„Der Ermittler“ Jack Reacher 1996 in Hamburg auf Terroristenjagd

Juni 20, 2020

Neunziger Jahre: Jack Reacher trampt noch nicht auf eigene Faust durch die USA, sondern er wird als Militärpolizist von der US Army quer durch die Welt geschickt. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Hamburg. Dort gab es ein Treffen zwischen einem unbekanntem Verkäufer und einer islamistischen Terrorgruppe. Er will ihnen etwas für hundert Millionen US-Dollar (das war damals noch viel mehr Geld als heute) verkaufen. Was es ist und wer auf US-Seite in den Handel involviert ist, ist unklar. Damit ist ungefähr jeder US-Amerikaner, der in diesem Moment in Deutschland war, verdächtig.

Reacher und seine Kollegin, Sergeant Frances Neagley, machen sich, unterstützt von einem CIA- und einem FBI-Beamten als Dienste überschreitende, streng geheime Arbeitsgruppe und, immerhin sind sie bei diesem Geheimauftrag direkt dem US-Präsidenten unterstellt, weitestreichenden Kompetenzen, auf die Suche nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen.

Schnell schließen sie die offensichtlichen Verkaufsgegenstände aus. Das normale militärische Equipment ist entweder keine hundert Millionen US-Dollar wert oder ohne Ausbildung zu kompliziert zu bedienen oder zu groß für einen Terroranschlag, der natürlich vor der Tat kein öffentliches Aufsehen erregen soll. Außerdem bekommt man die meisten Waffen, nach dem Ende des Kalten Kriegs, günstig auf dem Schwarzmarkt. Daher ist ihre erste erfolgversprechende Vermutung, dass der unbekannte Verkäufer einen Computercode verkaufen will, der pünktlich zur Jahrtausendwende für einen großen Crash sorgen wird.

Als Jack Reacher in „Größenwahn“ (Killing Floor, 1997) die literarische Bühne betrat, war er kein Soldat mehr, sondern ein Drifter, der sich durch die USA treiben ließ. Über seine Vergangenheit, also seine Arbeit beim Militär, war wenig bekannt. Die leuchtete Lee Child erst in späteren Reacher-Romanen aus.

In „Der Ermittler“ begibt Lee Child sich erneut in Jack Reachers Vergangenheit als Soldat und erstmals spielt die Geschichte in Deutschland. Angesichts der Verbindungen von Hamburg zu 9/11 ist das eine nachvollziehbare Wahl. Außerdem kann Child die weltpolitischen Veränderungen nach dem Ende des Kalten Kriegs beleuchten und Reacher in Hamburg einige Nazis verkloppen lassen. Sowieso spielen, ohne jetzt zu viel von der Geschichte zu verraten, Nazis und alte Seilschaften in wichtigen Positionen im deutschen Sicherheitsapparat bei Reachers Ermittlungen eine wichtige, den Ermittlungserfolg behindernde, Rolle.

Unterstützt wird Reacher bei seinen Ermittlungen von dem Hamburger Kriminaldirektor Griesmann, der den Mörder einer Prostituierten sucht. Was beide zu Beginn ihrer Zusammenarbeit nicht wissen, aber der Leser weiß: die Prostituierte wurde von dem unbekannten Verkäufer ermordet.

Der 21. Jack-Reacher-Roman ist ein gewohnt spannender, sauber geplotteter Thriller, der, wenn er zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her springt, seine makellos funktionierende Mechanik etwas zu deutlich zeigt. Außerdem besteht, immerhin sind wir alle noch sehr lebendig und Jack Reacher reist seit Jahren unverletzt und unbeschwert durch die USA, nie der Hauch eines Zweifels am Erfolg von Reachers Mission. An der Pageturner-Qualität ändert sich dadurch nichts.

Störend ist allerdings immer wieder Wulf Bergners in Details erstaunlich unkonzentrierte Übersetzung. So regierte in den Neunzigern Bundeskanzler Helmut Kohl. Eine „Bundeskanzlerin“ (Seite 86) gab es damals nicht. „Dispatcher“ (Seite 47, 363 und 364) und „Cop Car“ (Seite 131) sind in Deutschland für die Leitstelle der Polizei und Polizeiautos auch heute keine gebräuchlichen Begriffe.

Parallel zu „Der Ermittler“ erschien, ebenfalls bei Blanvalet, Lee Childs Essay „Der Held“. Es handelt sich um einen kurzen, mit Zeichnungen und einer Leseprobe auf über hundert Seiten aufgepimpten Text, in dem Child erzählt, wie über Generationen vom vor dem Beginn der Menschheit bis zur Gegenwart kleine Veränderungen teilweise zu großen Veränderungen führten, welche Bedeutung Geschichten für uns haben (ebenfalls beginnend bei den Erzählungen am Lagerfeuer der Urmenschen) und wie sich die Bedeutung einige Worte im Lauf der Zeit veränderte. Das hat wenig mit dem Titel und dem Untertitel „Wie Helden die Welt verändern, und warum wir sie heute mehr als je zuvor brauchen“ zu tun. Jedenfalls wenn man erwartet, mehr über die Figur Jack Reacher und Helden im konventionellem Sinn (also wie der Held Chesley ‚Sully‘ Sullenberger, der 2009 eine vollbesetzte Passagiermaschine auf dem Hudson River notlandete und so alle Passagiere rettete) zu erfahren. So ist „Der Held“ vor allem etwas für die Menschen, die alles von Lee Child lesen wollen.

Lee Child: Der Ermittler – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2020

416 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Night School (21 Reacher)

Bantam Press, London, 2016

Lee Child: Der Held

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2019

112 Seiten

10 Euro

Originalausgabe

The Hero

HarperCollins Publishers Ltd., 2019

Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 15. Mai: Jack Reacher

Mai 14, 2020

Pro7, 20.15

Jack Reacher (Jack Reacher, USA 2012)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie

LV: Lee Child: One Shot, 2005 (Sniper)

Ein Scharfschütze erschießt in Pittsburgh am helllichten Tag fünf Menschen. Als Täter wird der Ex-Soldat James Barr verhaftet, der nur fordert, dass Jack Reacher geholt wird. Und Reacher, ein Ex-Militärpolizist, der immer unter dem Radar bleibt, taucht kurz darauf in Pittsburgh auf. Allerdings nicht, um Barr zu helfen.

„Jack Reacher“ ist ein guter, wenn auch unspektakulärer Thriller mit einem in jeder Beziehung angenehmen Retro-Touch, bei dem die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Erzähltugenden im Vordergrund stehen. Entsprechend unaufgeregt inszenierte McQuarrie den Film und Tom Cruise gibt – nachdem die Fans der Romane Cruise lautstark wegen seiner Körpergröße ablehnten (immerhin ist Reacher in den Romanen fast zwei Meter und Tom Cruise ist nur 1,70 Meter) – einen überzeugenden Jack Reacher.

2016 hatte Tom Cruise in „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back) seinen zweiten und bislang letzten Auftritt als Jack Reacher.

mit Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney, Vladimir Sizov, Joseph Sikora , Michael Raymond-James, Alexia Fast, Josh Helman, Robert Duvall, Lee Child (Cameo als Polizist)

Wiederholung: Sonntag, 17. Mai, 22.40 Uhr (direkt nach und vor „Jack Reacher: Kein Weg zurück“)

Hinweise

Metacritic über „Jack Reacher“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher“

Wikipedia über „Jack Reacher“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Zuletzt von Lee Child auf Deutsch erschienen

Der 21. Reacher-Roman „Der Ermittler“ erkundet Jack Reacher Vergangenheit. 1996, als er noch US-Militärpolizist in Deutschland ist, droht ein dschihadistischer Terrorist mit einem Anschlag, wenn er nicht hundert Millionen US-Dollar erhält. Eine CIA-Spezialeinheit ermittelt und Jack Reacher ist ein Teil des Teams.

Gleichzeitig erschien Childs kurzes Essay „Der Held – Wie Helden die Welt verändern, und warum wir sie heute mehr als je zuvor brauchen“.

Lee Child: Der Ermittler – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2020

416 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Night School (21 Reacher)

Bantam Press, London, 2016

Lee Child: Der Held

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2019

112 Seiten

10 Euro

Originalausgabe

The Hero

HarperCollins Publishers Ltd., 2019


Lee Child geht, Jack Reacher bleibt (+ einige weitere Neuigkeiten)

Januar 20, 2020

Andere literarische Figuren erleben das erst nach dem Ableben ihres Erfinders: ein anderer Autor übernimmt die Serie. James Bond erlebte das. Spenser ebenso. Und jetzt ist das auch bei Jack Reacher geplant.

In einer öffentlichen Ankündigung sagte Lee Child, dass langsam zu alt werde, um weitere Bücher mit Jack Reacher zu schreiben. Weil aber die Leser nach weiteren Jack-Reacher-Romanen verlangen, habe er sich entschieden, die nächsten Reacher-Romane zusammen mit seinem Bruder Andrew Grant zu schreiben. Nach einigen gemeinsamen Büchern soll Andrew Grant dann die Reacher-Romane alleine schreiben. Dafür werde Andrew Grant seinen Namen in Andrew Child ändern.

Schließlich ist auch Lee Child ein Pseudonym. In Wirklichkeit heißt der inzwischen 65-jährige Jack-Reacher-Erfinder James Dover Grant. Er schrieb 24 Romane und mehrere Kurzgeschichten mit Jack Reacher als Helden.

Andrew Grant ist ebenfalls ein Thrillerautor. Sein Debüt „Even“ (Ohne Reue) erhielt den Crimespree-Award in der Kategorie Favorite First Book 2009. Blanvalet veröffentlichte die deutsche Ausgabe. Soweit ich weiß, wurden Grants darauf folgenden acht Romane nicht übersetzt.

Für Ende Oktober ist mit „The Sentinel“ der 25. Reacher-Roman angekündigt, der dann unter der Autorennennung „von Lee Child und Andrew Child“ erscheinen soll.

Schon einige Tage alt ist die Meldung zur Jack-Reacher-TV-Serie. Amazon hat eine erste Staffel bestellt, die auf dem ersten Reacher-Roman „Größenwahn“ (Killing Floor, 1997) basiert. Nick Santora wurde als Showrunner und Drehbuchautor verpflichtet. Er war auch in die TV-Serien „Prison Break“, „Lie to me“ und „Scorpion“ involviert.

Mehr ist noch nicht bekannt. Außer dass nach einem Schauspieler gesucht wird, der die aus den Romanen bekannte Statur von Jack Reacher hat. Das dürfte wenigstens die Reacher-Fans, die immer an der Kleinwüchsigkeit von Tom Cruise herummäkelten, befriedigen.

Auf Deutsch erschien vor wenigen Wochen der 21. Reacher-Roman „Der Ermittler“. Der Roman erkundet Jack Reacher Vergangenheit. 1996, als er noch US-Militärpolizist in Deutschland ist, droht ein dschihadistischer Terrorist mit einem Anschlag, wenn er nicht hundert Millionen US-Dollar erhält. Eine CIA-Spezialeinheit ermittelt und Jack Reacher ist ein Teil des Teams.

Gleichzeitig erschien Childs kurzes Essay „Der Held – Wie Helden die Welt verändern, und warum wir sie heute mehr als je zuvor brauchen“.

Lee Child: Der Ermittler – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2020

416 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Night School (21 Reacher)

Bantam Press, London, 2016

Lee Child: Der Held

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2019

112 Seiten

10 Euro

Originalausgabe

The Hero

HarperCollins Publishers Ltd., 2019

Hinweise

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 21. Oktober: Jack Reacher: Kein Weg zurück (+ einige aktuelle Infos zu Jack Reacher und Lee Child)

Oktober 21, 2019

ZDF, 22.15

Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskovitz, Richard Wenk

LV: Lee Child: Never go back, 2013 (Die Gejagten)

Als Ex-Militärpolizist Jack Reacher in einer Kaserne eine Bekannte besuchen will, wird er gleich in den Dienst zurückversetzt und mit etlichen Anklagen, unter anderem einer Vaterschaftsklage, konfrontiert. Reacher wittert eine große Verschwörung gegen ihn und seine unter falschen Anschuldigungen inhaftierte Bekannte. Er befreit sie und gemeinsam schlagen sie zurück.

Zweite Jack-Reacher-Verfilmung. Wieder ein gelungener, angenehm altmodischer Krimi. In diesem Fall ist der Film, der viele Details des Romans verändert, erstaunlicherweise näher an der Formel der Jack-Reacher-Romane als die Romanvorlage. Spannende Unterhaltung gibt es dann in Buch und Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Holt McCallany, Robert Knepper, Lee Child

Wiederholung: Mittwoch, 23. Oktober, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Neues auch Reacher-World

Zuletzt erschienen

Der zwanzigste Jack-Reacher-Roman „Keine Kompromisse“ gibt es seit einigen Wochen in der deutschen Übersetzung.

Dieses Mal stolpert Jack Reacher wieder in der amerikanischen Provinz in ein Abenteuer. Wegen des interessanten Namens Mother’s Rest verlässt er irgendwo im Mittleren Westen den Zug. Am Bahnhof der Kleinstadt (okay, da gibt es nur Kleinstädte) trifft er die Privatermittlerin Michelle Chang, die vergeblich auf ihren Partner wartet und wechselt einige Worte mit ihr. So gerät er in das Visier einiger Verbrecher und als er am nächsten Tag beginnt, sich in der Stadt über die Stadtgeschichte umzuhören, wollen die heimlichen Herren der Stadt den neugierigen Besucher loswerden.

Dass das keine gute Idee ist, wissen langjährige Reacher-Fans.

Lee Child: Keine Kompromisse

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2019

448 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Make Me

Bantam Press, London, 2015

Im November veröffentlicht Blanvalet den 21. Jack-Reacher-Roman „Der Ermittler“ (spielt 1996 in Berlin) und Lee Childs Essay „Der Held: Wie Helden die Welt verändern, und warum wir sie heute mehr als je zuvor brauchen“.

Im Juli wurde bekannt, dass es keine weiteren Jack-Reacher-Spielfilme mit Tom Cruise geben wird. Stattdessen wird Amazon Studios, wenn ihr das Drehbuch von Autor und Showrunner Nick Santora („Scorpion“, „Prison Break“) gefällt, eine Jack-Reacher-TV-Serie produzieren.

Wer Jack Reacher spielen wird, ist noch unklar, aber gesucht wird, so Lee Child auf seiner Homepage, ein Mann, der der Beschreibung von Jack Reacher aus den Büchern entspricht. Also eine Mischung aus Arnold Schwarzenegger und Dwayne Johnson.

Ich persönlich halte es ja für keine gute Idee, Reacher im Film wie im Roman von einem muskulösen Zwei-Meter-Mann spielen zu lassen. Damit überragt er meistens alle anderen Personen im Raum und wenn er sich dann mit einer Gruppe Halbstarker anlegen muss, ist schon vor dem ersten Schlag klar, wer gewinnt

Wer Lee Child persönlich treffen möchte, hat dazu am Samstag, den 23. November, die Gelegenheit. Dann ist er zusammen mit Ken Follett, Kate Mosse und JoJo Mojes im Rahmen der „The Friendship Tour“ um 20.00 Uhr im Großen Sendesaal des RBB (Masurenallee 8 – 14, Berlin).

The Friendship Tour“ wurde von Ken Follett initiiert. Gemeinsam wollen die Autoren ein Zeichen gegen den Brexit setzen. An dem Abend reden sie auch über Werke.

Die anderen Stationen der Tour sind Madrid, Rom und Paris.

Der Eintritt in Berlin kostet 16 Euro (ermäßigt 14 Euro; Tickets und weitere Informationen)

Hinweise

Moviepilot über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Metacritic über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Wikipedia über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014) (und DVD-Kritik)

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 31. Mai: Jack Reacher

Mai 31, 2019

Pro7, 20.15

Jack Reacher (Jack Reacher, USA 2012)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie

LV: Lee Child: One Shot, 2005 (Sniper)

Ein Scharfschütze erschießt in Pittsburgh am helllichten Tag fünf Menschen. Als Täter wird der Ex-Soldat James Barr verhaftet, der nur fordert, dass Jack Reacher geholt wird. Und Reacher, ein Ex-Militärpolizist, der immer unter dem Radar bleibt, taucht kurz darauf in Pittsburgh auf. Allerdings nicht, um Barr zu helfen.

„Jack Reacher“ ist ein guter, wenn auch unspektakulärer Thriller mit einem in jeder Beziehung angenehmen Retro-Touch, bei dem die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Erzähltugenden im Vordergrund stehen. Entsprechend unaufgeregt inszenierte McQuarrie den Film und Tom Cruise gibt – nachdem die Fans der Romane Cruise lautstark wegen seiner Körpergröße ablehnten (immerhin ist Reacher in den Romanen fast zwei Meter und Tom Cruise ist nur 1,70 Meter) – einen überzeugenden Jack Reacher.

2016 hatte Tom Cruise in „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back) seinen zweiten und bislang letzten Auftritt als Jack Reacher. mit Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney, Vladimir Sizov, Joseph Sikora , Michael Raymond-James, Alexia Fast, Josh Helman, Robert Duvall, Lee Child (Cameo als Polizist)

Wiederholung: Samstag, 1. Juni, 23.05 Uhr

Hinweise

Metacritic über „Jack Reacher“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher“

Wikipedia über „Jack Reacher“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 28. Oktober: Jack Reacher: Kein Weg zurück

Oktober 28, 2018

Pro 7, 20.15

Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskovitz, Richard Wenk

LV: Lee Child: Never go back, 2013 (Die Gejagten)

Als Ex-Militärpolizist Jack Reacher in einer Kaserne eine Bekannte besuchen will, wird er gleich in den Dienst zurückversetzt und mit etlichen Anklagen, unter anderem einer Vaterschaftsklage, konfrontiert. Reacher wittert eine große Verschwörung gegen ihn und seine unter falschen Anschuldigungen inhaftierte Bekannte. Er befreit sie und gemeinsam schlagen sie zurück.

Zweite Jack-Reacher-Verfilmung. Wieder ein gelungener, angenehm altmodischer Krimi. In diesem Fall ist der Film, der viele Details des Romans verändert, erstaunlicherweise näher an der Formel der Jack-Reacher-Romane als die Romanvorlage. Spannende Unterhaltung gibt es dann in Buch und Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Holt McCallany, Robert Knepper, Lee Child

Wiederholung: Montag, 29. Oktober, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Noch ziemlich Druckfrisch: die Übersetzung des 19. Jack-Reacher-Romans „Im Visier“. Dieses Mal soll Jack Reacher den Militärscharfschützen John Kott, der beim G8-Gipfel in London ein Attentat verüben will, aufhalten.

Spannende Unterhaltung, dieses Mal in der ersten Person erzählt.

Lee Child: Im Visier

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2018

416 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Personal

Bantam Press, 2014

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Metacritic über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Wikipedia über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014) (und DVD-Kritik)

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Gejagten“ (Never go back, 2013)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Lee Childs „Die Gejagten“ und die Verfilmung „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

November 10, 2016

Lange stand ein zweiter Jack-Reacher-Film auf der Kippe.

Obwohl der erste Jack-Reacher-Film „Jack Reacher“ vor vier Jahren sein Geld mehr als einspielte. Im Presseheft wird ein weltweites Einspielergebnis von über 200 Millionen Dollar genannt und in den USA lag das Kinoeinspielergebnis auf dem Niveau der anderen Cruise-Einzelfime. Die „Mission: Impossible“-Filme spielen mehr ein und im Sommer 2018 gibt es einen sechsten „Mission: Impossible“-Film.

Obwohl Tom Cruise einen weiteren Reacher-Film drehen wollte.

Und obwohl es noch genug Jack-Reacher-Romane gibt, die man verfilmen könnte. Der 21. Jack-Reacher-Roman „Night School“ erschien in den USA am 7. November.

Der von Lee Child erfundene Charakter ist, für alle, die sonst nur Harry Potter lesen, ein Ex-Militärpolizist, der seit seinem Ausscheiden aus dem Militär durch die USA driftet, immer wieder Menschen, die er zufällig trifft, hilft und dabei einigen Bösewichtern das Handwerk legt. Er sucht zwar keinen Ärger, aber er hilft, wo es nötig ist. Die Romane sind Action-Thriller, die auch als politische Statements gelesen werden können. Aufgrund des Helden, der der archetypische Retter und edle Ritter im modernen Gewand ist, kann Lee Child sehr flexibel und frei entscheiden, welche Geschichten er wie erzählt. Und wo. Und, wie seine Romane aus Reachers Militärzeit zeigen, wie zuletzt „Night School“, auch wann. Solange Jack Reacher dabei ist, ist es ein Jack-Reacher-Roman.

Jack Reacher: Kein Weg zurück“, die Verfilmung des 18. Reacher-Romans „Die Gejagten“ (Never go back, 2013), spielt in der Gegenwart.

Jack Reacher (Tom Cruise) besucht seinen ehemaligen Stützpunkt, um dort Major Susan Turner (Cobie Smulders), seine Nachfolgerin, die er bislang nur telefonisch kennt, zu treffen. In der Kaserne wird er von Colonel Morgan (Holt McCallany) wieder zurück in den aktiven Dienst versetzt und gleich mit mehreren Anklagen konfrontiert. So soll er der Vater einer pubertierenden Tochter sein.

Turner wurde einige Stunden vor seinem Auftauchen inhaftiert. Reacher ist überzeugt, dass die Anklage gegen sie falsch ist. Als auch Reacher mit einer ebenso falschen Mordanschuldigung in einem Militärgefängnis inhaftiert wird, ergreift er die Gelegenheit und befreit Turner. Gemeinsam flüchten sie vor den Männern, die sie tot sehen wollen, weil Turner während ihrer Arbeit auf illegale Geschäfte stieß, die von Teilen des Militärs und einer privaten Firma in Afghanistan getätigt werden.

Der Roman ist, wie man es von Lee Child kennt, ein echter Pageturner, in dem Jack Reacher und Susan Turner quer durch die USA reisen, versuchen Beweise für ihre Unschuld zu finden und, was das gute Recht eines Angeklagten ist, ihre Militäranwälte für ihre Zwecke ausnutzen.

Der Film nimmt sich bei der Romanhandlung im Detail und im Großen und Ganzen etliche Freiheiten. Dennoch unterscheidet sich letztendlich die Filmgeschichte gar nicht so sehr von der Romangeschichte und diese Interpretation der Geschichte ist eine schöne alternative Version der Romangeschichte. In jedem Fall gibt es, egal ob man zuerst das Buch liest oder den Film sieht, einige Überraschungen.

Im Film überwiegen allerdings die Action-Elemente, die angenehm altmodisch mit Fäusten, Schusswaffen und Autos erledigt werden. Vor allem Faustkämpfe, die dem Film eine angenehm realistische Atmosphäre verpassen. Denn Reacher, Turner und Reachers Vielleicht-Tochter Samantha (Danika Yarosh), die im Film wesentlich wichtiger als im Roman ist, sind auf der Flucht auf sich allein gestellt und sie müssen mit dem Arbeiten, was sie haben. Da gibt es keine Hightech-Gadgets, wie wir sie aus den „Mission: Impossible“ oder James-Bond-Filmen kennen, und auch keine perfekt funktionierende, weltweite Überwachung à la Jason Bourne.

Und, im Gegensatz zum Roman, gibt es im Film keine Liebesszene zwischen Reacher und Turner. Um nur noch einen weiteren Unterschied zu nennen, den ich äußerst gelungen finde.

Edward Zwick, der bislang noch keinen reinrassigen Action-Krimi erzählte, aber mit Action seine Erfahrung hat, inszenierte „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ stilistisch zwar etwas konservativer als Christopher McQuarrie „Jack Reacher“, aber flott, kurzweilig und mit viel vergnüglicher Old-School-Action sind beide Filme.

Da sollte es doch noch mindestens einen weiteren Jack-Reacher-Film geben. Auch weil das weltweite Einspiel für „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ bereits bei deutlich über 100 Millionen Dollar liegt.

Bis dahin gibt es ja die Romane von Lee Child, der im Film als Sicherheitsbeamter am Flughafen einen Miniauftritt hat.

null

Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never go back, USA 2016)

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskovitz, Richard Wenk

LV: Lee Child: Never go back, 2013 (Die Gejagten)

mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh, Patrick Heusinger, Holt McCallany, Robert Knepper, Lee Child

Länge: 119 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Die Gejagten von Lee Child

Lee Child: Die Gejagten – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Berger)

Blanvalet, 2016

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Never go back

Bantam Press, 2013

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Metacritic über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“

Wikipedia über „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edward Zwicks „Bauernopfer – Spiel der Könige“ (Pawn Sacrifice, USA 2014) (und DVD-Kritik)

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


Lee Child, Jack Reacher und Tom Cruise

Juni 29, 2016

Die Gejagten von Lee Child

Langsam läuft die Werbemaschine für den neuen Tom-Cruise-Film an. Vier Jahre nach „Jack Reacher“ spielt er wieder, nun, Jack Reacher, den durch die USA reisenden Ex-Soldaten, der keine Kreditkarte besitzt und keine Steuererklärung ausfüllt und immer wieder in abenteuerliche Geschichten hineingerät. Sein Erfinder Lee Child hat inzwischen über zwanzig Jack-Reacher-Romane und etliche kürzere Jack-Reacher-Geschichten geschrieben.

Jetzt hat sein deutscher Verlag Blanvalet mit „Die Gejagten“ den fast neuesten Reacher-Roman „Never go back“ veröffentlicht:

Jack Reacher betritt den Stützpunkt seiner ehemaligen Einheit bei der Militärpolizei, und ahnt nicht, was ihm bevorsteht. Er ist nach Virginia gereist, um seine Nachfolgerin Major Susan Turner kennenzulernen. Doch wenig später wird klar, was für ein großer Fehler es war, einen Militärstützpunkt zu betreten. Denn wie jeder ehemalige Soldat der USA ist Reacher Reservist. Prompt erhält er seinen Einberufungsbefehl und wird außerdem des Mordes angeklagt und verhaftet. Reacher gelingt die Flucht aus dem Gefängnis, doch seine wichtigste Frage bleibt zunächst ungeklärt: Wer versucht ihn auf diese Weise kaltzustellen?“ (Verlagsankündigung)

Edward Zwick verfilmte, nach einem Drehbuch von Richard Wenk, Marshall Herskovitz und Edward Zwick, diesen Thriller mit Tom Cruise als „Jack Reacher: Kein Weg zurück“. Der erste Trailer konzentriert sich allerdings nur auf die Action:

Der Thriller startet bei uns am 10. November und ich freue mich darauf.

Denn Lee Child hat eine kleine Rolle übernommen. Andy Martin hat die denkwürdigen Dreharbeiten beobachtet.

Ach ja: „Die Gejagten“ ist der achtzehnte Reacher-Roman. Der sechzehnte Reacher-Roman „Der letzte Befehl“ (The Affair, 2011), der in Reachers Vergangenheit spielt, erscheint nächstes Jahr, weil der Blanvalet-Verlag den übergeordneten Handlungsstrang, der sich über die letzten Bände hinzog, nicht unterbrechen wollte.

Lee Child: Die Gejagten – Ein Jack-Reacher-Roman

(übersetzt von Wulf Berger)

Blanvalet, 2016

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Never go back

Bantam Press, 2013

Hinweise

Facebook-Seite zu den Jack-Reacher-Filmen

Blanvalet über Lee Child

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“


TV-Tipp für den 5. Oktober: Jack Reacher

Oktober 5, 2014

Pro7, 20.15
Jack Reacher (Jack Reacher, USA 2012)
Regie: Christopher McQuarrie
Drehbuch: Christopher McQuarrie
LV: Lee Child: One Shot, 2005 (Sniper)
Ein Scharfschütze erschießt in Pittsburgh am helllichten Tag fünf Menschen. Als Täter wird der Ex-Soldat James Barr verhaftet, der nur fordert, dass Jack Reacher geholt wird. Und Reacher, ein Ex-Militärpolizist, der immer unter dem Radar bleibt, taucht kurz darauf in Pittsburgh auf. Allerdings nicht, um Barr zu helfen.
„Jack Reacher“ ist ein guter, wenn auch unspektakulärer Thriller mit einem in jeder Beziehung angenehmen Retro-Touch, bei dem die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Erzähltugenden im Vordergrund stehen. Entsprechend unaufgeregt inszenierte McQuarrie den Film und Tom Cruise gibt – nachdem die Fans der Romane Cruise lautstark wegen seiner Körpergröße ablehnten (immerhin ist Reacher in den Romanen fast zwei Meter und Tom Cruise ist nur 1,70 Meter) – einen überzeugenden Jack Reacher.
Nachdem lange unklar war, ob es einen zweiten Jack-Reacher-Film gibt (dabei war das Einspielergebnis überzeugend), soll jetzt der Jack-Reacher-Roman „Never go back“ verfilmt werden. Aber zuerst ist Tom Cruise auf einer weiteren „Mission: Impossible“.
mit Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney, Vladimir Sizov, Joseph Sikora , Michael Raymond-James, Alexia Fast, Josh Helman, Robert Duvall, Lee Child (Cameo als Polizist)
Wiederholung: Montag, 6. Oktober, 00.55 Uhr (Taggenau!)
Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jack Reacher“

Metacritic über „Jack Reacher“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher“

Wikipedia über „Jack Reacher“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

 


Neu im Kino/Filmkritik: Gelungener Einstand für „Jack Reacher“

Januar 3, 2013

Die erste Überraschung erleben die Menschen, die bislang noch keinen von Lee Childs Jack-Reacher-Romanen gelesen haben, nach ungefähr zehn Minuten. Denn bis dahin baute Drehbuchautor und Regisseur Christoper McQuarrie in seiner Verfilmung von „Sniper“ (One Shot) die Spannung auf die Ankunft des edlen Retters kontinuierlich auf.

In Pittsburgh, Pennsylvania, erschießt ein Sniper am helllichten Tag fünf Menschen. Detective Emerson (David Oyelowo) sichert die Beweise und schnell hat er einen wasserdichten Fall gegen James Barr (Joseph Sikora). Dieser verlangt nur, dass Jack Reacher geholt werden soll. Aber dieser Reacher ist ein Geist. Er war Militärpolizist, jetzt reist er ohne Gepäck durch die USA und als er in den Nachrichten von der Anklage gegen Barr hört, macht er sich auf den Weg nach Pittsburgh.

Aber er reitet in das Büro des zuständigen Staatsanwalts Rodin (Richard Jenkins) nicht als der große Retter Shane ein, sondern er ist ein Racheengel der nur aus einem Grund nach Pittsburgh gekommen ist: er will sich vergewissern, dass Barr auch wirklich für diese Tat verurteilt wird. Während des Golfkriegs ermordete der Army-Scharfschütze mehrere US-Soldaten aus dem Hinterhalt. Aufgrund höherer politischer Erwägungen und zu Jack Reachers Ärger entging Barr damals seiner Bestrafung.

Das scheint jetzt nicht wieder zu passieren und Reacher will die Stadt wieder verlassen. Aber da bittet Barrs Verteidigerin Helen Rodin (Rosamund Pike) ihn, in dem Ort zu bleiben und sich als ihr Ermittler die Beweise noch einmal anzusehen. Immerhin hat Barr, bevor er ins Koma geprügelt wurde, ausdrücklich darum gebeten, Jack Reacher zu rufen.

Reacher sieht sich die Beweise an und, weil sie zu gut sind, um wahr zu sein, beginnt er nach dem wahren Mörder und den Hintergründen für die Tat zu suchen. Das ist jetzt auch für die Menschen, die noch keinen Jack-Reacher-Roman gelesen haben (es aber unbedingt nach dem Filmbesuch tun sollten) keine Überraschung. Ebenso, dass Jack Reacher eine Menge Ärger bekommt und letztendlich in der Stadt kräftig aufräumt.

Dabei verlässt Jack Reacher sich weniger auf seine Kampfkünste, als auf seinen Verstand und seine Beobachtungsgabe. So scheint er bereits schnell das halbe Komplott durchschaut zu haben.

Drehbuchautor und Regisseur Christopher McQuarry („Die üblichen Verdächtigen“, „Operation Walküre“) bemüht sich kräftig, Jack Reacher in möglichst jeder Szene als den großen mythologischen Helden zu inszenieren und er plündert dabei fast jedes Western-Topoi, das irgendwie in den Film hineinpasst und gibt ihm in jeder Szene mindestens einen Oneliner. Dabei ist „Jack Reacher“, wie Lee Childs grandioser Roman „Sniper“, an den der Film sich weitgehend hält, in erster Linie ein Rätselkrimi, in dem ein smarter Ermittler den Mörder (dessen Identität uns Zuschauern von Anfang an bekannt ist) und dessen Auftraggeber sucht. Denn er glaubt nicht, dass die Opfer zufällig ausgewählt wurden.

Der Auftraggeber für die Morde, The Zec, ist ein grandioser Besetzungscoup. Denn er wird von Werner Herzog gespielt, der in den Siebzigern einer der wichtigsten Regisseure des Neuen Deutschen Films war, in den Neunzigern bei uns in Vergessenheit geriet, während er in den USA als Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen bekannt wurde und dort schon fast kultisch verehrt wird; was sicher auch an seinem Humor liegt. Jedenfalls darf er als Zec, mit ausdruckloser Mine und in der Originalfassung seinem wunderschönem Akzent, einige so tiefsinnige, absurde und böse Sätze sagen, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Wahrscheinlich haben McQuarrie und Cruise (der den Film auch produzierte) als sie Herzog engagierten, einfach ihrem Fantum nachgegeben. Jedenfalls war das eine kluge Entscheidung.

Jack Reacher“ ist ein guter, wenn auch unspektakulärer Thriller mit einem in jeder Beziehung angenehmen Retro-Touch, bei dem die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Erzähltugenden im Vordergrund stehen. Entsprechend unaufgeregt inszenierte McQuarrie den Film und Tom Cruise gibt – nachdem die Fans der Romane Cruise lautstark wegen seiner Körpergröße ablehnten (immerhin ist Reacher in den Romanen fast zwei Meter und Tom Cruise ist nur 1,70 Meter) – einen überzeugenden Jack Reacher. Denn er ist im Film genausowenig zu stoppen wie in den Romanen. Außerdem sind die wenigen Action-Szenen, die angenehm altmodisch ohne Wackelkamera, Schnittgewitter und „Mission Impossible“-Overkill inszeniert wurden, so auch viel glaubwürdiger. Denn welche Bande von Kleinstadtmachos fängt eine Schlägerei mit einem Zwei-Meter-Muskelprotz an? In „Jack Reacher“ versuchen sie es. Kurz darauf sind liegen sie krankenhausreif auf dem Boden.

Und was hätten die Die-Hard-Fans der Romane zu Brad Pitt, Hugh Jackman, Jamie Foxx, Vince Vaughn und Will Smith, die alle vor Tom Cruise für die Rolle im Gespräch waren, gesagt?

Jack Reacher - Plakat4

Jack Reacher (Jack Reacher, USA 2012)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie

LV: Lee Child: One Shot, 2005 (Sniper)

mit Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney, Vladimir Sizov, Joseph Sikora , Michael Raymond-James, Alexia Fast, Josh Helman, Robert Duvall, Lee Child (Cameo als Polizist)

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jack Reacher“

Metacritic über „Jack Reacher“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher“

Wikipedia über „Jack Reacher“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs „Outlaw“ (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

 


„Jack Reacher“ – Erster Trailer und zwei Filmfotos

Juli 4, 2012

Die Werbemaschine für die Lee-Child-Verfilmung „Sniper“ (One Shot, 2005) läuft an. Inzwischen heißt der Film, nach dem Held, „Jack Reacher“. Christopher McQuarrie („Die üblichen Verdächtigen“, „Operation Walküre“) schrieb das Drehbuch und führte, nach „Way of the Gun“, wieder Regie.

Werner Herzog ist dabei. Als Bösewicht. Rosamund Pike, Robert Duvall und Richard Jenkins sind ebenfalls dabei. Das sind die eindeutig erfreulichen Nachrichten.

Tom Cruise spielt Jack Reacher – und darüber kann man streiten. Natürlich sieht Tom Cruise nicht wie der von Lee Child in seinen Romanen beschriebene Jack Reacher aus. Aber er ist einer der Schauspieler, der viele Leute ins Kino lockt – und so etwas sehen die Produzenten gerne.

Dummerweise sieht der erste Trailer, der jetzt auch in der englischen Fassung online ist (eine russische Fassung ist schon seit einigen Tagen online), so furchtbar uninteressant aus:

War diese Schlägerei nicht in einem anderen Jack-Reacher-Thriller? Und die Explosion nicht in „Outlaw“ (Nothing to Lose, 2008)? Naja, egal.

Auch die ersten beiden Bilder mit Tom Cruise als Jack Reacher; – – – nun, es ist halt ein Mann und ein Auto.

Ach ja. Die Homepage ist online. Deutscher Kinostart ist bislang der 3. Januar 2013.


„Outlaw“: Jack Reacher besucht Despair – und die Bewohner finden das gar nicht witzig

Dezember 21, 2011

Schon der deutsche Titel „Outlaw“ erinnert an einen Western und auch die Ausgangssituation kennen wir aus zahlreichen Western. Mitten im Nirgendwo sind zwei Dörfer (naja, sehr kleine Dörfer) in Colorado und aus dem einen Dorf wird der Fremde umstandslos hinausgeworfen. Weil der Fremde allerdings Jack Reacher ist, bedeutet das Ärger. Denn er lässt sich das nicht gefallen und das Verhängnis, jedenfalls für die Bewohner von Despair, nimmt seinen Lauf.

Der von Lee Child erfundene Serienheld Jack Reacher ist ein ehemaliger Elitesoldat, der mit möglichst wenig Gepäck durch die USA reist und sich von niemandem Befehle erteilen lässt. Er will herausfinden, warum die Einwohner von Despair ihn so dringend loswerden wollen. Seine einzige Verbündete ist Vaughan, die im benachbarten Hope Polizistin ist, und anscheinend ganz froh über diesen Fremden, der seine Nase in fremde Angelegenheiten steckt, ist.

Nachdem Lee Child auf den ersten Seiten den Konflikt etablierte, lässt er sich viel Zeit, in der unklar ist, ob Thurman, dem die riesige örtliche Recyclingfirma gehört und der als einziger Arbeitgeber der unumschränkte Herrscher von Despair ist, wirklich etwas verbirgt oder Reacher einfach nur ein neugierig-nervender Tramp ist. Aber weil wir nach elf Romanen Lee Child und Jack Reacher kennen, wissen wir, dass all die kleinen Hinweise und Merkwürdigkeiten, wie verschwundene Leichen, in Dokumenten nicht auftauchende junge Männer, die nach Despair reisen, aber niemals offiziell den Ort verlassen, eine bei Despair stationierte Spezialeinheit der Militärpolizei, die eine geheime Militäreinrichtung bewacht, die Vereidigung eines ganzen Dorfes zu Hilfssheriffs, um Reacher zu jagen, den das natürlich nicht von weiteren Besuchen in Despair abhält, nur die Vorbereitung für ein furioses Finale sind.

In „Outlaw“ plündert Lee Child dafür etliche Western-Topoi, die er mit aktuellen Entwicklungen verknüpft. Deshalb kann sein neuester Jack-Reacher-Roman, für die Älteren, locker als „Mein großer Freund Shane“, nur ohne Kinder, oder, für die Jüngeren, als „Cowboys & Aliens“, nur ohne die Verbrüderung gegen die Aliens, verkauft werden. In jedem Fall ist es spannende Unterhaltung mit einem etwas zu apokalyptischem Ende.

Lee Child: Outlaw

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2011

448 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Nothing to Loose

Bantam Press, 2008

Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Lee Child in der Kriminalakte

 

 


Hinweise: Kollegen über Gregory Mcdonald, Barry Eisler über den US-Wahlkampf, Jack Reacher im Kino – und vieles mehr

Oktober 7, 2008

Bei The Rap Sheet schreiben zahlreiche bekannte Autoren, unter anderem Joe R. Lansdale, Don Winslow, Ken Bruen, Markus Sakey und Robert Eversz, um nur die in Deutschland bekannten Namen zu nennen, über den unlängst verstorbenen „Fletch“-Erfinder Gregory Mcdonald und dessen Bedeutung für sie und die Kriminalliteratur.

Allan Guthrie (Abschied ohne Küsse) hat seinen Webauftritt überarbeitet. Sieht hübsch modern aus; – aber jetzt finde ich dort nichts mehr.

Barry Eisler ist von Sarah Palin immer noch nicht begeistert. Er fragt „Why do the Palins hate America?“ und kommentiert die Vizepräsidenten-Debatte:

I don’t think the regular-girl schtick brings in the undecideds. Here, the low expectations she had created with her recent interview disasters worked against her. The essential problem is that Palin has set expectations so low that even if she exceeds them, people will still recognize it’s not enough. Acting like a regular gal doesn’t change that dynamic; it worsens it. (…)

I think the best anyone could say for Palin is that she exceeded the stunningly low expectations her recent performances have established. I can’t imagine that a material number of undecideds watched this debate and decided based on it to vote for McCain/Palin (I can, however, easily imagine it picking up some undecideds for Obama/Biden). So the best you can say is that Palin avoided making things much worse for her ticket. Which is another way of saying that in November, Barack Obama will be elected president.

(Hoffentlich! Denn Sarah Palin ist absolut nicht geeignet für das Amt. Wer nach ihren letzten Interviews daran noch zweifelte, sollte einen Blick in die Vizepräsidenten-Debatte riskieren. Es ist schon erstaunlich, wie unkonkret sie antwortet – falls sie überhaupt antwortet. Joseph R. Biden Jr. ist einfach viel faktensicherer, beantwortet die Fragen und wirkte überzeugender als künftiger Vizepräsident.)

Die gesamte Vizepräsidenten-Debatte kann hier mit einem Transkript und weiteren Recherchemöglichkeiten angesehen werden.

Schnittberichte hat eine Liste der 2008 in Deutschland im Kino und auf DVD zensierten Filme veröffentlicht. Eine gerade für den Kinobereich beeindruckende Liste.

Josh Olsen (A History of Violence) schreibt das Drehbuch zur Lee-Child-VerfilmungOne Shot“ (Sniper). Wer Jack Reacher spielt, ist noch unklar.

Der Noir of the Week ist „Road House“ (Nachtclub-Lilly, USA 1948, Regie: Jean Negulesco, Drehbuch: Edward Chodorov, mit Ida Lupino, Cornel Wilde, Richard Widmark).

Die Okktober-Ausgabe von The Big Thrill ist online; mit Hinweisen auf die neuen Romane von Sean Chercover (mit Interview), Jeffrey Mariotte, Alex Klava (mit Interview), Raymond Benson (mit Interview zu dem James-Bond-Dreierband), Heather Graham und F. Paul Wilson (ein neuer Handyman-Jack-Roman).

Bei Murderati hat Alexandra Sokoloff einen weiteren Teil ihres Schreibseminars veröffentlicht: Story Structure – Act two, Part two. Lesenswert!


Jack Reacher auf der Jagd

Mai 7, 2008

Jack Reacher ist zurück – und durch ein Versehen des Verlages sogar gleich mit drei Abenteuern. „Sniper“ heißt das neueste Werk von Lee Child. „Die Abschussliste“ und „Tödliche Absicht“ die beiden älteren, als Taschenbuch erschienenen, Thriller.

Der Brite Lee Child eroberte 1997 gleich mit dem ersten Jack-Reacher-Roman „Größenwahn“ im Sturm die Herzen der Leser. Seitdem schrieb er jedes Jahr ein weiteres, etwa fünfhundertseitiges Werk mit seiner modernen Version von Shane. Denn genau wie der mythologische Westernheld kommt Reacher in eine Stadt, wird unschuldig in einen riesigen Schlamassel verwickelt, sorgt skrupellos für Recht und Ordnung und verschwindet nach getaner Arbeit. Allerdings sucht Jack Reacher in „Sniper“, „Die Abschussliste“ und „Tödliche Absicht“ aus verschiedenen Gründen den Ärger.

In „Sniper“ erschießt ein Heckenschütze an einem Freitagnachmittag in einer Kleinstadt in Indiana fünf Menschen. Die Spur der Indizien führt die Polizei sofort zu dem ehemaligen Militärscharfschützen James Barr. Bei einem Verhör sagt er nur zwei Sätze: „Sie haben den Falschen.“ und „Lassen Sie Jack Reacher herkommen.“

In diesem Moment hat sich Jack Reacher bereits auf den Weg gemacht. Aber nicht, um Barr aus dem Gefängnis zu befreien, sondern um sich zu überzeugen, dass Barr dieses Mal für seine Tat büßen wird. Denn 1991 erschoss Barr in Kuwait-Stadt vier Menschen und Reacher, der damals noch Militärpolizist war, musste ihn aus übergeordneten Gründen laufen lassen. Als er sich Barrs zweiten Mehrfachmord als Heckenschütze ansieht, stellt er fest, dass die Beweise wasserdicht sind und eine Verurteilung kein Problem sein wird. In diesem Moment fragt Reacher sich, ob die Beweise nicht zu gut sind und ob Barr der wirkliche Schütze ist. Als Reacher mit seinen eigenen Ermittlungen für die Verteidigung beginnt, stößt er auf Ungereimtheiten.

Der neunte Jack-Reacher-Roman „Sniper“ zeigt Lee Child auf der Höhe seines Könnens. Aus einem einfachen, hinterhältigen Anschlag entwickelt er ein böses, von langer Hand geplantes Komplott, das letztendlich nur mit Gewalt gelöst werden kann. Und nachdem Jack Reacher die Bösen besiegt hat, verschwindet er, wie ein Geist, wieder von der Bildfläche.

Wegen eines Versehens der Druckerei wurde in einem Teil der Erstauflage der kürzlich erschienenen Taschenbuchausgabe von „Die Abschussliste“ der Text des älteren Reacher-Abenteuers „Tödliche Absicht“ abgedruckt. Der Unterschied kann einfach festgestellt werden. „Tödliche Absicht“ beginnt mit den Worten: „Sie erfuhren im Juli von ihm und blieben den gesamten August über zornig. Im September versuchten sie ihn zu ermorden. Aber das war viel zu früh.“ „Die Abschussliste“ beginnt so: „So schlimm wie ein Herzanfall, vielleicht waren das Ken Kramers letzte Gedanken – wie eine abschließende Panikexplosion in seinem Gehirn, als er zu atmen aufhörte und im Abgrund versank. Er verhielt sich auf jede nur denkbare Weise falsch, das wusste er.“

Also, liebe Sammler, der Fehldruck könnte später noch ziemlich wertvoll werden.

Doch jetzt zum Inhalt. „Die Abschussliste“ ist ein Ausflug in Jack Reachers Vergangenheit als Soldat. Silvester 1989/1990 schiebt er mitten im Nirgendwo in Fort Bird Wache. Da wird in einem billigen Motel General Ken Kramer gefunden. Er hatte offensichtlich beim Sex einen Herzanfall. Aber Kramers Aktenkoffer mit geheimen Unterlagen ist verschwunden. Er war auf dem Weg zu einer Tagung. Wenige Stunden später wird Kramers Frau in ihrem Haus von einem Einbrecher ermordet. Reacher glaubt nicht an einen Zufall. Und er glaubt, dass in Kramers Aktentasche etwas Wichtiges ist. Außerdem will er wissen, warum ein General einen riesigen Umweg fährt, um mit einer Prostituierten ins Bett zu steigen.

Bei dem Ausflug in Jack Reachers Vergangenheit wechselte Lee Child wieder einmal die Erzählperspektive von der dritten Person zur ersten Person, ohne dass sich dadurch viel ändert. Jack Reacher ist immer der reine Tatmensch. Wenn er denkt, dann tut er das entweder im Gespräch mit einer seiner Verbündeten oder außerhalb der Geschichte. Lee Childs Sprache beschränkt sich auf das funktionale Beschreiben der Handlung. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten.

Das zeigt sich besonders deutlich, als Jack Reacher und sein Bruder Joe in „Die Abschussliste“ nach Paris fliegen und dort schockiert erfahren müssen, dass ihre Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist und in wenigen Tagen sterben wird. Während andere Autoren dieser Privatgeschichte viel Platz gegeben hätten, erledigt Lee Child das auf die Reacher-typische Art.

Allerdings ist ein jüngerer, in militärische Strukturen eingebundener Reacher nicht der aus den anderen Romanen bekannte, die Anonymität schätzende, unter dem staatlichen Radar lebende Jack Reacher. Daran ändern auch Joe Reachers Hinweise auf die geänderten Zeiten, seine Fragen nach den weiteren Plänen von Jack Reacher im Militär und Jack Reachers abwehrender Haltung dazu nichts. Reacher scheint sich beim Aufklären der Morde und dem Aufdecken des damit zusammenhängenden Komplottes sogar mit besonderer Lust mit seinem neuem Vorgesetzten anzulegen. Doch, im Gegensatz zu dem späteren Privatmann, kann ein Militärpolizist bei seinen Ermittlungen auch immer mit der geballten Macht seines Amtes gegen Verdächtige vorgehen.

Der schwächste Roman in diesem Dreierpack ist „Tödliche Absicht“. Die ehemalige Freundin von Jack Reachers inzwischen verstorbenem Bruder, M. E. Froelich, arbeitet beim Secret Service. Sie soll den designierten Vizepräsidenten Armstrong beschützen. Gegen ihn häuften sich in den vergangenen Monaten die Morddrohungen. Sie bittet Reacher ihr zu helfen.

Im Folgenden entwickelt sich eine längliche Attentatsgeschichte. Denn der Gegner und sein Motiv bleiben bis zum Schluss im Dunkeln. Reacher versucht den Vizepräsidenten zu beschützen und den Attentäter zu finden. Dabei fragt er sich, ob der Attentäter ein Insider ist, Helfer beim Secret Service hat, Froelich das eigentliche Opfer ist oder doch der unbescholtene Vizepräsident und ob der Attentäter eher der Typ Edward Fox in „Der Schakal“ oder John Malkovich in „In the Line of Fire“ ist. Denn wenn der Täter unerkannt fliehen will, wird er sich anders benehmen, als wenn ihm sein Überleben egal ist. Ausführlich schildert Lee Child die Ermittlungen von Reacher, wie Froelich versucht den Vizepräsidenten zu schützen und wie sie einige Anschläge verhindern.

Allerdings – und das ist die große Crux von „Tödliche Absicht“ – ist es einfach unglaubwürdig, dass die Attentäter ihr Opfer mehrfach vorwarnen und so ihre eh schon schwierige Aufgabe noch schwieriger machen.

Lee Child: Sniper

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2008

480 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

One Shot

Bantam Press, 2005

Lee Child: Die Abschussliste

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2008

480 Seiten

7,95 Euro

Deutsche Erstausgabe (Gebundene Ausgabe)

Blanvalet, 2006

Originalausgabe

The Enemy

Bantam Press, 2004

Lee Child: Tödliche Absicht

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2005

480 Seiten

8,95 Euro

Deutsche Erstausgabe (Gebundene Ausgabe)

Blanvalet, 2003

Originalausgabe

Without Fail

Bantam Press, 2002

Jack-Reacher-Reihe

1 – Größenwahn (Killing Floor, 1997)

2 – Ausgeliefert (Die Trying, 1998 )

3 – Sein wahres Gesicht (Tripwire, 1999)

4 – Zeit der Rache (The Visitor, 2000)

5 – In letzter Sekunde (Echo Burning, 2001)

6 – Tödliche Absicht (Without Fail, 2002)

7 – Der Janusmann (Persuader, 2003)

8 – Die Abschussliste (The Enemy, 2004)

9 – Sniper (One Shot, 2005)

10 – The Hard Way, 2006

11 – Bad Luck and Trouble, 2007

12 – Nothing To Lose, 2008 (erscheint im Juni)

Hinweise

Homepage von Lee Child

Blanvalet über Lee Child


Die Krimibestenliste Dezember 2019

Dezember 1, 2019

Zum 1. Advent haben die haben die vielen Herren und wenigen Damen von der Krimibestenliste (präsentiert von der Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur) ihre monatliche Liste empfehlenswerter Krimis zusammengestellt:

1. John le Carré – Federball (Plazierung im Vormonat: 4)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein, 352 Seiten, 24 Euro.

2. Hannelore Cayre – Die Alte (Plazierung im Vormonat: 10)

Aus dem Französischen von Iris Konopik. Ariadne im Argument Verlag, 203 Seiten, 18 Euro.

3. Paulus Hochgatterer – Fliege fort, fliege fort (Plazierung im Vormonat: 3)

Deuticke, 286 Seiten, 23 Euro.

4. Norbert Horst – Bitterer Zorn (Plazierung im Vormonat: 8)

Goldmann, 320 Seiten, 13 Euro.

5. Regina Nössler – Die Putzhilfe (Plazierung im Vormonat: /)

Konkursbuch, 402 Seiten, 12,90 Euro.

6. Fuminori Nakamura – Der Revolver (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg. Diogenes, 186 Seiten, 22 Euro.

7. James Lee Burke – Mein Name ist Robicheaux (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger. Pendragon, 600 Seiten, 22 Euro.

8. Simone Buchholz – Hotel Cartagena (Plazierung im Vormonat: 6)

Suhrkamp, 230 Seiten, 15,95 Euro.

9. Sarah Schulman – Trüb (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

10. Dror Mishani – Drei (Plazierung im Vormonat: 5)

Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes, 336 Seiten, 24 Euro.

Einiges davon dürfte auf einigen Weihnachtswunschlisten gut aussehen.

Bei mir liegen, nach einer Rex-Stout-Neuübersetzung (die Nero-Wolfe-Geschichte „Zyankali vom Weihnachtsmann“) une der Jonathan-Lethem-Kurzgeschichtensammlung „Alan, der Glückspilz“ (wegen „Motherless Brooklyn“), der neue le Carré, der neue Burke (beide auch auf der Krimibestenliste), und der neue Child (aka der neue Jack Reacher), der neue Rankin (aka der neue John Rebus) und der neue Staalesen (endlich wieder ein Krimi mit Privatdetektiv Varg Veum) ganz oben auf meinem Lesestapel. Direkt neben Anthony J. Quinns „Gestrandet“ (Trouble im heutigen Nordirland) und Lou Berneys „Destination Dallas“ (der große Bouchercon-Gewinner).

Damit sind meine schlaflosen Nächte bis Weihnachten gesichert.


TV-Tipp für den 4. Mai: Die üblichen Verdächtigen

Mai 3, 2019

Servus TV, 22.05

Die üblichen Verdächtigen (The usual Suspects, USA 1995)

Regie: Bryan Singer

Drehbuch: Christopher McQuarrie

„Wer ist Keyser Soze?“ fragen sich einige nur scheinbar zufällig in eine Gefängniszelle eingesperrte Verbrecher und, nach einem Massaker im Hafen von San Pedro, auch ein Zollinspektor. Er lässt sich von dem einzigen Überleben erzählen, wie es zu dem Blutbad im Hafen kam.

Nach zwei Stunden gibt es die überraschende Enthüllung. Heute dürfte das Ende bekannt sein.

„Einer der intelligentesten Thriller des Jahres.“ (Fischer Film Almanach 1997)

McQuarries Drehbuch erhielt unter anderem den Edgar und den Oscar.

Mit Kevin Spacey, Chazz Palminteri, Stephen Baldwin, Gabriel Byrne, Benicio Del Toro, Kevin Pollak, Pete Postlethwaite, Suzy Amis, Giancarlo Esposito, Dan Hedaya, Paul Bartel, Louis Lombardi

Wiederholung: Sonntag, 5. Mai, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die üblichen Verdächtigen“

Wikipedia über “Die üblichen Verdächtigen” (deutsch, englisch)

Drehbuch „The Usual Suspects“ von Christopher McQuarrie

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (X-Men: Days of Future Past, USA 2014)

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Apocalypse“ (X-Men: Apocalypse, USA 2016)

Meine Besprechung von Bryan Singer/Dexter Fletchers „Bohemian Rhapsody“ (Bohemian Rhapsody, USA 2018)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Mission: Impossible – Fallout“ überzeugt

August 2, 2018

Einerseits: Wow!

Andererseits: Angesichts des überschwänglichen Kritikerlobs in Richtung „bester Actionfilm des Jahres“ und des 97-prozentigen Frischegrades bei „Rotten Tomatoes“ muss ich jetzt die Erwartungen dämpfen. „Mission: Impossible – Fallout“ ist kein das Genre verändernder Film und auch kein künftiger Klassiker. Aber es ist eine zweieinhalbstündige Actionsause, in der sich, fast ohne Verschnaufpausen, eine spektakuläre Actionszene an die nächste spektakuläre Actionszene anschließt. Diese Actionszenen sind in der alten James-Bond-Tradition zwar unglaublich und unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Das unterscheidet sie von den Actionszenen in den unzähligen Superheldenfilmen, die nur mit viel Computerhilfe entstehen können und die deshalb letztendlich auch nicht so beeindruckend wie handgemachte Actionszenen sind. Die beiden „John Wick“-Filme und „Atomic Blonde“ zeigten in den letzten Jahren den Hunger der Actionfans nach solchen Old-School-Actionszenen.

Ein zweiter sehr wichtiger Unterschied zur Action in Superheldenfilmen ist, dass Tom Cruise die Stunts selbst macht. Soweit wie möglich. Er kann sich da, wie ein Kind im Wunderland, austoben. Er darf all die Dinge machen, die ein normaler Mensch nicht machen darf, wie durch Paris zu rasen, über Dächer laufen, an Hubschraubern hängen, Hubschrauber durch Berge fliegen und aus Flugzeugen zu springen. Für diese HALO-Sprung aus über 8000 Meter Höhe wurde ein besonderer Helm entworfen, damit man sieht, dass er und nicht irgendein Stuntman durch die Luft fliegt. Manchmal geht auch etwas schief, wie bei dem Sprung in London, bei dem Cruise sich den Knöchel brach. Die ungeschnittene Szene ist inzwischen online. Geplant war, dass er läuft, zum gegenüberliegenden Haus springt, gegen die Hauswand prallt (Autsch!), sich hochzieht und weiterläuft.

Regisseur Christopher McQuarrie sagt zu den Stunts: „Tom ist immer bereit, bei allem mitzumachen, was wir uns einfallen lassen. Man muss nur immer zusätzlich noch einen Weg finden, die Kameras so zu platzieren, dass man sieht, dass es tatsächlich der Star des Films ist, der diese Stunts absolviert.“

Und die Action ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Teil der Handlung. Sie treibt die Geschichte voran, die in ihren großen Linien nicht so wahnsinnig aufregend ist. Hunt muss gestohlenes Plutonium finden, bevor es in die Hände von einer Terrorgruppe fällt. Die brauchen es für drei Atombomben, die einen großen Teil der Menschheit vernichten sollen. Das ist ein typischer „Mission: Impossible“/“James Bond“-Plot, bei dem meistens auch schnell die Bösewichter und ihre Helfer bekannt sind. In diesem Fall steckt der aus dem vorherigen „Mission: Impossible“-Film „Rogue Nation“ bekannte Solomon Lane (Sean Harris) dahinter.

Aber in den Details wird dieser Plot sehr interessant ausgemalt. Gleichzeitig gibt es einige Verbindungen zu den früheren „Mission: Impossible“-Filmen, die das Herz des fanatischen Fans erfreuen, ohne dass das Verständnis des aktuellen Films darunter leidet. So ist die Waffenhändlerin Alana, genannt „Die weiße Witwe“ (Vanessa Kirby), die Tochter der Waffenhändlerin Max (Vanessa Redgrave) aus dem ersten „Mission: Impossible“-Film. Hunts Frau Julia (Michelle Monaghan) ist wieder dabei. Ihr Auftritt ist zwar kurz, aber wichtig für diese Geschichte. Ebenso sind Luther Stickell (Ving Rhames, von Anfang an dabei), Benji Dunn (Simon Pegg), ihr Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) und die MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) wieder dabei. Ihre Rolle in dem Spiel ist allerdings zunächst unklar.

Es gibt auf der Seite der Guten auch zwei wichtige Neuzugänge: Erika Sloane (Angela Bassett, hoffnungslos unterfordert) ist die neue CIA-Chefin, die ein natürliches Misstrauen gegen Hunts unkontrollierbare Einheit hat. August Walker (Henry Cavill) ist der von ihr beauftragte schlagkräftige CIA-Aufpasser für Hunt und seine globetrottende Rasselbande.

Hunt lehnt die brachialen und oft letalen Methoden des CIA-Killers ab und würde den aktuellen Auftrag auch lieber ohne den Aufpasser absolvieren. Walker ist dabei von der ersten Minute an so over the top inszeniert und, wenn er Hunts Arbeit bewusst oder unbewusst sabotiert, so intrigant, dass unklar ist, ob er wirklich in Hunts Team spielt. In jedem Fall steht Hunt immer wieder wie ein von der Situation hoffnungslos überforderter Trottel da. Die Dynamik zwischen den beiden gegensätzlichen Charakteren, die notgedrungen zusammenarbeiten müssen (wobei Walker auch ordentlich gegen Hunt arbeitet) verleiht den Actionszenen eine zusätzliche Dynamik, weil sie mit Problemen anders umgehen. Und dann kommt noch Faust und Lane dazu, die ebenfalls einen anderen Umgang mit Problemen haben.

McQuarrie, der, im Gegensatz zur „Mission: Impossible“-Tradition, einen zweiten „Mission: Impossible“-Film inszenieren durfte, setzt eine andere Tradition fort, die vorher durch die Regisseure Brian De Palma, John Woo, J. J. Abrams und Brad Bird garantiert wurde. Nämlich dass sich jeder „Mission: Impossible“-Film stilistisch von dem anderen unterscheidet.

Während McQuarries erster „Mission: Impossible“-Film „Rouge Nation“ sich stilistisch bei den Bond-Filmen und den britischen Agentenfilmen bediente, geht es jetzt hemmungslos in Richtung Breitwand-Actionepos. Mit 150 Minuten ist es der längste „Mission: Impossible“-Film. Es ist auch der erste in 3D. Leider. Denn die 3D-Effekte sehen gruselig aus, nerven oft und stören die Komposition der Actionszenen so sehr, dass ich unbedingt die 2D-Fassung empfehle. Oder die IMAX-Fassung.

Wie gesagt: „Mission: Impossible – Fallout“ ist eine feine und, trotz der Laufzeit, enorm kurzweilige und effiziente Actionsause, die bei den aktuellen Temperaturen in einem gut gekühlten Kinosaal einen zusätzlichen Reiz entfaltet.

Der sich schon jetzt abzeichnende Kassenerfolg und die Möglichkeiten, die das Ende von „Fallout“ für weitere „Mission: Impossible“-Filme eröffnet, sprechen für einen weiteren „Mission: Impossible“-Film. In den USA hat der sechste Film der Serie mit über sechzig Millionen Dollar das beste Einspielergebnis der „Mission: Impossible“-Filme am Startwochenende. Und das bisherige weltweite Einspielergebnis übertrifft schon jetzt sein Budget von gut 180 Millionen Dollar..

Mission: Impossible – Fallout (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie (basierend auf der TV-Serie von Bruce Geller)

mit Tom Cruise, Henry Cavill, Ving Rhames, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Sean Harris, Angela Bassett, Vanessa Kirby, Wes Bentley, Frederick Schmidt, Michelle Monaghan, Alec Baldwin

Länge: 148 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Mission: Impossible – Fallout“

Metacritic über „Mission: Impossible – Fallout“

Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – Fallout“

Wikipedia über „Mission: Impossible – Fallout“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)


TV-Tipp für den 18. Juni: Mission: Impossible – Rogue Nation

Juni 18, 2017

Pro7, 20.15

Mission: Impossible – Rouge Nation (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie (nach einer Geschichte von Christopher McQuarrie und Drew Pearce) (basierend auf der von Bruce Geller erfundenen TV-Serie)

IMF-Agent Ethan Hunt kämpft gegen die Verbrecherorganisation Das Syndikat und gegen seine Vorgesetzten, die die IMF auflösen wollen, weil deren vorherige Aktionen spektakulär aus dem Ruder liefen. Oder will Das Syndikat die IMF auflösen, weil sie ihnen gefährlich wird?

Feiner Actionfilm, dieses Mal mit einer ordentlichen Portion James Bond, gelungenen Anspielungen, viel Humor und atemberaubender Action.

Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung über den fünften Einsatz von Tom Cruise als Ethan Hunt.

mit Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Ving Rhames, Sean Harris, Alec Baldwin

Wiederholung: Montag, 19. Juni, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
„Mission: Impossible – Rouge Nation“-YouTube-Kanal
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Moviepilot über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Metacritic über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Wikipedia über „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)
Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Logan – The Wolverine“ ist alt geworden

März 2, 2017

Nachdem in den letzten „X-Men“-Filmen die Zeitlinien immer komplexer wurden und Normalsterbliche schon lange den Überblick verloren haben, trat James Mangold in seinem zweiten Wolverine-Film einen Schritt zurück. „Logan – The Wolverine“ sollte eine Einzelgeschichte erzählen. Es sollte auch der Abschluss einer Trilogie sein; nämlich der dritte Wolverine-Film mit Hugh Jackman in der Hauptrolle. Bis dahin hatte Jackman Logan neunmal gespielt und er sagte, „Logan“ solle sein letzter Auftritt als Logan sein.

Logan ist – für alle, die die letzten siebzehn Jahre irgendwo zwischen Südseeinsel und Arthaus-Kino verbrachten – ein Charakter aus dem Marvel-Universum, der, wenn er wütend ist, zu Wolverine wird und der mit seinen Stahlklingen, die aus seinen Händen herausfahren, Menschen zerfetzt. Das gab den Kämpfen immer eine große Nahkampf-Intimität und, weil keine Städte zerstört werden, auch Überschaubarkeit. Er ist, weil seine Wunden sofort heilen und er nicht altert, unbesiegbar. In „Wolverine – Weg des Kriegers“, ebenfalls inszeniert von James Mangold, wollte Logan sterben. Aber damals gelang es ihm nicht.

Jetzt, in seiner Abschiedsvorstellung (und es ist wirklich eine Abschiedsvorstellung der gelungenen Art), ist er in den ersten Filmminuten dem Tod näher als er jemals gedacht hat.

2029 kutschiert Logan als Chauffeur einer Luxuslimousine seine Passagiere durch Texas. Er humpelt. Er säuft. Zum Lesen benötigt er eine Brille. Seine Selbstheilkräfte funktionieren nicht mehr richtig. Und bei einer Schlägerei mit einigen Möchtegern-Autodieben fällt es ihm schwer, sie zu besiegen. Er ist ‚Old Man Logan‘ (wie auch eine Comicgeschichte von Mark Millar heißt, die als lose Inspiration für den Film genannt wird).

Auf der anderen Seite der Grenze, in Mexiko, pflegt Caliban (Stephen Merchant) in einer stillgelegten Schmelzhütte „Professor X“ Charles Xavier (Patrick Stewart). Der Kopf der nicht mehr existierenden X-Men ist inzwischen ebenfalls ein alter Mann. Seine Anfälle werden mit Medikamenten, die Logan auf dem Schwarzmarkt besorgt, behandelt. Die drei sind die letzten Mutanten und sie wollen unter keinen Umständen auffallen.

Da bittet die Krankenschwester Gabriella (Elizabeth Rodriguez) Logan, sie und das Mädchen Laura (Dafne Keen) zu einem besonderen Ort zu bringen. Eden soll in North Dakota liegen und ein Schutzraum für Mutanten sein. Logan lehnt ab. Aber als die Frau ermordet wird, der Söldner Donald Pierce (Boyd Holbrook) das Mädchen töten will und Laura bei einer Begegnung mit Pierces Männern in der Schmelzhütte diese im besten „Hit Girl“-Stil mit ihren Klingen massakriert, willigt Logan ein, sie nach Eden zu bringen. Das Mädchen, das Logans Tochter sein könnte, hat nämlich keinerlei Erfahrung im Umgang mit normalen Menschen.

Gemeinsam mit Charles Xavier machen sie sich, verfolgt von Pierce, auf den Weg.

Nachdem zuletzt die Superheldenfilme immer mehr miteinander verknüpft waren, sie damit für Neueinsteiger zunehmend unverständlich wurden (außer sie haben vorher ein halbes Dutzend Filme gesehen) und die pompösen Ankündigungen der PR-Abteilungen, in die jeden Film wie das nächste Weltwunder ankündigten, sich regelmäßig als mehr oder weniger heiße Luft entpuppten, ist „Logan“ eine willkommene Abwechslung. Denn die Ankündigungen stimmen. Es ist definitiv ein finaler Film. Von der ersten Minute an zeigt James Mangold, dass es hier um eine Abschiedsvorstellung geht, bei der man sich nie fragt, ob Logan die Welt retten kann, sondern nur fragt, ob er überhaupt den nächsten Tag (und damit den Film) überleben kann. Es ist auch ein Film, der für sich allein steht. Es ist ein Einzelfilm, der sich überhaupt nicht um die gesamte Mythologie kümmert. Er wirft auch die ganzen verschiedenen Zeitlinien und Paralleluniversen fröhlich über Bord wirft. Und die Superkräfte von Logan, Xavier, Laura und Caliban werden nur sparsam, fast schon unauffällig, eingesetzt.

Mangold erzählt in erster Linie eine klassische Reisegeschichte, wie wir sie aus zahlreichen Western (und Post-Western und in der Gegenwart oder Zukunft spielenden Western) kennen und in der ein Outsider widerwillig die Verantwortung für andere Menschen übernimmt. So wird Logan nicht müde zu betonen, dass er Laura nur quer durch die USA nach Eden in Sicherheit bringen will und dann sofort wieder sein altes Leben aufnehmen will.

Logan ist hier der Outlaw Josey Wales („Der Texaner“, Clint Eastwood), „Mein großer Freund Shane“ (Alan Ladd) (den Film sehen Xavier und Laura sich in einem Hotelzimmer an), Jack Reacher (Tom Cruise) oder auch, um einen Film von James Mangold zu nennen, Dan Evans (Russell Crowe) in „Todeszug nach Yuma“.

Die Geschichte selbst ist immer nah an den Charakteren und ihren Problemen spannend, facettenreich, stringent und schnörkellos erzählt. Dazu gibt es durchgehend realistisch wirkender Old-School-Action. Denn die Guten und die Bösen haben doch ein, zwei Fähigkeiten mehr als ein Normalsterblicher.

Logan“ ist nicht nur ein würdiger Abschluss der Wolverine-Trilogie und eine schöne, melancholische Abschiedsvorstellung, sondern der beste Wolverine-Film bis jetzt, der auch für Menschen gemacht ist, die keine Superheldenfilme mögen..

logan-plakat

Logan – The Wolverine (Logan, USA 2017)

Regie: James Mangold

Drehbuch: Scott Frank, James Mangold, Michael Green (nach einer Geschichte von James Mangold)

mit Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen, Richard E. Grant, Boyd Holbrook, Stephen Merchant, Elizabeth Rodriguez, Eriq La Salle

Länge: 138 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die (sehr, sehr lose) Inspiration für den Film

millar-wolverine-old-man-logan-2

Mark Millar (Autor)/Steve McNiven (Zeichner): Wolverine – Old Man Logan

(übersetzt von Jürgen Petz)

Panini, 2017

220 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Old Man Logan

Wolverine ‚# 60 – # 72, Wolverine: Old Man Logan Giant Size 1

Marvel, 2008/2009

Noch mehr Wolverine-Bildergeschichten

lemire-old-man-logan-2-2millar-wolverine-staatsfeind-2

Jeff Lemire (Autor)/Andrea Sorrentino (Zeichner): Old Man Logan: Grenzstadt (Band 2)

(übersetzt von Jürgen Petz)

Panini, 2017

116 Seiten

12,99 Euro

Originalausgabe

Old Man Logan # 5 – # 8

Marvel, 2016

Mark Millar (Autor)/John Romita Jr. (Zeichner): Wolverine: Staatsfeind (Mark Millar Collection 2)

(übersetzt von Jürgen Petz und Thomas Witzler)

Panini, 2017

356 Seiten

29,99 Euro

enthält

Wolverine # 20 – # 32

Marvel, 2003

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Logan“

Metacritic über „Logan“

Rotten Tomatoes über „Logan“

Wikipedia über „Logan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Mangolds “Wolverine – Weg des Kriegers” (The Wolverine, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Mission: Impossible – Rouge Nation“ – Terrorismusbekämpfung mit James-Bond-Retro-Vibe

August 6, 2015

Bis zum nächsten James-Bond-Film, für den schon eifrig die Werbetrommel gerührt wird, dauert es noch einige Wochen, aber Ethan Hunt (einer dieser kulturlosen Amis) empfiehlt sich als mehr als vollwertiger Ersatz.
Ethan Hunt, für alle, deren popkulturelle Bildung im negativen Bereich ist, ist er beste Agent der supergeheimen IMF (Impossible Mission Force), die irgendwie zum US-Geheimdienst gehört. Ihre ersten Einsätze hatte sie in der legendären TV-Serie „Mission: Impossible“ (Kobra, übernehmen Sie. USA 1966 – 1973). Von 1988 bis 1990 gab es eine TV-Neuauflage, die bei uns als „In geheimer Mission“ lief, und 1996 den ersten Spielfilm: „Mission: Impossible“ von Brian De Palma mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Seitdem baute Cruise die Serie in mehreren Filmen, immer mit verschiedenen Regisseuren (John Woo, J. J. Abrams, Brad Bird und jetzt Christopher McQuarrie) aus. Und, auch wenn die Stories schwächelten, die Actionszenen waren immer überzeugend, weil sie handgemacht waren und sind und Tom Cruise gerne auch die Rolle des Stuntmans übernimmt. Auch in dem inzwischen fünften „Mission: Impossible“-Film „Rogue Nation“. Deshalb gehören die zahlreichen Actionszenen, die wesentlich mitreisender als die computergenerierten Superheldenkämpfe der anderen Blockbuster, zu den Höhepunkten des Films.
Dieses Mal ist, dank des cleveren Christopher McQuarrie („Jack Reacher“, „Operation Walküre“ und das Drehbuch für „Edge of Tomorrow“), auch die Story gelungen und die zahlreichen filmischen Anspielungen erfreuen das Herz des Filmfans. Erwähnt sei nur die in der Wiener Oper spielende Konzertszene, die deutlich auf Alfred Hitchcocks legendäre Konzertszene in „Der Mann, der zuviel wusste“ anspielt, ihr aber, weil wir alle Hitchcocks Suspense-Szene kennen, einen eigenen Dreh verleiht.
Sowieso führt McQuarrie, der wie zu seinen vorherigen Filmen auch das Drehbuch schrieb, die Geschichte gelungen fort. Weil sich seit den Sechzigern die Zeiten geändert haben und die unauffälligen Aktion der IMF bedenkliche Kollateralschäden aufweisen, soll die geheime Abteilung geschlossen werden. CIA-Direktor Alan Hunley (Alec Baldwin) will diesen unkontrollierbaren Störfaktor seiner Geheimdienstarbeit auflösen.
Aber nicht nur er hat seine Rechnung ohne Ethan Hunt (Tom Cruise), der spurlos verschwunden ist, und seine Vertrauten – es sind wieder Computernerd Benji (Simon Pegg), Luther Stickell (Ving Rhames) und William Brandt (Jeremy Renner) – gemacht. Denn Hunt hat jetzt die Beweise, dass das „Syndikat“ existiert. Es ist eine Art Anti-IMF. Eine von Solomon Lane (Sean Harris) geführte Gruppe von Geheimagenten, die alle angeblich tot sind und die ihre Missionen nicht für die freie Welt, sondern für den Meistbietenden, vulgo die Bösen, durchführen.
Hunt verfolgt ihn, globetrottend, nach Wien, verschiedenen Orten in Marokko und London, das am Ende altmodischer als das viktorianische London Sherlock Holmes‘ aussieht. Immerhin ist Lane ein ehemaliger britischer Geheimagent und, nun, die Ursprünge von dem „Syndikat“ sind sehr britisch. Begleitet wird Hunt bei seiner Hatz, mal mehr, mal weniger eng, von der geheimnisvollen Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), deren Loyalitäten unklar sind.
Nachdem ich von dem vorherigen „Mission: Impossible“-Film „Phantom Protokoll“ wegen der holprigen und wenig durchdachten Story enttäuscht war, hat mir „Rogue Nation“ dank der schlüssigen Story, den gelungenen Anspielungen, dem Humor, den guten Schauspielern, ihrem unverkrampft-lässigem Zusammenspiel und der realistischen Actionszenen (die auch, weil man ja den Star bei der Arbeit zeigen will, selten geschnitten wurden, gut gefallen.
Auch Paramount Pictures hat der Film gefallen. Schon jetzt kündigten sie einen sechsten „Mission: Impossible“-Film an. Die Dreharbeiten könnten schon nächstes Jahr beginnen.
P. S.: Demnächst in Cruise-Land: Im Moment dreht Tom Cruise mit Doug Liman den Thriller „Mena“. Danach spielt er in „Never go Back“ wieder Jack Reacher. Die Regie übernimmt dieses Mal Edward Zwick (Ausnahmenzustand, Last Samurai).
„Jack Reacher“ war, laut Presseheft, „eine der profitabelsten Produktionen des Jahres 2012“. Das weltweite Einspiel betrug 218 Millionen Dollar.

Mission Impossible 5 - Plakat - 4

Mission: Impossible – Rouge Nation (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)
Regie: Christopher McQuarrie
Drehbuch: Christopher McQuarrie (nach einer Geschichte von Christopher McQuarrie und Drew Pearce) (basierend auf der von Bruce Geller erfundenen TV-Serie)
mit Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Ving Rhames, Sean Harris, Alec Baldwin
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
„Mission: Impossible – Rouge Nation“-YouTube-Kanal
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Moviepilot über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Metacritic über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – Rouge Nation“
Wikipedia über „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)
Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Ein Filmgespräch mit den Beteiligten


%d Bloggern gefällt das: