Neu im Kino (naja einigen Kinos in einigen Bundesländern)/Filmkritik: Clint Eastwood erzählt „Der Fall Richard Jewell“

Juni 25, 2020

Am 27. Juli 1996 hatte Richard Jewell seine fünfzehn Minuten Ruhm. Der 34-jährige arbeitete bei einer privaten Wachfirma. Im Centennial Olympic Park entdeckt er bei einem Kenny-Rogers-Konzert, das während der Olympischen Spiele in Atlanta, Georgia, stattfinded, eine unter einer Parkbank versteckte Tasche. Er informiert die Polizei und leitet sofort erste Maßnahmen zum Schutz der Zuschauer ein, indem er sie aus dem Gefahrenbereich trieb. Kurz darauf explodiert die Bombe. Eine Frau stirbt. Ein Mann hat einen Herzinfarkt. Über hundert Menschen werden verletzt. Ohne sein beherztes Eingreifen wären mehr Menschen gestorben.

Die Presse und die Öffentlichkeit feiert ihn als Helden.

Währenddessen fragt das FBI sich, ob der Möchtegern-Gesetzeshüter der Täter sein könnte. Jewell hat anscheinend jede Verfahrensvorschrift der Polizei verinnerlicht, besteht penetrant auf der Einhaltung von Regeln, spielt Computerspiele wie „Defender“ und „Mortal Kombat II“ (das war damals etwas für Kinder und seltsame Nerds), hortet Waffen und lebt bei seiner Mutter. Damit passt der unterwürfige, sich nach Anerkennung von seinen Polizistenkollegen sehnende Jewell perfekt in das Profil des rechten, nach Aufmerksamkeit gierenden Einzeltäters.

Als Kathy Scruggs, eine überaus ambitionierte, 2001 verstorbene Journalistin der Zeitung „The Atlanta Journal-Constitution“, von den Ermittlungen gegen Jewell erfährt, schreibt sie einen reißerischen Artikel, der Jewell zum Hauptverdächtigen macht.

Trotzdem versucht der gutmütige Jewell weiter, den Ermittlern zu helfen. Was ihn nur noch verdächtiger macht. Und seinen Autoritäten verachtenden Anwalt Watson Bryant, der bis zu diesem Zeitpunkt keine Erfahrung mit solchen Strafverfahren hat, verzweifeln lässt. Das hindert ihn aber nicht daran, wortgewaltig für Jewell zu kämpfen.

Mit „Der Fall Richard Jewell“ setzt Clint Eastwood die Reihe seiner auf wahren Ereignissen basierenden Filme fort. Es ist auch eine weitere Heldengeschichte, die von ihren überzeugenden Schauspielern lebt. Die Hauptrolle übernahm Paul Walter Hauser. Bislang spielte er Nebenrollen. Unter anderem in „I, Tonya“, „BlacKkKlansman“ und „Late Night“. Einen größeren Eindruck hinterließ er in diesen Filmen bei mir nicht. Als Richard Jewell zeigt er jetzt, was er kann. Und das ist verdammt viel.

Die anderen Schauspieler – Sam Rockwell als Jewells Anwalt, Kathy Bates als Jewells Mutter, Jon Hamm als FBI-Ermittler (seine Figur basiert auf mehreren realen Ermittlern) – überzeugen ebenfalls. Das liegt am Drehbuch, ihrem Spiel und Eastwoods gewohnt unprätentiöser Inszenierung, die sich auf die Geschichte und die Schauspieler verlässt.

In diesem Umfeld fällt die von Olivia Wilde gespielte Journalistin – auch wenn man den wahren Fall nicht kennt – äußerst negativ auf. Die von ihr gespielte Figur ist eine karrieregeile, für eine Schlagzeile über Leichen gehende Schönheit. Sie ist ein eindimensionaler Watschenmann für primitive Medienkritik; mit telegener und vollkommen unglaubwürdiger Wandlung am Filmende. Die durchaus beunruhigenden und skandalträchtigen wahren Ereignisse in der Redaktion der Provinzzeitung und die Reaktionen der überregionalen Medien hätten diese Dramatisierung nicht benötigt. Der restliche Film bleibt dagegen nah an den Fakten und zeichnet ein differenziertes Bild der Monate nach dem Bombenanschlag.

Der Fall Richard Jewell“ ist eine packende David-gegen-Goliath-Geschichte, in der ein unschuldiger und gegenüber der Polizei überaus naiver Mann um seinen Ruf kämpfen muss. Freunde hat er nur wenige. Seine Gegner sind das FBI, das vorurteilsbehaftet ermittelt und den Ruf eines Unschuldigen irreparabel schädigt, und die Medien, die für eine Schlagzeile schlampig recherchieren. Beide bleiben bei ihrer einmal gefassten Überzeugung. In der Öffentlichkeit war Jewell danach ‚der Bombenleger‘. 2003 wurde der wahre Täter, der christlich-fundamentalistisch Terrorist Eric Rudolph, verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Richard Jewell starb 2007 aufgrund mehrerer durch seine Diabetes verursachten gesundheitlicher Probleme.

Der Fall Richard Jewell (Richard Jewell, USA 2019)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Billy Ray

LV: Marie Brenner: American Nightmare: The Ballad of Richard Jewell (Vanity Fair, Februar 1997), Kent Alexander, Kevin Salwen: The Suspect, 2019

mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Olivia Wilde, Jon Hamm, Kathy Bates, Nina Arianda, Ian Gomez, Niko Nicotera

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Der Fall Richard Jewell“

Metacritic über „Der Fall Richard Jewell“

Rotten Tomatoes über „Der Fall Richard Jewell“

Wikipedia über „Der Fall Richard Jewell“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Der Fall Richard Jewell“

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ (2020)


Über Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“

Juni 4, 2020

Pünktlich zum neunzigsten Geburtstag von Clint Eastwood (der war am 31. Mai) erschien die von Kai Bliesener geschriebene Werkbiographie „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“. Das Buch ist ein konzentrierter, weitgehend chronologischer Gang durch Clint Eastwoods filmisches Werk bis zu „The Mule“. Eastwoods neuestes, noch nicht in den deutschen Kinos gestartetes, äußerst sehenswertes, auf Tatsachen basierendes und sich nahtlos an seine vorherigen Filme anschließendes Drama „Der Fall Richard Jewell“ fehlt. Ergänzt wird Blieseners Text um ein Essay von Georg Seeßlen und Interviews mit den Eastwood-Fans Frank Brettschneider, Wolf Jahnke, Jo Schuttwolf und Tobias Hohmann über ihr Idol.

Bliesener trennt seine Eastwood-Werkschau in zwei Teile. Einmal steht mehr der Regisseur (und damit sein Spätwerk), einmal mehr der Schauspieler im Mittelpunkt. In beiden Teilen bespricht Bliesener dann (bis auf Eastwoods frühe Miniauftritte in B-Pictures und seinen Auftritt in dem Episodenfilm „Hexen von heute“) chronologisch jeden Eastwood-Film, mal kürzer, mal länger. Weil er die, bei Eastwoods umfangreichem Werk auch nicht wirklich mögliche und sinnvolle Trennung zwischen Schauspieler und Regisseur nicht durchgängig durchhält, hätte er auf diese Teilung getrost verzichten und einfach vom „Für eine Handvoll Dollar“-‚Fremder ohne Namen‘ bis zu „The Mule“ Earl Stone die Entwicklung des Schauspielers, Produzenten (Eastwood gründete schon 1967 seine Filmproduktionsfirma „Malpaso“) und Regisseur (seit „Sadistico“ [Play Misty for me, 1971]) nachzeichnen können.

Wegen der nun gewählten Struktur wäre zum schnellen Finden der einzelnen Filme ein Register vorteilhaft gewesen. Und, weil nicht jeder die Handlung jedes Eastwood-Films kennt, wären in der Filmographie kurze Inhaltsangaben sinnvoll gewesen.

Bei der Bewertung der einzelnen Filme folgt Bliesener weitgehend dem Konsens. Weil er seine Bewertungen oft um weitere Bewertungen ergänzt und er hier meistens deutschsprachige Kritiken zitiert, eröffnet er auch einen etwas anderen Blick auf Eastwoods Schaffen als die meist US-amerikanischen Biographien.

Auf fast jeder Seite spricht Bliesener Eastwoods konservative Weltsicht an (er ist bekennender Republikaner, der sich inzwischen eher als libertär sieht) und fragt bei fast jedem Film, was die politische Aussage des Films ist und wie sie sich mit der konservativ-republikanischen Ideologie verträgt. Das ist natürlich eine berechtigte Frage, verkürzt aber viele Eastwood-Filme auf eine platte politische Aussage, die einfach in eine Pro- oder Contra-Position und in ein Links-Rechts-Schema gepresst wird.

Gewinnbringender für eine Analyse und Interpretation von Eastwoods Werk wäre dagegen die Frage gewesen, wie Eastwood sich mit seinen Filmen und Figuren zu US-Mythen, dem Selbstbild der USA, was vor allem das des weißen Mannes ist, und aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen, also dem Zeitgeist, verhalten.

Dieser Konflikt ist schon in Eastwoods ersten wichtigen Rollen angelegt. Seinen Durchbruch als Kinoschauspieler hat er in drei Italo-Western, die den klassischen Hollywood-Western gründlich demystifizieren. Hohe Ideale werden als hohle Ideale enttarnt. Dreck und Schmutz bestimmen das Bild. Kapitalismuskritik, Revolutionspathos, burleske Übertreibungen und übertriebene Gewalt waren gern benutzte Stilmittel. Damals – wir reden von den sechziger Jahren, als die Gegenkultur die Straßen und die Gesellschaft eroberte – reflektierten diese Western den Zeitgeist. In diesen Jahren wurde der alte Westernheld John Wayne zu einem reaktionären alten Sack, der den Vietnamkrieg-Propagandafilm „Die grünen Teufel“ drehte. Eastwoods nächste bahnbrechende Figur ist der Polizist ‚Dirty Harry‘ Callahan. Don Siegels grandioser Cop-Thriller wurde sofort als faschistoid beschimpft. Er zeichnet ein düsteres Bild der US-Gesellschaft – und Callahan ist ein Polizist, der im ständigen Konflikt mit Autoritäten steht. „Dirty Harry“ ist auch, wie ihre Vorstudie „Coogans großer Bluff“ (Cccgan’s Bluff), eine Verlagerung des Western und der damals verübten Rechtsdurchsetzung in die Gegenwart und in den Polizeifilm und in die Großstadt.

In seinen nächsten Filmen begann Eastwood verstärkt die Mythen der US-Gesellschaft und das Verhältnis von Individuum und Institution bzw. Gesellschaft zu hinterfragen. In seinen neueren Filmen behandelt er diese Fragen, ohne endgültige Antworten zu geben, anhand wahrer Geschichten von oft problematischen ‚Helden‘.

In seinem Text „Clint Eastwood – Eine amerikanische Ikone“ beschäftigt Georg Seeßlen sich mit diesem Spannungsfeld, das Clint Eastwoods Schaffen seit seinem Aufstieg zum Star auszeichnet und über die Jahrzehnte, trotz etlicher Fehltritte, auch so bemerkenswert macht.

Der bekennende Eastwood-Fan, der schon einige Eastwood-Biographien gelesen hat, wird in „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ wenig bis nichts neues erfahren. Aber das ist auch nicht Blieseners Ziel. Sein Buch ist eine gelungene, konzentrierter Überblick über das Schaffen des traditionellen Geschichtenerzählers Clint Eastwood.

Kai Bliesener: Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften

Schüren, 2020

232 Seiten

24,90 Euro

Hinweise

Schüren über das Buch

Homepage von Kai Bliesener

Wikipedia über Clint Eastwood (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Juni: Space Cowboys/Die Clint Eastwood Story/Erbarmungslos

Juni 1, 2020

Und noch ein Abend mit Clint Eastwood

Kabel 1, 20.15

Space Cowboys (Space Cowboys, USA 2000)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Ken Kaufman, Howard Klausner

Wenn 1958 nicht ein Affe ins All geschossen worden wäre, wären Frank Corvin und sein Team die ersten Lebewesen im All gewesen. Jetzt droht ein russischer Satellit (ausgestattet mit geklauter Ami-Technik) abzustürzen und nur Corvin und seine Jungs kennen noch die alte Technik. Sie sollen nun die jungen Spunde beraten, aber das hindert Corvin und die anderen nicht daran, mit allen Mitteln zu versuchen, endlich ihren Jugendtraum vom Weltraumflug zu verwirklichen.

Köstlich entspannte Komödie von Clint Eastwood mit einer All-Star-Besetzung, die damals uralt erschien (Clint Eastwood, geb. 1930, Donald Sutherland, geb. 1935, James Garner, geb. 1928, Tommy Lee Jones, geb. 1946). Heute nicht mehr so sehr.

mit Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, James Garner, Donald Sutherland, James Cromwell, Marcia Gay Harden, William Devane, Courtney B. Vance, Rade Serbedzija, Jay Leno (als er selbst)

Wiederholung: Mittwoch, 3. Juni, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Space Cowboys“

Wikipedia über „Space Cowboys“ (deutsch, englisch)

Kabel 1, 22.45

Die Clint Eastwood Story (Deutschland 2018)

Mit Werbung einstündiges Porträt des Regisseurs von „Begegnung am Vormittag“.

Wiederholung: Mittwoch, 3. Juni, 04.20 Uhr (Taggenau!)

Kabel 1, 23.50

Erbarmungslos (Unforgiven, USA 1992)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: David Webb Peoples

Wyoming, 1880: Als der ehemalige Revolverheld William Munny erfährt, dass die Huren von Big Whiskey ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf zwei Cowboys aussetzten, die eine von ihnen verstümmelte, schnallt er wieder seinen Colt um. Denn er braucht das Geld für sich und seine beiden Kinder; – auch wenn er es mit zwei Gefährten teilen muss.

„‘Erbarmungslos’ ist offensichtlich ein feinfühlig gemachter und ausbalancierter Film, und, wenn man seine Einsichten in die menschliche Natur bedenkt, so düster, wie ein Genrefilm überhaupt nur sein kann. Aber er präsentiert sich nicht finster, was er teilweise seinen Autoren verdankt. (…) Abgesehen von ‘revisionistisch’ , war das von den Kritikern am häufigsten verwendete Wort ‘Meisterstück’.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)

„ein vorzüglicher Spätwestern, der wie seit Peckinpahs ‘The Wild Bunch’ nicht mehr verstört.“ (Fischer Film Almanach 1993)

„Erbarmungslos“ erhielt vier Oscars, unter anderem als bester Film. Clint Eastwood erhielt für seine Regie und sein Spiel zahlreiche Preise und Nominierungen.

Das Drehbuch war für den Edgar, Oscar, Golden Globe und WGA Award nominiert und erhielt von den Western Writers of America den Spur Award als bestes Western-Drehbuch.

Außerdem erhielt „Erbarmungslos“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards.

Bei Rotten Tomatoes liegt der Frischegrad für diesen Western bei 96 Prozent.

Auf einer 2008 veröffentlichten Liste der zehn besten Western setzte das American Film Institute „Erbarmunglos“ auf den vierten Platz.

Und 2013 gab es ein verdammt gelungenes japanisches Remake.

mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Jaimz Woolvett, Saul Rubinek, Francis Fisher, Jeremy Ratchford

Zum Lesen (ausführliche Besprechung in Arbeit)

Kai Bliesener: Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften

Schüren, 2020

232 Seiten

24,90 Euro

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Erbarmungslos”

Wikipedia über „Erbarmungslos“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Unforgiven“ von David Webb Peoples (Production Draft Sript, 23. April 1984)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. Mai: Die Letzten beißen die Hunde (+ Buchhinweis: Kai Bliesener: Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften)

Mai 28, 2020

3sat, 22.25

Die Letzten beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoot, USA 1974)

Regie: Michael Cimino

Drehbuch: Michael Cimino

Tresorknacker John ‚Thunderbolt‘ Doherty (Clint Eastwood) will zusammen mit dem Herumtreiber Lightfoot (Jeff Bridges) und seinen Ex-Kumpanen Red (George Kennedy) und Goody (Geoffrey Lewis), die glauben, dass er sie betrogen habe, die unter einer Schule gut versteckte Beute von ihrem letzten gemeinsamen Banküberfall wiederbeschaffen. Was gar nicht so einfach ist.

Michael Ciminos Regiedebüt ist ein entspannt-witziges, Mythen demontierendes Roadmovie, das damals an der Kinokasse gut ankam. Danach drehte Cimino die Klassiker „Die durch die Hölle gehen“ und „Heaven’s Gate“.

Ciminos Einstand zeichnet sich dabei aus durch einen weitgehenden Verzicht auf Gewalttätigkeiten, durch amüsante, lakonische Dialoge, rasant gefilmte Action und ausgezeichnete Leistungen der Darsteller.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

Michael Ciminos Werk war eher ein Kommentar zu den Genrekonventionen als ein Wiederaufgreifen. Außerdem meditiert der Film über das amerikanische Mannsein unmittelbar nach Vietnam und ist damit eine Kritik an gewissen amerikanischen Traditionen, die normalerweise in derartigen Filmen nicht in Frage gestellt werden. Zudem ist er ziemlich abgedreht – schlüpfrig, verwildert, vollgepackt mit abgefahrenen Vorfällen, die aus dem Nichts entstehen und uns in erstaunliche Richtungen führen.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood, 1998)

mit Clint Eastwood, Jeff Bridges, George Kennedy, Catherine Bach, Geoffrey Lewis, Gary Busey (als Garey Busey)

Frisch aus der Druckerpresse: Das Buch zum neunzigsten Geburtstag von Clint Eastwood (der ist am 31. Mai) ist ein konzentrierter, weitgehend chronologischer Gang durch Clint Eastwoods filmisches Werk bis zu „The Mule“ (Eastwoods neuestes, äußerst sehenswertes, noch nicht in den deutschen Kinos gestartetes auf Tatsachen basierendes Drama „Der Fall Richard Jewell“ fehlt). Ergänzt wird Blieseners Text um ein Essay von Georg Seeßlen und Interviews mit Frank Brettschneider, Wolf Jahnke, Jo Schuttwolf und Tobias Hohmann über Clint Eastwood.

Der erste Eindruck ist positiv. Auch wenn ich, nachdem ich schon einige Bücher über Clint Eastwood gelesen habe, wahrscheinlich wenig neues erfahren werde über diesen Mann, der als TV-Seriendarsteller anfing, als Fremder ohne Namen und Dirty Harry ein Star wurde, schon früh immer wieder sein Image in Frage stellte („Der Texaner“), 1993 für den Western „Erbarmungslos“ seine ersten Oscars erhielt und seitdem ein in jeder Beziehung beeindruckendes und abwechslungsreiches Spätwerk vorlegte..

Kai Bliesener: Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften

Schüren, 2020

232 Seiten

24,90 Euro

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Letzten beißen die Hunde“

Wikipedia über „Die Letzten beißen die Hunde“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Clint Eastwood ist „The Mule“

Januar 31, 2019

Als Schauspieler trat Clint Eastwood seit „Blood Work“ (2002) kaum noch auf. So waren seine Hauptrollen in „Million Dollar Baby“ (2004), „Gran Torino“ (2008) und „Back in the Game“ (Trouble with the Curve, 2012) immer auch sein möglicherweise letzter Leinwandauftritt.

Als Regisseur war er dagegen gut beschäftigt mit einem Arbeitspensum von ungefähr einem Film pro Jahr. Munter zwischen den Genres wechselnd, meistens sehr gelungen und auch an der Kinokasse erfolgreich. Es sind Filme für Erwachsene, die nichts mit Superheldengedöns, epischen Weltraumschlachten und Pennälerhumor anfangen können.

Auch sein neuester Film „The Mule“, wieder mit ihm als Regisseur und Hauptdarsteller, wieder nach einem Drehbuch von „Gran Torino“-Autor Nick Schenk und mit einer beeindruckenden Riege guter Schauspieler – Dianne Wiest als seine Ex-Frau, Andy Garcia als Kartellboss, Bradley Cooper, Laurence Fishburne und Michael Peña als DEA-Ermittler (alle drei mit Eastwood-Erfahrung) – ist vor allem traditionsbewusstes, gewohnt unprätentiöses Hollywood-Erzählkino.

Wie bei Eastwoods vorherigen Filmen ist eine wahre Geschichte die Inspiration für den Film. Während er in „J. Edgar“, „Jersey Boys“, „American Sniper“, „Sully“ und „The 15:17 to Paris“ nah an der Wirklichkeit bleibt, nimmt er in „The Mule“ die wahre Geschichte als eine Inspiration für seine Fabel

Die Inspiration für „The Mule“ ist die Geschichte von Leo Sharp. Der 1924 geborene, nicht vorbestrafte Weltkrieg-II-Veteran, Urgroßvater und anerkannte Züchter von Taglilien wurde zu dem ältesten und erfolgreichsten Drogenkurier des Sinaloa-Kartells. Tata, Großvater, war sein Spitzname im Kartell. Spätestens ab 2000 fuhr er Drogen durch die USA. Im Februar 2010 waren es, nach den Notizen des Kartells, 246 Kilo, im März 250 Kilo, im April wieder 250 Kilo und in den folgenden Monaten jeweils 200 Kilo. Pro befördertes Kilo soll er tausend Dollar erhalten haben. Am 21. Oktober 2011 wurde er während einer Drogentour verhaftet.

Nach seiner Verhaftung stieg in Detroit der Straßenpreis für das Kilo Kokain von 30.000 Dollar auf 43.000 Dollar.

Sharp wurde zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Die mögliche Höchststrafe wären zwanzig Jahre gewesen. Aber Sharp war damals schon ein alter Mann, dessen Gesundheit sich rapide verschlechterte. Deshalb verbüßte er nur ein Jahr in Haft. Er starb am 12. Dezember 2016.

Der Film verlegt jetzt die Geschichte in die Gegenwart, verändert Namen und Hintergrundgeschichten und auch viele weitere, mehr oder weniger wichtige Details. Vieles, zum Beispiel, wann, wie und warum Sharp Drogenkurier wurde (Gier ist das wahrscheinlichste Motiv), wie das Verhältnis zu seiner Familie war und was er während seiner Fahrten durch die USA erlebte, ist unklar.

Earl Stone, wie Leo Sharp im Film heißt, ist ein netter, allseits beliebter Taglilien-Züchter. Mit seiner Ex-Frau und seiner Tochter ist er zerstritten. Seine Enkeltochter mag ihn. Aber auch sie sieht ihn fast nie. Denn Stone ist ein Meister darin, alle für die Familie wichtigen Termine zu vergessen.

Als er zufällig bei der Hochzeitsfeier seiner Tochter auftaucht, macht ihm einer der Gäste ein Angebot, das er nicht ablehnen will. Er soll einfach Dinge von einem Ort zu einem anderen Ort fahren und er wird dafür bezahlt. Dass die netten Mexikaner in der Autowerkstatt schwer bewaffnet sind und dass die Bezahlmodalität – das Geld wird in einem Umschlag in das Auto gelegt – seltsam ist, stört ihn nicht. Es ist viel Geld, das Stone für ein neues Auto, Luxusgegenstände, Frauen und für seine Freunde ausgibt. Seltsamerweise fragt sich niemand, woher Stones plötzlicher Reichtum kommt. Während Stone mit jeder Fahrt mehr Drogen transportiert, mehr Geld erhält und sich mit den Verbrechern befreundet, ermitteln zwei DEA-Agenten gegen ihn.

Clint Eastwood erzählt diese Geschichte als wunderschön entspanntes Schauspielerkino und garniert es mit leinwandfüllenden Bildern des US-amerikanischen Hinterlandes.

Bei Stones Drogenfahrten durch die USA entsteht so auch ein kleines, sehr harmonisches Bild der USA, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat oder etwas erklären oder eine These belegen will. Es sind nur Reisebeobachtungen und Erlebnisse mit einem ebenso knorrigem, wie gewitztem Protagonisten. Denn selbstverständlich begegnet er bei seinen Fahrten auch Polizisten.

The Mule“ ist kein welterschütterndes Drama, sondern nur eine kleine Geschichte, erzählt im Rhythmus eines Talking-Blues oder eines Folksongs, in dem Beobachtungen und Reiseerlebnisse locker aneinandergereiht werden, während der Sänger auch mal eine Strophe vergisst, austauscht oder ausbaut. Dabei erzählt der Erzähler die Legende über einen Fahrer, der mehr Drogen befördert, als alle anderen Fahrer. Mit der Realität hat das dann wenig zu tun. Und aus der Realität hätte man auch einen ganz anderen Film machen können.

Schauspielerisch übernimmt Clint Eastwood in Earl Stones Gestik und Mimik viel, sehr viel von seinem „Gran Torino“-Charakter Walt Kowalski. Nur sein Gang ist unsicherer. Stone ist, wie Kowalski, ein Sturkopf, der sich nichts sagen lässt und sich mit seiner gesamten Familie zerstritten hat. Er ist ein Einzelgänger, der auf den langen Fahrten durch die USA das allein sein genießt. Allerdings hat er kein Gewissen. Er denkt nicht einmal über seine Taten nach.

Auch der Film ignoriert die Frage, was die von Earl Stone beförderten Drogen bei ihren Konsumenten, ihren Familien und in den Städten anrichten.

The Mule“ erzählt nur die erstaunliche Geschichte über einen alten Mann, der etwas tut, was niemand von ihm erwartet hätte.

The Mule (The Mule, USA 2018)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Nick Schenk

LV: Sam Dolnick: The Sinaloa Cartel’s 90-Year-Old Drug Mule (The New York Times Magazine, 2014)

mit Clint Eastwood, Bradley Cooper, Laurence Fishburne, Michael Peña, Dianne Wiest, Andy Garcia, Alison Eastwood, Taissa Farmiga, Ignacio Serricchio, Loren Dean, Eugene Cordero

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Mule“

Metacritic über „The Mule“

Rotten Tomatoes über „The Mule“

Wikipedia über „The Mule“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood prüft den Wahrheitsgehalt der Moritat

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “American Sniper” (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Clint Eastwood philosophiert über „Hereafter – Das Leben danach“

Januar 28, 2011

In diesem Film hat jede Hauptfigur etwas, was die anderen brauchen – nicht unbedingt die richtigen Antworten, aber einen Ausgangspunkt, von dem aus man sein Leben fortsetzen kann. Sie alle müssen sich einfach nur nach Kräften bemühen, so lange sie sich noch im Diesseits befinden.

Clint Eastwood

 

Ein bestimmtes Niveau wird Clint Eastwood nie unterschreiten. Auch in seinem neuesten Film „Hereafter – Das Leben danach“ gibt es viele gelungene Momente. Aber insgesamt enttäuscht der überlange Film über das Ende des Lebens. Er erzählt nach einem Drehbuch von Peter Morgan (Frost/Nixon, The Dammed United, The Queen) parallel drei Geschichten.

Die einer französischen Journalistin (Cécile de France), die in Indonesien einen Tsunami überlebt, dabei eine Nahtoderfahrung hat und zurück in Frankreich das Erlebnis nicht vergessen kann und beginnt weiter über Nahtoderfahrungen zu forschen.

Die eines englischen Jungen (die Zwillinge Frankie und George McLaren), der seinen Zwillingsbruder in London bei einem Autounfall verliert und den Verlust nicht überwinden kann. Außerdem wird seine drogenabhängige Mutter in eine Therapieeinrichtung und er in eine sehr liebevolle Pflegefamilie gesteckt.

Und in San Francisco lebt ein Hafenarbeiter(Matt Damon). Der verdiente früher als Medium, der Gespräche mit Verstorbenen vermittelte, viel Geld. Aber die Arbeit strengte ihn zu sehr an. Deshalb versucht er jetzt seine Gabe, die er als Fluch empfindet, zu ignorieren und ein normales Leben zu leben. Während eines Kochkurs entwickelt sich eine Beziehung zu einer Teilnehmerin. Nachdem sie von seiner Gabe erfährt und ihn zu einer Sitzung auffordert, zerbricht die Beziehung. Er wird entlassen und, nachdem ihm sein Bruder stolz das neu eingerichtete Büro zeigt, in dem er wieder als Medium arbeiten kann, haut er ab. Er will sich selbst finden.

Am Filmende werden dann die drei Geschichten sehr gewollt auf der Londoner Buchmesse, garniert mit einem kurzen Auftritt von Derek Jacobi als Charles-Dickens-Vorleser, zusammengefügt.

Bis dahin plätschern die drei Geschichten, die sich alle irgendwie mit der Frage des Todes, dem Leben nach dem Tod und dem Umgang der Hinterbliebenen mit dem Tod beschäftigen, reichlich ziellos vor sich hin. Sicher, es gibt gute Szenen. Die Schauspieler sind gut. Die Kamera, wie schon bei Eastwoods vorherigen Filmen, Tom Stern, ist ebenfalls gut. Ebenso die von Clint Eastwood geschriebene Musik. Die Ausstattung ist stimmig.

Aber das Drehbuch von Peter Morgan wirkt wie ein willkürlicher Zusammenschnitt von drei Episoden einer lahmen Mystery-Serie mit dem Titel „Der Tod und ich“.

Gerade weil Clint Eastwood sich in den vergangenen Jahren in einer Reihe grandioser Filme immer wieder und wesentlich inspirierter mit dem Tod in all seinen Schattierungen und Variationen beschäftigte, ist der halbgare Mystery-Film „Hereafter – Das Leben danach“ so enttäuschend und, wenn man nicht wüsste, dass der Film von Clint Eastwood ist, würde man ihn wahrscheinlich noch weniger mögen.

Der nächste Clint-Eastwood-Film, ein Biopic über den FBI-Chef J. Edgar Hoover, nach einem Drehbuch von „Milk“-Autor Dustin Lance Black und mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, befindet sich in den letzten Zügen der Vorproduktion und das dürfte ein wesentlich besserer Film werden.

Herafter – Das Leben danach (Hereafter, USA 2010)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Peter Morgan

mit Matt Damon, Cécile de France, Frankie McLaren, George McLaren, Jay Mohr, Bryce Dallas Howard, Marthe Keller, Thierry Neuvic, Derek Jacobi

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Herafter – Das leben danach“

Wikipedia über „Hereafter“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit Peter Morgan über „Hereafter“

Coming Soon: Interview mit Peter Morgan über „Hereafter“

Cinema Blend: Interview mit Peter Morgan über „Hereafter“

Deadline Hollywood: Interview mit Peter Morgan über „Hereafter“

Washington City Paper: Interview mit Peter Morgan und Clint Eastwood über „Hereafter“

 


Happy Birthday, Clint Eastwood

Mai 31, 2010

1955 begann es mit einem kleinen Auftritt in Jack Arnolds „Die Rache des Ungeheuers“ (Revenge of the Creature)

Von 1959 bis 1966 spielte er in der TV-Serie „Rawhide“ (Cowboys, Tausend Meilen Staub) Rowdy Yates:

1964 bestieg er den Flieger nach Italien und spielte in Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ (Per un Pugno di Dollari) Joe, besser bekannt als ‚Fremder ohne Namen‘:

Sein Debüt als Regisseur gab  er 1971  mit „Sadistico – Wunschkonzert für einen Toten“ (Play Misty for Me):

Ebenfalls 1971 spielte er „Dirty Harry“ in Don Siegels Copthriller:

1976 war er „Der Texaner“ (The Outlaw Josey Wales):

1979 endete seine langjährige Zusammenarbeit mit Don Siegel mit dem Knastthriller „Flucht von Alcatraz“ (Escape from Alcatraz).

1982 entdeckte ich Clint Eastwood in „Firefox“:

1988 überließ er, aus nachvollziebaren Gründen, Forest Whitaker die Hauptrolle in „Bird“:

1992 erhielt er für „Erbarmungslos“ (Unforgiven) seinen ersten Oscar als bester Regisseur. Außerdem erhielt er den Oscar für den besten Film:

2004 wiederholte sich bei „Million Dollar Baby“ das Spiel: Clint Eastwood erhielt die Trophäe in den Kategorien „bester Film“ und „beste Regie“:

Seine bislang letzte Hauptrolle hatte er 2008  in „Gran Torino“:

Danach drehte er „Invictus“ (bereits im Kino) und „Hereafter“ (Postproduktion) und als nächstes will er ein Biopic über den FBI-Chef J. Edgar Hoover inszenieren.

Alles Gute zum achtzigsten Geburtstag, Clint Eastwood!

Mehr Infos über Clint Eastwood.


TV-Tipp für den 25. Mai: Kennwort Kino: Clint Eastwood – Eine Legende wird 80

Mai 25, 2010

3sat, 22.25

Kennwort Kino: Clint Eastwood – Eine Legende wird 80 (D 2010, R.: Peter Paul Huth, Maik Platzen)

Drehbuch: Peter Paul Huth, Maik Platzen

Halbstündige Doku über Clint Eastwood, die sich vor allem auf sein Werk ab „Erbarmungslos“ konzentriert und, anlässlich von Eastwoods Geburtstag am kommenden Montag, eine sehr kleine 3sat-Reihe einläutet.

Auch die anderen TV-Sender zeigen demnächst etliche Filme von und mit Clint Eastwood.

Anschließend


Hinweise

3sat über die Clint-Eastwood-Reihe

Wikipedia über Clint Eastwood (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


Besprechung „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ online

Oktober 2, 2008

Meine Besprechung des wunderschönen Bildbandes „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (herausgegeben von Pierre-Henri Verlhac, mit einem biographischen Essay von Peter Bogdanovich, Henschel Verlag) ist online in der Berliner Literaturkritik.


TV-Tipp für den 22. November: Der fremde Sohn

November 21, 2020

Arte, 20.15

Der fremde Sohn (Changeling, USA 2008)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: J. Michael Straczynski

Los Angeles, 1928: Ein Kind verschwindet. Als die Polizei es unverletzt nach fünf Monaten findet, behauptet die Mutter, dass das nicht ihr Sohn sei. Ist sie, wie die Polizei über die Nervensäge behauptet, verrückt oder versucht die Polizei etwas zu vertuschen?

Nach gut 140 Minuten ist diese Frage beantwortet.

Just another Period-Picture mit Stars, stilechter Ausstattung, Überlänge (oder Blockbuster-Länge) und, natürlich, basierend auf einem wahren Fall. Insgesamt okaye Unterhaltung.

Mit Angelina Jolie, Gattlin Griffith, John Malkovich, Jeffrey Donovan, Amy Ryan, Colm Feore

Hinweise

Moviepilot über „Der fremde Sohn“

Metacritic über „Der fremde Sohn“

Rotten Tomatoes über „Der fremde Sohn“

Wikipedia über „Der fremde Sohn“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Der Fall Richard Jewell! (Richard Jewell, USA 2019)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ (2020)


TV-Tipp für den 16. Juli: Der fremde Sohn

Juli 15, 2020

ZDFneo, 20.15

Der fremde Sohn (Changeling, USA 2008)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: J. Michael Straczynski

Los Angeles, 1928: Ein Kind verschwindet. Als die Polizei es unverletzt nach fünf Monaten findet, behauptet die Mutter, dass das nicht ihr Sohn sei. Ist sie, wie die Polizei über die Nervensäge behauptet, verrückt oder versucht die Polizei etwas zu vertuschen?

Nach gut 140 Minuten ist diese Frage beantwortet.

Just another Period-Picture mit Stars, stilechter Ausstattung, Überlänge (oder Blockbuster-Länge) und, natürlich, basierend auf einem wahren Fall. Insgesamt okaye Unterhaltung.

Anschließend, um 22.25 Uhr, läuft Michael Manns „Public Enemies“ (USA 2009) über den Gangster John Dillinger.

Mit Angelina Jolie, Gattlin Griffith, John Malkovich, Jeffrey Donovan, Amy Ryan, Colm Feore

Hinweise

Moviepilot über „Der fremde Sohn“

Metacritic über „Der fremde Sohn“

Rotten Tomatoes über „Der fremde Sohn“

Wikipedia über „Der fremde Sohn“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Der Fall Richard Jewell! (Richard Jewell, USA 2019)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ (2020)

 


TV-Tipp für den 25. Juni: Westwärts zieht der Wind

Juni 24, 2020

Heute, zum Kinostart (in einigen Kinos) von Clint Eastwoods neuestem Film „Der Fall Richard Jewell“, können wir Lücken in der Clint-Eastwood-Filmographie schließen, die wir niemals wirklich schließen wollten

Servus TV, 22.05

Westwärts zieht der Wind (Paint your Wagon, USA 1969)

Regie: Joshua Logan

Drehbuch: Alan Jay Lerner, Paddy Chayefsky (Adaption)

Während des kalifornischen Goldrauschs verlieben Ben und Pardner in die hübsche Elizabeth. Die schlägt, überaus modern, eine Dreierbeziehung vor.

Ein zweieinhalbstündiges Western-Musical, das heute weitgehend vergessen ist und in Eastwood-Filmographien vor allem wegen der Vollständigkeit erwähnt wird. Kai Bliesener nennt ihn in seiner kürzlich erschienenen Clint-Eastwood-Biographie „einen belanglosen Streifen“.

Clint Eastwood urteilte ungnädiger: „Er ist ein Fiasko.“

Eine nicht enden wollende Folge von Ansichten (hauptsächlich vom Wallowa National Park in Oregon) und Auftritten (die besten Nummern sind Harve Presnells ‚They call the wind Maria‘ und Lee Marvins ‚Wand’rin‘ Star‘).“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Die deutsche Kinofassung ist um einige Minuten gekürzt.

Mit Lee Marvin, Clint Eastwood, Jean Seberg, Harve Presnell, Ray Walston

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Westwärts zieht der Wind“

Wikipedia über „Westwärts zieht der Wind“ (deutsch, englisch)

Lesetipp (meine Besprechung)

Kai Bliesener: Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften

Schüren, 2020

232 Seiten

24,90 Euro


TV-Tipp für den 1. Juni: French Connection

Mai 31, 2020

Zugegeben: „French Connection“ war erst vor einigen Tagen mein Tagestipp, aber weil Arte am Mittwoch, den 3. Juni, um 21.55 Uhr „French Connection II“ zeigt, bietet sich die vorherige Sichtung von „French Connection“ an.

Außerdem kann man so ein kleines Gene-Hackman-Festival beginnen. Morgen, am Dienstag, den 2. Juni, zeigt Kabel 1 um 23.50 Uhr nämlich Clint Eastwoods „Erbarmungslos“ (mit Gene Hackman in einer wichtigen Rolle, für die er seinen zweiten Oscar erhielt. Der erste war für)

Arte, 21.35

French Connection – Brennpunkt Brooklyn (The French Connection, USA 1971)

Regie: William Friedkin

Drehbuch: Ernest Tidyman

LV: Robin Moore: The French Connection, 1969 (Heroin Cif New York)

Die beiden Polizisten Popeye Doyle (Gene Hackman) und Buddy Russo (Roy Scheider) sind auf der Spur einer großen, aus Frankreich kommenden, Lieferung Rauschgift.

Zeitloser, hochspannender, vor Ort gedrehter Genre-Klassiker, der auf einem wahren Fall beruht.

Der Thriller erhielt unter anderem den Edgar-Allan-Poe-Award und fünf Oscars (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptrolle und Schnitt).

Mit Gene Hackman, Roy Scheider, Fernando Rey, Tony LoBianco, Marcel Bozzufi

Hinweise

Rotten Tomatoes über „French Connection“

TCM über „French Connection“

Wikipedia über „French Connection“ (deutsch, englisch)


Tv-Tipp für den 24. Mai: Für eine Handvoll Dollar/Für ein paar Dollar mehr

Mai 23, 2020

3sat, 22.00

Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari, Italien/Deutschland/Spanien 1964)

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Sergio Leone, Duccio Tessari

Musik: Ennio Morricone

Sergio Leones erster richtiger Film (davor übte er bei Monumental- und Sandalenfilmen) und gleich ein genreprägender Klassiker, der für einen TV-Schauspieler den Weg zum Weltstar ebnete.

Die Story: In einer mexikanischen Kleinstadt taucht ein Fremder ohne Namen (Clint Eastwood, der öfter als Joe angesprochen wird) auf und spielt kaltschnäuzig die das Dorf beherrschenden Gangsterbanden gegeneinander aus.

Die Story lieh Leone sich von Akira Kurosawas „Yojimbo“. Der könnte auch mal wieder gezeigt werden.

mit Clint Eastwood, Marianne Koch, Gian Maria Volonté, Sieghardt Rupp, Antonio Prieto, Wolfgang Luckschy

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Für eine Handvoll Dollar“

Wikipedia über „Für eine Handvoll Dollar“ (deutsch, englisch)

3sat, 23.40

Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollari i piu,, Italien/Deutschland/Spanien 1965 (restaurierte Fassung 2003])

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Sergio Leone, Luciano Vincenzoni

Musik: Ennio Morricone

Zwei miteinander konkurrierende Kopfgeldjäger wollen das auf einen Bankräuber ausgesetzte Kopfgeld kassieren. Dafür infiltrieren sie seine Bande und ein ziemlich blutiges Spiel mit viel Betrug, Verrat und coolen Sprüchen beginnt.

Nach dem Erfolg von „Für eine Handvoll Dollar“ hatte Sergio Leone ein paar Dollar mehr zur Verfügung, die er für seinen nächsten stilbildenden Western-Klassiker investierte.

mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger, Kurt Zips, Rosemarie Dexter

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Für ein paar Dollar mehr“

Wikipedia über „Für ein paar Dollar mehr“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino…nix

März 19, 2020

Anfang der Woche explodierte mein Briefkasten mit Absagen von Pressevorführungen und Verschiebungen von Kinostarts. Bei einigen wenigen Filmen wurde ein neues Startdatum genannt. Die meisten Filme sind allerdings ohne ein Startdatum verschoben wurde. Und ich würde im Moment hinter jedes Startdatum mindestens zwei Fragezeichen setzen.

D. h. Ich werde die nächsten Tage in aller Ruhe Besprechungen schreiben, die dann zum Filmstart online gehen. Dazu gehören unter anderem folgende Filme, die ich alle für mal mehr, mal weniger sehenswert halte:

Siberia (der neue Film von Abel Ferrara, lief auf der Berlinale und ist wirklich nur für ein sehr ausgewähltes Publikum)

Waves (verdammt sehenswerter Trip für den Trent Reznor und Atticus Ross die Soundkulisse schufen; es ist der neue Film von „It comes at Night“-Regisseur Trey Edward Shults, der so ziemlich das hundertprozentige Gegenteil von seinem vorherigen Film ist)

Der Fall Richard Jewell (auf einem wahren Fall basierendes, tolles Schauspielerkino von Clint Eastwood)

A quiet Place 2 (die Fortsetzung, über die ich wegen des Schweigelübdes nichts sagen darf)

Mulan (das nächste Schweigegelübde; ansonsten verrät schon der Trailer, dass es sich um eine farbenprächtige Disney-Realverfilmung handelt)

Jean Seberg: Against all Enemies (mit Kristen Stewart, vor allem in der ersten Hälfte gelungenes Biopic, das dann zu wenig Pop-Godard und zu viel Konvention ist)

Undine (der neue Film von Christian Petzold, lief auf der Berlinale)

Marie Curie – Elemente des Lebens (sehenswertes Biopic über die titelgebende Wissenschaftlerin, inszeniert von „Persepolis“-Regisseurin Marjane Satrapi)

Die Unbeugsamen (pointierte Doku über Frauen, die Abgeordnete des Bundestages waren, mit vielen Zeitzeuginnen)

Der letzte Mieter (Häuserkampf in Berlin, vollkommen unabhängig finanziert)

Vergiftete Wahrheit (ein Anwalt gegen DuPont; auf wahren Ereignisses basierendes Thrillerdrama mit „Hulk“ Mark Ruffalo als hartnäckig klagender Anwalt [Wussten die nicht, mit wem sie sich anlegen?])

Berlin Alexanderplatz (Alfred Döblins Roman, verlegt in die Gegenwart und frei interpretiert; was keine so gute Idee ist)

Der wunderbare Mr. Rogers (A beautiful day in the neighborhood) (wunderschön-herziges Biopic von „Can you ever forgive me?“-Regisseurin Marielle Heller über Fred Rogers, den man sich als eine deutsche Version von Peter Lustig vorstellen kann. Tom Hanks spielt die Hauptrolle.)


TV-tipp für den 31. Januar: Flucht von Alcatraz

Januar 31, 2020

BR, 22.45

Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz, USA 1979)

Regie: Don Siegel

Drehbuch: Richard Tuggle

LV: J. Campbell Bruce: Escape from Alcatraz, 1963

Frank Lee Morris plant das Unmögliche: eine Flucht von Alcatraz. Am 11. Juni 1962 gelingt dem Sträfling die Flucht; – jedenfalls verschwanden er und seinen beiden Mitflüchtlingen spurlos.

„Flucht von Alcatraz“ ist die fünfte und letzte Zusammenarbeit von Don Siegel und Clint Eastwood. Der auf einem wahren Fall beruhende, beklemmende und realistische Knastthriller wurde auf Alcatraz gedreht.

Danny Glover gibt hier in einer Nebenrolle als Häftling sein Filmdebüt.

Mit Clint Eastwood, Patrick McGoohan, Roberts Blossom, Jack Thibeau, Fred Ward, Paul Benjamin, Larry Hankin, Bruce M. Fischer, Frank Ronzio, Danny Glover

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Flucht von Alcatraz“

Wikipedia über „Flucht von Alcatraz“ (deutsch, englisch)

Roger Ebert über „Escape from Alcatraz“

Meine Besprechung von Don Siegels „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964 – Ronald Reagans letzter Film)

Meine Besprechung von Don Siegels „Der letzte Scharfschütze“ (The Shootist, USA 1976 – John Waynes letzter Film)

Kriminalakte über Don Siegel


TV-Tipp für den 30. September: Bronco Billy

September 29, 2019

Arte, 20.15

Bronco Billy (Bronco Billy, USA 1980)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Dennis Hackin

Bronco Billy McCoy tourt mit einer altmodischen Wildwestshow durch das Hinterland der USA. Als seine Assistentin ausfällt, engagiert er als Ersatz Antoinette Lily, die gerade von ihrem Mann beklaut wurde. Mit ihr scheint sich das Schicksal des eh immer am Existenzminimum vorbeischrammenden Zirkus zum Schlechteren zu wenden.

Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigte Western-Komödie, die zu Eastwoods persönlichen Werken zählt und in denen er sein Image als Westernheld hinterfragt.

mit Clint Eastwood, Sondra Locke, Geoffrey Lewis, Scatman Crothers, Bill McKinney, Sam Bottoms, Merle Haggard

Wiederholung: Freitag, 4. Oktober, 13.55 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Bronco Billy“

Wikipedia über „Bronco Billy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Juni: Sully

Juni 15, 2019

Sat.1, 20.15

Sully (Sully, USA 2016)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Todd Komarnicki

LV: Chesley Sullenberger/Jeffrey Zaslow: Highest Duty, 2009 (Man muss kein Held sein; Sully: Das Wunder vom Hudson)

Sehenswertes Biopic über Captain Chesley ‚Sully‘ Sullenberger, der am 15. Januar 2009 sein Passagierflugzeug kurz nach dem Start auf dem Hudson River notlanden musste. Die fast unmögliche Notladung gelang. Alle Passagiere konnten gerettet werden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend zeigt Sat.1 um 22.05 Uhr einen weiteren sehenswerten Tom-Hanks-Film: Steven Spielbergs ebenfalls auf Tatsachen basierender Thriller „Bridge of Spies: Der Unterhändler“ (USA 2015)

mit Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney, Mike O’Malley, Jamey Sheridan, Anna Gunn, Holt McCallany, Chris Bauer, Jane Gabbert, Ann Cusack, Molly Hagan, Patch Darragh, Michael Rapaport

Wiederholung: Montag, 17. Juni, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Sully“

Metacritic über „Sully“

Rotten Tomatoes über „Sully“

Wikipedia über „Sully“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Sully“: Gelungene Notlandung oder Totalcrash im Realitätscheck?

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Die Vorlage

Zum Filmstart erschien Chesley B. Sullenbergers Biographie mit einem neuen Titel und neuem Cover

Sully von Chesley B Sullenberger

Chesley B. Sullenberger/Jeffrey Zaslow: Sully – Das Wunder vom Hudson

(übersetzt von Michael Bayer, Norbert Juraschitz und Henning Dedekind)

Penguin Verlag, 2016

352 Seiten

10 Euro

Deutsche Erstausgabe als „Man muss kein Held sein – Auf welche Werte es im Leben ankommt“.

Originalausgabe

Highest Duty – My Search for what really matters

William Morrow, New York, 2009

Und für SNL spielte Tom Hanks wieder Sully, der überhaupt keine Probleme mit seinem Ruhm hat


Neu im Kino/Filmkritik: „Ein letzter Job“ für die alten Herren

April 25, 2019

Trend? Zufall? Clint Eastwood spielte vor einigen Monaten in „The Mule“ einen Drogenkurier. Robert Redford war vor einigen Wochen im Kino „Ein Gauner & Gentleman“. Und jetzt erledigen Michael Caine, Tom Courtenay, Jim Broadbent und Michael Gambon einen letzten Job. Tatkräftig unterstützt von den Jungspunden Ray Winstone und Paul Whitehouse, die einen 61- und einen 59-jährigen Verbrecher spielen. Sie sind Berufsverbrecher, die sich auf einer Trauerfeier wieder begegnen und in Erinnerungen schwelgen. Es sind Erinnerungen an frühere Verbrechen. Und weil sie alle eine ordentliche Aufbesserung ihres Bankkontos vertragen können, entschließen sie sich, angeführt von Brian Reader (Michael Caine), im Londoner Diamantenviertel die Schließfächer der Hatton Garden Safe Deposit zu leeren. Schon bei der Planung müssen sie, neben den üblichen Details (Alarmanlage, Videokameras, Wachleute, notwendiges Werkzeug), auch auf ihre zunehmend eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten und die regelmäßige Einnahme ihrer Medikamente achten.

Für seinen neuen Film „Ein letzter Job“ hatte der frühere Dokumentarfilmer James Marsh eine exzellente Gruppe britischer Altstars (Älteststars?), die in den vergangenen Jahrzehnten in vielen, teils im Film zitierten Klassikern mitspielten, und eine ebenso unglaubliche, wie wahre Geschichte als Vorlage.

Es ist die Geschichte vom Hatton Garden Raub, der 2015 an Ostern stattfand. Er gilt als größter Einbruch in der britischen Justizgeschichte. Die Beute betrug, je nach Schätzung, zwischen 200 Millionen Britische Pfund (erste Schätzungen) und 14 Millionen Britische Pfund (aktuellste Schätzung). Wenige Monate nach der Tat wurden die Einbrecher verhaftet und zu Haftstrafen verurteilt. Das letzte Urteil erging am 15. März 2019 gegen Michael Seed, aka Basil (Charlie Cox). Er gab Reader den Tipp zu dem Einbruch.

Schon vor dem Beginn der Dreharbeiten für „Ein letzter Job“ gab es zwei Filme, eine TV-Serie und mehrere Bücher über den Einbruch, über den selbstverständlich auch in den Medien ausführlich berichtet wurde.

Damit ist auf der Insel die Geschichte allgemein bekannt und niemand dürfte über das Ende überrascht sein.

Die Produzenten des Films sicherten sich früh die Rechte an allen Artikeln, die der langjährige „Guardian“-Kriminalreporter Duncan Campbell über das Verbrechen schrieb. Campbell unterstützte die Filmemacher auch mit weiteren Informationen und Ermittlungsprotokollen. All diese Informationen und der Verlauf der wahren Ereignisse sind nur ein großer Haufen unsortiertes Material. Eine Geschichte und ein Film wird erst daraus, wenn die Macher das Material in einer bestimmten Weise anordnen und eine Perspektive auf und eine Haltung dazu entwickeln.

Aus der wahren Geschichte macht Marsh, nach einem Drehbuch von Joe Penhall (u. a. „The Road“), eine nette, fast schon bräsig erzählte, den bekannten Mustern des Heist-Movies folgende Gaunerschnurre, die in der zweiten Hälfte (also nach dem erfolgreichen Einbruch) zu einer vom Tonfall nicht zur witzigen ersten Hälfte passendem Drama mit Noir-Anklängen wird. Denn plötzlich gibt es keine Witzeleien mehr über die körperlichen Beschwerden alter Männer, sondern ein Drama über Verbrecher, die sich misstrauen. Und gnadenlos von der Polizei verfolgt werden, die sich mit der Idee anfreunden muss, dass die alten Männer, die sie beim Einbruch auf den Überwachungskameras sehen, keine verkleideten jungen Männer, sondern wirklich alte Männer sind.

Ein letzter Job“ wirkt wie eine Kreuzung aus „Topkapi“ und „Rififi“ (in dieser Reihenfolge). Das ist durchaus unterhaltsam. Aber aus dem Material und mit den sich glänzend verstehenden Schauspielern hätte man mehr als einen harmlosen, nostalgischen Spaß machen können.

Ein letzter Job (King of Thieves, Großbritannien 2018)

Regie: James Marsh

Drehbuch: Joe Penhall

mit Michael Caine, Tom Courtenay, Jim Broadbent, Ray Winstone, Michael Gambon, Charlie Cox, Paul Whitehouse

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein letzter Job“

Metacritic über „Ein letzter Job“

Rotten Tomatoes über „Ein letzter Job“

Wikipedia über „Ein letzter Job“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Marshs David-Peace-Verfilmung „1980“ (Red Riding: In the Year of Our Lord 1980, Großbritannien 2009)

Meine Besprechung von James Marshs „Shadow Dancer“ (Shadow Dancer, Großbritannien/Irland/Frankreich 2012)

Meine Besprechung von James Marshs „Vor uns das Meer“ (The Mercy, Großbritannien 2017)


TV-Tipp für den 13. März: Ein wahres Verbrechen

März 13, 2019

Kabel 1, 20.15

Ein wahres Verbrechen (True Crime, USA 1999)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Larry Gross, Paul Brickman, Stephen Schiff

LV: Andrew Klavan: True Crime, 1995 (Ein wahres Verbrechen)

Zynischer Reporter mit familiären und beruflichen Problemen will einen zum Tode Verurteilten retten.

Solider Krimi, der Hollywoods klassische Erzähltugenden mit guten Schauspielern hochhält.

Danach zeigt Kabel 1 um 22.55 Uhr „Dirty Harry“ (Nachtwiederholung um 02.50 Uhr) und um 00.55 Uhr „Dirty Harry V – Das Todesspiel“. Das nennt man wohl einen Clint-Eastwood-Abend.

Mit Clint Eastwood, James Woods, Isaiah Washington, Denis Leary, Lisa Gay Hamilton, Bernard Hill, Diane Venora, Mary McCormack, John Finn

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein wahres Verbrechen“

Wikipedia über „Ein wahres Verbrechen“ (deutsch, englisch)

Homepage von Andrew Klavan

Cinema Blend: Interview mit Andrew Klavan (17. April 2010)

Homepage zum Film

Drehbuch „True Crime“ von Stephen Schiff

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “American Sniper” (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

 


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