Meine Besprechung von Garry Dishers „Beweiskette“ ist online in der BLK

Juli 27, 2009

Disher - Beweiskette

In der Berliner Litarturkritik ist meine Besprechung von Garry Dishers viertem Hal-Challis-Roman „Beweiskette“ (Chain of Evidence, 2007) online. Disher erhielt dafür den Ned-Kelly-Preis und auch mir hat der Krimi gefallen.

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Besprechung Garry Disher „Niederschlag“ online

August 20, 2008

Meine Besprechung von Garry Dishers letztem Wyatt-Roman „Niederschlag“ (The Fallout, 1997) ist online in der Berliner Literaturkritik. Nachdem ich bereits den vorletzten Wyatt-Roman „Port Vila Blues“ abgefeiert habe, dürte es niemanden erstaunen, dass mir auch „Niederschlag“ gefallen hat. Vielleicht setzt Disher sich ja irgendwann ein seinen Schreibtisch und schreibt einen siebten Wyatt.


Die Krimibestenliste August 2019

August 5, 2019

Zwischen Ende der Sommerferien (in Berlin) und Sommerferien präsentieren die F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur eiskalt ihre Krimibestenliste für den August:

1. Garry Disher – Kaltes Licht (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, 314 Seiten, 22 Euro

2. Friedrich Ani – All die unbewohnten Zimmer (Plazierung im Vormonat: 2)

Suhrkamp, 495 Seiten, 22 Euro.

3. Max Annas – Morduntersuchungskommission (Plazierung im Vormonat: /)

Rowohlt, 346 Seiten, 20 Euro.

4. Nicholas Searle – Der Sprengsatz (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Jan Schönherr. Kindler, 304 Seiten, 20 Euro.

5. Liza Cody – Ballade einer vergessenen Toten (Plazierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Martin Grundmann. Ariadne im Argument-Verlag, 416 Seiten, 22 Euro.

6. Georges Simenon: Maigret im Haus der Unruhe (Plazierung im Vormonat: 7)

Aus dem Französischen von Thomas Bodmer. Kampa, 220 Seiten, 16,90 Euro.

7. Adrian McKinty – Cold Water (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Suhrkamp Nova, 378 Seiten, 15,95 Euro.

8. Tawni O’Dell – Wenn Engel brennen (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Daisy Dunkel. Ariadne im Argument-Verlag, 350 Seiten, 21 Euro

9. Mike Nicol – Sleeper (Plazierung im Vormonat: 5)

Aus dem Englischen von Mechthild Barth. btb, 512 Seiten, 10 Euro.

10. George Pelecanos – Prisoners (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Karen Witthuhn. Ars Vivendi, 230 Seiten, 18 Euro.

Wenn ich mir die Liste ansehen, fällt mir ad hoc (auf meinen Schreibtisch blickend) auf, dass Lee Childs neuer Jack-Reacher-Roman „Keine Kompromisse“ und John Steeles Nordirland-Noir „Ravenhill“ fehlen.

Ansonsten warten Disher, Ani, Nicol und Pelecanos, – alles altbekannte Krimiautoren -, auch bei mir auf eine Lektüre. Ein, zwei, drei andere Bücher sollten noch auf dem Zu-Lesen-Stapel landen. Und McKintys „Cold Water“ wird die Tage abgefeiert.

 


Die Krimibestenliste Mai 2018

Mai 8, 2018

1. Mai überstanden. Dito den Geburtstag von Karl Marx und, vor einigen Stunden, „Rampage“. Den Actionfilm feiere ich big zum Kinostart ab. Davor gibt es die aktuelle Bestenliste der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Deutschlandfunk Kultur:

1. Hideo Yokoyama – 64 (Platzierung im Vormonat: 1)

2. Denise Mina – Blut Salz Wasser (Platzierung im Vormonat: /)

3. Garry Disher – Leiser Tod (Platzierung im Vormonat: 2)

4. Aidan Truhen: Fuck You Very Much (Platzierung im Vormonat: /)

5. Adrian McKinty – Dirty Cops (Platzierung im Vormonat: /)

6. Carlo Bonini – ACAB. All Cops Are Bastards (Platzierung im Vormonat: 5)

7. Matthias Wittekindt: Die Tankstelle von Courcelles (Platzierung im Vormonat: /)

8. Sarah Schmidt – Seht, was ich getan habe (Platzierung im Vormonat: 9)

9. Philip Kerr – Kalter Frieden (Platzierung im Vormonat: /)

10. Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35 (Platzierung im Vormonat: /)

Philip Kerrs „Kalter Frieden“ wird demnächst besprochen. Ich fand ihn, soviel kann schon verraten werden, enttäuschend.

Und jetzt lese ich, irgendwie als Vorbereitung für „Solo: A Star Wars Story“, Alexander Freeds Filmroman „Rogue One“. Der gefällt mir bis jetzt sehr gut.


Die Krimibestenliste April 2018

April 3, 2018

April! April! Auch im April gibt es eine Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Deutschlandfunk Kultur:

1. (2) Hideo Yokoyama – 64

2. (1) Garry Disher – Leiser Tod

3. (5) Wallace Stroby – Fast ein guter Plan

4. (10) Tom Hillenbrand – Hologrammatica

5. (-) Carlo Bonini – ACAB. All Cops Are Bastards

6. (-) Katja Bohnet – Kerkerkind

7. (-) Roland Spranger – Tiefenscharf

8. (-) Declan Burke – Eight Ball Boogie

9. (-) Sarah Schmidt – Seht, was ich getan habe

10. (4) William Boyle – Gravesend

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Viel Hardboiled und Noir, auch aus Deutschland (Spranger), zwei Bücher aus dem Polar Verlag (Spranger, Boyle) und heute ist mit „Foresta Nera“ von Friedemann Hahn ein weiterer deutscher Noir aus dem Polar Verlag.

Da kann ich nur viel Vergnügen bei der Lektüre wünschen.


Die Krimibestenliste März 2018

März 5, 2018

Für den März und damit als Ostergeschenke empfiehlt die Bestenliste der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Deutschlandfunk Kultur

1 (-) Garry Disher: Leiser Tod (Unionsverlag)

2 (-) Hideo Yokoyama: 64 (Atrium)

3 (5) Dror Mishani: Die schwere Hand (Zsolnay)

4 (6) William Boyle: Gravesend (Polar)

5 (-) Wallace Stroby: Fast ein guter Plan (Pendragon)

6 (10) Antti Tuomainen: Die letzten Meter bis zum Friedhof (Rowohlt)

7 (2) Mike Nicol: Korrupt (btb)

8 (-) Castle Freeman: Der Klügere lädt nach (Nagel & Kimche)

9 (-) Roger Smith: Mann am Boden (Tropen)

10 (-) Tom Hillenbrand: Hologrammatica (Kiepenheuer & Witsch)

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Nachdem ich die letzten Tage mit „Red Sparrow“ (so viele Seiten, so viele Sexszenen, so viele Kochrezepte), „Call me by your Name“ (so schön) und dem „Vermächtnis der Spione“ (Bester auländischer Krimi? Wirklich?) beschäftigt war und jetzt gerade „Immer Ärger mit Harry“ habe, stehen Garry Disher, Willam Boyle (und der neueste Polar-Roman, Roland Sprangers „Tiefenscharf“), Wallace Stroby und der neue Horst Eckert („Der Preis des Todes“ erscheint am 13. März und er beträgt 19,95 Euro) ganz oben auf meiner Leseliste. Neben ungefähr hunderttausend anderer guter Bücher, begleitet vom „Eight Ball Boogie“ beim „Höllenjazz in New Orleans“. Solange mich dabei „Die Rache der Polly McClasky“ nicht trifft, kann ich „Wie Wölfe im Winter“ heulen.

Zum Glück muss ich „Ein Mann sieht rot“ nicht mehr lesen. Aber wenn ihr das Buch in einem Antiquariat findet: kauft und lest es.

Nachtrag (6. März): Reihenfolge berichtigt, weil ursprünglich eine falsche Datei versandt wurde.


Kurzkritik: Wallace Stroby: Geld ist nicht genug

April 26, 2017

Am 11. Dezember 1978 klaute die Mafia auf dem John F. Kennedy Airport aus dem Frachtterminal der Lufthansa gebrauchte Dollarscheine im Wert von 10 Millionen D-Mark (bzw., nach heutigem Wert, 20 Millionen Euro). Das war viel mehr, als die Diebe, die über Insider-Informationen verfügten, erwartet hatten. Und während der Überfall unblutig abging, wurde es danach blutig.

Die Beute wurde nie gefunden.

Das ist der wahre Hintergrund des zweiten Crissa-Stone-Romans. In „Geld ist nicht genug“ erhält die Profi-Verbrecherin (kurz gesagt: die weibliche Version von Richard Starks Parker) das Angebot, zusammen mit Benny Roth einen Teil der Beute zu bergen. Benny war damals mittelbar an dem Diebstahl beteiligt. Als immer mehr Männer, die mehr oder weniger an dem Diebstahl beteiligt waren, ermordet wurden, ging er in ein Zeugenschutzprogramm. Jetzt, nachdem Joey Dio gestorben ist, findet ihn der psychopathische Gangster Danny Taliferro in der Provinz.

Benny kann ihn und seine Männer überwältigen. Mit seiner deutlich jüngeren Freundin kehrt er nach Jahrzehnten nach New York zurück. Denn er glaubt zu wissen, wo Dio seinen Anteil von dem Raub versteckt hat. Dummerweise ist er nicht der einzige.

Geld ist nicht genug“ ist, wie Wallace Strobys erster Crissa-Stone-Roman „Kalter Schuss ins Herz“, ein klassischer Hardboiled-Gangsterroman, der sich freudig in die Tradition stellt. Das zeigt sich schon an der schlanken 200-Seiten-Länge. Auch wenn Pendragon den Pulp-Roman layouttechnisch auf 336 Seiten hochpimpte. Stroby erzählt lakonisch, mit einigen kleinen Modernisierungen, eine Geschichte von mehr oder weniger ehrbaren Berufsverbrechern, die sich das Leben schwer machen.

Dabei weht, wie in den späteren Parker-Romanen von Richard Stark oder den Wyatt-Romanen von Garry Disher, ein Hauch von Nostalgie durch die Geschichte. Denn die Zeit der allein, nach einem Ehrenkodex, arbeitenden Berufseinbrecher ist vorbei. Die Technik macht ihnen in jeder Beziehung das Leben schwer. Ebenso die Entwicklungen in der Kriminaltechnik. Und dann findet sich in Geldschränken immer weniger Bargeld.

Bis jetzt hat Wallace Stroby noch zwei weitere Crissa-Stone-Romane geschrieben, die hoffentlich schnell ins Deutsche übersetzt werden.

Wallace Stroby: Geld ist nicht genug

(übersetzt von Alf Mayer)

Pendragon, 2017

336 Seiten

17 Euro

Originalausgabe

King of Midnight

Minotaur Books/St. Martin’s Press, 2012

Hinweise

Homepage von Wallace Stroby

Blog von Wallace Stroby

Wikipedia über Wallace Stroby

Meine Besprechung von Wallace Strobys „Kalter Schuss ins Herz“ (Cold Shot to the Heart, 2011)


Deutscher Krimi Preis 2017 vergeben

Januar 21, 2017

Wie in den vergangenen Jahren hat eine 24-köpfige Jury (davon sieben Frauen) aus Krimi-Kritikern, Literaturwissenschaftlern und Krimi-Buchhändlern, den inzwischen 33. Deutschen Krimipreis (kurz DKP) ohne großes Tamtam in zwei Kategorien vergeben:

National

1. Platz: Max Annas: Die Mauer (Rowohlt)

2. Platz: Simone Buchholz: Blaue Nacht (Suhrkamp)

3. Platz: Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht (Tropen)

International

1. Platz: Donald Ray Pollock: Die himmlische Tafel (The Heavenly Table) (Liebeskind)

2. Platz: Liza Cody: Miss Terry (Miss Terry) (Ariadne bei Argument)

3. Platz: Garry Disher: Bitter Wash Road (Bitter Wash Road) (Unionsverlag)

Wie immer: einen herzlichen Glückwunsch an die vier Gewinner und die zwei Gewinnerinnen.

Wer in den letzten Monaten die KrimiZeit-Bestenliste und die Besprechungen verfolgte, dürfte nicht überrascht sein. Auch wenn einige alte Lieblinge (wie Friedrich Ani, Ken Bruen, James Lee Burke, Joe R. Lansdale, Philip Kerr, Lee Child, Don Winslow [okay, sein letzter neuer Roman war auch nicht preiswürdig] und Horst Eckert [der bei den Krimi-Kritikern eh einen seltsam schweren Stand hat]), trotz neuer Romane, nicht erwähnt werden.


Die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016

Dezember 19, 2016

Zum Jahresende gibt es immer die Jahresbestenliste der KrimiZeit-Jury von Zeit und Nordwestradio. Auf diese Liste können nur Kriminalromane gelangen, die in den vergangenen Monaten auf einer der Monatslisten waren, was dann das Ergebnis doch etwas vorhersehbar macht:

1 Garry Disher: Bitter Wash Road (Unionsverlag)

2 Simone Buchholz: Blaue Nacht (Suhrkamp)

3 Max Annas: Die Mauer (Rowohlt)

4 Liza Cody: Miss Terry (Ariadne im Argumentverlag)

5 Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht (Tropen)

6 Giancarlo De Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom (Folio)

7 Andreas Pflüger: Endgültig (Suhrkamp)

8 James Grady: Die letzten Tage des Condor (Suhrkamp)

9 Dominique Manotti: Schwarzes Gold (Ariadne im Argumentverlag)

10 Malla Nunn: Tal des Schweigens (Ariadne im Argumentverlag)

Zehn Romane, drei von Suhrkamp, drei von Ariadne. Da scheint es starke biotopische Tendenzen zu geben. Auch weil viele Autoren sattsam bekannt sein. Einige fehlen. Spontan fällt mir Friedrich Ani ein (der ja auf den letzten Monatslisten war). Auch James Lee Burke fehlt. Er wurde letztes Jahr wie der wiederkehrte Heiland in den Himmel hochgejubelt und von dem, neben Neuauflagen (zuletzt „Blut in den Bayous“, Pendragon) auch neue Romane übersetzt wurden. Oder Joe R. Lansdale. Ebenso, sofern die Bücher auf den Monatslisten waren, alles von Pendragon, Polar, pulp master und Golkonda. Von den kleinen Verlagen. Bei den großen Publikumsverlagen, wie Heyne und Goldmann, sieht es nicht viel besser aus.

Trotzdem ist es eine schöne Liste, die mich daran erinnert, endlich mal die hier erwähnten Romane von Garry Disher, James Grady (gerne in Verbindung mit dem ersten Condor-Roman) und Dominique Manotti zu lesen. Bei einigen Werken, vor allem denen von Simone Buchholz und Franz Dobler, spricht mich dagegen schon der Klappentext absolut nicht an.

Liza Codys „Miss Terry“ lese ich gerade und bis jetzt hält sich meine Begeisterung in Grenzen.


Die KrimiZeit-Bestenliste Mai 2016

Mai 9, 2016

Endlich Sommer! Da darf ich die aktuelle KrimiZeit-Bestenliste von Zeit und Nordwestradio etwas verspätet posten. Auf der Liste stehen

1 (-) Simone Buchholz: Blaue Nacht

2 (2) Andreas Pflüger: Endgültig

3 (1) Garry Disher: Bitter Wash Road

4 (4) Ahmed Mourad: Vertigo

5 (3) Ross Thomas: Porkchoppers

6 (10) James Lee Burke: Mississippi Jam

7 (-) Urban Waite Keine Zeit für Gnade

8 (8) Declan Burke: The Big O

9 (-) Dominique Manotti: Schwarzes Gold

10 (-) Gerald Kersh: Die Toten schauen zu

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Für die Statistikjunkies (ohne Gewähr):

2 Frauen, 8 Männer

2 Deutsche

6 Übersetzungen aus dem Englischen (davon 3 US-Amerikaner), 1 aus dem Französischen, 1 aus dem Arabischen

Mindestens die Bücher von Ross Thomas (eine Neuübersetzung), James Lee Burke und Gerald Kersh sind im Original schon vor Jahrzehnten erschienen. Sind trotzdem lesenswert.

Und Dominique Manotti lässt ihren Roman 1973 spielen. Steht natürlich ganz oben auf meiner Leseliste. Neben Declan Burke.


Die KrimiZeit-Bestenliste April 2016

April 8, 2016

Das ist kein Aprilscherz. Es gibt eine neue KrimiZeit-Bestenliste (von Die Zeit und NordwestradioI:

1 (1) Garry Disher: Bitter Wash Road

2 (3) Andreas Pflüger: Endgültig

3 (4) Ross Thomas: Porkchoppers

4 (-) Ahmed Mourad: Vertigo

5 (2) Ryan Gattis: In den Straßen der Wut

6 (-) Brian Panowich: Bull Mountain

7 (-) Gioacchino Criaco: Schwarze Seelen

8 (-) Declan Burke: The Big O

9 (-) Tom Cooper: Das zerstörte Leben des Wes Trench

10 (-) James Lee Burke: Mississippi Jam

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


Die KrimiZeit-Bestenliste März 2016

März 7, 2016

Etwas später als normalerweise gibt es die KrimiZeit-Bestenliste (von Die Zeit und Nordwest Radio) für den sehr österlichen März:
1(-) Garry Disher: Bitter Wash Road
2(2) Ryan Gattis: In den Straßen die Wut
3(-) Andreas Pflüger: Endgültig
4(-) Ross Thomas: Porkchoppers
5(1) Malla Nunn: Tal des Schweigens
6(-) Cormac McCarthy: Der Feldhüter
7(3) Tito Topin: Exodus aus Libyen
8(-) Michael Robotham: Der Schlafmacher
9(-) Eugene McCabe: Die Welt ist immer noch schön
10(9) Joseph Kanon: Leaving Berlin

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Da sind ja einige Perlen dabei.


Ein „Kalter Schuss ins Herz“ von Wallace Stroby

November 11, 2015

Stroby - Kalter Schuss ins Herz

Crissa Stone ist nur auf dem Papier eine Frau. Ihre Tochter wird von ihrer Cousine in Texas groß gezogen. Sie hat keinen Mann; jedenfalls keinen Mann an ihrer Seite. Denn ihre große Liebe sitzt seit einigen Jahren im Gefängnis und all die anderen Männern in „Kalter Schuss ins Herz“ nehmen sie nur als Kollegin oder als Teil eines Auftrages wahr. Auch Wallace Stroby verschwendet in seinem Roman keine Zeit darauf, ihre Äußerlichkeiten zu beschreiben. Denn Crissa Stone ist Profi-Einbrecherin und damit steht sie in der Tradition von Parker (erfunden von Richard Stark, der damit die Blaupause für alle Profi-Verbrecher schuf) und Wyatt (erfunden von Garry Disher).
Gemeinsam mit Stimmer und Chance überfällt sie in Broward, Florida, in einem Hotelzimmer ein illegales Kartenspiel. Statt der versprochenen Million erbeuten sie nur eine halbe Million Dollar, was für einige Minuten Arbeit kein schlechter Stundenlohn ist. Dummerweise wird Stimmer nervös und er tötet einen der Spieler. Wie Stone später erfährt, ist es Louis Letteri und sein Schwiegervater, der Mafiosi Tino Conte, engagiert Eddie den Heiligen, einen gerade aus dem Knast entlassenen Psychopathen und skrupellosen Mörder. Eddie soll eigentlich nur Stimmer töten. Aber Eddie will auch die gesamte Beute haben.
Wallace Stroby, der vor „Kalter Schuss ins Herz“ bereits drei hochgelobte, nicht ins Deutsche übersetzte Krimis schrieb, stellt sich mit seinem ersten Crissa-Stone-Roman in die ehrenwerte Tradition des Hardboiled-Gangsterkrimis, der seine Geschichte schnörkellos, ohne Sentimentalitäten oder überflüssige Beschreibungen auf wenigen Seiten erzählt. Das ist, zwischen den dicken Serienkillerthrillern, den braven Ermittlerkrimis, den verschieden gelagerten Romantic Thrillern und den überdrehten, oft nur pseudo-witzigen Post-Tarantino-Gangstergrotesken, angenehm altmodisch. Auch wenn die Welt, in der Stone lebt, aufgrund der zunehmenden Totalüberwachung, immer mehr verschwindet,
„Kalter Schuss ins Herz“ ist ein guter Gangsterkrimi. Auch wenn Stone am Ende für einen Profi einen vollkommen dämlichen Fehler begeht. Sie stellt dem Killer Eddie eine Falle und denkt nicht daran, dass er diese Falle ahnt, sie umgeht und sie so überraschen kann. Das wäre Parker nicht passiert.
Nach „Kalter Schuss ins Herz“ schrieb Wallace Stroby bis jetzt drei weitere Abenteuer mit Crissa Stone, die hoffentlich bald auf Deutsch erscheinen.
Anmerkung 1: Das Cover führt ziemlich in die Irre. Denn die Geschichte spielt im Winter, um Weihnachten (obwohl sich niemand für das Fest interessiert) in und um New York herum, garniert mit einem kurzen Ausflug in den Süden.
Anmerkung 2: Im Nachwort hat sich auf Seite 344 ein ärgerlicher Fehler eingeschlichen. Denn natürlich ist mit „Peter Rave“ der bei uns fast vollkommen unbekannte Noir-Autor „Peter Rabe“ gemeint.

Wallace Stroby: Kalter Schuss ins Herz
(übersetzt von Alf Mayer)
Pendragon, 2015
352 Seiten
15,99 Euro

Originaltitel
Cold Shot to the Heart
St. Martin’s Press, 2011

Hinweise
Homepage von Wallace Stroby

Blog von Wallace Stroby


Der Deutsche Krimi Preis 2015 – und meine Bücherjahresbestenliste

Januar 21, 2015

Der Deutsche Krimi Preis 2015 (kurz DKP) wurde an folgende Kriminalromane verliehen:
National
1. Platz: Franz Dobler: Ein Bulle im Zug (Tropen)
2. Platz: Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht (Dumont)
3. Platz: Max Annas: Die Farm (Diaphanes)

International
1. Platz: James Lee Burke: Regengötter (Rain Gods) (Deutsch von Daniel Müller) (Heyne Hardcore)
2. Platz: Liza Cody: Lady Bag (Lady Bag) (Deutsch von Laudan & Szelinski) (Argument)
3. Platz: Oliver Harris: London Underground (Deep Shelter) (Deutsch von Gunnar Kwisinski) (Blessing)

Die Begründungen und die Namen der Jurymitglieder gibt es hier – und ich nutze jetzt die Gelegenheit, einen Teil meiner weitgehend im „man müsste doch“-Stadium verharrenden Jahresbestenliste zu veröffentlichen.Meine Top-Krimis 2014 sind:
National (ich lasse mal ältere Werke, wie Thomas Willmanns „Das finstere Tal“, weg und hab dann eine erschreckend kurze Liste von satisfaktionsfähigen Werken)
Jörg Juretzka: TaxiBar
Wolfgang Schweiger: Duell am Chiemsee
Wolf Haas: Brennerova (Hinweis: die vierte Brenner-Verfilmung „Das ewige Leben“ startet am 19. März. Wieder mit dem bewährten Team. Wieder grandios.)
International (da wird die Liste der guten Werke deutlich länger und auch das Rauswerfen älterer oder wieder veröffentlichter Werke, wie George V. Higgins‘ „Die Freunde von Eddie Coyle“, hilft kaum. Also werfe ich sogar nicht übersetzten Werke, wie Lawrence Blocks „Hit Me“ und Lee Goldbergs „Monk“-Romane, heraus und dann hätten wir diese Liste)
Dennis Lehane: In der Nacht/The Drop
Joe R. Lansdale: Machos und Macheten/Das Dickicht
Jim Nisbet: Der Krake auf meinem Kopf
Adrian McKinty: Die Sirenen von Belfast
Garry Disher: Dirty Old Town
und zwei Debüts
Bracken MacLeod: Mountain Home
Nathan Larson: 2/14 (den zweiten Dewey-Decimal-Roman „Boogie Man“ habe ich noch nicht gelesen)


Die KrimiZeit-Bestenliste Februar 2014

Februar 6, 2014

 

Für den Berlinale-Monat empfehlen die KrimiZeit-Kritiker diesen Lesestoff:

1 (1) John le Carré: Empfindliche Wahrheit

2 (3) Dennis Lehane: In der Nacht

3 (9) Jesper Stein: Unruhe

4 (2) Friedrich Ani: M

5 (4) Martin Cruz Smith: Tatjana

6 (8) Zoë Beck: Brixton Hill

7 (-) Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees

8 (-) Gary Victor: Schweinezeiten

9 (5) Garry Disher: Dirty Old Town

10 (-) Uta-Maria Heim: Wem sonst als Dir.

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Tatjana“ und „In der Nacht“ werden demnächst besprochen. „Die Freunde von Eddie Coyle“ von George V. Higgins hat als Neuübersetzung ja ganz schlechte Karten für einen Platz in der Liste. Schade. Ist nämlich ein gutes Buch.


TV-Tipp für den 4. Februar: Im Schatten

Februar 4, 2014

ZDFkultur, 20.15

Im Schatten (D 2010, R.: Thomas Arslan)

Drehbuch: Thomas Arslan

Profigangster Trojan, gerade aus dem Knast entlassen, plant gleich seinen nächsten Coup: einen Überfall auf einen Geldtransporter.

Ein guter Hardboiled-Gangsterfilm, der eindeutig vom französischen Kriminalfilm (Melville!) und den harten amerikanischen Krimis beeinflusst ist. So ist der Einfluss von Richard Starks Parker und seinen Epigonen Nolan (von Max Allan Collins) und Wyatt (von Garry Disher) unübersehbar.

Ein erfrischend undeutscher Kriminalfilm, den sich auch Genrejunkies ohne Fremdschäm-Anfälle ansehen können.

mit Mišel Matičević, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm, Rainer Bock, Hanns Zischler, Peter Kurth, David Scheller

Wiederholung: Mittwoch, 5. Februar, 04.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Im Schatten“

taz: Interview mit Thomas Arslan über “Im Schatten” (6. Oktober 2010)

Film-Dienst: Interview mit Thomas Arslan über “Im Schatten”

Meine Besprechung von Thomas Arslans “Im Schatten”


Die KrimiZeit-Bestenliste Januar 2014

Januar 9, 2014

 

Neues Jahr, neue KrimiZeit-Bestenliste, wegen Silvesterkater der Ersteller nicht am ersten Donnerstag des Monats, mit vielen alten Bekannten:

1 (3) John le Carré: Empfindliche Wahrheit

2 (1) Friedrich Ani: M

3 (7) Dennis Lehane: In der Nacht

4 (5) Martin Cruz Smith: Tatjana

5 (4) Garry Disher: Dirty Old Town

6 (2) Lee Child: 61 Stunden

7 (-) Ulrich Ritzel: Trotzkis Narr

8 (-) Zoë Beck: Brixton Hill

9 (-) Jesper Stein: Unruhe

10 (8) Jo Nesbø: Koma

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Einige der gelisteten Romane habe ich schon gelesen. Einiges liegt immer noch auf meinem Zu-lesen-Stapel – und dann hab ich jetzt auch noch die Vorlage für Martin Scorseses „Der Wolf der Wall Street“, Jordan Belforts 640-seitige, eng bedruckte Biographie, bekommen.


Wyatt ist zurück im „Dirty Old Town“

Januar 2, 2014

Disher - Dirty Old Town

Wyatt, der eiskalte Profi-Gangster ist zurück und in den gut fünfzehn Jahren seiner literarischen Abwesenheit veränderte er sich überhaupt nicht. Gleich auf den ersten Seiten von „Dirty Old Town“ begeht er einen Überfall, der schiefgeht. Er flüchtet indem er in der Menge untertaucht, dabei seine .32er entsorgt, seine Kleider wechselt und ein Auto klaut. Danach plant er den nächsten Coup.

Der Hehler Eddie Oberin nennt ihm einen Juwelier, der mit gestohlenen Waren aus Europa Geld verdient und jetzt wieder eine größere Lieferung bekommt. Oberin will dabei sein. Ebenso seine Ex-Frau Lydia Stark, von der der Tipp stammt.

Wyatt ist skeptisch. Denn als Profi arbeitet er lieber allein. Aber er braucht das Geld und ist einverstanden. Allerdings weiß er nicht, dass der aus Europa kommende Kurier Alain Le Page ein veritabler und skrupelloser Gegner ist, er keinen Schmuck, sondern Wertpapiere (die sehr wertvoll sind) schmuggelt und Oberin eine ziemlich durchgeknallte Freundin hat.

Oh, und dann ist da noch Tyler, der Neffe von Ma Gadd (einer Blumenhändlerin und Waffenverkäuferin), der Wyatt bewundert und eine Karriere als Verbrecher anstrebt.

Natürlich ist Wyatt die australische Ausgabe von Richard Starks Parker und Garry Disher will das auch überhaupt nicht verleugnen. Im Gegenteil. Wenn er auf den ersten Seiten von „Dirty Old Town“ Wyatt und sein Berufsethos vorstellt, könnte dort genausogut „Parker“ stehen. Und das ist gut so. Denn es gibt inzwischen einfach zu wenige geradlinige Gangsterkrimis.

„Dirty Old Town“ erhielt, verdient, den Ned-Kelly-Preis als bester Kriminalroman des Jahres.

Garry Disher: Dirty Old Town

(übersetzt von Ango Laina und Angelika Müller)

Pulp Master, 2013

336 Seiten

13,80 Euro

Originalausgabe

Wyatt

2010

(Disher wollte den Roman, so meine Erinnerung, ursprünglich „Dirty Old Town“ nennen)

Wyatts frühere, sehr empfehlenswerte Raubzüge

1. Gier (Kickback, 1991)

2. Dreck (Paydirt, 1993)

3. Hinterhalt (Deathdeal, 1993)

4. Willkür (Crosskill, 1994)

5. Port Vila Blues/Vergeltung (Port Vila Blues, 1995)

6. Niederschlag (The Fallout, 1997)

7. Dirty Old Town (Dirty Old Town, Wyatt, 2010)

Hinweise

Homepage von Garry Disher

Wikipedia über Garry Disher (deutsch, englisch)

Garry Disher in der Kriminalakte


Die KrimiZeit-Bestenliste Dezember 2013

Dezember 5, 2013

 

Also dann: die Lektüreempfehlungen der KrimiZeit für die langen Nächte:

1 (3) Friedrich Ani: M

2 (5) Lee Child: 61 Stunden

3 (-) John le Carré: Empfindliche Wahrheit

4 (6) Garry Disher: Dirty Old Town

5 (-) Martin Cruz Smith: Tatjana

6 (2) Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde

7 (-) Dennis Lehane: In der Nacht

8 (-) Jo Nesbø, Koma

9 (1) Jerome Charyn: Unter dem Auge Gottes

10 (-) Robert Crais: Strasse des Todes

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Child, Disher, Smith, Lehane, Charyn, Crais: keine Einwände. Die Ani-Besprechung gibt es demnächst. Ebenso le Carré.


Die KrimiZeiT-Bestenliste November 2013

November 8, 2013

 

Für den kalten November empfehlen die Damen und Herren der KrimiZeit folgende Werke:

1 (1) Jerome Charyn: Unter dem Auge Gottes

2 (-) Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde

3 (-) Friedrich Ani: M

4 (7) Robert Wilson: Stirb für mich

5 (-) Lee Child: 61 Stunden

6 (-) Garry Disher: Dirty Old Town

7 (-) Michael Robotham: Sag, es tut dir leid

8 (-) Tom Rob Smith: Ohne jeden Zweifel

9 (-) Christopher Brookmyre: Die hohe Kunst des Bankraubs

10 (5) C. S. Forester: Tödliche Ohnmacht

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Einiges (Disher!!! Charyn!! Wilson!) liegt auf meinem Zu-Lesen-Stapel. Child ist noch nicht eingetroffen. Ani wird gerade gelesen. Warum fehlen Higgins und Eckert?

Und dann gibt es noch einen neuen Roman von Stephen King.


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