Tokio-Trilogie, die Zweite: David Peace und „Tokio, besetzte Stadt“

Mai 13, 2011

Tokio, besetzte Stadt“, der zweite Band von David Peaces Tokio-Trilogie, spielt 1948 und wieder basiert der Roman auf einem wahren Verbrechen; nämlich dem Fall Hirasawa Sadamichi, der 1950 trotzt dünner Beweislage zum Tode verurteilt wurde, 1987 in der Todeszelle starb und dessen Fall immer wieder, auch noch nach seinem Tod, in zahlreichen Berufungsverfahren immer wieder neu verhandelt wurde.

Hirasawa Sadamichi war des mehrfachen Giftmordes und Diebstahls (man will ja nichts unterschlagen) angeklagt. Er sollte sich in einer Bank als Seuchenexperte ausgegeben und die anwesenden Angestellten und Kunden vergiftet haben, indem er ihnen sagte, sie müssten ein Gegengift trinken und es ihnen verabreichte. Zwölf Menschen starben, vier weitere kamen schwer vergiftet ins Krankenhaus.

Dieser Massengiftmord ist für David Peace nur der Auftakt, um ein eindrucksvolles Bild der von der Kriegsniederlage zutiefst zerrütteten japanischen Gesellschaft zu zeichnen. Dabei interessiert ihn, wie bei „Tokio im Jahr Null“, dem ersten Band der Tokio-Trilogie, nicht die Aufklärung des Verbrechens oder eine rein faktengetreue Nacherzählung der Ermittlungen. In „Tokio im Jahr Null“ war der Mörder ziemlich schnell bekannt und wir begleiteten Inspektor Minami auf der Suche nach weiteren Beweisen und in seine Psyche; naja, die Suche nach den Beweisen war für Peace der Vorwand, ganz tief in Minamis Psyche und seinen zunehmenden Wirklichkeitsverlust einzudringen.

In „Tokio, besetzte Stadt“ ist, dank zielstrebiger und wenig aufregender Ermittlungsarbeit, die vor allem nach dem Ausschlussprinzip vonstatten geht, ziemlich schnell klar, wer für die Tat in Frage kommt und, auch wenn die Beweise dünn sind, für die Morde büßen soll. Aber die Giftmorde in der Bank sind für David Peace, der selbst einige Jahre in Tokio lebte, nur die Camouflage um sich den japanischen Experimenten mit B- und C-Waffen, den Versuchen der Amerikaner nach Kriegsende in den Besitz dieser Forschungen zu kommen und wie die Japaner versuchten, dies zu verhindern, zu widmen. Hier versucht er eine Erklärung dafür zu finden, wie jemand einen solchen Massenmord begehen kann und was diese Morde für die damalige Gesellschaft bedeuteten. Gleichzeitig deutet er einen Zusammenhang zwischen dem Massengiftmord an japanischen Zivilisten in einer Bank mit entsprechenden militärischen Forschungen während des zweiten Weltkriegs an.

Das erzählt Peace, indem er die Ereignisse von zwölf verschiedenen Personen (die als „Kerzen“ einem Schriftsteller ihre Geschichte erzählen) erzählen lässt. Langsam vervollständigt sich ein Bild, das nichts mit der offiziellen Erklärung gemeinsam hat, aber trotzdem skizzenhaft und so für verschiedene Interpretationen offen bleibt.

Die Wiederholungen in den verschiedenen Geschichten sind eine Folge der gewählten Struktur, die Peace zwingt, einige Ereignisse mehrmals, aber aus verschiedenen Perspektiven, zu erzählen und weil jede Person eine andere Stimme hat, sind die einzelnen Monologe auch verschieden gut lesbar. Einige, vor allem die späteren Kerzen, sind in ihrem halluzinatorischem Ton, sogar fast unlesbar.

Aber insgesamt ist „Tokio, besetzte Stadt“ ein verstörender Einblick in die Seele eines zerrissenen Landes und, wie immer bei David Peace, ziemlich weit weg von allen Krimikonventionen.

Peter Torberg übersetzte den Roman, wie auch die anderen Romane von David Peace, kongenial. Ihm gelingt das scheinbar Unmögliche, die rhythmische Prosa von David Peace, die, was vor allem beim Vorlesen des Originals auffällt, näher am Rap als an geschriebener Prosa ist, in ein ebenso rhythmisches Deutsch zu übersetzten.


David Peace: Tokio, besetzte Stadt

(übersetzt von Peter Torberg)

Liebeskind, 2010

352 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Occupied City

Faber & Faber, London, 2009

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte

Spiegel über Hirasawa Sadamachi (Heft 21/1985)

Wikipedia über Hirasawa Sadamachi

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DVD-Kritik: David Peaces „Red Riding Trilogy“

April 23, 2010

To the North – where we do what we want!

(Auf den Norden – wo wir machen, was wir wollen!)

Das faszinierendste an dem aus den Krimis „1974“, „1977“, „1980“ und „1983“ bestehendem Red-Riding-Quartett von David Peace ist die Sprache. Es ist eine Sprache, die zu einer Hörbuchfassung einlädt, und die in direkter Opposition zu einer Verfilmung, die sich auf den Plot und die Bilder konzentriert, steht. Aber der werbefinanzierte Sender Chanel 4 hat es trotzdem gewagt und es entstand, nach den Drehbüchern von Tony Grisoni (Angst und Schrecken in Las Vegas, In this World, Tideland), eine überzeugende und eigenständige Interpretation der Romane „1974“, „1980“ und „1983“.

In „1974“ versucht der junge, ehrgeizige Journalist Edward Dunford (Andrew Garfield) herauszufinden, was in Yorkshire mit drei verschwundenen Mädchen geschah.

In „1980“ soll Peter Hunter (Paddy Considine) die Ermittlungen seiner Kollegen im Fall des Yorkshire-Rippers überprüfen.

In „1983“ soll der Anwalt John Piggott (Mark Addy) den unschuldig verurteilten, psychisch kranken Kindermörder Michael Myshkin (Daniel Mays) frei bekommen. Gleichzeitig hadert der Polizist Maurice Jobson (David Morrissey) mit seinem Gewissen. Denn er ist tief in die schmutzigen Geschäfte und verbrecherischen Ermittlungsmethoden der Yorkshire-Polizei verwickelt. Und wieder ist ein Mädchen verschwunden.

Anhand der Geschichten dieser Männer, von denen nur – neben einigen Nebencharakteren – der Polizist Maurice Jobson in allen drei Filmen auftritt, wird Yorkshire als eine Gegend porträtiert, in der die Polizei, Verbrecher und die geistlichen und weltlichen Honoratioren wie Könige herrschen und sich nur an ihre eigenen Gesetze halten. Sie tun alles, damit keine Fremden, wie Dunford und Hunter, ihre Kreise stören. Aber auch Jobson und Pigott verfangen sich in dem Netz.

Umgesetzt wurden die Geschichten von Julian Jarrold, James Marsh und Anand Tucker in ruhigen, fast schon träumerischen Bildern, die wie ein Alptraum einen Sog entwickeln und mit wenigen Aufnahmen und Accessoires ein stimmiges Porträt der Jahre 1974, 1980 und 1983 heraufbeschwören.

1974“ orientiert sich dabei vor allem am traditionellen Noir und den Paranoia-Thrillern der Siebziger, in denen Journalisten (öfters) und Detektive (seltener) eine Verschwörung aufdeckten und und den Abspann oft nicht überlebten.

1980“ ist dagegen, vor allem weil die Ermittlungen von Detective Peter Hunter und die Streitigkeiten innerhalb der Polizei im Mittelpunkt stehen, ein Polizeifilm. Selbstverständlich mit einer satten Portion Noir.

1983“ beginnt wie ein klassischer italienischer Mafiafilm und wird schnell zu einer sehr düsteren und bedrückenden Fantasie, die durch das ständige Wechseln zwischen den verschiedenen Erzählsträngen und zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu einer Allegorie auf die Zeitlosigkeit von Macht wird. Über die Jahre werden verschiedene Menschen von der Polizei mit den immergleichen Worten und Ritualen gefoltert. Die Hintergründe der Ereignisse aus den vorherigen Filmen „1974“ und „1980“ werden enthüllt. Drehbuchautor Tony Grisoni und Regisseur Anand Tucker springen, wie schon David Peace in seinem Roman, bruchlos zwischen den verschiedenen Ebenen hin und her. Die „1974“ in einen schon korrupten Boden gelegte Saat geht in „1983“ endgültig auf.

Am Ende des Noir ist das Kind gerettet und viel näher an ein konventionelles Happy End kommt der düstere Kosmos von David Peace und seinem genauem Adapteur Tony Grisoni nicht.

Die aus drei kinotauglichen Filmen bestehende „Red Riding Trilogy“ zeigt wieder einmal, auf welch hohem Standard das englische Fernsehen Geschichten erzählt. Es sind Filme für ein denkendes Publikum, das das Einschalten des Fernseher nicht als eine bedingungslose Aufforderung zum Abschalten des Gehirns verstehe.

Die Filme sind, wie die Romane von David Peace, nicht jedermanns Sache. Denn obwohl die Männer in den Verfilmungen positiver als in den Büchern gezeichnet werden, ist Yorkshire für die Männer und Frauen eine Vorhölle, aus der sie lebend nicht entkommen können. Die klaustrophisch-meditativen Interpretationen der Romane sind in jeder Hinsicht exzellent.

Das kann von dem spärlichen Bonusmaterial nicht behauptet werden. Es gibt einige geschnittene Szenen und kurze, großzügig auf „1980“ und „1983“ verteilte, weitgehend überflüssige Making-of-Interviewschnipsel. Interessant sind nur die Bemerkungen von Drehbuchautor Tony Grisoni und Regisseur Julian Jarrold.

Red Riding Trilogy (GB 2009)

Regie: Julian Jarrold, James Marsh, Anand Tucker

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: 1974, 1980, 1983

mit Andrew Garfield (Eddie Dunford), Paddy Considine (Peter Hunter), David Morrissey (Maurice Jobson), Mark Addy (John Piggott), Sean Bean (John Dawson), Jim Carter (Harold Angus), Warren Clarke (Bill Molloy), Anthony Flanagan (Barry Gannon), Rebecca Hall (Paula Garland), Sean Harris (Bob Craven), Gerard Kearns (Leonard Cole), Eddie Marsan (Jack Whitehead), Peter Mullan (Martin Laws), Maxine Peake (Helen Marshall)

Robert Sheehan (BJ), Daniel Mays (Michael Myshkin)

DVD

Kinowelt

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial:

DVD 1: Interview mit Julian Jarrold, Trailer, Geschnittene Szenen

DVD 2: Making of 1980, Trailer, Geschnittene Szenen

DVD 3: Hinter den Kulissen, Trailer, Geschnittene Szenen

Laufzeit: 102 Minuten (1974), 93 Minuten (1980), 100 Minuten (1983)

FSK: ab 16 Jahre

Die Red-Riding-Trilogie

1974 (Red Riding: In the Year of Our Lord 1974, GB 2009)

Regie: Julian Jarrold

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

1980 (Red Riding: In the Year of Our Lord 1980, GB 2009)

Regie: James Marsh

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Eighty, 2001 (1980)

1983 (Red Reding: In the Year of Our Lord 1983, GB 2009)

Regie: Anand Tucker

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peacy: Nineteen Eighty-Three, 2002 (1983)

Hinweise

Channel 4 über die „Red Riding Trilogy“

Wikipedia über die „Red Riding Trilogy“ (deutsch, englisch)

Times Online/The Sunday Times: Benji Wilson über die „Red Riding Trilogy“ (22. Februar 2009)

Independent: Gerard Gilbert über die „Red Riding Trilogy“ (4. März 2009)

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Kriminalakte über David Peace



David Peace besucht Deutschland

August 21, 2009

Terminkalender zücken.

David Peace (1974, 1977, 1980, 1983) besucht im November mit seinem neuen Buch „Tokio im Jahr Null“ (jedenfalls bei uns; denn die Originalausgabe von „Tokyo Year Zero“ erschien bereits 2007) im Gepäck Deutschland und Österreich:

Donnerstag, 5. November: Krimifestival Hamburg

Freitag, 6. November: English Theatre, Berlin

Samstag, 7. November: Posthof, Linz

Montag, 9. November: Krimibuchhandlung Glatteis, München

Mittwoch, 11. November: Literaturhaus Salzburg

Zu „Tokio im Jahr Null“ schreibt der Verlag:

Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Vor der Nachkriegskulisse Tokios, zwischen Häuserruinen und zerbombten Straßenzügen, jagt ein Polizist von zweifelhafter Identität einen eiskalten Serienmörder. Der spektakuläre Auftakt zu David Peaces lang erwarteter Tokio-Trilogie.

Tokio, 1946: die Hölle auf Erden. Die Stadt liegt in Trümmern, ebenso wie die Seelen ihrer Bewohner. Es herrschen Angst und Korruption, niemand ist der, der er zu sein vorgibt. Inmitten der Schuttberge geht ein brutaler Serienmörder um, der junge Frauen missbraucht und erdrosselt. Die Polizei verhaftet schnell einen Verdächtigen, der aber nur einen der Morde gesteht. Inspektor Minami ist gezwungen, ältere Fälle neu aufzurollen, um den Täter zur Strecke zu bringen. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch auf Minamis Schultern lastet eine schwere Schuld …


Besprechung David Peace „1983“ online

Mai 11, 2008

Meine Besprechng von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty Three, 2002) ist online in der Berliner Literaturkritik. Die ersten drei Bände des Red Riding Quartetts habe ich in der Spurensuche abgefeiert.

Wer mehr über David Peace wissen möchte (der Gute hat immer noch keine Homepage), sollte The Rap Sheet besuchen. Ali Karim hat dort heute einen längeren Text (mit einem älteren Interview) veröffentlicht. Der Anlass war dieser Artikel über David Peace im Guardian. Dort sagt Peace über James Ellroy: John Williams’s book about noir writers, Into the Badlands, was my guide, and I discovered James Ellroy. His novel White Jazz was the Sex Pistols for me. It reinvented crime writing and I realised that, if you want to write the best crime book, then you have to write better than Ellroy. Und darüber, dass er Krimiautor genannt wird: Ian Rankin has written a modern history of Edinburgh that has been a huge achievement and a fantastic body of work. If people are put off by him being called a crime writer, that is their loss. But, considering his sales, not many seem to be put off. I suppose I don’t really have that great an imagination, and there is so much from the real world that I just don’t understand. Some of that involves crime of whatever scale or form, and in that case I don’t see the point of making something up. The novel seems the perfect form to examine what has happened in real life, the things that have deeply affected ordinary people and reflected the times they lived in.


Buch- und DVD-Kritik: Die China-Miéville-Verfilmung „The City & The City“

März 6, 2019

Die Idee ist gleichzeitig faszinierend und idiotisch und innerhalb des Romans und der Verfilmung als vierteilige TV-BBC-Miniserie funktioniert sie ausgezeichnet. Denn die Städte Beszel und Ul Qoma sind zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Sie sind miteinander verfeindet. Die Bewohner der einen Stadt dürfen die Bewohner der anderen Stadt nicht sehen. Ihr ganzes Leben üben und praktizieren sie dieses Nicht-Sehen. Selbstverständlich dürfen sie auch keine Beziehungen zu einem Bewohner der anderen Stadt haben und sie dürfen die andere Stadt auch nicht betreten (Okay, hier gibt es einige wenige Ausnahmen).

Und dann gibt es noch eine alte Legende, dass neben Beszel und Ul Qoma noch eine dritte Stadt, genannt Orciny, auf dem gleichen Gebiet läge, aber die Bewohner von Beszel und Ul Ooma die Bewohner von Orciny nicht sähen.

In dem Moment fragte ich mich nicht mehr, wie es den Bewohner von Beszel und Ul Qoma gelingt, nicht ständig ineinander zu laufen und Autounfälle zu verursachen, sondern wie überbevölkert die Stadt sein muss, wenn gleichzeitig die Bewohner von drei Städten sich nicht wahrnehmen dürfen.

Aber man kann Beszel und Ul Qoma auch einfach als interpretationsoffene Metapher sehen. Schließlich übersehen und ignorieren wir täglich Menschen und Dinge.

Außerdem ist „Die Stadt & Die Stadt“ ein von China Miéville geschriebener Science-Fiction-Roman. Dass er sein Gedankenexperiment in der Gegenwart spielen lässt und die beiden Städte mehr oder weniger unpräzise nach Osteuropa verlegt (im Roman schreibt er nie, wo die Städte genau liegen, aber durch die verschiedenen Wege, wie man die Städte besuchen kann, ist das ungefähr die Lage der Städte), ändert daran nichts.

Die in schönster Hardboiled-Tradition von Kommissar Tyador Borlú (David Morrissey) erzählte Geschichte beginnt mit einer toten Frau, deren Name und Wohnort zunächst unbekannt sind. Seine Ermittlungen ergeben, dass sie Mahalia Geary heißt und in Ul Qoma als Doktorandin an einer historischen Forschungsstätte arbeitete. Die vierundzwanzigjährige, amerikanische Doktorandin glaubte an die Theorie, dass es noch die dritte Stadt Orciny gebe. Und sie versuchte sie zu beweisen. Diese Theorie verfocht Professor David Bowden in seinem im Roman weniger, im Film mehr verbotenem Buch „Zwischen der Stadt und der Stadt“. Inzwischen distanziert er sich von seinem Buch.

Aufgrund der strengen Regeln, die das Leben zwischen Beszel und Ul Qoma regeln, hätte Geary niemals, weder tot noch lebendig, in Beszel sein dürfen. Es ist ein Grenzbruch, der damit in die Zuständigkeit von Ahndung fällt. Ahndung ist eine mächtige, niemals von den Bewohnern von Beszel und Ul Qoma gesehene Polizeieinheit, die sich in und zwischen den beiden Städten bewegen darf. Ihre Aufgabe ist es Menschen, die ohne Erlaubnis die Grenze ignorieren, zu verhaften und zu bestrafen.

Aber Ahndung will den Fall nicht übernehmen. Stattdessen erhält Borlú die Erlaubnis, in Ul Qoma zu ermitteln.

Spätestens in dem Moment wissen gestandene Krimifans, dass Borlú nicht in einem einfachen Mordfall ermittelt.

Miévilles SF-Krimi räumte nach seinem Erscheinen 2009 bei den wichtigen Science-Fiction-Preisen groß ab. Er wurde mit dem Arthur C. Clarke Award, dem Hugo Award als Bester Roman, dem Locus Award als Best Fantasy Novel, dem World Fantasy Award, dem BSFA Award (der British Science Fiction Association), dem Kitschies Red Tentacle und dem deutschen Kurd-Laßwitz-Preis als bester ausländischer SF-Roman ausgezeichnet. Außerdem war er für den Nebula Award und den John W. Campbell Memorial Award nominiert.

Tom Shankland, der für „Dirk Gently“, „Ripper Street“, „The Missing“, „House of Cards“, „The Punisher“ und, aktuell, die Miniserie „Les Misérables“ Regie führte, verfilmte Miévilles Roman jetzt als vierstündige Miniserie.

Drehbuchautor Tony Grisoni schrieb bereits die Bücher für die „Red Riding“-Trilogie (basierend auf den unverfilmbaren Romanen von David Peace) und, zusammen mit Terry Gilliam, „Fear and Loathing in Las Vegas“, „Tideland“ und „The Man Who Killed Don Quixote“.

Kameramann Stephan Pehrsson hatte die Aufgabe, Miévilles Vision in Bilder zu übersetzen, die eben dieses Nicht-Sehen illustrieren. Das gelingt ihm, indem er mit der Schärfe spielt. Außerdem unterscheiden sich in beiden Orten die Farben, Architektur und Kleider. Immer wieder in einem Bild. Optisch orientiert sich die Miniserie an „Blade Runner“ und Bildern, die man aus ebenso beklemmenden Kalter-Kriegs-Filmen kennt. Die aus allen Nähten platzende Filmstadt sieht wie eine nicht genau spezifizierbare osteuropäisch-asiatische Metropole aus, in der zu viele Menschen in einem zu engem Raum miteinander auskommen müssen. Eine Außenwelt gibt es, im Gegensatz zum Roman, nicht mehr. Dass die Miniserie in Manchester und Liverpool gedreht, will man angesichts dieser Bilder nicht glauben.

Zugunsten dieser rundum überzeugenden Inszenierung wurde die Story, die gegenüber dem Roman durchaus eigene Wege beschreitet, vernachlässigt. So verfolgt man, emotional involviert wie ein Insektenforscher, die Ermittlungen und die persönliche Reise von Borlú, der auf dem Papier genug Probleme und Konflikte für mindestens zwei Serien hat. Dabei unterscheiden sich im Roman und im Film Borlús Probleme.

Am Ende ist die Miniserie „The City & The City“ ist optisch überzeugendes, emotional nie wirklich packendes SF-TV-Kino.

P. S.: in „Das Science Fiction Jahr 2010“ (herausgegeben von Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke) gibt es ein von Uwe Kramm mit China Miéville geführtes Interview zu seinem Roman „Die Stadt & Die Stadt“. Wer das Buch in die Finger bekommt, sollte das Interview lesen.

The City & The City (The City & The City, Großbritannien 2018)

Regie: Tom Shankland

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: China Miéville: The City & The City, 2009 (Die Stadt & Die Stadt)

mit David Morrissey, Mandeep Dhillon, Maria Schrader, Lara Pulver, Christian Camargo, Ron Cook, Danny Webb, Morfyod Clark, Andrea Deck, Paprika Steen, Corey Johnson

DVD

Pandastorm

Bild: 2,66:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Französisch/Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: –

Länge: 240 Minuten (4 Folgen à 60 Minuten) (2 DVD)

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

China Miéville: Die Stadt & Die Stadt

(übersetzt von Eva Bauche-Eppers)

Bastei-Lübbe, 2010

432 Seiten

7,99 Euro (E-Book)

Taschenbuch nur noch antiquarisch erhältlich.

Originalausgabe

The City & The City

Macmillan, 2009

Hinweise

BBC über „The City & The City“

Moviepilot über „The City & The City“

Rotten Tomatoes über „The City & The City“

Wikipedia über „The City & The City“ (deutsch, englisch) und China Miéville (deutsch, englisch)

Blog von China Miéville

Meine Besprechung von Tom Shanklands „The Fades“ (The Fades, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Tom Shanklands „Ripper Street – Staffel 1“ (Ripper Street, Großbritannien 2012)


Die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2014

Dezember 18, 2014

Also dann, die Jahresbestenliste der KrimiZeit, für die nur Bücher genannt werden konnten, die bereits auf einer der monatlichen Bestenlisten waren:
1 James Lee Burke: Regengötter
2 Liza Cody: Lady Bag
3 Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht
4 Mike Nicol: Black Heart
5 Franz Dobler: Ein Bulle im Zug
6 Tom Hillenbrand: Drohnenland
7 Orkun Ertener: Lebt
8 David Peace: GB84
9 Sascha Arango: Die Wahrheit und andere Lügen
10 Karim Miské: Entfliehen kannst Du nie

Sollte mich auch an meine Bestenlisten setzen…

P. S.: Im März erscheint bei Pendragon „Sturm über New Orleans – Ein Dave-Robicheaux-Krimi“ (The Tin Roof Blowdown) von James Lee Burke, der nach dem Hurrikan Katrina spielt.

Sowieso liest sich das Frühlingsprogramm von Pendragon sehr vielversprechend, unter anderem mit zwei Jesse-Stone-Krimis von Robert B. Parker und einem Roman von Horst Vocks, dem Autor von „Duisburg-Ruhrort“ (Schimanski!).


TV-Tipp für den 10. Juni: The Damned United – Der ewige Gegner

Juni 10, 2014

Pro7 Maxx, 20.15
The Damned United – Der ewige Gegner (Großbritannien/USA 2009, Regie: Tom Hooper)
Drehbuch: Peter Morgan
LV: David Peace: The Damned United, 2006 (Damned United)
Ein grandioser Fußball-Film. Auch für Nicht-Fußballfans. Was nicht verwundert, denn das Drehbuch ist von Peter Morgan, der auch die Bücher für „Rush“ und „Frost/Nixon“ und „Die Queen“ schrieb. Regie führte Tom Hooper, der danach „The King’s Speech“, für den er den Regie-Oscar erhielt, inszenierte.
„The Damned United“ ist vor allem ein mitreisendes Porträt von Brian Clough, einem großmäuligem Fußballtrainer, der 1974 für 44 Tage Trainer des erfolgreichen Erstligavereins Leeds United war und der sich überhaupt nicht mit der Mannschaft und dem Vorstand verstand. In Rückblenden erfahren wir, wie Clough zusammen mit Peter Taylor aus einem gegen den Abstieg in die dritte Liga kämpfendem Provinzclub Derby County innerhalb weniger Jahre einen Erstligaclub machte, der den Titel gewann, und wie er dabei seine Feindschaft zu dem Leeds-United-Trainer pflegte.
mit Michael Sheen, Colm Meaney, Timothy Spall, Stephen Graham, Joseph Dempsie, Brian McCardie, Jim Broadbent, Henry Goodman

Der Roman erschien als Taschenbuch bei Heyne Hardcore

Peace - Damned United - 4

David Peace: Damned United
(übersetzt von Thomas Lötz)
Heyne, 2011
512 Seiten
9,99 Euro

Außerdem erschien vor einigen Tagen David Peaces Chronik des Bergarbeiterstreiks von 1984 und wie die Thatcher-Regierung mit allen, auch illegalen Mitteln gegen die Streikenden kämpfte.

Peace - GB84 - 4

David Peace: GB84
(übersetzt von Peter Torberg)
Liebeskind, 2014
544 Seiten
24,80 Euro

Originalausgabe
GB84
Faber and Faber, 2004

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Damned United“

Wikipedia über „The Damned United“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte

 


Die KrimiZeit-Bestenliste Mai 2014

April 30, 2014

Weil der 1. Mai der erste Donnerstag im Monat, aber ein Feiertag ist, erscheint die KrimiZeit-Bestenliste im Mai schon im April und diesen Werken wünschen die Damen und Herren Krimikritiker viele Leser:
1 (2) Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht
2 (-) Ross Thomas: Fette Ernte
3 (-) Dominique Manotti: Ausbruch
4 (10) Mukoma wa Ngugi: Nairobi Heat
5 (-) Leonardo Padura: Ketzer
6 (8) Karim Miské: Entfliehen kannst Du nie
7 (7) Urban Waite: Wüste der Toten
8 (1) David Peace: GB84
9 (3) Daniel Woodrell: In Almas Augen
10 (-) Jonathan Woods: Die Tote von San Miguel

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Etliche Romane stehen auf meiner Zu-Lesen-Liste. Außerdem sind da der neue Jack-Reacher-Roman „Wespennest“ von Lee Chld, Carl Hiaasens „Affentheater“, Sascha Arangos „Die Wahrheit und andere Lügen“ (schon seine Drehbücher haben mir gefallen), Jörg Juretzkas neuer Kryszinski „Taxibar“, Robert Hültners Irgendwie-True-Crime-Buch „Tödliches Bayern“ und der am 17. Mai erscheinende neue Sean-Duffy-Krimi „Die Sirenen von Belfast“ von Adrian McKinty.
Da ist das Wochenende auch ohne Darwyn Cookes neuer Richard-Stark-Comic-Bearbeitung „Das Syndikat“ (mit Parker) mehr als verplant.

 


Die KrimiZeit-Bestenliste April 2014

April 3, 2014

Für den April empfehlen die Damen und Herren von KrimiZeit-Bestenliste, neben der Ostereiersuche, diese Kriminalromane:
1 (1) David Peace: GB84
2 (-) Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht
3 (5) Daniel Woodrell: In Almas Augen
4 (2) Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees
5 (-) Sascha Arango: Die Wahrheit und andere Lügen
6 (-) Adam Sternbergh: Spademan
7 (-) Urban Waite: Wüste der Toten
8 (10) Karim Miské: Entfliehen kannst Du nie
9 (8) Uta-Maria Heim: Wem sonst als Dir.
10 (-) Mukoma wa Ngugi: Nairobi Heat

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


Die KrimiZeit-Bestenliste März 2014

März 6, 2014

Winter vorbei, Karneval überlebt (was in Berlin kein Problem war), KrimiZeit-Bestenliste für den März erhalten:

1 (-) David Peace: GB84

2 (7) Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees

3 (3) Jesper Stein: Unruhe

4 (6) Zoë Beck: Brixton Hill

5 (-) Daniel Woodrell: In Almas Augen

6 (8) Dennis Lehane: In der Nacht

7 (5) Martin Cruz Smith: Tatjana

8 (10) Uta-Maria Heim: Wem sonst als Dir.

9 (4) Friedrich Ani: M

10 (-) Karim Miské: Entfliehen kannst Du nie

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


TV-Tipp für den 10. Oktober: Yorkshire Killer 1983

Oktober 10, 2013

3sat, 22.25

Red Riding – Yorkshire Killer: 1983 (GB 2009, R.: Anand Tucker)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Eighty-Three, 2002 (1983)

Anwalt John Piggott soll den unschuldig verurteilten, psychisch kranken Kindermörder Michael Myshkin frei bekommen. Gleichzeitig hadert der Polizist Maurice Jobson mit seinem Gewissen. Denn er ist tief in die schmutzigen Geschäfte und verbrecherischen Ermittlungsmethoden der Yorkshire-Polizei verwickelt. Und wieder ist ein Mädchen verschwunden.

Grandioser Abschluss der Verfilmung von David Peaces Red-Riding-Romanen.

Mit Mark Addy, Daniel Mays, David Morrissey, Lisa Howard, Chris Walker, Shaun Dooley, Jim Carter, Warren Clarke, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Oktober: Yorkshire Killer 1980

Oktober 9, 2013

3sat, 22.25

Red Riding: Yorkshire Killer 1980 (GB 2009, R.: James Marsh)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Eighty, 2001 (1980)

Yorkshire, 1980: Der Yorkshire Killer ist immer noch nicht geschnappt. Jetzt soll der von außen kommende Sonderermittler Peter Hunter sich noch einmal die Akten ansehen und den Ermittlungen einen neuen Drive verpassen. Dummerweise ist Hunter kein Blödkopf und er entdeckt einige Fehler in den Akten.

Der Mittelteil der grandiosen Red-Riding-Trilogie ist ein noirischer Polizeifilm. Grisoni gelang in seinen Büchern für die TV-Miniserie (Yep, die Filme entstanden für das Fernsehen.) die beim Lesen unverfilmbar erscheinenden Bücher kongenial in ein anderes Medium zu übertragen.

Morgen zeigt 3sat um 22.25 Uhr den dritten und letzten Teil „Red Riding: Yorkshire Killer 1983“.

Mit Paddy Considine, Warren Clarke, James Fox, David Calder, David Morrissey

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces “Tokio, besetzte Stadt” (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Oktober: Yorkshire Killer 1974

Oktober 8, 2013

3sat, 22.25

Red Riding: Yorkshire Killer 1974 (GB 2009, R.: Julian Jarrold)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

Yorkshire, 1974: Der ehrgeizige Lokaljournalist Eddie Dunford recherchiert im Fall eines verschwundenen Mädchens. Er entdeckt Parallelen zu ähnlichen Fällen.

Auftakt der grandiosen, aus drei Filmen bestehenden Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Den zweiten Film, “1980″, zeigt 3sat am Mittwoch um 22.25 Uhr und den Abschluss, “1983″, gibt es am Donnerstag um 22.25 Uhr.

Mit Andrew Garfield, Eddie Marsan, John Henshaw, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces “Tokio, besetzte Stadt” (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. Oktober: Yorkshire Killer 1983

Oktober 22, 2012

Arte, 21.30

Red Riding – Yorkshire Killer: 1983 (GB 2009, R.: Anand Tucker)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peacy: Nineteen Eighty-Three, 2002 (1983)

Anwalt John Piggott soll den unschuldig verurteilten, psychisch kranken Kindermörder Michael Myshkin frei bekommen. Gleichzeitig hadert der Polizist Maurice Jobson mit seinem Gewissen. Denn er ist tief in die schmutzigen Geschäfte und verbrecherischen Ermittlungsmethoden der Yorkshire-Polizei verwickelt. Und wieder ist ein Mädchen verschwunden.

Grandioser Abschluss der Verfilmung von David Peaces Red-Riding-Romanen.

Mit Mark Addy, Daniel Mays, David Morrissey, Lisa Howard, Chris Walker, Shaun Dooley, Jim Carter, Warren Clarke, Sean Bean

Wiederholung: Samstag, 27. Oktober, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. März: Yorkshire Killer 1974

März 14, 2012

SWR, 23.00

Red Riding: Yorkshire Killer 1974 (GB 2009, R.: Julian Jarrold)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

Yorkshire, 1974: Der ehrgeizige Lokaljournalist Eddie Dunford recherchiert im Fall eines verschwundenen Mädchens. Er entdeckt Parallelen zu ähnlichen Fällen.

Auftakt der grandiosen, aus drei Filmen bestehenden Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Den zweiten Film, “1980″, zeigt der SWR in einer Woche um 23.00 Uhr und den Abschluss, “1983″, gibt es in zwei Wochen.

Mit Andrew Garfield, Eddie Marsan, John Henshaw, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces “Tokio, besetzte Stadt” (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


Kleinkram: Scribe Award verliehen, „Skandalfilme“ und Interviews

Juli 24, 2011

Auf der Comic-Con in San Diego wurden die diesjährigen Scribe Awards der International Association of Media Tie-In Writers (IAMTV; also der Autoren, die „Das Buch zum Film“ oder neue Geschichten mit bekannten Film- und Seriencharakteren schreiben) verliehen. Lee Goldberg (der Autor der tollen „Monk“-Romane) kennt die Gewinner:

Author Peter David was honored as this year’s Grandmaster, and engaged in a lively discussion about his career, and tie-in writing, at the ceremony, which was hosted by Max Allan Colins and drew a packed house.

Nancy Holder won the award for best original novel in the general fiction category for Saving Grace: Tough Love.  The honors for best original novel in speculative fiction went to Nathan Long for Warhammer: Bloodborn: Ulrika the Vampire. This is the second time Long has won a Scribe for his work in the Warhammer franchise.

The Wolfman by Jonathan Maberry snagged the Best Adaptation/Novelization award while  Nathan Meyer won for Best Novel, Original or Adapted, in the Young Adult category with Dungeons and Dragons: Aldwyns Academy. 

Bei Heise gibt es ein Interview mit Stefan Volk über sein Buch „Skandalfilme“.

Der Africa Book Club unterhält sich mit Roger Smith (und ich sollte mal sein neuestes Werk „Staubige Hölle“ lesen. Sein Debüt „Kap der Finsternis“ hat mir ja gefallen.)

Matt Hilton beantwortet in den „Mean Streets“ einige Fragen. Seine Bücher erscheinen bei Heyne.

Und „Crime Always Pays“ stellt David Peace (zuletzt „Tokio, besetzte Stadt“)einige Fragen.


TV-Tipp für den 30. Mai: Red Riding – Yorkshire Killer: 1983

Mai 30, 2011

HR, 23.30

Red Riding – Yorkshire Killer: 1983 (GB 2009, R.: Anand Tucker)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peacy: Nineteen Eighty-Three, 2002 (1983)

Anwalt John Piggott soll den unschuldig verurteilten, psychisch kranken Kindermörder Michael Myshkin frei bekommen. Gleichzeitig hadert der Polizist Maurice Jobson mit seinem Gewissen. Denn er ist tief in die schmutzigen Geschäfte und verbrecherischen Ermittlungsmethoden der Yorkshire-Polizei verwickelt. Und wieder ist ein Mädchen verschwunden.

Grandioser Abschluss der Verfilmung von David Peaces Red-Riding-Romanen.

Mit Mark Addy, Daniel Mays, David Morrissey, Lisa Howard, Chris Walker, Shaun Dooley, Jim Carter, Warren Clarke, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Mai: Red Riding: Yorkshire Killer 1974

Mai 16, 2011

HR, 23.30

Red Riding: Yorkshire Killer 1974 (GB 2009, R.: Julian Jarrold)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

Yorkshire, 1974: Der ehrgeizige Lokaljournalist Eddie Dunford recherchiert im Fall eines verschwundenen Mädchens. Er entdeckt Parallelen zu ähnlichen Fällen.

Auftakt der grandiosen, aus drei Filmen bestehenden Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Den zweiten Film, „1980“, zeigt der HR in einer Woche um 23.30 Uhr und den Abschluss, „1983“, gibt es in zwei Wochen um 23.30 Uhr.

Mit Andrew Garfield, Eddie Marsan, John Henshaw, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


Die zehn besten Krimis von 2010?

Januar 29, 2011

Die Jahresbestenliste 2010 der KrimiWelt-Juroren bietet, weil die besten Krimis des Jahres aus den Krimis ausgewählt werden, die bereits auf einer der monatlichen Bestenlisten waren, keine großen Überraschungen:

1 Don Winslow: Tage der Toten

2 Richard Price: Cash

3 Dominique Manotti: Letzte Schicht

4 Pete Dexter: God’s Pocket

5 James Ellroy: Blut will fließen

6 Josh Bazell: Schneller als der Tod

7 David Peace: Tokio, besetzte Stadt

8 Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

9 Roger Smith: Blutiges Erwachen

10 Thomas Willmann: Das finstere Tal

Hm, das erinnert mich daran, dass einige Bücher noch auf meinem Zu-lesen-Stapel liegen – und ich meine Abendplanung (weniger Filme, weniger Außer-Haus-Termine, mehr Couch- und Lesesesselsitzungen bei abgestelltem Telefon) dringend überdenken sollte.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Januar 19, 2011

Selbstverständlich sind meine TV-Krimi-Buch-Tipps schon einige Tage online bei den Alligatorpapieren:

Patrica-Highsmith-Fans dürfen sich auf mehrere Verfilmungen ihrer Werke freuen: nämlich Claude Chabrols „Der Schrei der Eule“, Roger Spottiswoodes „Mr. Ripley und die Kunst des Tötens“, Michel Devilles „Stille Wasser“, René Clements „Nur die Sonne war Zeuge“, Jamie Thraves‘ „Der Schrei der Eule“ (als TV-Premiere) und Claude Autant-Laras „Der Mörder“. Da fehlt nur noch der Fremde im Zug.
Außerdem sehenswert sind Raoul Walshs W.-R.-Burnett-Verfilmung „Vogelfrei“, Martin Scorseses Nicholas-Pileggi-Verfilmung „GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“, Jean-Luc Godards „Lemmy Caution gegen Alpha 60“, Alfred Hitchcocks Francis-Iles-Verfilmung „Verdacht“, Lars Beckers „Nachtschicht: Ein Mord zu viel“ (als TV-Premiere) und „Nachtschicht: Wir sind die Polizei“, Michael Whytes Lynda-La-Plante-Verfilmung „Der Preis des Verbrechens: Vorm Abgrund“, Claude Millers John-Wainwright-Verfilmung „Das Verhör“, Jules Dassins Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“ und Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“.
Und dann gibt es noch, jeweils als TV-Premiere, „Yorkshire Killer 1983“, den grandiosen Abschluss der auf den Romanen von David Peace basierenden Red-Riding-Verfilmungen, und den ersten Teil der TV-Version von Stieg Larssons „Verblendung“.


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