten Unmündigkeit lebenden Gemeinschaft, die noch so lebt, wie vor hundert Jahren. Jedenfalls wenn man „Glücklich wie Lazzaro“ als neorealistischen Film und nicht als Märchen, als eine italienische Version des magischen Realismus, betrachtet.

Tancredi befreundet sich mit Lazzaro. Gleichzeitig nutzt er ihn aus, indem er ihn anstiftet, mit ihm seine Entführung vorzutäuschen. Tancredi will so eigentlich nur seine Mutter ärgern. Aber die Situation eskaliert so sehr, dass nach einem Anruf die Polizei auftaucht und die Herrschaft der Marquesa beendet. Denn sie hielt ihren Arbeiter unmündig wie Sklaven und enthielt ihnen Rechte vor, die sie schon lange hatten.

In dem Moment beginnt die zweite, deutlich schwächere Hälfte des Films. Während in der ersten Hälfte alles zusammen passte, erscheint hier vieles nur noch skizziert und viel zu oft widersprüchlich.

Jahre nachdem sie aus der Knechtschaft der Marquesa befreit wurden, leben die Landarbeiter in tiefster Armut in einer anonymen Großstadt. Eines Tages taucht Lazzaro wieder auf. Nach dem Sturz von einer Klippe müsste er eigentlich tot sein. Aber er überlebte den Sturz und, während die anderen Landbewohner älter wurden, sieht er noch so aus wie damals.

Während die erste Hälfte des Films tief im Neorealismus und dem Magischen Realismus steckt und ein sehr stimmungsvolles Bild des Landlebens und ein klares Bild feudaler Strukturen und Machtverhältnisse zeichnet, spielt die zweite Hälfte in der Welt von Aki Kaurismäki. Nur funktionieren hier die in der ersten Hälfte gesetzten Parameter nicht mehr. Auch das naive Verhalten von Lazzaro nervt zunehmend. Jedenfalls wenn man auf seiner Seite stehen soll. War er im ersten Teil noch der glückliche Naivling, ist er jetzt eine Art fehlgeleiteter Wiedergänger von Jesus. Seine Taten werden zunehmend unverständlicher und auch irrationaler. Außer man geht davon aus, dass dieser Lazarus den Herrschenden helfen will und er, wie ein Roboter, über keinen Hauch von Intelligenz verfügt. Nur: Soll das, in einer „Geschichte, die von der Möglichkeit des Gutseins erzählt“ (Rohrwacher), die Mission eines Heiligen sein?

Diese missglückte zweite Hälfte verdirbt sehr viel von dem guten Eindruck der ersten Hälfte des Films.

Glücklich wie Lazzaro (Lazzaro felice, Italien/Deutschland/Frankreich/Schweiz 2018)

Regie: Alice Rohrwacher

Drehbuch: Alice Rohrwacher

mit Adriano Tardiolo, Agnese Graziani, Alba Rohrwacher, Luca Chikovani, Tommaso Ragno, Sergi Lopez, David Bennet, Nicoletta Braschi

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Glücklich wie Lazzaro“

Metacritic über „Glücklich wie Lazzaro“

Rotten Tomatoes über „Glücklich wie Lazzaro“

Wikipedia über „Glücklich wie Lazzaro“ (deutsch, englisch, italienisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Aki Kaurismäki erkundet „Die andere Seite der Hoffnung“

März 29, 2017

Die andere Seite der Hoffnung“ heißt der neue Film von Aki Kaurismäki, der nach einer sechsjährigen Spielfilmpause (unterbrochen von zwei Kurzfilmen) in unsere Kinos kommt und es ist ein echter Kaurismäki. In jeder Beziehung. Von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der junge Syrer Khaled kommt als blinder Passagier in Helsinki an und bittet um Asyl. Während sein Asylverfahren läuft, er sich mit einem anderen Asylbewerber befreundet, sein Antrag abgelehnt wird und er untertaucht, trennt sich der Männerhemdenvertreter Wikström von seiner Frau, löst sein Geschäft auf, gewinnt bei einem Poker-Spiel genug Geld für sein neuestes Projekt: ein Restaurant. Es liegt in Helsinki in einer menschenleeren Gasse in einem Viertel, in dem die Zeit stehen geblieben ist und es wurde, – nun, wir sind in einem Kaurismäki-Film -, spätestens seit den fünfziger Jahren nicht mehr renoviert. Das Personal ist vorbildlich desinteressiert und ambitionslos, aber ehrbar. Wikström kauft das Lokal und übernimmt die eingeschworene Mannschaft.

Bis der Restaurantbesitzer und der abgelehnte Flüchtling sich treffen und Wikström ihn bei sich als Verstärkung seines Personals aufnimmt, vergeht einige Zeit.

Im Gegensatz zu seinem vorherigen Film „Le Havre“, der eine ähnliche Geschichte in Frankreich erzählte, funktioniert in „Auf der anderen Seite der Hoffnung“ die Verknüpfung einer Flüchtlingsgeschichte mit dem vertrauten Kaurismäki-Kosmos nicht so gut. Es vergeht einfach zu viel Filmzeit, bis Khaled und Wikström aufeinandertreffen. Bis dahin erzählt Kaurismäki eine 08/15-Flüchtlingsgeschichte, die sich an dem Asylverfahren entlanghangelt und letztendlich nur die bekannten Bilder von Flüchtlingen in einer fremden Umgebung wiederholt, und eine typische Kaurismäki-Geschichte, die in ihrer atemberaubenden Lakonie in ein, zwei Bildern, ein, zwei Sätzen, ganze Geschichten erzählt. Zum Beispiel: wenn Wikström sich von seiner Frau trennt, wird kein Wort gesagt. Er packt seine Sachen, gibt ihr den Ehering und geht. Sie raucht ihre Zigarette zu Ende und legt den Ring in den schon gut gefüllten Aschenbecher.

Es gibt, wie immer, wunderschöne Bilder vom Zusammenhalt der ewigen Verlierer, die von den bekannten Kaurismäki-Stars und einigen Neuzugängen gespielt werden. Es gibt einen Oldtimer und ein Plakat von Jimi Hendrix, das so gar nicht in Wikströms Lokal passt. Und es gibt, selbstverständlich, herrlich abgehangene Rockmusik, live vor der Kamera eingespielt.

Auf der Berlinale erhielt Kaurismäki für sein pathosfreies Flüchtlingsdrama den Silbernen Bären für die beste Regie.

Ich gebe offen zu, dass ‚Die andere Seite der Hoffnung‘ bis zu einem gewissen Grad das ist, was man unter einem tendenziösen Film versteht. Es ist ein Film, der ohne Skrupel die Ansichten und Meinungen seiner Zuschauer verändern will, indem er, um dieses Ziel zu erreichen, ihre Gefühle manipuliert.

Ein solcher Versuch muss natürlich scheitern. Was aber, so hoffe ich, davon übrig bleiben wird, ist eine integre und etwas melancholische Geschichte, die der Humor vorwärts trägt. Ein ansonsten fast realistischer Film über gewisse menschliche Schicksale in der Welt, in der wir heute leben.“ (Aki Kaurismäki über seinen Film)

P. S.: Am 4. April feiert er seinen sechzigsten Geburtstag.

Die andere Seite der Hoffnung (Toivon Tuolla Puolen, Finnland 2017)

Regie: Aki Kaurismäki

Drehbuch: Aki Kaurismäki

mit Sherwan Haji, Sakari Kuosmane, Ilkka Koivula, Janne Hyytiäinen, Nuppu Koivu, Kaija Pakarinen, Niroz Haji, Simon Hussein Al-Bahoon, Kati Outinen

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die andere Seite der Hoffnung“

Metacritic über „Die andere Seite der Hoffnung“

Rotten Tomatoes über „Die andere Seite der Hoffnung“

Wikipedia über „Die andere Seite der Hoffnung“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Die andere Seite der Hoffnung“

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Filmverleih)

Meine Besprechung von Aki Kaurismäkis „Le Havre“ (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011)

Die Berlinale-Pressekonferenz


TV-Tipp für den 29. März: Le Havre

März 29, 2017

Arte, 20.15

Le Havre (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011, Regie: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Die Kaurismäki-Version eines Feelgood-Movies: Schuhputzer Marcel hilft einem afrikanischem Flüchtlingskind und schnell ist das gesamte Stadtviertel involviert.

Aki Kaurismäkis seit der Berlinale nicht mehr neuer Film „Le Havre“ ist nach den etwas enttäuschenden „Lichter der Vorstadt“ (zu knappe Dialoge, zu viel ‘going through the motions’) wieder ein richtig guter Kaurismäki-Film, der in vielem an den „Mann ohne Vergangenheit“ erinnert.

Danach, um 21.45 Uhr zeigt Arte die Doku „Es war einmal…Le Havre“ (Frankreich 2014) über den Film und um 22.35 Uhr „Ariel – Abgebrannt in Helsinki“ (Finnland 1988), ein etwas älterer, gewohnt zeitloser Kaurismäki.

Der heutige Abend ist Teil der Aki-Kaurismäki-Filmreihe, die gut als Einstimmung zu seinem neuen Film „Die andere Seite der Hoffnung“ (Kinostart: 30. März, – Jubelkriitk zum Filmstart) dienen kann

mit André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin, Blondin Miguel, Elina Salo, Evelyne Didi, Quoc-Dung Nguyen, Roberto Piazza (aka Little Bob; Denn was wäre ein Kaurismäki-Film ohne Musik?), Jean-Pierre Léaud

Wiederholung: Donnerstag, 30. März, 13.35 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Le Havre“

Rotten Tomatoes über “Le Havre”

Wikipedia über „Le Havre“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaursimäkis “Le Havre” (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschand 2011)


TV-Tipp für den 22. März: Der Mann ohne Vergangenheit

März 22, 2017

Arte, 20.15

Der Mann ohne Vergangenheit (Finlannd/Deutschland/Frankreich 2002, Regie: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Kaurismäki erzählt in seinem typischen knappen Stil von einem Mann, der sein Gedächtnis verliert und bei den armen, am Hafen von Helsinki lebenden Menschen ein neues Leben beginnt.

Ein feiner Film und mit etwas über neunzig Minuten für Kaurismäki-Verhältnis ein überlanges Epos.

„Ich erzähle eine Art Märchen mit Happy End. Das suchen wir doch alle im richtigen Leben – vergebens. Es reicht ja, wenn ich selbst in Hoffnungslosigkeit ersaufe. Dabei träume ich in einem Winkel meines Herzens, dass jeder glücklich sein sollte – eine Illusion.“ (Aki Kaurismäki in einem Interview in der AZ, 14. September 2002)

„eine der bewegendsten Kino-Liebesgeschichten der letzten Jahre“, sagt Jan Schulz-Ojala in Eue/Söffkers Sammelband „Aki Kaurismäki“ über den zweiten Teil von Kaurismäkis Verlierer-Trilogie. Teil eins war „Wolken ziehen vorüber“, Teil drei „Lichter der Vorstadt“.

Auftakt einer Aki-Kaurismäki-Filmreihe, die gut als Einstimmung zu seinem neuen Film „Die andere Seite der Hoffnung“ (Kinostart: 30. März, – Jubelkriitk zum Filmstart) dienen kann.

mit Markku Peltola, Kati Outinen, Annikki Tähti, Juhani Niemelä

Hinweise

Wikipedia über „Der Mann ohne Vergangenheit“ (deutsch, englisch)

3sat über “Der Mann ohne Vergangenheit”

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Filmverleih)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaurismäkis „Le Havre“ (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: Königin Kristina Wasa ist „The Girl King“ – und lesbisch

Juli 24, 2016

Als Fünfjährige wird Kristina 1632, mitten im Dreißigjährigem Krieg, die Thronfolgerin für ihren im Kampf gestorbenen, protestantischen Vater König Gustav II. Adolf. Gemäß seinen Anweisungen wird sie zu einem Regenten erzogen. Sie erhält also, was damals ungewöhnlich war, eine rein männliche Ausbildung. Sie lernt Reiten, Fechten, Mathematik, Geographie und mehrere Sprachen. Die Protestantin interessiert sich für Philosophie, Glaubensfragen und die Künste.

1644 übernimmt sie mit 18 Jahren die Regentschaft von Schweden und sie ist eine der Betreiberinnen und Unterzeichnerinnen des Westfälischen Frieden, der 1648 geschlossen wird. Er ist der Ausgangspunkt für das moderne Völkerrecht. Sie versucht, aufgrund ihrer vielfältigen Interessen Stockholm zu einem Zentrum des intellektuellen Lebens zu machen. So korrespondiert sie mit René Descartes und lädt ihn nach Stockholm an ihren prunkvollen Hof ein. Und sie ist, wie der Prager Kunstraub zeigt, nicht zimperlich, wenn es darum ging, ihre Schatzkammer mit Gemälden, Statuen und Kristallen zu füllen.

1650 wird sie zur Königin gekrönt.

1654 dankt sie ab und überlässt die Krone ihrem Cousin Karl Gustav.

Kristina verlässt Schweden, tritt zum Katholizismus über und lebt bis zu ihrem Tod 1689 in Rom, wo die die Accademia dell‘ Arcadia für Philosophie und Literatur gründet.

Mika Kaurismäki, der ältere Bruder von Aki Kaurismäki, inszenierte jetzt mit „The Girl King“ einen Film über diese faszinierende Frau, der sich auf die zehn Jahre zwischen dem Anfang ihrer Regenschaft und ihrer Abdankung konzentriert. Das waren für Kristina bewegte Jahre, aus denen man mehrere Filme machen könnte. Aber „The Girl King“ findet nie eine wirkliche Haltung zu seiner Geschichte und seinem Umgang mit Fakten und mehr oder weniger elaborierter faktenbasierter Fiktion im Dienst einer stringenten Geschichte.

Das liegt auch an der lesbische Liebesgeschichte, die Kristina angedichtet wird und die ihre Abneigung gegenüber einer Heirat erklären soll. Danach war Kristina in ihre Kammerzofe Ebba Sparre verliebt und sie will diese Liebe nicht nur im stillen Kämmerlein ausleben. Denn dort wäre es für Niemanden am Hof ein Problem. Sie will auch keinen der Männer, die um sie werben, heiraten, weil sie sie nicht liebt. Allerdings war damals das Konzept der Liebesheirat noch unbekannt. Heirat war ein politisches Geschäft, um Königshäuser zusammenzulegen. Adoption, wie wir im Film sehen, genauso.

Diese Liebschaft, die sie nicht nur im Verborgenen ausleben will, ist dann auch der Grund und die Möglichkeit, um sie aus ihrem Amt zu drängen. Denn selbstverständlich ist der Freigeist, der neugierig ist und damit auch zwischen dem Protestantismus und dem Katholizismus schwankt, ein Problem für den schwedischen Reichsrat und ihre mehr oder weniger engen Berater. Nachdem der Dreißigjährige Krieg zwischen Protestanten und Katholiken geführt wurde, war die Frage des Glaubens hochpolitisch.

Dazu kamen noch ihre exorbitanten Ausgaben für die schönen Künste, die sie mehr als die Regierungsgeschäfte interessierten.

Da hätte man aus den Bruchstücken von Kristinas Biographie ein kraftvolles Drama erzählen können. Aber Kaurismäkis Film bebildert nur, wie ein Lexikonartikel, ihre Biographie ohne jemals emotional zu packen oder auch nur ein nachhaltiges Interesse für Kristina zu wecken. Martina Gedeck, die drei Szenen als Kristinas dem Wahnsinn verfallende Mutter Maria Eleonora von Brandenburg hat, hinterlässt dagegen einen nachhaltigen Eindruck als Frau, die den Tod ihres Mannes nicht überwinden kann.

The Girl King“ ist halt TV-Ausstattungskino ohne eine erkennbare eigene Handschrift, europäisch finanziert und besetzt mit Schauspielern aus halb Europa.

The Girl King - Plakat

The Girl King (The Girl King, Fnnland/Deutschland/Kanada/Schweden 2015)

Regie: Mika Kaurismäki

Drehbuch: Michel Marc Bouchard

mit Malin Buska, Sarah Gadon, Michael Nyqvist, Lucas Bryant, Laura Birn, Hippolyte Girardot, Peter Lohmeyer, Francois Arnaud, Patrick Bauchau, Jannis Niewöhner, Martina Gedeck

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „The Girl King“

Metacritic über „The Girl King“

Rotten Tomatoes über „The Girl King“

Wikipedia über „The Girl King“ und Königin Kristina Wasa (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. November: Le Havre

November 11, 2015

3sat, 22.25
Le Havre (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011, Regie: Aki Kaurismäki)
Drehbuch: Aki Kaurismäki
Die Kaurismäki-Version eines Feelgood-Movies: Schuhputzer Marcel hilft einem afrikanischem Flüchtlingskind und schnell ist das gesamte Stadtviertel involviert.
Aki Kaurismäkis immer noch neuer Film „Le Havre“ ist nach den etwas enttäuschenden „Lichter der Vorstadt“ (zu knappe Dialoge, zu viel ‘going through the motions’) wieder ein richtig guter Kaurismäki-Film, der in vielem an den „Mann ohne Vergangenheit“ erinnert.
mit André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin, Blondin Miguel, Elina Salo, Evelyne Didi, Quoc-Dung Nguyen, Roberto Piazza (aka Little Bob; Denn was wäre ein Kaurismäki-Film ohne Musik?), Jean-Pierre Léaud
Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Le Havre“

Rotten Tomatoes über “Le Havre”

Wikipedia über „Le Havre“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaursimäkis “Le Havre” (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschand 2011)


TV-Tipp für den 17. November: Le Havre

November 17, 2014

Arte, 20.15
Le Havre (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011, Regie: Aki Kaurismäki)
Drehbuch: Aki Kaurismäki
Die Kaurismäki-Version eines Feelgood-Movies: Schuhputzer Marcel hilft einem afrikanischem Flüchtlingskind und schnell ist das gesamte Stadtviertel involviert.
Aki Kaurismäkis immer noch neuer Film „Le Havre“ ist nach den etwas enttäuschenden „Lichter der Vorstadt“ (zu knappe Dialoge, zu viel ‘going through the motions’) wieder ein richtig guter Kaurismäki-Film, der in vielem an den „Mann ohne Vergangenheit“ erinnert.
Anschließend, um 21.45 Uhr, läuft die brandneue Doku „Es war einmal…“Le Havre“ über den Film.
mit André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin, Blondin Miguel, Elina Salo, Evelyne Didi, Quoc-Dung Nguyen, Roberto Piazza (aka Little Bob; Denn was wäre ein Kaurismäki-Film ohne Musik?), Jean-Pierre Léaud
Wiederholungen
Mittwoch, 19. November, 13.45 Uhr
Donnerstag, 27. November, 13.55 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Le Havre“

Rotten Tomatoes über „Le Havre“

Wikipedia über „Le Havre“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaursimäkis “Le Havre” (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschand 2011)


TV-Tipp für den 11. Oktober: Vertrag mit meinem Killer

Oktober 11, 2014

Grandioser Auftakt der Finnischen Filmnacht

3sat, 20.15

Vertrag mit meinem Killer (Finnland/Schweden 1990, Regie: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Ein Franzose verliert in London seine Arbeit bei den privatisierten Wasserwerken und engagiert einen Killer, der ihn töten soll. Da verliebt er sich – und möchte den Mordauftrag gerne widerrufen. Aber er kennt seinen Killer nicht.

Selten gezeigter Film von Aki Kaurismäk, den er zwar nicht in seiner Heimat drehte, aber der unverkennbar ein Kaurismäki ist.

mit Jean-Pierre Léaud, Margi Clarke, Kenneth Colley, Trevor Brown, Imogen Clare, Serge Reggiani, Angela Walsh, Cyril Epstein, Joe Strummer, Aki Kaurismäki (als Sonnenbrillenverkäufer)

auch bekannt als „I hired a Contract Killer“ (Kinotitel)

Hinweise

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Film)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaursimäkis “Le Havre” (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschand 2011)


TV-Tipp für den 8. Mai: Vertrag mit meinem Killer

Mai 8, 2014

3sat, 22.25

Vertrag mit meinem Killer (Finnland/Schweden 1990, R.: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Ein Franzose verliert in London seine Arbeit bei den privatisierten Wasserwerken und engagiert einen Killer, der ihn töten soll. Da verliebt er sich – und möchte den Mordauftrag gerne widerrufen. Aber er kennt seinen Killer nicht.

Selten gezeigter Film von Aki Kaurismäk, den er zwar nicht in seiner Heimat drehte, aber der unverkennbar ein Kaurismäki ist.

mit Jean-Pierre Léaud, Margi Clarke, Kenneth Colley, Trevor Brown, Imogen Clare, Serge Reggiani, Angela Walsh, Cyril Epstein, Joe Strummer, Aki Kaurismäki (als Sonnenbrillenverkäufer)

auch bekannt als „I hired a Contract Killer“ (Kinotitel)

Hinweise

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Film)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaursimäkis “Le Havre” (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschand 2011)


TV-Tipp für den 17. April: Der Mann ohne Vergangenheit

April 17, 2013

Arte, 20.15

Der Mann ohne Vergangenheit (Fin/D/F 2002, R.: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Kaurismäki erzählt in seinem typischen knappen Stil von einem Mann, der sein Gedächtnis verliert und bei den armen, am Hafen von Helsinki lebenden Menschen ein neues Leben beginnt.

Ein feiner Film und mit etwas über neunzig Minuten für Kaurismäki-Verhältnis ein überlanges Epos.

Ich erzähle eine Art Märchen mit Happy End. Das suchen wir doch alle im richtigen Leben – vergebens. Es reicht ja, wenn ich selbst in Hoffnungslosigkeit ersaufe. Dabei träume ich in einem Winkel meines Herzens, dass jeder glücklich sein sollte – eine Illusion.“ (Aki Kaurismäki in einem Interview in der AZ, 14. September 2002)

eine der bewegendsten Kino-Liebesgeschichten der letzten Jahre“, sagt Jan Schulz-Ojala in Eue/Söffkers Sammelband „Aki Kaurismäki“ über den zweiten Teil von Kaurismäkis Verlierer-Trilogie. Teil eins war „Wolken ziehen vorüber“, Teil drei „Lichter der Vorstadt“.

mit Markku Peltola, Kati Outinen, Annikki Tähti, Juhani Niemelä

Wiederholung: Samstag, 20. April, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Der Mann ohne Vergangenheit“ (deutsch, englisch)

3sat über “Der Mann ohne Vergangenheit”

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Filmverleih)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaurismäkis „Le Havre“ (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011)


TV-Tipp für den 24. Mai: Vertrag mit meinem Killer (I hired a Contract Killer)

Mai 23, 2012

3sat, 22.25

Vertrag mit meinem Killer (Finnland/Schweden 1990, R.: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Ein Franzose verliert in London seine Arbeit bei den privatisierten Wasserwerken und engagiert einen Killer, der ihn töten soll. Da verliebt er sich – und möchte den Mordauftrag gerne widerrufen. Aber er kennt seinen Killer nicht.

Selten gezeigter Film von Aki Kaurismäk, den er zwar nicht in seiner Heimat drehte, aber der unverkennbar ein Kaurismäki ist.

mit Jean-Pierre Léaud, Margi Clarke, Kenneth Colley, Trevor Brown, Imogen Clare, Serge Reggiani, Angela Walsh, Cyril Epstein, Joe Strummer, Aki Kaurismäki (als Sonnenbrillenverkäufer)

auch bekannt als „I hired a Contract Killer“ (Kinotitel)

Hinweise

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Film)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers „Aki Kaurismäki“ (2006)

Meine Besprechung von Aki Kaursimäkis „Le Havre“ (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschand 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Aki Kaurismäki besucht „Le Havre“

September 8, 2011

Ich kann es kurz machen: Aki Kaurismäkis neuer Film „Le Havre“ ist nach den etwas enttäuschenden „Lichter der Vorstadt“ (zu knappe Dialoge, zu viel ‚going through the motions‘) wieder ein richtig guter Kaurismäki-Film, der in vielem an den „Mann ohne Vergangenheit“ erinnert.

Die in Le Havre spielende Geschichte ist einfach (ein Schuhputzer hilft einem schwarzen Flüchtlingskind – und bald hilft das ganze Viertel den beiden). Die Dialoge und die Inszenierung sind gewohnt knapp. Die Ausstattung erinnert an französische Filme aus den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahre und eigentlich fehlt nur noch, dass Jean Gabin um die Ecke schlendert.

Aber Gabin starb bereits 1976. Dafür ist der Francois-Truffaut-Darsteller Jean-Pierre Léaud als Denunziant dabei.

Und wer will, kann sich an den vielen Querverweisen und Zitaten delektieren. Aber man kann „Le Havre“ auch einfach als in einer Gegenwart, die wie die Vergangenheit aussieht, spielendes Märchen sehen. Immerhin hat Aki Kaurismäki dieses Mal, so hat er mir gegenüber in einem Gespräch betont, gleich drei Happy Ends.

Le Havre (Le Havre, Finnland/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Aki Kaurismäki

Drehbuch: Aki Kaurismäki

mit André Wilms, Kati Outinen, jean-Pierre Darroussin, Blondin Miguel, Elina Salo, Evelyne Didi, Quoc-Dung Nguyen, Roberto Piazza (aka Little Bob; Denn was wäre ein Kaurismäki-Film ohne Musik?), Jean-Pierre Léaud

Länge: 93 Minuten (Ein Epos! Jedenfalls für Kaurismäki.)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Le Havre“

Wikipedia über „Le Havre“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)


Neu im Kino/Filmkritik: „Snowman’s Land“

September 30, 2010

Nein, wirklich gelungen ist Tomasz Thomsons „Snowman’s Land“ nicht. Und dabei fängt es für Genrejunkies und Freunde des schwarzen Humors so gut an. Walter, ein desillusionierter Profikiller, der seine besten Tage hinter sich hat, vermasselt seinen letzten Job so gründlich, dass man glaubt Aki Kaurismäki und die Coen-Brüder hätten Pate gestanden. Aber danach verabschieden sich Kaurismäki und die Coens und, obwohl die weitere Geschichte irgendwo in der schneeverwehten osteuropäischen Einöde spielt, stammt das gesamte Personal und der Humor aus den deutschen Deppengangsterkomödien à la „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“, die in ihren lichten Momenten Ami-Filmgangstern nacheifern, aber meistens wie das Personal für eine Nachmittagstalkshow wirken.

Denn bis sich die Situation beruhigt hat, soll Walter in eine Hotel im Osten (genaugenommen 2340 Kilometer ostwärts oder irgendwo im nirgendwo) einige Tage untertauchen und dem legendären Verbrecher Berger bei irgendetwas helfen. Auf seiner Fahrt zum Arsch der Welt, in einem Auto das schon den vorletzten TÜV nicht mehr überlebte, trifft er seinen alten Kumpel Micky, einen anderen Auftragskiller, der mental leicht labil ist und in viel zu dünnen Klamotten durch den Schnee zu Bergers Hotel stampft. In dem stillgelegten Hotel werden sie von Bergers Freundin Sibylle erwartet. Sie nimmt die beiden Jungs betont unherzlich auf und düst erst einmal ab in die Stadt. Walter und Micky schlagen sich die Zeit auf Männerart tot: Schlitten fahren, saufen, TV gucken, sich nerven und auf Berger warten.

Als Sibylle zurückkommt, beginnt sie sich mit Micky zu Vergnügen. Alkohol und Drogen erleichtern das näherkommen. Walter ahnt schon das drohende Unheil und als Sibylle sich eher zufällig erschießt, haben die beiden Killer ein Problem, das sie pragmatisch lösen. Sie verbuddeln die Leiche im Wald und belügen Berger, als dieser sie nach seiner Freundin fragt. Doch allzu lange lässt Berger, der auch einen Sprung in der Schüssel hat, sich nicht hinhalten. Er foltert Walter und Micky, weil er glaubt, dass sie Sibylle entführt haben und von ihm jetzt ein erkleckliches Lösegeld haben wollen. Dass Walter und Micky keine Lösegeldforderung stellen, stört ihn nicht weiter (soviel zu intelligenten Verbrechern). Kurz darauf glaubt er, dass die Konkurrenz seine Freundin umgebracht hat. Er will sie rächen und, weil schon ziemlich viel Filmzeit vergangen ist, eskalieren die Ereignisse in durchaus vorhersehbarer Weise.

Die krude und immer wieder unplausible Story von „Snowman’s Land“ wird von Thomson in epischer Breite erzählt. Denn für einen Spielfilm sind der Plot und die Verwicklungen einfach zu dünn. Für eine Charakterstudie sind Walter und Micky einfach zu doofe Gangster, die ziellos durch die Geschichte stolpern. Sie sind immer die von äußeren Ereignissen getriebenen, die sich freuen können, wenn sie mit heiler Haut aus der Geschichte herauskommen. Aber auch das können sie nicht beeinflussen. Und scheitern können sie auch nicht, weil sie nichts erreichen wollen.

Für eine schwarze Komödie hat „Snowman’s Land“ zu viel Leerlauf und kein wirkliches Ziel der Attacke. Denn einem Haufen Deppen zuzusehen, wie sie ziellos durch den Schnee stampfen und sich in einem renovierungsbedürftigem Hotel auf die Nerven gehen, ist nur begrenzt unterhaltsam und letztendlich gar nicht so weit weg von den gängigen deutschen Spielfilmen.

Snowman’s Land (D 2010)

Regie: Tomasz Thomson

Drehbuch: Tomasz Thomson

mit Jürgen Rißmann, Thomas Wodianka, Reiner Schöne, Eva-Katrin Hermann, Waléra Kanischtscheff, Detlef Bothe

Laufzeit: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zu „Snowman’s Land“

Film-Zeit über „Snowman’s Land“

Wikipedia über „Snowman’s Land“

Das besondere Snowman-Ereignis

Am Freitag, den 1. Oktober, wird Reiner Schöne um 20.00 Uhr im Moviemento Kino (Kottbusser Damm 22, Berlin) bei der Vorstellung anwesend sein und alle Fragen zum Film beantworten.


TV-Tipp für den 23. September: Calamari Union

September 23, 2010

Arte, 00.10

Calamari Union (Finnland 1985, R.: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

In Helsinki beschließen 18 junge Männer, von denen 17 Frank heißen, sich auf den gefährlichen Weg von ihrer Kneipe durch die Großstadt zur Küste zu machen. Die Meisten sterben bei dieser Reise.

Heute erlebt Aki Kaurismäkis zweiter Spielfilm, der erst 1992 seinen deutschen Kinostart hatte, seine TV-Premiere.

In dem grotesken ‚Road Movie‘ „Calamari Union“ finden sich schon viele Elemente, die uns von Kaurismäkis späteren Werken vertraut sind. Allerdings präsentiert er sie hier witziger als in seinen unmittelbar danach folgenden Filmen, wozu vor allem die hochgelobte proletarische Trilogie („Schatten im Paradies“, „Ariel“ und „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“) gehört. Erst mit seinen Filmen mit und über die Leningrad Cowboys nahm er diesen slapstickhaften Faden wieder auf.

In meinen Filmen ist alles an der Oberfläche, da gibt es keine tiefere Bedeutung, nicht einmal in einem Film wie Calamari Union. Und wenn ich das sage, dann meine ich das im gleichen Sinne wie Bunuel.“ (Aki Kaurismäki)

mit Pirkko Hämäläinen, Matti Pellonpää, Pirkka-Pekka Petelius

Wiederholung: Samstag, 25. September, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Film)

Arte über „Calamari Union“

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers „Aki Kaurismäki“ (2006)


TV-Tipp für den 11. März: Der Mann ohne Vergangenheit

März 11, 2010

3sat, 22.25

Der Mann ohne Vergangenheit (Fin/D/F 2002, R.: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Kaurismäki erzählt in seinem typischen knappen Stil von einem Mann, der sein Gedächtnis verliert und bei den armen, am Hafen von Helsinki lebenden Menschen ein neues Leben beginnt.

Ein feiner Film und mit etwas über neunzig Minuten für Kaurismäki-Verhältnis ein überlanges Epos.

Ich erzähle eine Art Märchen mit Happy End. Das suchen wir doch alle im richtigen Leben – vergebens. Es reicht ja, wenn ich selbst in Hoffnungslosigkeit ersaufe. Dabei träume ich in einem Winkel meines Herzens, dass jeder glücklich sein sollte – eine Illusion.“ (Aki Kaurismäki in einem Interview in der AZ, 14. September 2002)

eine der bewegendsten Kino-Liebesgeschichten der letzten Jahre“, sagt Jan Schulz-Ojala in Eue/Söffkers Sammelband „Aki Kaurismäki“ über den zweiten Teil von Kaurismäkis Verlierer-Trilogie. Teil eins war „Wolken ziehen vorüber“, Teil drei „Lichter der Vorstadt“.

mit Markku Peltola, Kati Outinen, Annikki Tähti, Juhani Niemelä

Hinweise

Wikipedia über „Der Mann ohne Vergangenheit“ (deutsch, englisch)

3sat über „Der Mann ohne Vergangenheit“

Deutsche Homepage von Aki Kaurismäki (Pandora Filmverleih)

Meine Besprechung von Ralph Eue/Linda Söffkers (Hrsg.) „Aki Kaurismäki“ (2006)


TV-Tipp für den 3. Dezember: Lichter der Vorstadt

Dezember 3, 2008

Arte, 22.45

Lichter der Vorstadt (Fin/D/F 2006, R.: Aki Kaurismäki)

Drehbuch: Aki Kaurismäki

Willkommen in Kaurismäki-Land. Dieses Mal erzählt er, als Abschluss seiner Verlierer-Trilogie, die Geschichte des Wachmanns Koistinen, der sich in eine Blondine verliebt. Diese will – wir ahnen es – von ihm nur einen Zugangscode für ein Juweliergeschäft haben.

Nach dem grandiosen „Der Mann ohne Vergangenheit“ ist „Lichter der Vorstadt“ ein enttäuschendes Werk. Denn in „Lichter der Vorstadt“ ist alles zu stilisiert und zu verknappt, um noch ernst genommen zu werden. Aber in Zeiten, in denen anscheinend kein Film unter 120 Minuten mehr im Kino gezeigt wird, ist Kaurismäki das probate Gegenmittel gegen den Exzess. Denn mit 75 Minuten hat „Lichter der Vorstadt“ die gewohnt-kurze Kaurismäki-Länge.

Eine Einsamkeitszeremonie. Das selbstauferlegte Martyrium eines Nachtwächters. Und von Liebe – fast – keine Spur. Eilig verständigte sich die Kaurismäki-Gemeinschaft auf ein Minimalziel, auf die Freude an sublimem Rhythmus und Kadrage, an Tangos und Garagenrock, an pointiert gesetztem Licht und klaren Farben, an unübertroffen sparsamen und wirkungsvollen Dialogen: Immerhin, wo Kaurismäki draufsteht, war auch diesmal wieder Kaurismäki drin.“ (Jan Schulz-Ojala in Eue/Söffker: Aki Kaurismäki)

mit Janne Hyytiäinen, Maria Järvenhelmi, Maria Heiskanen, Ilkka Koivula

Wiederholungen

Montag, 15. Dezember, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 24. Dezember, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Lichter der Vorstadt“

Meine Besprechung des von Ralph Eue und Linda Söffker herausgegebenen Filmbuchs „Aki Kaurismäki“


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