DVD-Kritik: „Love Crime“ – Alain Corneaus letzter Film

April 22, 2013

 

Alain Corneau war einer der großen französischen Regisseure, der mit „Policy Python 357“, „Série Noire“, „Wahl der Waffen“ und „Blues Cop“ einige grandiose Noirs inszenierte. 2007 drehte er sogar ein in Deutschland nie verliehenes Remake von Jean-Pierre-Melvilles „Le deuxième souffle“ und drei Jahre später „Crime d’amour“, das als „Liebe und Intrigen“ im TV lief und jetzt als „Love Crime“ auf DVD veröffentlicht wurde. Es wurde sein letzter Film, der noch einmal zeigte, warum er ein so geachteter Regisseur ist.

 

Christine (Kristin Scott Thomas) ist die leitende Managerin der französischen Abteilung eines US-Konzerns, die kurz vor einer Beförderung in die USA steht und als eiskalte Machtpolitikerin Menschen gnadenlos benutzt und ausnutzt. Auch Isabelle (Ludivine Sagnier) bekommt das zu spüren. Sie bewundert Christine, arbeitet bis zum Umfallen für sie und erntet höchstens, gelegentlich ein Wort des Dankes. Wenn Christine dann mit der Firmenleitung spricht, erwähnt sie Isabelles Leistungen überhaupt nicht, sondern gibt sie als die eigenen aus.

 

Irgendwann hat Isabelle genug. Sie will endlich anerkannt werden und organisiert hinter Christines Rücken eine Konzeptpräsentation, die von der Konzernspitze gelobt wird. Für Christine ist das eine Kriegserklärung, die sich schnell zu einem veritablen Zickenkrieg zwischen der souveränen, in jeder Beziehungen überlegenen, weltgewandten und kaltschnäuzigen Vorgesetzten und der kleinen, untergebenen Landpomeranze ausweitet, bei der die Gewinnerin anscheinend schon vor der ersten Runde feststeht.

 

Aber dann plant Isabelle einen Schachzug, der alles verändern könnte.

 

Love Crime“ ist ein edler französischer Noir. Ein elegant inszenierter Kriminalfilm, der fest in der Tradition des französischen Kriminalfilms steht und seine Vorbilder in den Filmen der sechziger und siebziger Jahre hat, in denen man niemals sicher sein konnte, welche Gerechtigkeit, falls überhaupt, am Ende siegt. Denn das Drehbuch ist gleichzeitig verschachtelt und einfach, weil bei allen überraschenden Wendungen, die einem Genrejunkie allerdings, vor allem in der zweiten Hälfte ziemlich vertraut sind, niemals die Geschichte aus dem Auge verloren wird, die die Machtstrukturen in einem Unternehmen präzise analysiert. Die Schauspieler sind gut. Vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen dürfen brillieren. Kristin Scott Thomas als verführerische, aber auch eiskalte Chefin ist fantastisch. Ebenso Ludivine Sagnier als ihre zunächst einfältige, vasallentreue Untergebene, die sich nicht mehr alles Gefallen lässt. Da bemerkt man kaum, wie gut auch die anderen Schauspieler sind.

 

Und Jazzfans sollten bei der Musik genau hinhören. Denn die ist von Pharoah Sanders, der hier seinen ersten Filmsoundtrack ablieferte.

 

Brian de Palma hat das US-Remake gedreht. Es heißt „Passion“, Rachel McAdams und Noomi Rapace übernahmen die Hauptrollen, der deutsche Kinostart ist am 2. Mai und es dürfte schwer sein, die Qualität von „Love Crime“ zu erreichen.

 

Love Crime - DVD-Cover

 

Love Crime (Crime d’amour, Frankreich 2010)

 

Regie: Alain Corneau

 

Drehbuch: Alain Corneau, Nathalie Carter

 

mit Ludivine Sagnier, Kristin Scott Thomas, Patrick Mille, Guillaume Marquet, Gérald Laroche, Julien Rochefort, Olivier Rabourdin

 

auch bekannt als „Liebe und Intrigen“ (TV-Titel)

 

 

DVD

 

Universum Film

 

Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph)

 

Ton: Deutsch, Französisch (DD 5.1)

 

Untertitel: Deutsch

 

Bonusmaterial: –

 

Länge: 102 Minuten

 

FSK: ab 12 Jahre

 

 

Hinweise

 

AlloCine über „Love Crime“

 

Rotten Tomatoes über „Love Crime“

 

Wikipedia über „Love Crime“ (englisch, französisch)

 

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

 

Mein Nachruf auf Alain Corneau

 

Alain Corneau in der Kriminalakte

 

 

 

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R. i. P. Tony Curtis, Arthur Penn, Alain Corneau

Oktober 1, 2010

Was für ein Tag:

Tony Curtis (3. Juni 1925 – 29. September 2010)

Seine Schauspielerkarriere begann in den späten Vierzigern mit kleinen Nebenrollen. Zum Beispiel in Robert Siodmaks Noir „Gewagtes Alibi“ (Criss Cross, 1949, mit Burt Lancaster). Seine bekannteste Rolle dürfte in Billy Wilders Komödie „Manche mögen’s heiß“ (Some like it hot, 1959) die von Joe/Josephine gewesen sein.

Davor spielte Curtis eine Hauptrolle in dem Drama „Flucht in Ketten“ (The defiant ones, 1958), das vor allem deshalb bekannt ist, weil ein weißer und ein afroamerikanischer Sträfling aneinandergekettet in die Freiheit flüchten. Stanley Kramers Film war ein Statement zur Versöhnung der Rassen. In „Der Frauenmörder von Boston“ (The Boston Strangler, 1968) überzeugte der Frauenschwarm auch als Schauspieler. Danach gehörte er zum Ensemble der TV-Krimiserien „Die 2“ (The Persuaders!, 1971/1972) und „Vegas“ (1978-1981).

Nachrufe gibt es in der Zeit, Spiegel Online, Die Welt, taz, Frankfurter Rundschau und der Süddeutsche Zeitung.


Arthur Penn (27. September 1922 – 28. September 2010)

Arthur Penn erlebte seine Kindheit und Jugend als Sohn jüdischer Eltern in Philadelphia und New York. 1944 war er als Infanterist bei der Ardennen-Schlacht dabei und diese Erfahrungen von Gewalt und Tod prägten ihn. Seine ersten Sporen im Filmgeschäft verdiente er sich von 1951 bis 1958, wie John Frankenheimer, Sidney Lumet und George Roy Hill, im Fernsehen, als alle Sendungen (wozu auch fiktionale Programme gehörten) noch live inszeniert wurden. Seinen ersten Spielfilm inszenierte er 1958: „Einer muss dran glauben“/“Billy the Kid“ (The left-handed gun) mit Paul Newman in der Hauptrolle und der Western wurde ein kleiner Klassiker. Seine bekanntesten Filme sind die Schlag auf Schlag aufeinander folgenden Klassiker „Bonnie und Clyde“ (Bonnie and Clyde, 1967), „Alices Restaurant“ (Alice’s Restaurant, 1969), „Little Big Man“ (1970) und, nach einer fünfjährigen Pause, „Die heiße Spur“ (Night Moves, 1975). „Duell am Missouri“ (The Missouri breaks, 1976) wurde damals zu unrecht verrissen und auch seine späteren Filme „Vier Freunde“ (Four Friends, 1981), „Target – Zielscheibe“ (Target, 1985) und „Tod im Winter“ (Dead of winter, 1987), auch wenn sie nicht mehr den gesellschaftlichen Einfluss seiner früheren Filme hatten, sind sehenswert. In seinen Filmen ging es immer um das Verhältnis von Außenseitern (mit denen er sympathisierte) zur Gesellschaft, zu seinem Land und zur Gewalt.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, FAZ (dort gibt es auch ein im Januar mit ihm geführtes Interview), Frankfurter RundschauRolling Stone und der Süddeutsche Zeitung.

Im Archive of American Television gibt es ein sehr ausfürhliches Interview mit Arthur Penn.

Alain Corneau (7. August 1943 – 29. August 2010)

Erst aus der aktuellen epd-Film habe ich erfahren, dass Alain Corneau bereits vor über einem Monat gestorben ist. Corneau begann als Regieassistent und Filmfan, vor allem des französischen und amerikanischen Kinos. Fritz Lang und Don Siegel waren seine Vorbilder und er war, wenig erstaunlich, auch ein Jazzfan. Sein erstes Filmprojekt war eine Verfilmung von Jim Thompsons „Pop. 1280“ (1280 schwarze Seelen). Sein Kollege Bertrand Tavernier verfilmte den Roman 1981 als „Coup de torchon“ (Der Saustall).

Corneau gab 1974 sein Spielfilmdebüt mit „France société anonyme“ (Tödlicher Markt). Danach drehte er, meistens mit Yves Montand als Hauptdarsteller, einige der besten französischen Kriminalfilme: „Police Python 357“ (1976), „La menace“ (Lohn der Giganten/Die Bedrohung, 1977), „Serié Noire“ (1979, nach Jim Thompsons „A hell of a woman“), „Le choix des armes“ (Wahl der Waffen, 1981) und „Le môme“ (Blues Cop, 1986). Danach folgten, ebenfalls erfolgreich, Filme in anderen Genres: „Fort Saganne“ (1984), „Nocturne indien“ (Nächtliches Indien, 1989) und „Tous les matins du monde“ (Die siebente Saite, 1992). In den vergangenen Jahren wandte er sich mit „Le deuxième souffle“ (2007; José Giovannis Roman wurde bereits 1966 von Jean-Pierre Melville verfilmt) und „Crime d’amour“ (2010) wieder dem Kriminalfilm zu. Beide Filme wurden bislang, abgesehen von Festivals, noch nicht in Deutschland gezeigt.

Er hatte Krebs und starb in der Nacht zum Montag, den 30. August 2010, in einem Pariser Krankenhaus.

Einen „Nachruf“ gibt es bei Spiegel Online. Ordentlicher geht’s im Ausland zur Sache, zum Beispiel beim Guardian, New York Times, The Scotsman oder  The Independent.


DVD-Kritik: Alain Corneaus wunderschöner Schwanengesang „Wahl der Waffen“

Juli 23, 2010

Der 1981 entstandene Noir „Wahl der Waffen“ von Alain Corneau mit Yves Montand, Catherine Deneuve und Gérard Depardieu ist ein Film aus einer anderen Zeit. Und das liegt nicht daran, dass Montand vor fast zwanzig Jahren gestorben ist.

Der Film war schon damals ein großer Abgesang auf den französischen Gangsterfilm und seine Regisseure, wie Jacques Becker, José Giovanni, Robert Enrico, Claude Sautet, Jean Herman und, selbstverständlich, den großen Stilisten Jean-Pierre Melville (der Montand in „Vier im roten Kreis“ eine Hauptrolle gab und Deneuve in „Der Chef“ ähnlich besetzte). Noch einmal trafen die alten Verbrecher, die in den fünfziger und sechziger Jahren von Jean Gabin, Lino Ventura, Alain Delon, Jean-Paul Belmondo, Jean Servais und Michel Constantin (um nur einige bekannte Namen zu nennen) verkörpert wurden, auf einen jungen Verbrecher.

Aber jetzt – auch wenn Yves Montand den Kampf gewinnt – zeigt Alain Corneau in jeder Szene, dass ihre Zeit vorbei ist.

Noel Durieux (Yves Montand) setzte nach dem Zweiten Weltkrieg seine im Krieg erworbenen Fähigkeiten als Gangster ein und ist inzwischen mit seiner Frau Nicole (Catherine Deneuve) auf einem riesigen Landgut Pferdezüchter. Das beschauliche Leben wird von dem aus dem Gefängnis geflüchteten Mickey (Gérard Depardieu) gefährdet. Mickey erschoss auf der Flucht einen Polizisten und in der Kategorie „Ärger verursachen“ ist er ein Meister.

Zwischen diesen beiden Männern – immerhin sind Gangsterfilme Männerfilme – hat Catherine Deneuve nur eine kleine Nebenrolle, die auf den ersten Blick einfach gestrichen oder von jemand anderem gespielt werden könnte. Denn außer ihrem Tod trägt sie wenig zur Handlung bei – und gerade dieser Tod, der nach einem Star und dem damit verbundenen kollektiven Rollengedächtnis verlangt (hier Bunuels „Belle de Jour“ und Melvilles „Der Chef“), macht sie für Film unverzichtbar.

Im Zentrum von „Wahl der Waffen“ stehen die beiden von Yves Montand und Gérard Depardieu gespielten antagonistischen Verbrecher. Sie gehören verschiedenen Generationen an. Sie haben ein anderes Verhältnis zum Leben, zu ihren Freunden und zu ihrem Beruf.

Noel ist ein Verbrecher der alten Schule, der sich unauffällig seiner Umgebung anpasst, sich immer beherrscht und auf ein festes Netz von Freunden, von denen viele nicht mehr Leben, vertraut. Corneau zeichnet mit wenigen Bildern und Sätzen dieses Bild. Yves Montands trauriger und oft versteinerter Blick (und das kollektive Bildergedächtnis) erledigt den Rest. Schon als er zum ersten Mal Mickey begegnet, weiß er, dass Mickey ein unbeherrschter Störenfried ist und nicht alt wird.

Denn während Noel zuerst denkt und dann handelt, ist es bei dem Gefühlsmenschen Mickey umgekehrt. Mickey sieht eine Bank und beschließt spontan, sie zu überfallen. Er freut sich wie ein kleines Kind über die frei herumlaufenden Pferde und die Wellen des Ozeans.

Noel erforscht, bevor er Mickey aus dem Weg schaffen will, geduldig Mickeys Leben als Kleingangster in den seelenlosen und schon damals ziemlich heruntergekommenen Banlieu-Wohnblöcken. In diesen Momenten wird „Wahl der Waffen“ zu einer fast dokumentarischen Studie des Lebens des unteren Drittels der Gesellschaft, die ihr Leben irgendwo zwischen Kleinkriminalität, Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlten Jobs fristen.

Bei Corneau wird die einfache Geschichte eines Kampfes zwischen zwei Generationen zu einem komplexem, präzise komponiertem Vixierspiel, das aus der Geschichte des französischen Gangsterfilms, der sozialen Realität und innerfilmischen Bezügen gewoben ist und dessen fein auskomponierten Breitwandbilder nach der großen Leinwand rufen. Auch der epische Gestus beim Erzählen verlangt nach einem dunklen Kinosaal, in dem die Zuschauer für über zwei Stunden in eine fremde Welt entführt werden. Corneaus Charaktere sind mythisch überhöhte Verbrecher in einer Fantasiewelt, die dennoch präzise in einer Zeit und an einem realen Ort verwurzelt sind. Das klingt widersprüchlich, aber beim Sehen, wird dies sofort, wie bei einem Melville-Film, deutlich. Auch die wortkargen Dialoge sind eine Hommage an Melville. So ausdrucksstark wird im Kino selten geschwiegen.

Umso beredter ist die Musik. Philippe Sarde, einem der damals angesagtesten französischen Komponisten, schrieb sie und die beiden Jazzbassisten Ron Carter und Buster Williams spielten mit.

Im Rückblick beendete Alain Corneau mit dem leicht melancholischem „Wahl der Waffen“ die Ära des klassischen französischen Gangsterfilms indem er noch einmal alle Themen bündelte, neu betrachtete und sie endgültig beantwortete. Nach „Wahl der Waffen“ war die Zeit des Nachkriegsgangsters endgültig vorbei.

Die Videoclip-Stilisten und die Straßenköter übernahmen die Macht. „Diva“, „Der Mond in der Gosse“, „La Balance – Der Verrat“, „Der Bulle von Paris“ (wieder mit Depardieu) und „Waffenbrüder“ hießen die Filme und es mischten sich immer mehr Einwanderergesichter in die Reihen der Polizisten und der Verbrecher.

Wahl der Waffen (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Regie: Alain Corneau

Drehbuch: Alain Corneau, Michel Grisola

mit Yves Montand, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Michel Galabru, Gerard Lanvin, Marc Chapiteau

DVD

Arthaus

Bild: 2,35:1 (anamorph)

Ton: Deutsch (Mono Dolby Digital), Französisch (Stereo Dolby Digital)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Fotogalerie, Trailer, Wendecover

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Le choix des armes“

Citizen Poulpe über „Le choix des armes“

Films de France über „Le choix des armes“ (englisch)

Kriminalakte über „Wahl der Waffen“ (Sammlung einiger Kritiken)


TV-Tipp für den 13. September: Liebe und Intrigen

September 13, 2018

Zuerst ein Hinweis: Arte zeigt um 22. Uhr Christoph Hochhäuslers Polit-Thriller „Die Lügen der Sieger“ (Deutschland 2014), den ich für vollkommen misslungen halte. Daher kein Tipp, sondern

ServusTV, 20.15
Liebe und Intrigen (Crime d’amour, Frankreich 2010)
Regie: Alain Corneau
Drehbuch: Alain Corneau, Nathalie Carter
Christine (Kristin Scott Thomas) ist die Managerin der französischen Abteilung eines US-Konzerns, die kurz vor einer Beförderung in die USA steht und die ihre Untergebenen schamlos manipuliert. Auch die sie bewundernde Isabelle (Ludivine Sagnier), die irgendwann auch anerkannt werden möchte. Es beginnt ein tödlicher Zickenkrieg voller Wendungen und Überraschungen.
„Love Crime“ ist ein edler französischer Noir. Ein elegant inszenierter Kriminalfilm, der fest in der Tradition des französischen Kriminalfilms steht und seine Vorbilder in den Filmen der sechziger und siebziger Jahre hat, in denen man niemals sicher sein konnte, welche Gerechtigkeit, falls überhaupt, am Ende siegt.
Das Sahnehäubchen ist die Musik von Pharoah Sanders.
mit Ludivine Sagnier, Kristin Scott Thomas, Patrick Mille, Guillaume Marquet, Gérald Laroche, Julien Rochefort, Olivier Rabourdin
auch bekannt als „Love Crime“ (DVD-Titel)

Wiederholung: Freitag, 14. September, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

AlloCine über „Love Crime“

Rotten Tomatoes über „Love Crime“

Wikipedia über „Love Crime“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime“ (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. April: The Getaway

April 15, 2018

Arte, 21.50

The Getaway (The Getaway, USA 1972)

Regie: Sam Peckinpah

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Wiederholung: Freitag, 27. April, 00.0 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“ (The deadly Companions, USA 1961)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (Cross of Iron, D/GB 1977)

Meine Besprechung von Mike Siegels Dokumentation „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“ (D 2005)

Wikipedia über Sam Peckinpah (deutsch, englisch)

Georg Seeßlen über Sam Peckinpah (der Nachruf erschien zuerst in epd Film 2/1985)

The Guardian: Rick Moody über Sam Peckinpah (9. Januar 2009)

Senses of Cinema: Gabrielle Murray über Sam Peckinpah

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Meine Besprechung von Michael Winterbottoms Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“ (The Killer inside me, USA 2010)

Senses of Cinema über „The Getaway“

Drehbuch „Getaway“ von Walter Hill (Final Revised Shooting Draft – 23. Februar 1972)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills „Shootout – Keine Gnade“ (Bullet to the the Head, USA 2013)


TV-Tipp für den 5. März: Série noire

März 5, 2018

Arte, 20.15

Série Noire (Frankreich 1979, Regie: Alain Corneau)

Drehbuch: Georges Pérec, Alain Corneau

LV: Jim Thompson: A Hell of a Woman, 1954 (Höllenweib; Ein Satansweib)

Der unglücklich verheiratete Vertreter Frank Poupart verliebt sich in die blutjunge Mona, die von ihrer Tante zur Prostitution gezwungen wird. Mona stachelt Frank an, ihre Tante wegen des Geldes umzubringen.

„This is among the bleakest visions of urban alienation and imploding social structures in all of French noir.“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

„Ein düsterer, bitterböser Film.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Corneaus pointierter Realismus balanciert in jeder Einstellung am Abgrund des Alptraums. Ein Meisterwerk im französischen Kino der ausgehenden 70er Jahre.“ (Fischer Film Almanach 1999)

Der für fünf Césars (unter anderem für das Drehbuch und den Hauptdarsteller) nominierte Noir wurde in Deutschland erstmals am 2. März 1998 von Arte präsentiert. Seitdem gab es anscheinend nur eine Wiederholung: im Dezember 2012. Ebenfalls von Arte.

Für Jim-Thompson-Fans und die Freunde der französischen Filmkunst ein Pflichttermin.

mit Patrick Dewaere, Myriam Boyer, Marie Trintignant, Bernard Blier, Jeanne Herviale

Hinweise

Wikipedia über „Série Noire“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte

Mordlust über Jim Thompson

Kaliber .38 über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Jim Thomspsons “Jetzt und auf Erden” (Now and on Earth, 1942)

Meine Besprechung von Michael Winterbottoms Jim-Thompson-Verfilmung “The Killer inside me” (The Killer inside me, USA 2010)

Jim Thompson in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. Mai: Police Python 357

Mai 14, 2016

Arte, 20.15

Police Python 357 (Frankreich/Deutschland 1976, Regie: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand

Wiederholung: Mittwoch, 18. Mai, 13.45 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 25. November: Liebe und Intrigen

November 25, 2015

BR, 00.00
Liebe und Intrigen (Crime d’amour, Frankreich 2010)
Regie: Alain Corneau
Drehbuch: Alain Corneau, Nathalie Carter
Christine (Kristin Scott Thomas) ist die Managerin der französischen Abteilung eines US-Konzerns, die kurz vor einer Beförderung in die USA steht und die ihre Untergebenen schamlos manipuliert. Auch die sie bewundernde Isabelle (Ludivine Sagnier), die irgendwann auch anerkannt werden möchte. Es beginnt ein tödlicher Zickenkrieg voller Wendungen und Überraschungen.
„Love Crime“ ist ein edler französischer Noir. Ein elegant inszenierter Kriminalfilm, der fest in der Tradition des französischen Kriminalfilms steht und seine Vorbilder in den Filmen der sechziger und siebziger Jahre hat, in denen man niemals sicher sein konnte, welche Gerechtigkeit, falls überhaupt, am Ende siegt.
Das Sahnehäubchen ist die Musik von Pharoah Sanders.
mit Ludivine Sagnier, Kristin Scott Thomas, Patrick Mille, Guillaume Marquet, Gérald Laroche, Julien Rochefort, Olivier Rabourdin
auch bekannt als „Love Crime“ (DVD-Titel)

Hinweise

AlloCine über „Love Crime“

Rotten Tomatoes über „Love Crime“

Wikipedia über „Love Crime“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime“ (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

 

Alain Corneau in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. August: Lohn der Giganten

August 12, 2013

Arte, 20.15

Lohn der Giganten (Frankreich 1977, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Alain Corneau, Daniel Boulanger

In der Nähe von Bordeaux leitet Henri Savin das Transportunternehmen seiner Geliebten Dominique. Als er sich mit der jüngeren Julie absetzen will, bringt Dominique sich um. Die Polizei glaubt an Mord und verhaftet Julie. Henri versucht den Verdacht auf sich zu lenken.

Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter französischer Krimiklassiker mit Top-Besetzung.

Clever konstruiert und perfekt in Szene gesetzt, ist ‚Lohn der Giganten‘ ein spannender und ungemein unterhaltsamer Thriller, der zudem mit zwei denkwürdigen, in Zeitlupe gefilmten Action-Sequenzen aufwartet: Savin lässt einen Tanklastzug führerlos in eine Schlucht rasen und explodieren; Savin wird mit seinem kleinen Volkswagen unbarmherzig von riesigen Trucks gejagt.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Das Lexikon des internationalen Films mäkelte: „Der brillant inszenierte Film reflektiert allerdings nicht Fragen nach Selbstjustiz und Wahrheitsmanipulation.“

Lohn der Giganten“ war nach „Police Python 375“ die zweite Zusammenarbeit von Alain Corneau und Yves Montand. Die dritte war „Wahl der Waffen“.

Arte zeigt die Originalfassung. Im deutschen Kino lief eine 88-minütige Fassung.

Die Musik ist von Jazzer Gerry Mulligan.

mit Yves Montand, Carole Laure, Marie Dubois, Jean-Francois Balmer

auch „bekannt“ als „Die Bedrohung“ (TV-Titel)

Wiederholung: Dienstag, 27. August, 13.55 Uhr

Hinweise

Arte über „Lohn der Giganten“

Wikipedia über „Lohn der Giganten“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime“ (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. März: The Getaway

März 25, 2013

Arte, 22.25 (VPS 22.30)

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Wiederholung: Sonntag, 31. März, 23.35 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“ (The deadly Companions, USA 1961)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (Cross of Iron, D/GB 1977)

Meine Besprechung von Mike Siegels Dokumentation „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“ (D 2005)

Wikipedia über Sam Peckinpah (deutsch, englisch)

Georg Seeßlen über Sam Peckinpah (der Nachruf erschien zuerst in epd Film 2/1985)

The Guardian: Rick Moody über Sam Peckinpah (9. Januar 2009)

Senses of Cinema: Gabrielle Murray über Sam Peckinpah

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Meine Besprechung von Michael Winterbottoms Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“ (The Killer inside me, USA 2010)

Senses of Cinema über „The Getaway“

Drehbuch „Getaway“ von Walter Hill (Final Revised Shooting Draft – 23. Februar 1972)

Meine Besprechung von Walter Hills „Shootout – Keine Gnade“ (Bullet to the the Head, USA 2013)


TV-Tipp für den 17. Dezember: Série noire

Dezember 17, 2012

Arte, 20.15

Série Noire (Frankreich 1979, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Georges Pérec, Alain Corneau

LV: Jim Thompson: A Hell of a Woman, 1954 (Höllenweib; Ein Satansweib)

Der unglücklich verheiratete Vertreter Frank Poupart verliebt sich in die blutjunge Mona, die von ihrer Tante zur Prostitution gezwungen wird. Mona stachelt Frank an, ihre Tante wegen des Geldes umzubringen.

This is among the bleakest visions of urban alienation and imploding social structures in all of French noir.“ (Alexander Ballinger/Danny Graydon: The Rough Guide to Film Noir, 2007)

Ein düsterer, bitterböser Film.“ (Lexikon des internationalen Films)

Corneaus pointierter Realismus balanciert in jeder Einstellung am Abgrund des Alptraums. Ein Meisterwerk im französischen Kino der ausgehenden 70er Jahre.“ (Fischer Film Almanach 1999)

Der für fünf Césars (unter anderem für das Drehbuch und den Hauptdarsteller) nominierte Noir wurde in Deutschland erstmals am 2. März 1998 von Arte präsentiert und lief seitdem wohl nicht mehr im TV.

Für Jim-Thompson-Fans und die Freunde der französischen Filmkunst ein Pflichttermin.

mit Patrick Dewaere, Myriam Boyer, Marie Trintignant, Bernard Blier, Jeanne Herviale

Wiederholungen

Donnerstag, 20. Dezember, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 28. Dezember, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Série Noire“

Wikipedia über „Série Noire“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Alain Corneaus “Wahl der Waffen”

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte

Mordlust über Jim Thompson

Kaliber .38 über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Meine Besprechung der Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“

Meine Besprechung von Jim Thompsons „Jetzt und auf Erden“ (Now and on Earth, 1942)

Jim Thompson in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. September: Police Python 357

September 24, 2012

Endlich mal zu einer normalen Uhrzeit

Arte, 21.10

Police Python 357 (F/D 1976, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand

Wiederholung: Donnerstag, 4. Oktober, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Meine Besprechung von Alain Corneaus “Wahl der Waffen”

Mein Nachruf auf Alain Corneau


TV-Tipp für den 15. April: Wahl der Waffen

April 15, 2012

BR, 23.45

Wahl der Waffen (Fr 1981, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Alain Corneau, Michel Grisola

Der im Ruhestand lebende Gangster Noel nimmt den jungen, heißblütigen Junggangster Mickey bei sich auf. Durch ihn wird er wieder in sein altes Leben zurückgezogen.

Aus heutiger Sicht beendete Alain Corneau mit dem leicht melancholischem Noir „Wahl der Waffen“ die Ära des klassischen französischen Gangsterfilms indem er noch einmal alle Themen bündelte, neu betrachtete und sie endgültig beantwortete. Nach „Wahl der Waffen“ war die Zeit des Nachkriegsgangsters endgültig vorbei.

Einen schöneren Abgesang hätte er nicht bekommen können.

mit Yves Montand, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Michel Galabru, Gerard Lanvin, Marc Chapiteau

Hinweise

Wikipedia über „Le choix des armes“

Citizen Poulpe über „Le choix des armes“

Films de France über „Le choix des armes“ (englisch)

Kriminalakte über „Wahl der Waffen“ (Sammlung einiger Kritiken)

Kriminalakte: Meine Besprechung von “Wahl der Waffen”

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Alain Corneau


TV-Tipp für den 6. November: Wahl der Waffen

November 6, 2011

Arte, 20.15

Wahl der Waffen (Fr 1981, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Alain Corneau, Michel Grisola

Der im Ruhestand lebende Gangster Noel nimmt den jungen, heißblütigen Junggangster Mickey bei sich auf. Durch ihn wird er wieder in sein altes Leben zurückgezogen.

Aus heutiger Sicht beendete Alain Corneau mit dem leicht melancholischem Noir „Wahl der Waffen“ die Ära des klassischen französischen Gangsterfilms indem er noch einmal alle Themen bündelte, neu betrachtete und sie endgültig beantwortete. Nach „Wahl der Waffen“ war die Zeit des Nachkriegsgangsters endgültig vorbei.

Einen schöneren Abgesang hätte er nicht bekommen können.

mit Yves Montand, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Michel Galabru, Gerard Lanvin, Marc Chapiteau

Wiederholung: Donnerstag, 17. November, 02.00 Uhr (Taggenau!)

 

Hinweise

Wikipedia über „Le choix des armes“

Citizen Poulpe über „Le choix des armes“

Films de France über „Le choix des armes“ (englisch)

Kriminalakte über „Wahl der Waffen“ (Sammlung einiger Kritiken)

Kriminalakte: Meine Besprechung von „Wahl der Waffen“

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Alain Corneau


TV-Tipp für den 26. März: Police Python 357

März 26, 2011

MDR, 23.00

Police Python 357 (F/D 1976, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand

Hinweise

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“

Mein Nachruf auf Alain Corneau


TV-Tipp für den 7. Oktober: Die verfilmten Kriminalromane

Oktober 7, 2010

ARD, 20.15

Donna Leon: Lasset die Kinder zu mir kommen (D 2010, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Stefan Holtz, Florian Iwersen
LV: Donna Leon: Suffer the Little Children, 2007 (Lasset die Kinder zu mir kommen)

Commissario Brunetti will herausfinden, wer eine illegal eingewanderte Albanerin erschlagen hat. Seine Ermittlungen führen ihn zu einer Organisation, die mit der Vermittlung von illegalen Adoptionen Geld verdient.

Illustration des sechzehnten Brunetti-Romans.

mit Uwe Kockisch, Julia Jäger, Karl Fischer, Annett Renneberg, Gregor Törzs, Uwe Bohm, Nadeshda Brennicke, Michael Gwisdek

Arte, 20.15

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

Vox, 22.20

Rambo (USA 1982, R.: Ted Kotcheff)

Drehbuch: Michael Kozoll, William Sackheim, Sylvester Stallone

LV: David Morell: First Blood, 1972 (Rambo)

Vietnam-Veteran John Rambo wird in einem Provinzkaff der Landstreicherei verdächtigt und von der Polizei gedemütigt. Er bricht aus und flüchtet in den Wald – verfolgt von einem riesigen Polizeiaufgebot. Rambo beginnt sich zu verteidigen. Und davon versteht der ehemalige Elitesoldat und Dschungelkämpfer etwas.

Das auch heute noch sehenswerte, harte Actiondrama mit gesellschaftskritischen Tendenzen machte Sylvester Stallone endgültig zum Star, sorgte in den Achzigern für zwei überflüssige Fortsetzungen und eine Welle von inzwischen – glücklicherweise – fast vollständig vergessenen Vietnam-Filmen. 2008 folgte dann, nach einer zwanzigjährigen Pause, der vierte Rambo-Film, der vor allem als kurzer, altmodischer Brutalo-Film für Aufsehen sorgte.

Für den ersten Rambo-Film wurde das Buchende geändert.

Mit Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, David Caruso

Wiederholung: Freitag, 8. Oktober, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von David Morell

Meine Besprechung von David Morrell „Level 9“ (Scavenger, 2007)

Meine Besprechung von David Morrells „Creepers“ (Creepers, 2005)

ARD, 00.50

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Hinweis

Meine Besprechung der DVD „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“

ZDF, 01.05

Killer kennen keine Gnade (F 1972, R.: Jean-Claude Roy)

Drehbuch: Jacques Risser, Jean-Claude Roy

LV: Jacques Risser: L’Insolent, 1872

Zwei Verbrecher wollen sich nach einem Überfall auf einen Goldtransport gegenseitig übers Ohr hauen.

„Mittelmäßiger Kriminalfilm“ (Lexikon des internationalen Films), aber immerhin mit Henry Silva

Auch bekannt als “Der Kaltblütige“

 


Kleinkram zwischen Big Thrill und Fantasy Filmfest

August 18, 2010

Die August-Ausgabe von The Big Thrill ist, wieder prall gefüllt mit Interviews und Hintergrundberichten zu den neuen Büchern von Thriller-Autoren, schon eine halbe Ewigkeit online. Dieses Mal unter anderem mit  Raymond Benson (über seine James-Bond-Geschichten), Ridley Pearson, Charlaine Harris und Toni L. P. KelnerPeter James und Shane Gericke schreibt über John Sandford.

Noch mehr Interviews:

Niels Arden Oplev spricht über seine Stieg-Larsson-Verfilmung „Verblendung“

– Peter Robinson

Matt Beynon Rees

– Ruth Rendell

– P. D. James

– Gerald Seymour

Shawn Ryan (The Shield, The Unit, Lie to me [ab der zweiten Staffel]) hat eine neuen Serie am Start: „Terriers“, eine Comedy mit Donal Logue als Ex-Polizist, der sich jetzt als Privatdetektiv durchschlägt. Die Serie startet am 8. September auf FX und ich hoffe (auch wenn der Trailer mich etwas unbegeistert zurücklässt), dass die Serie erfolgreich ist und auch im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Denn ich warte schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf eine neue PI-Serie.

Oh, Mann, der Titel stimmt wirklich: Ultimate Filmmakers Guide to Film Noir.

Film Noir – Noir of the Week. Zuletzt:

Cutter’s Way/Cutter and Bone (USA 1981; „Cutter & Bone – Bis zum bitteren Ende“ ist ein kleiner Klassiker)

To Live and Die in L. A. (USA 1985; „Leben und Sterben in L. A.“ mit William L. Petersen ist ein weiterer, immer noch unterschätzter, Klassiker)

Wie war das noch mal mit James Hadley Chase und Miss Blandish?

Einige Worte von Lawrence Block, der eine weitere seiner Jugendsünden (Jaah, Sex!) gesteht.

Ups, das hatte ich letzten Oktober übersehen: die Mickey-Spillane-Verfilmung „Ich, der Richter“ (I, the Jury, USA 1982) und die Elmore-Leonard-Verfilmung „52 Pick-Up“ (USA 1986) sind indiziert. Bei „Ich, der Richter“ ist es eine Folgeindizierung. Bei „52 Pick-Up“ eine neue Indizierung. D. h. für beide Filme für die nächsten 25 Jahre: Keine Werbung und verkauft werden dürfen die eigentlich sehr harmlosen Krimis (vor allem „Ich, der Richter“ wirkt heute wie eine durchschnittliche  TV-Episode einer Achtziger-Jahre-PI-Serie, die mit etwas mehr Action und einigen blanken Busen aufpoliert wurde) nur an Erwachsene.

Wenn mir bitte jemand diese Entscheidungen erklären könnte…

Da sind wir gleich bei unserem nächsten Thema: Verbotene Filme, einer Tagung der Deutschen Kinemathek und von iRights am Donnerstag, den 9. und Freitag, den 10. September in Berlin.

Das Programm liest sich vielversprechend.

Noch nicht verboten sind die Filme des diesjährigen Fantasy Filmfest, das ab heute in Berlin und danach in einigen weiteren Städten läuft. Neben viel Mittelaltergekröse, Schwertkämpfen, Gekreische und Blutfontänen gibt es einige Filme für den geneigten Krimifan:

Kaboom (der neue Film von Gregg Araki)

22 Bullets (Schauspieler und Regisseur Richard Berry verfilmte mit Jean Reno einen Thriller von Franz-Olivier Giesbert)

The Chameleon (ein neuer Krimi von Jean-Paul Salomé [Female Agents, Arsène Lupin])

Dossier K. – Das Recht auf Rache (der Nachfolger zu „Mörder ohne Erinnerung“/“The Alzheimer Case“)

The Experiment (die US-Version von Oliver Hirschbiegels Kinohit „Das Experiment“, inszeniert von „Prison Break“-Erfinder Paul Scheuring, mit Adrien Brody und Forest Whitaker)

Harry Brown (die britische Antwort auf  „Gran Torino“, mit Michael Caine in der Hauptrolle)

The Killer inside Me (Michael Winterbottoms umstrittene Jim-Thompson-Verfilmung mit Casey Affleck als Sheriff Lou Ford; bei den Noir-Fans kommt der Film allerdings ziemlich gut an)

Little Big Soldier (Jackie Chan in einer Antikriegssatire)

Love Crime (ein neuer Film von „Wahl der Waffen“-Regisseur Alain Corneau, mit Kristin Scott Thomas und Lidivine Sagnier)

Outrage (ein neuer Yakuza-Film von Takeshi Kitano)

Rapt (französischer Kidnapping-Thriller; läuft nicht in allen Städten)

Reykjavik Whale Watching Massacre (Der Titel klingt nach „The Texas Chainsaw Massacre“ und Gunnar Hansen ist auch dabei)

Sphinx (das Programmheft spricht von einem klassischen französischem Polizeifilm)

Tony (britischer Debütfilm über einen Serienkiller, der Daily Mirror schreibt „a masterclass in psychological horror)

Einige Filme wird es in Deutschland danach nie wieder auf der großen Leinwand und in dieser Form zu sehen geben.


TV-Tipp für den 9. August: Getaway

August 9, 2010

HR, 23.30

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

Hinweise

Meine Besprechung der DVD „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“

Wikipedia über Sam Peckinpah (deutsch, englisch)

Georg Seeßlen über Sam Peckinpah (der Nachruf erschien zuerst in epd Film 2/1985)

The Guardian: Rick Moody über Sam Peckinpah (9. Januar 2009)

Senses of Cinema: Gabrielle Murray über Sam Peckinpah

Mordlust über Jim Thompson

Crimetime über Jim Thompson

Wikipedia über Jim Thompson (Englisch)

Kirjasto über Jim Thompson

Popsubculture über Jim Thompson

Senses of Cinema über „The Getaway“

Drehbuch „Getaway“ von Walter Hill (Final Revised Shooting Draft – 23. Februar 1972)


TV-Tipp für den 27. Dezember: Getaway; Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

Dezember 27, 2009

ARD, 23.30

Getaway (USA 1972, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Walter Hill

LV: Jim Thompson: Getaway, 1958 (Getaway)

Auf Wunsch des korrupten Politikers Jack Benyon wird Doc McCoy vorzeitig aus der Haft entlassen. Er soll eine Bank ausrauben. Der Überfall gelingt, aber danach geht alles schief.

Die gelungene und kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Krimis, mit Steve McQueen und Ali MacGraw – obwohl das letzte Drittel des Buches fehlt. Und das ist noch nicht alles, wie der französische Regisseur Alain Corneau meint: „Im Gegensatz zu Hammett und Chandler sind die Amerikaner nicht dazu in der Lage, Thompson zu verfilmen. Nehmen wir zum Beispiel Getaway. Die Figuren werden für die Verfilmung um 180 Grad gedreht, das Buch um mindestens ein Drittel gekürzt. Die Personen und das Thema des Romans wurden an die Seite gedrängt. Doc McCoy ist im Buch ein viel düsterer Charakter als Steve McQueen, und die philosophischen Dimensionen gingen völlig verloren.“ – Trotzdem ist „Getaway“ ein kalter, düsterer und amoralischer Film.

Mit Steve McQueen, Ali MacGraw, Ben Johnson, Al Lettieri, Slim Pickens, Bo Hopkins

ARD, 01.35

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (USA 1974, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Gordon Dawson, Sam Peckinpah (nach einer Story von Frank Kowalski und Sam Peckinpah)

Der mehr als abgehalfterte Barpianist Benjamin wittert seine große Chance. Denn auf den Kopf von Alfredo Garcia ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Und Benjamin weiß, wo Alfredos Kopf ist.

Wie eine klassische griechische Tragödie rollt das Filmdrama vor dem Zuschauer ab, mit allen Momenten und Zutaten des klassischen Genres. In einem hermetisch geschlossenen Zirkel, aus dem es keinen Ausweg gibt, zeugt Gewalt fortzeugend Gewalt…Dennoch wird man sagen dürfen, dass – sicher im Gegensatz zu unendlich vielen anderen Action-Filmen – hier die Gewalt in einem eindeutig kritischen, und zwar politisch-kritischen Rahmen dargestellt und präsentiert wird. Peckinpah zeigt einen Staat, in dem statt der Gesetze das Recht des Stärkeren regiert, statt des Rechtes die Faust, statt der Pistole die Maschinenpistole.“ (Film-Dienst)

Mit Warren Oates, Isela Vega, Gig Young, Kris Kristofferson

Wiederholung: RBB, Dienstag, 29. Dezember, 23.35 Uhr

Weitere Peckinpah-Filme

Sacramento: ARD, Dienstag, 29. Dezember, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Die Killer-Elite: ARD, Mittwoch, 30. Dezember, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Pat Garrett jagt Billy the Kid: ARD, 30. Dezember, 23.55 Uhr


TV-Tipp für den 4. September

September 4, 2008

ARD, 00.55

Police Python 357 (F/D 1976, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Zu nachtschlafender Stunde gibt es einen seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter Polizeifilm. Wahrscheinlich dachte ein Redakteur: “Wenn’s ein Noir ist, dann senden wir ihn wenn’s draußen Dunkel ist.”

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand


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