Neu im Kino/Filmkritik: „Nebraska“ – Alexander Payne reist mit Bruce Dern durch Amerika

Januar 17, 2014

 

Ein alter Mann geht eine Straßen entlang. Er hat offensichtlich ein Ziel, auch wenn er von einem freundlichen Polizisten aufgehalten wird und seine Familie genervt ist, weil der Mann 900 Meilen nach Lincoln, Nebraska, gehen will. Denn von dort erhielt er einen Brief, dass er im Lotto eine Million gewonnen habe und der alte Sturkopf, ein Trinker mit nachlassendem Gedächtnis, hat jetzt endlich ein Ziel. Er will seinen Gewinn abholen. Dass Woody Grant nichts gewonnen hat, will er nicht wahrhaben. Irgendwann entschließt sich sein Sohn David, der von seiner Freundin verlassen wurde und in einem Job als Hifi-Anlagenverkäufer feststeckt, seinen Vater dorthin zu fahren. Es könnte die letzte gemeinsame Zeit mit ihm sein. Jedenfalls solange er noch – halbwegs – geistig gesund und nicht pflegebedürftig ist.

Wie es sich für ein richtiges Road-Movie gehört, ist auch in „Nebraska“ der Weg das Ziel und es geht auch nicht um den Lottogewinn, sondern um Beziehungen, Träume und Enttäuschungen. Denn während der Reise besuchen sie auch Woodys Familie in seinem Geburtsort Hawthorne. Dort erfährt David vieles über seinen Vater und seine Mutter und ihre alten Freunde, die, wie bei Alexander Payne üblich, zu einem großen Teil mit Laien besetzt sind und so der in stilvollen Schwarzweiß gedrehten poetisch-wahrhaftigen Geschichte eine zusätzliche Erdung verschaffen. Denn die einsilbigen Gespräche in Woodys Familie, die er lange nicht mehr gesehen hat, und das anschließende gemeinsame Genießen des TV-Programms sind gleichzeitig genau beobachtet und wahr, weil Familientreffen genau so sind, urkomisch, weil sie die Situation zuspitzen und eine Gruppe normal aussehender, hauptsächlich älterer Männer, die sich auf eine zu kleine Couch quetschen und gebannt auf den Bildschirm und damit in den Kinosaal starren, einfach absurd ist, bitter, weil es die ganze Traurigkeit des Lebens normaler Menschen in einer Szene zusammenfasst, und lebensbejahend, weil sie alle durchaus zufrieden sind. Sie müssen nicht endlos miteinander reden, weil sie sich auch schweigend verstehen. Auch die Dialoge sind oft herrlich lakonisch und lebensweise – und wenn alles nichts mehr hilft, feuert Woodys Frau Kate eine spitze Bemerkung ab. Sie wird von June Squibb, die Payne-Fans als Frau von Jack Nicholson in „About Schmidt“ kennen, gespielt.

Im Zentrum von „Nebraska“ steht allerdings Bruce Dern, der hier seiner langen Karriere von exzellenten Charakterstudien eine weitere hinzufügt und dafür jetzt eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt. Allein schon sein Spiel rechtfertigt den Besuch des warmherzigen Films über Familien und den amerikanischen Mythos, mit der wundervollen Musik von „Tin Hat Trio“-Mitglied Mark Orton.

Außerdem wurde „Nebraska“ als bester Film, Alexander Payne als bester Regisseur, June Squibb als beste Nebendarstellerin, Bob Nelson für sein Drehbuch, Phedon Papamichael als bester Kameramann für den Oscar nominiert. Alle Nominierungen sind verdient, aber die Konkurrenz ist – immerhin kenne ich die meisten nominierten Filme – stark; auch wenn einige Filme, wie „All is lost“ (nur Ton), „Inside Llewyn Davis“ (nur Bild und Ton), „Rush“ und „Saving Mr. Banks“ (nur eine Musik-Nominierung) seltsamerweise nicht oder nur in Nebenkategorien dabei sind.

Nebraska - Plakat

Nebraska (Nebraska, USA 2013)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Bob Nelson

mit Bruce Dern, Will Forte, June Squibb, Stacy Keach, Bob Odenkirk, Tim Driscoll, Davin Ratray, Angela McEwan

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Nebraska“

Moviepilot über „Nebraska“

Metacritic über „Nebraska“

Rotten Tomatoes über „Nebraska“

Wikipedia über „Nebraska“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Alexander Payne in der Kriminalakte

und einige Interviews mit Alexander Payne, Bruce Dern, Will Forte und June Squibb

 

 

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Alexander Payne speaking

Februar 5, 2012

Als Vorbereitung für mein Gespräch mit Alexander Payne, mit dem ich mich über seinen neuen Film „The Descendants“ (mit George Clooney auf Hawaii) unterhielt, hatte ich auch einige, teilweise schon ältere Interviews mit ihm gefunden, die ich mit euch teilen will.

Beginnen wir mit dem 80-minütigen Gespräch von Kenneth Turan mit Alexander Payne, das bereits 2005 stattfand:

Neuer und kürzer (aber auch nur, weil uns die Filmausschnitte vorenthalten werden) ist das Gespräch von Richard Peña mit Alexander Payne. Payne durfte für die NYFF Closing Night, wo auch „The Descendants“ gezeigt wurde, im Rahmen der „On Cinema“-Reihe einige für ihn wichtige Regisseure, Filmemacher und Filme vorstellen. Das sind, ich hoffe, ich habe die Namen und Filmtitel richtig mitgeschrieben, niemand vergessen und alles mit ungefähren Zeitangaben versehen,

Viridiana (Luis Bunuel), Die sieben Samurai (Akira Kurosawa), ab Minute 5

Nackte Gewalt (The naked spur, Anthony Mann), ab Minute 10

Die Nacht (La Notte, Michelangelo Antonioni), ab Minute 17

Casino (Martin Scorsese), ab Minute 28

Rotbart (Akahige/Red Beard, Akira Kurosawa), ab Minute 40

Caroll Ballard, ab Minute 46

Das Gespräch beginnt nach einer Minute Schwarzbild

Neu ist der kurze Clip, in dem Alexander Payne über „The Descendants“ spricht


Neu im Kino/FIlmkritik: „The Descendants“ oder Mit Alexander Payne und George Clooney auf Hawaii

Januar 27, 2012

Jetzt wurde Alexander Paynes neuer Film „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ für den Oscar in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bestes adaptiertes Drehbuch“ , „Bester Hauptdarsteller“ und „Bester Schnitt“ nominiert. Außerdem wurde er, so der aktuelle Stand, für 62 weitere Preise nominiert und 34 hat er schon erhalten. Irgendetwas muss Alexander Payne bei seinem neuesten Film richtig gemacht haben.
Dabei erzählt er eine auf den ersten Blick sehr alltägliche Geschichte mit George Clooney in der Hauptrolle als Familienvater und Anwalt Matt King, der für seine große Familie auch ein Stück unberührtes Land verwaltet.
Als eines Tages seine Frau bei einem Bootsunfall verletzt wird und im Krankenhaus im Koma liegt, gerät auch das Leben von Matt aus den gewohnten Bahnen. Denn er muss sich um seine beiden Töchter kümmern. Die siebzehnjährige Alexandra (Shailene Woodley) erlebt gerade ihre erste große Liebe und Matt hält ihren Freund (Nick Krause), wahrscheinlich wie alle Väter, für einen ziemlichen Taugenichts, der sich auch nicht gut benehmen kann. Bei ihrer ersten Begegnung schlägt ihm Matts Schwiegervater (Robert Foster) dem jungen Schnösel daher gleich mit der Faust ins Gesicht.
Matts zweite Tochter Scottie (Amara Miller) ist erst zehn Jahre und, dank ihres Benehmens, lernt er die Eltern ihrer Klassenkameraden auf der Scottie-wird-es-nie-wieder-tun-Entschuldigungstour kennen.
Jetzt muss er für sie beide der Vater sein, der er nie war.
Und dann verrät ihm Alexandra, dass seine Frau ihn betrog. Selbstverständlich will Matt, der bislang an die perfekte Ehe geglaubt hat, wissen, wer der Nebenbuhler ist und er will ihn zur Rede stellen.
Außerdem steht jetzt der Verkauf des seit Generationen vererbten Landes an. Matt und viele Hawaiianer wollen das Grundstück an einen Einheimischen verkaufen. Matts Familie will vor allem einen möglichst hohen Preis erzielen.
Dass diese Familiengeschichte auf Hawaii spielt, verleiht ihr natürlich ein besonders Flair. Denn abgesehen von einigen, oft langlebigen Krimiserien („Hawaii Fünf-Null“, „Magnum“ und die grottige Neuauflage von „Hawaii Five-0“), ist Hawaii weitgehend unerforschtes Land und gerade das interessierte Alexander Payne, wie er mir in einem Gespräch sagte, an „The Descendants“: „Ich wollte eine alte Geschichte an einem neuen Ort erzählen. Denn bis jetzt hat auf Hawaii noch keine Gesellschaftskomödie gespielt.“
Gleichzeitig, weil er vor Ort drehte, intensiv mit der Autorin der Vorlage, Kaui Hart Hemmings, zusammenarbeitete, sich bis in die Details von ihr beraten ließ, die Nebendarsteller und Komparsen mit Einheimischen besetzte und die Musik klug auswählte, entsteht ein Gefühl für das normale Leben der Upper Class im Paradies.
Payne mischt auch schön das Komische mit dem Tragischen, die verschiedenen Plots ergänzen sich gut und trotzdem ist „The Descendants“ ein Film der mich letztendlich eher kalt lässt. Zu klein erscheinen mir die Konflikte. Zu fern sind mir Matt King, seine Familie und ihre Probleme. Und am Ende stellt sich auch ein leichtes Gefühl von „Wozu die ganze Aufregung?“ ein.
Aber natürlich ist so auch das normale Leben. „Banal Patina“ nannte Payne es und das ist wohl, genau wie bei „About Schmidt“, der Grund, warum ich etwas enttäuscht bin. Denn alles ist etwas zu banal, zu wenig absurd (wobei Payne das Absurde in jeder Situation sucht), zu wenig zugespitzt und George Clooney ist, wie Jack Nicholson in „About Schmidt“, letztendlich nur ein Buchhalter. Aber in Flip-Flops, Shorts und Hawaii-Hemd, was eben die dortige Kleidung für Geschäftsleute ist.
P. S.: „Descendant“ heißt „Nachkomme“ und eigentlich hätte der Verleih den Film „Die Nachkommen“ nennen können, aber vor einigen Jahren haben einige schlaue Leute in Hollywood gemeint, dass es besser sei, wenn ein Hollywood-Film überall den gleichen Titel hat, auch wenn ihn außerhalb der englischsprachigen Länder niemand versteht. Denn nur so kann verhindert werden, dass sinnentstellende Titel gewählt werden.

The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (The Descendants, USA 2011)
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash
LV: Kaui Hart Hemmings: The Descendants , 2009 (Mit deinen Augen, Neuveröffentlichung unter „The Descendants“)
mit George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel, Patricia Hastie
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Descendants“

Rotten Tomatoes über „The Descendants“

Wikipedia über „The Descendants“ (deutsch, englisch)

The Wall Street Journal: Interview mit Kaui Hart Hemmings über „The Descendants“ (23. November 2011)

Nachtrag: Online: Mein Interview mit Alexander Payne


TV-Tipp für den 10. Oktober: About Schmidt

Oktober 9, 2018

Kabel 1, 23.15

About Schmidt (About Schmidt, USA 2002)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor

LV: Louis Begley: About Schmidt, 1997 (Schmidt)

Warren Schmidt ist ein verwitweter Pensionär, der sich jetzt in seinem Wohnmobil, quer durch die USA, auf den Weg zu seiner Tochter und ihrer Hochzeit macht. Denn ihm gefällt ihr Künftiger nicht.

Schönes, melancholisches Roadmovie, das natürlich ein Jack-Nicholson-Starvehikel ist, der hier einen absoluten Biedermann (Angestellter einer Versicherungsgesellschaft!) spielt.

mit Jack Nicholson, Kathy Bates, Hope Davis, Dermot Mulroney

Hinweise

Metacritic über „About Schmidt“

Rotten Tomatoes über „About Schmidt“

Wikipedia über „About Schmidt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska (Nebraska, USA 2013)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)

Alexander Payne in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Downsizing“ löst nicht alle Probleme

Januar 19, 2018

Die Prämisse ist fantastisch und Alexander Payne, der feinfühlige Humanist des Kinos, malt die aus dieser Prämisse entstehende Welt auch äußerst detailliert aus, ohne sich dann um die wissenschaftlichen Hintergründe und Folgen zu kümmern. Eigentlich ist die Prämisse sogar vollkommen Gaga.

Denn in naher Zukunft gelingt es dem norwegischen Wissenschaftler Dr. Jorgen Asbjørnsen (Rolf Lassgård) und seinem Team Menschen auf eine Größe von zwölf Zentimetern zu schrumpfen. Mit dieser Schrumpfung verkleinert sich der Ressourcenverbrauch jedes Menschen entsprechend. Wenn, so Asbjørnsens durchaus sympathische Weltrettungsidee, genug Menschen sich schrumpfen lassen, könnten mit einem Schlag alle Probleme der Menschheit gelöst werden. Also die in puncto Umweltbelastung.

In den Jahren nachdem er seine Idee der staunenden Öffentlichkeit vorstellte, entschließen sich immer mehr Menschen, den Weg der Zellularen Miniaturisierung zu gehen. Für sie ist es ein Aufbruch in eine neue Welt. Sie lassen ihr altes Leben, die Probleme mit den Vorgesetzten und die mangelnden Aufstiegsperspektiven in ihrem Job hinter sich. Durch ihren mit einer Schrumpfung verbundenen Umzug in eine der neue geschaffenen Städte für kleine Menschen, so eine Art immersonnige Disney-Kleinstadtutopie in der Architekten ihre Utopie einer menschenwürdigen Stadt verwirklicht haben, tun sie etwas gutes für die Umwelt und ihr bisheriges Vermögen ist viel mehr wert. Während sie sich früher nur mit einer hohen Verschuldung ein kleines Reihenhaus leisten konnten, können sie jetzt in einen Palast einziehen. Weil der Palast deutlich kleiner als ihr altes Haus ist, sind auch die Baukosten deutlich niedriger. Das gleiche gilt für die Lebenshaltungskosten. Schließlich isst man weniger, trinkt weniger und auch die Heizkosten, – naja, an dem Ort, an dem „Downsizing“ größtenteils spielt, ist es die Air Conditioning – sind niedriger. Sie betragen ungefähr ein Vierzehntel des früheren Wertes.

Für Paul Safranek (Matt Damon), der schlechtbezahlte und von seiner Arbeit gelangweilte Unternehmestherapeut bei Omaha Steaks, und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) ist daher der Umzug nach Leisureland eine Möglichkeit, aus ihrem trüben Leben auszubrechen. Vor allem, nachdem Dave Johnson (Jason Sudeikis), ein alter Freund von ihnen, der ein Downsizing hinter sich hat, ihnen in den schönsten Farben von seinem paradiesischem Leben in Leisureland erzählt.

Dummerweise entschließt sich Audrey in letzter Sekunde, als sie schon im Operationssaal ist, dagegen. Paul erfährt das erst, nachdem er geschrumpft wurde. Und die Schrumpfung kann nicht rückgängig gemacht werden.

In seinem neuen Leben lernt er neue Menschen kennen, unter anderem den immer feierwütigen serbischen Playboy-Unternehmer Dusan Mirkovic (Christoph Waltz im entspannt-menschenfreundlichen Waltz-Modus), der mit mehr oder weniger halblegalen Geschäften (Alkoholschmuggel!) prächtig verdient, sein Freund Konrad (Udo Kier) und Ngoc Lan Tran (Hong Chau), die burschikose und sehr bestimmende Anführerin der bei Dusan arbeitenden Putzkolonne, die – nun, gewisse Dinge ändern sich nie. Lan ist eine gegen ihren Willen zwangsgeschrumpfte und aus ihrem Land ausgewiesene Dissidentin, die jetzt klein und arm ist. Sie zeigt dem etwas naiven Paul ihre Welt. Er will ihr und ihren Freunden helfen.

Wer spätestens jetzt eine ätzende Sozialsatire, eine Abrechnung mit dem Kapitalismus oder eine Hinwendung zu einer Dystopie erwartet, wird enttäuscht. Nichts läge Payne und seinem Co-Drehbuchautor Jim Tayler, mit dem er, unter anderem, auch die Bücher für „About Schmidt“ und „Sideways“ schrieb, ferner. Sie malen die Welt der kleinen Menschen liebevoll und sehr detailfreudig aus. Auf die Schattenseiten oder die Gefahren gehen sie nicht ein. So musste in Jack Arnolds SF-Klassiker „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ (The incredible shrinking man, USA 1957) der Held, der Aufgrund einer atomaren Verstrahlung immer weiter schrumpfte, gegen die Hauskatze, Mäuse und Ungeziefer kämpfen, die ihn als Mahlzeit ansahen, und Wassertropfen wurden zu einer lebensbedrohenden Gefahr.

All diese Probleme interessieren Payne nicht. Jedenfalls nicht als lang anhaltende, das Leben bestimmende Bedrohung. Er interessiert sich für die alltäglichen Probleme seiner Charakter und ihr Leben, das nicht durch ihre Größe, sondern ihre Gefühle, ihre Wünsche und Ziele bestimmt wird. Im Mittelpunkt steht mit Paul ein typischer Payne-Charakter. Er ist ein ganz normaler Mann ohne besondere Eigenschaften oder große Ambitionen, der von seiner Frau verlassen wurde. Er will nur das Richtige tun. Deshalb hilft er Lan, in die er sich auch verliebt. Mit ihr, Dusan und Konrad begibt er sich auf die Reise nach Norwegen zur ersten Kolonie der kleinen Menschen und dem Erfinder des Schrumpfungsprozesses. In dieser Hippie-Kommune muss er eine Entscheidung über sein weiteres Leben treffen.

Am Ende ist „Downsizing“ eine liebevoll erzählte Liebesgeschichte voller liebenswerter Menschen.

Downsizing (Downsizing, USA 2017)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor

mit Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Jason Sudeikis, Neil Patrick Harris, Rolf Lassgård, Ingjerd Egeberg, Laura Dern

Länge: 136 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

 

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Downsizing“

Metacritic über „Downsizing“

Rotten Tomatoes über „Downsizing“

Wikipedia über „Downsizing“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska (Nebraska, USA 2013)

Alexander Payne in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. Juli: About Schmidt

Juli 28, 2015

RTLnitro, 20.15

About Schmidt (USA 2002, Regie: Alexander Payne)

Drehbuch: Alexander Payne, Tim Taylor

LV: Louis Begley: About Schmidt, 1997 (Schmidt)

Warren Schmidt ist ein verwitweter Pensionär, der sich jetzt in seinem Wohnmobil, quer durch die USA, auf den Weg zu seiner Tochter und ihrer Hochzeit macht. Denn ihm gefällt ihr Künftiger nicht.

Schönes, melancholisches Roadmovie, das natürlich ein Jack-Nicholson-Starvehikel ist, der hier einen absoluten Biedermann (Angestellter einer Versicherungsgesellschaft!) spielt.

mit Jack Nicholson, Kathy Bates, Hope Davis, Dermot Mulroney

Hinweise

Metacritic über „About Schmidt“

Rotten Tomatoes über „About Schmidt“

Wikipedia über „About Schmidt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska (Nebraska, USA 2013)

Alexander Payne in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Tammy – Voll abgefahren“, aber etwas ziellos

Juli 3, 2014

„Tammy – Voll abgefahren“ ist eine Mogelpackung. Denn der neue Film von und mit Melissa McCarthy ist nur am Anfang eine Komödie. Da wird ihr Auto von einem Hirsch gestoppt. Das Tier überlebt, Ihr Auto ist dagegen ziemlich demoliert. Kurz darauf wird sie von ihrem Chef (Ben Falcone) gefeuert. In einem sinnlosen Wutanfall wirft sie mit Lebensmitteln (soweit das über Fastfood-Kost gesagt werden kann) um sich. Sie fährt nach Hause und erwischt ihren Göttergatten mit einer anderen Frau.
Tammy hat genug. Sie will abhauen, aber nur ihre Oma Pearl (Susan Sarandon, auf steinalt frisiert) verfügt über genug Geld und, was noch wichtiger ist, ein Auto. Die beiden gegensätzlichen Frauen, die in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich keine drei Worte miteinander wechselten, machen sich auf den Weg zu den Niagara-Fällen, die Pearl schon immer besuchen wollte. Sagt sie. Außerdem ist Pearl Trinkerin, sexuellen Freuden nicht abgeneigt und sie vergisst schon einmal ihre Tabletten. Einige Tabletten hat sie auch durch wirksamere Medikamente bei dem jugendlichen Drogenhändler um die Ecke eingekauft. Kurz: sie ist vollkommen verantwortungslos.
Bei dieser Prämisse könnte „Tammy“ eine weitere „Hangover“-Variante mit Frauen werden. Auch der Trailer schlägt in diese Kerbe und damit weit daneben. Denn ziemlich schnell wird „Tammy“ immer ernster und zu einer sehr interessanten Variante von Alexander Paynes grandiosem Road-Movie „Nebraska“. Denn beide Male geht es bei dieser Reise, die ein Kind mit einem Elternteil (beziehungsweise Großelternteil) unternimmt, um ein letztes Kennenlernen der Generationen, um Versöhnung und auch um neue Lebensperspektiven. In „Nebraska“ sagt der Sohn auch ausdrücklich, dass diese Reise die letzte Gelegenheit sei, um mit seinem zunehmend dement werdendem Vater, der auch ein Alkoholiker ist, noch einige Tage zu verbringen. In „Tammy“ ist die Reise für Tammy wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, aus ihrem Leben auszubrechen. Denn bislang endete jede ihrer Fluchtversuche an der Stadtgrenze. Für Pearl ist es die letzte Möglichkeit, noch einmal etwas anderes zu sehen. Dabei geht es in beiden Filmen um die Reise und die Selbsterkenntnisse der Charaktere. Denn das Ziel – ein falscher Lottogewinn, ein Besuch der Niagara-Fälle – ist nebensächlich. Beide Male geht es auch um Familienbeziehungen. So treffen Tammy und Pearl auf ihrer Reise auch Pearls Cousine Lenore (Kathy Bates), die als bekennende Lesbe ein Leben weitab der Konventionen von Tammys Leben führt.
Aber während „Nebraska“ ein in sich geschlossenes melancholisches SW-Drama ist, ist „Tammy“ eine Komödie, die zu einem Drama wird und die mehr aus Einzelteilen als aus der Summe der Teile besteht. So ist „Tammy“ nie so gut, wie er sein könnte, aber die Komödie ist doch ein Schritt weg von dem inzwischen bekannten Melissa-McCarthy-Fahrwasser. Ich sage nur „Brautalarm“, „Voll abgezockt“ und „Taffe Mädels“.
Wieder beweist Melissa McCarthy einen herrlichen Hang zu unvorteilhaften Kleidern, wilden Frisuren und Schminkkatastrophen. Hässlicher sah wohl schon lange kein Star mehr aus. Wenn man weiß, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann Ben Falcone das Drehbuch schrieb, sie den Film mitproduzierten und Falcone hier sein Regiedebüt gab, dann sagt das einiges über die Eitelkeit von Melissa McCarthy aus. Und wohin sie sich in kommenden Filmen bewegen könnte. Denn unter der Komödie scheint auch immer eine gesellschaftskritische und liberale Agenda durch, die auch einen Traum von einem anderen Amerika zeigt.
Insofern ist „Tammy“ ein sehr interessanter filmischer Bastard, den ich trotz seiner Fehler mag. Dazu trägt auch die gute Besetzung bei. Neben Susan Sarandon und Kathy Bates spielen auch Dan Akroyd, Toni Colette und Sandra Oh in kleinen, aber wichtigen Rollen mit. Und „The Descendants“- und „Ganz weit hinten“-Drehbuchautor Nat Faxon spielt Tammys Ehemann, der für die falsche Frau Essen kocht.

Tammy - Plakat

Tammy – Voll abgefahren (Tammy, USA 2014)
Regie: Ben Falcone
Drehbuch: Melissa McCarthy, Ben Falcone
mit Melissa McCarthy, Susan Sarandon, Allison Janney, Gary Cole, Dan Akroyd, Kathy Bates, Nat Faxon, Toni Colette, Sandra Oh, Ben Falcone
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Tammy“
Moviepilot über „Tammy“
Metacritic über „Tammy“
Rotten Tomatoes über „Tammy“
Wikipedia über „Tammy“
Meine Besprechung der Melissa-McCarthy-Filme „The Nines – Dein Leben ist nur ein Spiel“ (The Nines, USA 2007), „Voll abgezockt“ (Identity Thief, USA 2013) und „Taffe Mädels“ (The Heat, USA 2013)

Zwei Interviews mit Melissa McCarthy über „Tammy“


Oscar-nominierte und für andere Preise nominierte Drehbücher online

März 3, 2014

Auch dieses Jahr stellten die Produzenten die Drehbücher online, die für wichtige Filmpreise, wie die Oscars nominiert wurden. Und wir Filmfans können sie kostelos runterladen, lesen, studieren, die Vorlage mit dem Film vergleichen und tiefsinnige philosophische Betrachtungen anstellen.

Simply Scripts sammelte die Bücher und machte sie, wie in den vergangenen Jahren, auf einer schönen Seite zugänglich. Ich beschränke mich auf die nackten Daten (und meine Besprechungen könnt ihr mit der Suchen-Funktion finden):

42 (von Brian Helgeland; tolles Sportlerbiopic über Jackie Robinson)

All is Lost (von J. C. Chandor; Robert Redford allein auf hoher See)

American Hustle (von Eric Warren Singer & David O. Russell; überschätzte Gaunerkomödie)

The Armstrong Lie (von Alex Gibney; Doku über Lance Armstrong. Könnte gut sein.)

August: Osage County (von Tracy Letts)

Before Midnight (von Richard Linklater, Julie Delphy und Ethan Hawke; die Liebesgeschichte geht weiter)

The Bling Ring (von Sophia Coppola; Jugendliche rauben Hollywood-Berühmheiten aus)

The Blue Umbrella (von Saschka Unseld; ein Disney-Kurzfilm)

The Butler (von Danny Strong; langweiliges Biopic über einen afroamerikanischen Butler im Weißen Haus)

The Croods (von Kirk DeMicco und Chris Sanders)

Dallas Buyers Club (von Craig Borten und Melissa Wallack)

Despicable Me 2 (von Cinco Paul und Ken Daurio)

Enough Said (von Nicole Holofcener; vorletzter Film von James Gandolfini; eine schöne romantische Komödie)

The Fifth Estate (von Josh Singer; durchwachsener Spielfilm über Wikilieaks – hier mit Anmerkungen von Wikileaks)

Frozen (von Jennifer Lee)

Fruitville Station (von Ryan Coogler)

Gravity (von Alfonso Guaron und Jonas Cuaron, ein Film, bei dem sich 3D wirklich lohnt und ein großer, dunkler Kinosaal die Wirkung steigert) (Falls es Probleme mit dem Link gibt: hier)

The Great Gatsby (von Baz Luhrmann und Craig Pearce; neueste Verfilmung des Romans von F. Scott Fitzgerald)

Her (von Spike Jonze; okayer Science-Fiction-Film mit netter Prämisse, der allerdings etwas zu minimalistisch und mit über zwei Stunden zu lang geraten ist. Früher wäre es eine Episode der „Thwilight Zone“ gewesen)

Inside Llewyn Davis (von Joel & Ethan Coen; wie immer bei den Coens: toller Film)

The Invisible Woman (von Abi Morgan; Charles Dickens verliebt sich in eine jüngere Frau)

Kill your Darlings (von John Krokidas und Austin Bunn; Enttäuschendes Biopic über die Beat-Poeten, bevor sie berühmt waren.)

Labor Day (von Jason Reitman, nach einem Roman von Joyce Maynard)

Lone Survivor (von Peter Berg, nach dem Buch von Marcus Luttrell, der 2005 ein SEAL-Team anführte, das einen Taliban-Führer töten sollte; – – – das Ende wird nicht verraten)

Monster’s University (von Daniel Gerson, Robert L. Baird und Dan Scanlon)

Mud (von Jeff Nichols)

Nebraska (von Robert W. Nelson; tolles Road-Movie von Alexander Payne mit Bruce Dern)

One Chance (von Justin Zackham; Biopic über Paul Potts)

The Past (von Asghar Farhadi; nun, ja, die übersetzte Version von „Le Passé – Das Vergangene“)

Philomena (von Steve Coogan und Jeff Pope, basierend auf dem Sachbuch von Martin Sixsmith; tolles Drama, mit einer ordentlichen Portion Humor)

The Place beyond the Pines (von Derek Cianfrance, Ben Coccio und Darius Marder; durchwachsenes, in drei Teile aufgeteiltes Drama, bei dem der erste Teil der beste Teil ist)

Prisoners (von Aaron Guzikowski)

Rush (von Peter Morgan; tolles Rennfahrerdrama über den Zwist zwischen James Hunt und Niki Lauda)

Saving Mr. Banks (von Kelly Marcel und Sue Smith; das kurzweilige Making-of zu „Mary Poppins“)

Short Term 12 (von Destin Daniel Cretton)

The Spectacular Now (von Scott Neustadter und Michael H. Weber, nach dem Roman von Tim Tharp)

Spring Breakers (von Harmony Korine; einfach nur langweilig)

12 Years a Slave (von John Ridley; toller Film über die Sklaverei, der verdient den Oscar als Bester Film gewann)

Wadja (von Haifaa Al Mansour)

The Way Way Back (von Nat Faxon und Jim Rash; schöner Film über einen Vierzehnjährigen und seinen Sommer mit seinen Eltern, die gerade Spring Break feiern)

We steal Secrets (von Alex Gibney; Transkript mit Anmerkungen von Wikileaks, denen schon der Titel nicht gefällt)

The Wolf of Wall Street (von Terence Winter, nach den Erinnerungen von Jordan Belfort; Tja, nun, der neue Scorsese, wieder einmal im „GoodFellas“-Modus und das ist eine gute Nachricht)

 

 

 

 

 

 

 


TV-Tipp für den 2. März: The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten

März 2, 2014

Pro 7, 20.15

The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (USA 2011, Regie: Alexander Payne)

Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash

LV: Kaui Hart Hemmings: The Descendants, 2009 (Mit deinen Augen, Neuveröffentlichung unter „The Descendants“)

Auch im Paradies haben die Menschen alltägliche Probleme. So muss Rechtsanwalt Matt King (George Clooney) sich auf Hawaii mit der weiteren Nutzung des Landes, das seit Generationen im Familienbesitz ist und von ihm verwaltet wird, herumschlagen, seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma und er muss sich jetzt um seine beiden Töchter kümmern. Da erfährt er, dass seine Frau einen Liebhaber hatte.

Paynes Film ist eine feine, warmherzige und lebenskluge Komödie über Familien und andere alltägliche Probleme. Sein neuester Film „Nebraska“ läuft gerade im Kino.

mit George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel, Patricia Hastie

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Descendants“

Rotten Tomatoes über „The Descendants“

Wikipedia über „The Descendants“ (deutschenglisch)

The Wall Street Journal: Interview mit Kaui Hart Hemmings über “The Descendants” (23. November 2011)

Stuttgarter Zeitung: Mein Interview mit Alexander Payne über „The Descendants“

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska“ (Nebraska, USA 2013)

Alexander Payne in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Nat Faxon/Jim Rashs „Ganz weit hinten“ (The Way Way Back, USA 2013)


Die Oscar-Nominierungen 2014 – und meine Prognose der Gewinner (UPDATE: und die Gewinner)

März 1, 2014

(Update: 3. März: Oscar-Nacht ist um. Wie habe ich mich geschlagen? Einige Treffer sind dabei. Dass „Gravity“ so viele Oscars erhält, hätte ich nicht gedacht. Dass das von einem Briten inszenierte Sklavendrama bester Film wird, hätte ich auch nicht gedacht. Dass „American Hustle“ bei zehn Nominierungen und soviel Hype so schlecht abschneidet, wundert mich schon etwas. Dass meine Liebe zu „Nebraska“ nicht erwidert wird, enttäuscht mich. )

Dieses Jahr habe ich fast alle für die Oscars nominierten Filme gesehen und eine Vorhersage der Gewinner auf fundierter Basis machen; – wobei mehr Informationen nicht unbedingt zu besseren Entscheidungen führen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und, auch wenn einige grandiose Leistungen vergessen wurden, ist die Auswahl der Nominierten durchgängig verdammt gut und in der Nacht vom Sonntag zum Montag, wenn die Oscars verliehen werden, wissen wir mehr.

Für Nachteulen überträgt Pro7 ab 00.40 Uhr. Die Verleihung beginnt um 01.30 Uhr und endet um 05.50 Uhr.

Also, dann:

Best Motion Picture of the Year

American Hustle (2013)

Captain Phillips (2013)

Dallas Buyers Club (2013)

Gravity (2013)

Her (2013) (Besprechung zum Kinostart)

MEIN TIPP: Nebraska (2013)

Philomena (2013)

GEWINNER: 12 Years a Slave (2013)

The Wolf of Wall Street (2013)

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Christian Bale für American Hustle (2013)

MEIN TIPP: Bruce Dern für Nebraska (2013)

Leonardo DiCaprio für The Wolf of Wall Street (2013)

Chiwetel Ejiofor für 12 Years a Slave (2013)

GEWINNER: Matthew McConaughey für Dallas Buyers Club (2013)

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Amy Adams für American Hustle (2013)

GEWINNER/MEIN TIPP: Cate Blanchett für Blue Jasmine (2013)

Sandra Bullock für Gravity (2013)

Judi Dench für Philomena (2013)

Meryl Streep für Im August in Osage County (2013)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Barkhad Abdi für Captain Phillips (2013)

Bradley Cooper für American Hustle (2013)

Jonah Hill für The Wolf of Wall Street (2013)

MEIN TIPP: Michael Fassbender für 12 Years a Slave (2013)

GEWINNER: Jared Leto für Dallas Buyers Club (2013)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Sally Hawkins für Blue Jasmine (2013)

Julia Roberts für Im August in Osage County (2013)

GEWINNER: Lupita Nyong’o für 12 Years a Slave (2013)

Jennifer Lawrence für American Hustle (2013)

MEIN TIPP: June Squibb für Nebraska (2013)

Best Achievement in Directing

GEWINNER/MEIN TIPP: Alfonso Cuarón für Gravity (2013)

Steve McQueen für 12 Years a Slave (2013)

David O. Russell für American Hustle (2013)

Martin Scorsese für The Wolf of Wall Street (2013)

Alexander Payne für Nebraska (2013)

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

American Hustle (2013): Eric Warren Singer, David O. Russell

Blue Jasmine (2013): Woody Allen

GEWINNER: Her (2013): Spike Jonze

MEIN TIPP: Nebraska (2013): Bob Nelson

Dallas Buyers Club (2013): Craig Borten, Melisa Wallack

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Before Midnight (2013): Richard Linklater (Manche Einordnungen verstehe ich nicht. Denn für mich gehört „Before Midnight“ in die „Directly for the Screen“-Kategorie)

Captain Phillips (2013): Billy Ray

GEWINNER/MEIN TIPP: 12 Years a Slave (2013): John Ridley

The Wolf of Wall Street (2013): Terence Winter

Philomena (2013): Steve Coogan, Jeff Pope

Best Animated Feature Film of the Year

Die Croods (2013)

Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013)

Ernest & Célestine (2012)

GEWINNER: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013)

Kaze tachinu (2013)

Kein Tipp, weil ich keinen der Filme kenne, aber „Die Eiskönigin“ soll sehr gut sein.

Best Foreign Language Film of the Year

The Broken Circle (2012): Felix Van Groeningen (Belgien)

L’image manquante (2013): Rithy Panh (Kambodscha)

Die Jagd (Jagten, 2012): Thomas Vinterberg (Dänemark)

GEWINNER/MEIN TIPP: La Grande Bellezza – Die große Schönheit (2013): Paolo Sorrentino (Italien)

Omar (2013): Hany Abu-Assad (Palästina)

Best Achievement in Cinematography

GEWINNER/MEIN TIPP: Gravity (2013): Emmanuel Lubezki

Inside Llewyn Davis (2013): Bruno Delbonnel

Nebraska (2013): Phedon Papamichael

Prisoners (2013): Roger Deakins

The Grandmaster (2013): Philippe Le Sourd

Ab jetzt wird es schwierig, weil es doch sehr speziell wird.

Best Achievement in Editing

MEIN TIPP: 12 Years a Slave (2013): Joe Walker

American Hustle (2013): Alan Baumgarten, Jay Cassidy, Crispin Struthers

GEWINNER: Gravity (2013): Alfonso Cuarón, Mark Sanger

Captain Phillips (2013): Christopher Rouse

Dallas Buyers Club (2013): Martin Pensa, John Mac McMurphy

Best Achievement in Production Design

12 Years a Slave (2013): Adam Stockhausen, Alice Baker

MEIN TIPP: American Hustle (2013): Judy Becker, Heather Loeffler

Gravity (2013): Andy Nicholson, Rosie Goodwin, Joanne Woollard

GEWINNER: Der große Gatsby (2013): Catherine Martin, Beverley Dunn

Her (2013): K.K. Barrett, Gene Serdena

Best Achievement in Costume Design

MEIN TIPP: American Hustle (2013): Michael Wilkinson

GEWINNER: Der große Gatsby (2013): Catherine Martin

12 Years a Slave (2013): Patricia Norris

The Grandmaster (2013): William Chang

The Invisible Woman (2013): Michael O’Connor

Best Achievement in Makeup and Hairstyling

GEWINNER: Dallas Buyers Club (2013): Adruitha Lee, Robin Mathews

MEIN TIPP: Jackass: Bad Grandpa (2013): Steve Prouty

Lone Ranger (2013): Joel Harlow, Gloria Pasqua Casny

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

(Argh, wie soll ich mich an die Musik eines vor Monaten gesehenen Films erinnern? Und soll ich hier bewerten, wie sehr die Musik den Film unterstützt – was dazu führt, dass sie nicht auffällt – oder wie sehr sie als eigenständige CD funktioniert – was dazu führt, dass sie sehr wahrscheinlich die Filmgeschichte stört?)

Die Bücherdiebin (2013): John Williams (Besprechung zum Kinostart)

GEWINNER: Gravity (2013): Steven Price (War da Musik im Film?)

Her (2013): William Butler, Andy Koyama

MEIN TIPP: Saving Mr. Banks (2013): Thomas Newman (Besprechung zum Kinostart)

Philomena (2013): Alexandre Desplat

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013): Pharrell Williams („Happy“)

GEWINNER: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013): Kristen Anderson-Lopez, Robert Lopez („Let It Go“)

MEIN TIPP (obwohl es wahrscheinlich „Ich“ oder „Die Eiskönigin“ wird): Mandela: Der lange Weg zur Freiheit (2013): Bono, Adam Clayton, The Edge, Larry Mullen Jr., Brian Burton („Ordinary Love“)

Her (2013): Karen O („The Moon Song“)

Best Achievement in Sound Mixing

(Hm, was ist jetzt genau für mich als Zuschauer der Unterschied zwischen „Sound Mixing“ und „Sound Editing“ und wie groß ist der Einfluss des Kinos auf meine Wahrnehmung des Sounds?)

GEWINNER: Gravity (2013): Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead, Chris Munro

MEIN TIPP (weil diese Blockbuster immer einen Oscar in einer Nebenkategorie kriegen): Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013): Christopher Boyes, Michael Hedges, Michael Semanick, Tony Johnson

Captain Phillips (2013): Chris Burdon, Mark Taylor, Mike Prestwood Smith, Chris Munro

Inside Llewyn Davis (2013): Skip Lievsay, Greg Orloff, Peter F. Kurland

Lone Survivor (2013): Andy Koyama, Beau Borders, David Brownlow

Best Achievement in Sound Editing

MEIN TIPP (weil der Film mehr Nominierungen verdient hätte): All Is Lost (2013): Steve Boeddeker, Richard Hymns

Captain Phillips (2013): Oliver Tarney

GEWINNER: Gravity (2013): Glenn Freemantle

Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013): Brent Burge

Lone Survivor (2013): Wylie Stateman

Best Achievement in Visual Effects

GEWINNER/MEIN TIPP: Gravity (2013): Timothy Webber, Chris Lawrence, David Shirk, Neil Corbould

Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013): Joe Letteri, Eric Saindon, David Clayton, Eric Reynolds

Iron Man 3 (2013): Christopher Townsend, Guy Williams, Erik Nash, Daniel Sudick

Lone Ranger (2013): Tim Alexander, Gary Brozenich, Edson Williams, John Frazier

Star Trek: Into Darkness (2013): Roger Guyett, Pat Tubach, Ben Grossmann, Burt Dalton

Best Documentary, Feature

MEIN TIPP: The Act of Killing (2012): Joshua Oppenheimer, Signe Byrge Sørensen

Cutie and the Boxer (2013): Zachary Heinzerling, Lydia Dean Pilcher

Schmutzige Kriege – Dirty Wars (2013): Rick Rowley, Jeremy Scahill

Al midan (2013): Jehane Noujaim, Karim Amer

GEWINNER: 20 Feet from Stardom (2013): Morgan Neville

Das war’s. Denn die folgenden Filme kenne ich nicht.

Best Documentary, Short Subject

Cavedigger (2013): Jeffrey Karoff

Facing Fear (2013): Jason Cohen

Karama Has No Walls (2012): Sara Ishaq

GEWINNER: The Lady In Number 6 (2013): Malcolm Clarke, Carl Freed

Prison Terminal: The Last Days of Private Jack Hall (2013): Edgar Barens

Best Short Film, Animated

Feral (2012): Daniel Sousa, Dan Golden

Get a Horse! (2013): Lauren MacMullan, Dorothy McKim

GEWINNER: Mr Hublot (2013): Laurent Witz, Alexandre Espigares

Tsukumo (2012): Shuhei Morita

Room on the Broom (2012) (TV): Max Lang, Jan Lachauer

Best Short Film, Live Action

Aquel no era yo (2012): Esteban Crespo

Avant que de tout perdre (2013): Xavier Legrand

GEWINNER: Helium (2014): Anders Walter

Pitääkö mun kaikki hoitaa? (2012): Selma Vilhunen

The Voorman Problem (2012): Mark Gill


TV-Tipp für den 24. Dezember: About Schmidt

Dezember 24, 2013

Als Vorbereitung für Alexander Paynes neuen, überaus gelungenen Streich „Nebraska“, der am 16. Januar 2014 in unseren Kinos anläuft

Vox, 23.05

About Schmidt (USA 2002, R.: Alexander Payne)

Drehbuch: Alexander Payne, Tim Taylor

LV: Louis Begley: About Schmidt, 1997 (Schmidt)

Warren Schmidt ist ein verwitweter Pensionär, der sich jetzt in seinem Wohnmobil, quer durch die USA, auf den Weg zu seiner Tochter und ihrer Hochzeit macht. Denn ihm gefällt ihr Künftiger nicht.

Schönes, melancholisches Roadmovie, das natürlich ein Jack-Nicholson-Starvehikel ist, der hier einen absoluten Biedermann (Angestellter einer Versicherungsgesellschaft!) spielt.

mit Jack Nicholson, Kathy Bates, Hope Davis, Dermot Mulroney

Hinweise

Metacritic über „About Schmidt“

Rotten Tomatoes über „About Schmidt“

Wikipedia über „About Schmidt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Alexander Payne in der Kriminalakte


Die Nominierungen für die Golden Globes

Dezember 13, 2013

 

Die Nominierungen für die 71. Golden Globes, die am Sonntag, den 12. Januar, von der Hollywood Foreign Press Association verliehen werden, sind draußen.

Etliche Filme kenne ich schon – und sie sind alle verdammt gut. Das gilt für die Nominierungen für den besten Film; im Bereich „Drama“ sind alle sehenswert, bei „Musical or Comedy“ (eine für mich ziemlich unverständliche Kategorie) kenne ich nur „Inside Llewyn Davis“ (Musical? Weil gesungen wird?) und „Nebraska“ (Komödie? Weil es etwas zu Lachen gibt?), die beide gut sind. Den neuen Martin-Scorsese-Film „The Wolf of Wall Street“ (läuft in den USA am 25. Dezember, bei uns nächstes Jahr an) kenne ich noch nicht und ad hoc würde ich ihn nicht unter Komödie einsortieren.

Die Nominierungen für den besten Schauspieler (Drama) gehen auch in Ordnung. Auch die Filme sind sehenswert. Bei den Schauspielerinnen kenne ich nur, in der Kategorie „Drama“ „Blue Jasmine“, „Gravity“ und „Philomena“ und in der Kategorie „Komödie“ kenne ich nur „Genug gesagt“ (James Gandolfinis vorletzter Film), „Before Midnight“ und „Frances Ha“ und auch hier sind die Filme sehenswert.

Beste Regie und bestes Drehbuch spiegeln die „Bester Film“-Nominierungen. Und dann gibt es noch die vielen TV-Nominierungen.

Insgesamt ist es eine gute Nominierungsliste. Auch wenn ich jetzt keine wirkliche Überraschung entdeckt habe.

Hier, via IMDB, die vollständige Nominierungsliste:

Best Motion Picture – Drama

nominiert

12 Years a Slave (2013)

Captain Phillips (2013)

Rush – Alles für den Sieg (2013/I)

Philomena (2013)

Gravity (2013)

Best Motion Picture – Musical or Comedy

nominiert

American Hustle (2013)

Her (2013)

Inside Llewyn Davis (2013)

Nebraska (2013)

The Wolf of Wall Street (2013)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama

nominiert

Chiwetel Ejiofor for 12 Years a Slave (2013)

Idris Elba for Mandela: Der lange Weg zur Freiheit (2013)

Tom Hanks for Captain Phillips (2013)

Matthew McConaughey for Dallas Buyers Club (2013)

Robert Redford for All Is Lost (2013)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama

nominiert

Cate Blanchett for Blue Jasmine (2013)

Sandra Bullock for Gravity (2013)

Judi Dench for Philomena (2013)

Emma Thompson for Saving Mr. Banks (2013)

Kate Winslet for Labor Day (2013)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy

nominiert

Bruce Dern for Nebraska (2013)

Leonardo DiCaprio for The Wolf of Wall Street (2013)

Oscar Isaac for Inside Llewyn Davis (2013)

Joaquin Phoenix for Her (2013)

Christian Bale for American Hustle (2013)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy

nominiert

Julia Louis-Dreyfus for Genug gesagt (2013)

Julie Delpy for Before Midnight (2013)

Greta Gerwig for Frances Ha (2012)

Meryl Streep for August: Osage County (2013)

Amy Adams for American Hustle (2013)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture

nominiert

Barkhad Abdi for Captain Phillips (2013)

Bradley Cooper for American Hustle (2013)

Michael Fassbender for 12 Years a Slave (2013)

Jared Leto for Dallas Buyers Club (2013)

Daniel Brühl for Rush – Alles für den Sieg (2013/I)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture

nominiert

Sally Hawkins for Blue Jasmine (2013)

Jennifer Lawrence for American Hustle (2013)

Lupita Nyong’o for 12 Years a Slave (2013)

Julia Roberts for August: Osage County (2013)

June Squibb for Nebraska (2013)

Best Director – Motion Picture

nominiert

Alfonso Cuarón for Gravity (2013)

Steve McQueen for 12 Years a Slave (2013)

David O. Russell for American Hustle (2013)

Paul Greengrass for Captain Phillips (2013)

Alexander Payne for Nebraska (2013)

Best Screenplay – Motion Picture

nominiert

12 Years a Slave (2013): John Ridley

American Hustle (2013): David O. Russell

Her (2013): Spike Jonze

Nebraska (2013): Alexander Payne

Philomena (2013): Steve Coogan, Jeff Pope

Best Original Song – Motion Picture

nominiert

Inside Llewyn Davis (2013): T-Bone Burnett, Ethan Coen, Joel Coen, Justin Timberlake, George Cromaty, Ed Rush(„Please Mr. Kennedy“)

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013/I): Kristen Anderson-Lopez, Robert Lopez(„Let It Go“)

Die Tribute von Panem – Catching Fire (2013): Chris Martin, Guy Berryman, Jonny Buckland, Will Champion(„Atlas“)

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit (2013): Bono, Adam Clayton, The Edge, Larry Mullen Jr., Brian Burton(„Ordinary Love“)

One Chance (2013): Jack Antonoff, Taylor Swift(„Sweeter Than Fiction“)

Best Original Score – Motion Picture

nominiert

12 Years a Slave (2013): Hans Zimmer

Gravity (2013): Steven Price

Die Bücherdiebin (2013): John Williams

All Is Lost (2013): Alex Ebert

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit (2013): Alex Heffes

Best Animated Film

nominiert

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013/I): Chris Buck, Jennifer Lee

Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013): Pierre Coffin, Chris Renaud

Die Croods (2013)

Best Foreign Language Film

nominiert

Le Passé – Das Vergangene (2013)

The Hunt (2012)

Blau ist eine warme Farbe (2013)

La Grande Bellezza – Die große Schönheit (2013)

Kaze tachinu (2013)

Best Television Series – Drama

nominiert

„Breaking Bad“ (2008)

„Downton Abbey“ (2010)

„House of Cards“ (2013)

„Good Wife“ (2009)

„Masters of Sex“ (2013)

Best Television Series – Musical or Comedy

nominiert

„The Big Bang Theory“ (2007)

„Girls“ (2012)

„Modern Family“ (2009)

„Parks and Recreation“ (2009)

„Brooklyn Nine-Nine“ (2013)

Best Mini-Series or Motion Picture Made for Television

nominiert

„American Horror Story“ (2011)

Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll (2013) (TV)

„Top of the Lake“ (2013)

„The White Queen“ (2013)

„Dancing on the Edge“ (2013)

Best Performance by an Actor in a Television Series – Drama

nominiert

Bryan Cranston for „Breaking Bad“ (2008)

Kevin Spacey for „House of Cards“ (2013)

Liev Schreiber for „Ray Donovan“ (2013)

Michael Sheen for „Masters of Sex“ (2013)

James Spader for „The Blacklist“ (2013)

Best Performance by an Actress in a Television Series – Drama

nominiert

Robin Wright for „House of Cards“ (2013)

Julianna Margulies for „Good Wife“ (2009)

Kerry Washington for „Scandal“ (2012)

Tatiana Maslany for „Orphan Black“ (2013)

Taylor Schilling for „Orange Is the New Black“ (2013)

Best Performance by an Actor in a Television Series – Musical or Comedy

nominiert

Don Cheadle for „House of Lies“ (2012)

Jason Bateman for „Arrested Development“ (2003)

Jim Parsons for „The Big Bang Theory“ (2007)

Michael J. Fox for „The Michael J. Fox Show“ (2013)

Andy Samberg for „Brooklyn Nine-Nine“ (2013)

Best Performance by an Actress in a Television Series – Musical or Comedy

nominiert

Lena Dunham for „Girls“ (2012)

Edie Falco for „Nurse Jackie“ (2009)

Julia Louis-Dreyfus for „Veep – Die Vizepräsidentin“ (2012)

Amy Poehler for „Parks and Recreation“ (2009)

Zooey Deschanel for „New Girl“ (2011)

Best Performance by an Actor in a Mini-Series or a Motion Picture Made for Television

nominiert

Matt Damon for Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll (2013) (TV)

Michael Douglas for Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll (2013) (TV)

Idris Elba for „Luther“ (2010)

Chiwetel Ejiofor for „Dancing on the Edge“ (2013)

Dominic West for Burton and Taylor (2013) (TV)

Best Performance by an Actress in a Mini-Series or a Motion Picture Made for Television

nominiert

Jessica Lange for „American Horror Story“ (2011)

Helen Mirren for “Der Fall Phil Spector“ (2013) (TV)

Elisabeth Moss for „Top of the Lake“ (2013)

Helena Bonham Carter for Burton and Taylor (2013) (TV)

Rebecca Ferguson for „The White Queen“ (2013)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Series, Mini-Series or Motion Picture Made for Television

nominiert

Aaron Paul for „Breaking Bad“ (2008)

Jon Voight for „Ray Donovan“ (2013)

Corey Stoll for „House of Cards“ (2013)

Rob Lowe for Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll (2013) (TV)

Josh Charles for „Good Wife“ (2009)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Series, Mini-Series or Motion Picture Made for Television

nominiert

Sofía Vergara for „Modern Family“ (2009)

Janet McTeer for „The White Queen“ (2013)

Monica Potter for „Parenthood“ (2010)

Hayden Panettiere for „Nashville“ (2012)

Jacqueline Bisset for „Dancing on the Edge“ (2013)


Neu im Kino/Filmkritik : „Ganz weit hinten“ erzählt vom Erwachsenwerden

Dezember 6, 2013

 

Sommerferien sind die Hölle. Vor allem wenn man, wie der 14-jährige Duncan (Liam James) schon auf dem Weg zum Ferienhaus von dem neuen Freund der Mutter verbal zusammengestaucht wird. Denn Trent (Steve Carell) fragt Duncan nach seiner Selbsteinschätzung auf einer Skala von eins bis zehn und korrigiert Duncans schon sehr vorsichtige Einschätzung gnadenlos nach unten. Seine Mutter Pam (Toni Colette) überhört es und auch im Ferienhaus wird es nicht besser. Denn anstatt sich um die Kinder zu kümmern, feiern die Erwachsenen in Cape Cod am Strand ihre Version des Spring Break: Sex, Trinken und Drogen bis zum Umfallen.

Die Kinder bleiben sich selbst überlassen und weil Duncan ein schüchterner Einzelgänger ist, beginnt er allein die Gegend zu erkunden. Dabei trifft er auf Owen (Sam Rockwell), einen lustig-lässigen, in den Tag hinein lebenden Sprücheklopfer, der ihn wie einen Erwachsenen behandelt.

Kurz darauf entdeckt er den Wasser-Freizeitpark „Water Wizz“, in dem Owen arbeitet und der ihn sofort einstellt. Duncan hat in dieser Ersatzfamilie seinen Spaß, während er nach Feierabend die Eskapaden seiner Mutter und ihrer Freunde beobachtet.

Mit ihrem Regiedebüt „Ganz weit hinten“ knüpfen Nat Faxon und Jim Rash, obwohl das jetzt verfilmte Drehbuch schon länger in Hollywood herumgereicht wurde und 2007 auf der Black List (einer Liste der besten nicht verfilmten Drehbücher) landete, an ihren vorherigen Erfolg „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ an. Ihr Buch wurde von Alexander Payne mit George Clooney verfilmt und erhielt den Oscar als bester Film und für das beste Drehbuch. Auch in „Ganz weit hinten“ geht es um Familienangelegenheiten und wieder entscheiden sie sich nicht für eine stringent nach Lehrbuch durcherzählte Geschichte, sondern für ein Kaleidoskop verschiedener Geschichten, die immer wieder Zeit lassen für Abwege, und einen humanistischen Tonfall. Denn auch wenn alle Charaktere ihre Probleme und schlechten Angewohnheiten haben, betrachten sie sie mit großer Sympathie.

Allerdings plätschert der Film so auch immer wieder vor sich hin und immer wieder hatte ich den Eindruck, dass Nat Faxon und Jim Rash die Coming-of-Age-Geschichte von Duncan vernachlässigen zugunsten der höchstens mäßig interessanten Beziehungsprobleme der Erwachsenen. Auch sind die beiden Ersatzväter von Duncan, Trent und Owen, zu ähnlich angelegt. Beide sind auf den ersten Blick egozentrische Großmäuler, die sich für den Mittelpunkt des Geschehens halten. Nur traut Trent Duncan nichts zu und er putzt ihn deshalb immer wieder grundlos herunter. Owen traut ihm dagegen etwas zu, übergibt ihm Verantwortung (manchmal auch nur, um seinen Spaß zu haben) und behandelt ihn, wie er alle anderen Menschen behandelt.

Ganz weit hinten“ ist ein Feelgood-Movie mit rauer Grundierung, das seine Charaktere, vor allem die Jugendlichen, ernst nimmt und unspektakulär die Geschichte eines Sommerurlaubs erzählt: er plätschert, wie ein Urlaub, entspannt vor sich hin, es gibt etwas Streit, ein absehbares Ende, in dem Duncan sich den Respekt seiner Eltern verdient, und in dem Moment fragt man sich, warum die Zeit, die vorher endlos erschien, so schnell vorbeiging.

Ganz weit hinten - Plakat

Ganz weit hinten (The Way Way Back, USA 2013)

Regie: Nat Faxon, Jim Rash

Drehbuch: Nat Faxon, Jim Rash

mit Liam James, Steve Carell, Toni Colette, Allison Janney, Annasophia Robb, Sam Rockwell, Maya Rudolph, Rob Corddry, Amanda Peet, Nat Faxon, Jim Rash (beide gehören zum Personal von „Water Wizz“)

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ganz weit hinten“

Moviepilot über „Ganz weit hinten“

Metacritic über „Ganz weit hinten“

Rotten Tomatoes über „Ganz weit hinten“

Wikipedia über „Ganz weit hinten“ (deutsch, englisch)

Und noch zwei Ausschnitte aus dem Film


TV-Tipp für den 7. November: About Schmidt

November 7, 2012

Kabel 1, 20.15

About Schmidt (USA 2002, R.: Alexander Payne)

Drehbuch: Alexander Payne, Tim Taylor

LV: Louis Begley: About Schmidt, 1997 (Schmidt)

Warren Schmidt ist ein verwitweter Pensionär, der sich jetzt in seinem Wohnmobil, quer durch die USA, auf den Weg zu seiner Tochter und ihrer Hochzeit macht. Denn ihm gefällt ihr Künftiger nicht.

Schönes, melancholisches Roadmovie, das natürlich ein Jack-Nicholson-Starvehikel ist, der hier einen absoluten Biedermann (Angestellter einer Versicherungsgesellschaft!) spielt.

mit Jack Nicholson, Kathy Bates, Hope Davis, Dermot Mulroney

Hinweise

Metacritic über „About Schmidt“

Rotten Tomatoes über „About Schmidt“

Wikipedia über „About Schmidt“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Alexander Payne in der Kriminalakte


Neue Drehbücher, mit vielen „Oscar“-Nominierungsweihen

Februar 7, 2012

Vor den „Oscar“-Verleihungen stellen einige Studios die nominierten Drehbücher (und auch einige andere) online. Simply Scripts hat sie auf der „For your Consideration“-Seite gesammelt. Dabei sind unter anderem

Bridget O’Connor/Peter Straughan: Tinker Tailor Soldier Spy (meine Besprechung von „Dame, König, As, Spion“ – der noch nicht gelesene Lesetipp!)

Steven Zaillian/Aaron Sorkin: Moneyball

Kenneth Lonergan: Margaret

John Orloff: Anonymous

Mike Mills: Beginners

Matthew Vaughan/Jane Goldman/Peter Straghan: The Debt (meine Besprechung von „Eine offene Rechnung“)

Alexander Payne/Nat Faxon/Jim Rash: The Descendants (meine Besprechung von „The Descendants“)

Steven Zaillian: The Girl with the Dragon Tattoo (meine Besprechung von „Verblendung“)

Seth Lochhead/David Farr: Hanna (meine Besprechung von „Wer ist Hanna?“)

Tate Taylor: The Help (meine Besprechung von „The Help“)

George Clooney/Grant Heslov/Beau Willimon: The Ides of March

Jason Keller: Machine Gun Preacher

J. C. Chandor: Margin Call

Dee Rees: Pariah

Gavin O’Connor/Anthony Tambakis/Cliff Dorfman: Warrior

Tom McCarthy: Win Win (meine Besprechung von „Win Win“)

Steve McQueen/Abi Morgan: Shame (Besprechung folgt zum Filmstart)

Lee Hall/Richard Curtis: War Horse (Besprechung von „Gefährten“ folgt zum Filmstart)

Die hab ich schon erwähnt:

The Artist von Michel Hazanavicius (meine Besprechung von „The Artist“)

Coriolinus von John Logan

The Iron Lady von Abi Morgan

My Week with Marylin von Adrian Hodges

Und es gibt noch einige TV-Scripts, meisten die Pilotfolge, wie

Glenn Gordon Caron: Moonlighting – Pilot (bei uns bekannt als „Das Modell und der Schnüffler“ mit Cybill Shepherd und Bruce Willis)

Stephen J. Cannell: The Rockford Files- Pilot („Detektiv Rockford – Anruf genügt“ mit James Garner)

 

 

 

 


„Filme der 2000er“ wagt einen Rückblick auf das letzte Filmjahrzehnt

Januar 23, 2012

„Filme der 2000er“ setzt die schöne Buchreihe des Taschen Verlags fort, in der die wichtigsten Filme eines Jahrzehnts in einem Buch in kurzen Besprechungen, pro Film einem Triviakasten mit zusätzlichen Information über den Regisseur oder einen Schauspieler und, selten, über etwas Filmtechnisches und vielen, oft unbekannteren Filmbildern, auf um die sechs Seiten zusammengefasst werden. Die opulente Aufmachung lädt zum Blättern und Schwelgen in Erinnerungen ein. Langjährige Filmfans werden freilich, weil sie die Filme meist schon kennen, wenig neues entdecken. Jüngere können sich anhand der „Filme der XYer“ ein solides Filmwissen aufbauen.
Aber während es für frühere Jahrzehnte bereits einen etablierten Kanon gibt, auch weil man die historische Bedeutung eines Films erst mit etwas Abstand einschätzen kann, hat Herausgeber Jürgen Müller jetzt, fast ohne zeitlichen Abstand, in „Filme der 2000er“ auf über achthundert Seiten mit 139 Filmen einen Rückblick auf des vergangene Jahrzehnt, das für das Kino einen großen Umbruch bedeutete, gewagt.
Wie immer wurde versucht zwischen Hollywood-Kino, Kassenschlagern, Arthaus-Kino und dem nationalen Blick einen Kompromiss zu finden, der auch dieses Mal weitgehend gelungen ist. Dabei wurden nur Filme aufgenommen, die auch in Deutschland im Kino liefen; – was insofern wichtig ist, weil in den vergangenen Jahren immer mehr wichtige Filme nur auf DVD veröffentlicht werden, wozu viele französische Kriminalfilme und, obwohl sie etwas schmuddelig für die „Filme der XYer“-Reihe sind, Horrorfilme zählen, und das Fernsehen, vor allem im Serienbereich, immer wichtiger wurde. Gleichzeitig, obwohl diese Entwicklung noch nicht abschätzbar ist, wird das Internet und die damit verbundenen neuen Vertriebswege immer wichtiger.
Natürlich sind die großen Kassenerfolge, wie „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“, „Fluch der Karibik“, „Das Bourne Ultimatum“, „Spider-Man“, „Iron Man“, „The Dark Knight“ und „Avatar“ enthalten. Auch viele, oft mit zahlreichen Preisen überhäufte, Kritikerlieblinge und Publikumslieblinge, mehr natürlich Richtung publikumswirksames Arthaus-Kino und traditionelles Erzählkino, sind drin. Zum Beispiel die grandios deprimierende Daniel-Woodrell-Verfilmung „Winter’s Bone“, „Black Swan“ und „The King’s Speech – Die Rede des Königs“. Aus Frankreich sind „8 Frauen“, „Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Ein Prophet“ und „Carlos – Der Schakal“ (wobei die Lang- oder TV-Fassung eindeutig besser ist) dabei.
Aus Deutschland gibt es „Das Leben der anderen“, „Der Baader Meinhof Komplex“, „Yella“ und den Überraschungserfolg „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“.
Von einigen Regisseuren wie Pedro Almodovar, Joel & Ethan Coen, David Fincher, Michael Mann, Jason Reitman und Quentin Tarantino wurde fast jeder Film aufgenommen, was dann doch vielleicht etwas zu viel der Liebe ist.
Denn einige wichtige Regisseure wurden teils erstaunlich wenig beachtet. Bei Woody Allen beschränkte man sich mit „Match Point“ und „Vicky Cristina Barcelona“ auf die offensichtliche Wahl. Ebenso bei Clint Eastwood mit „Million Dollar Baby“ und „Gran Torino“. „Mystic River“ fehlt dagegen. Steven Spielberg und Martin Scorsese sind mit nur je einem Film vertreten. Erstgenannter mit „München“, zweitgenannter mit „Departed – Unter Feinden“ (einem Remake des hier nur auf DVD erschienenen Hongkong-Cop-Thrillers „Infernal Affairs“), was so konsensfähig, wie wenig aufregend ist, aber dazu führt, dass „Gangs of New York“ und „Aviator“ fehlen.
Es gibt auch seltsame Entscheidungen wie die Aufnahme von den doch eher belanglosen Komödien „Ricky Bobby – König der Rennfahrer“, „Hangover“ und „Stichtag“. Auch „State of Play – Stand der Dinge“ (nach einer TV-Serie) und „Barney’s Version“, die mir zwar gefallen haben, scheinen mir durch die Aufnahme in das Buch doch etwas überbewertet zu sein.
Dafür fehlen Alexander Paynes „Sideways“, Patty Jenkins‘ Serienkillerbiographie „Monster“ mit der Oscar-prämierten Charlize Theron, Robert Altmans „Gosford Park“, Tod Williams‘ John-Irving-Verfilmung „The Door in the Floor“ und Antoine Fuquas „Training Day“.
Aber insgesamt ist die Auswahl in Ordnung und, gerade auch wegen der seltsamen Entscheidungen, gibt „Filme der 2000er“ einen gelungenen Rückblick auf die letzten zehn Kinojahre.

Jürgen Müller (Herausgeber): Filme der 2000er
Taschen, 2011
864 Seiten
29,99 Euro

Hinweise
Taschen über „Filme der 2000er“ (mit einem Blick ins Buch und der Liste der präsentierten Filme)

Universitätshomepage von Jürgen Müller


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