TV-Tipp für den 17. April: Jackie Brown

April 16, 2020

Tele 5, 20..15

Jackie Brown (Jackie Brown, USA 1997)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

LV: Elmore Leonard: Rum Punch, Jackie Brown, 1992 (Jackie Brown)

Stewardess Jackie Brown hat Probleme mit der Polizei und dem Gangster Ordell, der sein Schwarzgeld-Konto mit Jackies Hilfe auflösen will.

Tarantinos sehr werkgetreue Huldigung von Leonard und Pam Grier: cool (Leonards Dialoge!), etwas langatmig (Warum muß jedes Lied ausgespielt werden? Warum bemüht sich Tarantino so krampfhaft, die Antithese zu Pulp Fiction zu drehen? Warum nicht 20 Minuten kürzer?) und mit Starbesetzung (Robert de Niro, Samuel L. Jackson, Bridget Fonda, Robert Foster, Michael Keaton, Chris Tucker)

Von Leonards Homepage: „When Quentin Tarantino was a kid, he stole a copy of Elmore Leonard’s The Switch and got caught. Unrepentant, he later went back to the same store and stole the book again. Elmore Leonard was a beacon, lighting the direction that he would soon take in his films. He wrote a movie directed by Tony Scott called True Romance which he said was “an Elmore Leonard novel that he didn’t write.” It certainly was an homage; it even opens in Detroit. After Reservoir Dogs came out, Elmore wrote Rum Punch which reprises the three main characters from Tarantino’s shoplifted book, The Switch. Tarantino read it and wanted to buy it but didn’t have the money. Elmore and his agent, Michael Siegel, offered to hold it for him. When he finally did acquire the book and moved forward on the Rum Punch film project, Tarantino did not contact Elmore Leonard for a long time. When he did, he confessed a reluctance to call sooner. Elmore said, “Why, because you changed the name of my book and cast Pam Grier in the lead?” No worry. Elmore was down with that. He said, “That’s Ok, just make a good movie.” And Quentin did.

Jackie Brown is Elmore Leonard on the screen. Taking nothing away from Get Shorty and Out of Sight, Tarantino’s manic absorption of Elmore’s essence comes through in a way that only he could pull off especially for a long movie. The acting, the direction, the dialog are all great. There are so many great bits, especially with Jackson, De Niro, Chris Tucker and Bridget Fonda; and then there’s Hattie Winston as Simone the Supreme. Jackie Brown is the Elmore Leonard experience.“

Wiederholung: Sonntag, 19. April, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “Jackie Brown”

Rotten Tomatoes über “Jackie Brown”

Wikipedia über “Jackie Brown” (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


Frank Göhre kehrt zurück mit „Verdammte Liebe Amsterdam“

März 16, 2020

Zehn Jahre sind seit seinem letzten Roman „Der Auserwählte“ vergangen. In der Zeit überarbeitete und schrieb Frank Göhre Essays über Krimiautoren, Hamburg und das Verbrechen in Buch und Film. Zusammen mit Alf Mayer schrieb er Bücher über die Krimiautoren Ed McBain und Elmore Leonard. Und er wurde älter. Inzwischen ist der 1943 geborene Wahlhamburger und Kiez-Chronist in einem Alter, in dem man, erstens, nicht mehr unbedingt einen neuen Roman erwartet und, zweitens, ihn mit der gebotenen Skepsis zwischen unendlicher Freude über ein neues literarisches Lebenszeichen eines bewunderten Autor, und der Angst, dass das Werk im besten Fall eine nette, aber letztendlich verzichtbare Wiederholung altbekannter Topoi, die noch einmal präsentiert und für die Nachwelt archivarisch sortiert werden, oder, im schlimmsten Fall, ein Totaldesaster ist. In den letzten Jahren quälte ich mich da durch einige Werke. Frank Göhres neuer Roman „Verdammte Liebe Amsterdam“ liegt irgendwo dazwischen. Ein Grund mag die Länge der Geschichte sein. Es könnte sogar sein kürzester Roman sein. Vieles ist nur skizziert oder bleibt im Dunkeln.

Die Geschichte beginnt mit einem nächtlichen Anruf. Der Hamburger Restaurantbesitzer Schorsch Köster erfährt, dass sein Bruder Michael in der Nähe von Köln auf einem Autobahnrastplatz erschlagen und ausgeraubt wurde. Für die Polizei handelt es sich um einen aus dem Ruder gelaufenen Raubüberfall. Schorsch, der zu seinem Bruder kaum noch Kontakt hat, beginnt den Nachlass seines Bruders zu sortieren und wird neugierig. Er will wissen, warum Michael, der neben seinem Beruf als IT-Berater anscheinend mit einem Job als Menschenretter viel mehr Geld verdiente, getötet wurde.

Dabei stößt er auf die mit einem Polizisten liierte Supermarkt-Kassiererin Martina Campmann. Ihre fünfzehnjährige Tochter Susanna ‚Suse‘ ist verschwunden. Die Spur führt nach Amsterdam. Schorsch, der mehr über das Leben seines Bruders herausfinden will, fährt nach Amsterdam und mietet sich, wie sein Bruder, im Prins Hendrik Hotel ein. Es ist das Hotel, in dem Jazz-Trompeter Chet Baker starb; – aber das hat nichts mit der Geschichte von „Verdammte Liebe Amsterdam“ zu tun.

Wie in seinen früheren Noir-Romanen verknüpft Frank Göhre auch in seinem neuesten Roman mehrere Zeitebenen und Handlungsstränge. Beim Lesen fügt sich aus den Andeutungen und Szenen im Kopf langsam ein Bild der Beziehungen der einzelnen Figuren zusammen. Einige überraschende Erklärungen runden dann das Bild ab, über das nicht zu viel verraten werden soll.

Letztendlich ist „Verdammte Liebe Amsterdam“ vor allem ein schönes Lebenszeichen, das gerade durch seine Unaufgeregtheit überzeugt. Der Kriminalroman ist nicht die auf den eigenen Nachruhm zielende laue Wiederholung altbekannter Themen und auch kein Totaldesaster, sondern einfach nur der neue Noir von Frank Göhre. Dieses Mal stehen zwei Geschichten im Mittelpunkt. Die eine Geschichte erkundet die, mit Unterbrechungen, über Jahrzehnte währende (Liebes)beziehung zwischen den beiden Köster-Brüdern und ihrer Sandkastenliebe Jutta Kotzke. Der andere erzählt von der Suche nach einer verschwundenen Fünfzehnjährigen. Beide Geschichte haben nichts mit St. Pauli zu tun.

Frank Göhre: Verdammte Liebe Amsterdam

CulturBooks, 2020

168 Seiten

15 Euro

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Frank Göhre in der Kriminalakte

 


Die Krimibestenliste März 2020

März 2, 2020

Folgende Kriminalromane sind nach Ansicht der von der Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren Krimibestenliste im Moment besonders lesenswert:

1. Jan Costin Wagner – Sommer bei Nacht (Platzierung im Vormonat: /)

Galiani, 314 Seiten, 20 Euro.

2. Attica Locke – Heaven, My Home (Platzierung im Vormonat: 2)

Aus dem Englischen von Susanna Mende.Polar, 322 Seiten, 22 Euro.

3. David Longo – Die jungen Bestien (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Rowohlt, 412 Seiten, 22 Euro.

4. Nicci French – Was sie nicht wusste (Platzierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller. C. Bertelsmann, 446 Seiten, 16 Euro.

5. Liz Moore – Long Bright River (Platzierung im Vormonat: 10)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. C.H. Beck, 414 Seiten, 24 Euro.

6. Frank Göhre – Verdammte Liebe Amsterdam (Platzierung im Vormonat: /)

Culturbooks, 158 Seiten, 15 Euro.

7. Xavier-Marie Bonnot – Der erste Mensch (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Französischen von Gerhard Meier. Unionsverlag, 348 Seiten, 19 Euro.

8. Robert E. Dunn – Dead Man’s Badge (Platzierung im Vormonat: 6)

Aus dem Englischen von Philipp Seedorf. Luzifer, 356 Seiten, 14,95 Euro.

9. Sarah Schulman – Trüb (Platzierung im Vormonat: 1)

Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

10. Richard Lorenz – Hinter den Gesichtern (Platzierung im Vormonat: /)

Luzifer, 294 Seiten, 13,95 Euro.

Frank Göhre wird demnächst abgefeiert. Versprochen. Und der neue Roman von Horst Eckert. „Im Namen der Lüge“ erscheint am 9. März 2020 bei Heyne und es soll der Auftakt einer neuen Serie sein. Hauptfigur Melia Khalid, deutsche Verfassungsschützerin mit somalischen Wurzeln, ist einem den Staat bedrohendem Komplott auf der Spur und ihre Vorgesetzten haben kein Interesse an der Wahrheit. Das dürfte gewohnt spannend werden und, wieder einmal, nicht in der Krimibestenliste empfohlen werden.

Zuletzt war ich, verfilmungsbedingt, mit Hermann Hesse und dem Känguru beschäftigt.


TV-Tipp für den 20. Februar: Man nannte ihn Hombre

Februar 19, 2020

Servus TV, 22.55

Man nannte ihn Hombre (Hombre, USA 1967)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Irving Ravetch, Harreit Frank jr.

LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)

Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.

Extrem selten gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.

„Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam

Wiederholung: Freitag, 21. Februar, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man nannte ihn Hombre“

Wikipedia über „Man nannte ihn Hombre“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


TV-Tipp für den 11. Januar: Out of Sight

Januar 11, 2020

ZDF neo, 20.15

Out of sight (Out of Sight, USA 1998)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Elmore-Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


TV-Tipp für den 8. Oktober: Man nannte ihn Hombre

Oktober 7, 2019

Servus TV, 22.00

Man nannte ihn Hombre (Hombre, USA 1967)

Regie: Martin Ritt

Drehbuch: Irving Ravetch, Harreit Frank jr.

LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)

Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.

Extrem selten gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.

„Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam

Wiederholung: Mittwoch, 9. Oktober, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man nannte ihn Hombre“

Wikipedia über „Man nannte ihn Hombre“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


TV-Tipp für den 27. Mai: Zähl bis drei und bete

Mai 27, 2019

Arte, 20.15

Zähl bis drei und bete (3:10 to Yuma, USA 1957)

Regie: Delmer Daves)

Drehbuch: Halsted Welles

LV: Elmore Leonard: Three-Ten to Yuma, 1953 (Die Kurzgeschichte erschien zuerst in Dime Western, später in den Sammlungen „The Tonto Woman and other Western stories“ und „Complete Western stories“)

Der arme Rancher Dan Evans (Van Heflin) will den gesuchten Gangster Ben Wade (Glenn Ford) für eine Belohnung, die er dringend zum Überleben braucht, in Yuma abliefern. Aber Wades Bande will verhindern, dass Evans und sein Gefangener den Zug nach Yuma erreichen.

Ein viel zu selten; – naja, fast nie gezeigter Western-Klassiker, der 2007 von James Mangold mit Russell Crowe und Christian Bale durchaus gelungen, aber viel pompöser noch einmal verfilmt wurde. Delmer Daves braucht für sein packendes Moralstück letztendlich nur zwei Männer und ein Hotelzimmer.

„Delmer Daves‘ bester Film degradiert in seiner Analyse einer Held-Schurken-Partnerschaft und eines heroischen Einzelgangs Fred Zinnemanns ‚High Noon‘ zu einer Angelegenheit von geradezu lachhafter, welt- und westernfremder Simplizität.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

mit Glenn Ford, Van Heflin, Felicia Farr, Leora Dana, Henry Jones, Richard Jaeckel

Wiederholungen

Dienstag, 29. Mai, 13.50 Uhr

Sonntag, 7. Juni, 09.30 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Zähl bis drei und bete“

TCM über „Zähl bis drei und bete“

Wikipedia über „Zähl bis drei und bete“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Delmer Daves‘ „Der letzte Wagen“ (The last wagon, USA 1956)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


„King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“, erzählt von Frank Göhre und Alf Mayer

März 18, 2019

Heute sagt man wohl: ein Buch über den Erfinder von „Justified“. Obwohl die TV-Serie bei uns kein großer Erfolg war. Vor zwanzig Jahren hätte man gesagt: ein Buch über den Autor von „Schnappt Shorty“, „Jackie Brown“ und „Out of Sight“. Vor dreißig, vierzig Jahren war Elmore Leonard dagegen vor allem ein unter Krimifans angesehener Krimiautor.

Leonard (11. Oktober 1925 – 20. August 2013) begann seine Schriftstellerkarriere in den frühen fünfziger Jahren als Autor von Westernkurzgeschichten. Später schrieb er mehrere Western-Romane und ab 1969 vor allem Kriminalromane. Insgesamt schrieb er 44 Romane. Seine Erzählungen erschienen in mehreren Sammelbänden. Auch wenn einige seiner Figuren in mehreren Romanen auftauchen, handelt es sich mehr um eine Namensgleichheit als um eine Serie oder eine direkte Fortsetzung des ersten Romans. Die wenigen Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Frank Göhre und Alf Mayer haben jetzt ein Buch über Elmore Leonard geschrieben. Frank Göhre ist Krimi-Autor, der in seinen Noirs die Geschichte von Hamburg und, vor allem, dem Stadtteil St. Pauli erzählt. Seine St.-Pauli-Trilogie „Der Schrei des Schmetterlings“, „Der Tod des Samurai“ und „Der Tanz des Skorpions“ (zuletzt bei Pendragon als „Die Kiez-Trilogie“ veröffentlicht) ist einer der unbestrittenen Höhepunkte des deutschen Kriminalromans. Wegen der Verfilmung von Sönke Wortmann dürfte sein Episodenkrimi „St. Pauli Nacht“ sein bekanntestes Werk sein. Er schrieb auch einige Drehbücher, unter anderem für die den Schimanski-Tatort „Einzelhaft“ und den Stoever-Tatort „Finale am Rothenbaum“ und er war an einer Friedrich-Glauser-Werkausgabe beteiligt.

Alf Mayer ist freier Journalist. Er war Redakteur der Zeitschrift „medium“, Direktor der Filmbewertungsstelle (FBW) und Textchef bei Manufactum. Seit 1984 schreibt er im Frankfurter Kulturmagazin „Strandgut“ die Krimi-Kolumne „Blutige Ernte“. Im „CulturMag“ betreut er das „CrimeMag“.

Zusammen schrieben sie schon das Sachbuch „Cops in the City – Ed McBain und das 87. Polizeirevier: Ein Report“ (2016).

Mit „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ nehmen sie sich einen weiteren Großen der US-Literatur vor. In den USA sind seine Bücher gut erhältlich. In Deutschland wurde er munter von Verlag zu Verlag weitergereicht. Einige seiner Bücher, vor allem die Western, wurden überhaupt nicht ins Deutsche übersetzt. Inzwischen sind die deutschen Ausgaben seiner Bücher vor allem antiquarisch erhältlich. Immerhin werden sie nicht zu Mondpreisen angeboten.

Damit ist auch klar, dass das Elmore-Leonard-Buch „King of Cool“ von Frank Göhre und Alf Mayer ein Werk von Fans für Fans ist.

Es ist, so die Herren Göhre und Mayer im Vorwort, „ein Mix aus Interviewäußerungen, Textpassagen, Nacherzählungen, Schlaglichtern, Bekenntnissen, Anekdoten, dazu Songs und Stimmen von außen, all das seinem Werk entlang aufgefächert, arrangiert wie eine große und vergnügliche Jamsession. Ein Leseabenteuer. Ein Lebensroman. Die Elmore-Leonard-Story.“

Bei ihrer Jamsession orientieren sie sich rudimentär an Leonards Biographie, setzen immer wieder Schwerpunkte bei bestimmten Werken, wobei die bekannten Verfilmungen und seine Arbeit in Hollywood einen großen Teil einnehmen. Quentin Tarantino nimmt selbstverständlich einen Ehrenplatz ein. Der obsessive Elmore-Leonard-Fan, der schon in seinem Debütfilm „Reservoir Dogs“ auf dem Leonard-Trip war, machte mit seiner grandiosen Leonard-Verfilmung „Jackie Brown“ (basierend auf dem Roman „Rum Punch“) Leonard Mitte der neunziger Jahre allgemein bekannt. Da geraten Barry Sonnenfelds „Schnappt Shorty“ (Get Shorty) und Steven Soderberghs „Out of sight“, beide nach Drehbüchern von Scott Frank, dem es ebenfalls gelang, Leonards Prosa auf die Leinwand zu übertragen, etwas aus dem Blickfeld.

Leonards sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Erfahrungen mit Hollywood, beginnend 1957 mit dem Western „Um Kopf und Kragen“ (The Tall T, basierend auf der Kurzgeschichte „The Captives“), liefern auch einige interessante und immer wieder amüsante Einblicke in den Maschinenraum der Traumfabrik. Zum Beispiel über Abel Ferraras Leonard-Verfilmung „Hexenkessel Miami“ (Cat Chaser).

Bei all den Verfilmungen und den Hollywood-Anekdoten und Lobpreisungen geraden Elmore Leonards Romane, vor allem die nicht verfilmten, etwas zu sehr in den Hintergrund. Trotzdem werden einige Romane wie „Cuba Libre“ (Cuba Libre) und seine in Detroit spielenden Romane, wie „Dies ist ein Überfall“/“Beute“ (Ryan’s Rules, später Swag) und „Nr. 89 – unbekannt“ (Unknown Man No. 89), ausführlicher vorgestellt.

Das weckt, wegen der Zitate aus den Krimis, bei langjährigen Leonard-Fans den Wunsch, mal wieder in seinen Büchern herumzublättern (was regelmäßig zu einer längeren Lektüre führt) und sich die wenigen guten Verfilmungen wieder anzusehen. Das sind, neben den schon erwähnten Leonard-Verfilmungen, eigentlich nur noch die auch in „King of Cool“ ausführlicher vorgestellten Western „Zähle bis drei und bete“ (3:10 to Yuma), „Man nannte ihn Hombre“ (Hombre), der Quasi-Western „Das Gesetz bin ich“ (Mr. Majestyk) und „52 Pick-Up“.

Ich schreibe „vorgestellt“ weil Frank Göhre und Alf Mayer Elmore Leonards Werk nicht kritisch würdigen. Bei den Filmen folgen sie dem allgemeinen Konsens und Elmore Leonards Meinung.

Auch wenn viele Anekdoten bekannt sind, gibt es für alte Leonard-Fans doch noch einige neue Informationen. Das sind jetzt nicht unbedingt die Informationen zu seinen Agenten, denen er immer lange die Treue hielt, seinem Einkommen, seinen Häusern und seinen Ehen, sondern die zu seinem Alkoholismus. In jungen Jahren soff er. Die Männer, mit denen er Geschäfte machte, ebenso. Irgendwann besuchte er ein Treffen der Anonymen Alkoholiker. „Da musste ich nur dasitzen und zuhören, und ich wusste, dass ich ein Alkoholiker war“, so Leonard. Am 24. Januar 1977 um 9.30 Uhr nahm er seinen letzten Drink. Einen Scotch mit Ginger Ale. In dem 1984 veröffentlichten Sammelband „The Courage to Change. Personal Conversations about Alcoholism“ erzählte er davon. Göhre und Mayer zitieren ausführlich aus diesem, bislang (soweit ich weiß) nicht übersetzten Text.

Und sie unterhielten sich mit Gregg Sutter. Er lernte Leonard 1979 kennen, schrieb 1980 für das Magazin „Monthly Detroit“ ein Porträt über Leonard und im Januar 1981 fragte Leonard ihn, ob er für ihn recherchieren möge. Seitdem arbeitete Sutter für Leonard und Leonard machte daraus niemals ein Geheimnis. In „King of Cool“ erzählt Sutter über seine Arbeit für Leonard und wie Leonard arbeitete.

King of Cool“ ist vor allem ein Buch für Elmore-Leonard-Fans, die bei den zahlreichen Zitaten aus Leonards Romanen kundig mit dem Kopf nicken und sich an den ganzen Roman erinnern. Für sie ist der essayistische Stil kein Problem. Immer wieder ignorieren sie die Chronologie. Sie setzten willkürlich Schwerpunkte (Warum schreiben sie so viel über „Cuba Libre“, so wenig über seine in den dreißiger Jahren spielenden Geschichten mit U.S. Marshal Carl Webster und nichts über die Religionssatire „Blutsmale“ [Touch], die unbestritten sein ungewöhnlichster Roman ist?). Und, wenn sie schon einmal eine Romangeschichte zusammenfassen, geschieht dies sehr kryptisch. Sie kennen ja die Romane und Filme. Ein Neueinsteiger dürfte da seine Probleme haben.

Aber ich kann mich auch irren und jemand kommt über eine Elmore-Leonard-Verfilmung, die er im Fernsehen sieht, zu diesem biographischen Essay und dann zu den Romanen des Grand Master der Mystery Writers of America.

Frank Göhre/Alf Mayer: King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story

Culturbooks, 2019

240 Seiten

15 Euro

Hinweise

Culturbooks über das Buch

Wikipedia über Elmore Leonard (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. Februar: Valdez

Februar 22, 2019

Bayern, 23.30

Valdez (Valdez is coming, USA 1971)

Regie: Edwin Sherin

Drehbuch: Roland Kibbee, David Rayfiel

LV: Elmore Leonard: Valdez is coming, 1970

Rancher Tanner beschuldigt einen Mann, seinen Freund Erin ermordet zu haben. Hilfssheriff Valdez erschießt den Verdächtigen. Aber er war unschuldig. Valdez will jetzt von Tanner Geld für die Beerdigung und die Witwe des Toten. Dieser lehnt ab. Valdez nimmt den Kampf auf. Schließlich war er nicht immer ein trotteliger Hilfssheriff.

Melancholischer Spätwestern mit Burt Lancaster, Susan Clark, Richard Jordan

Von Elmore Leonards Homepage (Achtung! Das Ende wird verraten.): „Valdez is Coming is Elmore’s favorite western. It shows examples of the style that he would further develop in his contemporary crime novels. Burt Lancaster as Bob Valdez is the underestimated man, a constant theme in Elmore Leonard’s work. He is forced to confront the local ruthless land baron who nearly has him killed. He retaliates and lets his nemesis know that “Valdez is coming.” Before beginning The Moonshine War, Elmore wanted to write Valdez for the screen. Unfortunately Burt Lancaster was not available for a couple of years and the project was delayed. Edwin Sherin, the director of Valdez is Coming was a Broadway director and this was his first film which he shot in Spain. The biggest surprise of Valdez was that there was no shootout at the end, just as Elmore had written in the book. Nobody in Hollywood could believe it.”

Auch bekannt als „Valdez kommt“

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Valdez“

TCM über „Valdez“

Wikipedia über „Valdez“ (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Buchhinweis, druckfrisch

Heute sagt man wohl: ein Buch über den Erfinder von „Justified“. Vor zwanzig Jahren hätte man gesagt: ein Buch über den Autor von „Schnappt Shorty“, „Jackie Brown“ und „Out of Sight“. Vor dreißig, vierzig Jahren war Elmore Leonard dagegen vor allem ein unter Krimifans angesehener Krimiautor.

Frank Göhre und Alf Mayer haben jetzt ein Buch über ihn geschrieben. Es ist, so die Herren Göhre und Mayer im Vorwort, „ein Mix aus Interviewäußerungen, Textpassagen, Nacherzählungen, Schlaglichtern, Bekenntnissen, Anekdoten, dazu Songs und Stimmen von außen, all das seinem Werk entlang aufgefächert, arrangiert wie eine große und vergnügliche Jamsession. Ein Leseabenteuer. Ein Lebensroman. Die Elmore-Leonard-Story.“

Frank Göhre/Alf Mayer King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story

Culturbooks, 2019

240 Seiten

15 Euro

 


TV-Tipp für den 11. Dezember: Tatort: Einzelhaft

Dezember 11, 2018

WDR, 23.35

TATORT: Einzelhaft (Deutschland 1988)

Regie: Theodor Kotulla

Drehbuch: Frank Göhre

Buch zum Film: Frank Göhre: Einzelhaft (Weltbild Verlag 1999)

Schimanski glaubt im Gegensatz zu Thanner nicht, dass Rolf Vogtländer seine Frau umgebracht hat. Nach einem Gespräch mit Vogtländers schöner Tochter Ilona ermittelt Schimanski auf eigene Faust. Dumm nur, daß Ilona den Mörder alleine finden will und lesbisch ist.

Ein ruhiger Schimanski, musikalisch unterlegt von Eberhard Weber.

Mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge, Brigitte Karner, Juraj Kukura, Maria Hartmann, Franz Boehm

Hinweise

Host-Schimanski-Fanseite

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Deutscher Noir – Versuche, Teil 1: „Foresta Nera“ von Friedemann Hahn

Juni 20, 2018

Der deutsche Noir…

Geht das überhaupt?

Nun, der Polar Verlag versucht es jetzt auch mit deutschen Autoren. Der zweite ‚Deutsche Polar‘ ist „Foresta Nera“ von Friedemann Hahn. Wolfgang Sprangers „Tiefenscharf“ war der erste. Und der Polar Verlag ist nicht allein. Bei Culturbooks erschien die Kurzgeschichtensammlung „Berlin Noir“ (am Lesen, aber die ersten Geschichten wecken bei mir jetzt nicht gerade die „ich muss unbedingt weiterlesen“-Lust). Sven Heuchert veröffentlichte letztes Jahr mit „Dunkels Gesetz“ einen Noir und wenn man sucht, findet man zwischen Provinzkrimis, Krimischnurren und Serienkillerthriller auch viel Noir. Wobei Noir erst Mal nur eine von Autoren und Kritikern fast beliebig füllbare Hülle ist. Unter den unzähligen Noir-Definitionen, gefällt mir, auch wenn ich jetzt nicht den Verfasser finde, diese am Besten: „Noir ist das Gegenteil von Disney.“

Auf die bis jetzt im Polar Verlag erschienenen Krimis trifft diese Definition hundertprozentig zu. Trotzdem veröffentlichte Polar-Herausgeber Wolfgang Franßen nicht einfach den Roman eines deutschsprachigen Autors, sondern erklärt im Vorwort von „Tiefenscharf“: „Von Anfang an, als ich den Polar Verlag gründete, wollte ich einen ‚Deutschen Polar‘ ins Leben rufen. Autoren eine Plattform bieten, sie ermuntern, sich abseits des Gängigen zu bewegen, vielmehr Risiken einzugehen. (…) Es ist also Zeit für keinen Kompromiss. Für kein Etikett, um das Marketing zu erweitern. Zeit für Autoren und Autorinnen, die etwas wagen wollen. Sei es stilistisch, sei es durch unbequeme Antworten. Geschichten müssen rebellieren. Nicht mit Krawall und Tumult, um effekthaschende Kulissen zu errichten, die alles für einen Platz auf der Bestsellerliste opfern würden. (…) Deutscher Polar? Wir amüsieren uns nicht zu Tode. Wir rebellieren.“

Ein Ergebnis der Rebellion ist Friedemann Hahns jetzt erschienenes Debüt „Foresta Nera“, das sich wie ein assoziativer Fieberalbtraum liest. Eine herkömmliche, nacherzählbare Geschichte ist nicht mehr vorhanden. Es sind nur noch Splitter. Es geht um illegale Geschäfte, mehrere Frauenmorde, einen toten Künstler und mehrere Polizisten und Verbrecher, deren Geschichte bis in die Nazi-Zeit und ihre gemeinsame Zeit in der Fremdenlegion zurückreicht.

Dass die Geschichte 1962 spielt, wird erwähnt, aber mehr als ein beliebig austauschbares Nachkriegsjahr bleibt es nicht. Hahn schiebt immer wieder früher spielende Szenen in die aktuelle Geschichte. Oft ist nicht genau erkennbar, wann diese Szenen spielen. Und wie sehr sie Realität oder Fantasie sind. Hahns Welt ist ein düsteres Paralleluniversum, das, ungeachtet der Faktentreue, immer wie eine von der Realität entkoppelte Fantasie wirkt.

Sein Schwarzwald, – „Foresta Nera“ ist italienisch für „Schwarzwald“ -, ist ein direkt aus der Schwarzen Romantik entsprungenes Fantasie-Land, in dem das Leben der Bewohner in düsteren Farben gezeichnet wird.

Das ist, unbestritten, immer wieder bildgewaltig und eindrücklich beschrieben. Aber es ist auch genau diese Art von Literatur, die mich absolut nicht anspricht.

Foresta Nera“ ist wie ein Horrorfilm, der mangelnde Substanz mit Schockbildern, dunklen Bildern, Blut und Gedärmen (auch wenn es nur von einer Hausschlachtung ist) und einem Unwohlsein erzeugendem Soundtrack kompensiert.

Friedemann Hahn: Foresta Nera

Polar Verlag, 2018

216 Seiten

16 Euro

Hinweise

Polar über „Foresta Nera“

Homepage von Friedemann Hahn

Wikipedia über Friedemann Hahn

Und der sehr, sehr wichtige Suchhinweis:

GESUCHT WIRD EIN DEUTSCHER-POLAR-KRIMINALROMAN

ALARMSIGNALE: Wir leben in einer Epoche sozialer Verwerfungen. Die Auswirkungen der entfesselten Ökonomie machen vor keiner Grenze halt und erschüttern die Gesellschaften bis in ihre Grundfesten. Korrupte Wirtschaftsführer und Politiker, Großkonzerne, deren Einfluss sich wie ein Spinnennetz über die Gesellschaften legt, Rassismus, Gewalt gegen Schwächere bestimmen das 21. Jahrhundert.

ANTWORTEN GESUCHT: Der Kriminalroman muss sich mit der Wirklichkeit befassen, auf diese Situation reagieren. Er muss sie beschreiben und aufzeigen, dass Verbrechen nicht im luftleeren Raum geschehen.

FRAGEN STELLEN: Wer die Welt beschreibt, ergreift zwangläufig Partei für oder gegen die herrschenden Verhältnisse, für oder gegen die Erniedrigten und Beleidigten, für oder gegen die, die Macht missbrauchen. Um die Welt, in der wir leben, zu beschreiben, ist ein Kriminalroman nötig, der eine harte, klare Sprache spricht und deutlich Stellung bezieht.

NICHTS ALS UNGESCHMINKT: Kein Land ist ausgespart. Deshalb brauchen wir auch in Deutschland eine Kriminalliteratur, die – aufbauend auf der Tradition des harten Realismus der Klassiker und der Gnadenlosigkeit des Polar/Noir – die gesellschaftlichen Widersprüche des 21. Jahrhunderts und ihre Verbrechen beschreibt. Wir wünschen uns eine Kriminalliteratur ohne ängstliche Kompromisse. Wir suchen kühne Autoren/Innen, die das Verbrechen dort ansiedeln, wo es stattfindet – in der Wirklichkeit.

BELOHNUNG: EINE VERÖFFENTLICHUNG DES KRIMINALROMANS IM POLAR VERLAG

PREISGELD 1000,00 Euro

Ausschreibung vom 01.04.2018 bis zum 31.11.2018

Preisgeld 1000,00 Euro

Die Jury: Doris Gercke, Frank Göhre, Robert Brack, Tobias Gohlis

Einsendungen nur per Mail unter: kontakt@polar-verlag.de

PREISVERLEIHUNG AUF DER LEIPZIGER BUCHMESSE 2019

Die Jury ist in jedem Fall kompetent. Jetzt sollte sie auch gute Manuskripte lesen.


Französisch morden mit Léo Malet und Christian Roux

April 20, 2016

pbRoux - Der Mann mit der Bombe

Wahrscheinlich wird in Frankreich genauso viel Mist veröffentlicht wie bei uns, aber es wird nicht alles übersetzt und das, was übersetzt wird, hat dann oft einen sehr eigenen Ton, der gefällt. Jedenfalls wenn man auf Noir steht.

Dass es düster wird, verrät schon der Titel von Léo Malets jetzt wieder veröffentlichtem zweiten Band der Schwarzen Trilogie: „Die Sonne scheint nicht für uns“. Und der Klappentext des im Original 1949 erschienenen hundertzwanzigseitigen Romans verrät das Ende: „Der sechzehnjährige André wird wegen Vagabundierens ins Jugendgefängnis gesteckt – und endet als jüngster Geköpfter Frankreichs unter der Guillotine.“ Aber über den Weg dorthin verrät der Klappentext nichts und dieser gradlinige Weg ins Verderben, natürlich beschritten mit einer Femme Fatale, ist überaus lesenswert. Immer noch. Denn während mir Malets erster Band der Schwarzen Trilogie „Das Leben ist zum Kotzen“ nicht so gefiel, ist „Die Sonne scheint nicht für uns“ ein spannender Einblick in das Leben der Unterschicht in den zwanziger Jahren (das Buch spielt 1926), das mit dem heute immer noch allseits bekanntem Leben der Bohème nichts zu tun hat. Woody Allen beschrieb es ja in seinem 2011er „Midnight in Paris“ wieder in den schönsten Farben, die in „Die Sonne scheint nicht für uns“ nichts zu suchen haben. Außerdem ist Malets Ich-Erzähler André für seine jungen Jahre schon erstaunlich desillusioniert. Aber er hatte auch nie eine Chance.

Neben der Schwarzen Trilogie ist Léo Malet vor allem als Erfinder von Nestor Burma bekannt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mit hundertvierzig Seiten ist Christian Roux‘ „Der Mann mit der Bombe“ ebenfalls ziemlich kurz geraten und auch hier würde niemand ernsthaft auf ein glückliches Ende wetten. Der Arbeitslose Mittvierziger Larry, der Tontechniker war, Frau und Kind hat, hat sich eine Bombenattrappe gebaut. Das verleiht ihm vor allem bei den peinlichen Vorstellungsgesprächen ein Gefühl von Macht. Als er, während er selbst gerade die Bank überfallen will, zufällig in einen aus dem Ruder laufenden Banküberfall gerät, zeigt er seine Bombe und flüchtet mit der Bankräuberin Lu, einer jungen, kokssüchtigen Frau, die panische Angst vor dem Alleinsein hat. Auf ihrer ziellosen Reise durch Frankreich überfallen sie kleine Postfilialen, werden von ihren Kompagnons und der Polizei verfolgt und fragen sich, wie ihr Leben enden soll.

Das hat natürlich etwas von Bonnie & Clyde, erinnert auch an all die französischen Krimis, in denen sich im Hinterland (also alles, was nicht das Zentrum Paris ist), garniert mit Sex und Gewalt, eine wilde Hatz zwischen Polizisten und mehr oder weniger unschuldig Verfolgten entwickelt.

Der Mann mit der Bombe“ ist der erste ins Deutsche übersetzte Roman des 1963 geborenen Christian Roux. Für seine Romane erhielt er mehrere Krimipreise.

Léo Malet: Die Sonne scheint nicht für uns

(übersetzt von Andrea Jossen, mit einem Nachwort von Tobias Gohlis)

Nautilus, 2016

144 Seiten

14,90 Euro

Deutsche Erstausgabe

Edition Nautilus, 1989

Originalausgabe

Le soleil n’est pas pour nous

Editions du Scorpion, 1949

Christian Roux: Der Mann mit der Bombe

(übersetzt von Cornelia Wend, mit einem Vorwort von Frank Göhre )

Polar, 2016

154 Seiten

12,90 Euro

Originalausgabe

L’homme à la bombe

Editions Payot & Rivages, 2012

Hinweise

Wikipedia über Léo Malet (deutsch, französisch)

Krimi-Couch über Léo Malet

Meine Besprechung von Leo Malets „Das Leben ist zum Kotzen“ (La vie est dégueulasse, 1948)

Polar über Christian Roux

Wikipedia über Christian Roux


Ein Abend über Ed McBain und das 87. Polizeirevier – in Hamburg

Juni 3, 2015

McBain - Die Greifer

Das klingt vielversprechend: am Samstag, den 27. Juni 2015, gibt es ab 21.00 Uhr in Hamburg im Birdland (Gärtnerstr. 122; Busline 20 und 25, Haltestelle Gärtnerstraße) einen musikalisch umrahmten Abend zu Ehren von Ed McBain und seiner stilprägenden Romanserie über das 87. Polizeirevier.
Bei der eBook-Release-Party stellen Alf Mayer und Frank Göhre ihr bei Culturbooks demnächst erscheinendes Buch „Cops in the City. Ed McBain und das 87. Polizeirevier. Ein Report.“ vor.
Gustav Peter Wöhler liest einige Ausschnitte aus dem umfangreichen Werk von Ed McBain, das bei uns derzeit nur antiquarisch erhältlich ist.
Und die Musik ist vom Buggy Braune Trio (Buggy Braune, p, Oliver Karstens, b, und Konrad Ullrich, dr). Von Braune habe ich eine alte CD, auf der er grandiosen Modern-Jazz spielte.
Eine Platzreservierung wird empfohlen bei Jan Karsten 040 31108081 oder per eMail Jan.Karsten@Culturbooks.de

Über den Abend und das Buch schreibt der Veranstalter (was mir einige Arbeit erspart):

Ed McBain ist der unumstrittene Großmeister des Polizeiromans.
Ab 1956 veröffentlichte er fünf Jahrzehnte lang insgesamt 55 Romane über das fiktive 87. US-Polizeirevier.
Ed McBain wurde 1926 als Salvatore Albert Lombino in New York geboren.
Um seine ersten Stories besser vermarkten zu können, nahm er 1952 offiziell den Namen Evan Hunter an. Mit seinem Debütroman „Die Saat der Gewalt“ und der Verfilmung wurde er international bekannt. Der Titelsong von Bill Haley „Rock Around The Clock“ wurde zum Megahit und Hymne einer ganzen Generation.
Alfred Hitchcock engagierte ihn als Drehbuchautor für „Die Vögel“. Viele von Ed McBains Polizeiromanen wurden verfilmt, u.a. von Claude Chabrol und Akira Kurosawa.
Evan Hunter/Ed McBain starb am 6. Juli 2005.
Aus Anlass seines 10. Todestages haben die Autoren Frank Göhre und Alf Mayer einen umfangreichen erzählenden Essay geschrieben:
Frank Göhre/Alf Mayer: Cops in the City. Ed McBain und das 87. Polizeirevier. Ein Report.
Digitales Original. CulturBooks Longplayer, Juni 2015. 210 Seiten.
Es ist eine Reise durch fünf Jahrzehnte auf den Spuren der Detectives vom 87. Revier.
Die Ermittler und ihre Fälle werden vorgestellt, die Veränderung einer Stadt und ihre Kriminalität aufgezeigt. Polizistenmorde, Bandenkriege und Heckenschützen sind Thema, wie auch die klassischen „7 Todsünden“ Eitelkeit, Habgier, Wollust, Rachsucht, Maßlosigkeit, Eifersucht und Ignoranz. Ein vielschichtiges Sittenbild entsteht. Der rote Faden dieses assoziativen Trips ist das Leben des Autors mit all seinen weiteren Facetten, seinen Arbeiten für Film und Fernsehen, seiner nie klischeehaft werdenden Routine und seinem unermüdlichen Schaffen.

P. S.: Und das Pseudonym „Ed McBain“ nahm Evan Hunter an, weil er dachte, dass McBain so richtig irisch und damit so richtig nach einem harten Polizisten klinge.

P. P. S.: Besprechung des Essays nach der Lektüre, auf die ich mich schon freue.

Hinweise

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions)

Meine Besprechung von Ed McBains „Die Gosse und das Grab“ (The Gutter and the Grave, 2005, Originalausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Frank Göhre in der Kriminalakte


„Secret Service – Jahrbuch 2015“ und das „Krimimagazin: Crime & Sex“ informieren über die Krimiwelt

Mai 21, 2015

Krimimagazin - Crime & SexSyndikat - Secret Service Jahrbuch 2015 - 2

Nachdem der alljährliche „Der deutsche Krimi ist schlecht und der Regionalkrimi ist noch schlechter“-Artikel dieses Jahr von Lisa Kuppler, die es eigentlich besser wissen müsste, in der FAZ erschien und es gleich einige geharnischte Kommentare gab (unter anderem Der Schneeman, CrimeNoir, Crimemag und Polar), erspare ich mir jede weitere Kommentierung (aber man könnte die bekannte „Der Regionalkrimi ist doof“-Melodie doch wenigstens mal etwas variieren) und wende mich den Sammelbänden „Secret Service – Jahrbuch 2015“ von der deutschsprachigen Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ und dem Sammelband „Krimimagazin: Crime & Sex“ von Tobias Gohlis und Thomas Wörtche zu.

Im „Krimimagazin: Crime & Sex“ versammeln die beiden Krimikritiker neun Texte von Krimiautoren. Drei Frauen, sechs Männer. Drei Deutsche, sechs, hm, Ausländer.

Und auch nach der Lektüre kann ich immer noch nicht sagen, wer es kaufen soll und was die Absicht des Sammelbandes ist. Das heißt jetzt nicht, dass die Texte vollkommen uninteressant sind. Es sind Ergänzungen zu den von den Autoren geschriebenen Romanen, die teilweise schon etwas älter sind. Es handelt sich um Hintergrundmaterial und damit klassisches Material für ein Nachwort.

So schreibt Gary Dexter („Der Marodeur von Oxford“, Penser Pulp 2013) in „Kriminalliteratur und Sexologie: Bettgenossen des 19. Jahrhunderts“ über Krimis (viel Sherlock Holmes) und Sexologen im 19. Jahrhundert. Das liest sich eher wie ein Lexikonartikel.

Auch Wolfgang Kaes‘ Ausführungen über Stalking und die nicht mehr aktuelle Gesetzeslage in Deutschland lesen sich wie ein Lexikonartikel. Kaes (zuletzt „Spur 24“, rororo 2014) schrieb darüber in „Herbstjagd“ (2006).

Mechtild Borrmann schreibt über Zwangsprostitution am Beispiel einer Prostituierten. Das Porträt basiert auf ihren Recherchen für „Die andere Hälfte der Hoffnung“ (Droemer Verlag, 2014) und verrät einem informiertem Zeitungsleser nichts Neues.

María Inés Krimer („Sangre Kosher: Ruth Epelbaum und die Zwi Migdal“, Penser Pulp 2014) schreibt über Prostitution in Argentinien, gestern (viel und interessant) und heute.

Andrew Brown (zuletzt „Trost“, btb 2014) erzählt eine Episode aus seinem Alltag als Polizist mit einer Straßenprostituierten.

Carlo Lucarelli (zuletzt „Bestie“, Folio 2014) redet über den italienischen Mann und das Verbrechen in Italien, also vor allem die Mafia. Das Interview ist ein netter Einblick in die italienische Seele.

Liza Cody liefert einige Hintergründe zu ihrem letzten Roman „Lady Bag“ (ariadne, 2014). Sie porträtiert vier obdachlose Frauen, die sie zu dem Roman inspirierten und dieser gut geschriebene Text macht wirklich neugierig auf „Lady Bag“.

Howard Linskey schreibt über das Geschäft mit der Prostitution in England, das auch in seinen Romanen „Crime Machine“ (Knaur 2012), „Gangland“ (Knaur 2014) und „Killer Instinct“ (Knaur, angekündigt für August 2015) eine Rolle spielt.

Und Frank Göhre begibt sich wieder auf die sündige Meile St. Pauli. Darüber hat er mehrere Romane geschrieben und in diversen Nachworten und Essays auch über die wahren Hintergründe seiner Geschichten geschrieben. Trotzdem gelingt es ihm in „Palais d’Amour“ einige Aspekte anzusprechen, die auch für einen Göhre-Fan noch neu sind.

Aber in den Sammelband fehlt jede kritische Betrachtung oder Einordnung von ihren Romanen (was auch nicht die Aufgabe des Autors ist) oder des Themas „Sex und Verbrechen“ in die Geschichte der Kriminalliteratur. Es gibt, was man bei den beiden Herausgebern eigentlich hätte erwarten können, keinen einzigen Text, der sich mit der Darstellung von Kriminalität und Sexualität im Kriminalroman beschäftigt und was die Behandlung von Sex und Verbrechen in der Literatur über die Wirklichkeit aussagt.

In den Essays geht es fast immer nur um Prostitution in der Wirklichkeit in verschiedenen Ländern in der Vergangenheit und der Gegenwart, mal mit mehr, mal mit weniger Informationen über die Verbindung vom Sexgewerbe zum Verbrechen. Man erfährt auch etwas über den dortigen Sittenwandel. Aber ohne die Kenntnis der Romane hängen die Texte fast alle im luftleeren Raum, oft sind sie nicht sonderlich spannend geschrieben und allzu neugierig wurde ich nicht auf die meisten Romane.

Immerhin gelingt es Liza Cody, Howard Linskey und Frank Göhre, die alle auch sagen, wie die Wirklichkeit ihre Romane inspirierte, neugierig auf ihre Romane zu machen. Und das wäre nach „drei Frauen“ und „drei Deutsche“ das dritte Trio.

Für Februar 2016 ist mit „Crime & Money“ das zweite Krimimagazin angekündigt, das dann hoffentlich mehr als ein schlechter „True Crime“-Sammelband ist.

Das Zielpublikum von „Secret Service – Jahrbuch 2015“ des Syndikats ist dagegen ganz klar umrissen: die Mitglieder des Syndikats und deutschsprachige Krimiautoren. Für sie gibt es die bewährte Mischung aus Klatsch und Tratsch, vulgo Vereinsmeierei. Es gibt einige Kurzkrimis, die ungefähr die Länge eines Witzes haben, Veranstaltungsberichte (über die Wiener Kriminacht, die Criminale und das Forum Criminale; beides lesenswert), Hintergrundinformationen (über E-Books und Lesungen), Ratschläge und, von Thomas Przybilka (der auch wichtige Sekundärliteratur auflistet), die immer interessanten Befragungen der Glauser-Preisträger. Dieses Jahr sind es die 2014er Preisträger Judith W. Taschler (für „Die Deutschlehrerin“ als bester Roman), Harald Gilbers (für „Germania“ als bestes Debüt), Verleger Herman-Josef ‚Hejo‘ Emons (Ehrenglauser für besondere Verdienste), Alexander Pfeiffer (für „Auf deine Lider senk ich Schlummer“ als bester Kurzkrimi) und Alice Gabathuler (für „NO_WAY_OUT“ als bester Kinder- und Jugendkrimi).

Und dann gibt es, immer wieder, Texte, die mich kopfschüttelnd zurücklassen, wie Renate Klöppels „Lampenfieber bei Lesungen: Ein Übel, mit dem man sich abfinden muss?“. Anstatt wirklich sinnvolle Hinweise zu geben oder zu erzählen, wie eine Lesung funktioniert, plaudert sie ein wenig und die Tipps sind höchstens für Schüler, die zum ersten Mal ein Referat halten sollen, tauglich. Denn – und hier kommen meine Tipps für Lesungen – als Autor hat man im Gegensatz zu allen anderen Menschen, die etwas präsentieren, einige Vorteile: die Leute sind wegen einem gekommen, sie sind höflich und interessiert und sie wollen den Autor umschmeicheln. Sie werden also keine unhöflichen Fragen stellen oder einen kritisieren. Man hat schon einen Text, den man einfach nur vorlesen muss. Niemand erwartet, dass ein Autor ein guter Vorleser ist. Er sollte einfach seinen Text langsam und laut (wenn es kein Mikrophon gibt) vorlesen und danach einfach schon einmal die offensichtlichen Fragen (Woher haben Sie ihre Ideen? Warum haben Sie diesen Roman geschrieben? Wie sieht ihr Arbeitstag aus? Hat Hollywood schon wegen der Verfilmung angefragt?) beantworten. Dabei kann er sich viel Zeit lassen. Denn die Leute wollen ihm zuhören. Sie werden ihn nicht unterbrechen. Und, wie gesagt, sie sind höflich. Sie klatschen. Sie lachen. Sie freuen sich, dass der Autor sie beehrt. Am Ende signiert man die Bücher.

Außerdem sollte jeder Autor vor seiner ersten Romanveröffentlichung – immerhin haben sie fast alle studiert – schon einige Vorträge vor Publikum gehalten haben. In der Schule (die blöden Referate), in der Universität (die blöden Referate) und im Beruf (die blöden Referate).

Über Horst-Dieter Radkes Behauptung „Die Protagonisten der meisten aktuellen Romane haben keine Biographie.“ in „Über das Grab hinaus… – Von Krimiklassikern lernen“ lohnt es sich kaum zu streiten. Er nennt dann Dorothy L. Sayers‘ Lord Peter Wimsey, Agatha Christies Miss Marple und Hercule Poirot und George Simenons Kommissar Maigret als Charaktere mit einer ausgefeilten Biographie.

Der Leser aktueller Romane denkt an Lawrence Blocks Matt Scudder, James Lee Burkes Dave Robicheaux, Michael Connellys Harry Bosch, Ian Rankins John Rebus, Robert B. Parkers Jesse Stone, Ken Bruens Jack Tayler, und ehe ihm weitere Ermittler mit einer ausgewachsenen Biographie, die sich über mehrere Romane entwickelt, einfallen, beschließt er, den Text zu vergessen.

In „Großleinwandthriller oder: Warum machst du eigentlich kein Kino?“ schreibt Matthias Herbert über seine Erfahrungen bei der (Nicht-)Realisierung eines Spielfilms. Das ist amüsant geschrieben und bietet einen ernüchternden Einblick in die deutsche Filmszene.

Insgesamt zeigt „Secret Service – Jahrbuch 2013“, wie die vorherigen Ausgaben, warum der deutsche Krimi ist, wie er ist.

Tobias Gohlis/Thomas Wörtche (Herausgeber): Krimimagazin: Crime & Sex

Droemer, 2015

240 Seiten

9,99 Euro

Syndikat: Secret Service – Jahrbuch 2015

Gmeiner, 2015

256 Seiten

9,99 Euro

Hinweise

Homepage vom Syndikat

Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2009“

Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2011“

Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2012“

Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2013“

Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2014“


Cover der Woche

Dezember 16, 2014

Göhre - St. Pauli Nacht - Movie Tie-In

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Frank Göhre!


„Gut leben – früh sterben“, „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir“ und „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ – Ein kurzer Blick auf einige neuere Kurzgeschichten und Essays von Frank Göhre

Dezember 15, 2014

Göhre - Gut leben - früh sterben - 2

Erstens: Frank Göhre ist kein Hamburger. Er lebt nur dort. Seit über dreißig Jahren. Geboren wurde er am 16. Dezember 1943 in Tetschen-Bodenbach. Aufgewachsen ist er in Bochum und nach einigen Umwegen landete er dann in Hamburg.
Zweitens: Ich habe keine Ahnung, ob der Kiez-Chronist wirklich der beste Hamburg-Autor ist. Immerhin gibt es noch Robert Brack und etliche Autoren kenne ich nicht oder würde sie nicht unbedingt mit Hamburg verbinden, auch wenn ihre Geschichten mehr oder weniger in der Stadt spielen. Aber die meisten Romane und Kurzgeschichten von Frank Göhre sind ohne die Stadt und ihre besondere Melange von Politik und Verbrechen nicht denkbar.
Drittens: In „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“, dem neuesten Sammelband mit Essays und Kurzgeschichten von Frank Göhre, begibt er sich auch an Orte außerhalb der Hansestadt. Es sind Marakesch (die mit eigenen Betrachtungen gewürzte Textcollage „Hotel Marrakesch“), die USA („Jane, Baby Jane“, „’Spenser, mein Name ist Spenser‘ – Ein Porträt in Selbstaussagen“, „Ein alkoholkranker Cop“ [über „Spenser“-Erfinder Robert B. Parker und Jesse Stone]), deutsche Städte (obwohl ich lieber Örtlichkeiten sagen würde), wie Bad Hamm („Gut leben, früh sterben“), Werne („In Werne hoch zu Pferde“), Breuberg („Breuberger Bilder“), und „Schlaf, Kindchen, schlaf“, Göhres Beitrag zu dem Kettenroman „Gipfeltreffen“, einem hoffnungslos vermurksten, erbärmlich gescheiterten und unlesbarem Werk, das einiges über den Zustand der deutschen Krimiszene aussagt und mir gründlich die Lust an den Werken von einigen deutschen Kriminalromanautoren nahm. Nur Göhre nahm damals die selbstgestellte Aufgabe ernst. Es gibt mehrere, in Hamburg spielende Geschichten und Reportagen und, als eine der wenigen Erstveröffentlichungen, „Kino“, eine Erinnerung an seine Jugend und das Kino.
Die meisten Texte sind schon an anderen Orten, teils in thematischen Kurzgeschichten-Sammlungen (wie verschiedene „Mord am Hellweg“-Anthologien oder „Tatorte Odenwald“), teils im Internet, teils als Nachworte oder als Bonusgeschichten bei Neuauflagen von seinen Romanen erschienen. Insofern ist „Gut leben – früh sterben“, wie „Seelenlandschaften“ und „I and I“ eine handliche Zusammenstellung von bereits bekannten, kürzeren Werken, die sich eher an den Göhre-Fan und weniger an den Göhre-Neueinsteiger, für den es dann doch zu speziell und eklektisch wird, richtet.

Göhre - Du fährst nach Hamburg ich schwör s dir - Ein HeimatfilmGöhre - Die Härte der Reichtum und die Weite - Ein Heimatfilm

Ganz in Hamburg ist er in „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ und „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“, die am Stück gelesen, eine Chronik von Hamburg zwischen den späten Fünfzigern und frühen Achtzigern entwerfen. Dabei verbindet er, wie auch in anderen Essays, die Geschichte von Hamburg, vor allem von St. Pauli, mit dort spielenden Filmen, die ein quasi-dokumentarisches Bild ihrer Entstehungszeit geben. Es sind, in „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir“
Francesco Rosis Gastarbeiterdrama „Auf St. Pauli ist der Teufel los“ (1959), einige von Jürgen Rolands Kiezfilmen, beginnend mit „Polizeirevier Davidswache“ (1964) (dieser Text erschien als „Es war einmal St. Pauli“ in einer leicht anderen Form in „Jürgen Roland und seine St. Pauli-Filme“ und in „Geile Meile“) und Klaus Lemkes „Rocker“ (1971), und, in „Die Härte, der Reichtum und die Weite“, Roland Klicks „Supermarkt“ (1974), Hark Bohms „Nordsee ist Mordsee“ (1976) und Vadim Glownas „Desperado City“ (1980). Alle Filme eint, neben den Schauplatz Hamburg und dass sie sich auf die Schattenseiten der Stadt konzentrieren, dass sie, so populär und erfolgreich sie bei ihrem Kinostart waren, sie heute, dank weitgehend ausbleibender TV-Wiederholungen und DVD-Veröffentlichungen, nur noch bei Cineasten bekannt sind.
Beim Lesen von Göhres Filmbetrachtungen (die Lust auf ein Wiedersehen der Filme machen) fällt immer wieder auf, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten änderte. Die Erziehungsheime, über die Ulrike Meinhof in „Bambule“ schrieb, gibt es nicht mehr, Homosexuelle werden nicht mehr verfolgt, das damalige St. Pauli (und damit auch das heute immer noch populäre Bild vom Nachtleben auf der Reeperbahn) gibt es nicht mehr und die kleinen Geschäfte sind Franchise-Unternehmen gewichen. Es fällt auch auf, dass es heute diese Art von quasi-dokumentarischen Spielfilmen nicht mehr gibt. Spontan fällt mir nur Edward Bergers „Jack“ ein, das als ein zeitgemäßes Update von Hark Bohms „Nordsee ist Mordsee“ gesehen werden kann.
Und jetzt sollte Frank Göhre sich an den dritten Teil seines Heimatfilms machen. Immerhin gibt es die „Nachtschicht“-Kriminalfilme von Lars Becker, die tief in das Hamburger Leben eintauchen. Oder Fatih Akins „Kurz und schmerzlos“. Oder Christian Alvarts in den frühen Sechzigern spielende „Banklady“. Und vielleicht gibt es noch einige weitere spannende Hamburg-Filme, die mir gerade nicht einfallen.
Aber davor darf er in aller Ruhe seinen Geburtstag feiern.

Frank Göhre: Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs
Pendragon, 2014
288 Seiten
11,99 Euro

Frank Göhre: Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm
CulturBooks, 2014
65 Seiten
4,99 Euro

Frank Göhre: Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II
CulturBooks, 2014
45 Seiten
3,99 Euro

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Der Göhre, der „Rocker“, der „Supermarkt“ – eine Lesung in Hamburg am Samstag

Oktober 29, 2014

Eine richtige Lesung, in der der Autor seinen Text herunternuschelt und schüchtern die Fragen des wohlgesonnenen und gesitteten Publikums beantwortet, wird es am Samstag, den 1. November, im Alabama Kino (Jarrestraße 30, 22303 Hamburg) ab 21.00 Uhr nicht geben. Frank Göhre wird zwar seinen neuen Text „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ (Culturbooks) vorstellen, aber zwei gut abgehangene, immer noch und immer wieder sehenswerte Filme werden die meiste Zeit beanspruchen. Denn zwischen den Leseteilen gibt es, endlich mal wieder im Kino, „Supermarkt“ (1973) von Roland Klick und „Rocker“ (1972, ursprünglich ein TV-Film) von Klaus Lemke.
Beide Filme spielen in Hamburg in den frühen Siebzigern und Zeigen die Schattenseiten der Großstadt. In „Supermarkt“ will ein kleinkrimineller Achtzehnjähriger einem Mädchen helfen, indem er einen Geldtransporter überfällt. In „Rocker“ rutscht ein Fünfzehnjähriger, nachdem sein älterer Bruder ermordet wird, in die Welt der Rocker und Zuhälter ab.
Frank Göhre, der mit seinen Romanen in den vergangenen Jahrzehnten eine Gegenchronik zu Hamburgs offizieller Stadtgeschichte schrieb, befasste sich in mehreren Essays auch mit anderen Autoren und Filmen, die ebenfalls die verbrecherische Seite Hamburgs zeigen.
In seiner Ankündigung schreibt CulturBooks:
Zu mehreren Hamburg-Filmen hat der Krimi- und Drehbuchautor Frank Göhre zwei eBooks veröffentlicht: „Du fährst nach Hamburg, ich schwör´s dir“ (CulturBooks, Mai 2014) und „Die Härte, der Reichtum und die Weite“ (CulturBooks, November 2014). Er erinnert an Filme, deren großes Thema die Stadt ist, oder besser, das Porträt eines Stadtviertels: Hamburg St. Pauli im Wandel der Zeit. Hier haben so unterschiedliche Regisseure wie Francesco Rosi, Jürgen Roland, Klaus Lemke, Roland Klick und Vadim Glowna ihre Geschichten von Gastarbeitern, Gangstern und anderen Ausgegrenzten erzählt.
Zugleich aber lässt sich in ihnen die Entwicklung der Organisierten Kriminalität verfolgen. Von der „rechten Hand“ des berühmt-berüchtigten Mafiosi Lucky Luciano bis hin zur Etablierung der „Hell´s Angels“ und dem Auftraggeber des St. Pauli Killers Werner Pinzner spannt sich der Bogen dieser „Heimatfilme“.
Frank Göhres Texte eröffnen eine neue Sicht auf sie. Es ist der stadtgeschichtlich erhellende Film aus Worten hinter den Kinofilmen, ein Stück Kultur- und Sittengeschichte der Freien und Hansestadt Hamburg.
Göhre - Du fährst nach Hamburg ich schwör s dir - Ein HeimatfilmGöhre - Die Härte der Reichtum und die Weite - Ein Heimatfilm
Frank Göhre: Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir
CulturBooks, 2014
65 Seiten
4,99 Euro

Frank Göhre: Die Härte, der Reichtum und die Weite
CulturBooks, 2014
45 Seiten
3,99 Euro

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. Dezember: Tatort: Finale am Rothenbaum

Dezember 13, 2013

Für mich ist diese „Tatort“-Wiederholung das vorgezogene Geburtstagsgeschenk des NDR an Frank Göhre, der am Montag seinen siebzigsten Geburtstag feiert. Aber wahrscheinlich hat im Sender nur jemand gemeint, der „Tatort“ sei mal wieder fällig.

NDR, 21.45

Tatort: Finale am Rothenbaum (D 1991, R.: Dieter Kehler)

Drehbuch: Frank Göhre

Gangster entführen einen Tennis-Champion. Damit das Spiel weitergehen kann, müssen Stoever und Brockmöller ihn befreien.

Spannender (jedenfalls aus der Erinnerung an die Erstausstrahlung) und eher selten gezeigter Stoever-Tatort. Bei dem Tennis-Champion Andi Behrens denken wir natürlich immer noch sofort an Boris Becker.

Mit Manfred Krug, Charles Brauer, Christina Plate, Knut Hinz, Manfred Lehmann

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Stoever

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Geile Meile“ (2013)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Frank Göhre begibt sich auf die „Geile Meile“

September 25, 2013

Göhre - Geile Meile

Für langjährige Frank-Göhre-Fans enthält „Geile Meile“, außer dem Essay „Es war einmal St. Pauli“ und der dreiseitigen Nachbemerkung, nichts neues. Nach „Die Kiez-Trilogie“, der seine Romane „Der Schrei des Schmetterlings“ (1986), „Der Tod des Samurai“ (1989) und „Der Tanz des Skorpions“ (1991) über die Organisierte Kriminalität in Hamburg, vor allem in St. Pauli, enthält und die als düstere, semidokumentarische Noirs das Kernstück des Frank-Göhre-Kults sind, sind in „Geile Meile“ zwei Romane, zwei Novellen und das eben erwähnte Essay enthalten.

Es sind der unmittelbar nach den drei St.-Pauli-Romanen entstanden „Short Cuts“-ähnlichen Roman „St. Pauli Nacht“, in dem Göhre anhand mehrerer vollkommen unterschiedlicher Menschen, die sich höchstens zufällig begegnen, in knappen Szenen von einer normalen Nacht auf der Vergnügungsmeile erzählt. Sönke Wortmann verfilmte das Buch mit Starbesetzung durchaus gelungen.

Zappas letzter Hit“ führt zehn Jahre nach den Ereignissen von „Der Tanz des Skorpions“ die Geschichte der damals wichtigen und überlebenden Protagonisten fort, bildet einen Epilog zur Kiez-Trilogie und ist auch ein Abgesang auf ein St. Pauli, das es nicht mehr gibt. Außerdem porträtiert der Roman die Hamburger Stadtpolitik vor über einem Jahrzehnt und kann daher inzwischen schon als historischer Roman gelesen werden.

Rentner in Rot“ und „Der letzte Freier“ sind zwei Novellen, in denen Hauptkommissar Jörg Fedder, den wir unter anderem aus den Kiez-Romane kennen, auf Mördersuche geht. Einmal wurde eine Rentnerin ermordet, einmal eine Prostituierte.

Es war einmal St. Pauli“ ist ein 24-seitiges Essay in dem Frank Göhre sich mit den Spielfilmen „Polizeirevier Davidwache“ (1964), „Der Engel von St. Pauli“ (1969) und „Zinksärge für die Goldjungen“ (1973) von Jürgen Roland und den zahlreichen Verbindungen zwischen den Filmen und der Realität beschäftigt.

Für Noch-nicht-Frank-Göhre-Fans ist „Geile Meile“, die Ideen und Themen der Kiez-Trilogie fortführt, natürlich ein guter Einstieg in sein Werk, das inzwischen fast vollständig bei Pendragon vorliegt. Wobei ich „Zappas letzter Hit“ erst nach der Kiez-Trilogie lesen würde.

Frank Göhre: Geile Meile

Pendragon, 2013

512 Seiten

14,99 Euro

enthält

Zappas letzter Hit

Pendragon, 2006

St. Pauli Nacht

rororo, 1993

(danach mehrere, teilweise bearbeitete Neuveröffentlichungen mit unterschiedlichem Bonusmaterial)

Rentner in Rot

Schwarze Hefte, Band 1, 1999

(Nachdruck in „St. Pauli Nacht“, Pendragon 2007)

Der letzte Freier

Edition Nautilus (Kaliber .64), 2006

Es war einmal in St. Pauli

Erstveröffentlichung

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Mord und Totschlag – mit Worten – und zwei Sachbücher

März 18, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Werke mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und ein Sachbuch, mit dem ich schon seit Monaten mein halbes Umfeld nerve.

Jarvis - Mehr Transparenz wagen - 2

Es ist „Mehr Transparenz wagen“ von Jeff Jarvis und es gehört zum intelligentesten, was ich in letzter Zeit über das Internet und den damit verbundenen Veränderungen von Privatsphäre und Öffentlichkeit gelesen habe. Jeff Jarvis ist Journalist, Blogger und Professor an der Journalistenschule der City University of New York. Er zeigt, immer wieder, sehr gelungen und fundiert den großen historischen Bogen bis hin zur Erfindung des Buchdrucks schlagend, wie das Internet die Welt verändert, wie das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit sich in den vergangenen Jahrhunderten änderte (und warum bestimmte Soldaten „Privates“ und „Public Schools“ [also Internate] gar nicht so öffentlich sind), wie sehr ihm der Gang in die Öffentlichkeit mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung half, weil er viel Zuspruch bekam, das Thema in der Öffentlichkeit thematisiert wurde und er auch hilfreiche Informationen bekam und da sind wir schon bei dem großen Thema des Buches. Denn Jeff Jarvis geht es darum, zu zeigen, wie das Teilen von Wissen, Informationen und Erfahrungen unsere Welt verbessern kann. Wie die Zusammenarbeit von Kunden und Unternehmen zu besseren Produkten führt. Nämlich zu den Produkten, die die Kunden wollen. Das zeigt er an zahlreichen Beispielen und, im Gegensatz zu den Büchern über das Internet, die ich zuletzt von deutschsprachigen Autoren gelesen (manchmal auch nur angelesen) habe, nie mit einem larmoyant-kulturpessimistischen, sondern mit einem optimistischen Blick in die Zukunft. Ohne dabei die Probleme zu leugnen.

Auch wenn ich nicht mit jeder seiner Thesen übereinstimme, stimme ich ihm in vielen Punkten zu und „Mehr Transparenz wagen!“ hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Einsichten und Erkenntnisse verschafft – und das kann wahrlich nicht von jedem Buch gesagt werden.

Also: Lesebefehl!

Jeff Jarvis: Mehr Transparenz wagen! – Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Quadriga, 2012

320 Seiten

24,99 Euro

Originalausgabe

Public Parts. How Sharing in the Digital Age improves the Way We Work and Live

Simon & Schuster, 2011

Hinweise

Buzzmachine (Blog von Jeff Jarvis)

Wikipedia über Jeff Jarvis (deutsch, englisch)

Pallay - Zugriff - 2

Emil Pallays „Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der deutschsprachigen True-Crime-Bücher ein. Pallay war zwanzig Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos Südbayern und in „Zugriff“ erzählt er von einigen Einsätzen, bei denen er dabei war. Meist als Einsatzleiter. Das bleibt dann im anekdotischen stecken und es fehlt auch jede kritische Perspektive.

Ich habe nichts gegen Erfahrungsberichte, aber ich hätte auch gerne mal einige Bücher von Journalisten, die nach einer intensiven Recherche ein kritisches Buch über die Arbeit der Polizei oder bestimmte Einsätze und Fälle schreiben. Es muss ja nicht gleich der Nachfolger von Truman Capotes „Kaltblütig“ (Cold Blood, 1965) sein, aber es sollte schon mehr als eine Anekdotensammlung sein.

Emil Pallay: Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes

Heyne, 2013

224 Seiten

8,99 Euro

Jonas - Bis zum Hals

Mit seinem neuen Buch „Bis zum Hals“ versucht Kabarettist Bruno Jonas etwas neues. Anstatt die gedruckte Fassung von seinem aktuellen Programm vorzulegen oder mehrere Satiren, die er in den letzten Jahren auf der Bühne vortrug, gesammelt zu veröffentlichen, hat er zehn Geschichten geschrieben, in denen Menschen an einem Endpunkt angekommen sind und die über ihr bisheriges und künftiges Leben reflektieren.

In der ersten Geschichte „HerzLos“, gleichzeitig mit fast fünfzig Seiten auch die längste Geschichte des Buches, hat ein Boulevard-Journalist einen Herzanfall. Gegen den behandelten Arzt hatte er eine Rufmordkampagne inszeniert und er fragt sich, ob der Arzt ihn deshalb bei der Operation zufällig tötet. Das Spenderherz kommt von einem von-Guttenberg-Klon, den er mit seinen Artikeln aus dem Amt jagte und in den Suizid trieb. Die Operation gelingt und der Journalist will jetzt als Bekehrter für seine früheren Sünden büßen und nur noch über das Wahre und Gute schreiben.

Das ist so vorhersehbar-moralinsauer und bis zur erbaulich-wirklichkeitsfernen Schlusspointe erschreckend bieder-bräsig erzählt, dass diese Erzählung eher an die witzigen Geschichten eines Heinz Erhardt, als an die treffsicheren und genau beobachtenden Satiren eines Bruno Jonas erinnert. Die harmlose Geschichte machte mich auch nicht neugierig auf die anderen, vielleicht sogar guten Geschichten. Stattdessen nahm ich nach „HerzLos“ die Chance wahr, „Bis zum Hals“ zur Seite zu legen und mich anderen Werken zuzuwenden.

Bruno Jonas: Bis zum Hals

Karl Blessing Verlag, 2012

240 Seiten

17,95 Euro

Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas

Parker - Das dunkle Paradies - Pendragon2

Nachdem Robert B. Parker mit seinen Spenser-Romanen inzwischen bei Pendragon einen guten Unterschlupf gefunden hat und sogar sein Western „Appaloosa“ übersetzt wurde, hat Pendragon sich jetzt seine, erfolgreich mit Tom Selleck verfilmten, Jesse-Stone-Romane vorgenommen. Der erste, jetzt bei Pendragon wiederveröffentlichte Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ erschien bereits 1998 bei Rowohlt. Die folgenden acht von Robert B. Parker geschriebenen Stone-Romane wurden nicht mehr übersetzt. In den USA hat Michael Brandman, nach Parkers Tod, bereits zwei weitere Stone-Romane geschrieben.

In „Das dunkle Paradies“ tritt Jesse Stone, ein geschiedener Alkoholiker, der gerade bei der Mordkommission in Los Angeles rausgeworfen wurde, seinen neuen Job in Paradise, einer kleinen Ostküstenstadt in der Nähe von Boston, Massachusetts an. Während Jesse Stone sich keine Illusionen über den Grund für seine Einstellung macht, haben der Vorsitzende des Stadtrats und seine engsten Vertrauten sich verschätzt. Nach einem Mord beginnt Jesse Stone mit ernsthaften Ermittlungen, die sich auch gegen die Stadtspitze richten. Denn er hat nichts mehr zu verlieren.

Im Gegensatz zu den in der ersten Person erzählten Spenser-Romanen, erzählt Robert B. Parker die Jesse-Stone-Geschichten aus der dritten Personen und auch aus verschiedenen Perspektiven und gerade bei den ersten Stone-Romanen sieht man, dass Robert B. Parker sich freute, Geschichten zu erzählen, die nicht in den Spenser-Kosmos gehörten. Denn ein Privatdetektiv, der in einer festen Beziehung lebt, ist das Gegenteil eines verkorksten Alkoholikers, der seiner Ehe hinterhertrauert und in einer Kleinstadt Polizist spielt.

Für die Neuausgabe schrieb Frank Göhre ein siebenseitiges Nachwort.

Robert B. Parker: Das dunkle Paradies – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Robert Brack)

Pendragon, 2013

352 Seiten

10,95 Euro

Originalausgabe

Night Passage

G. P. Putnam’s Sons, New York, 1997

Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998

Verfilmung

Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage, USA 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: Tom Epperson

mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

Chraibi - Inspektor Ali im Trinity College

Bei „Inspektor Ali im Trinity College“ von Driss Chraibi hilft die Länge, eigentlich Kürze von 128 Seiten, ungemein. Denn Chraibi will sich vor allem einen Spaß machen, indem er einen Culture Clash zwischen Afrika und England inszeniert. Der Kriminalfall ist dabei bestenfalls eine notdürftige dramaturgische Klammer, die Inspektor Ali von Casablanca nach Cambridge versetzt. Dort soll der geniale Ermittler Scotland Yard bei einem Mordfall helfen. Denn im ehrwürdigen Trinity College wurde eine marokkanische Prinzessin ermordet.

Bei seinen Ermittlungen bemüht sich der geniale Ermittler möglichst jedes Klischee und Vorurteil, das der Westen über Araber hat, zu erfüllen. Das ist anfangs witzig, aber es mündet schnell in eine billige Nummernrevue, in denen einfach immer wieder das schlechte Benehmen, die überragende sexuelle Potenz und Brünstigkeit von Inspektor Ali hoffnungslos übertrieben zur Schau gestellt werden.

Driss Chraibi: Inspektor Ali im Trinity College

(übersetzt von Regina Keil-Sagawe)

Unionsverlag, 2012

128 Seiten

10,95 Euro

Originalausgabe

L’Inspector Ali à Trinity College

Éditions Denoel, Paris, 1996

Deutsche Erstausgabe

Unionsverlag, 1998

Hinweise

Unionsverlag über Driss Chraibi

Wikipedia über Driss Chraibi

Krimi-Couch über Driss Chraibi

Kirjasto über Driss Chraibi

Bruen - Coleman - Tower

Nachdem Ken Bruen die drei genial-abgedrehten Über-Pulps „Flop“, „Crack“ und „Attica“ mit Jason Starr schrieb, hat er sich mit Reed Farrel Coleman, einem in den USA abgefeiertem Noir-Poeten, dessen bislang noch nicht übersetzten Krimis mehrmals für den Edgar nominiert waren und der mehrere Shamus Awards erhielt, zusammengetan und „Tower“ geschrieben. In „Tower“ erzählen sie von den seit ihrer Jugend miteinander befreundeten New Yorker Kleinkriminellen Nick und Todd und ihrem Leben auf den unteren Stufen eines Gangstersyndikats. Als Nick Todd umbringen soll, weil dieser ein Polizeispitzel ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Tower“, das in New York während der neunziger Jahre spielt (es endet am 11. September 2001), ist sicher nicht der stärkste Roman von Ken Bruen. Denn der Aufbau von „Tower“, wonach die Geschichte zuerst aus der Sicht von Nick (das dürfte die von Ken Bruen geschriebene Hälfte sein) und danach aus der Sicht von Todd erzählt wird, führt dazu, dass wir in der zweiten Hälfte die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, aber ohne einen wirklich großen Erkenntnisgewinn wieder lesen.

Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch etwas zu sehr in den bekannten Gewässern. Trotz dem trockenen Humor und den sympathisch-unsympathischen Charakteren, die letztendlich alle Berufsverbrecher sind.

„Tower“ erhielt den Macavity Award als bester Roman des Jahres.

Ken Bruen/Reed Farrel Coleman: Tower

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2012

224 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Tower

Busted Flush Press, 2009

Hinweise

Homepage von Reed Farrel Coleman

 

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor liegt falsch“ (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte

Child - Underground - 2

Während „Tower“ mit 9/11 endet, thematisiert der neue Jack-Reacher-Roman „Underground“ von Lee Child in einer gewissen Weise die Folgen und die Vorgeschichte von 9/11. In New York sieht Jack Reacher nach Mitternacht in einer U-Bahn eine Frau, die alle Anzeichen einer Selbstmord-Attentäterin hat. Als er sie von dem Attentat abhalten will, erschießt sie sich – und Jack Reacher steckt wieder einmal tief im Schlamassel. Denn die Selbstmord-Attentäterin war keine Selbstmord-Attentäterin, sondern eine kleine Pentagon-Angestellte in der Personalabteilung, und mehrere Leute glauben, dass sie Jack Reacher vorher wichtige Unterlagen gegeben hat, die die nationale Sicherheit bedrohen. Ein besonderes Interesse daran haben der hochdekorierte Kongressabgeordnete John Sansom aus North Carolina, der Senator werden will und der als Mitglied eines Special-Forces-Kommandos 1983 in Afghanistan war und für diesen Einsatz eine hohe Auszeichnung erhielt, und die Ukrainerin Lila Hoth, die mit einer seltsamen Geschichte in den USA einen Soldaten sucht.

Nach dem furiosen Beginn plätschert „Underground“ etwas unglücklich vor sich hin, weil Jack Reacher von A nach B läuft und meistens wenige Seiten später erklärt, dass er von Anfang an wusste, dass er gerade eben belogen wurde und das lange zurückliegende, nie vollständig aufgeklärte Ereignis in Afghanistan wirkt als Auslöser für die heutigen Ereignisse etwas zu bemüht.

Underground“ ist ein zu redseliger Thriller mit viel zu viel Militärpatriotismus. Denn in erster Linie will Jack Reacher Sansom helfen, weil Soldaten sich gegenseitig helfen.

Lee Child: Underground

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2012

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Gone Tomorrow

Bantam Press, 2009

Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Bell - Die Farbe der Nacht

Auch Madison Smartt Bell schlägt in „Die Farbe der Nacht“ einen Bogen von 9/11 in die Vergangenheit. Aber ganz anders als Lee Child. Madison Smartt Bell, eigentlich ein literarischer Schriftsteller und kein klassischer Krimiautor (obwohl er mit „Ein sauberer Schnitt“ [Straight Cut, 1986] einen tollen Hardboiled-Krimi schrieb) begibt sich in „Die Farbe der Nacht“ zurück in die Flower-Power-Zeit, den Drogenmissbrauch, die freie Liebe und den wirklich kriminellen Taten einer Hippie-Kommune.

Ich-Erzählerin Mae, die als Croupiere in einem Casino in Nevada arbeitet, entdeckt in einer TV-Aufnahme von dem Anschlag auf das World Trade Center ihre alte Freundin Laurel. „Blut lief ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, doch nicht aus denselben Gründen.“ Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Vergangenheit als sie in einer sektenhaften Hippie-Kommune des charismatischen Gurus D. zusammenlebten, sich ineinander verliebten, Sex mit wechselnden Partnern, unter anderem dem bekannten Musiker O., hatten und zunächst kleinere Einbrüche begingen.

Erinnerungen an die Manson-Familie sind nicht zufällig.

Die Farbe der Nacht“ ist, obwohl es derzeit auf der KrimiZeit-Bestenliste steht, eine Reise zur dunklen Seite der Flower-Power-Bewegung, die auch ziemlich Noir ist, aber sich nicht um Krimikonventionen kümmert, weil es kein Krimi ist. Bells kurzer Roman ist eine durchaus faszinierende Lektüre, die allerdings bewusst skizzenhaft bleibt und munter zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität hin und her springt.

Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Liebeskind, 2013

240 Seiten

18,90 Euro

(Die vorliegende Ausgabe basiert auf der Urfassung des Autors)

Originalausgabe

The Color of Night

Random House, 2011

Hinweise

Krimi-Couch über Madison Smartt Bell

Wikipedia über Madison Smartt Bell

 

 


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