R. i. P. Elmore Leonard

August 20, 2013

Eben via Variety erfahren:

Elmore Leonard ist gestorben.

Der am 11. Oktober 1925 geborene Krimiautor hatte letzten Monat einen Herzanfall und war auf dem Weg der Genesung. Er starb um 7.15 Uhr zu Hause im Kreis seiner Familie.

Demnächst wird es etliche Nachrufe geben.

Davon abgesehen bleibt uns sein umfangreiches Werk.

Weitere Informationen über Elmore Leonard in der Kriminalakte (allein die Menge der von mir über ihn geschriebenen Beiträge zeigt, wie sehr ich ihn bewunderte) und auf seiner Homepage.

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Elmore Leonard ist „Goppa“ – und „Freaky Deaky“

September 26, 2012

Dieses schöne Video, das schon seit November 2010 online ist habe ich eben erst entdeckt.

Was soll ich sagen: viele O-Töne von Elmore Leonard himself, viele O-Töne von seiner großen Familie und viele alte Fotos.

Alles weitere steht ja auch bei  YouTube:

GOPPA is a glimpse into the life of famed crime novelist Elmore Leonard as told by his family. Produced by grandson Tim Leonard, the film was premiered at the first annual Elmore Leonard Literary Arts and Film Festival held in Birmingham, Michigan in November 2010. Zerosun assisted in post-production of the film and attended the event.

Und es gibt einige Bilder aus der neuen Elmore-Leonard-Verfilmung „Freaky Deaky

Sieht vielversprechend aus.


Übersetzen? Elmore Leonard: Raylan

September 17, 2012

Raylan Givens ist ein Charakter von Elmore Leonard, der in den beiden in Florida spielenden Romanen „Jede Wette“ (Pronto, 1993) und „Volles Risiko“ (Riding the Rap, 1995) und der Novelle „Fire in the Hole“ (2001) auftrat.

Raylan Givens ist der Held der grandiosen US-Krimiserie „Justified“, die in den USA demnächst in die vierte Staffel geht, während bei uns derzeit bei Kabel 1 die zweite Staffel so wenige Zuschauer hat, dass ich nicht auf eine vollständige Ausstrahlung der zweiten Staffel wetten würde.

Raylan“ heißt der neue Roman von Elmore Leonard, in dem U. S. Marshal Raylan Givens in Harlan County, Kentucky, Bösewichter jagt. Dabei liest sich „Raylan“ weniger wie ein Roman, sondern wie drei Episoden für „Justified“: eine sehr gelungene Einzelepisode und eine sehr locker miteinander verknüpfte, durchwachsene Doppelfolge. Leonard selbst sagt in Interviews, er habe „Raylan“ geschrieben, um den Machern der TV-Serie einige Ideen zu liefern, aus denen sie dann machen könnten, was sie wollten. Die echten „Justified“-Fans werden auch einige Verbindungen zwischen Leonards Roman und der Serie entdecken.

Dass man beim Lesen immer das „Justified“-Ensemble und die Optik der TV-Serie vor seinem geistigen Auge hat, ist kein Nachteil. Immerhin treten etliche aus der TV-Serie bekannte Charaktere auf und Raylan Givens muss sich mit mehr oder weniger sympathischen weiblichen Bösewichter herumschlagen. Es sind eine Krankenschwester, die mit dem Herausoperieren von Nieren außerhalb des OP-Raums und ohne Einverständnis des Spenders ein lukratives, aber auch sehr illegales Geschäftsmodell entdeckte (das ist die erste und auch beste Geschichte); eine Vertreterin einer Minenfirma, die auch mal gerne eine Pistole in die Hand nimmt und jemand erschießt; und eine Pokerspielerin mit den falschen Freunden.

Elmore Leonard sorgt also für viel Spaß in Harlan County und Raylan Givens, der, nicht nur wegen seines Hutes, wie ein Überbleibsel aus dem Wilden Westen wirkt, darf auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. Wenn Worte nicht helfen. Denn zuerst redet er.

Raylan“ ist ein oft skizzenhafter, episodenhafter Roman von Elmore Leonard, der nach der ersten Geschichte auch etwas vor sich hin plätschert. Aber nach dem enttäuschenden „Road Dogs“ und dem komplett vermurksten „Djibouti“ ist „Raylan“ wieder ein Elmore-Leonard-Werk, das eben jene Elemente hat, für die ihn seine Fans lieben: eindrucksvolle Charaktere und grandiose Dialoge. Dass dabei der Plot, mal wieder, vernachlässigt wird, ist für langjährige Elmore-Leonard-Fans keine Neuigkeit.

Die deutsche Übersetzung ist für Januar 2013 bei Suhrkamp angekündigt.

Elmore Leonard: Raylan

William Morrow, New York 2012

272 Seiten

26,99 US-Dollar (derzeit bei Amazon 20,90 Euro)

Hinweise

Homepage zur Serie

Kabel 1 über “Justified”

Wikipedia über „Justified“ (deutsch, englisch)

Meine Ankündigung von „Justified“ (Staffel 2)

Christian Science Monitor: Interview mit Elmore Leonard (18. Januar 2012)

Wall Street Journal: Interview mit Elmore Leonard über „Raylan“ und „Justified“ (13. Januar 2012)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


„Sparks“ – ein Kurzfilm nach einer Geschichte von Elmore Leonard

Juni 6, 2012

Sparks“ (USA 2009) ist ein von Schauspieler Joseph Gordon-Levitt (Killshot, Inception, 50/50) geschriebener und gedrehter Kurzfilm mit Carla Gugino, Eric Stoltz und Xander Berkeley. Gordon-Levitts Regiedebüt basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Elmore Leonard, die zuerst in dem von Otto Penzler herausgeben Sammelband „Murder and Obsession“ (1999) und später in „When the Women come out to dance“ (2002), einem Sammelband mit neun Elmore-Leonard-Kurzgeschichten in dem auch „Fire in the Hole“, die Geschichte, die die tolle TV-Serie „Justified“ mit Timothy Olyphant als US Marshal Raylan Givens inspirierte, erschien.

Obwohl Gordon-Levitt die Dialoge (so meine Erinnerung, die ich schnell mit einem Blick in die Kurzgeschichte überprüfte) getreulich von Elmore Leonard übernahm, funktioniert der Kurzfilm besser als leicht experimentelles Experiment.


Elmore Leonard langweilt in „Dschibuti“

Oktober 9, 2011

Als eine seiner vielleicht letzten Taten hat der insolvente Eichborn-Verlag (denn der Insolvenzantrag soll eine Sanierung ermöglichen) jetzt die Übersetzung von Elmore Leonards Roman „Dschibuti“ ausgeliefert und von der Covergestaltung erinnert Leonards neuester Krimi „Dschibuti“ an seinen vorherigen „Road Dogs“. Inhaltlich leider auch. „Road Dogs“ war eine mehr als durchwachsene Wiederbegegnung mit dem charmanten Bankräuber Jack Foley, den die meisten inzwischen sicher aus Steven Soderberghs fantastischer Thrillerkomödie „Out of Sight“ mit George Clooney in der Hauptrolle kennen. „Dschibuti“ liest sich wie eine ganz schlechte Elmore-Leonard-Parodie.

Die erste Hälfte ist fast unlesbar, weil Leonard, der schon immer seine Charaktere gerne über ihre Taten reden ließ, auf die bescheuerte Idee verfiel, die Dokumentarfilmerin Dara Barr und ihren Freund Xavier LeBo in einem Hotelzimmer einzusperren. Dort sichten sie die von ihnen in den vergangenen Wochen gemachten Aufnahmen für eine Reportage über die derzeitige Piraterie am Golf von Aden und dem Horn von Afrika. Dabei reden sie über die Ereignisse, die sie sich gerade ansehen und ob sie das Material als Dokumentarfilm schneiden oder als Filmidee an Hollywood verkaufen sollen. Das kann mit viel Wohlwollen als zähe Meditation über die Realität in den Medien und über die Prinzipien des filmischen Erzählens gelesen werden.

In der zweiten Hälfte ist ein zum Islamismus und Terrorismus konvertierten Amerikaner, der jeden, der seinen echten Namen kennt, umbringt, und außerdem ein Attentat plant, die die Geschichte bestimmende Kraft. Diese Jagd nach einem Serienmörder sorgt dann für etwas Krimispannung, ohne das Buch zu retten. Denn die zweite Hälfte hat mit der ersten eigentlich nichts zu tun und der Terrorist ist wahrscheinlich Elmore Leonards langweiligster Charakter. Das mag auch daran liegen, dass Elmore Leonard kein Interesse an einer Serienkiller- oder einer Post-9/11-Terroristenjagd hatte. Denn seine Krimis sind mehr oder weniger gut getarnte Western, in denen Gangster und Polizisten gegeneinander antreten und es, für einen Hardboiled-Kriminalroman, oft erstaunlich wenige Leichen gibt. Diese Verbrecherwelt hat aber nichts mit Serienkillern und Terroristen zu tun.

In den USA ist für Ende Januar 2012 bereits ein neuer Roman von Elmore Leonard angekündigt. „Raylan“ heißt er, Deputy US Marshal Raylan Givens ist der Held und anscheinend besteht das Buch aus drei neuen, kürzeren Geschichten, in denen Raylan Givens Ärger mit drei verschiedenen Frauen hat. Beim amerikanischem Publikum ist Raylan Givens inzwischen auch wegen der erfolgreichen TV-Serie „Justified“ (Uh, wann läuft die endlich bei uns an?) bekannt.

Elmore Leonard: Dschibuti

(übersetzt von Conny Lösch)

Eichborn, 2011

320 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Djibouti

William Morrow, New York, 2010

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


Elmore Leonard liest „Freaky Deaky“

März 25, 2011

Elmore Leonard liest am 5. Dezember 2010 den Anfang seines 1988er Romans „Freaky Deaky“ vor.


Hat Elmore Leonard seinen Touch verloren?

März 24, 2011

Road Dogs“, Elmore Leonards vorletzter Roman, liest sich über weite Strecken wie das Werk eines Nachahmers: da werden etliche Charaktere aus Leonards grandioser Florida-Phase (als er im Sunshine State lebte und endlich allgemein anerkannt wurde) reanimiert. Mal nur in einem Nebensatz, mal als Hauptcharaktere. Für die Nicht-Leonard-Hardcore-Fans ist dabei Jack Foley, der sympathische Bankräuber aus „Out of sight“ (verkörpert in der gleichnamigen Verfilmung von George Clooney und, so Leonard in einem Interview, auch das Vorbild für den „Road Dogs“-Foley), der bekannteste Charakter. Cundo Rey aus „La Brava“ und Dawn Navarro aus „Riding the Rap“ (Volles Risiko) sind unbekannter.

Aber im Gegensatz zu den früheren Büchern von Elmore Leonard bleiben dieses Mal alle Charaktere blass. Es gibt kaum Situationen, in denen sich ihr Charakter wirklich zeigt und auch die Dialoge sind langweilig. Da ist nichts mehr zu spüren von der typischen Leonard-Brillanz und Coolness.

So fällt – denn Leonard konnte mit seinen knochentrockenen Dialogen über alle Plotlöcher hinwegtäuschen – der absolut vorhersehbare und altbackene Plot von „Road Dogs“ umso mehr auf und der geht so:

Im Knast befreunden sich Foley und der stinkreiche kubanische Gangster Cundo Rey. Rey engagiert eine Anwältin und der gelingt es, Foleys Strafe drastisch zu reduzieren. Draußen soll Foley sich um Reys Freundin Dawn Navarro kümmern. Die ist, als Femme Fatale, gar nicht so brav wie ihr Göttergatte meint und springt auch gleich mit Foley ins Bett und macht ihm das wenig überraschende Angebot, mit der Kohle von Rey abzuhauen. Foley zögert. Immerhin gibt es doch so etwas wie Ganovenehre.

Außerdem wird er von dem FBI-Agenten Lou Adams beobachtet. Der will den Serienbankräuber jetzt endgültig in den Knast bringen. Aber er ist, im Vergleich zu den anderen Leonard-Polizisten einfach nur ein rechthaberischer, geltungssüchtiger Winzling, der gottseidank ziemlich schnell zu einem Teil der vernachlässigbaren Kulisse wird.

Die einzige Überraschung bei diesem Liebesdreieck ist, dass Foley sich mit Dawn Navarro als Hellseher versucht und er sich gleich in seine erste Kundin, die Hollywood-Schauspielerin Danialle Karmanos, verliebt. Die verfällt dem supersympathischen Bankräuber ebenfalls sofort und so plätschert „Road Dogs“ auf sein ziemlich vorhersehbares Ende hin.

Wer jetzt glaubt, dass „Road Dogs“ ein Fehltritt war, wird durch „Djibouti“ eines besseren belehrt. Denn sein neuester Roman liest sich wie eine ganz schlechte Elmore-Leonard-Parodie.

Die erste Hälfte ist fast unlesbar, weil Leonard auf die bescheuerte Idee verfiel, die Dokumentarfilmerin Dara Barr und ihren Freund Xavier LeBo in einem Hotelzimmer einzusperren. Dort sichten sie die von ihnen in den vergangenen Wochen gemachten Aufnahmen für eine Reportage über die derzeitige Piraterie am Golf von Aden und dem Horn von Afrika. Dabei reden sie über die Ereignisse, die sie sich gerade ansehen und ob sie das Material als Dokumentarfilm schneiden oder als Filmidee an Hollywood verkaufen sollen. Das kann mit viel Wohlwollen als Meditation über die Realität in den Medien und über die Prinzipien des filmischen Erzählens gelesen werden.

In der zweiten Hälfte ist ein zum Islamismus und Terrorismus konvertierten Amerikaner, der jeden, der seinen echten Namen kennt, umbringt, und außerdem ein Attentat plant, die die Geschichte bestimmende Kraft. Diese Jagd nach einem Serienmörder sorgt dann für etwas Krimispannung, ohne das Buch zu retten. Denn die zweite Hälfte hat mit der ersten eigentlich nichts zu tun und der Terrorist ist wahrscheinlich der langweiligste Leonard-Charakter. Das mag auch daran liegen, dass Elmore Leonard kein Interesse an einer Serienkillerjagd oder einer Post-9/11-Terroristenjagd hatte. Denn seine Krimis sind mehr oder weniger gut getarnte Western, in denen Gangster und Polizisten gegeneinander antreten und es oft, für einen Hardboiled-Kriminalroman, erstaunlich wenige Leichen gibt.

Elmore Leonard: Road Dogs

(übersetzt von Conny Lösch und Kirsten Riesselmann)

Eichborn, 2011

304 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Road Dogs

William Morrow, 2009

Elmore Leonard: Djibouti

William Morrow, 2010

288 Seiten

19 Euro (bei Amazon)

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Eichborn: Karsten Kredel, Programmleiter Literatur bei Eichborn, über „Road Dogs“

Frankfurter Rundschau: Interview mit Elmore Leonard (5. Dezember 2010)


Elmore Leonard liest „When the Women come out to dance“ vor

März 23, 2011

Elmore Leonard las am 5. Dezember 2010 seine Kurzgeschichte „When the Women come out to dance“ an der Butler University, Indianapolis, vor. Sie erschien 2002 in dem gleichnamigem, bislang nicht übersetztem Kurzgeschichtensammelband.


Zehn Fragen an Elmore Leonard

März 12, 2011

Elmore Leonard beantwortet zehn Fragen von Time-Lesern.


Elmore Leonard über seinen neuen Roman

Oktober 5, 2010

In den USA erscheint demnächst „Djibouti“, der neue Roman von Elmore Leonard. Alle weiteren sachdienlichen Informationen in diesem Clip:


Kleinkram mit Elmore Leonard, Lawrence Block, Lee Child, Agatha Christie, John Wayne – und drei Drehbücher

Juni 10, 2009

Bei Barnes & Noble gibt es ein langes Interview mit Elmore Leonard über seine Anfänge, das Schreiben, sein neues Buch „Doad Dogs“, das Buch, das er gerade schreibt (wieder mit Karen Sisco), über andere Autoren und warum es kein weiteres Buch mit Ernest Stickley gibt:

I couldn’t bring back one of my favorite characters, Stick, because Burt Reynolds played him, and if I think of Burt Reynolds as Stick, it won’t work. [LAUGHS]

Pulp International präsentiert die Covers der von Lawrence Block als Sheldon Lord geschriebenen Sex-Novellen.

Hm, die japanischen Poster für den ersten James-Bond-Film „Dr. No“ sind auch nicht schlecht.

Doch zurück zu Lawrence Block. Ein Fan hat bei GoogleMaps die für Matt Scudder wichtigen Orte eingetragen. Ist etwas für den nächsten Manhattan-Besuch.

Bleiben wir in New York:  Lee Child schreibt über einen Mann, der eine Bar betritt…

(Die deutsche Ausgabe von „The hard way“ erscheint unter dem sehr deutschen Titel „Way out“ am 24. August bei Blanvalet. Jack Reachers zehntes Abenteuer beginnt in einem Café in NYC.)

Hier gibt’s einige Infos zu den zwei neuen Hercule-Poirot-Geschichten von Agatha Christie. Die Geschichten werden in England am 3. September in dem Band „Secret Notebooks: Fifty Years of Mysteries in the Making“ veröffentlicht.

Bei The Tainted Archive gibt es einen Podcast über John Wayne. Der nächste soll über die Western von und mit Clint Eastwood sein.

Und bei Scribd (Jaha, Anmeldung erforderlich) gibt es die Drehbücher zu drei Klassikern aus den Sechzigern:

Walon Green, Sam Peckinpah: The Wild Bunch (Fassung vom 12. Februar 1968 – Na, zu diesem Western muss ich wohl nichts sagen.)

Larry Marcus: Petulia (FAssung vom 30. März 1967 – Düsteres Drama und Gesellschaftsporträt der USA in den Sechzigern von Richard Lester mit Julie Christie und George C. Scott)

William Gibson: The Miracle Worker (Fassung vom 8. Mai 1961 – Arthur Penn verfilmte das Buch 1962. Der deutsche Titel ist „Licht im Dunkel“.)


Kleinkram: Interviews mit Andreas Steinhöfel, Elmore Leonard und Harlan Coben, Neuigkeiten zu „Killshot“, Filmbesprechungen von „Das Fenster zum Hof“ und „Gewagtes Alibi“

Mai 18, 2009

Bei Planet Interview beantwortet Jugendkrimibuchautor Andreas Steinhöfel viele Fragen:

Nur aus Konflikten entsteht eine Bewegung, sowohl im Kopf als auch nach außen. Entwicklung findet immer unter Gegensätzen, die aufeinander prallen, statt. Nichts passiert von allein.

Warum er Krimis schreibt:

Mit Kriminalgeschichten hält man Kinder mit am besten bei der Stange. Es ist ein probates Mittel, um Inhalte zu transportieren, sozusagen die ideale Art, Unterhaltung mit Anspruch zu paaren. (…) Wenn am Schluss nur die Unterhaltung für den kindlichen Leser übrig bleibt, ist das in Ordnung für mich. Wenn die sagen: Das war eine spannende Abenteuergeschichte, ein cooler Krimi, super. Aber es sind dann immer welche da, die tiefer sehen, die erkennen, dass Rico nicht der gängige Held aus dem Kinderbuch ist.

Und was er selbst liest:

Wenn ich dann wirklich Zeit zu lesen habe, dann sind es letztendlich immer die Engländer oder Amerikaner, die ich lese. Ich mag, wie sie Unterhaltung mit Anspruch kombinieren. Deutsche Literatur ist mir fast immer zu kopflastig.

Ach, lest das ganze Interview.

In den USA ist Elmore Leonards neuer Roman „Road Dogs“ erschienen.  Bei Amazon.com gibt’s ein Interview. Duane Swierczynski hat ihn getroffen und er hat auch gleich noch ein schon etwas älteres Interview gepostet:

I’m always making it up as I go along. The first 100 pages seem to work, because I’m introducing characters, and we find out what their angle is. But then from 100–and I always think of it that way, in three parts—but from 100 to 200 is when I have to do a little plotting. And I don’t want the plot to be obvious. I want the reader to wonder what’s going to happen and be surprised at what develops. Because now in that second act some of the secondary characters will get into action. And then, of course, the third act, in the past my manuscripts all run around 350-360 pages, around in there. So once I approach page 300, I have to start thinking of the ending. And there are always several different ways you can end it. I choose one that I like and just go for it.

Bleiben wir bei Elmore Leonard. In den USA erscheint die, nach den Kritiken durchaus gelungene, hochkarätig besetzte Leonard-Verfilmung „Killshot“ jetzt Ende Mai direkt auf DVD. Hier eine DVD-Kritik, hier die Besprechung der New York Times:

‘Killshot’’ is a tough, uncompromising picture that has much more in common with the no-hope noirs of the ‘40s and ‘50s than with the test-marketed pap no one is ashamed to release today. Hossein Amini’s screenplay misses Mr. Leonard’s dark humor, but that’s a small price to pay for preserving his hardnosed tone. Caleb Deschanel’s photography puts a wintry sheen on the frozen industrial Midwest. And Mr. Madden, whose career has stumbled since ‘‘Shakespeare in Love,’’ directs with tight control and an obvious love for actors.

Die da wären: Diane Lane, Mickey Rourke, Thomas Jane, Hal Holbrook, Rosario Dawson, Joseph Gordon-Levitt.

Eigentlich sollte „Killshot“ bereits 2007 starten und es war auch ein deutscher Kinostart geplant. In der IMDB steht, dass „Killshot“ am 16. Juli in Deutschland starten soll. Dann hoffe ich mal, dass das stimmt. Ansonsten wird sich die DVD besorgt.

Vor einigen Tagen erschien bei Bertz + Fischer das knapp achtstündige Hörbuch „Killshot“. Rider Strong (Das Leben und ich, Cbin Fever) liest das gesamte Buch ungekürzt vor.

Die Übersetzung von „Killshot“ erschien vor Jahren bei Heyne als „Beruf: Killer“ und wenn Sie es in einem Antiquariat finden, schlagen sie zu.

Harlan Coben hat einen neuen Myron-Bolitar-Roman veröffentlicht. The Rap Sheet fragt ihn zu „Long Lost„, der Verfilmung von „Tell no one“ (Kein Sterbenswort), seiner Beziehung zu Frankreich und dem ganzen Rest:

I’m not a big researcher; most of the stuff I already knew about, or I made up. One of the things I’ve always said is that “Hey, I don’t need to do much research, as I don’t write the big international thrillers, with big conspiracies.” But now I’ve done it! Again, it’s about trying to do new things. You see, for Long Lost I had this idea: a small-scale tragedy with one of Myron’s old girlfriends, Terese Collins, whose story I never finished anyway; and then [in Long Lost] I watched it blossom into something much bigger.

Drehbuchautor William Martell schreibt über seinen Lieblingsfilm „Rear Window“ (Das Fenster zum Hof, USA 1954, Regie: Alfred Hitchcock, Drehbuch: John Michael Hayes, nach einer Kurzgeschichte von Cornell Woolrich) eine ausführlich, kundige Analyse.

Ach, da krieg ich doch glatt  Lust, den Film wieder zu sehen.

Und der Noir of the Week ist „Criss Cross“ (Gewagtes Alibi, USA 1948). Regie führte Robert Siodmak. Das Drehbuch ist von Daniel Fuchs und basiert auf dem Roman von Don Tracy. Burt Lancaster, Yvonne De Carlo und Dan Duryea spielen mit.

Auch ein sehr sehenswerter Film (ich habe ihn erst vor kurzem gesehen), der seit Ewigkeiten nicht mehr im Fernsehen lief. Aber die DVD ist günstig erhältich.


Kleinkram: Edward Bunker, The Spirit, Elmore Leonard, Slumdog Millionaire, Noir of the Week, Blutiger Valentinstag

Februar 16, 2009

Frank Göhre schreibt über Edward Bunker (Ex-Knacki, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler). Bunkers bekanntester Roman ist „Wilder als ein Tier“ (No Beast So Fierce/Straight Time, 1973). Er wurde mit Dustin Hoffman verfilmt. Seine bekannteste Rolle war Mr. Blue in Reservoir Dogs

Bei Evolver beantwortet „The Spirit“ einige Fragen zu seinen ersten Auftritten und Frank Millers Verfilmung, die ihm nicht gefällt.

Elmore Leonard erhält den diesjährigen Owen Wister Award für seine lebenslange Leistung für das Western-Genre.

Dieser Preis der Western Writers of America wird ihm am 20. Juni im National Cowboy and Western Heritage Museum in Oklahoma überreicht.

(Dank an The Rap Sheet für diese Meldung.)

Simon Beaufoys Drehbuch zu dem hochgelobten und bereits mehrfach ausgezeichnetem neuen Danny-Boyle-Film „Slumdog Millionaire” (Fassung vom 15. August 2007, basierend auf dem Roman von Vikas Swarup) ist online.

Der deutsche Kinostart ist am 19. März.

Der Noir of the Week ist “Die Menschenfalle” (Trapped, USA 1949). Regie führte Richard Fleischer. Das Drehbuch ist von Earl Felton und George Zuckerman.

Und wenn Sie am Valentinstag „Blutiger Valentinstag“ (dieses Mal haben sogar die in den Film eingefügten Kalenderdaten kalendarisch gestimmt) gesehen haben, dürfen Sie bei The Terror Trap ein sehr ausführliches Interview mit Regisseur George Mihalka und eine umfangreiche Bildergalerie genießen.


Kleinkram mit Elmore Leonard – und anderen

November 4, 2007

The Rap Sheet hat die vergangenen Tage das Erscheinen von „Elmore Leonard’s 10 Rules of Writing“ mit mehreren Artikeln und einem Wettbewerb begleitet. Sehr interessant ist das Interview mit Elmore Leonard über das Schreiben.

Eine ältere und kürzere Fassung seiner zehn Schreibregeln kann bei der New York Times gelesen werden. Für das kurze Buch (96 illustrierte Seiten) hat Leonard seine für einen Vortrag schnell hingeschriebenen Regeln noch einmal überarbeitet und erweitert. Wer kein Englisch kann, die Regeln aber trotzdem kennen möchte:

1. Beginne ein Buch niemals mit dem Wetter.

2. Vermeide Prologe.

3. Benutze niemals ein anderes Verb als “sagte” um einen Dialog voranzubringen.

4. Benutze niemals ein Adverb um “sagte” zu verändern.

5. Benutze keine Ausrufezeichen.

6. Benutze niemals die Worte “plötzlich” und “die Hölle brach los”.

7. Benutze Dialekte sparsam.

8. Vermeide genaue Beschreibungen von Personen.

9. Beschreibe Plätze und Gegenstände nicht zu detailliert.

10. Versuche die Teile wegzulassen, die der Leser überlesen wird.

Ohne eine längere Erklärung klingen diese Regeln etwas harsch, aber ich halte sie für zutreffende Regeln. Denn meistens ist ein Buch, das mit einer ausführlichen Beschreibung des Wetters oder einem Prolog beginnt einfach langweilig. Denn das Wetter hat nichts mit der Geschichte zu tun (jedenfalls meistens) und mit einem Prolog sagt uns der Autor, dass er noch nicht mit seiner Geschichte beginnen will (bei „Lolita“ sind die Vorworte allerdings ein Teil der Geschichte). Die meisten anderen Regeln fordern Autoren auf, etwas mit wenigen und einfachen Worten zu sagen. Denn alles andere lenkt von der Geschichte ab. Das gleiche gilt für den Hinweis, möglichst keine Personen, Orte und Gegenstände zu beschreiben. Denn auch diese Teile haben normalerweise nichts mit der Geschichte zu tun und, wenn der Roman in der Gegenwart spielt, weiß der Leser, wie ein Mercedes aussieht.

 

Krimiautor John Rickards macht sich seine Gedanken über das Genre: Our Genre has no clothes.

 

David Geffner schreibt im Hollywood Magazine über Jim Thompson in Hollywood.

 

Regisseur Joe Carnahan ließ es zuletzt mit „Smokin’ Aces“ mächtig krachen. Seine nächsten Projekte „Killing Pablo“ und „White Jazz“ gehen dagegen wieder in Richtung seines Debüts „Narc“, einem düster-realistischen Polizeifilm. Schon vor dem Drehbeginn sind die Drehbücher online. „Killing Pablo“ basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch-Bestseller von Mark Bowden. Er erzählt die Geschichte von Pablo Escobar. „White Jazz“, das er zusammen mit seinem Bruder Matthew Michael Carnahan („Operation: Kingdom“, „Von Löwen und Lämmern“) schrieb, ist die seit langem erwartete James Ellroy-Verfilmung. In seinem Blog sagt Carnahan, dass er mit einem baldigen Drehbeginn rechnet.

 

Die aktuellen Informationen zum WGA-Streik gibt es hier – und hier gibt es einen Artikel von Pat Sierchio über die Anfänge der WGA (hmhm, im kapitalistischen Amerika haben die Autoren eine Gewerkschaft, im sozialdemokratischen Deutschland…)

 

Und mit „Tatort Krimi“ gibt es einen weiteren Blog, der sich der einzig wahren Literatur widmet (neben all den anderen).


Mit Elmore Leonard in die Dreißiger

Oktober 4, 2007

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Der in den Dreißigern in Oklahoma spielende Krimi “Gangsterbraut” ist einer von Elmore Leonards besten Romanen. Nach einigen schwächeren Werken begab er sich mit „Gangsterbraut“ in die Zeit, als Gangster wie John Dillinger, Machine Gun Kelly, Pretty Boy Floyd, Ma Baker, Bonnie Parker und Clyde Barrow und ihre staatlichen Verfolger die Schlagzeilen beherrschten. Mit dem Prohibitionswestern „Schwarzer Schnaps und blaue Bohnen“ (The moonshine war, 1969) hatte Leonard bereits einmal einen Roman in dieser Ära spielen gelassen. Bekannter ist er für seine frühen, kaum ins Deutsche übersetzten Western und seine in der Gegenwart spielenden Kriminalromane, die vieles von der Mythologie des Western übernommen haben.

Der charismatische Held seines neuesten auf Deutsch erschienenen Romans ist Carlos Huntington Webster, oder kurz Carl Webster. Mit fünfzehn Jahren erschießt er, auf einem Pferd sitzend, auf 200 Meter Distanz einen Viehdieb. Zu seinem Vater sagt er: „Ich hab mich gefragt, warum er nicht glaubte, dass ich schießen würde.“ Einige Jahre später ist er „The Hot Kid“ (so der Originaltitel) des U. S. Marshals Service in Tulsa, Oklahoma. Für sein Alter ist er sehr erwachsen, ein glänzender Schütze und ehrgeizig. Er will die Bösen fangen. Lebendig oder auch tot.

Sein Gegner ist Jack Belmont. Der Sohn eines Ölmoguls will seinem Vater beweisen, dass er auf eigenen Füßen stehen kann. Er raubt Banken aus mit dem Ziel Staatsfeind Nummer 1 zu werden.

Zwischen den beiden Männern steht Louly Brown, die aller Welt erzählt, sie sei die Freundin von Pretty Boy Floyd. Jetzt ist sie mit Carl Webster liiert.

„True Detective“-Reporter Tony Antonelli zeichnet den Kampf zwischen den beiden Männern mit den normalen Übertreibungen der Sensationspresse auf. Und es gibt für ihn viel zu schreiben über den Kampf zwischen Polizisten und Verbrechern auf staubigen Landstraßen und abgelegenen Berghütten.

In seinem entspannt-lakonischen Tonfall erzählt Elmore Leonard in dem episodischen Roman „Gangsterbraut“ von dieser legendenumwobenen Zeit. Wie immer gelingt es Leonard in seinen trockenen Dialogen die Personen mit wenigen Worten zu charakterisieren. Der 1925 Geborene lässt so die Zeit seiner frühesten Erinnerungen glanzvoll wiederauferstehen.

Der Titel ist, wie bei „Callgirls“ seltsam unzutreffend, weil wieder ohne Not die Hauptfigur geändert wird. So wurde aus „Mr. Paradise“ in Deutschland „Callgirls“ und aus „The Hot Kid“ wird „Gangsterbraut“. Dabei geht es in dem historischen Kriminalroman nur um „Hot Kid“ Webster. Leonard, der seine Charaktere fast immer nur in einem Roman benutzt, gefiel der U. S. Marshall so gut, dass er mit dem „New York Times“-Fortsetzungsroman „Comfort to the Enemy“ und „Up in Honey’s Room“ zwei weitere Carl-Webster-Abenteuer folgen ließ.

 

 

Elmore Leonard: Gansterbraut

(übersetzt von Jochen Stremmel)

Goldmann, 2007

384 Seiten

7,95 Euro

 

Originalausgabe:

Elmore Leonard: The Hot Kid

Morrow, Mai 2005

320 Seiten

 

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html

 


Neu im Kino/Filmkritik: Robert Redford, „Ein Gauner & Gentleman“

März 28, 2019

Vor dem Kinostart sagte Robert Redford, dass „Ein Gauner & Gentleman“ sein letzter Film sein werde. Danach wolle der 82-jährige in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Inzwischen ist er sich anscheinend nicht mehr so sicher, ob David Lowerys warmherzige Gaunerkomödie „Ein Gauner & Gentleman“ wirklich sein letzter Film sein soll.

David Lowery, der Redford bereits in seinem Kinderfilm „Elliot, der Drache“ inszenierte, erzählt die Geschichte von Forrest Tucker, einem notorischen Bankräuber, der inzwischen ein alter, aber immer noch junggebliebener Gentleman ist. Er ist ein Berufsverbrecher, der immer wieder in Haft saß, ausbrach und jetzt weiter Banken überfällt. Sein jüngster Überfall, dieses Mal in Dallas, lief wieder einmal so höflich und gesittet ab, dass wir unwillkürlich an „Out of Sight“ Jack Foley (George Clooney) denken müssen. Wobei es historisch korrekt wahrscheinlich umgekehrt war. Denn Tucker, den es wirklich gab, begann seine Verbrecher- und Ausbrecherkarriere 1936 als Fünfzehnjähriger und Lowerys Film spielt 1981. Der von Elmore Leonard erfundene Foley betrat erst später zuerst die literarische und dann die filmische Bühne.

Forrest Tucker war ein vollendeter Gentleman, der seine Verbrechen ohne Gewalt verübte. Den Revolver, den er dabei hatte, zeigte er niemals. Aber diese Angewohnheit erklärt den Originaltitel des Films, der auf der gleichnamigen „The New Yorker“-Reportage von David Grann basiert. Trotzdem ist der deutsche Titel „Ein Gauner & Gentleman“ viel zutreffender.

Als Gentleman hält Tucker auf seiner Flucht vor der Polizei selbstverständlich an, um einer Frau, die Probleme mit ihrem Auto hat, zu helfen. Auch wenn er keine Ahnung von Autos hat. Er unterhält sich mit Jewel (Sissy Spacek). Er fährt sie nach Hause und das ist der Beginn einer wundervollen, erwachsenen Beziehung, in der sich zwei Menschen redend näherkommen.

Diese Liebesgeschichte könnte sein Abschied vom Verbrecherleben sein, wenn er nicht ein Berufsverbrecher wäre, der einfach gerne das tut, was er tut. Also raubt er weiter Banken aus mit seinen Verbrecherkumpels, der „Over-the-Hill-Gang“. Sie besteht aus Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits). Der Musiker, dessen letzte CD 2011 erschien, und Ab-und-zu-Schauspieler wurde dafür aus seinem filmischen Ruhestand gezerrt.

Verfolgt werden sie über Landesgrenzen hinweg von Detective John Hunt. Casey Affleck liefert eine weitere feine, minimalistische Charakterstudie. Dieses Mal ist er unter dem Porno-Schnauzbart Tom-Selleck-Schnauzbart (Hunt ist ja ein ehrlicher Polizist) kaum erkennbar. In Lowerys vorherigem Film „A Ghost Story“ war er als stummer Geist mit einem Bettlaken über dem Kopf noch weniger erkennbar.

Diese Erzählstränge verknüpft David Lowery zu einer wunderschön entspannten Schnurre, einer Verbrecherballade, die einem auch am Lagerfeuer erzählt werden könnte. Denn früher, in diesem Fall 1981, ging alles langsamer. Nachrichten verbreiteten sich über Tage und Wochen von der einen Küste des Landes zur anderen. Falls überhaupt. Computer waren keine Alltagsgegenstände, sondern schrankgroße Geräte, die in Science-Fiction-Filmen riesige Hallen füllten. Ein Ermittler musste damals, nachdem er auf die abstruse Idee gekommen war, dass verschiedene Überfälle in verschiedenen Bundesstaaten miteinander zusammenhängen könnten, mühsam die Informationen über die Überfälle zusammentragen, immer wieder Ländergrenzen überschreiten, mit unterschiedlichen Gesetzgebungen kämpfen und in Archiven wühlen. Denn schon auf den ersten Blick klingt die Idee, dass ein Haufen alter Männer professionell Banken überfällt, ziemlich fantastisch.

Währenddessen hat Forrest Tucker viel Zeit, um mit seinen Kollegen weitere Überfälle zu planen und, vor allem, mit Jewel den Sonnenuntergang zu genießen.

Und wir können Robert Redford und Sissy Spacek dabei beobachten.

Es gibt wirklich schlechtere Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen.

Wenn Robert Redford jetzt wirklich keinen weiteren Film mehr dreht, ist „Ein Gauner & Gentleman“ eine rundum gelungene, angenehm nostalgische Abschiedsvorstellung, die noch einmal, mühelos und ohne erkennbare Anstrengung, die Karriere von Robert Reedford Revue passieren lässt.

Aber wie beginnt noch einmal Davd Granns Artikel über den sympathischen Bankräuber? „Forrest Tucker had a long career robbing banks, and he wasn’t willing to retire.“

Ein Gauner & Gentleman (The old man & the gun, USA 2018)

Regie: David Lowery

Drehbuch: David Lowery

LV: David Grann: The Old Man and the Gun (Reportage, The New Yorker, 27. Januar 2003)

mit Robert Redford, Sissy Spacek, Casey Affleck, Danny Glover, Tom Waits, Tika Sumpter, Keith Carradine, Isiah Whitlock Jr., John David Washington

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein Gauner & Gentleman“

Metacritic über „Ein Gauner & Gentleman

Rotten Tomatoes über „Ein Gauner & Gentleman“

Wikipedia über „Ein Gauner & Gentleman“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Lowerys „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, USA 2016)

Meine Besprechung von David Lowerys „A Ghost Story“ (A Ghost Story, USA 2017)

Ein Gespräch mit David Lowery, Robert Redford und Sissy Spacek über den Film

Das Gespräch nach der TIFF-Premiere mit, mehr oder weniger, dem gesamten Cast

 


„King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“, erzählt von Frank Göhre und Alf Mayer

März 18, 2019

Heute sagt man wohl: ein Buch über den Erfinder von „Justified“. Obwohl die TV-Serie bei uns kein großer Erfolg war. Vor zwanzig Jahren hätte man gesagt: ein Buch über den Autor von „Schnappt Shorty“, „Jackie Brown“ und „Out of Sight“. Vor dreißig, vierzig Jahren war Elmore Leonard dagegen vor allem ein unter Krimifans angesehener Krimiautor.

Leonard (11. Oktober 1925 – 20. August 2013) begann seine Schriftstellerkarriere in den frühen fünfziger Jahren als Autor von Westernkurzgeschichten. Später schrieb er mehrere Western-Romane und ab 1969 vor allem Kriminalromane. Insgesamt schrieb er 44 Romane. Seine Erzählungen erschienen in mehreren Sammelbänden. Auch wenn einige seiner Figuren in mehreren Romanen auftauchen, handelt es sich mehr um eine Namensgleichheit als um eine Serie oder eine direkte Fortsetzung des ersten Romans. Die wenigen Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Frank Göhre und Alf Mayer haben jetzt ein Buch über Elmore Leonard geschrieben. Frank Göhre ist Krimi-Autor, der in seinen Noirs die Geschichte von Hamburg und, vor allem, dem Stadtteil St. Pauli erzählt. Seine St.-Pauli-Trilogie „Der Schrei des Schmetterlings“, „Der Tod des Samurai“ und „Der Tanz des Skorpions“ (zuletzt bei Pendragon als „Die Kiez-Trilogie“ veröffentlicht) ist einer der unbestrittenen Höhepunkte des deutschen Kriminalromans. Wegen der Verfilmung von Sönke Wortmann dürfte sein Episodenkrimi „St. Pauli Nacht“ sein bekanntestes Werk sein. Er schrieb auch einige Drehbücher, unter anderem für die den Schimanski-Tatort „Einzelhaft“ und den Stoever-Tatort „Finale am Rothenbaum“ und er war an einer Friedrich-Glauser-Werkausgabe beteiligt.

Alf Mayer ist freier Journalist. Er war Redakteur der Zeitschrift „medium“, Direktor der Filmbewertungsstelle (FBW) und Textchef bei Manufactum. Seit 1984 schreibt er im Frankfurter Kulturmagazin „Strandgut“ die Krimi-Kolumne „Blutige Ernte“. Im „CulturMag“ betreut er das „CrimeMag“.

Zusammen schrieben sie schon das Sachbuch „Cops in the City – Ed McBain und das 87. Polizeirevier: Ein Report“ (2016).

Mit „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ nehmen sie sich einen weiteren Großen der US-Literatur vor. In den USA sind seine Bücher gut erhältlich. In Deutschland wurde er munter von Verlag zu Verlag weitergereicht. Einige seiner Bücher, vor allem die Western, wurden überhaupt nicht ins Deutsche übersetzt. Inzwischen sind die deutschen Ausgaben seiner Bücher vor allem antiquarisch erhältlich. Immerhin werden sie nicht zu Mondpreisen angeboten.

Damit ist auch klar, dass das Elmore-Leonard-Buch „King of Cool“ von Frank Göhre und Alf Mayer ein Werk von Fans für Fans ist.

Es ist, so die Herren Göhre und Mayer im Vorwort, „ein Mix aus Interviewäußerungen, Textpassagen, Nacherzählungen, Schlaglichtern, Bekenntnissen, Anekdoten, dazu Songs und Stimmen von außen, all das seinem Werk entlang aufgefächert, arrangiert wie eine große und vergnügliche Jamsession. Ein Leseabenteuer. Ein Lebensroman. Die Elmore-Leonard-Story.“

Bei ihrer Jamsession orientieren sie sich rudimentär an Leonards Biographie, setzen immer wieder Schwerpunkte bei bestimmten Werken, wobei die bekannten Verfilmungen und seine Arbeit in Hollywood einen großen Teil einnehmen. Quentin Tarantino nimmt selbstverständlich einen Ehrenplatz ein. Der obsessive Elmore-Leonard-Fan, der schon in seinem Debütfilm „Reservoir Dogs“ auf dem Leonard-Trip war, machte mit seiner grandiosen Leonard-Verfilmung „Jackie Brown“ (basierend auf dem Roman „Rum Punch“) Leonard Mitte der neunziger Jahre allgemein bekannt. Da geraten Barry Sonnenfelds „Schnappt Shorty“ (Get Shorty) und Steven Soderberghs „Out of sight“, beide nach Drehbüchern von Scott Frank, dem es ebenfalls gelang, Leonards Prosa auf die Leinwand zu übertragen, etwas aus dem Blickfeld.

Leonards sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Erfahrungen mit Hollywood, beginnend 1957 mit dem Western „Um Kopf und Kragen“ (The Tall T, basierend auf der Kurzgeschichte „The Captives“), liefern auch einige interessante und immer wieder amüsante Einblicke in den Maschinenraum der Traumfabrik. Zum Beispiel über Abel Ferraras Leonard-Verfilmung „Hexenkessel Miami“ (Cat Chaser).

Bei all den Verfilmungen und den Hollywood-Anekdoten und Lobpreisungen geraden Elmore Leonards Romane, vor allem die nicht verfilmten, etwas zu sehr in den Hintergrund. Trotzdem werden einige Romane wie „Cuba Libre“ (Cuba Libre) und seine in Detroit spielenden Romane, wie „Dies ist ein Überfall“/“Beute“ (Ryan’s Rules, später Swag) und „Nr. 89 – unbekannt“ (Unknown Man No. 89), ausführlicher vorgestellt.

Das weckt, wegen der Zitate aus den Krimis, bei langjährigen Leonard-Fans den Wunsch, mal wieder in seinen Büchern herumzublättern (was regelmäßig zu einer längeren Lektüre führt) und sich die wenigen guten Verfilmungen wieder anzusehen. Das sind, neben den schon erwähnten Leonard-Verfilmungen, eigentlich nur noch die auch in „King of Cool“ ausführlicher vorgestellten Western „Zähle bis drei und bete“ (3:10 to Yuma), „Man nannte ihn Hombre“ (Hombre), der Quasi-Western „Das Gesetz bin ich“ (Mr. Majestyk) und „52 Pick-Up“.

Ich schreibe „vorgestellt“ weil Frank Göhre und Alf Mayer Elmore Leonards Werk nicht kritisch würdigen. Bei den Filmen folgen sie dem allgemeinen Konsens und Elmore Leonards Meinung.

Auch wenn viele Anekdoten bekannt sind, gibt es für alte Leonard-Fans doch noch einige neue Informationen. Das sind jetzt nicht unbedingt die Informationen zu seinen Agenten, denen er immer lange die Treue hielt, seinem Einkommen, seinen Häusern und seinen Ehen, sondern die zu seinem Alkoholismus. In jungen Jahren soff er. Die Männer, mit denen er Geschäfte machte, ebenso. Irgendwann besuchte er ein Treffen der Anonymen Alkoholiker. „Da musste ich nur dasitzen und zuhören, und ich wusste, dass ich ein Alkoholiker war“, so Leonard. Am 24. Januar 1977 um 9.30 Uhr nahm er seinen letzten Drink. Einen Scotch mit Ginger Ale. In dem 1984 veröffentlichten Sammelband „The Courage to Change. Personal Conversations about Alcoholism“ erzählte er davon. Göhre und Mayer zitieren ausführlich aus diesem, bislang (soweit ich weiß) nicht übersetzten Text.

Und sie unterhielten sich mit Gregg Sutter. Er lernte Leonard 1979 kennen, schrieb 1980 für das Magazin „Monthly Detroit“ ein Porträt über Leonard und im Januar 1981 fragte Leonard ihn, ob er für ihn recherchieren möge. Seitdem arbeitete Sutter für Leonard und Leonard machte daraus niemals ein Geheimnis. In „King of Cool“ erzählt Sutter über seine Arbeit für Leonard und wie Leonard arbeitete.

King of Cool“ ist vor allem ein Buch für Elmore-Leonard-Fans, die bei den zahlreichen Zitaten aus Leonards Romanen kundig mit dem Kopf nicken und sich an den ganzen Roman erinnern. Für sie ist der essayistische Stil kein Problem. Immer wieder ignorieren sie die Chronologie. Sie setzten willkürlich Schwerpunkte (Warum schreiben sie so viel über „Cuba Libre“, so wenig über seine in den dreißiger Jahren spielenden Geschichten mit U.S. Marshal Carl Webster und nichts über die Religionssatire „Blutsmale“ [Touch], die unbestritten sein ungewöhnlichster Roman ist?). Und, wenn sie schon einmal eine Romangeschichte zusammenfassen, geschieht dies sehr kryptisch. Sie kennen ja die Romane und Filme. Ein Neueinsteiger dürfte da seine Probleme haben.

Aber ich kann mich auch irren und jemand kommt über eine Elmore-Leonard-Verfilmung, die er im Fernsehen sieht, zu diesem biographischen Essay und dann zu den Romanen des Grand Master der Mystery Writers of America.

Frank Göhre/Alf Mayer: King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story

Culturbooks, 2019

240 Seiten

15 Euro

Hinweise

Culturbooks über das Buch

Wikipedia über Elmore Leonard (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. Februar: Valdez

Februar 22, 2019

Bayern, 23.30

Valdez (Valdez is coming, USA 1971)

Regie: Edwin Sherin

Drehbuch: Roland Kibbee, David Rayfiel

LV: Elmore Leonard: Valdez is coming, 1970

Rancher Tanner beschuldigt einen Mann, seinen Freund Erin ermordet zu haben. Hilfssheriff Valdez erschießt den Verdächtigen. Aber er war unschuldig. Valdez will jetzt von Tanner Geld für die Beerdigung und die Witwe des Toten. Dieser lehnt ab. Valdez nimmt den Kampf auf. Schließlich war er nicht immer ein trotteliger Hilfssheriff.

Melancholischer Spätwestern mit Burt Lancaster, Susan Clark, Richard Jordan

Von Elmore Leonards Homepage (Achtung! Das Ende wird verraten.): „Valdez is Coming is Elmore’s favorite western. It shows examples of the style that he would further develop in his contemporary crime novels. Burt Lancaster as Bob Valdez is the underestimated man, a constant theme in Elmore Leonard’s work. He is forced to confront the local ruthless land baron who nearly has him killed. He retaliates and lets his nemesis know that “Valdez is coming.” Before beginning The Moonshine War, Elmore wanted to write Valdez for the screen. Unfortunately Burt Lancaster was not available for a couple of years and the project was delayed. Edwin Sherin, the director of Valdez is Coming was a Broadway director and this was his first film which he shot in Spain. The biggest surprise of Valdez was that there was no shootout at the end, just as Elmore had written in the book. Nobody in Hollywood could believe it.”

Auch bekannt als „Valdez kommt“

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Valdez“

TCM über „Valdez“

Wikipedia über „Valdez“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Buchhinweis, druckfrisch

Heute sagt man wohl: ein Buch über den Erfinder von „Justified“. Vor zwanzig Jahren hätte man gesagt: ein Buch über den Autor von „Schnappt Shorty“, „Jackie Brown“ und „Out of Sight“. Vor dreißig, vierzig Jahren war Elmore Leonard dagegen vor allem ein unter Krimifans angesehener Krimiautor.

Frank Göhre und Alf Mayer haben jetzt ein Buch über ihn geschrieben. Es ist, so die Herren Göhre und Mayer im Vorwort, „ein Mix aus Interviewäußerungen, Textpassagen, Nacherzählungen, Schlaglichtern, Bekenntnissen, Anekdoten, dazu Songs und Stimmen von außen, all das seinem Werk entlang aufgefächert, arrangiert wie eine große und vergnügliche Jamsession. Ein Leseabenteuer. Ein Lebensroman. Die Elmore-Leonard-Story.“

Frank Göhre/Alf Mayer King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story

Culturbooks, 2019

240 Seiten

15 Euro

 


TV-Tipp für den 4. November: Das Gesetz bin ich

November 4, 2018

Tele 5, 22.40

Das Gesetz bin ich (Mr. Majestyk, USA 1974)

Regie: Richard Fleischer

Drehbuch: Elmore Leonard

Buch zum Film: Elmore Leonard: Mr. Majestyk, 1974

Okayer Thriller über die Mafia unter Melonenfarmern, mit Charles Bronson als titelgebender Vince Majestyk, der als Melonenfarmer zuerst seine Ruhe haben will und später rot sieht.

Von Elmore Leonards Homepage: „Before Joe Kidd was released, Clint Eastwood called Elmore and asked for a Dirty Harry like story of a guy with a big gun. Elmore told Eastwood the story of what was to become Mr. Majestyk. Eastwood said, write it up. But, by the time Elmore finished the outline, Eastwood had acquired High Plains Drifter and bowed out. Swanson then sold Walter Mirisch on the project, who interested Charles Bronson. Mr Majestyk was the story of Vince Majestyk, a Vietnam veteran and now peaceful watermelon farmer whose workers are threatened by the local mob lead by hit man, Frank Renda (Al Lettieri).

But typically in an Elmore story, Bronson represents the workers and incurs the wrath of and delivers vengeance on the mob boys. Bronson nailed his role but Al Lettieri was over the top, playing essential the same role he did in The Getaway. Elmore saw Renda as the majority of his characters, more subtle and laid back. After completing the screenplay, Elmore Leonard novelized Mr. Majestyk. The most well known scene in Mr. Majestyk is of the bad guys shooting up the watermelons. (Shot in eastern Colorado – not Northern California as in the script.) Colorado was the only place in the West the producers could find such a crop, in season. Elmore’s script called for cantaloupes. Quentin Tarantino, Elmore’s great fan, pays homage to Mr. Majestyk in True Romance (1991).

mit Charles Bronson, Al Lettieri, Linda Cristal, Lee Purcell, Paul Koslo

Wiederholung: Mittwoch, 7. November, 03.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Gesetz bin ich“

Wikipedia über „Das Gesetz bin ich“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Oktober: Out of Sight

Oktober 16, 2018

Nitro, 20.15

Out of sight (Out of Sight, USA 1998)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Elmore-Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

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Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


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