Über den Berlin-Krimi „Der Tag der Rache“ von James Patterson und Mark Sullivan

Mai 8, 2013

 

Normalerweise spielen die Geschichten von James Patterson in den USA. Aber mit seiner „Private“-Serie über eine internationale Detektei mit scheinbar unbegrenzten Ressourcen, kann er seine Geschichten auch in anderen Ländern spielen lassen und die deutsche Hauptstadt mit ihrer einzigartigen Geschichte ist ein dankbares Pflaster für Geschichten, die so nur in Berlin spielen können.

 

Private-Detektiv Chris Schneider, der in Ostdeutschland seine Kindheit verbrachte, wird in einem verlassenen Schlachthaus in Ahrensfelde ermordet. Als seine Ex-Freundin und Kollegin Mathilde Engel über ein GPS-Signal einen Hinweis auf das Schlachthaus erhält, entdeckt sie dort in einem Kellerraum mehrere Leichen. Kurz darauf wird die Ruine in die Luft gejagt.

 

Engel beginnt, zusammen mit der Polizei (der ermittelnde Kommissar ist ebenfalls Ostdeutscher), nach dem Täter zu suchen. Dabei führen ihre Ermittlungen sie in die Vor-Wende-Vergangenheit. Das Motiv für den Mord an ihrem Kollegen scheint in dessen Kindheit zu liegen und der Täter, ein Meister im Verkleiden und Verwischen seiner Spuren, will noch weitere Menschen umbringen.

 

Auch wenn der Edgar-nominierte Thriller-Autor Mark Sullivan, dessen vorherigen Romane vor allem bei Fischer erschienen, den Roman geschrieben hat, wurde die Geschichte, wie schon bei ihrer vorherigen Zusammenarbeit „Der Countdown des Todes“, ebenfalls für die Private-Serie, von James Patterson und Mark Sullivan erfunden und Patterson hat, wie auch bei seinen zahlreichen anderen Kooperationen, die ihn zu einem enorm produktiven und kommerziell erfolgreichem Autor machen, natürlich das letzte Wort gehabt. Insofern ist „Der Tag der Rache“ ein typischer Patterson: viele kurze Kapitel und eine Story, die unterhalten soll. Weitere Ansprüche sind nicht erkennbar. Die Charaktere und die Handlung von „Der Tag der Rache“ wirken wie aus einer TV-Serie; keine dieser hochklassigen Serien, über die Kritiker lange Elogen schreiben und Wissenschaftler Dissertationen anfertigen, sondern eine dieser Serien, die man nach Feierabend, ohne groß nachzudenken, zur Entspannung ansieht und schnell wieder vergisst und wie sie in der Vergangenheit zum Beispiel von Aaron Spelling und Stephen J. Cannell produziert wurden.

 

Auch die Sprache ist bestenfalls funktional, teilweise auch verquast. So gibt es anstatt einem „sagte“ auf Seite 47 (willkürlich herausgegriffen) „meldete sich“, „beschwerte sich“, „erwiderte“, „seufzte“, „versprach“, was vielleicht ein Rückfall in die alte Übersetzerunsitte ist, nach der man niemals, auch wenn es im Original so steht, nur „sagte“ schreiben darf, sondern immer noch Regieanweisungen geben muss. Als ob das Gesagte nicht ausreichen würde.

 

Der Tag der Rache“ selbst ist ein okayer Schmöker, der für Berliner wegen des Handlungsortes gewinnt, aber auch nicht weiter im Gedächtnis bleibt und insgesamt sehr amerikanisch ist; – was sogar für ihn spricht. Denn das Team Patterson/Sullivan zeigt, dass in Deutschland spielende Krimis nicht bieder und provinziell sein müssen.

 

Besser werden sie so nicht unbedingt.

 

Patterson - Sullivan - Der Tag der Rache

 

James Patterson/Mark Sullivan: Der Tag der Rache

 

(übersetzt von Helmut Splinter)

 

Goldmann, 2013

 

384 Seiten

 

9,99 Euro

 

 

Originalausgabe

 

Private Berlin

 

Little, Brown and Company, 2013

 

 

Hinweise

 

Homepage von Mark Sullivan

Krimi-Couch über Mark Sullivan

 

Homepage von James Patterson

 

The Rap Sheet über James Patterson

 

Fantastic Fiction über James Patterson 

 

James Patterson auf der Krimi-Couch

 

Meine Besprechung von James Patterson/Michael Ledwidges „Im Affekt“ (The Quickie, 2007)

Meine Besprechung der James-Patterson-Verfilmung „Alex Cross“ (Alex Cross, USA 2012)

 

James Patterson in der Kriminalakte

 

PW: Mark Sullivan über seine Zusammenarbeit mit James Patterson (Dezember 2012)

 

 

 

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Kleinkram: My PDF Scripts, „Whiteout“, Hans-Christian Schmid, Walter Hill, James Patterson

September 12, 2009

Mit „My PDF Scripts“ gibt es eine neue Seite mit vielen, vielen Drehbüchern und zusätzlichen Informationen.

Erster Eindruck: Sehr gut!

„Whiteout“ ist in den USA angelaufen; keine Ahnung, wann der Film in Deutschland anläuft. Denn die Kritiken sind verheerend. Bei Metacritic 33/100. Bei Rotten Tomatoes 6/100.

Bei „Comics worth reading“/“DVDs worth watching“ gibt es ein kurzes Interview mit Steve Lieber, dem Zeichner von „Whiteout“:

Since I haven’t seen a final cut, that’s hard to say definitively, but I adore the look of the movie. The environments that Graham “Grace” Walker created are incredible. His envisioning of Amundsen-Scott South Pole station and the Russian base have to be seen to be believed. And what I’ve seen of the relationship between Carrie and the Doc has been perfect. Everything about them I tried to draw in the graphic novel was up there on the screen.

Bei Collider gibt es Videointerviews mit den „Whiteout“-Schauspielern Kate Beckinsale, Alex O’Loughlin und Gabriel Macht.

Und hier gibt’s auch einige Worte von „Whiteout“-Autor Greg Rucka zum Film (nach dem Auftritt von Kate Beckinsale auf dem roten Premierenteppich):

Like I said, they made a movie out of something I wrote. How can I not be?

Dort gibt’s noch weitere Roter-Teppich-Gespräche mit weiteren am Film Beteiligten.

Bei „Galore“ gibt es ein Interview mit Hans-Christian Schmid über seinen neuen Film „Sturm“.

„Hollywood Interview“ redet mit Walter Hill:

Somebody once asked me why I never did horror films, just action, and what was the difference? I said horror movies terrorize women, and action movies terrorize guys. For some reason, several people found that definition objectionable. (chuckling) I thought it was brutally accurate… I didn’t answer that too well, did I?

James Patterson wird bis 2012 siebzehn (!)  neue Bücher veröffentlichen.


Kurzkritik: Kathrin Lange: Ohne Ausweg

August 17, 2017

Ohne Ausweg“ ist der dritte Roman mit dem Berliner Kommissar Faris Iskander. Nach seinen vorherigen Fällen genießt er in der Hauptstadt eine gewisse Berühmtheit. Normalerweise wäre das für Undercover-Ermittlungen hinderlich, aber in diesem Fall ist es ein Vorteil. Denn so kann um Iskander die Legende gestrickt werden, dass er frustriert von den früheren Ereignissen zum Islam konvertierte und jetzt eine Karriere als Terrorist anstrebt.

Als die für religiös motivierte Verbrechen zuständige LKA-Sondereinheit, deren Mitglied Iskander ist, von einem in wenigen Tagen oder Stunden geplanten Anschlag in Berlin erfährt, wird Iskander in das neue Hochsicherheitsgefängnis in Karlshorst eingeschleust. Der dort inhaftierte Terroristenanführer al-Sadiq soll den Anschlag geplant haben. Iskander soll sein Vertrauen erlangen und so an Informationen über den Anschlag gelangen.

In diese Moment wissen wir, auch ohne die Lektüre des Klappentextes, dass der Anschlag eigentlich von Rechtsextremen geplant wird und dass die Terroristen von Polizisten unterstützt werden.

Kathrin Langes neuen Iskander-Roman kann man als das Zusammentreffen von US-Thrillerplot und deutscher Piefigkeit beschreiben. Mit einem Touch James Patterson. Denn die Handlung schert sich kaum um Glaubwürdigkeit. Dafür gibt es alle paar Seiten (na gut, eher alle paar Dutzend Seiten) eine überraschende Wendung. So gerät Iskander während seinem teils haarsträubend verlaufenden Undercover-Einsatz in eine Knastrevolte, die den gesamten Terroristenplot erst einmal zur Seite schiebt. Wenn Iskander sich dann durch das von Gefangenen besetzte Gefängnis bewegt, scheinen die alle gerade das Gebäude verlassen zu haben. Jedenfalls muss er sich nicht mit den dort inhaftierten Extremisten jeglicher Couleur auseinandersetzen. Plötzlich vermutet die Sondereinheit einen Verräter in den eigenen Reihen und wenige Seiten später ist er enttarnt. Und dann muss noch der große Giftgasanschlag verhindert werden.

Die zahlreichen kleineren Anschläge, die bis dahin ausgeführt werden, würde keine ernsthafte Terrororganisation vor ihrem großen Anschlag ausführen. Sie haben auch keine erkennbaren Auswirkungen auf die Geschichte, die sich innerhalb weniger Stunden abspielt. Sie sind eher eine periodisch eingestreute Erinnerung an den unaufmerksamen Leser, dass es eigentlich um Terroristen geht, die einen sehr gefährlichen Anschlag planen. Währenddessen scheint das normale Stadtleben in Berlin weiterzulaufen, als sei nichts geschehen. Obwohl die Medien darüber berichten. Das ist nicht glaubwürdig und in diesem Fall mit zunehmender Seitenzahl auch nicht spannend.

Kathrin Lange: Ohne Ausweg

Blanvalet, 2017

448 Seiten

9,99 Euro

Hinweise

Homepage von Kathrin Lange

Wikipedia über Kathrin Lange


Im Verhörzimmer: Rebecca Cantrell, wegen dreier gemeinsamer Delikte mit James Rollins

Juli 6, 2015

Rebecca Cantrell

In jedem Schreibratgeber gibt es ein Kapitel, das ausführlich beschreibt, warum Autoren ihre Bücher nicht mit einem anderen Autor zusammen schreiben sollen. Und dann gibt es einige Beispiele, in denen Autoren das tun. Teilweise über viele Jahre und Jahrzehnte. Ich sage nur Ellery Queen (eigentlich Frederick Dannay und Manfred Bennington Lee), Maj Sjöwall/Per Wahlöö, Douglas Preston/Lincoln Child, Nicci French (eigentlich Nicci Gerrard und Sean French) und James Patterson hat die Ko-Autorenschaft zu einem Geschäftsmodell erhoben. Ken Bruen und Jason Starr schrieben zusammen drei Romane und in einem Interview sagte Bruen mir, dass ihm eine Co-Autorenschaft gefalle, weil er dann nur einen halben Roman schreiben müsse.
Die International Thriller Writers veröffentlichten letztes Jahr einen Sammelband mit Kurzgeschichten, die immer von zwei Thriller-Autoren geschrieben waren. Einer von ihnen war James Rollins, der dafür zusammen mit Steve Berry eine Kurzgeschichte schrieb. Aber eine Kurzgeschichte umfasst nur wenige Seiten. Ein Roman schon mehr. Eine Trilogie noch mehr und eine Abenteuerthriller-Trilogie schafft es leicht auf gut zweitausend Seiten. Ungefähr so viele Seiten schrieb James Rollins mit Rebecca Cantrell, die derzeit in Berlin lebt und unter ihrem Namen schon einige Bücher veröffentlichte. Aber dazu später mehr.
Wenden wir uns erst ihren zusammen mit James Rollins geschriebenen Romanen „Das Evangelium des Blutes“ (The Blood Gospel, 2012), „Das Blut des Verräters“. (Innocent Blood – The Blood Gospel 02, 2014; deutsche Ausgabe erscheint Ende Juli) und „Blood Infernal“ (2015) zu.
In ihnen kämpfen die Archäologin Erin Granger, der US-Soldat Jordan Stone und Pater Rhun Korza, ein Sanguinarier (ein Vampir, der wegen seines Glaubens auf die übliche Vampirnahrung verzichtet), gegen dunkle Mächte, die in „Das Evangelium des Blutes“ das von Jesus Christus mit seinem Blut geschriebene und deshalb besonders mächtige Evangelium wollen. In den falschen Händen kann seine Macht für schlimme Dinge benutzt werden. In „Das Blut des Verräters“ geht es um die Seele eines Kindes und die drohende Apokalypse.
Vor der Apokalypse wurde Frau Cantrell ins Verhörzimmer gebeten.

Was war die Grundidee für „Das Evangelium des Blutes“ und die beiden Folgeromane?

James Rollins sah im Los Angeles County Museum of Art Rembrandts Gemälde „Auferweckung des Lazarus“. Das atmosphärische Bild hat einen beunruhigenden Subtext – mit Ausdrücken von Furcht in den Gesichtern der Zuschauer und von Lazarus‘ Lippen tropfender Wein oder Blut. Da hatte er die Idee, das katholischen Ritual, bei dem während der Messe das Blut von Jesus Christus getrunken wird, mit einem anderen Ritual zu verbinden, in dem dieses heilige Blut verwenden wird, um Vampire vor der Verdammnis zu retten. Ausgehend von dieser Prämisse arbeiteten wir zusammen beim Erschaffen der Charaktere und der Welt in der sie Leben. Für „Innocent Blood“ und „Blood Infernal“ hatten wir einige Ideen, die auf dem basierten, was wir in „The Blood Gospel“ erschaffen hatten. Aber die Bücher entstanden ziemlich natürlich nacheinander.

In der „Blood Gospel“-Trilogie haben Sie eine reichhaltige Mythologie entworfen, die aus der Geschichte und dem Horrorgenre schöpft. Wie entwickelten Sie diese Welt?

Nachdem wir mit unseren Recherchen über die wahren Hintergründe der Geschichten aus der Bibel und Vampirlegenden begannen hatten, war es erstaunlich, wie viele historische Fakten perfekt in unsere Geschichten passten. Von der Auferstehung von Lazarus über die katholische Tradition, das Fleisch von Jesus zu essen und sein Blut zu trinken bis zur Verwendung von Silber in geweihten Gegenständen.
Am Ende schrieben wir ein Handbuch, das die Regeln unserer Welt festlegte. Von einer Biographie für die Charaktere und einer Chronik wichtiger Ereignisse, bis zum Umgang der verschiedenen Kreaturen miteinander. Darin steht, zum Beispiel, wie ein Blasphemare erschaffen wird (ein Tier, das zum Gefährten eines Strigoi [eines nicht-katholischen Vampirs] wird, indem es über eine lange Zeit mit dem Blut des Strigoi gefüttert wird) und die verschiedenen Regeln unserer Welt (Wie wirkt Silber? Wie wirkt sich geweihte Erde auf Sanguinarier und Strigoi aus?) festlegt.
In jedem Buch versuchten wir, unsere Welt widerspruchsfrei zu zeichnen und sie gleichzeitig zu erweitern, indem wir unseren Lesern neue Dimensionen zeigen und sie mit neuen Elementen überraschen. Es war ein großer Spaß!

Die Romane entstanden zusammen mit dem auch in Deutschalnd bekannten Thriller-Autor James Rollins. Wie verläuft die Zusammenarbeit mit ihm?

James hatte die ursprüngliche Idee, eine erste Zusammenfassung und Informationen über die Charaktere. Ab da arbeiteten wir sehr eng zusammen beim Ausformulieren der Charaktere, dem Erschaffen einer reichhaltigeren Welt und beim Vertiefen oder Verändern der Geschichte.
Montags unterhielten wir uns über Skype über die Seiten, die wir vorherige Woche geschrieben hatten, und wir besprachen alle neuen Ideen, die wir für unsere Outline hatten. Es ist rückblickend schwer zu sagen, wer welche Idee hatte, weil wir sie so miteinander oft besprachen.
Am Anfang entschieden wir uns, nachdem wir eine Szene in verschiedenen Stilen geschrieben hatten, für einen gemeinsamen Schreibstil. Danach versuchten wir, in diesem Stil zu Schreiben und die von dem anderen geschriebenen Seiten hin zu diesem Stil zu überarbeiten.
Die Bücher entstanden über eine längere Zeit und durch tausend Gespräche (einmal pro Woche über drei Jahre – das WAREN wirklich tausend Gespräche – Wow!) über die Charaktere und Plot Points und Orte, die sich bis zur letzten Sekunde änderten.

Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen einer Zusammenarbeit mit einem anderen Autor (in einem Interview sagte Sie, dass sie sich weitere Bücher mit James Rollins vorstellen können) und der Solo-Arbeit?

Es macht viel Spaß, mit einem anderen Autor zusammemen zu arbeiten. James und ich tendieren dazu, an verschiedenen Punkten hängen zu bleiben. Wenn ich also fest steckte, konnte ich die Seiten ihm geben. Er konnte dann meine Probleme lösen und auch die Geschichte weiterschreiben. Es war, als würde ich mit einer magischen Elf schreiben – er löste Probleme oder beendete Szenen über Nacht (wegen dem Zeitunterschied) und ich hatte überarbeitete und fehlerfreie Seiten, wenn ich am Morgen aufwachte. Manchmal war auch ich die Elfe. Und zwei Köpfe anstatt einem Kopf ließen uns Dinge schneller erfinden und wir konnten die Geschichten in Richtungen verändern, die wir nicht ausprobiert hätten, wenn wir alleine gearbeitet hätten.
Wenn unsere Termine es zulassen, was keine einfache Aufgabe ist, werden wir sicher wieder an weiteren Sanguinarier-Büchern oder etwas anderem zusammen arbeiten.

Können Sie uns noch etwas über ihre anderen beiden Serien verraten? Und ob Übersetzungen geplant sind?

Die ersten Bücher, die ich veröffentlichte, erzählen die Abenteuer einer Kriminalreporterin, die Spionin wurde. Sie heißt Hannah Vogel und lebt im Berlin der 1930er lebt. Viele ihrer Abenteuer erlebt sie Orten, die in der Nähe von meinem Apartment in Berlin Mitte sind. Bis jetzt besteht die Serie aus vier Romanen: „A Trace of Smoke“ (spielt 1931), „A Night of Long Knives“ (spielt 1934), „A Game of Lies“ (spielt 1936) und „A City of Broken Glass“ (spelt 1938). Mein Verleger veröffentlichte gerade einen Sammelband, der alle vier Romane enthält und „A Time of Night and Fog“ heißt. Diese Bücher haben verschiedene Preise gewonnen (Macavity, Bruce Alexander) und waren für andere nominiert (Mary Higgins Clark, RT Best Historical, Barry). Sie wurden auch in verschiedene andere Sprachen übersetzt, aber bis jetzt gibt es keine Übersetzung ins Deutsche. Aber man weiß ja nie!
Meine zweite Serie erzählt die Abenteuer eines Software-Multimillionärs, der wegen seiner Platzangst in den Tunneln von New York City lebt. Bis jetzt gibt es drei Romane mit Joe Tesla: „The World Beneath“, „The Tesla Legacy“ und „The Chemistry of Death“. Auch diese Romane haben Preise gewonnen, wie den International Thriller Writers Best Thriller Award. Auch sie wurden übersetzt, aber, wieder, bis jetzt nicht ins Deutsche.

Welche fünf Bücher empfehlen Sie für den Sommerurlaub?

Der Marsianer (The Martian) von Andy Weir. Ein kurzweiliges und komisches Buch über einen Astronauten, der alleine auf dem Mars gestrandet ist. (Anmerkung: Die Verfilmung von Ridley Scott mit Matt Damon in der Hauptrolle startet bei uns am 8. Oktober.)

Das Licht der letzten Tage (Station Eleven, deutsche Ausgabe erscheint am 15. September 2015) von Emily St. John Mandel. Ein lyrischer und aufrüttelnder Blick auf das Leben in den Vereinigten Staaten, nachdem neunzig Prozent der Bevölkerung durch eine Krankheit vernichtet wurden.

Post von Sean Black. Ein kaum futuristischer Roman über einen Mann, der durch verschiedene Implantate vom Militär zum Supersoldaten wurde und der versucht, seine Menschlichkeit zu behalten.

Die Gehilfin des Bienenzüchters (The Beekeeper’s Apprentice) von Laurie King. Eine junge Frau trifft in England im Moor einen alten Imker, der sie seine Arbeit lehrt. Aber er ist nicht nur ein Bienenzüchter. Er ist auch Sherlock Holmes.

Global Hack (Future Crimes, deutsche Ausgabe erscheint am 28. September 2015) von Marc Goodman. Das ist ein Sachbuch über Cybercrime auf der ganzen Welt, was gerade geschieht und was geschehen wird. Es ist in dieser Liste das mit Abstand erschreckenste Buch!

Rollins - Cantrell - Das Evangelium des Blutes - 2Rollins - Cantrell - Das Blut des Verräters - 2
James Rollins/Rebecca Cantrell: Das Evangelium des Blutes
(übersetzt von Norbert Stöbe)
Blanvalet, 2014
672 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
The Blood Gospel
William Morrow, 2012

James Rollins/Rebecca Cantrell: Das Blut des Verräters
(übersetzt von Norbert Stöbe)
Blanvalet, 2015
608 Seiten
9,99 Euro
(erscheint am 20. Juli)

Originalausgabe
Innocent Blood (The Blood Gospel 02)
William Morrow, New York 2014

Hinweise

Homepage von James Rollins

Homepage von Rebecca Cantrell

Meine Besprechung von James Rollins’ „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 2008)

Meine Besprechung von James Rollins/Rebecca Cantrells „Das Evangelium des Blutes“ ( The Blood Gospel, 2013)

Excuse Me, I’m Writing: Interview mit James Rollins und Rebecca Cantrell über „Das Evangelium des Blutes“ (Januar 2013)

The Big Thrill: Interview mit James Rollins und Rebecca Cantrell zu „Blood Infernal“ (Januar 2015)


TV-Tipp für den 22. April: Denn zum Küssen sind sie da

April 22, 2015

Kabel 1, 22.15

Denn zum Küssen sind sie da (USA 1997, Regie: Gary Fleder)

Drehbuch: David Klass

LV: James Patterson: Kiss the girls, 1995 (Denn zum Küssen sind sie da)

Polizeipsychologe Cross sucht den Frauenmörder „Casanova“. Als eines der Opfer entkommen kann, erhält Cross den entscheidenten Hinweis zur Lösung.

Lahmer Serienkiller-Thriller, basierend auf einem ebenso lahmen und schlecht geschriebenen Buch. Dennoch durfte Alex Cross (Morgan Freeman) in „Im Netz der Spinne“ (USA 2001, R.: Lee Tamahori) weiterermitteln. Nach einer zehnjährigen Pause gab es mit Tyler Perry als Alex Cross in dem Film „Alex Cross“ (R.: Rob Cohen) einen missglückten Neustart.

Von Gary Fleder hatte ich nach seinem tollen Debüt „Das Leben nach dem Tod in Denver“ (USA 1995) mehr erwartet. Danach arbeitete er fast ausschließlich für das Fernsehen. Anfang 2014 gab es allerdings einen neuen Kinofilm von ihm: den gelungenen Old-School-Thriller „Homefront“, nach einem Roman von Chuck Logan mit Jason Statham in der Hauptrolle.

mit Morgan Freeman, Ashley Judd, Cary Elwes, Brian Cox, Bill Nunn

Wiederholung: Donnerstag, 23. April, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Denn zum Küssen sind sie da“

Wikipedia über „Denn zum Küssen sind sie da“ (deutsch, englisch)

Homepage von James Patterson

The Rap Sheet über James Patterson

Fantastic Fiction über James Patterson 

James Patterson auf der Krimi-Couch

Meine Besprechung von James Patterson/Michael Ledwidges „Im Affekt“ (The Quickie, 2007)

Meine Besprechung von James Patterson/Mark Sullivans “Der Tag der Rache” (Private Berlin, 2013)

Meine Besprechung der James-Patterson-Verfilmung „Alex Cross“ (Alex Cross, USA 2012)

James Patterson in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Gary Fleders „Homefront“ (Homefront, USA 2013)


Thomas Perry enthüllt „Das Vermächtnis der Maya“

Februar 18, 2015

Cussler - Perry - Das Vermächtnis der Maya - 2

Ein neuer Roman von Thomas Perry ist für Krimifans natürlich eine gute Nachricht. Mit seinen ersten beiden Romanen „Abrechnung in Las Vegas“ (The Butcher’s Boy, 1982), das den Edgar-Allan-Poe-Preis als bestes Debüt erhielt, und „Der Tag der Katze“ (Metzger’s Dog, 1983) schrieb er gleich zwei veritable Klassiker. Später war seine Serie mit Jane Whitefield, über eine Indianerin, die Menschen beim Untertauchen hilft, mit der er zwischen 1994 und 1999 fünf, auch ins Deutsche übersetzte, Romane veröffentlichte, ziemlich beliebt. Aber in Deutschland setzte er sich nie richtig durch und seit einem Jahrzehnt wird er, obwohl er ungefähr im Jahresturnus einen normalerweise hochgelobten Roman veröffentlicht, nicht mehr übersetzt.
Außer die beiden Fargo-Romane, die aus Clive Cusslers Schreibwerkstatt stammen. Denn Clive Cussler, der mit seinem Abenteuerthriller „Hebt die Titanic“ (Raise the Titanic, 1976) und dem Protagonisten Dirk Pitt die Leserherzen eroberte, lässt seit einigen Jahren, wie James Patterson, unter seinem Namen als verkaufsförderndes Gütesiegel Romane schreiben, die in die Clive-Cussler-Welt passen und in denen sein Name groß und, kleiner, der des Co-Autors auf dem Cover stehen. Normalerweise erledigt der unbekanntere Co-Autor die Schreibarbeit und die Geschichte wird vorher mit dem Namensgeber abgesprochen. Bei Clive Cussler sind es Abenteuerthriller, in denen historische Entdeckungen im Mittelpunkt stehen.
So auch in Thomas Perrys zweiten Roman mit dem Ehepaar Sam und Remi Fargo, die bereits in mehreren Romanen von Grant Blackwood Abenteuer erlebten und die Perry bereits in „Das fünfte Grab des Königs“ (The Tombs, 2012) auf Abenteuerreise schickte. Sie sind ein vermögendes Ehepaar, das um die Welt reist und historische Artefakte sucht. Zufällig finden sie bei einer Hilfsaktion nach einem Erdbeben in Mexiko ein altes Maya-Buch, das auch die Karte zu weiteren Maya-Orten enthält. Es ist wahrscheinlich die größte Entdeckung über die Kultur der Maya.
Millionerbin Sarah Allersby, die ihren Ruf von Partygirl zur anerkannten Archäologin und Förderin wandeln will, will das Buch unbedingt haben. Um dieses Ziel zu erreichen schreckt sie auch nicht vor verbrecherischen Mitteln zurück. Durch einen dreisten Betrug gelangt das Buch in ihre Hände.
Die Fargos wollen Allersby davon abhalten, die historischen Stätten zu plündern. Zwischen ihnen entsteht ein Kampf um das Buch, die in ihm verzeichneten Kulturstätten und den Umgang mit den dort vermuteten historischen Artefakten.
„Das Vermächtnis der Maya“ ist ein Abenteuerroman, der banalen Art mit ziemlich blassen Charakteren und zu vielen Klischees. Denn im Gegensatz zum missverständlichen Klappentext geht es einfach nur um den Kampf zwischen den Fargos und Allersby und die Frage, wer zuerst eine historsche Stätte entdeckt. Das Ehepaar will sie den Wissenschaft geben, Allersby will ihren Ruf verbessern und auch einige Schätze gewinnbringend veräußern. Dieser Kampf zwischen ihnen entwickelt sich in einer episodischen, vor sich hin plätschernden Geschichte, die man flott lesen kann, die aber den Humor, die irrwitzigen Twists und die ätzende Satire von „Der Tag der Katze“ vermissen läßt und Thomas-Perry-Fans enttäuscht, aber vielleicht Clive-Cussler-Fans befriedigt. Immerhin wird „Das Vermächtnis der Maya“ in erster Linie als Clive-Cussler- und nicht als Thomas-Perry-Roman rezipiert.
Ach ja: Nach einer zehnjährigen Pause hat Thomas Perry seit 2009 drei neue Jane-Whitefield-Romane veröffentlicht. „Runner“ (2009), „Poison Flower“ (2012) und „A String of Beads“ (2014) sind alle noch nicht übersetzt.
Da könnte ein deutscher Verlag mal einen Übersetzer dransetzen. Und natürlich an Perrys Einzelromane, die alle verdammt gut sein sollen.

Clive Cussler/Thomas Perry: Das Vermächtnis der Maya – Ein Fargo-Roman
(übersetzt von Michael Kubiak)
Blanvalet, 2015
480 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
The Mayan Secrets
Putnam, 2013

Hinweise
Englische Homepage von Clive Cussler
Deutsche Homepage von Clive Cussler (die Blanvalet-Seite)
Homepage von Thomas Perry
Krimi-Couch über Thomas Perry
Wikipedia über Thomas Perry (deutsch, englisch)


William Boyd schickt James Bond „Solo“ los

November 20, 2013

 

Boyd - Solo - 2

Der dritte Versuch der Erben von Ian Fleming James Bond als Romancharakter in das neue Jahrhundert zu bringen schließt sich nahtlos an die beiden vorherigen Romane an. William Faulks, ein Romanautor, knüpfte an Ian Flemings Romane an und ließ in „Der Tod ist nur der Anfang“ James Bond in den Sechzigern ein Abenteuer erleben. Letztendlich scheiterte der Versuch.

Jeffery Deaver, ein für seine Plot-Twists bekannter Thriller-Autor, dessen Romane eigentlich Rätselkrimis sind, versetzte James Bond in die Gegenwart und lieferte mit „Carte Blanche“ einen ordentlichen Thriller ab, der aber als Deaver-Werk enttäuschte, weil er die ganze Zeit mit dem globalen Fokus und dem Milieu fremdelte. Seine derzeit laufenden Serien mit Lincoln Rhyme und Kathryn Dance spielen ja in den USA, normalerweise innerhalb eines Bundesstaates oder einer Stadt. Außerdem hatte sein James Bond auch nicht den Glamour eines Jet-settenden Lebemanns mit der Lizenz zum Töten, sondern das Charisma einer effizienten Tötungsmaschine, eines Spezialagenten, der hinter den Kulissen die Schmutzarbeit erledigt. Das war mehr Jack Bauer als James Bond.

Der 1952 in Ghana geborene William Boyd ist wieder ein Romanautor. Oft spielen seine Romane in Afrika, behandeln die Kolonisation und deren Auswirkungen, die er teilweise auch selbst erlebte, gehen auch immer wieder in Richtung Polit-Thriller und handeln von falschen Identitäten. Er erhielt, teilweise mehrmals, zahlreiche renommierte Preise, wie den Somerset Maugham Award, den Mail on Sunday/John Llewellyn Rhys Prize, den McVitie’s Prize for Scottish Writer of the Year, den Sunday Express Book of the Year Award, den Los Angeles Times Book Prize und den International IMPAC Dublin Literary Award, und seit 2005 ist er Commander of the British Empire. Für die mehr als durchwachsene Verfilmung seines Romans „A good Man in Africa“ (mit Sean Connery) schrieb er das Drehbuch.

Auch sein James-Bond-Roman „Solo“ spielt in Afrika. Jedenfalls ein guter Teil der ersten Romanhälfte, in der James Bond 1969 in den Fantasiestaat Zanzarim geschickt wird. In ihm wird gerade zwischen zwei verfeindeten Stämmen ein veritabler Bürgerkrieg um die jüngst entdeckten, riesigen Ölreserven ausgefochten. Bond soll den einen Anführer umbringen und den Krieg beenden. Warum, also welche spezifischen Interessen das Empire daran hat, außer dass Zanzarim eine ehemalige Kolonie ist (was realpolitisch betrachtet kein Grund ist), bekommt er nicht gesagt. Wir können es uns trotzdem denken und sind am Ende dann doch etwas überrascht, dass genau das der profane Grund war.

Aber bis dahin müssen viele Seiten umgeblättert werden, Bond wird ungefähr in der Buchmitte schwer verletzt, fliegt dann während seines Erholungsurlaubs unter falschem Namen nach Washington, D. C., enttarnt einen Drogenschmugglerring und reimt sich in einem langen Gespräch mit seinem Freund Felix Leiter, inzwischen Ex-CIA, die Hintergründe für seinen Auftrag zusammen.

Bis dahin liest sich „Solo“ wie die misslungene Parodie eines schundigen Agententhrillers. Denn die Handlung stolpert unlogisch vor sich hin, sogar die Handlungen des Helden als Mann ohne Eigenschaften sind kaum motiviert. Er will sich rächen, weil er angeschossen wurde? Come on, das ist Berufsrisiko.

Das größte Problem des Romans ist allerdings der fehlende Bond-Gegner. Es muss ja kein Hugo Drax sein, der London mit Atomraketen zerstören will („Moonraker“), kein Goldfinger, der Fort Knox ausrauben will oder ein Blofeld, der in mehreren Bond-Romanen fiese Pläne gegen Großbritannien schmiedete. Es könnte auch eine Nummer kleiner sein, aber in „Solo“ gibt es überhaupt keinen auch nur halbwegs ernstzunehmenden Antagonisten für James Bond. Letztendlich gibt es höchstens einen austauschbaren, sadistischen Söldner, der mit viel gutem Willen als Bond-Gegenspieler betrachtet werden kann. Aber in jedem anderen Bond-Roman würde er zum Fußvolk gehören. Sogar der Profikiller Sacramanga in Ian Flemings posthum erschienenem „Der Mann mit dem goldenen Colt“ hatte mehr Charisma.

Auch der arg rudimentär gezeichnete politische Hintergrund enttäuscht. Sowieso ist dieser 1969, während der Flower-Power-Bewegung spielende Roman, seltsam apolitisch und zeitlos geraten. Er könnte, mit minimalen Änderungen, genausogut Jahrzehnte früher oder in der Gegenwart spielen.

Nach drei mehr oder weniger veritablen Fehlschlägen – jedenfalls als James-Bond-Agententhriller – und nachdem der Film-James-Bond mit Daniel Craig eine ziemlich umfassende Back-to-Basics-Fit-für-die-Zukunft-Entwicklung hinter sich hat, die vom Publikum und der Kritik euphorisch aufgenommen wurde, sollten die Fleming-Erben sich für die kommenden Bond-Romane eine längerfristige Strategie überlegen. Große Namen und literarische Autoren sind es nicht. Aber ein talentierter Thriller-Autor, der längerfristig Bond-Romane schreiben möchte, wäre eine Möglichkeit. In den USA gelingt das ja, indem Krimi-Autoren Bücher zu TV-Serien schreiben, die im Stil der Serie sind (z. B. die Bücher zu „Monk“, „Burn Notice“ und zum „CSI“-Franchise), oder indem sie Romanserien fortführen. Vor allem James Patterson, aber auch Robert Ludlum und Tom Clancy, haben da ja ein entsprechendes Imperium aufgebaut. Auch Robert B. Parkers Privatdetektiv Spenser darf, geschrieben von Ace Atkins, weiterleben und Max Allan Collins vollendet, ebenfalls höchst erfolgreich, Manuskripte von Mickey Spillane. Etliche mit Privatdetektiv Mike Hammer.

Eine solche Strategie würde auch an die James-Bond-Vergangenheit anknüpfen. Denn John Gardner und Raymond Benson schrieben in den achtziger und neunziger Jahren bis zum 2002er-“Roman zum Film“ „Stirb an einem anderen Tag“ zahlreiche James-Bond-Romane, die derzeit nur noch antiquarisch erhältlich sind, während Cross Cult die James-Bond-Romane von Ian Fleming in neuen, ungekürzten Übersetzungen veröffentlicht.

William Boyd: Solo – Ein James-Bond-Roman

(übersetzt von Patricia Klobusiczky)

Berlin Verlag, 2013

368 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

Solo

Jonathan Cape, London, 2013

Hinweise

Homepage von William Boyd

Homepage von Ian Fleming

Wikipedia über James Bond

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Und was sagt der Autor?


TV-Tipp für den 25. September: Denn zum Küssen sind sie da

September 25, 2013

Kabel 1, 22.10

Denn zum Küssen sind sie da (USA 1997, R.: Gary Fleder)

Drehbuch: David Klass

LV: James Patterson: Kiss the girls, 1995 (Denn zum Küssen sind sie da)

Polizeipsychologe Cross sucht den Frauenmörder „Casanova“. Als eines der Opfer entkommen kann, erhält Cross den entscheidenten Hinweis zur Lösung.

Lahmer Serienkiller-Thriller, basierend auf einem ebenso lahmen und schlecht geschriebenen Buch. Dennoch durfte Alex Cross (Morgan Freeman) in „Im Netz der Spinne“ (USA 2001, R.: Lee Tamahori) weiterermitteln. Nach einer zehnjährigen Pause gab es mit Tyler Perry als Alex Cross in dem Film „Alex Cross“ (R.: Rob Cohen) einen missglückten Neustart.

Von Gary Fleder hatte ich nach seinem tollen Debüt „Das Leben nach dem Tod in Denver“ (USA 1995) mehr erwartet. Danach arbeitete er fast ausschließlich für das Fernsehen. Zum Jahresende gibt es allerdings einen neuen Kinofilm von ihm: den Thriller „Homefront“, nach einem Roman von Chuck Logan mit Jason Statham in der Hauptrolle.

mit Morgan Freeman, Ashley Judd, Cary Elwes, Brian Cox, Bill Nunn

Wiederholung: Donnerstag, 26. September, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Denn zum Küssen sind sie da“

Wikipedia über „Denn zum Küssen sind sie da“ (deutsch, englisch)

Homepage von James Patterson

The Rap Sheet über James Patterson

Fantastic Fiction über James Patterson 

James Patterson auf der Krimi-Couch

Meine Besprechung von James Patterson/Michael Ledwidges „Im Affekt“ (The Quickie, 2007)

Meine Besprechung von James Patterson/Mark Sullivans „Der Tag der Rache“ (Private Berlin, 2013)

Meine Besprechung der James-Patterson-Verfilmung „Alex Cross“ (Alex Cross, USA 2012)

James Patterson in der Kriminalakte

Und hier ist der Trailer für „Homefront“


DVD-Kritik: „Alex Cross“ jagt einen wirklich bösen Killer

März 6, 2013

Krimileser kennen den von Bestsellerautor James Patterson erfundenen Polizeipsychologen Alex Cross schon seit zwanzig Jahren. Filmfans dürften sich an die beiden Alex-Cross-Filme „Denn zum Küssen sind sie da“ (Kiss the Girls, USA 1997) und „Im Netz der Spinne“ (Along came a Spider, USA 2001) mit Morgan Freeman in der Hauptrolle erinnern. Aber das ist schon über zehn Jahre her.

Jetzt gibt es mit „Alex Cross“ den Versuch, eine neue Serie von Alex-Cross-Filmen zu etablieren. Und auf dem Papier sah es auch gut aus. Rob Cohen übernahm die Regie. Kein Kritikerliebling, aber mit „Daylight“, „The Fast and the Furious“, „XXX“ und „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ (The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor) reüssierte er an der Kinokasse.

Das Drehbuch ist von Kerry Williamson und Marc Moss, der bereits das Buch für die Alex-Cross-Verfilmung „Im Netz der Spinne“ schrieb.

Die Schauspieler sind vielleicht nicht die wirklich großen Stars und bei uns in Deutschland eher unbekannt, aber in den USA kennt man Tyler Perry, Matthew Fox, Edward Burns und Jean Reno. Gut, Reno kennen wir hier auch, aber man muss sich nicht wirklich jeden Film mit ihm ansehen.

Kleinere Rollen übernahmen bekannte Gesichter wie John C. McGinley („Scrubbs“) und Giancarlo Esposito (zuletzt unter anderem „Breaking Bad“).

Das hört sich vielversprechend an, aber irgendwann ging irgendetwas vollkommen schief bei „Alex Cross“, das zwar auf dem Roman „Cross“ von James Patterson basieren soll, mit dem Buch aber eigentlich nichts mehr gemein hat. Im Film ist Alex Cross ein Polizist des Detroit Police Department und glücklich verheiratet mit zwei Kindern. Er ist psychologisch geschult und kann beim Betreten eines Tatortes sofort, Sherlock-Holmes-würdig, den Tathergang rekonstruieren und ein Täterprofil erstellen. An seinem neuesten Tatort hat ein Killer in einer Villa eine Konzern-Managerin und ihre Leibwächter ermordet. Die Managerin hat er vorher noch gefoltert. Cross schließt messerscharf, dass der Killer die Konzernspitze (Jean Reno) töten will und sich dafür die Hierarchieebenen nach oben mordet. Den zweiten Mord des Killers, dessen Motiv bis zum Schluss im Dunkeln bleibt, können die tapferen Polizisten verhindern. Dabei geht etwas Mobiliar zu Bruch und einige deutsche Leibwächter (die in der Originalfassung auch Deutsch reden) sterben.

Doch dann ändert der Killer seine Pläne und – Gähn! – er nimmt auch Alex Cross und dessen glückliche Familie ins Fadenkreuz.

Aber viel schlimmer als die ausgelutschte 08/15-Geschichte des Films ist die inkompetente Regie, die niemals auch nur einen Hauch von Atmosphäre oder Spannung aufkommen lässt, und die Neuorientierung im Charakter von Alex Cross, die ihn zu einem x-beliebigem Cop, der im Zweifelsfall erst zuschlägt und dann fragt, werden lässt. Alex Cross setzt im Kampf gegen den Killer nicht mehr auf sein Gehirn, sondern auf seine Fäuste und großkalibrige Schusswaffen. Das ganze kulminiert in einem erschreckend schlecht inszeniertem Schlusskampf.

Insgesamt sieht und wirkt „Alex Cross“, abgesehen vom Breitwandbild, immer wie ein schlecht inszenierter TV-Film, der in den USA zu recht von den Kritikern verrissen wurde und bei uns, ebenfalls zu recht, keinen Kinostart erlebte. Es ist einfach ein langweilig-schlechter, klischeebeladener und -triefender Cop-Thriller ohne Thrill.

Das Bonusmaterial bewegt sich so gerade an der Wahrnehmbarkeitsschwelle. Es gibt den Trailer und dieses Gespräch zwischen James Patterson und Tyler Perry (der für seine Interpretation der Rolle eine Razzie-Nomierung erhielt):

Alex Cross - DVD-Cover

Alex Cross (Alex Cross, USA 2012)

Regie: Rob Cohen

Drehbuch: Marc Moss, Kerry Williamson

LV: James Patterson: Cross, 2006 (Blood [jaja, das ist der deutsche Titel])

mit Tyler Perry, Matthew Fox, Edward Burns, Jean Reno, Carmen Ejogo, Cicely Tyson, Rachel Nichols, John C. McGinley, Werner Daehn, Yara Shahidi, Sayeed Shahidi, Bonnie Bentley, Stephanie Jacobsen, Giancarlo Esposito

DVD

Ascot-Elite

Bild:1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Im Gespräch mit Tyler Perry und James Patterson, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „Alex Cross“

Rotten Tomatoes über „Alex Cross“

Wikipedia über „Alex Cross“

Homepage von James Patterson

The Rap Sheet über James Patterson

Fantastic Fiction über James Patterson 

James Patterson auf der Krimi-Couch

Meine Besprechung von James Patterson/Michael Ledwidges „Im Affekt“ (The Quickie, 2007)

James Patterson in der Kriminalakte

Und noch zwei Gespräche mit James Patterson zum Filmstart. Im ersten Clip spricht er auch darüber, wie wichtig es ist, dass wir unsere Kinder zum Lesen bringen:

 

 


Eine Hitzewelle mit NYPD-Detective Nikki Heat

Mai 4, 2012

Seit Jahren dürfen wir in der TV-Serie „Castle“ den Krimi-Bestsellerautor Richard Castle bei seinen Recherchen für seine Nikki-Heat-Romane begleiten. Das Vorbild für Nikki Heat ist die New Yorker Polizistin Kate Beckett, die er bei einem Mordfall kennen lernte. Der Herzensbrecher war sofort von der taffen Polizistin fasziniert und, nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister, durfte er sie und ihr Team bei ihren Ermittlungen begleiten.

Der erste Nikki-Heat-Thriller „Heat Wave“ war in den USA auch ein großer Erfolg, stand mehrere Wochen auf der „New York Times“-Bestsellerliste und liegt jetzt endlich auf Deutsch vor. Dabei ist Richard Castle, wie die Zuschauer von „Castle“ wissen, bei seinen Schriftstellerkollegen und Pokerkumpels James Patterson, Michael Connelly, Dennis Lehane und dem 2010 verstorbenen Stephen C. Cannell (der vor allem für seine TV-Serien, wie das „A-Team“ und „21 Jump Street“, bekannt ist) ein hoch geschätzter Kollege, der schon, wie Michael Crichton, während dem College seinen ersten Roman „In a Hail of Bullets“ veröffentlichte und dafür den selten verliehenen und entsprechend begehrten Tom-Straw-Preis der Nom-DePlume-Gesellschaft erhielt. Ein Preis, den Donald E. Westlake sicher gerne erhalten hätte, aber nie erhielt. Naja, Westlake sagte auch über J. Morgan Cunninghams „Comfort Station“: „I wish I had written this book.“

Vor allem mit seinen Derrick-Storm-Thrillern, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden, wurde Richard Castle dann zu einem Bestsellerautor.

Mit „Heat Wave – Hitzewelle“ startet er, nachdem er Derrick Storm spektakulär sterben ließ, eine neue Serie und es ist nicht sein stärkster Roman.

Dabei ist der Mordfall gar nicht so schlecht. Immobilienmogul Matthew Starr stürzt aus dem sechsten Stock des noblen Apartmenthauses The Guilford. Bei ihren Ermittlungen stoßen Detective Nikki Heat, ihre Kollegen Ochoa und Raley, begleitet von dem vorlauten Journalisten Jameson Rook, schnell auf einige Menschen, die alle ein verdammt gutes Mordmotiv und ein noch besseres Alibi haben.

Aber die von Richard Castle erfundenen Charaktere sind zu nah an den echten Polizisten Kate Beckett, Javier Esposito und Kevin Ryan, und dass er sich als Journalist und Pulitzer-Preisträger Jameson Rook als Möchtegernpolizist und Begleiter von Nikki Heat in das Buch hineinschreibt (und dabei ein Ego hat, das locker mit dem von G. M. Ford erfundenem True-Crime-Journalisten Frank Corso konkurrieren kann) zeugt von einer mangelnden Distanz Richard Castles zu seiner Muse und ihrem Team.

Ich habe keine Ahnung, ob es die normalen Anlaufschwierigkeiten bei einer neuen Serie sind oder eine verunglückte Übersetzung ist, aber der zweite Nikki-Heat-Roman „Naked Heat – In der Hitze der Nacht“ erscheint demnächst und der soll besser sein.

Richard Castle: Heat Wave – Hitzewelle

(übersetzt von Anika Klüver)

Cross Cult 2012

288 Seiten

11,80 Euro

Originalausgabe

Heat Wave

Hyperion, 2009

Hinweise

Homepage von Richard Castle

Wikipedia über Richad Castle

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Richard Castle in der Kriminalakte (eins, zwei, drei , vier und beim Paley Fest)


DVD-Kritik: „Simon & Simon“, das zweite Jahr

Juli 20, 2010

Nach der ersten Staffel gab es bei der lockeren, in San Diego spielenden Privatdetektivserie „Simon & Simon“ einige einschneidende Änderungen. So sind die Brüder umgezogen. Sie residieren jetzt im ersten Stockwerk eines kleineren Bürohauses an der Strandpromenade. Aber meistens erledigen sie ihre Arbeit in A. J.s an einem Kanal liegendem Haus. Denn inzwischen ist er bei seiner Mutter ausgezogen. Neben dem Haus hat A. J.s älterer Bruder Rick sein Schiff „Hole in the Water“ abgestellt. Ihre Mutter hat nur noch wenige Auftritte. Ihr alter Konkurrent Myron Fowler hat seine Detektei aufgegeben. Er genießt das Leben als Rentier und erledigt immer wieder Aufträge für Rick und A. J.. Von der durchaus herzlichen Feindschaft aus der ersten Staffel ist nichts mehr zu spüren. Myrons Tochter Janet ist inzwischen Assistentin des Staatsanwalts und damit die unerschöpfliche Verbindung der Simon-Brüder zu allen staatlichen Datenbanken.

Einige dieser Änderungen, besonders das Verhältnis von Rick und A. J. zu Myron, stehen im direkten Widerspruch zum Konzept in der ersten Staffel. Auch dass der Chef von San Diegos ehemals größter Detektei jetzt für die Simon-Brüder kleine Überwachungsjobs übernimmt und anscheinend ständig klamm ist, wird nicht erklärt.

Kaum geändert wurde dagegen die Mischung aus Crime und Comedy, wobei sich in der zweiten Staffel das Augenmerk der Macher noch stärker auf leichtgewichtiges und weitgehend zeitloses Entertainment richtete. Sie fanden jetzt die Formel, die „Simon & Simon“ ein langes Leben im Fernsehen bescherte. Die wenigen ernsteren Folgen fallen dagegen umso deutlicher auf.

Gleichzeitig wurde sich noch deutlicher als in der ersten Staffel in die Tradition der PI-Krimis gestellt. So ist die Doppelfolge „Mord im Paradies“, in der viele Szenen aus dem niemals ausgestrahten Pilotfilm „Pirate’s Key“ verwandt wurden, deutlich von John D. MacDonalds Bergungsexperten Travis McGee inspiriert. Wenn Rick Simon für einen Auftrag eine Provision verlangt, ist das direkt von den McGee-Krimis übernommen und wahrscheinlich waren es letztendlich nur finanzielle Gründe, warum die Serie von Florida, wo sie ursprünglich spielen sollte, nach San Diego verlegt wurde.

Die Vorlage für „Wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ ist Howard Brownes „In Luft aufgelöst“ (Thin air, 1954).

Wenn in „Mord mit spitzer Feder“ ein Krimibestsellerautor lange vor „Basic Instinct“ glaubt, dass ein Mörder seine Morde kopiert, dann dürfen Krimifans zum ersten Mal bei dem Namen des Autoren, Rockwell Stark, kundig mit dem Kopf nicken. Von Rockwell Stark ist der Weg zu Richard Stark (einem Pseudonym von Donald E. Westlake) nicht weit. Der Plot scheint dagegen eher einem Bestseller von; – nun aus heutiger Sicht müsste man sagen Jeffery Deaver oder James Patterson entsprungen zu sein. In jedem Fall liefert „Mord mit spitzer Feder“ eine zünftige Serienmörderjagd. Und das lange vor dem „Schweigen der Lämmer“.

Einen Blick in das Filmgeschäft liefert „Reit weiter wilder Reiter“. Schon der Originaltitel „Rough Rider rides again“ erinnert an die alten Westernserials und, wenn der Rough Rider zum ersten Mal auftaucht, an den in den USA legendären Lone Ranger. In der Folge verdient Buck Yancy (gespielt von Stuart Whitman), der früher im Kino den Rough Rider, spielte, jetzt seine Brötchen mit Rough-Rider-Auftritten in Kaufhäusern. Als der damalige Produzent einen Kinofilm mit einem anderen Darsteller drehen will, gibt es Tode und Yancy sitzt als Mordverdächtiger im Knast. Die Simon-Brüder wollen ihrem Jugendidol helfen und erfahren einiges über den Umgang von Hollywood mit seinen Stars.

Inszeniert wurde der bittersüße Abgesang von Western-Regisseur Burt Kennedy, der, wenn Rick und A. J. über den Walk of Fame laufen, länger auf dem Stern von James Garner verweilt. Kennedy drehte mit Garner die erfolgreichen Westernkomödien „Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe“ (Support your local sheriff!, 1969) und „Latigo“ (Support your local gunfighter, 1971) und James Garner ist – das sei der Vollständigkeit halber erwähnt – als Detektiv Jim Rockford einer der legendären Privatdetektive.

Für die damaligen Zuschauer in den USA war die Liste der Gaststar in dieser Folge sicher erstaunlich. Mit Stuart Whitman (The Cimmeron Strip), Alan Hale Jr. (Casey Jones), Pat Buttram (The Gene Autry Show), Jock Mahoney (The Range Rider), John Russell (The Lawman) und Hal Needham (Have Gun, Will Travel; der später als Stuntman und Regisseur [Smokey and the Bandit, The Cannonball Run] noch bekannter wurde) spielten etliche Stars von Westernserien aus den fünfziger und sechziger Jahren, den Jugendjahren von Rick und A. J. Simon, mit. Die meisten treffen sie in Hollywood in einem Western-Saloon, in dem sich die Altstars an früher erinnern und schnell eine zünftige Kneipenschlägerei inszenieren.

Und auf einem Türschild steht als Name eines Mieters „Siegel, D.“, was ein deutlicher Hinweis auf den Regisseur von „Dirty Harry“ ist. Weniger deutlich ist der Hinweis auf den bei Krimifans bekannten, von Ross Macdonald erfundene Privatdetektiv Lew Archer als „Archer, J.“.

In „Diamanten fallen nicht vom Himmel“ gibt es eine deutliche Hommage an „Der unsichtbare Dritte“. Bei Hitchcock wurde Gary Grant mitten im Nirgendwo von einem Flugzeug gejagt. In der Krimiserie versucht der Pilot die Brüder mit Handgranaten zu töten. Der Anfang der Szene, wenn kurz vor der Attacke des Flugzeugs ein Mann aus einem Bus aussteigt und von einigen Freunden abgeholt wird, ist direkt von Hitchcock geklaut.

In den anderen Folgen gibt es teilweise weniger deutliche Anspielungen, aber immer einen vergnüglichen Fall.

Es geht um Diebstähle von Gemälden, Diamanten, brandneuen Modekollektionen, die Entführung eines Delphins, um einen verfluchten Fetisch (in der neunzigminütigen Crossover-Folge zu „Magnum“), um eine Frau, die Morde vorhersieht, um eine verschwundene Zwillingsschwester, einen verschwundenen Ehemann und eine aus einem verfluchten Zimmer verschwundene Frau, einen totgeglaubten Mann, der behauptet in Schwierigkeiten zu stecken, Spielmanipulationen im American Football, Leistungsdenken an der Universität, Industriespionage, eine geheimnisvolle Frau, die verdächtigt wird, den vielgehassten Herausgeber einer Zeitschrift (der eine Liste mit den zehn aufregendsten Frauen von San Diego veröffentlichen wollte) ermordet zu haben, Sabotage in einem Vergnügungspark, die Überführung eines Oldtimers und in „The club murder vacation“ (ein weiterer liebevoller Titel, der lieblos in „Wenn einer eine Reise tut…“ übersetzt wurde) will A. J. den neuen Bestseller von James A. Michener lesen, nimmt, weil sein Bruder ihn ständig stört, das Angebot von seiner Mutter auf ein Wochenende in einem Hotel an und beobachtet natürlich sofort einen Mord. Allerdings glaubt ihm der Sheriff kein Wort.

Die Liste der Gaststars hält, neben den bereits Erwähnten, einige Überraschungen bereit. Morgan Fairchild, Joe Mantegna, Don Stroud, Broderick Crawford, Lisa Eilbacher, June Allyson, Ray Walston, Monte Markham, Henry Gibson (ich sage nur „Blues Brothers“ und „Boston Legal“), Eddie Albert, Robert Ginty (einige Episoden als Gerichtsmediziner Jerry Reiner), Ed Lauter, Robert Englund und Richard Kiel traten auf.

In Deutschland wurden die Folgen kunterbunt durcheinander gezeigt. Einige Folgen wurden nie gezeigt. Sie sind in den Halbstaffelboxen im Original mit optionalen Untertiteln enthalten. Bei „What’s in a gnome?“ mag das am Thema gelegen haben. Denn der Täter ist ein psychisch kranker Vietnam-Veteran. Bei „Psyched out“ kann es an der Darstellung von Experimenten und dem daraus entstehendem Übermenschen-Denken der Studenten gelegen haben. Bei „The Skeleton who came out of the closet“ waren es wahrscheinlich irgendwelche senderinternen Gründe. Denn mit dem zweimaligen James-Bond-Bösewicht Richard Kiel hat die Folge sogar einen weltweit bekannten Gaststar.

Auch die zweite Staffel von „Simon & Simon“ bietet kurzweilige Unterhaltung, die heute von Serien wie „Castle“, „The Mentalist“, „Monk“, „Psych“ (die alle als Berater für die Polizei arbeiten und damit keine richtigen Privatdetektive sind) und „Burn Notice“ (der die Arbeit ohne Lizenz erledigt), unter leicht geänderten Vorzeichen, fortgeführt wird.

Dennoch wird beim Wiedersehen von „Simon & Simon“, neben den Achtziger-Jahre-Serien „Magnum“, „Das Modell und der Schnüffler“ und „Remington Steele“ (Wann erscheint die Serie bei uns auf DVD?), der Wunsch nach einer neuen guten Privatdetektivserie wach. Denn immer nur Polizisten und freiberufliche Berater der Polizei sind auf lange Sicht einfach langweilig.

Simon & Simon – Staffel 2 (USA 1982/1983)

Erfinder: Philip DeGuere

mit Gerald McRaney (Rick Simon), Jameson Parker ( Andrew Jackson ‚A.J.‘ Simon), Jeannie Wilson (Janet Fowler), Eddie Barth (Myron Fowler), Mary Carver (Cecilia Simon)

DVD

Simon & Simon – Staffel 2.1

Koch-Media

Bild: 1.33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch (nur bei den nicht synchronisierten Folgen, optional)

Bonusmaterial: 16-seitiges Booklet, „Magnum“-Crossover-Episode „Die Rache des Sonnengottes“ (in verschiedenen Schnittfassungen und Synchronisationen)

Länge: 567 Minuten (12 Episoden auf 4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Simon & Simon – Staffel 2.2

Koch-Media

Bild:1.33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bonusmaterial: 12-seitiges Booklet

Länge: 518 Minuten (12 Episoden auf 3 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Die Fälle der zweiten Staffel

Die Smaragdenmieze (Emeralds are not a girl’s best friend)

Regie: Lawrence Doheny

Drehbuch: Richard Chapman

Liebe unter Wasser (Mike & Pat)

Regie: Sigmund Neufeld Jr.

Drehbuch: Richard Chapman

Rot macht tot (Guessing game)

Regie: Vincent McEveety

Drehbuch: James Crocker

Eine Hirschkuh kommt selten allein (Art for Arthur’s sake)

Regie: Vincent McEveety

Drehbuch: Bob Shayne

Diamanten fallen nicht vom Himmel (The ten thousand dollar deductible)

Regie: Bernard McEveety

Drehbuch: Bill Dial

Reit weiter wilder Reiter (Rough rider rides again)

Regie: Burt Kennedy

Drehbuch: Michael Piller

Meine Schwester bin ich (Sometimes dreams come true)

Regie: Bernard McEveety

Drehbuch: James Crocker

Guten Tag, ich bin dein Mann (The last time I saw Michael)

Regie: Vincent McEveety

Drehbuch: James Crocker

Ein Huhn spielt falsch (Fowl play)

Regie: Burt Kennedy

Drehbuch: Donald R. Boyle

Wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt (Thin air)

Regie: Bernard McEveety

Drehbuch: Bob Shayne, Philip DeGuere

LV: Howard Browne: Thin air, 1954 (In Luft aufgelöst)

Mord mit spitzer Feder (Murder between the lines)

Regie: Sigmund Neufeld Jr.

Drehbuch: Mike Lloyd Ross

Psyched out

Regie: Sigmund Neufeld Jr.

Drehbuch: Paul A. Magistretti

Mord im Paradies (Pirate’s Key)

Regie: Corey Allen

Drehbuch: Philip deGuerre

Wenn einer eine Reise tut… (The club murder vacation)

Regie: Burt Kennedy

Drehbuch: Bill Dial

Ein Mensch stirbt nicht vom Chip allein (It’s only a game)

Regie: Vincent McEveety

Drehbuch: Richard Chapman

Modemachers Meuchelmord (Design for killing)

Regie: Bernard McEveety

Drehbuch: James Crocker

Die Schönen und die Toten (The list)

Regie: Burt Kennedy

Drehbuch: Michael Piller

What’s in a gnome?

Regie: Sigmund Neufeld Jr.

Drehbuch: Paul A. Magistretti

Zum Glück geht’s Stück für Stück (The secret of the chrome eagle)

Regie: Vincent McEveety

Drehbuch: Mike Lloyd Ross

Zimmer, Zoff und Zofe (Room 3502)

Regie: Sigmund Neufeld Jr.

Drehbuch: Alan Brennert

Roter Hund heißt seine Tante (Red dog blues)

Regie: Vincent McEveety

Drehbuch: Deborah R. Baron, Patricia Rae Moran

The skeleton who came out of the closet

Regie: Paul Krasny

Drehbuch: James Crocker

Hinweise

Wikipedia über „Simon & Simon“ (deutsch, englisch)

Fernsehserien über „Simon & Simon“

Thrilling Detective über „Simon & Simon“

Meine Besprechung von „Simon & Simon – Staffel 1“


TV-Tipp für den 17. April: Castle: Tödliche Schulden

April 17, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Heute startet die zweite Staffel von einer meiner derzeitigen Lieblingsserien. „Castle“ ist eine in den USA sehr erfolgreiche und amüsante Crime-Comedy über den leicht überheblichen, kindischen, sehr erfolgreichen Krimiautor Rick Castle und Kate Beckett, einer New Yorker Polizistin, die er als Vorbild für seinen neuen Seriencharakter Nikki Heat auserwählt hat. Aufgrund seiner guten Freundschaft zum Bürgermeister durfte er sie in der ersten Staffel (die in den vergangenen Wochen auf Kabel 1 lief) begleiten und sie wurden Freunde (obwohl Castle…).

Dank guter und zuletzt steigender Quoten (teils sogar vor CSI) wurde in den USA die zweite Staffel mehrfach auf inzwischen 24 Folgen verlängert und die dritte Staffel ist auch schon bestellt.

Aber nur die Meldung, dass bei uns die zweite Staffel unmittelbar nach der Ersten gezeigt wird, wäre kein „Tipp des Tages“.

Auch nicht, dass Rick Castle wieder Poker spielt. Das tat er auch in der Pilotfolge mit Stephen J. Cannell und James Patterson. Jetzt spielt er wieder mit seinen Schriftstellerkollegen Poker. Stephen J. Cannell (Detektiv Rockford – Anruf genügt, Das A-Team, Hunter, 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer, Renegade – Gnadenlose Jagd) ist wieder dabei; und dieser Autor, der in Deutschland zuletzt „So wahr uns Gott helfe“ (doofer Titel) veröffentlichte.

Als ich die Szene sah, blieb mir die Spucke weg. Denn der Name wird in den Credits nicht verraten.

Der Grund für das Pokerspiel mit seinen Schriftstellerkollegen ist, dass Rick Castle Kate Beckett bei einem schwierigen Mordfall helfen will und so hofft, sie wieder zu besänftigen. Denn Kate Beckett ist stinkig, weil er auf eigene Faust in ihrer Vergangenheit herumwühlte und neue Fakten über den Mord an ihrer Mutter herausgefunden hat, und genervt, weil Castles neuer Krimi „Heat Wave“ in ihrem Büro mit einer pompös-klischeebehafteten Werbekampagne beworben wird.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Wiederholung: Sonntag, 18. April, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Kriminalakte über „Castle“


TV-Tipp für den 6. Februar: Castle – Blumen für Dein Grab

Februar 6, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Blumen für Dein Grab (USA 2009, R.: Rob Bowman)
Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Als ein Mörder die von dem erfolgreichen New Yorker Krimiautor Richard Castle erfundenen Morde in die Tat umsetzt, lernt Castle Detective Kate Beckett kennen. Er beschließt, dass sie das Vorbild für seine neue Heldin sein soll und dafür muss er sie, zu ihrem Missfallen, bei der Arbeit begleiten.

Lässige Krimikomödie, die einfach nur gut unterhalten will.

Inzwischen habe ich einige Folgen aus der zweiten Staffel gesehen und die Mischung aus witzige Sprüchen und ziemlich vertrackten Fällen gefällt mir. „Castle“ ist nichts revolutionäres, sondern einfach nur gute Unterhaltung mit einer Handvoll ziemlich normaler Charaktere. Das sieht einfacher aus als es dann geschrieben und gespielt ist. – Und wer von uns Jungs wäre nicht gerne Rick Castle?

mit Nathan Fillion, Stana Katic, Susan Sullivan, Ruben Santiago-Hudson, Molly C. Quinn, Jon Huertas, Seamus Dever, Tamala Jones, Stephen J. Cannell, James Patterson, Keir Dullea

Wiederholung: Sonntag, 7. Februar, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über „Castle“

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)



Kleinkram

Februar 2, 2010

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill (der Zeitung der International Thriller Writers) ist online. Dieses Mal unter anderem mit Interviews und Porträts mit/von Michael Palmer, Eric Van Lustbader (kein Bourne-Roman, sondern ein Thriller mit ATF-Agent Jack McClure), Gar Anthony Haywood, Lisa Gardner, Douglas Preston und James Grippando zu ihren neuen Krimis.

James Grippando: The distinction between thrillers and novels of suspense must mean something to marketing people, because I don’t see it as a writer.  I suppose you could say that mysteries and thrillers are a subgenre of „suspense,“ but you could probably say that about every novel ever written.  Don’t we always want to know what happens next?

Die Daniel-Woodrell-Verfilmung „Winter’s Bone“ erhielt auf dem Sundance Festival den Grand Jury Prize in der Kategorie „Drama“ und den Waldo Salt Screenwriting Award.

Die Deutschlandpremiere von „Winter’s Bone“ ist auf der Berlinale.

Oh, das Berlinale-Programm ist draußen (und hier das ganze als pdf).

Dito die Razzie-Nominierungen.

Die Oscar-Nominierungen gibt es hier.

In der New York Times gibt es eine sehr ausführliche Reportage von Jonathan Mahler über James Patterson. Der Titel: „James Patterson Inc.“

Patterson ist im „Guiness Buch der Rekorde“ (das inzwischen auch bei uns „Guinnes World Records“ heißt, aber ich bin altmodisch) als Autor mit den meisten New-York-Times-Bestsellern gelistet. Aktuell hat er es 51 mal auf die NYT-Bestsellerliste geschafft, 35 mal sogar auf den ersten Platz.

Einige Bilder aus der Dennis-Lehane-Verfilmung „Shutter Island“. Regie führte Martin Scorsese. Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo und Ben Kingsley spielen mit. Die Deutschlandpremiere ist auf der Berlinale und wenige Tage später läuft der Film auch regulär an.

Ebenfalls bei Collider gibt es ein Interview mit Produzent Graham King. Er produzierte unter anderem die Scorsese-Filme „The Aviator“ und „The Departed“. Kings neue Projekte sind unter anderem die Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“, „The Tourist“ (das Remake von „Anthony Zimmer“) und „The Rum Diaries“.

Bei Serienjunkies gibt es ein Interview mit Tom Fontana. Er schrieb Drehbücher für „Homicide“ und „Oz“; gewann einen Edgar und drei Emmys.

Ebenfalls bei Serienjunkies versucht Christian Junklewitz herauszufinden, wie die Briten zu ihren Qualitätsserien kamen. Teil 1 ist online, Teil 2 wahrscheinlich morgen.

Gucken. Gucken. Und nochmal gucken. Bei Lost Films.

Eher nicht gucken:


Der kriminelle Buchherbst – Teil 8: Random Murders, Part Two

September 16, 2009

Goldmann

Oktober

Tom Bale: Amok (Debüt: In Sussex bringt sich ein Mann nach einem Amoklauf um. Eine Zeugin glaubt, einen zweiten Mann gesehen zu haben. Gemeinsam mit einem Journalisten sucht sie ihn.)

November

Truman Capote: Kaltblütig (Taschenbuch-Ausgabe der neuen „Kein & Aber“-Übersetzung)

Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre (Taschenbuch-Ausgabe)

Patricia Cornwell: Totenbuch (Taschenbuch-Ausgabe eines Kay-Scarpetta-Krimis)

Deborah Crombie: Von fremder Hand/Der Rache kaltes Schwert (zwei Fälle für Superintendent Duncan Kincaid und Sergeant Gemma James)

Ruth Downie: Tod einer Sklavin (Medicus Russo ermittelt im Römische Reich; „SPQR meets CSI“ meint der Verlag)

Misha Glenny: McMafia – Die grenzenlose Welt des organisierten Verbrechens (Taschenbuch-Ausgabe des Sachbuchs aus dem Spiegel-Verlag)

Andrew Pyper: Die Stunde des Sandmanns (Journalist Patrick Rush sucht einen Serienkiller, der sich „Sandmann“ nennt. Einen ersten Hinweis auf seine Identität erhält er von einer Frau aus seinem Schreibkurs.)

Martin Cruz Smith: Stalins Geist (Taschenbuch-Ausgabe des sechsten Auftritts von Arkadi Renko)

Kim Wozencraft: Gehetzt (Zwei unschuldig im Knast sitzende Frauen flüchten aus dem Knast und die Verfolgungsjagd beginnt.)

Dezember

Stuart Archer Cohen: Der siebzehnte Engel (Taschenbuch-Ausgabe)

Janet Evanovich: Kalt erwischt (Taschenbuch-Ausgabe eines Stephanie-Plum-Krimis)

Nicci French: Bis zum bitteren Ende (Taschenbuch-Ausgabe)

Elizabeth George: Am Ende war die Tat (Taschenbuch-Ausgabe)

Caroline Graham: Ein böses Ende/Blutige Anfänger (Inspector Barnaby ermittelt)

John Twelve Hawks: Dark River – Das Duell der Traveler (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Traveler-Bandes)

Franco Limardi: Die dunkle Spur des Todes (Ein Ex-Soldat will bei einem Raubüberfall das große Geld machen. Aber der schöne Plan löst sich – siehe Titel – schnell in Luft auf. – Klingt nach einer Noir-Story für mich.)

Maria Masella: Wer sich ein Bildnis macht (In Genua sucht Commissario Mariani einen Serienmörder. Dabei scheint es eine Verbindung zu seiner Frau zu geben.)

Rainer Würth: Krötenwanderung (Kommissar Kolb sucht den Mörder des Leiters des Bauamtes.)

Januar

Brett Battles: Todesjagd (zweiter Auftritt des Cleaners Jonathan Quinn)

Sharon Bolton: Todesopfer (Taschenbuch-Ausgabe)

Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten (Taschenbuch-Ausgabe)

Robert Ellis: Leichengift (Detective Lena Gamble soll den Mörder einer jungen, nicht identifizierten weiblichen Leiche finden. Die Medien verfolgen ihre Ermittlungen akribisch.)

Jonathan Kellerman: Jamey – Das Kind, das zuviel wusste/Exit (zwei Fälle für Alex Delaware)

Ian Rankin: Der Tod ist erst der Anfang (22 noch nicht übersetzte Kurzkrimis von Ian Rankin, acht mit Rebus)

John Sandford: Mordlust (Taschenbuch-Ausgabe)

Andreas Ulrich: Das Engelsgesicht (anscheinend eine Neuausgabe zum Kinostart der Verfilmung)

Lisa Unger: Der Fluch der Wahrheit (Taschenbuch-Ausgabe)

Februar

Jefferson Bass: Todesstarre (Ein Forensik-Thriller: Wer hat einen Physiker, der die Atombombe mitentwickelte, radioaktiv vergiftet? Bill Brockton ermittelt.)

Caroline Graham: Treu bis in den Tod/Ein sicheres Versteck (Inspector Barnaby fängt die bösen Buben)

Rainer Gross: Grafeneck (Neuausgabe eines beim Pendragon-Verlag erschienenen und mit dem Glauser ausgezeichneten Debüts)

James Patterson: Höllentrip (Catherine will während eines Segeltörns die gestörte Beziehung zu ihren drei Kindern wieder kitten. Als sie nach einem Unfall auf einer einsamen Insel stranden, müssen sie um ihr überleben kämpfen. Denn irgendjemand will, dass sie die Insel nicht wieder verlassen.)

Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome (Taschenbuch-Ausgabe, Deutscher Krimi Preis 2009)

Tom Rob Smith: Kind 44 (Taschenbuch-Ausgabe des vielfach nominierten und ausgezeichneten Debüts.)

Andreas Winkelmann: Hänschen klein (heißt es nach „Tief im Wald und unter der Erde“. Eine Mutter will sich den Traum einer Familie erfüllen. Dummerweise ist der von ihr erwählte Anwalt Schneider von ihrem Anliegen überhaupt nicht begeistert.)

März

Harlan Coben: Keine zweite Chance/Kein böser Traum (zweimal Spannung von einem Meister)

Deborah Crombie: Alles wird gut (der zweite Fall von Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James in aufwändiger Neuausstattung)

Thea Dorn: Mädchenmörder (Taschenbuch-Ausgabe)

Birgit Lautenbach/Johann Ebend: Engelstrompeten (der dritte Hiddensee-Krimi für die Inselpolizisten Kästner und Pieplow. Dieses Mal suchen sie den Mörder der alten Wanda.)

Chuck Palahniuk: Fratze (Deutsche Erstausgabe des Frühwerks von „Fight Club“-Palahniuk)

Ian Rankin: Ein Rest von Schuld (Taschenbuch-Ausgabe eines Rebus-Krimis)

Sarah Rayne: Todeskammer (Psychothriller: Georgina Grey wühlt in der Familiengeschichte herum. Gute sechshundert Seiten.)

Dan Waddell: Das Erbe des Blutes (Bei ihren aktuellen Mordermittlungen führt die Spur DCI Foster und Jenkins zurück in die Vergangenheit. Denn die Lösung hängt irgendwie mit dem Kensington Killer und seinen 1879 verübten Taten zusammen.)

April

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex (Taschenbuch-Ausgabe der aktualisierten Ausgabe)

Rennie Airth: Orte der Finsternis (Surrey, Sommer 1932: ein Ex-Scotland-Yard-Inspector sucht den Mörder eines Mädchens. Er glaubt an einen Serienmörder.)

Maxime Chattam: Die Gaia-Hypothese (Thriller über geheimnisvolle Experimente auf abgelegenen Inseln, Laboren in den Pyrenäen und Serienkillern. Naja, Chattam hat 500 Seiten, um das alles miteinander zu verknüpfen.)

J. F. Englert: Kaltschnäuzig – Ein Fall für den Schnüffler (Wuff!)

Joy Fielding: Die Katze (Taschenbuch-Ausgabe)

Nicola Förg: Kuhhandel („Taschenbuch“-Ausgabe eines Emons-Krimis)

Jonathan Kellerman: Knochensplitter (ein Alex-Delaware-Krimi)

Michael Koglin: Bluttaufe (Thriller über einen Serienmörder, der in Norddeutschland Ted Bundy nachahmt.)

Peter Temple: Shooting Star (Taschenbuch-Ausgabe)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part One (Blanvalet)


Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part 1

September 2, 2009

Blanvalet

Oktober

Jeffery Deaver: Ein einfacher Mord (im Aktionspreis; Deaver veröffentlichte den Krimi ursprünglich als William Jefferies)

November

Steve Berry: Der Pandora-Effekt (Mystery-Thriller: Ex-Agent Cotton Malone sucht, um eine Gegenmittel gegen B-Waffen zu finden, das Grab von Alexander.)

Sandra Brown: Eisnacht (Taschenbuch-Ausgabe)

Jordan Dane: Assassin (Christian Delacorte soll auf Wunsch einer Mörderin seinen Vater, einen in Brasilien entführen Unterweltboss, befreien.)

Michael McBride: Reiter der Apokalypse (Auftakt einer Mystery-Trilogie)

Stephan M. Rother: Die letzte Offenbarung (Mystery-Thriller: Restaurator Amadeo Fanelli legt sich wegen den geheimen Aufzeichnungen des Apostels Johannes mit dem Vatikan an.)

Patrick Woodrow: Kalter Sog (Taschenbuch-Ausgabe. „Als hätte Clive Cussler das Drehbuch zu einem Alfred-Hitchcock-Film geschrieben.“ verspricht der Verlag)

Dezember

Dale Brown: Überschall (High-Tech-Thriller)

Robin Cook: Schock (Taschenbuch-Ausgabe eines Medizin-Thrillers)

Jeffery Deaver: Die Menschenleserin (Taschenbuch-Ausgabe)

Rob Grant/Doug Naylor: Roter Zwerg (ist SF, aber die Abteilung „Per Anhalter durch die Galaxis“ und basiert auf der BBC-Sitcom „Red Dwarf“)

Lucretia Grindle: Namenstag (Taschenbuch-Ausgabe eines in Florenz spielenden Psychothrillers)

Helena Reich: Engelsfall (Kommissar David Andel ermittelt in Prag)

Januar

Cindy Gerard: Wer den Tod begrüßt/Wer das Feuer sucht (Doppelband der unterhaltsamen Thriller mit der in Florida residierenden Bodguard-Agentur E. D. E. N..)

Laura Griffin: Der sanfte Kuss des Todes (Eine Phantomzeichnerin der Polizei muss gegen einen Serienkiller kämpfen.)

Martin Langfield: Maleficus (Mystery-Thriller: dieses Mal ist es Sir Isaac Newtons Formel für das Geheime Feuer, die eine Katastrophe verhindern kann.)

Chloe Palov: Die Saat des Feuers (Mystery-Thriller: Fundamentalistische Christen und Juden wollen, mit Hilfe der Bundeslade, die Ungläubigen aus dem Heiligen Land vertreiben. Nur zwei Menschen können sie aufhalten.)

Karin Slaughter: Verstummt (Taschenbuch-Ausgabe)

Vanda Symon: Der ungeschminkte Tod (Neuseeland-Thriller: Als die junge Polizistin Sam Shepard eine Zirkus überprüft, stößt sie auf die Spur zu einem Serienkiller. Der New Zealand Listener meint „Spannende Unterhaltung“.)

Februar

Clive Cussler/Dirk Cussler: Der Fluch des Khan (Taschenbuch-Ausgabe eines Dirk-Pitt-Thrillers)

Patrick Graham: Die Brut des Bösen (Eine FBI-Profilerin sucht ein elfjähriges Mädchen, das die letzte Hoffnung für die Menschheit gegen ein Virus ist.)

Colin Greenland: Sternendieb (Auftakt einer SF-Trilogie, die mit dem Arthur-C.-Clarke-Award und dem BSFA-Award ausgezeichnet wurde)

Mike Lawson: Hardliner (ist der dritte Thriller mit Joe DeMarco. Dieses Mal muss er einen Senator stoppen, der muslimische Attentate für seine Zwecke ausnutzen will.)

J. D. Robb: Das Herz des Mörders (Lieutenant Eve Dallas jagt einen Mörder, der Serienkiller kopiert.)

März

Katherine Howell: Ein grausames Versprechen (ein in Sydney spielender Lady-Thriller über einen Serienkiller, der eine Sanitäterin und eine Polizistin in Lebensgefahr bringt)

Tara Moss: Fetisch-Mörder/Freiwild (ein Doppelband mit einem Model als Ermittlerin)

James Rollins: Der Judas-Code (Taschenbuch-Ausgabe eines Sigma-Force-Thirllers)

Lisa Scott: Fatal (Ist der Adoptivsohn von Journalistin Ellen Gleeson vor der Adoption entführt worden? Oder hat er einen vermissten Zwillingsbruder? Gleeson recherchiert.)

April

Clive Cussler/Jack Du Brul: Seuchenschiff (Auf einem Kreuzfahrschiff entdeckt die Crew der „Oregon“ hunderte von Leichen. Sie wollen herausfinden, warum die Menschen sterben mussten und stoßen auf eine Verschwörung.)

Linda Fairstein: Tödliches Vermächtnis (Ein neuer Fall für Alex Cooper.)

Phillip Gwynne: Vor dem Regen (Der Krimi aus Australien ist das Krimidebüt eines preisgekrönten Jugendbuchautors.)

Iris Johansen: Riskante Träume (Daniel will die von Terroristen entführte Zilah befreien. Auf ihrer anschließenden Flucht kommen sie sich näher.)

James Patterson: Die 6. Geisel (Taschenbuch-Ausgabe des sechsten Auftritts von Lieutenant Lindsay Boxer und dem Women’s Murder Club)

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)


Spurensuche mit 105 Geschichten

März 26, 2009

Kurzgeschichten lautet das Thema meiner neuen Spurensuche. Besprochen werden diese Bücher:

– H. P. Karr/H. Knorr (Hrsg.): Mord am Hellweg IV

– Marita und Jürgen Alberts: Tod in der Quizshow

– Manfred Wieninger: Die Rückseite des Mondes

– Wolfgang Schorlau: Ein perfekter Mord

– Wolfgang Kemmer (Hrsg.): In Kürze verstorben – Mörderische Stories

– James Patterson (Hrsg.): Thriller – Band 1 (Thriller)

– James Patterson (Hrsg.): Thriller – Band 2 (Thriller)

– Lee Child (Hrsg.): Killer Year – Stories to die for … from the hottest new crime writers

– Charlaine Harris/Toni L. P. Kelner (Hrsg.): Happy Bissday! – Vampirgeschichten (Many Bloody Returns)

Und ich kann Ihnen schon eine Sache verraten: Die meisten Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Deshalb wurde meine Watchlist um eine zweistellige Zahl neuer Autoren ergänzt.


Sachdienliche Hinweise und die Nominierungen für den Strand Critics Award

März 26, 2009

Der Noir of the Week ist „Der Panther wird gehetzt“ (Classe tous risques, F/I 1959). Regie führte Claude Sautet. Das nach José Giovannis Roman entstandene Drehbuch ist von José Giovanni, Claude Sautet und Pascal Jardin. Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo spielten die Hauptrollen. Ein Klassiker!

Bei My Book, The Movie sagt David Hewson, wer die Hauptrollen in seinem neuesten Nic-Costa-Thriller „Dante’s Numbers“ übernehmen soll.

Zuletzt erschienen von ihm bei uns eine Neuausgabe seines Debüts „Epiphanias“ (Epiphany, 1996)  und sein neuer Thriller „Das zweite Leben“ (The promised Land, 2007).

Marcus Sakey fragt im Outfit, warum ein Komiker ihr einziger Journalist sei. Der Komiker ist Jon Stewart mit seiner auch bei uns empfangbaren Daily Show.

Ebenfalls im Outfit schreibt Gastblogger J. A. Konrath über Rezensionen von Lesern und Bloggern. Von ihm wurde noch kein Roman übersetzt, aber der erste von James Patterson herausgegebene  „Thriller“-Band enthält eine von ihm geschriebene Kurzgeschichte.  J. A. Konrath meint:

I have a vested interest in reviews and being reviewed, because I’m a writer.

But I’m also a reader. A reader who enjoys sharing his opinion. A reader who thinks it’s important to play cheerleader for my peers. A reader who recognizes how important a few sentences can be to someone considering buying a book. (…)

Your opinion really does matter. And authors really do care.

Sarah Weinman verrät die Nominierungen für den diesjährigen Strand Critics Award:

Best Novel:
When Will There Be Good News? by Kate Atkinson (Little, Brown and Company)
Master of the Delta by Thomas H. Cook (Houghton Mifflin Harcourt)
The Brass Verdict by Michael Connelly (Little, Brown and Company)
Lush Life by Richard Price (Farrar, Straus and Giroux)
Hollywood Crows by Joseph Wambaugh (Little, Brown and Company)

Best First Novel:
The Girl with the Dragon Tattoo by Stieg Larsson (Knopf)
City of the Sun by David Levien (Doubleday)
A Cure for Night by Justin Peacock (Doubleday)
Child 44 by Tom Rob Smith (Grand Central Publishing)
A Carrion Death by Michael Stanley (Harper)

Er wird am 8. Juli in New York verliehen.

Eine schöne Liste. Der Wambaugh liegt auf meinem Zu-Lesen-Stapel. Bei uns heißt das Werk „Sunset Boulevard“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film).

Och, nö. Die behaupten, das Phantom gibt es nicht. Alles nur schlampige Arbeit. In einem Krimi wäre das nie passiert.

Das hat was:


Kleinkram: The Big Thrill, Hammett-Nominierungen, Felix-Huby-Interview, Ken-Bruen-Verfilmung, Robert-Littell-Verfilmung und eine gute Reportage, die es noch (?) nicht online gibt

Februar 2, 2009

Die Februar-Ausgabe von The Big Thrill, der Zeitung der International Thriller Writers, ist mit vielen, vielen Buchvorstellungen (inzwischen normalerweise mit einem Interview) online. Unter anderem werden Alex Berenson, Lincoln Child, Robert Gregory Browne (der erzählt, warum er vom Drehbuchautor zum Romanautor wurde), Michael Palmer, Linda Fairstein und Peter Straub zu ihren neuen Werken befragt.

(Kurzer Hinweis: Ich habe jetzt die beiden Kurzgeschichten-Bücher der ITW, „Thriller“ [herausgegeben von James Patterson] und „Killer Year“ [herausgegeben von Lee Child], gelesen und bin begeistert. Sie werden demnächst in einer Spurensuche abgefeiert.)

Die North American Branch of the International Association of Crime Writers (IACW/NA) hat ihre diesjährigen Hammet-Nominierungen veröffentlicht:

– Leading Lady, von Heywood Gould

– The Finder, von Colin Harrison

– City of the Sun, von David Levien

– The Turnaround, von George Pelecanos

– South by South Bronx, von Abraham Rodriguez

Der Preis wird Anfang Oktober auf der Konferenz der New Atlantic Independent Booksellers Association (NAIBA) in Baltimore verliehen. Da bleibt also noch genug Zeit, die Werke zu lesen.

(Dank an The Rap Sheet)

Bei Planet Interview beantwortet Bienzle-Erfinder Felix Huby einige Fragen:

Unterhaltung ohne eigene Haltung ist nicht möglich, da soll man es lieber gleich lassen oder Lore-Romane schreiben. Ich habe meine politische Haltung nie verheimlicht und habe sie immer wieder in meine Romane oder auch in meine Filme einfließen lassen, sofern es die Fernsehleute zugelassen haben. Ich war von Anfang an von den Soziokrimis beeinflusst – als ich zu schreiben begann, gab es ja bereits Sjöwall/Wahlöö, –ky , Michael Molsner und Irene Rodrian. Das waren sicherlich Vorbilder für mich. Für mich war aber auch Friedrich Glauser mit seinem Wachtmeister Studer und seinen heimatbezogenen Romanen ein Vorbild. (…) In dieser Tradition sehe ich mich. Es gab Leute, die haben mir vorgeworfen: „Du bist ja nur so erfolgreich, weil du Heimatromane schreibst.“ Und dann habe ich geantwortet: ja, sicher, ich will ja auch gar nichts anderes machen, als Heimatromane zu schreiben.

Lesenswert.

Krimileser Bernd hat ja schon gesagt, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt werden soll. William Monahan, der zuletzt die Drehbücher zu „Departed“ und „Der Mann, der niemals lebte“ (Body of lies) schrieb, schrieb das Drehbuch und soll auch Regie führen. Die Hauptrollen bei seinem Debüt sollen von Colin Farrell und Keira Knightley gespielt werden.

Ziemlich viel „sollen“, aber da der Drehstart erst Ende Mai/Anfang Juni ist, kann sich natürlich noch einiges ändern. Aber bis jetzt klingt das alles sehr vielversprechend.

(Weitere Infos bei Crimespree Cinema und die Meldung, dass Knightley mitspielt, bei Daily Mail. Die sagen, dass der Film von Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“ inspiriert sei. Naja, eine alternde Schauspielerin gibt es auch bei Ken Bruen.)

Bleiben wir kurz in Hollywood. Bereits 2007 wurde Robert Littells CIA-Schmöker „The Company“ als knapp fünfstündige Miniserie (Regie: Mikael Salomon, Drehbuch: Ken Nolan, mit Michael Keaton, Alfred Molina, Natascha McElhone, Rory Cochrane) verfilmt. Den Kritikern gefiel’s, es gab zahlreiche Nominierungen und Preise (unter anderem einen Golden-Globe-Nominierung als beste Miniserie, mehrere Emmy-Nominierungen, einen Emmy für die Musik, und den Preis der Writers Guild of America für die Adaption). Die Deutschlandpremiere gibt es, dank Universal Pictures, am 12. März als DVD.

Sozusagen als kleiner Nachschlag zu meinem gestrigen TV-Tipp „Serpico“: Andreas Förster schreibt in der Berliner Zeitung vom Samstag über Whistleblower bei der deutschen Polizei: „Polizeiliche Fehlerkultur – Polizisten jagen Verbrecher. Wenn sie aber gegen eigene Kollegen aussagen, riskieren sie Mobbing, Ausgrenzung und manchmal sogar ihr Leben“.

Nicht nur aufgrund aktueller Ereignisse eine sehr interessante Reportage, die es im Moment allerdings nur offline gibt.


Hinweise: The Big Thrill, Getting away with murder, Plots with Guns – und ein Gespräch mit George Pelecanos

September 2, 2008

Pünktlich zum Monatsersten geht die aktuelle Ausgabe von The Big Thrill online. Die September-Ausgabe des Magazins der ITW berichtet unter anderem über die neuen Bücher von Tess Gerritsen und Larry Beinhart (Ja, er hat ein neues Buch geschrieben und eine deutsche Übersetzung ist, wie bei „The Librarian“, sehr unwahrscheinlich), Interviews mit Stephen Hunter (der Mann hat die Vorlage für den Mark-Wahlberg-Film „Shooter“ geschrieben) und Michael Palmer (zuletzt „Mörderisches Spiel“) – und, das muss extra angekündigt werden, ein Gespräch mit Veteran Book Reviewer Oline Cogdill (Sun-Sentinel).

Gegen Jahresende erscheint im Mira Verlag die deutsche Ausgabe von „Thriller“. Der von James Patterson herausgegebene Sammelband war 2006 die erste Veröffentlichung der International Thriller Writers und enthält neue Kurzgeschichten von Lee Child, James Grippando, J. A. Konrath, Heather Graham, James Siegel, James Rollins, Gayle Lynds, Michael Palmer und Daniel Palmer, David Morrell, Chris Mooney, Dennis Lynds, John Lescroart und M. J. Rose, David Liss, Gregg Hurwitz, Eric Van Lustbader, Christopher Rice, Alex Kava, F. Paul Wilson, Christopher Reich, Brad Thor, Steve Berry, Douglas Preston und Lincoln Child und anderen. Das verspricht einige hundert Seiten Lesevergnügen.

Bei ShotsEzine feiert Mike Ripley in seiner Kolumne „Getting away with murder“ neben vielen anderen Büchern auch die englische Ausgabe von „Therapy“, dem Debüt von Sebastian Fitzek, ab.

Dort gibt es auch ein Interview mit George P. Pelecanos zu seinem neuen Buch „The Turnaround“. (Pelecanos vorletztes Buch „The Night Gardener“ erschien vor wenigen Tagen als „Der Totengarten“ bei Rowohlt. Ich werde es demnächst abfeiern. Denn es ist, lassen Sie sich nicht von dem Etikett „Thriller“ irritieren, einfach ein guter Roman.)

Die Sommer-Ausgabe von „Plots with Guns“ ist online.


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