Ira Levin gestorben

November 14, 2007

R. i. P.: Ira Levin, 27. August 1929 – 12. November 2007

Zwei Tage nach Norman Mailer starb ein weiterer amerikanischer Autor. Ira Levin schrieb wenig, aber „Der Kuss des Todes“, „Rosemaries Baby“, „Die Frauen von Stepford“, „Die Boys aus Brasilien“ und „Sliver“ waren als Buch und Film erfolgreich. Er schrieb Thriller, die mal mehr Krimi, mal mehr Horror, mal mehr Science Fiction, aber immer spannend waren.

Hier die erste Meldung zu seinem Tod in der New York Times, hier die Spiegel Online-Meldung und hier ein Verzeichnis seiner Werke.

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TV-Tipp für den 12. Januar: Der Kuss vor dem Tode

Januar 12, 2018

ZDFneo, 23.10

Der Kuss vor dem Tode (USA 1991, Regie: James Dearden)

Drehbuch: James Dearden

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

Nettes Remake.

Die erste Verfilmung von Ira Levins Krimi, inszeniert von Gerd Oswald mit Robert Wagner in der Hauptrolle, lief laut OFDb noch nie im TV. Das sollte sich ändern.

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Kuss vor dem Tode“

Wikipedia über „Der Kuss vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin


TV-Tipp für den 28. Oktober: Rosemaries Baby

Oktober 28, 2016

3sat, 22.35

Rosemaries Baby (USA 1968, Regie: Roman Polanski)

Drehbuch: Roman Polanski

LV: Ira Levin: Rosemary’s Baby, 1967 (Rosemaries Baby)

Die sensible Rosemarie und ihr Mann ziehen in New York in ein Apartment ein, das in einem Haus, in dem seltsame Dinge geschehen sollen, ist. Schnell fragt sie sich, ob an den Gerüchten doch etwas dran ist. Vor allem nachdem sie überraschend schwanger wird. Sie glaubt, dass ihr Kind verhext ist. Aber niemand glaubt ihr.

Ein Horrorfilmklassiker, den ich, als ich ihn als Jugendlicher sah, als ziemlich langweilig empfand – und gerade das ist ein Grund, sich diesen Film noch einmal anzusehen und damit das erste Urteil zu revidieren und seinen Einfluss auf den Horrorfilm zu überprüfen. Außerdem fand ich Levins Roman, dem Polanski sehr genau folgt, gar nicht so schlecht.

mit Mia Farrow, John Cassavetes, Ruth Gordon, Sidney Blackmer, Ralph Bellamy, Charles Grodin, Elisha Cook jr.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rosemaries Baby“

Wikipedia über „Rosemaries Baby“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter” (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Venus im Pelz” (La Vénus á la Forrure, Frankreich/Polen 2013)

Roman Polanski in der Kriminalakte

Ira Levin in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. Juni: Der Kuss vor dem Tode

Juni 25, 2016

ZDFneo, 23.35

Der Kuss vor dem Tode (USA 1991, Regie: James Dearden)

Drehbuch: James Dearden

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

Nettes Remake.

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Kuss vor dem Tode“

Wikipedia über „Der Kuss vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin


Neu im Kino/Filmkritik: „Kein Ort ohne dich“, denn wir sind Sparks-Verliebt

Mai 1, 2015

„Kein Ort ohne dich“ ist die zweite Nicholas Sparks-Verfilmung innerhalb weniger Monate und, auch wenn Spötter meinen alles Sparks-Verfilmungen sähen gleich aus, hat „Kein Ort ohne dich“ von „The Best of Me – Mein Weg zu dir“ auch die Struktur übernommen. Denn wieder werden zwei Liebesgeschichten erzählt. Die eine spielt in der Gegenwart, die andere in der Vergangenheit. Und wieder hilft der Witwer, ein älterer Mann der immer noch seiner Ehefrau, der Liebe seines Lebens, hinterhertrauert, dem heutigen Liebespaar mit Rat und Tat zusammen zu kommen. Denn natürlich geht in der Nicholas-Sparks-Welt alles gut aus. Auch wenn die Gegensätze am Anfang unüberbrückbar erscheinen.
Denn in der Gegenwart ist Sophia eine Studentin an der University of Wake Forest, die in einigen Wochen ein Praktikum in New York bei einer Kunstgalerie (Moderne Kunst) beginnt und die mit diesen hinterwäldlerischen North-Carolina-Cowboys nichts anfangen will. Dennoch begleitet sie ihre Freundinnen zu einem Bullenreiten-Rodeo. Dort trifft sie Luke, einen Bullenreiter und richtig altmodischen Gentleman. Sie unterhalten sich. Sie treffen sich. Sie verlieben sich. Sie kriegen sich.
Aber davor erzählt ihnen Ira Levinson von seiner großen Liebe Ruth, einer Jüdin, die er 1940 kennen lernte und die der schüchterne Jüngling zunächst nicht ansprechen wollte. Das tat die kunstbegeisterte Wienerin, die mit ihrer Familie aus Europa flüchten musste. Auch sie liebte die moderne Malerei und war von der Black-Mountain-Künstlerkolonie, in der sich alle großen zeitgenössischen Künstler trafen, begeistert.
Eigentlich erzählt Sparks hier zweimal die gleiche Geschichte. Einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit, beide Male gänzlich konfliktfrei, mit banalen Dialogen, wie man es aus den Rosamunde-Pilcher-Filmen kennt, und mehr Americana als die Bayern es in ihren Bayern-verklärenden Sendungen übe das schöne Bayernland wagen.
Aber die Schauspieler, vor allem die Hauptdarsteller – Clint-Eastwood-Sohn Scott Eastwood als Bullenreiter Luke Collins (das könnte wirklich sein Durchbruch sein), Britt Robertson als seine Freundin Sophia, Alan Alda als 91-jähriger Ira Levinson, Jack Huston als der junge Ira und Oona Chaplin als seine Freundin Ruth -, machen ihren Job so gut und so entspannt, dass man gerne die Zeit mit ihnen verbringt.
Allerdings würde man auch gerne die Zeit in einem besseren Film verbringen. Denn letztendlich ist „Kein Ort ohne dich“ ein humor- und ironiefreies Kitschfest mit einigen peinlich abgestandenen Witzeleien über die moderne Kunst.

Kein Ort ohne dich - Plakat
Kein Ort ohne dich (The longest ride, USA 2015)
Regie: George Tillman, jr.
Drehbuch: Craig Bolton
Drehbuch: Nicholas Sparks: The longest Ride, 2013 (Kein Ort ohne dich)
mit Britt Robertson, Scott Eastwood, Jack Huston, Oona Chaplin, Alan Alda, Lolita Davidovich, Melissa Benoist
Länge: 129 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Film-Zeit über „Kein Ort ohne dich“
Moviepilot über „Kein Ort ohne dich“
Metacritic über „Kein Ort ohne dich“
Rotten Tomatoes über „Kein Ort ohne dich“
Wikipedia über „Kein Ort ohne dich“

Homepage von Nicholas Sparks


TV-Tipp für den 24. April: Der Kuß vor dem Tode

April 24, 2015

3sat, 22.35

Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, Regie: James Dearden)

Drehbuch: James Dearden

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

Nettes Remake.

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

Hinweise

Wikipedia über „Der Kuß vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin


TV-Tipp für den 17. Mai: Der Kuss vor dem Tode

Mai 17, 2013

ZDFneo, 23.05

 

Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)

 

Drehbuch: James Dearden

 

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

 

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

 

Nettes Remake.

 

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

 

Hinweise

 

Wikipedia über „Der Kuß vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

 

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin


TV-Tipp für den 23. April: Rosemaries Baby

April 23, 2012

Arte, 22.00

Rosemaries Baby (USA 1968, R.: Roman Polanski)

Drehbuch: Roman Polanski

LV: Ira Levin: Rosemary’s Baby, 1967 (Rosemaries Baby)

Die sensible Rosemarie und ihr Mann ziehen in New York in ein Apartment ein, das in einem Haus, in dem seltsame Dinge geschehen sollen, ist. Schnell fragt sie sich, ob an den Gerüchten doch etwas dran ist. Vor allem nachdem sie überraschend schwanger wird. Sie glaubt, dass ihr Kind verhext ist. Aber niemand glaubt ihr.

Ein Horrorfilmklassiker, den ich, als ich ihn als Jugendlicher sah, als ziemlich langweilig empfand – und gerade das ist ein Grund, sich diesen Film noch einmal anzusehen und damit das erste Urteil zu revidieren. Außerdem fand ich Levins Roman, dem Polanski sehr genau folgt, gar nicht so schlecht.

mit Mia Farrow, John Cassavetes, Ruth Gordon, Sidney Blackmer, Ralph Bellamy, Charles Grodin, Elisha Cook jr.

Wiederholung: Mittwoch, 25. April, 00.00 Uhr (Taggenau!)

HInweise

Wikipedia über „Rosemaries Baby“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Der Ghostwriter” (The Ghost Writer, Fr/D/GB 2010)

Roman Polanski in der Kriminalakte

Ira Levin in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 20. März: Die verfilmten Kriminalromane

März 20, 2011

Arte, 20.15

Der zerrissene Vorhang (USA 1966, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)

Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.

In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.

Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Für zwei Stunden ist das aber zu wenig.

Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.

Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack

Wiederholung: Montag, 21. März, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2

Meine Besprechung von Thily Wydras “Alfred Hitchcock”

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Eins Festival, 20.15

Donna Leon: Blutige Steine (D 2008, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Holger Joos

LV: Donna Leon: Blood from a Stone, 2005 (Blutige Steine)

Commissario Brunetti sucht den Mörder eines afrikanischen Straßenhändlers. Als das Innenministerium ihm den Fall entzieht, weiß Brunetti, dass hier etwas oberfaul ist.

Dank bewährter Kräfte hat sich beim Herrichten des vierzehnten Brunetti-Romans für das Puschenkino für die Fans nichts geändert.

Mit Uwe Kockisch, Karl Fischer, Julia Jäger, Michael Degen, Annett Renneberg, Christel Peters, Helmut Zierl, Rosel Zech, Gunnar Möller

Wiederholung: Dienstag, 22. März, 01.45 Uhr (Taggenau!)

ZDFneo, 20.15

Inspector Lynley: Keiner werfe den ersten Stein (GB 2002, R.: Kim Flitcroft)

Drehbuch: Elizabeth Mickery

LV: Elizabeth George: Payment in Blood, 1989 (Keiner werfe den ersten Stein)

Wer erstach auf dem Landsitz Westerbrae die Autorin Joy Sinclair? Lynley und Havers ermitteln.

Reizvolle Verfilmung eines Krimi-Bestsellers, der durch das spannungsreiche Verhältnis zwischen dem Inspektor und seiner burschikosen Begleiterin sowie das britische Understatement kurzweilig unterhält.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Nathaniel Parker, Sharon Small

Wiederholung: Montag, 21. März, 02.20 Uhr (Taggenau!)

ZDF, 22.00

Inspector Barnaby: Der Wald der lebenden Toten (GB 2008, R.: Richard Holthouse)

Drehbuch: Michael Russell

LV: Charaktere von Caroline Graham

Kurz vor Halloween wird im beschaulichen Midsomer die Assistentin eines Zauberers ermordet. Inspector Barnaby ermittelt.

Ein weiterer TV-Krimi der langlebigen britischen Serie.

mit John Nettles, Jason Hughes, Jane Wymark

NDR, 00.30

Der Schrei der Eule (D/F/GB/Kan 2009, R.: Jamie Thraves)

Drehbuch: Jamie Thraves

LV: Patricia Highsmith: The Cry of the Owl, 1962 (Der Schrei der Eule)

Robert beobachtet nachts heimlich die schöne Jenny. Sie verliebt sich in ihn und verlässt ihren Verlobten Greg. Als Greg nach einer Schlägerei spurlos verschwindet, wird Robert des Mordes verdächtigt.

Bereits Claude Chabrol und Tom Toelle verfilmten 1987 den Krimi. Während beide Verfilmungen sich sehr ähneln und, wenn man die Prämisse akzeptiert, gelungen sind, kann das anscheinend von Jamie Thraves Film nicht behauptet werden.

mit Paddy Considine, Julia Stiles

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Tele 5, 00.55

The Boys from Brazil (USA/GB 1978, R.: Franklin J. Schaffner)

Drehbuch: Kenneth Ross, Heywoud Gould

LV: Ira Levin: The Boys from Brazil, 1976 (Die Boys aus Brasilien; The Boys from Brazil – Geheimakte Viertes Reich)

Mengele klont im Dschungel massenhaft kleine Hitlers und möchte mit ihnen weltweit das „Vierte Reich“ ausrufen. Aber Nazi-Jäger Liebermann ist ihm auf der Fährte.

Absurder und immer noch sehr utopischer Politthriller mit Starbesetzung. Und das Suchen und Entdecken bekannter Gesichter in etlichen Nebenrollen steigert das Filmvergnügen mit Freunden beträchtlich.

Das Handlungskonzept an sich,…,ist vom Autor Gould gut ausgearbeitet, aber der widersprüchliche Schauspielstil von Olivier, der auf dem Auftreten des echten Nazi-Jägers Simon Wiesenthal basiert, und Peck, der in der Rolle des von seinem Ziel Besessenen eine ungewöhnlich zurückhaltende Darstellung zeigt, führen dazu, dass der Film zu einem faden Abenteuer in der Art von Boy’s Own verkommt.“ (Paul Hardy, Hrsg.: Die Science Fiction Filmenzyklopädie) Ähnlich ungnädig: „Ein Langweiler.“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films)

Für die deutsche Kinoauswertung wurde der Film um fast zwanzig Minuten gekürzt und erst 1985, nach dem Bekanntwerden von Mengeles Tod, in die Kinos gebracht.

Mit Gregory Peck, Laurence Olivier, James Mason, Lilli Palmer, Uta Hagen, Steve Guttenberg, Bruno Ganz, Wolfgang Preiss, Sky Dumont, Georg Marischka

Fragen zum Film

Sie wollen wissen, wo der deutsche Verleih die Schere angesetzt hat? Hier ist die Antwort.

Und welche Fragen zum Buch soll ein Lehrer seinen Schülern im Unterricht stellen? Hier gibt es die Fragen.

 


TV-Tipp für den 21. Dezember: Der Kuß vor dem Tode

Dezember 21, 2010

ZDFneo, 22.30

Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)

Drehbuch: James Dearden

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

Nettes Remake.

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

Wiederholung: Mittwoch, 22. Dezember, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Der Kuß vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin

 


Blicke in die Vergangenheit in die Zukunft

Oktober 29, 2008

Dieses Buch ist eine Frechheit! Jedes Jahr wirft Wolfgang Jeschke, inzwischen zusammen mit Sascha Mamczak, auf’s schäbigste unterstützt vom Heyne Verlag ein über tausendseitiges Werk auf den Markt. Dieses Jahr hat „Das Science Fiction Jahr 2008“ 1504 Seiten. Als Taschenbuch! Es kann kaum in der Hand gehalten werden. Es passt in keine Hosentasche. Auch nicht in die großen Taschen einer dieser modischen Cargo-Hosen oder einer Jacke. Es kann nur zu Hause gelesen werden. Und dann scheint den Autoren auf die Frage „Wie lang soll mein Text sein?“ immer „Ist egal. Wir haben Platz.“ gesagt worden zu sein. Immerhin schreibt Uwe Neuhold 100 Seiten über den Klimawandel: „Science oder Fiction?“. Für den Besuch im Museum des neuen Menschen benötigt er nur knappe 80 Seiten.

Dieser Text ist ein Teil des über 300-seitigen Schwerpunkts „Utopia mon amour“, in dem es – und das ist die nächste Frechheit des Werkes – zu viele lesenswerte Texte zu den Vorstellungen von Zukunft im Wandel der Zeit gibt: von den großen Zukunftsentwürfen der vergangenen Jahrhunderte über das ambivalente Verhältnis von positiver und negativer Utopie (Betrachten Sie einmal die positiven Utopien und fragen sich dann, ob Sie, erstens, wirklich in dieser Welt leben wollen und, zweitens, zu welchem Preis dieses Paradies erkauft wurde.), wie wir die großen Utopien des vergangenen Jahrhunderts, wie die Besiedlung des Weltalls, in den letzten Jahrzehnten immer stärker ad acta legten und welche Utopien es heute gibt.

Es gibt selbstverständlich auch lesenswerte Texte von bekannten S-F-Autoren. Thomas M. Disch fragt: „Was wird aus der Science Fiction, wenn wir alle intelligenter und gleichzeitig dümmer werden?“. Die Rede von John Clute vor dem „Centre for the Future“ vom September 2007 ist abgedruckt. Es gibt Interviews mit Ursula K. Le Guin, Charles Stross und Andreas Brandhorst.

Auf über 200 Seiten werden die S-F-Filme und S-F-Serien des Jahres 2007 Revue passieren gelassen. Auch dies geschieht, wie in den vergangenen Jahren, mit einem Gesamtüberblick, Schwerpunktartikeln (hier über Hollywoods Hang zu nicht immer geglückten Remakes) und Nachrufen auf Michelangelo Antonioni (eine eher ungewöhnliche Wahl, aber einige Seiten vorher wurde Christian Petzolds „Yella“ mit fünf von sechs möglichen Sternen gewürdigt), Freddie Francis und Curtis Harrington, zwei in Fankreisen anerkannte Regisseure. Die Nachrufe auf die unlängst verstorbenen Autoren, wie Arthur C. Clarke, Kurt Vonnegut, Ira Levin, Marc Behm und John Gardner (die auch Krimis schrieben), gibt es einige hundert Seiten früher.

Es gibt Kapitel über „Kunst“ (unter anderem über Michael Moorcocks Beziehung zu den Rockbands „Hawkwind“, „Blue Öyster Cult“ und „The Deep Fix“), „Hörspiel“ (die S-F-Hörspiele des vergangenen Jahres), „Comic“ (aufgeteilt wie die „Film“-Kategorie), „Computer“, „Rezensionen“ (knappe 100 Seiten mit oft mehrere Seiten langen Buchbesprechungen) und die „Marktberichte“ aus Deutschland, USA und England. Oh, und die 2007 vergebenen S-F-Preise werden ebenfalls aufgelistet.

Den Abschluss bildet, wie gewohnt und soviel Eigenwerbung darf sein, die Bibliographie der 2007 bei Heyne erschienenen phantastischen Literatur.

Damit wurde das seit dem ersten „Science Fiction Jahr“-Buch 1986 erprobte Konzept kein Jota geändert. Und das ist gut so. Denn einen besseren Überblick (in jeder Hinsicht) über das Science-Fiction-Jahr gibt es in Deutschland nicht. Deshalb ist es erfreulich, dass der Heyne Verlag jedes Jahr einen neuen Band vorlegt. Denn ein Verkaufsschlager kann das voluminöse Werk nicht sein. Aber für S-F-Fans und an dem S-F-Genre Interessierte ist es unverzichtbar.

Sascha Mamczak/Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2008

Heyne Verlag, 2008

1504 Seiten

22 Euro

Hinweis

Das vollständige Inhaltsverzeichnis


Fundsachen: Das Syndikat, „Final Call“, „Rosemary’s Baby“, Lee Goldberg, Stephen King, Tatort Eifel

Oktober 2, 2007

„Das Syndikat“, die Vereinigung der deutschen Krimi-Autoren, hat eine neue Webseite. Das Layout ist etwas gewöhungsbedürftig und die Textmenge noch sehr überschaubar (einige alte Texte habens nicht geschafft), aber wenn die ehrenwerten Herren demnächst genug Stoff hineinstellen, dürften wir uns auch an das neue Layout gewöhnen.

Bis dahin können wir eine frühe Version von Larry Cohens Drehbuch „Cellular“ mit einer späteren, von Chris Morgan bearbeiteten, Fassung und dem Spielfilm „Final Call“ (USA 2004, Regie: David R. Ellis, Drehbuch: Chris Morgan, mit Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy) vergleichen.  In dem ziemlich unterschätzten, kleinen, spannenden Thriller wird ein junger Mann auf seinem Handy von einer unbekannten Frau angerufen. Sie sagt, man habe sie entführt und er sei ihre einzige Chance auf eine Befreiung. Deshalb dürfe er unter keinen Umständen die Verbindung unterbrechen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Wer mehr auf die anerkannten Klassiker steht, dürfte sich über die endgültige Drehbuchfassung von Roman Polanski zu seinem Horrorfilm „Rosemary’s Baby“ (USA 1968) freuen. Ira Levin schrieb die Romanvorlage.

Auf der Cologne Conference versuchte Lee Goldberg (unter anderem die Monk-Romane) deutschen Fernsehmachern zu erklären, warum die US-amerikanische Ware weltweit so erfolgreich ist. Er sagte, es liege am Franchise. Die Deutschen meinten, man müsse „wieder Themen finden, die speziell auf Deutschland zugeschnitten seien und die somit auch nur deutsche Produktionen erzählen können. “ (DWDL) Warum habe ich den Eindruck, dass hier von verschiedenen Dingen gesprochen wird?

(Danach besuchte Goldberg die Verleihung des deutschen Fernsehpreises. Er fand, sie sei wie die Emmy-Verleihung, nur noch langweiliger. Sagt er jedenfalls in seinem Blog. Dort fasst er auch seinen Vortrag zusammen: Why no one is watching german TV. – Ich denke er hat Recht. Aber das dürfte niemand verwundern, der zu diesem Thema meine doch sehr ähnlichen Gedanken im „Krimijahrbuch 2007“ gelesen hat.)

In der New York Times schreibt Stephen King über die Kurzgeschichte: „What ails the Short Story“.

Und der „Tatort Eifel“ bereitet langsam seine Tagung nach. Die Gewinner des Kurzkrimi-Wettbewerb gibt es hier.  Einige Pressemitteilungen gibt es hier.


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