DVD-Kritik: Kleine Krimis mit großen Namen: „First Kill“ für Hayden Christensen und Bruce Willis

März 24, 2018

Bei dem Cover von „First Kill“ fällt auf, dass die Namen der Schauspieler dieses Mal wirklich über ihren Gesichtern stehen. Also links „Hayden Christensen“ über dem Kopf von Chrstensen, bekannt als Anakin Skywalker aus zwei grottigen „Star Wars“-Filmen, und rechts „Bruce Willis“ über der Glatze von Willis. Normalerweise steht der Name des bekanntesten Schauspielers, auch wenn er nur eine kleine Rolle hat, ganz links. Deshalb ist die auf diesem Cover gewählte Anordnung der Namen ein deutliches Zeichen dafür, dass die Rolle von Bruce Willis sehr klein ausfällt. Und so ist es auch. Er spielt Marvin Howell, den respektierten Polizeichef von Granville, Ohio. Dort wurde vor einigen Tagen die Bank ausgeraubt und selbstverständlich hätte Howell gerne die Beute und die Täter.

Wall-Street-Broker Will Beamon (Hayden Christensen) besucht just an diesem Wochenende mit seinem elfjährigen Sohn und seiner netten Ehefrau, die Ärztin ist, Granville; seine alte, lange nicht mehr besuchte Heimatstadt. Will will dort seinen Sohn Danny (Ty Shelton) mit auf die Hirschjagd nehmen und ihn so zum Mann machen. Denn Danny wird in der Schule regelmäßig von einem Mitschüler verprügelt und da kann ein auf der Jagd sauber erlegter Hirsch nur gut für das lädierte Ego des Sohnes sein.

Als sie durch den Wald gehen, beobachten sie einen Streit zwischen zwei Männern, der eskaliert. Levi (Gethin Anthony), einer der Bankräuber, wird angeschossen. Der andere Bankräuber will gleich darauf die unliebsamen Zeugen erschießen. Aber Will ist schneller. Dummerweise ist der Schütze, den Will in Notwehr erschießt, ein Polizist in Zivilkleidung.

Anstatt jetzt die Polizei zu rufen, bringt er Levi zu seiner Frau, die ihn verarztet.

Levi entführt dann Danny. Er will ihn freilassen, wenn Will ihm die in einem Schließfach versteckte Beute aus dem Banküberfall bringt.

First Kill“ ist ein Film, den man sich irgendwann ansieht, wenn man noch nicht ins Bett gehen will. Es ist ein durch und durch durschnittlicher, in 14 Tagen gedrehter Krimi, bei dem die Charaktere immer wieder Dummes tun müssen und als Therapie für ein Kind, das von einem Schulkameraden geschlagen wird, ein Streßwochenende mit Mord, Totschlag, Schlägen und Entführung empfiehlt. Wobei der Entführer, der viel Screentime hat, sich schnell als netter Quasi-Ersatzdaddy entpuppt.

Immerhin erzählt Regisseur Steven C. Miller die überraschungsarme Geschichte recht flott über all die Unwahrscheinlichkeiten hinweg. Und nach neunzig Minuten sind fast alle Bösewichter tot.

Mit Bruce Willis drehte Steven Miller bereits die Filme „Extraction“ (2015) und „Marauders“ (2016). Sein nächster Film ist „Escape Plan 2: Hades“ mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle.

Das Bonusmaterial ist mit gut siebzig Minuten erstaunlich umfangreich ausgefallen. Den größten Teil, nämlich eine Stunde, nehmen Interviews mit dem Regisseur Steven C. Miller, Kameramann Brandon Cox, Stuntman Theo Kypri und den Schauspielern Ty Shelton, Gethin Anthony, Megan Leonard und Will Demeo ein. Die beiden Hauptdarstelern Hayden Christensen und Bruce Willis glänzen durch Abwesenheit.

First Kill (First Kill, USA 2017)

Regie: Steven C. Miller

Drehbuch: Nick Gordon

mit Hayden Christensen, Bruce Willis, Ty Shelton, Gethin Anthony, Megan Leonard, Will Demeo

DVD

New KSM

Bild: 16:9 (2,40:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Featurette, Interviews mit Ty Shelton, Gethin Anthony, Megan Leonard, Will Demeo, Steven C. Miller, Brandon Cox und Theo Kypri, Trailer, Bildergalerie, Wendecover

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „First Kill“

Metacritic über „First Kill“

Rotten Tomatoes über „First Kill“

Wikipedia über „First Kill

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Neu im Kino/Filmkritik: Bruce Willis hat (k)einen „Death Wish“

März 8, 2018

Nach „Extraction“, „Precious Cargo“, „Marauders“, „Once Upon a Time in Venice“, „Acts of Violence“ und „First Kill“ (demnächst bei uns auf DVD) ist mit „Death Wish“ endlich wieder ein Bruce-Willis-Film in unseren Kinos. Sein letzter Kinoauftritt war 2016 in „Rock the Kasbah“ (2015). In der Komödie hatte er nur eine Nebenrolle und niemand ging wegen ihm in den Film. Naja, eigentlich ging niemand in den Film. Davor spielte er in „Vice“ und „The Prince – Only God Forgives“ mit. Zwei weitere vergessenswerte Straight-to-DVD-Filme. Und dann sind wir bei „Sin City 2: A Dame to Kill For“ (nur eine Nebenrolle), „R.E.D. 2 – Noch Älter. Härter. Besser.“, „G.I. Joe – Die Abrechnung“ (wieder nur eine Nebenrolle) und „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ die zwar im Kino liefen, aber Schrott waren.

Das ist die aktuelle, erschreckend dürftige filmische Bilanz von dem großen (dem größten?) Actionstar der späten achtziger und neunziger Jahre, der mit John McClane einen neuen Actionhelden erfand und der damals zwischen seine Blockbuster-Actionfilme etliche kleinere Filme schob, in denen er sich als Schauspieler beweisen konnte. Damals freute man sich auf den neuen Bruce-Willis-Film. Auch die misslungen waren wenigstens interessant. Seine aktuelle Filmographie ist dagegen randvoll mit Filmen, die schon vor dem Drehstart uninteressant sind und in denen er lustlos seine Gage abgreift.

Da ist „Death Wish“ auf den ersten Blick etwas interessanter. Die Vorlage, der Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish) von Brian Garfield, ist ein Klassiker. Die Verfilmung von Michael Winner ebenfalls. Die Fortsetzungen und zahlreichen Kopien des Selbstjustiz-Thrillers sind meistens reaktionärer Müll. Joe Carnahan schrieb das Drehbuch. Er schrieb auch das Drehbuch für den Polizeithriller „Das Gesetz der Ehre“ und führte Regie bei „Narc“ und „The Grey – Unter Wölfen“. Die Regie übernahm dann Toture-Porn-Horrorregisseur Eli Roth.

Trotz Warnsignalen – Eli Roth ist wahrlich nicht für seine subtilen gesellschafts- und soziopolitischen Kommentare bekannt und Brian Garfield beschwerte sich schon bei Winners Verfilmung, dass der sein Anliegen falsch verstanden habe – könnte dieser Film vielleicht kein guter, aber immerhin ein interessanter Film werden.

Am Ende ist „Death Wish“ klassisches Straight-to-DVD-Futter, das in dem Rahmen als schnöder 08/15-Selbstjustiz-Thriller okay wäre, wenn er sich nicht neben Garfields Roman und Winners Film stellen würde. Leider ohne auch nur den Schimmer einer Ahnung davon zu haben, was das Thema, die Aussage, der gesellschaftliche Hintergrund und das schockierende an „Ein Mann sieht rot“ war. Kleiner Hinweis: es war nicht die Selbstjustiz. Die gibt es in jedem zweiten Western.

Die Story, die auch für die aktuelle Verfilmung kaum verändert wurde, dürfte ja bekannt sein. Roths Version spielt in Chicago, dem neuen Hort des Verbrechens. Denn New York, der Handlungsort des ersten „Ein Mann sieht rot“-Films, ist heute eine fast schon langweilig heimelige Stadt. Paul Kersey (im Roman Paul Benjamin) arbeitet als Arzt im Krankenhaus. Er ist glücklich verheiratet. Die Tochter geht demnächst auf die Universität. Er selbst ist ein Gewalt ablehnender Liberaler; – jedenfalls soweit das in dem Film erkennbar ist.

Eines Abends dringen Einbrecher in sein Haus ein. Sie töten seine Frau und misshandeln seine Tochter. Anschließend liegt sie im Koma. Und bei Kersey erwacht, nach der Beerdigung seiner Frau in Texas, der Wunsch, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen.

Das tut er dann auch. Als Rächer. Als Vigilant. Als, unterstützt von Radiomoderatoren, die über seine Verbrechen sprechen, Stimme des Volkes, die einfach die Todesstrafe für jedes ihnen missfallende Verhalten fordert.

Diese Geschichte kann verschieden interpretiert werden. Roth entschließt sich für die reaktionäre Variante als feuchter Traum der NRA. Denn, so der idiotische Spruch der US-Waffenlobby, gegen einen bösen Mann mit einer Waffe hilft nur ein guter Mann mit einer Waffe. Auch Kerseys Psychiaterin befürwortet seine Aktionen, wenn sie in einer Sitzung zu dem sich aus seiner Trauer lösenden Kersey sagt, egal was er tue, es helfe ihm und er solle damit fortfahren. Dass sie in diesem Moment nicht weiß, was Kersey tut, ist egal. Erstens ist der Satz innerhalb der Filmgeschichte eine klare Legitimation für Kerseys Selbstjustiz. Zweitens folgt von ihr niemals eine Distanzierung gegenüber irgendeiner Form der Selbstjustiz.

In diesem Punkt hat Paul Kerseys Bruder eine interessantere Entwicklung. Sofern bei einer kaum ausformulierten Nebenfigur überhaupt von einer Entwicklung gesprochen werden kann. Immerhin darf er sich vor der finalen Schießerei Shoot Out alibimäßig gegen Selbstjustiz äußern.

Denn in „Death Wish“ wird Selbstjustiz als eine erfolgreiche und empfehlenswerte Form der Bewältigung von Verlust und als ein probates Mittel gegen das Verbrechen gezeigt. Das ist in jeder Beziehung gefährlicher Unfug.

Neben dieser Botschaft und dem schlampigen Plotting ist das größte Problem des Films Bruce Willis. Er spielt die Hauptrolle im von ihm in den letzten Jahren perfektionierten „Where’s my paycheck?“-Modus. Ohne irgendein spürbares Engagement steht er da und liefert emotionslos seine Sätze ab. Mit einigen typischen Willis-Manierismen und ein, zwei John-McClane-Momenten, die nicht in den Film passen. Weil Willis sich noch nicht einmal bemüht, zu spielen, ist von Kerseys Gewissenkonflikt und seiner emotionalen Reise bei seiner Wandlung vom superpatenten Vater und Arzt zum skrupellosen Rächer nichts zu spüren.

Eli Roths „Death Wish“ ist nur noch der reaktionäre Film, der Waffenfans gefällt. Ohne irgendeine der Fragen zu stellen, die in Winners Film (weniger) und Garfields Roman (mehr) thematisiert werden.

Nämlich wann ist Selbstjustiz, vulgo Vigilantismus, gerechtfertigt bzw. erklärbar und was macht das mit einem Menschen. Brian Garfield ist überzeugt, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugt und sie zu einem moralischen Verfall des Täters führt. Davon erzählt er in „Ein Mann sieht rot“ und, weil er fand, dass seine Botschaft von Michael Winner falsch dargestellt wurde, auch in seiner „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzung „Death Sentence“ (1975). Der Roman wurde 2007 als äußerst pessimistische Studie über Selbstjustiz verfilmt. In anderen Romanen erzählt er, wie seine Protagonisten erfolgreich und ohne Gewalt anzuwenden gegen Gewalttäter vorgehen.

Zu „Ein Mann sieht rot“ erklärte Garfield: „I meant it (if you believe in the influence ov subtext) as a cautionary lesson, not a recommendation. Revenge is a universal fantasy but, in practice, it isnt’t a solution, it’s a problem.“

Charles Bronson, der Paul Kersey in „Ein Mann sieht rot“ spielte, äußerte sich in Interviews über Winner-Film ähnlich. Und Winners Film hat durchaus ein Interesse an dieser Frage. Sein Film spielt auch vor einem konkreten sozialen und politischen Hintergrund: dem New York der frühen siebziger Jahre. Er stellt Fragen. Auch darüber, ob der Staat versagt und wie der Staat mit Selbstjustiz umgehen soll.

Es sind Fragen, über die es sich lohnt, zu diskutieren und über die Geschichten erzählt werden können, die dann für Diskussionen sorgen. Brian Garfield und Michael Winner gelang das. Garfields Botschaft ist heute sogar, angesichts des US-Präsidenten und seiner Fürsprecher und Fans, aktueller denn je.

Eli Roths „Death Wish“ beschäftigt sich nicht mit diesen Fragen. Er versucht es noch nicht einmal. Entsprechend gering ist der Erkenntisgewinn.

Dazu kommt in diesem Fall, – schließlich gibt es unzählige Selbstjustizthriller -, die Verärgerung über die Macher, die sich explizit auf ein älteres Werk beziehen, sich höchst oberflächlich mit den dort gestellten Fragen und Themen beschäftigen und dann alles falsch verstehen. Dadurch wird ihr Versagen noch offensichtlicher.

Zum Abschluss noch ein Wort zum Drehbuchautor: Joe Carnahan sollte den Film vor mehreren Jahren inszenieren. Er schrieb ein Drehbuch und wollte Liam Neeson als Hauptdarsteller. Das zerschlug sich und seitdem waren mehrere Regisseure mit dem Projekt beschäftigt, verschiedene Hauptdarsteller im Gespräch (eigentlich jeder Mann über fünfzig) und Carnahans Drehbuch wurde von mehreren Autoren überarbeitet. Im Final Shooting Draft werden neun Autoren genannt. Dean Georgaris scheint der Hauptautor des verfilmten Drehbuchs zu sein, aber die Writer’s Guild beschloss, dass Carnahan in den Credits als einziger Autor genannt werden soll.

Deshalb wäre es Quatsch, diesen Film mit Joe Carnahans anderen Filmen zu vergleichen.

Georgaris ist der Autor von „Der Manchurian Kandidat“, „Paycheck – Die Abrechnung“ und „Lara Croft – Tomb Raider: Die Wiege des Lebens“.

Death Wish (Death Wish, USA 2018)

Regie: Eli Roth

Drehbuch: Joe Carnahan

LV: Brian Garfield: Death Wish, 1972 (Ein Mann sieht rot)

mit Bruce Willis, Elisabeth Shue, Camila Morrone, Vincent D’Onofrio, Beau Knapp, Kimberly Elise, Dean Norris

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Death Wish“

Metacritic über „Death Wish“

Rotten Tomatoes über „Death Wish“

Wikipedia über „Death Wish“

Meine Besprechung von Eli Roths „Knock Knock“ (Knock Knock, USA/Chile 2015)

Homepage von Brian Garfield

Meine Besprechung von Joseph Rubens  “The Stepfather” (The Stepfather, USA 1986, nach einer Geschichte von Brian Garfield)

Bonushinweis

Nach einer Neuprüfung ist die Vorlage für Eli Roths „Death Wish“ (jau, der Film wird in den Credits ausdrücklich als Vorlage genannt), Michael Winners „Ein Mann sieht rot“ jetzt von der Liste jugendgefährdender Medien gestrichen und „frei ab 16 Jahren“. Studiocanal spendierte schneller als erwartet eine Neuausgabe des Films. Sie erscheint, ohne nennenswertes Bonusmaterial, am 22. März.

Herbie Hancock schrieb die Musik.

Ein Mann sieht rot (Death Wish, USA 1974)

Regie: Michael Winner

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Brian Garfield: Death Wish, 1972 (Ein Mann sieht rot)

mit Charles Bronson, Hope Lange, Vincent Gardenia, Steven Keats, William Redfield, Stuart Margolin, Stephen Elliott, Jeff Goldblum (sein Debüt)

BBC-Filmkritiker Mark Kermode fasst 2016  die Produktionsgeschichte von „Death Wish“ bis zur Regieübernahme von Eli Roth zusammen.


TV-Tipp für den 8. August: Ein Mann sieht rot

August 8, 2019

Tele 5, 22.25

Ein Mann sieht rot (Death Wish, USA 1974)

Regie: Michael Winner

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Brian Garfield: Death Wish, 1972 (Ein Mann sieht rot)

Nachdem seine Frau und Tochter in ihrem New Yorker Apartment überfallen und vergewaltigt werden und seine Frau von den Verbrechern ermordet wird, sieht der friedliebende, linksliberale Paul Kersey (Charles Bronson) rot.

Selbstjustiz-Klassiker, der das schlechte Vorbild für unzählige weitere Vigilantenfilme war. Das gilt auch für die direkten „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzungen.

Michael Winner inszenierte die krude Geschichte kraftvoll, ohne große Subtilitäten mit eindeutiger Botschaft. Trotzdem ist sein Film immer wieder ambivalenter als das Publikum den Kassenhit damals sah.

Brian Garfield, der Autor der Vorlage, ist überzeugt, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugt und sie zu einem moralischen Verfall des Täters führt. Weil er fand, dass seine Botschaft von Michael Winner falsch dargestellt wurde, schrieb er die „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzung „Death Sentence“ (1975). Der Roman wurde 2007 von James Wan als äußerst pessimistische Studie über Selbstjustiz verfilmt. In anderen Romanen erzählt Garfield, wie seine Protagonisten erfolgreich und ohne Gewalt anzuwenden gegen Gewalttäter vorgehen.

Zu „Ein Mann sieht rot“ erklärte Garfield: „I meant it (if you believe in the influence of subtext) as a cautionary lesson, not a recommendation. Revenge is a universal fantasy but, in practice, it isn’t a solution, it’s a problem.“

Hauptdarsteller Charles Bronson äußerte sich in Interviews über den Film ähnlich. Und Winners Film hat durchaus ein Interesse an dieser Frage. Sein Film spielt vor einem konkreten sozialen und politischen Hintergrund: dem New York der frühen siebziger Jahre, als die Millionenstadt in einem Sumpf von Gewalt und Verbrechen versank.

2018 drehte Eli Roth mit Bruce Willis ein vollkommen missglücktes Remake von Michael Winners Film.

mit Charles Bronson, Hope Lange, Vincent Gardenia, Steven Keats, William Redfield, Stuart Margolin, Stephen Elliott, Jeff Goldblum (sein Debüt)

Wiederholung: Samstag, 10. August, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein Mann sieht rot“

Wikipedia über „Ein Mann sieht rot“ (deutsch, englisch)

Homepage von Brian Garfield

Meine Besprechung von Joseph Rubens  “The Stepfather” (The Stepfather, USA 1986, nach einer Geschichte von Brian Garfield)

Mein Nachruf auf Brian Garfield

Meine Besprechung von Michael Winners „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Mein Nachruf auf Michael Winner


TV-Tipp für den 28. Mai: The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Mai 28, 2019

Servus TV, 22.35

The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit (The Verdict, USA 1982)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: David Mamet

LV: Barry Reed: The Verdict, 1980 (The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit…)

Der heruntergekommene Anwalt Frank Galvin will es noch einmal wissen. Für eine nach einem Narkosefehler im Koma liegende Frau nimmt er den Kampf gegen ein mächtiges Hospital auf.

Spannender Gerichtsthriller, lange vor John Grisham und realistischer.

David Mamets Drehbuch war für den WGA Award, den Golden Globe und den Oscar nominiert. Paul Newman, Sidney Lumet und James Mason und der Film (als Bester Film des Jahres) waren ebenfalls für Oscars nominiert, aber „Ghandi“ war einfach der bessere Oscar-Film.

Mit Paul Newman, Charlotte Rampling, Jack Warden, James Mason, Milo O’Shea, Lindsay Crouse, Roxanne Hart, Tobin Bell, Bruce Willis (beide als Teil des Publikums im Gericht)

Wiederholung: Mittwoch, 29. Mai, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Verdict“

Wikipedia über “The Verdict” (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet

Mein Nachruf auf Paul Newman

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Gorilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Gorilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

Sidney Lumet, David Mamet und Paul Newman in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. April: Split

April 14, 2019

Pro 7, 22.35

Split (Split, USA 2017)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Die eigentliche Story – ein Irrer entführt Mädchen – bildet nur das Fundament für eine faszinierende schauspielerische Tour de Force für James McAvoy, der den Kidnapper spielt. In dem fiesen kleinen B-Thriller spielt er überzeugend acht absolut verschiedene Persönlichkeiten. Allein das macht den Psychothriller sehenswert.

Nach etlichen Misserfolgen hatte „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan „Split“ wieder einen Hit. Nach dem Kinostart von „Split“ erklärte er, dass „Split“ der Mittelteil einer Trilogie sei, die mit „Unbreakable“ begann und 2019 mit „Glass“ nicht besonders überzeugend endete.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Betty Buckley, Haley Lu Richardson, Jessica Sula, Brad William Henke, Sebastian Arcelus, Neal Huff, Bruce Willis (Cameo am Ende)

Wiederholung: Montag, 15. April, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Split“

Metacritic über „Split“

Rotten Tomatoes über „Split“

Wikipedia über „Split“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Glass“ (Glass, USA 2019)


„Der wilde Detektiv“ Jonathan Lethem besucht Deutschland. Mit einem neuen (Kriminal)roman im Gepäck

Februar 18, 2019

Die gerade arbeitslose New Yorker Radiojournalistin Phoebe Siegler fliegt für ihre zwanzig Jahre ältere Freundin Rosalyn Swados von New York nach Kalifornien. Dort ist Rosalyns achtzehnjährige Tochter Arabella seit drei Monaten spurlos verschwunden. Phoebes einzige Spur ist, dass der von Arabella bewunderte Sänger Leonard Cohen lange im Zen-Kloster auf dem Mount Baldy lebte. Sie hielt sich zuletzt in der Nähe des Berges auf.

Weil sie sich in der Gegend nicht auskennt und die Polizei auch keine große Hilfe ist, engagiert Phoebe den Privatdetektiv Charles Heist. Einen seltsamen Typen mit Penisgesicht (wenn ich mit dem Bild im Kopf leben muss, dürft ihr das auch) und einer unorthodoxen, aber oft erfolgreichen Arbeitsweise.

Der wilde Detektiv“ sei, so die Werbung für das Buch, sein erster Detektivroman seit „Motherless Brooklyn“. Mit dem 1999 im Original und zwei Jahre später auf Deutsch erschienenem Roman wurde Jonathan Lethem auch in Deutschland bekannt. Sein mit dem Locus Award ausgezeichnetes Romandebüt „Der kurze Schlaf“ (Gun with occasional Music, 1994) ist „eine Mischung aus Raymond Chandler und Phlip K. Dick, mit extrem hoher Oktanzahl“ (Boston Review). Der SF-Roman erschien auch bei uns in den Neunzigern in einer deutschen Übersetzung, die damals kein großes Aufsehen verursachte.

Lethems mit dem Gold Dagger ausgezeichneter Noir „Motherless Brooklyn“ über einen Detektiv mit Tourette-Syndrom, der den Mörder seines Mentors sucht, wurde inzwischen von Edward Norton nach seinem Drehbuch mit ihm in der Hauptrolle und Bruce Willis, Willem Dafoe, Gugu Mbatha-Raw, Alec Baldwin und Bobby Cannavale in weiteren Rollen verfilmt. In den USA soll der Film am 1. November 2019 starten.

Doch zurück zu Jonathan Lethems neuen Roman.

Der wilde Detektiv“ beginnt wie ein klassischer Privatdetektiv-Krimi. Geschrieben mit den üblichen Codierungen und Doppelcodierungen, die ein literarisch versierter Autor heute im Gepäck hat. Denn selbstverständlich ist Lethems Roman ein anspielungsreiches Spiel mit den Genreregel und -konventionen. Das beginnt schon mit Lethems Sprache, die vor Wortspielen und Anspielungen nur so strotzt. Übersetzer Ulrich Blumenbach hat hier ganze Arbeit geleistet und den Roman kongenial ins Deutsche übersetzt. Da taucht – der Roman spielt in den Tagen um Donald Trumps Amtseinführung – das Trumpeltier auf. Eine Zeitschrift namens „Inland Empire“ wird öfters erwähnt. Die verschwundene Arabella nennt sich jetzt Phoebe. Und selbstverständlich gibt es in der Mojave-Wüste verfeindete Hippie-Stämme und Koreaner, die ein inzwischen in einem Nationalpark stehendes Haus auf einem Berg kauften und es mit Stacheldraht umzäunten. Das hindert Einheimische nicht daran, weiterhin Rituale auf dem Berg abzuhalten.

In dem Moment könnte „Der wilde Detektiv“, um nur einen Roman und keinen Film zu nennen, wie Thomas Pynchosn grandioser Roman „Natürliche Mängel“ (Inherent Vice, 2009), zu einem atemberaubenden Ritt durch die US-Realität und Mythenwelt werden.

Aber Lethems „wilder Detektiv“ ist dann weniger abenteuerlustig und durchgeknallt als Pynchons „Natürliche Mängel“. So entdeckt Phoebe die verschwundene Arabella schon nach knapp zwei Dritteln und sie kann sie problemlos zurück nach New York bringen. Andere Rätsel, die Lethem bis dahin angesprochen hat, werden nicht weiter verfolgt. Stattdessen plätschert die Geschichte bis zu ihrem seltsamen Ende zunehmend orientierungslos vor sich hin. Das hat dann nie die psychedelische Qualität von „Natürliche Mängel“ und auch das Lethemsche Spiel mit den Hardboiled-Klischees erreicht nie Pynchons Niveau. Stattdessen bleibt „Der wilde Detektiv“ lustlos unter den Anfangs geschürten Erwartungen.

Das liegt auch an der Erzählerin Phoebe Siegler. Die gebildete New Yorkerin ist peinlich nah am hoffnungslos veralteten Klischeebild der ‚damsel in distress‘, die nur möglichst schnell mit dem animalischen Detektiv ins Bett springen will. Sie ist eine Klischeefigur, die nur primitivsten männlichen Wünschen entspricht. Lethem gesteht seiner Ich-Erzählerin erstaunlich wenig Eigenständigkeit zu.

Am Ende überzeugt Phoebes Abenteuer mit dem wilden Detektiv weder als literarisches Spiel mit dem Genre und dem Mythos Kalifornien, noch als Abrechnung mit der USA unter Donald Trump. Trotz der Sprache, dem furiose Beginn und den ersten zwei Drittel, in denen, siehe „Inland Empire“,Lethem  Fährten für ein Lyncheskes Spiel mit der Realität auslegt. Sie interessieren ihn nicht weiter. Anstatt absurder zu werden, läuft alles auf ein arg konventionelles und nicht befriedigendes Ende hinaus.

Jonathan Lethem: Der wilde Detektiv

(übersetzt von Ulrich Blumenbach)

Tropen, 2019

336 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

The feral detective

Doubleday, New York, 2018

Die Lesetour von Jonathan Lethem oder Drei Tage Deutschland

Montag, 18. Februar, 20.00 Uhr

München | Lesung und Gespräch

Literaturhaus München (Salvatorplatz 1, 80333 München)

mit Ulrich Blumenbach (Moderation) und Thomas Loibl (deutsche Lesung)

Dienstag, 19. Februar, 19.30 Uhr

Hamburg | Lesung und Gespräch

Eine Veranstaltung der Buchhandlung Cohen + Dobernigg Hamburg.

Uebel & Gefährlich (Feldstraße 66, 20359 Hamburg)

mit Frederik Eikmeier (Moderation) und Sven Amtsberg (deutsche Lesung)

Mittwoch, 20. Februar, 19.00 Uhr

Berlin | Lesung und Gespräch

Geistesblüten – AUTOREN BÜCHER KÜNSTLER (Walter-Benjamin-Platz 2, 10629 Berlin am Kurfürstendamm)

mit Barbara Wahlster (Moderation) und Anne Ratte-Polle (deutsche Lesung)

Hinweise

Homepage von Jonathan Lethem

Wikipedia über Jonathan Lethem (deutsch, englisch)

Perlentaucher über „Der wilde Detektiv“


Neu im Kino/Filmkritik: „Glass“ – M. Night Shyamalan besucht bekannte Figuren

Januar 20, 2019

Hier ist er: der Abschluss einer Trilogie, nach der niemand verlangt hat. Denn „Unbreakable“ und „Split“ waren zwei vollkommen eigenständige, an der Kasse erfolgreiche Filme. „Unbreakable“ erzählte eine Geschichte über einen Normalbürger (Bruce Willis), der zum Superhelden wird und das bevor es die ganze Aufregung über Superheldengeschichten gab. Damit war M. Night Shyamalans Film vor seiner Zeit. „Split“ ist letztendlich ein Thriller über einen wahnsinnigen Entführer (James McAvoy). Denn in dem Körpers des Entführers wohnen zwei Dutzend verschiedenen Persönlichkeiten. Am Ende zeigt er dann seine Superkräfte, indem er an Wänden entlangläuft. Das war während des gesamten Films nicht vorbereitet worden und gefiel mir damals überhaupt nicht. Am Ende gibt es dann noch einen Kurzauftritt von Bruce Willis und damit die Gewissheit, dass beide Filme in der gleichen Welt spielen. Das hätte aber auch ein kurzer Gag sein können, weil halt beide Filme in Philadelphia spielen.

War es nicht. Es war der Hinweis, dass beide Filme ‚Origin-Geschichten‘ sind und sie jetzt in „Glass“ zusammengeführt und zu Ende erzählt werden. So erzählt M. Night Shyamalan es jedenfalls heute. Es gibt auch fast zwanzig Jahre alte Statements von ihm, in denen er ebenfalls sagt, dass „Unbreakable“ der erste von mehreren Filmen sein soll. Es gibt auch Statements, in denen er das Gegenteil sagt. Ein Grund für seine wechselnden Statements war, dass „Unbreakable“ im Kino unter den Erwartungen blieb, aber im Heimkino dann gut lief. „Split“ war dann so erfolgreich, dass er jetzt „Glass“ drehen konnte.

Glass“ zerfällt dabei in zwei, letztendlich statische Teile. Die erste Hälfte spielt in einer gut gesicherten, geschlossenen Anstalt (aka Arkham Asylum?). Dort sitzen, gegen ihren Willen, David Dunn (Bruce Willis), Kevin Wendell Crumbs (James McAvoy) und Elijah Price, aka Mr. Glass (Samuel L. Jackson). Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) ist als Leiterin der Anstalt überzeugt, dass diese drei Männer zwar glauben, dass sie Superkräfte haben, aber alles natürlich erklärt werden kann. Sie möchte sie von Irrglauben heilen. Diese Hälfte ist vor allem ein Showcase für James McAvoy, der bruchlos zwischen den verschiedenen in Crumbs lebenden Charakteren wechselt. Es ist „Split“ ohne eine Geschichte.

Die zweite Hälfte spielt dann vor der Anstalt und sie ist vor allem eine endlose Klopperei.

Natürlich erzählt M. Night Shyamalan auch etwas mehr und am Ende gibt es einige Überraschungen, die dann teils nicht so wahnsinnig überraschend sind, teils wirken, als solle vor allem eine neue Serie vorbereitet werden. Weil allerdings keiner dieser Twists vorbereitet wurde, überzeugt auch keiner dieser Twists.

Dabei thematisiert Shyamalan all die bekannten Topoi und Klischees aus Superheldengeschichten und bürstet sie immer wieder gegen den Strich. Als intellektuelle Beschäftigung mit einem Genre hat das, wenn man sich in dem Genre auskennt, durchaus seine reizvollen Momente. Sogar die Struktur hat er aus den Comics übernommen, in denen eine Geschichte in zwei Heften erzählt wird und jedes Heft eigenständig gelesen werden kann. Aber als Film fehlt „Glass“ eine stringente Geschichte. Und es wird niemals deutlich, warum „Glass“ das Finale einer Trilogie sein soll. „Glass“ wirkt niemals wie der aus den vorherigen Filmen notwendige Abschluss einer Geschichte, sondern immer wie ein kühl kalkuliertes und lustlos ausgeführtes Kommerzprodukt.

Fortsetzung folgt…

Glass (Glass, USA 2019)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

mit James McAvoy, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Anya Taylor-Joy, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard, Sarah Paulson, Luke Kirby, M. Night Shyamalan

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Glass“

Metacritic über „Glass“

Rotten Tomatoes über „Glass“

Wikipedia über „Glass“ (deutsch, englisch)

Collider über das Ende (Ähem, ja, vor allem bei Wikipedia und Collider: Vorsicht Spoiler! – und auch der jetzt wohl mehr oder weniger offizielle Name der Trilogie ist, wenn man „Glass“ nicht gesehen und ein gutes Gedächtnis hat, ein Spoiler.)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)


TV-Tipp für den 13. Januar: Unbreakable – Unzerbrechlich

Januar 13, 2019

RTL II, 20.15

Unbreakable – Unzerbrechlich (Unbreakable, USA 2000)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Nach einem Zugunglückfragt David Dunn sich, warum er als einziger die Katastrophe überlebte und warum er sie unverletzt überlebte. Der an der Glasknochenkrankheit leidende Comic-Nerd Elijah Price hat eine interessante Erklärung.

Damals, im Kino und lange vor dem Marvel Cinematic Universe, empfand ich M. Night Shyamalans ersten Film nach seinem Welterfolg „The sixth Sense“ (ebenfalls mit Bruce Willis) als einen durchaus interessanten, aber zähen Film mit absehbarer Pointe über Comic-Superhelden, die es auch in unserer Welt geben soll.

‚Unbreakable‘ ist so ein Superheldenfilm ohne Superhelden geworden, eher die melancholische Etüde über die unerträgliche Schwere des Seins eines Mr. Normal.“ (Hans-Joachim Neumann, Zitty 1/2001)

mit Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Robin Wright Penn, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard, Eamonn Walker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Unzerbrechlich“

Wikipedia über „Unzerbrechlich“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)

Am Donnerstag, den 17. Januar, läuft bei uns M. Night Shyamalans neuer Film „Glass“ an. Er schließt damit die mit „Unbreakable“ und „Split“ begonnene Trilogie ab. Meine Besprechung gibt es zum Kinostart. Hier ein Trailer:


TV-Tipp für den 5. Januar: Pulp Fiction

Januar 5, 2019

Vox, 22.05

Pulp Fiction (Pulp Fiction, USA 1994)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Pulp Fiction”

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz, Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)


R. i. P. Brian Garfield

Januar 5, 2019

R. i. P. Brian Garfield (26. Januar 1939, New York City, New York – 29. Dezember 2018, Pasadena, Kalifornien)

Brian Garfield ist vor allem für seinen Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1972) bekannt. Der Thriller wurde einmal mit Charles Bronson (die sehr erfolgreiche, einflussreiche, umstrittene und auch ‚gute‘ Verfilmung von 1974), einmal mit Bruce Willis (die grottige Verfilmung von 2018) als Vigilant verfilmt.

Garfield schrieb, teils unter verschiedenen Pseudonymen, hauptsächlich zwischen 1960 und 1990, zahlreiche weitere Western und Thriller. Für „Hopscotch“ erhielt er den Edgar. In die Verfilmung „Agenten-Poker“ war er als Produzent und Drehbuchautor involviert. Dabei wurde aus dem Thriller eine Komödie mit Walther Matthau in der Hauptrolle. Die weiteren Verfilmungen seiner Romane sind unbekannter.

Weil er mit der Perzeption und der Aussage des Films „Ein Mann sieht rot“, dass gegen Gewalt nur Gewalt hilft und dass normale Bürger Selbstjustiz üben sollen, nicht einverstanden war, schrieb er zu „Death Wish“ die Fortsetzung „Death Sentence“. In dem Thriller schildert er die Folgen von Selbstjustiz für den Täter und sein Umfeld. James Wans gleichnamige Verfilmung zeigt das ebenfalls. In mehreren Romane erzählt er, wie die Protagonisten sich mit nicht gewalttätigen Mitteln gegen Gewalt wehren.

Nachrufe erschienen in Mysterious Press, The Rap Sheet, The Hollywood Reporter, Variety und der Washington Post.

In deutschen Medien habe ich keinen Nachruf gefunden.

Hier ein sehr schönes, im August 2013 geführtes Gespräch mit ihm (nur Ton):


TV-Tipp für den 8. Dezember: Stirb langsam

Dezember 8, 2018

Weihnachtsfilme, Weihnachtsfilme und

Vox, 22.00

Stirb langsam (Die hard, USA 1988)

Regie: John Mc Tiernan

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Stirb langsam“

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch)

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp

Meine Besprechung von Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr (Die Hard: Year One 1 – 8, 2009)

Meine Besprechung von John McTiernans „Nomads – Tod aus dem Nichts“ (Nomads, USA 1985)


TV-Tipp für den 29. November: The Sixth Sense

November 29, 2018

Servus TV, 20.15

The Sixth Sense (The Sixth Sense, USA 1999)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Ein Psychologe will einem Kind, das tote Menschen sieht, helfen.

Ein gewaltiger Publikumserfolg, inzwischen schon ein Klassiker und M. Night Shyamalans bester Film. Mit „The Sixth Sense“ erlebten wir ein grandioses Twist-Ende (mit schönen Grüßen von der „Twilight Zone“), das seitdem unzählige, schlechtere Nachahmer inspirierte.

mit Bruce Willis, Toni Collette, Oliva Williams, Haley Joel Osment, Donnie Wahlberg, Mischa Barton

auch bekannt als „Der sechste Sinn“ (Kinotitel, an den sich inzwischen wohl niemand mehr erinnert)

Wiederholung: Freitag, 30.November, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Sixth Sense“

Wikipedia über „The Sixth Sense“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)


TV-Tipp für den 18. September: Stirb langsam

September 18, 2018

Nitro, 22.20

Stirb langsam (Die hard, USA 1988)

Regie: John Mc Tiernan

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Stirb langsam“

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch)

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp

Meine Besprechung von Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr (Die Hard: Year One 1 – 8, 2009)

Meine Besprechung von John McTiernans „Nomads – Tod aus dem Nichts“ (Nomads, USA 1985)


TV-Tipp für den 12. Mai: Sin City 2: A Dame to kill for

Mai 12, 2017

RTL II, 23.30

Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City: A Dame to kill for, 1993/1994 (Sin City: Eine Braut, für die man mordet)

Die Herren Miller und Rodriguez präsentieren weitere Geschichten aus Sin City. Mit vielen alten Bekannten, einigen neuen Gesichtern, viel Gewalt und Sex.

Sin City 2: A Dame to kill for“ ist ein insgesamt überflüssiger und Jahre zu spät in die Kinos gekommener Nachschlag zu „Sin City“, der heute seine TV-Premiere erlebt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt, Rosario Dawson, Bruce Willis, Eva Green, Powers Boothe, Dennis Haysbert, Ray Liotta, Christopher Meloni, Jeremy Piven, Christopher Lloyd, Jamie King, Juno Temple, Stacy Keach, Marton Csokas, Jude Ciccolella, Jamie Chung, Julia Garner, Lady Gaga, Alexa Vega

Wiederholung: Samstag, 13. Mai, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Sin City: A Dame to kill for“
Moviepilot über „Sin City: A Dame to kill for“
Metacritic über „Sin City: A Dame to kill for“
Rotten Tomatoes über „Sin City: A Dame to kill for“
Wikipedia über „Sin City: A Dame to kill for“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons’ “Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1)” (Give me liberty, 1990)

Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams’ “All-Star Batman” (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)

Meine Besprechung von Frank Millers “Holy Terror” (Holy Terror, 2011)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Machete Kills“ (Machete Kills, USA 2013)

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

 


TV-Tipp für den 5. Mai: Sin City

Mai 5, 2017

RTL II, 23.00

Sin City (USA 2005, Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])

Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.

Die Fortsetzung „Sin City: A Dame to kill for“, neun Jahre später, war dann eine ziemlich reizlose Angelegenheit. RTL II zeigt sie, als TV-Premiere, am kommenden Freitag, den 12. Mai, um 23.30 Uhr.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood

Wiederholung: Montag, 8. Mai, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Sin City“

Metacritic über „Sin City“

Rotten Tomatoes über „Sin City“

Wikipedia über „Sin City“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte vergleicht die Kino- mit der Recut-Version

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons‘ „Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1)“ (Give me liberty, 1990)

Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams‘ „All-Star Batman“ (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)

Meine Besprechung von Frank Millers „Holy Terror“ (Holy Terror, 2011)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Machete Kills“ (Machete Kills, USA 2013)

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)


TV-Tipp für den 4. Mai: Der Schakal

Mai 4, 2017

3sat, 22.25

Der Schakal (Großbritannien/Frankreich 1973, Regie: Fred Zinnemann)

Drehbuch: Kenneth Ross

LV: Frederick Forsyth: The Day of the Jackal, 1971 (Der Schakal)

Der Schakal (Edward Fox) plant einen Anschlag auf Charles de Gaulle. Ein braver Polizist verfolgt ihn.

Auch wenn der Film inzwischen als Klassiker gelabelt wird, ist er eine ziemlich langweilige Angelegenheit – obwohl das vermurkste Remake von 1997 mit Bruce Willis noch langweiliger ist.

Frederick Forsyths weltweit erfolgreiches Debüt wurde mit dem Edgar als bester Roman des Jahres ausgezeichnet und ermöglichte ihm den Berufswechsel vom Journalisten zum Schriftsteller.

Mit Edward Fox, Terence Alexander, Michel Auclair, Alan Badel, Tony Britton, Denis Carey, Adrien Cayla-Legrand, Cyril Cusack

Wiederholung: Samstag, 6. Mai, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Schakal“

Wikipedia über „Der Schakal“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 8. März: Das Tribunal

März 8, 2017

Kabel 1, 20.15

Das Tribunal (USA 2002, Regie: Gregory Hoblit)

Drehbuch: Billy Ray, Terry George

LV: John Katzenbach: Hart’s Wwar, 1999 (Das Tribunal)

Film über eine Gerichtsverhandlung 1944 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager. Die Amis wollen den Deutschen beweisen, dass bei ihnen alle Menschen gleich sind.

Beim Publikum und der Kritik kam der langatmige Gerichtsthriller schlecht an: „lauen Kriegs- und Gerichtsdramas“ (tip), „müden und mitunter wirren Mix aus Stalag-Studie, Gerichtsfilm und Rassenkonfliktdrama“ (Rheinische Post).

John Katzenbach arbeitete, wie Carl Hiaasen, beim Miami Herald und schrieb einige erfolgreiche Kriminalromane. Zwei von ihnen wurden, durchaus erfolgreich, verfilmt: sein Debüt „In the Heat of the Summer“ (1982) als „Das mörderische Paradies“ mit Kurt Russell und „Just Cause“ (1992) als „Im Sumpf des Verbrechens“ mit Sean Connery.

Mit Bruce Willis, Colin Farrell, Rory Cochrane, Terrence Howard, Cole Hauser, Sam Worthington

Wiederholung: Donnerstag, 9. März, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Tribunal“

Wikipedia über „Das Tribunal“ (deutsch, englisch)

Homepage von John Katzenbach

Mein Hinweis auf John Katzenbachs „Das Tribunal“ (Hart’s War, 1999)

Meine Besprechung von John Katzenbachs „Der Professor“ (What comes next, 2012)

Meine Besprechung von John Katzenbachs „Der Wolf“ (Red 123, 2013)


TV-Tipp für den 24. Februar: Pulp Fiction

Februar 24, 2017

3sat, 22.35

Pulp Fiction (USA 1994, Regie: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Wiederholung: Sonntag, 26. Februar, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Pulp Fiction”

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz, Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)


TV-Tipp für den 15. Februar: Last Man Standing

Februar 15, 2017

Kabel 1, 22.35

Last Man Standing (USA 1996, Regie: Walter Hill)

Drehbuch: Walter Hill (nach dem Drehbuch „Yojimbo“ von Ryuzo Kikushima und Akira Kurosawa)

USA, 1931: In dem texanischen Grenzkaff Jericho kämpfen zwei Schnapsbrennerbanden um die Vorherrschaft. Da taucht ein wortkarger Fremder, der sich gut mit Schusswaffen auskennt, auf. Beide Banden hätten ihn gerne als Handlanger und er lässt sich von beiden bezahlen.

Walter Hills Version von Akira Kurosawas „Yojimbo“ (und damit auch von Sergio Leones „Yojimbo“-Remake „Für eine Handvoll Dollar“). Und Kurosawa ließ sich für seinen Samurai-Film von Dashiell Hammetts „Red Harvest“ (Bluternte, Rote Ernte) inspirieren.

Davor, um 20.15 Uhr, und danach, um 00.35 Uhr, läuft „Road to Perditon„. Auch schön.

mit Bruce Willis, Bruce Dern, William Sanderson, Christopher Walken, David Patrick Kelly, Karina Lombard, Ned Eisenberg

Wiederholung: Donnerstag, 16. Februar, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Last Man Standing” 

Wikipedia über „Last Man Standing“ (deutsch, englisch) und Walter Hill (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills “Shoutout – Keine Gnade” (Bullet to the Head, USA 2013)

Walter Hill in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. September: Das fünfte Element

September 27, 2016

EinsPlus, 20.15
Das fünfte Element (Frankreich 1997, Regie: Luc Besson)
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen (nach einer Geschichte von Luc Besson)
Zukunft, Erde: Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis), der noch nicht einmal sein Leben auf die Reihe bekommt, muss mal eben das Universum retten und besucht dafür auch einige ferne Planeten in weit entfernten Galaxien. Aliens und andere seltsame Wesen gibt es auch. Action und Spaß sowieso.
Quietschbuntes, vollkommen durchgeknalltes Science-Fiction-Abenteuer, das den Fans der „Guardians of the Galaxy“ gefallen dürfte.
Hier hat Luc Besson, nach „Subway“, „Nikita“, „Leon – Der Profi“, noch einmal gezeigt, was er kann: „ein Fest für die Augen“ (Annette Kilzer, Herausgeberin: Bruce Willis)
mit Bruce Willis, Gary Oldman, Ian Holm, Milla Jovovich, Chris Tucker, Luke Perry, Brion James, Lee Evans, Tricky, Mathieu Kassovitz
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Das fünfte Element“
Wikipedia über „Das fünfte Element“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luc Bessons „The Lady – Ein geteiltes Herz“ (The Lady, Frankreich/Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Luc Bessons „Lucy“ (Lucy, Frankreich 2014)

Luc Besson in der Kriminalakte


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