Jason Starr hat „Phantasien“ in der „Savage Lane“ und liest sie vor

Oktober 27, 2015

Die Savage Lane ist eine Straße in Bedford Hills, einem Vorort von New York. Die Millionenstadt ist für die wohlhabenden Vorort-Bewohner nur der Arbeitsort, während sie in dem Ort ihre eigene Hölle haben. So imaginiert der Mittvierziger Mark Berman sich eine Beziehung mit der gutaussehenden gleichaltrigen, alleine ihre beiden Kinder großziehenden Nachbarin Karen Daily. Bis jetzt sind sie nur gute Freunde.
Marks Frau Deb, mit der er seit 22 Jahren zusammen ist (17 davon verheiratet) und zwei pubertierende Kinder hat, glaubt, dass er sie mit Karen betrügt. Sie will die Scheidung. Dass sie selbst fremd geht, ignoriert sie gefließentlich. Auch dass ihr Liebhaber der achtzehnjährige Owen Harrison ist und diese Beziehung schon länger geht, hält sie nicht davon ab, ihrem Mann Vorwürfe zu machen.
Owen, der noch bei seinen Eltern lebt und regelmäßig von seinem Stiefvater verprügelt wird, hat auch eine Beziehung zu Karens Tochter Elana NAME. Er liebt sie zwar nicht. Er liebt Milfs. Deshalb ist Elana für seinen Geschmack noch viel zu jung, aber sie liebt ihn und sieht gut aus.
Dieses Beziehungsrondell, in das noch einige weitere Vorstädter involviert sind, könnte ewig so weitergehen, wenn nicht Deb auf die Idee käme, die Beziehung zu Owen beenden zu wollen. Dieser verliert die Nerven. Kurz darauf ist Deb tot und Detective Larry Walsh vom Bedford Police Department beginnt mit seinen Ermittlungen. Zunächst in einem Vermisstenfall.
Das klingt jetzt vielleicht nach einem gewöhnlichen Krimi, aber Jason Starr interessiert sich viel mehr für die ganz normale Vorstadthölle, in der ganz normale Mittvierziger sich gegenseitig betrügen und ihren Phantasien hingeben. Und weil Starr immer wieder die Perspektive wechselt, ergibt sich ein hübsch sarkastisches Bild des gegenseitigen Betrugs und Selbstbetrugs.
Jason Starr, der mit bitterbösen Noirs über Zwanzig-/Dreißigjährige New Yorker, die ihre Träume nicht verwirklichen können, begann, ist älter geworden. Und mit ihm sind auch seine Figuren älter geworden. Sie haben es von der hektischen Großstadt in die ruhige Vorstadt geschafft. Die Gegend, die in den vergangenen Jahren von Harlan Coben mit seinen Pageturner-Thrillern literarisch bearbeitet wurde. Aber während bei Coben die Geheimnisse größer sind und am Ende der Protagonist aus dem Alptraum erwacht, sind bei Starr die Geheimnisse kleiner (eigentlich geht es nur um reale und imaginierte Bettgeschichten) und der Alptraum Vorstadt endet nicht. Vor allem nicht für den grundanständigen Mark.
„Phantasien“ ist ein langsam erzählter Noir ohne große Überraschungen im Plot, aber einem präzisen Blick auf das Leben der Bewohner und Besucher der Savage Lane. Da ist es schade, dass der Höhepunkt etwas plötzlich kommt und gar nicht so zu der vorherigen hundsgemeinen Stimmung passt. Aber dann kommt der Epilog.

Demnächst und zuletzt von Jason Starr

Mitte März 2016 erscheint bei Hard Case Crime „Pimp“, das vierte Abenteuer von Max Fisher und Angela Petrakos, wieder geschrieben von Ken Bruen und Jason Starr und sicher mindestens so brüllend komisch wie die vorherigen Abenteuer des verbrecherischen Duos. Eine deutsche Übersetzung ist noch nicht angekündigt.
Ebenfalls noch nicht übersetzt sind die beiden Werwolfromane „The Pack“ und „The Craving“, die Jason Starr 2011 und 2012, nach „Panik“ (Panic Attack, 2009), schrieb.
Und er schrieb, pünktlich zum Filmstart vor wenigen Wochen, „Ant-Man: Natural Enemy Prose Novel“. Auch dieser Roman wird wahrscheinlich nie auf Deutsch erscheinen; – obwohl seine Comics ja bei Panini erscheinen, es ein Marvel-Roman ist und Panini viel von Marvel veröffentlicht.
Starr - Phantasien
Jason Starr: Phantasien
(übersetzt von Hans M. Herzog)
Diogenes, 2015
400 Seiten
16 Euro

Originalausgabe
Savage Lane
Polis Books, New York, 2015


Jason Starr liest

in Berlin, am Dienstag, den 27. Oktober 2015, um 20.00 Uhr in der Dorotheenstädtische Buchhandlung (Turmstr. 5, 10559 Berlin)
Deutscher Part: Daniel Kraus

in Freiburg im Breisgau, am Samstag, den 31. Oktober 2015, um 20.00 Uhr in der Buchhandlung Konstantin Klingberg (Hildastr. 2a, 79102 Freiburg)
Deutscher Part: Jana Bührer
Moderation: Konstantin Klingberg

in Freising, am Montag, den 2. November 2015, um 20.00 Uhr bei Bücher Pustet (Obere Hauptstrasse 45, 85354 Freising)
Deutscher Part: Oliver Bürgin

in Berlin, am Dienstag, den 3. November 2015, um 20.00 Uhr im DTK-Wasserturm (Kopischstr. 7, 10965 Berlin-Kreuzberg)
Veranstalter: Hammett-Krimibuchhandlung (wegen Karten)
Deutscher Part: Joachim Paul Assboeck

in Hamburg, am Mittwoch, den 4. November 2015, um 19.30 Uhr im Kampnagel (Jarrestraße 20, 22303 Hamburg) im Rahmen des Krimifestival Hamburg 2015 und Thirller-Autorin Jilliane Hoffman sitzt neben ihm auf der Bühne.
Deutscher Part: Tim Grobe
Moderation: Birgit Hasselbusch

Hinweise

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs “Brooklyn Brothers” (Lights Out, 2006)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Meine Besprechung von Jason Starrs “Wolverine MAX: Der Beschützer” (Wolverine MAX – Volume Two, 2013)

Meine Besprechung von Jason Starr/Felix Ruiz/Roland Boschis „Wolverine MAX: Logan Extrem“ (Wolverine MAX 11 – 15: Extreme Logan, Chapter 1 – 5, 2013/2014)

Jason Starr in der Kriminalakte

 


Neue Bildergeschichten von Jason Starr und Denise Mina: „Wolverine MAX: Logan Extreme“ und „Stieg Larsson – Millenium: Verdammnis“

November 10, 2014

Mina - Stieg Larssons Verdammnis 1 - 2Starr - Wolverine MAX Logan Extrem - 2

Neben ihren Kriminalromanen schreiben Jason Starr und Denise Mina seit einiger Zeit auch Comics. Wobei Denise Mina im Moment den schwierigeren Part erwischt hat. Sie ist nämlich die Autorin der „Millenium“-Comics, die auf den drei Bestsellern von Stieg Larsson basieren, erfolgreich verfilmt wurden und enorm dickleibig sind. Zum Glück haben sie aber auch viel erzählerischen Ballast; Fett, das man umstandslos wegschneiden kann, ohne die Substanz der Geschichte zu gefährden.
„Verdammnis“, der zweite Roman von Stieg Larsson, bringt es auf 750 Seiten und er hat mir nicht gefallen. Die Verfilmung gefiel mir besser und Denise Minas Comic-Adaption liegt irgendwo dazwischen. Denn in dem ersten Band ihrer zweibändigen Comic-Adaption von „Verdamnis“ gibt es eigentlich nur Vorgeplänkel, das damit endet, dass die Polizei Lisbeth Salander als Mordverdächtige sucht. Sie soll Dag Svenson und Mia Johansson (Mia Bergmann im Roman und Film) getötet haben.
Bis dahin erfahren wir, dass Lisbeth, die beziehungsgestörte Computerhackerin das Land verlassen hatte, unter südlicher Sonne etwas erlebt, was für den Hauptplot vollkommen unwichtig ist, und jetzt wieder zurück in Stockholm ist. Zur gleichen Zeit ist der Womanizer-Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist für die Zeitschrift „Millenium“ mit dem Jungjournalisten Dag Svenson und dessen Freundin Mia Johansson an einer großen Story über osteuropäische Zwangsprostituierte und ihre Kunden in den höchsten Kreisen Schwedens dran.
Außerdem gibt es irgendwelche Verbrecher die Schandtaten planen, die hier noch nebulös sind. Wer aber den Roman gelesen oder den Film gesehen hat, weiß, was gespielt wird.
Denise Mina entfernt sich kaum von der Vorlage. Daher finden sich die Probleme des Romans auch in dem Comic, der sich wie ein spannungsfrei vor sich hin plätschernder Bericht aus dem Leben von Blomkvist und Salander liest, während man die ganze Zeit darauf wartet, dass die Geschichte, der Kriminalfall, erkennbar beginnt. Denn bei aller Sympathie für die Lage der Zwangsprostituierten, ist eine Zeitungsrecherche dazu, die sich vor allem darin erschöpft, die Fakten noch einmal zu überprüfen, nicht besonders spannend. Das gleiche gilt für eine sich unter südlicher Sonne aalende Lisbeth. Dafür endet der erste Comic-Band von „Verdamnis“ mit einem ordentlichem Cliffhanger und das Set-Up ist, wie wir aus dem Roman wissen, jetzt endlich abgeschlossen.
Im zweiten Band können unsere beiden Helden dann die Morde aufklären und die wahren Täter finden.
Der Erscheinungstermin vom zweiten „Verdamnis“-Band ist noch unklar.
Während Denise Mina bei ihrer Adaption von „Verdamnis“ in das Korsett von Stieg Larssons Roman gezwängt war, hatte Jason Starr bei seiner aus fünfzehn Heften bestehenden Wolverine-Geschichte, die jetzt mit dem dritten Sammelband „Logan Extrem“ endet, freie Hand, solange Wolverine ab und an seine Stahlkrallen ausfahren kann.
Nach einem Aufenthalt in Japan hatte Logan sein Gedächtnis verloren. In Los Angeles fand er einen Zettel, auf dem stand, dass er in Las Vegas die Antwort auf seine Fragen bekäme. Vor Las Vegas strandete er in einem Trailerpark, wo er als Extreme Fighter in Käfigen irgendwelche Muskelpakete verkloppt.
Eines Abends begegnet er Suzie (aka Li’l Rick aka Mother Night), einer Schönheit, die ihn hypnotisiert. Er soll Max Fisher umbringen. (Trotz der Namensgleichheit mit dem „Flop“-, „Crack“- und „Attica“-Protagonisten Max Fisher muss das hier ein anderer Max Fisher sein, der bei seiner Damenwahl ein ähnlich schlechtes Händchen hat.)
Als Logan kurz darauf in Las Vegas ist, erfährt er auch, wer ihm warum den Zettel zugesteckt hat. Und während dieser Teil von „Logan Extrem“ in Richtung klassischer Gangsterkrimi mit Casino-Mafiaboss und Mafia-Schlägern geht, ist der erste Teil des Comic-Buches ziemlich noir. Immerhin haben wir hier einen Protagonisten, der sein Gedächtnis verloren hat, nicht weiß, wem er vertrauen kann und der von einer Schönheit eiskalt ausgenutzt wird. Dass sie dann auch noch mit seinem eh schon matschigen Gedächtnis herumspielt, macht die Sache nur noch schlimmer für Logan.
Das dürfte Jason-Starr- und Wolverine-Fans gefallen.

Denise Mina/Leonardo Manco/Andrea Mutti/Antonio Fuso: Stieg Larsson Millenium: Verdamnis – Band 1
(übersetzt von Joachim Körber)
Panini Comics, 2014
140 Seiten
16,99 Euro

Originalausgabe
The Girl who played with Fire
Vertigo/DC Comics, 2014

Vorlage

Larsson - Verdammnis - Filmcover - 2Larsson - Verdammnis - 2
Stieg Larsson: Verdammnis
(übersetzt von Wibke Kuhn)
Heyne, 2007
768 Seiten
9,95 Euro

Originalausgabe
Flickan Som Lekte Med Eldem
Norstedts Förlag, Stockholm, 2006

Jason Starr/Felix Ruiz/Roland Boschi: Wolverine MAX: Logan Extrem
(übersetzt von Michael Strittmatter)
Panini Comics, 2014
116 Seiten
14,99 Euro

Originalausgabe
Wolverine MAX 11 – 15: Extreme Logan, Chapter 1 – 5
Marvel, November 2013 – März 2014

Zuletzt erschienen bzw. die neuesten Geschichten von Denise Mina und Jason Starr ohne Bilder und mit vielen Buchstaben:

Mina - Das Vergessen - 2

Der vierte Fall für Detective Inspector Alex Morrow: ein Waffenhändler verübt, während er in Untersuchungshaft sitzt, einen Mord. Die Beweise sind eindeutig: seine Fingerabdrücke sind am Tatort. Aber er kann dort unmöglich gewesen sein.
Die „Irish Times“ meinte, dass der Tartan Noir sogar den besten Werken von Ian Rankin Konkurrenz mache.

Denise Mina: Das Vergessen
(übersetzt von Heike Schlatterer)
Heyne, 2014
352 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
The Red Road
Orion, 2013

Starr - Dumm gelaufen - 2
Jason Starrs neuester Roman „Dumm gelaufen“ ist eigentlich ein ganz alter Roman, der in den USA bereits 2003 erschien, in Brooklyn spielt und ein echter Noir ist.
Mickey, der seinen Studienabschluss etwas verschoben hat, um seinen Vater zu pflegen, platziert auch für Angelo Sportwetten. Aber Angelo verliert ständig, der Buchmacher will sein Geld und Mickey sitzt in der Patsche. Da hilft, immerhin sind wir in einem Jason-Starr-Roman, auch der todsichere Plan von Mickeys Freund zur Geldbeschaffung nicht.
Seine neuesten Thriller „The Pack“ (2011) und „The Craving“ (2012), die zu einer Serie gehören, in dem Werwölfe in New York leben, sind noch nicht übersetzt und ich habe auch keine Ahnung wann und ob sie überhaupt übersetzt werden.

Jason Starr: Dumm gelaufen
(übersetzt von Hans M. Herzog)
Diogenes, 2012
288 Seiten
14,90 Euro
10,90 Euro (Taschenbuch, erschienen 2014)

Originalausgabe
Tough Luck
Vintage Crime/Black Lizard, 2003

Hinweise

Homepage von Denise Mina

Mullholland Books: Interview mit Denise Mina über “Verblendung” (12. November 2012)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch/Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikiepedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner) „Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One, 2012 )

Meine Besprechung von Denise Mina/Leanordo Manco/Andrea Muttis „Stieg Larsson- Millennium: Verblendung – Band 2“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book Two, 2013)

 

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs “Brooklyn Brothers” (Lights Out, 2006)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Wolverine MAX: Der Beschützer“ (Wolverine MAX – Volume Two, 2013)

Jason Starr in der Kriminalakte


Jason Starr erzählt „Wolverine: Der Beschützer“

Februar 26, 2014

Starr - Wolverine MAX Der Beschützer

Seit einigen Jahren schreibt Noir-Autor Jason Starr, dessen Romane bei Diogenes erscheinen und dessen umwerfend komische Zusammenarbeit mit Ken Bruen bei Rotbuch erschien, auch Comics. Unter anderem eine inzwischen auf fünfzehn Hefte angewachsene „Wolverine MAX“-Serie.

Mit „Der Beschützer“ liegt jetzt der zweite Sammelband dieser „Wolverine MAX“-Serie vor, der die weitgehend voneinander unabhängigen Geschichten „Der Beschützer“ und „Die lange Straße“ enthält.

In „Der Beschützer“ ist Logan, nachdem er in Japan alles verlor, in Los Angeles angekommen. Sein Gedächtnis hat er zwar immer noch nicht gefunden, aber dafür einen Hund, den er „Hund“ nennt. Gegenüber einer Strandschönheit erklärt er den Namen seines vierbeinigen Begleiters lakonisch mit: „Ich mag’s gern einfach.“

Einfach, aber etwas seltsam, ist dann auch ihr Auftrag. Er soll sie durch die Stadt fahren. Sie nennt sich Candance ‚Candy‘ Cassidy, was eine Lüge ist, und sie hat Ärger mit einem Pornofilmproduzenten. Logan fährt seine Krallen aus und mischt sich als Wolverine höchst blutig ein.

In „Die lange Straße“ ist er dann, nachdem er in seinem Schrottauto einen Zettel fand, der ihm in Las Vegas eine Antwort auf seine Fragen versprach, auf den Weg in die Glücksspielstadt. Auf dem Weg trifft er einen Mann, der ihn von früher kennt.

In dem bekannten „Wolverine“-Serienkorsett ist kein Platz für den typischen Jason-Starr-Protagonisten. Immerhin ist Wolverine ein ständig stinkiger, unsterblicher Mann mit einem überaus gutem Sensorium für Gefahren. Der normale Jason-Starr-Protagonist ist ein an seinen Ambitionen scheiternder Mann, der sich oft mit schlecht bezahlten Jobs, die unter seinem intellektuellem Niveau liegen, durchschlägt. Das ist dann doch zu Noir für eine „Wolverine“-Geschichte. Und das furiose, schwarzhumorige Rondell des Scheiterns, das Starr, zusammen mit Ken Bruen, in den drei Max-und-Angela-Geschichten abbrannte, passt auch nicht in den „Wolverine“-Kosmos.

Dennoch sind diese beiden „Wolverine“-Geschichten ziemlich düster geraten. Immerhin stolpert hier ein Mann ohne Gedächtnis durch eine Welt, die er nicht wirklich begreift. Einmal als Bodyguard, der getötet werden soll. Einmal als Reisender, der Menschen begegnet, die etwas von ihm wollen. Und anscheinend wissen alle mehr über ihn, als er über sich selbst. Auch das ist ziemlich noir – und nicht ohne eine gehörige Portion absurden Humor.

Dennoch ist „Der Beschützer“ eher etwas für die „Wolverine“- als für die Jason-Starr-Fans.

Oh, und wie ein Blick auf seine Homepage verrät: einige Verfilmungen sind auf einem sehr guten Weg. Ich bin gespannt.

Jason Starr (Autor)/Felix Ruiz (Zeichner)/Roland Boschi (Zeichner): Wolverine MAX: Der Beschützer (Maximum 56)

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Panini, 2014

116 Seiten

14,99 Euro

Originalausgabe

Wolverine MAX – Volume 2

Marvel, 2013

enthält

The Protector (Wolverine MAX 6 – 8)

Long Road (Wolverine MAX 9 – 10)

Hinweise

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Brooklyn Brothers“ (Lights Out, 2006)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Jason Starr in der Kriminalakte


Für Jason Starr sind „Brooklyn Brothers“ keine Brüder

Oktober 24, 2011

Mit fünfjähriger Verspätung erschien die deutsche Ausgabe von Jason Starrs „Lights Out“ und, soviel kann schon jetzt verraten werden, das Warten hat sich gelohnt. Denn nachdem Jason Starr in seinen letzten beiden Romanen „Stalking“ und „Panik“ sich mehr in mainstreamige Gefilde bewegte (sein neuester Roman „The Pack“ ist sogar ein Horrorroman) und er zusammen mit Ken Bruen in „Flop“, „Crack“ und „Attica“ hemmungslos abgedrehte Pulp-Noirs schrieb, ist „Brooklyn Brothers“, so der deutsche Titel, eine Rückkehr in die noirischen Gefilde, mit denen er bekannt wurde. Denn für Jake Thomas und Ryan Rossetti gibt es nur den Weg ins Verderben. Auch wenn dieser manchmal von fast aberwitzigen Zufällen, wie der Genuss von zu viel Alkohol in der falschen Bar, und dem ständigem und konsequentem Ausmalen der schlimmsten aller möglichen Konsequenzen gepflastert ist.

Jake Thomas und Ryan Rossetti sind zwar „Brooklyn Brothers“, aber obwohl sie in ihrer Jugend immer zusammen waren, auch gemeinsam Baseball spielten und von einer Profikarriere träumten, mögen sie sich nicht. Jake stieg dann zum allseits geachteten Baseball-Star auf. Dass er hinter seiner höflichen Fassade ein arrogantes, ichbezogenes Arschloch ist, wissen nur wenige. Und noch weniger Menschen wissen, dass er gerade vom Vater der vierzehnjährigen Marianna Fernandez erpresst wird. Jake hatte sie mindestens für eine Achtzehnjährige gehalten, sprang mit ihr ins Bett und, wenn das bekannt würde, wäre seine Karriere, inclusive der vielen Werbeverträge und der angedachten Hollywood-Karriere, vorbei.

Deshalb will er sich jetzt, während eines ruhigen Wochenendes in Brooklyn, mit seiner Highschoolliebe und Verlobten Christina Mercado, die er wegen seines Jet-Set-Lebens und seiner zahlreichen Affären bevorzugt links liegen lässt, versöhnen und die Hochzeit medienwirksam möglichst groß ankündigen.

Sie hat sich inzwischen allerdings in Ryan Rossetti verliebt. Der musste nach einem Unfall seine Profikarriere aufgeben. Jetzt arbeitet er als Maler und er ist ziemlich verärgert über den großen Empfang, der Jake bereitet wird. Denn eigentlich, so meint Ryan, sollte er der Baseball-Star sein.

Christina ist inzwischen zwar mit Ryan zusammen und sie will mit Jake auch Schluss machen, aber durch die Heirat hätte sie die Chance Canarsie zu verlassen und auch für ihren kränkelnden Vater wären die in der Zukunft exorbitant hohen Arztkosten gedeckt. Also versöhnt sie sich mit Jake.

Als Ryan von der geplanten Hochzeit erfährt, sieht er rot.

Bereits in den ersten Zeilen von „Brooklyn Brothers“ setzt Jason Starr den Ton für die folgenden 450 pechschwarzen Seiten. Und wenn dann noch der mehrfach Vorbestrafte Saiquan Harrington, der einen angeschossenen Freund rächen will, auftaucht, begibt Jason Starr sich mit „Brooklyn Brothers“ tief und äußerst gelungen in George-Pelecanos-Land. Denn Starr porträtiert in „Brooklyn Brothers“ nicht nur das kleinbürgerliche Leben in Canarsie, sondern auch das Leben der Afroamerikaner in der heruntergekommenen Breukelen-Siedlung.

Aber während bei George Pelecanos, der seine Geschichten in Washington, D. C., spielen lässt und der auch Drehbücher für die grandiose Polizeiserie „The Wire“ schrieb, die gesellschaftlichen Strukturen einen großen Einfluss auf die Taten seiner Protagonisten haben und es bei ihm immer auch die Möglichkeit einer zweiten Chance gibt, ist Jason Starr gnadenloser. Bei ihm sind Jake, Ryan, Christina und Saiquan von ziemlich eigennützigen Motiven angetrieben und, bis auf Saiquan, der immerhin, angetrieben von der Angst vor einem weiteren Gefängnisaufenthalt, den Versuch eines ehrlichen Lebens mit seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern unternahm, wollen sie sich auch überhaupt nicht ändern.

So führen Gier, Neid, Dummheit, Lügen und falsch verstandene Freundschaft zu einem tödlichem Wochenende in Canarsie.

Brooklyn Brothers“ ist eine weitere grandiose Verliererstudie von Noir-Autor Jason Starr.

Jason Starr: Brooklyn Brothers

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, Zürich, 2011

464 Seiten

10,90 Euro

Originalausgabe

Lights Out

Orion Books, London, 2006

Hinweise

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Jason Starr in der Kriminalakte

 

 


Ein Abend mit Ken Bruen und Jason Starr – Einige Abende mit Jason Starr

September 15, 2010

Mit „Attica“ beenden Ken Bruen und Jason Starr furios die Trilogie über die beiden Genies Max Fisher und Angela Petrakos. In „Flop“ versuchte er seine Frau ermorden zu lassen, um mit seiner großbusigen Sekretärin abzuhauen. Der Plan ging schief und in „Crack“ versuchten Max und Angela allein über die Runden zu kommen. Auch in „Attica“ gehen sie die meiste Zeit getrennte Wege. Denn Max Fisher sitzt in Attica und arbeitet sich, gut präpariert mit einigen Knastfilmen und Büchern, in der Knasthierarchie nach oben. Das gelingt ihm mit seinem angeborenen Talent, jede Situation konsequent falsch einzuschätzen und sich selbst, als Nabel der Welt, konsequent zu überschätzen. Seine ehemalige Sekretärin Angela Petrakos steckt dagegen in einer ausgewachsenen Midlife-Crisis (so nach der Art: „Ich bin dreißig, habe große Titten und mein Leben versaut.“) und gerät in Griechenland in eine wirklich üble Mordgeschichte, die sie über den Umweg griechischer Knast zurück in die USA verschlägt. Denn Max soll ihr helfen. Dass er im Knast sitzt, weiß sie allerdings nicht..

„Attica“ ist die konsequente, schwarzhumorig-durchgeknallte Fortsetzung von „Flop“ und „Crack“. Wieder garnieren Ken Bruen und Jason Starr die Story mit vielen Zitaten und Anspielungen, bevorzugt natürlich auf Noirs, Krimis und Kollegen. Das macht Spaß und bringt einen höchst kurzweilig durch einen verregneten Nachmittag. Bei all dem Wahnsinn und Chaos, das die beiden Herren anrichten, ist zu hoffen, dass sie sich bald für ein weiteres Gemeinschaftswerk zusammensetzen.

Bis dahin kann man, wenn man auf schwarzhumorige Noirs steht, mit Ken Bruens grandioser Jack-Taylor-Reihe trösten.

Denn Jason Starr hat sich in seinen Solowerken inzwischen vom Noir verabschiedet. Seine letzten Bücher haben über fünfhundert Seiten und sind deutlich mainstreamiger. „Panik“ hat über 560 Seiten und im Mittelpunkt steht keine gescheiterte Existenz, sondern der geachtete, glücklich verheiratete, knapp fünfzigjährige Psychologe und Vater Adam Bloom. Eines Abends dringen zwei Einbrecher in sein gut gesichertes Vorstadthaus ein. Er erschießt in Panik den einen. Der andere kann flüchten und er will sich an Adam Bloom rächen. Er macht sich an Blooms 22-jährige Tochter Marissa heran.

Schon in seinem vorherigen Roman „Stalking“ setzte Jason Starr weniger auf hohes Erzähltempo und überraschende Plotwendungen, als auf die genaue psychologische Zeichnung seiner Charaktere. In „Panik“ experimentiert er zunehmend mit wechselnden Perspektiven, die er nicht parallel, sondern hintereinander abarbeitet. So wird der Einbruch und das anschließende Verhör zuerst aus der Sicht des Vaters erzählt. Anschließend springt Starr zurück und erzählt diese Ereignisse aus der Sicht der Tochter.

Ken Bruen/Jason Starr: Attica

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2010

208 Seiten

9,95 Euro

Originalausgabe

The MAX

Hard Case Crime, 2008

Jason Starr: Panik

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, 2010

560 Seiten

11,90 Euro

Originalausgabe

Panic Attack

Minotaur Books, 2009

Ken Bruen & Jason Starr lesen

Donnerstag, 16. September, 22.00 Uhr

Admiralspalast, Studio 101 (Friedrichstr. 101, Berlin)

LATE-NIGHT LESUNG präsentiert von Radio eins

Ken Bruen und Jason Starr »Attica«

Moderation: Knut Elstermann

Lesung deutscher Text: David Nathan (deutsche. Stimme von Johnny Depp)

Kartenreservierung unter der Telefonnummer: 47997499 und an allen bekannten VVK-Stellen

Jason Starr liest allein

Hamburg, 15. September 2010, 20.00 Uhr

Berlin, 17. September 2010, 20.00 Uhr, Dorotheenstädtische Buchhandlung (Turmstraße 5)

Unna, 18. September 2010, 19.30 Uhr

Dortmund, 19. September 2010, 18.00 Uhr

Gütersloh, 20. September 2010, 20.00 Uhr

Stuttgart, 21. September 2010, 20.00 Uhr

(alle weiteren Infos bei Diogenes)

Nachtrag (16. September): Da sind mir doch tatsächlich einige Termine durch die Lappen gegangen (Tja, der Horizont eines echten Berliners endet an der Mauer, äh, an der Staadtgrenze):

Freitag, 17. September:

Ken Bruen solo in Bremen bei der Kriminacht

Samstag, 18. September

Ken Bruen und Jason Starr zusammen in Unna,

Crime Night, Eröffnungsgala des Krimifestivals „Mord am Hellweg“

Sonntag, 19. September

Ken Bruen und Jason Starr in Dortmund als „Blutiges Doppel“

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Homepage von Jason Starr

Meine Besprechung der von Ken Bruen geschriebenen Jack-Taylor-Reihe

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)


Jason Starr stalkt solo

Juli 8, 2009

Starr - Stalking

Zuletzt sorgte Jason Starr zusammen mit Ken Bruen (auf den ersten Blick kein perfektes Paar, aber sie scheinen sich bei einer Tour durch New York gut verstanden zu haben) in den sehr schwarzhumorigen Krimis „Flop“ (Bust, 2006), „Crack“ (Slide, 2007) und „The Max“ (2009) für schallendes Gelächter, wenn ihre Charaktere zielsicher von einem Malheur ins nächste stolperten und ihre großartigen Pläne sich rasant in Luft auflösten.

Stalking“ hat Jason Starr wieder, wie die meisten seiner Romane, alleine geschrieben und es liest sich wie die Antithese zu den Bruen/Starr-Romanen. Nur bei den Polizisten John Himoto (dem erfolglosesten Detective des Reviers) und Nick Barasco (dem Detective mit der überragenden Aufklärungsquote und dem grandios aufgeblasenem Ego) und in einigen Nebenbemerkungen taucht der aus den Gemeinschaftswerken bekannte schwarze Humor auf. Denn „Stalking“ erzählt ohne große Schnörkel eine klassische Geschichte.

Peter Wells hat sich, nachdem er im Internet ein Bild von ihr gesehen hat, in den Schwarm seiner Jugend verliebt und er zieht wegen ihr nach New York. Dort errichtet er für sie eine gemeinsame noble Wohnung und nimmt, um sie zufällig zu treffen, einen schlecht bezahlten Job in einem Sportstudio an. Gleich beim ersten Mal spricht er sie an und Katie Porter findet ihn auch ganz nett. Er ist Ende Zwanzig, durchtrainiert, aber kein tumber Muskelprotz. Und die langen Haare sind auch ab.

Sie kommt wie er vom platten Land, ist erst seit kurzen in New York, wird von ihrem Chef angemacht und fühlt sich in der anonymen Großstadt einsam. Außerdem hat sie Probleme mit ihrem Freund Andy Barnett, der hinter ihrem Rücken jede gutaussehende Frau anbaggert. Ihr erster Sex verlief für beide nicht toll. Er hält sie für ein steifes Brett. Sie ihn für einen Quasi-Vergewaltiger, der nicht auf ihre Wünsche achtet.

Als er in den nächsten Tagen liebevoll um sie wirbt, will sie vorläufig mit Andy zusammen bleiben. Wells beobachtet das verliebte Paar und bringt, denn niemand darf die von ihm ausfantasierte Liebesidylle stören, den Konkurrenten um.

Später, nach dem Abschluss eines romantischen Abends, zeigt er ihr die von ihm eingerichtete Wohnung und hält um ihre Hand an. Katie ist von seinem Antrag, was keine große Überraschung für uns ist, schockiert. Schließlich schreibt Jason Starr keine Schmonzetten, sondern Noirs. Auch wenn der Noir dieses Mal sehr soft und fast schon mainstreamig daherkommt. Ebenfalls keine Überraschung ist, dass der liebestolle Peter Wells sich von ihrem „Nein“ in seinem Begehren nicht abhalten lässt. Spätestens jetzt gerät alles außer Kontrolle.

Die wenigen Überraschungen im Plot macht Jason Starr allerdings mit seinen gelungen Perspektivenwechsel und pointierten Charakterisierungen wett. So wird erst langsam deutlich, wie verrückt Peter Wells ist. Er ist nicht der nette Junge von nebenan, sondern der Stalker, der glaubt, dass sich jede Frau, wenn er es will, in ihn verlieben muss und dass das Leben ein schmalziger Liebesfilm ist. Aber Andy und seine sexfixierten WG-Genossen sind auch keine Zierde für das männlich Geschlecht. Und Katie ist das kleine, ängstliche Mädchen, das man beschützend in den Arm nehmen möchte. Jason Starr gelingt es, dass wir trotzdem mit ihnen allen in unterschiedlichen Graden sympathisieren und mitleiden.

Eine feine Lektüre.

Jason Starr: Stalking

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, 2009

528 Seiten

11,90 Euro

Originalausgabe

The Follower

Orion Books, 2007

Hinweise

Homepage von Jason Starr

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)


Kleinkram: Jason Starr schreibt, Dave Gibbons antwortet, Paul Laverty auch, ein Text über Chester Himes, einer über die „Tannöd“-Verfilmung und die Dezember-„Krimi-Couch“

Dezember 4, 2008

Jason Starr gastbloggte die vergangenen Tage bei The Rap Sheet über die Taschenbuchausgabe von „The Follower“ (deutscher Erscheinungstermin noch unklar), Buch-Trailer (mit zwei schönen Beispielen, vor allem zu seinem Buch), den Beginn der Dreharbeiten zu dem auf seiner Kurzgeschichte „The Bully“ basierendem Film, seine erste Graphic Novel „The Chill“ bei dem DC-Imprint Vertigo Crime (Ian Rankin schreibt dafür auch eine Geschichte) und am Ende bedankt er sich höflich.

I think that some of the best crime-writing being done right now can be found in comics. Writers such as Brian Azzarello, Ed Brubaker, Greg Rucka, and Brian Wood have been doing amazing work for years.

Dave Gibbons, „the Artist behind WATCHMEN“, beantwortet bei Tor einige Fragen. Kinogänger haben den vielversprechenden Watchmen-Trailer (dafür sind Trailer ja da) wahrscheinlich bereits genossen.

In der taz beantwortet Paul Laverty, der Drehbuchautor von „It’s a Free World“ und zalreichen weiteren Ken-Loach-Filmen, einige Fragen.

Michael A. Gonzales schreibt im Noirzine über Chester Himes.

In der Netzeitung gibt es eine dpa-Artikel über die „Tannöd“-Verfilmung.

Und die Dezember-Ausgabe der Krimi-Couch ist online; mit Ian Rankins „Ein Rest von Schuld“, John le Carrés „Marionetten“ und einigen weiteren Kapitalverbrechen. Gut, dass „Der blaue Hammer“ greifbar ist.


„Old Man Logan“ fürchtet „Maestros Rache“ und entdeckt den „Mond über Madripoor“

Februar 8, 2019

Ich heiße Logan. Bin ein Mutant. Ich war vieles in meinem Leben. Söldner. X-Man. Mörder. Irregeleitet tötete ich all meine Freunde. Aber die Schuld gab ich mir. Also ging ich fort. Schwor, meine Krallen nie mehr zu zücken. Mit der Zeit zerfiel die Welt. Schließlich fand ich in der Einöde ein Zuhause.

Aber dann geschah etwas…Ich erwachte in einer anderen Welt. Einer anderen Vergangenheit. Das war meine Chance. Zu kämpfen. Um so viele zu Retten, wie nur möglich“, fasst Logan auf den ersten Seiten von „Mond über Madripoor“, dem siebten Sammelband der „Old Man Logan“-Serie, die Prämisse dieser Marvel-Comicserie zusammen.

Die ersten Hefte wurden von Jeff Lemire geschrieben. Mit Heft 25 (bzw. Sammelband 6) hat Ed Brisson die Autorenschaft übernommen. Seitdem sind die Geschichten schlüssiger. Bei Lemire waren die Geschichten eher Skizzen und Situationen, die sich aus Logans früheren Erlebnissen und seinem Versuch in der jetzt aktuellen Welt, als alter Mann mit eingeschränkten Regenerationskräften, den Menschen zu helfen, denen er in der anderen Welt Leid zufügte, sie tötete oder für ihren Tod verantwortlich war. Es sind Geschichten, die erst nach der Lektüre der letzten Seite verständlich sind. Es sind auch Geschichten, die zwischen den verschiedenen Welten, Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hin und her springen. Stammzeichnerin Andrea Sorrentino verstärkte das ihn ihren Zeichnungen das Gefühl, im Kopf von Logan zu sein. Zeichner Mike Deodato Jr., der mit Ed Brisson „Old Man Logan“ übernahm, hat einen deutlich konventionelleren Stil. Das sieht man schon im sechsten „Old Man Logan“-Sammelband „Maestros Rache“.

In der Einöde regierte der Hulk und seine kriminelle Sippe im Stil eines alten Landlords. In der neuen Welt, in der Old Man Logan lebt (laut Marvel ist es die Erde-616), hat Logan wieder Ärger mit der Hulk-Sippe. Sie wollen sich an ihm rächen, weil er ihr Familienoberhaupt Bruce Banner tötete. Außerdem haben sie einige Atomwaffen aus einem Militärbunker im Yukon-Territorium gestohlen.

In „Mond über Madripoor“ reist Logan nach Japan. In Tokio trifft er auf einige Straßenschläger, die dank der Droge Regenix atemberaubend schnell regenerieren. Logan gerät in einen Kampf zwischen Tomi Shishido, aka Gordon, dem Anführer des mystischen und verbrecherischen Ninja-Ordens Die Hand, und Shingen ‚Shin‘ Harada, aka Silver Samurai, dem Repräsentant der Yashida Corporation, die Regenix als Arzneimittel erfunden hat.

Und er trifft Scarlett Samurai, die er von früher kennt und die jetzt unter dem Einfluss von Shishido steht.

In beiden Sammelbänden erzählt Ed Brisson eher konventionelle Geschichten, in denen Old Man Logan wieder gegen alte Gegner antritt und er seine Krallen oft und exzessiv gebrauchen kann.

Ed Brisson/Mike Deodato Jr.: Old Man Logan: Maestros Rache (Band 6)

(übersetzt von Jürge Petz)

Panini Comics, 2018

132 Seiten

15,99 Euro

enthält

Tage des Zorns, Teil 1 – 6 (Days of Anger, Part 1 – 6, Old Man Logan [2016] # 25 – 30, August 2017 – Januar 2018)

Ed Brisson/Mike Deodato Jr.: Old Man Logan: Mond über Madripoor (Band 7)

(übersetzt von Jürgen Petz)

Panini Comics, 2018

116 Seiten

13,99 Euro

enthält

Scarlett Samurai: Teil 1 – 3 (Scarlett Samurai, Part 1 – 3, Old Man Logan [2016] # 31 – 33, Januar – März 2018)

Mond über Madripoor, Teil 1 – 2 (Moon over Madripoor, Part 1 – 2, Old Man Logan [2016], # 34 – 35, März – April 2018)

Hinweise

Wikipedia über Old Man Logan

Meine Besprechung von Jason Starrs „Wolverine MAX: Der Beschützer“ (Wolverine MAX – Volume Two, 2013)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Wolverine MAX: : Logan Extrem“ (Wolverine MAX 11 – 15: Extreme Logan, Chapter 1 – 5, 2013/2014)

Meine Besprechung von Mark Millar (Autor)/Steve McNivens (Zeichner) „Wolverine: Old Man Logan“ (Old Man Logan, 2008/2009)

Meine Besprechung von James Mangolds “Wolverine – Weg des Kriegers” (The Wolverine, USA 2013)

Meine Besprechung von James Mangolds „Logan – The Wolverine“ (Logan, USA 2017)


TV-Tipp für den 20. Oktober: London Boulevard

Oktober 20, 2017

3Sat, 22.25
London Boulevard (London Boulevard, USA/GB 2010)
Regie: William Monahan
Drehbuch: William Monahan
LV: Ken Bruen: London Boulevard, 2001 (London Boulevard)
Ex-Knacki Mitchel will jetzt ehrlich leben, wird Bodyguard einer berühmten Schauspielerin und hat dann doch mächtig Ärger mit einem Gangster.
Ken Bruen!
William Monahan!
Colin Farrell!
Keira Knightley!
Ray Winstone!
Und dann sind noch David Thewlis, Eddie Marsan und London dabei.
Die Begründung meiner offensichtlichen und schamlosen Begeisterung gibt es hier.
mit Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Anna Friel, Ben Chaplin, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibon

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „London Boulevard“

Rotten Tomatoes über „London Boulevard“

Wikipedia über „London Boulevard“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit William Monahan (das Erste, das Zweite) und mit William Monahan und Colin Farrell zu “London Boulevard”

Homepage von Ken Bruen

Mein Besprechung von Ken Bruens „Brant“ (Blitz – or… Brant hits the Blues, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans “Tower” (Tower, 2009)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte

Ken Bruen in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Rupert Wyatts „The Gambler“ (The Gambler, USA 2014 – nach einem Drehbuch von William Monahan)


„Brant“ jagt einen Polizistenmörder

Mai 31, 2017

In London fragt ein Mann per Anruf in einer Boulevardzeitung, wie viele Polizisten er ermorden soll. Das könnte ein geschmackloser Scherz sein, wenn er nicht schon einmal zugeschlagen hätte und dieser Mord der Auftakt einer Serie von insgesamt acht Polizistenmorden sein soll.

Detective Sergeant Brant und seine Kollegen von der South East London Police Squad machen sich auf die Jagd nach dem Polizistenmörder.

Brant“ ist der bekannteste Brant-Roman von Ken Bruen. Denn er wurde 2011 von Elliott Lester mit Jason Statham verfilmt. Für einen Kinostart von „Blitz“ in Deutschland reichte es dann doch nicht – düstere Cop-Dramen laufen bei uns halt nicht im Kino -, aber auf DVD erschien der Film, er ist gut erhältlich und läuft auch ziemlich regelmäßig im TV.

Der Roman ist der vierte von sieben Brant-Romanen, die Ken Bruen zwischen 1998 und 2007 schrieb und die seit letztem Jahr in nicht chronologischer Reihenfolge bei polar erscheinen. Das mindert etwas das Lesevergnügen, denn die Charaktere und ihre Beziehungen entwickeln sich von Roman zu Roman weiter und Bruen spielt immer wieder auf Ereignisse aus den vorherigen Romanen an, während er die Handlung immer weiter verknappt. Das gilt für die Haupt- und Nebenhandlungen. Immerhin sind die Brant-Romane Polizeikriminalromane, die sich auf der formalen Ebene an Ed McBains langlebigen, das Genre prägenden Serie über das 87. Polizeirevier orientieren. Bruen unterläuft allerdings die Konventionen des Polizeiromans mit viel Schwarzem Humor, literarischen Anspielungen und einer invertierten Moral. Bei Bruen gibt keine guten Bobbys, sondern nur verschieden schlechte Cops, die alle mehr oder weniger die Arbeit erledigt bekommen. Unter fröhlicher Missachtung der Dienstvorschrift und jedes zivilisierten Verhaltenskodex. Der schlimmste von ihnen ist Brant und in „Brant“ legt er auf den ersten Seiten auch gleich mächtig los. Beim Polizeipsychiater raucht er (entgegen der Verbotsschilder), verpasst ihm eine Kopfnuss, zwingt ihn zum Glenfiddich-Trinken und schwärzt ihn bei den internen Ermittlern als Trinker an. Das geschieht alles auf den ersten fünf Seiten des Romans und, wie auch auf den ersten Seiten seines ersten Jack-Taylor-Privatdetektivromans „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards) (auch verfilmt), weiß man nach diesem Auftakt, ob man für das Buch geeignet ist oder doch lieber einen lauschigen Häkelstrickkrimi mit honorigen Polizisten und Mördern liest.

Ken Bruen: Brant

(übersetzt von Len Wanner)

polar Verlag, 2017

256 Seiten

16 Euro

Originalausgabe

Blitz – or… Brant hits the Blues

Do Not Press, 2002

Verfilmung

Blitz – Cop-Killer vs. Killer-Cop (Blitz, Großbritannien 2011)

Regie: Elliott Lester

Drehbuch: Nathan Parker

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, Zawe Ashton, David Morrissey, Ned Dennehy, Mark Rylance, Luke Evans

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans “Tower” (Tower, 2009)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. Juli: Jack Taylor: Der Ex-Bulle

Juli 4, 2016

ZDFneo, 23.15

Jack Taylor: Der Ex-Bulle (Irland 2010, Regie: Stewart Orme)

Drehbuch: Tom Collins, Anne McCabe, Ralph Christians

LV: Ken Bruen: The Guards, 2001 (Jack Taylor fliegt raus)

Galway, Irland: Nachdem Jack Taylor wegen eines gezielten Fausthiebs aus der Polizei fliegt, beginnt er als Detektiv zu arbeiten. Obwohl es in Irland keine Privatdetektive gibt. Jetzt soll er Anne Hendersons verschwundene Tochter suchen – und er wühlt dabei, wenn er nicht gerade trinkt oder zusammengeschlagen wird – ziemlich viel Schmutz auf.

Jack Taylor ist der bekannteste Charakter von Noir-Autor Ken Bruen. Die grandiosen Bücher bestechen vor allem durch Ken Bruens lyrische Sprache, die sich kaum übersetzen lässt. Die Plots sind dagegen eher krude und nebensächlich. Immerhin ist Taylor der erfolgloseste Privatdetektiv, den es gibt und er löst seine Fälle eher zufällig und trotz seiner Ermittlungen.

„The Guards“ war für den Edgar- und Macavity-Preis nominiert und erhielt den Shamus-Preis als bester Roman.

Der erste Jack-Taylor-Film bietet zwar etliche Jack-Taylor-Weisheiten, die bekannten Privatdetektiv-Klischees (die im Buch nicht so sehr auffallen) und ist insgesamt eher fahrig inszeniert. Also eine durchaus zwiespältige Angelegenheit, die nicht die Qualität der Vorlage erreicht, aber mit Iain Glen einen überzeugend kaputten Jack Taylor hat.

Mit Iain Glen, Nora-Jane Noone, Ralph Brown, Tara Breathnach, Frank O’Sullivan

Hinweise

Homepage zur TV-Serie

ZDF über Jack Taylor (und, unschöner, hier)

Wikipedia über die Jack-Taylor-Filme

Thrilling Detective über Jack Taylor

Deutschsprachige Ken-Bruen-Seite (Atrium-Verlag)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans “Tower” (Tower, 2009)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Juni: Blitz

Juni 3, 2016

Pro7, 22.25

Blitz (Großbritannien 2011, Regie: Elliott Lester)

Drehbuch: Nathan Parker

LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002

London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.

Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Von seinen sieben „Inspector Brant“-Romane sind inzwischen, endlich!, zwei Romane auf Deutsch veröffentlicht und in der Kriminalakte gebührend abgefeiert worden.

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans

Wiederholung: Sonntag, 5. Juni, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blitz“

Wikipedia über „Blitz“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Füchsin“ (Vixen, 2003)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Detective Sergeant Brant und die „Füchsin“

Mai 18, 2016

Bruen - Füchsin - 2

Wer seine Kriminalromane gerne schön heimelig, gerne mit etwas Schmunzelhumor, hat, für den ist „Füchsin“ ungefähr so genießbar wie ein mit Tabasco kräftig gewürztes, angebranntes Gericht. Spätestens nach einer Seite, wird er den Roman von Ken Bruen entsetzt weglegen.

Der Roman beginnt mit einem Erpresseranruf bei der Polizei. Noch während der Erpresser vor der Bombe warnt, explodiert sie. In der Toilette des Paradise Cinema, während der Vorführung eines Tom-Cruise-Films. Der Erpresser fordert bis zum nächsten Tag dreihunderttausend Pfund. Sonst explodiert die nächste Bombe.

Und dann stellt Ken Bruen, bevor die Londoner Polizisten mit ihrer Arbeit beginnen, in seinem fünften Brant-Roman schnell das Personal des Polizeireviers und einige ihrer Taten vor, die in den vorherigen, bislang nicht ins Deutsche übersetzten Romanen geschildert wurden. Es sind Detective Sergeant Brant, „das tiefschwarze Schaf Südost-Londons. Verbrecher und Cops waren in Furcht vor ihm vereint. (…) Der Unfalltod des Clapham-Vergewaltigers wurde ihm zugeschrieben.“ Aufgrund seiner rabiaten Methoden, die Dirty Harry wie ein Weichei erscheinen lassen, soll er sich aus dem Fall heraushalten. Was selbstverständlich nicht funktioniert.

Eine seiner Kollegen ist Woman Police Constable Falls, eine Schwarze, „der feuchte Traum des Reviers (…) Trotz ihres hübschen Gesichts und der guten Figur mieden die Jungs sie. Es ging das Gerücht um, sie hätte möglicherweise einen Polizistenmörder umgebracht.“

Dann gibt es noch Detective Inspector Porter Nash, der in diesem Fall nicht als Mörder in Betracht kommt, weil er „in Kensington persönliche Rache an einem Pädophilen genommen hatte.“

Und das sind nur einige der Gesetzeshüter, denen man nicht unbedingt, egal zu welcher Uhrzeit, begegnen möchte.

Der Bombenanschläge werden von der achtundzwanzigjährigen Angie James, die gerade mit zwei kleinkriminellen Brüdern zusammen ist, orchestriert. Angie „war ernsthaft gestört. (…) Ihr Radar nahm nur auf, ob sie sich gut oder betrogen fühlte. (…) Der Versuch, ihre Familie abzufackeln, hatte ihr als Teenager zwei Jahre in der Klapse eingebracht. Die besten zwei Jahre ihres Lebens, denn dort hatte sie gelernt, durch Sex Macht auszuüben. Eine atemberaubende Fähigkeit.“

Und ebenso atemberaubend schnell mit grotesken Verwicklungen zwischen verschiedenen Handlungssträngen wechselnd, erzählt Ken Bruen in seiner bekannt knappen Prosa seine Geschichte. In den Brant-Romanen kondensiert er dabei die einzelnen Plots auf ihr nacktes Handlungsgerüst und die Pointen. Das liest sich wie die Readers-Digest-Version von Ed McBains „87. Polizeirevier“, bereinigt um alle Vorstellungen von ehrlichen und uneigennützigen Polizisten. Wie auch in seinen anderen Romanen braucht Ken Bruen nicht viele Seiten, um seine Geschichte zu erzählen. Auf Seite 173 ist der schwarzhumorige Alptraum vorbei und Angie fragt: „Und, hast du noch mehr perfekte Verbrechen auf Lager?“

Ken Bruen: Füchsin

(übersetzt von Karen Witthuhn)

Polar, 2016

182 Seiten

12,90 Euro

Originalausgabe

Vixen

The Do Not Press, 2003

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans „Tower“ (Tower, 2009)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 15. Dezember: Jack Taylor: Der Ex-Bulle

Dezember 15, 2015

ZDFneo, 23.15

Jack Taylor: Der Ex-Bulle (Irland 2010, Regie: Stewart Orme)

Drehbuch: Tom Collins, Anne McCabe, Ralph Christians

LV: Ken Bruen: The Guards, 2001 (Jack Taylor fliegt raus)

Galway, Irland: Nachdem Jack Taylor wegen eines gezielten Fausthiebs aus der Polizei fliegt, beginnt er als Detektiv zu arbeiten. Obwohl es in Irland keine Privatdetektive gibt. Jetzt soll er Anne Hendersons verschwundene Tochter suchen – und er wühlt dabei, wenn er nicht gerade trinkt oder zusammengeschlagen wird – ziemlich viel Schmutz auf.

Jack Taylor ist der bekannteste Charakter von Noir-Autor Ken Bruen. Die grandiosen Bücher bestechen vor allem durch Ken Bruens lyrische Sprache, die sich kaum übersetzen lässt. Die Plots sind dagegen eher krude und nebensächlich. Immerhin ist Taylor der erfolgloseste Privatdetektiv, den es gibt und er löst seine Fälle eher zufällig und trotz seiner Ermittlungen.

„The Guards“ war für den Edgar- und Macavity-Preis nominiert und erhielt den Shamus-Preis als bester Roman.

Der erste Jack-Taylor-Film bietet zwar etliche Jack-Taylor-Weisheiten, die bekannten Privatdetektiv-Klischees (die im Buch nicht so sehr auffallen) und ist insgesamt eher fahrig inszeniert. Also eine durchaus zwiespältige Angelegenheit, die nicht die Qualität der Vorlage erreicht, aber mit Iain Glen einen überzeugend kaputten Jack Taylor hat.

Mit Iain Glen, Nora-Jane Noone, Ralph Brown, Tara Breathnach, Frank O’Sullivan

Hinweise

Homepage zur TV-Serie

ZDF über Jack Taylor (und, unschöner, hier)

Wikipedia über die Jack-Taylor-Filme

Thrilling Detective über Jack Taylor

Deutschsprachige Ken-Bruen-Seite (Atrium-Verlag)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans “Tower” (Tower, 2009)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Kaliber“ (Calibre, 2006)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Ken Bruen, Inspector Brant, „Kaliber“ und die Sache mit den Manieren

Juli 28, 2015

Über seinen Privatdetektiv Jack Taylor sagte Ken Bruen, die Fälle würden nicht wegen, sondern trotz ihm gelöst. Das gleiche hätte er über die Romane mit Inspector Brant, einer aus sieben, zwischen 1998 und 2007 erschienenen Romanen bestehende Serie von in London spielenden Polizeiromanen, sagen können. Denn Brant und seine Kollegen lösen die Fälle auch nicht aufgrund guter Polizeiarbeit. Die meiste Zeit sind sie mit Drogen, Alkohol, persönlichen Problemen und internen Feindseligkeiten beschäftigt, während die Ermittlungen sich meist als eine persönliche Vendetta gestalten, in der Recht und Gesetz manchmal benutzte Leitplanken sind, um ihre Aggressionen abzubauen. Das ist zwar formal immer noch von Ed McBain und seiner Serie um das 87. Polizeirevier beeinflusst, aber bei Ken Bruen liest sich das wie McBain auf Speed und mit einer Punkattitüde.
Jetzt, nachdem seine bekanntere Serie mit dem Galway-Privatdetektiv Jack Taylor seit einigen Jahren kontinuierlich übersetzt wird (wobei die Übersetzungen von Harry Rowohlt nicht unumstritten sind), und die Brant-Verfilmung „Blitz“ (mit Jason Statham) regelmäßig im Fernsehen läuft und auf DVD gut erhältlich ist, hat der Polar-Verlag einen ersten Brant-Roman veröffentlicht. Mit „Kaliber“ ist es der sechste Brant-Roman, in dem ein selbsternannter Manierenkiller die Londoner zu einem höflicheren Umgang miteinander erziehen will. Deshalb wendet er sich mit seiner Mission an die Öffentlichkeit. Er hat allerdings nicht mit Southeast-Sergeant Brant gerechnet. Der bittet eine Kollegin, der er vor kurzem geholfen hat (es war natürlich ein nicht ganz legaler Gefallen), darum, sich in der Öffentlichkeit möglichst unhöflich zu Benehmen. Sein ebenso einfacher wie bestechender Plan sieht vor, dass der Manierenkiller auf den Lockvogel hereinfällt und er ihn dann umbringen kann.
Daneben versucht Brant sich jetzt als Krimiautor. Sein Vorbild ist Ed McBain, von dem er alle Bücher hat. Seine Muse ist ein Kollege, den er unter Drogen setzt. Der Manierenkiller nennt sich – Ken Bruen geizt nie mit literarischen Verweisen – Ford. Nach Lou Ford, dem Ich-Erzähler in Jim Thompsons Noir-Klassiker „Der Mörder in mir“ (The Killer inside me, 1952 – Lesebefehl!). Aber er liest auch, wie er in seinem Tagebuch schreibt, die Herren Charles Willeford und Cornell Woolrich.
Langjährige Ken-Bruen-Fans werden „Kaliber“, wie seine anderen Romane an einem Abend lesen. Bruen verknappt seine Erzählung – in seinen Polizeiromanen jongliert er mit mehreren parallelen Plots – so sehr, dass fast nur noch die Pointe, die präzise Beobachtung, die sarkastische Bemerkung und die düstere, gegen alles und jeden austeilende Weltsicht übrigbleibt. Das verlangt einen aufmerksamen Leser, macht Spaß und steht in der Tradition von G. F. Newmans zwischen 1970 und 1974 im Original publizierter Bastard-Trilogie über den skrupellosen Scotland-Yard-Inspector Terry Sneed, der für seinen Aufstieg in einem korrupten System über Leichen geht und jede Dienstregel bricht. Diese umfassende Entmystifizierung des edlen britischen Polizisten erschienen erst in den Achtzigern auf Deusch bei Ullstein. James Ellroy ist ein aktuellerer und bekannterer Einfluss. Aber gegenüber Bruen erscheint Ellroy als verquast pompöser Erzähler. Während Ellroy hunderte Seiten braucht, um die Polizisten als Schweine zu zeigen, genügen Bruen – großzügig gelayoutet – knapp zweihundert Seiten um seine korrupten, rassistischen, homophoben und frauenfeindliche Beamte auf das Podest zu heben sie, die selbst all das sind, was sie ablehnen, herunterstoßen. Zum Vorbild taugt keiner und im wirklichen Leben möchte man ihnen auch nicht begegnen. Aber für einen Noir sind sie grandioser Stoff.
Uh, und noch eine erfreuliche Meldung: Max Fisher und Angela Petrakos erleben weitere Abenteuer. Ken Bruen und Jason Starr haben einen weiteren Noir mit ihnen geschrieben. „Pimp“ ist für März 2016 bei Hard Case Crime angekündigt. Wann und ob die deutsche Übersetzung erscheint ist unklar.

Bruen - Kaliber

Ken Bruen: Kaliber
(übersetzt von Karen Witthuhn)
Polar, 2015
184 Seiten
12,90 Euro

Originalausgabe
Calibre
St. Martin’s Minotaur, 2006

Die Inspector-Brant-Ermittlungen
1. A White Arrest (1998)
2. Taming the Alien (1999)
3. The McDead (2000)
4. Blitz: or Brant Hits the Blues (2002)
5. Vixen (2003)
6. Calibre (2006)
7. Ammunition (2007)

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von Ken Bruen/Reed Farrel Colemans „Tower“ (Tower, 2009)

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Im Verhörzimmer: Rebecca Cantrell, wegen dreier gemeinsamer Delikte mit James Rollins

Juli 6, 2015

Rebecca Cantrell

In jedem Schreibratgeber gibt es ein Kapitel, das ausführlich beschreibt, warum Autoren ihre Bücher nicht mit einem anderen Autor zusammen schreiben sollen. Und dann gibt es einige Beispiele, in denen Autoren das tun. Teilweise über viele Jahre und Jahrzehnte. Ich sage nur Ellery Queen (eigentlich Frederick Dannay und Manfred Bennington Lee), Maj Sjöwall/Per Wahlöö, Douglas Preston/Lincoln Child, Nicci French (eigentlich Nicci Gerrard und Sean French) und James Patterson hat die Ko-Autorenschaft zu einem Geschäftsmodell erhoben. Ken Bruen und Jason Starr schrieben zusammen drei Romane und in einem Interview sagte Bruen mir, dass ihm eine Co-Autorenschaft gefalle, weil er dann nur einen halben Roman schreiben müsse.
Die International Thriller Writers veröffentlichten letztes Jahr einen Sammelband mit Kurzgeschichten, die immer von zwei Thriller-Autoren geschrieben waren. Einer von ihnen war James Rollins, der dafür zusammen mit Steve Berry eine Kurzgeschichte schrieb. Aber eine Kurzgeschichte umfasst nur wenige Seiten. Ein Roman schon mehr. Eine Trilogie noch mehr und eine Abenteuerthriller-Trilogie schafft es leicht auf gut zweitausend Seiten. Ungefähr so viele Seiten schrieb James Rollins mit Rebecca Cantrell, die derzeit in Berlin lebt und unter ihrem Namen schon einige Bücher veröffentlichte. Aber dazu später mehr.
Wenden wir uns erst ihren zusammen mit James Rollins geschriebenen Romanen „Das Evangelium des Blutes“ (The Blood Gospel, 2012), „Das Blut des Verräters“. (Innocent Blood – The Blood Gospel 02, 2014; deutsche Ausgabe erscheint Ende Juli) und „Blood Infernal“ (2015) zu.
In ihnen kämpfen die Archäologin Erin Granger, der US-Soldat Jordan Stone und Pater Rhun Korza, ein Sanguinarier (ein Vampir, der wegen seines Glaubens auf die übliche Vampirnahrung verzichtet), gegen dunkle Mächte, die in „Das Evangelium des Blutes“ das von Jesus Christus mit seinem Blut geschriebene und deshalb besonders mächtige Evangelium wollen. In den falschen Händen kann seine Macht für schlimme Dinge benutzt werden. In „Das Blut des Verräters“ geht es um die Seele eines Kindes und die drohende Apokalypse.
Vor der Apokalypse wurde Frau Cantrell ins Verhörzimmer gebeten.

Was war die Grundidee für „Das Evangelium des Blutes“ und die beiden Folgeromane?

James Rollins sah im Los Angeles County Museum of Art Rembrandts Gemälde „Auferweckung des Lazarus“. Das atmosphärische Bild hat einen beunruhigenden Subtext – mit Ausdrücken von Furcht in den Gesichtern der Zuschauer und von Lazarus‘ Lippen tropfender Wein oder Blut. Da hatte er die Idee, das katholischen Ritual, bei dem während der Messe das Blut von Jesus Christus getrunken wird, mit einem anderen Ritual zu verbinden, in dem dieses heilige Blut verwenden wird, um Vampire vor der Verdammnis zu retten. Ausgehend von dieser Prämisse arbeiteten wir zusammen beim Erschaffen der Charaktere und der Welt in der sie Leben. Für „Innocent Blood“ und „Blood Infernal“ hatten wir einige Ideen, die auf dem basierten, was wir in „The Blood Gospel“ erschaffen hatten. Aber die Bücher entstanden ziemlich natürlich nacheinander.

In der „Blood Gospel“-Trilogie haben Sie eine reichhaltige Mythologie entworfen, die aus der Geschichte und dem Horrorgenre schöpft. Wie entwickelten Sie diese Welt?

Nachdem wir mit unseren Recherchen über die wahren Hintergründe der Geschichten aus der Bibel und Vampirlegenden begannen hatten, war es erstaunlich, wie viele historische Fakten perfekt in unsere Geschichten passten. Von der Auferstehung von Lazarus über die katholische Tradition, das Fleisch von Jesus zu essen und sein Blut zu trinken bis zur Verwendung von Silber in geweihten Gegenständen.
Am Ende schrieben wir ein Handbuch, das die Regeln unserer Welt festlegte. Von einer Biographie für die Charaktere und einer Chronik wichtiger Ereignisse, bis zum Umgang der verschiedenen Kreaturen miteinander. Darin steht, zum Beispiel, wie ein Blasphemare erschaffen wird (ein Tier, das zum Gefährten eines Strigoi [eines nicht-katholischen Vampirs] wird, indem es über eine lange Zeit mit dem Blut des Strigoi gefüttert wird) und die verschiedenen Regeln unserer Welt (Wie wirkt Silber? Wie wirkt sich geweihte Erde auf Sanguinarier und Strigoi aus?) festlegt.
In jedem Buch versuchten wir, unsere Welt widerspruchsfrei zu zeichnen und sie gleichzeitig zu erweitern, indem wir unseren Lesern neue Dimensionen zeigen und sie mit neuen Elementen überraschen. Es war ein großer Spaß!

Die Romane entstanden zusammen mit dem auch in Deutschalnd bekannten Thriller-Autor James Rollins. Wie verläuft die Zusammenarbeit mit ihm?

James hatte die ursprüngliche Idee, eine erste Zusammenfassung und Informationen über die Charaktere. Ab da arbeiteten wir sehr eng zusammen beim Ausformulieren der Charaktere, dem Erschaffen einer reichhaltigeren Welt und beim Vertiefen oder Verändern der Geschichte.
Montags unterhielten wir uns über Skype über die Seiten, die wir vorherige Woche geschrieben hatten, und wir besprachen alle neuen Ideen, die wir für unsere Outline hatten. Es ist rückblickend schwer zu sagen, wer welche Idee hatte, weil wir sie so miteinander oft besprachen.
Am Anfang entschieden wir uns, nachdem wir eine Szene in verschiedenen Stilen geschrieben hatten, für einen gemeinsamen Schreibstil. Danach versuchten wir, in diesem Stil zu Schreiben und die von dem anderen geschriebenen Seiten hin zu diesem Stil zu überarbeiten.
Die Bücher entstanden über eine längere Zeit und durch tausend Gespräche (einmal pro Woche über drei Jahre – das WAREN wirklich tausend Gespräche – Wow!) über die Charaktere und Plot Points und Orte, die sich bis zur letzten Sekunde änderten.

Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen einer Zusammenarbeit mit einem anderen Autor (in einem Interview sagte Sie, dass sie sich weitere Bücher mit James Rollins vorstellen können) und der Solo-Arbeit?

Es macht viel Spaß, mit einem anderen Autor zusammemen zu arbeiten. James und ich tendieren dazu, an verschiedenen Punkten hängen zu bleiben. Wenn ich also fest steckte, konnte ich die Seiten ihm geben. Er konnte dann meine Probleme lösen und auch die Geschichte weiterschreiben. Es war, als würde ich mit einer magischen Elf schreiben – er löste Probleme oder beendete Szenen über Nacht (wegen dem Zeitunterschied) und ich hatte überarbeitete und fehlerfreie Seiten, wenn ich am Morgen aufwachte. Manchmal war auch ich die Elfe. Und zwei Köpfe anstatt einem Kopf ließen uns Dinge schneller erfinden und wir konnten die Geschichten in Richtungen verändern, die wir nicht ausprobiert hätten, wenn wir alleine gearbeitet hätten.
Wenn unsere Termine es zulassen, was keine einfache Aufgabe ist, werden wir sicher wieder an weiteren Sanguinarier-Büchern oder etwas anderem zusammen arbeiten.

Können Sie uns noch etwas über ihre anderen beiden Serien verraten? Und ob Übersetzungen geplant sind?

Die ersten Bücher, die ich veröffentlichte, erzählen die Abenteuer einer Kriminalreporterin, die Spionin wurde. Sie heißt Hannah Vogel und lebt im Berlin der 1930er lebt. Viele ihrer Abenteuer erlebt sie Orten, die in der Nähe von meinem Apartment in Berlin Mitte sind. Bis jetzt besteht die Serie aus vier Romanen: „A Trace of Smoke“ (spielt 1931), „A Night of Long Knives“ (spielt 1934), „A Game of Lies“ (spielt 1936) und „A City of Broken Glass“ (spelt 1938). Mein Verleger veröffentlichte gerade einen Sammelband, der alle vier Romane enthält und „A Time of Night and Fog“ heißt. Diese Bücher haben verschiedene Preise gewonnen (Macavity, Bruce Alexander) und waren für andere nominiert (Mary Higgins Clark, RT Best Historical, Barry). Sie wurden auch in verschiedene andere Sprachen übersetzt, aber bis jetzt gibt es keine Übersetzung ins Deutsche. Aber man weiß ja nie!
Meine zweite Serie erzählt die Abenteuer eines Software-Multimillionärs, der wegen seiner Platzangst in den Tunneln von New York City lebt. Bis jetzt gibt es drei Romane mit Joe Tesla: „The World Beneath“, „The Tesla Legacy“ und „The Chemistry of Death“. Auch diese Romane haben Preise gewonnen, wie den International Thriller Writers Best Thriller Award. Auch sie wurden übersetzt, aber, wieder, bis jetzt nicht ins Deutsche.

Welche fünf Bücher empfehlen Sie für den Sommerurlaub?

Der Marsianer (The Martian) von Andy Weir. Ein kurzweiliges und komisches Buch über einen Astronauten, der alleine auf dem Mars gestrandet ist. (Anmerkung: Die Verfilmung von Ridley Scott mit Matt Damon in der Hauptrolle startet bei uns am 8. Oktober.)

Das Licht der letzten Tage (Station Eleven, deutsche Ausgabe erscheint am 15. September 2015) von Emily St. John Mandel. Ein lyrischer und aufrüttelnder Blick auf das Leben in den Vereinigten Staaten, nachdem neunzig Prozent der Bevölkerung durch eine Krankheit vernichtet wurden.

Post von Sean Black. Ein kaum futuristischer Roman über einen Mann, der durch verschiedene Implantate vom Militär zum Supersoldaten wurde und der versucht, seine Menschlichkeit zu behalten.

Die Gehilfin des Bienenzüchters (The Beekeeper’s Apprentice) von Laurie King. Eine junge Frau trifft in England im Moor einen alten Imker, der sie seine Arbeit lehrt. Aber er ist nicht nur ein Bienenzüchter. Er ist auch Sherlock Holmes.

Global Hack (Future Crimes, deutsche Ausgabe erscheint am 28. September 2015) von Marc Goodman. Das ist ein Sachbuch über Cybercrime auf der ganzen Welt, was gerade geschieht und was geschehen wird. Es ist in dieser Liste das mit Abstand erschreckenste Buch!

Rollins - Cantrell - Das Evangelium des Blutes - 2Rollins - Cantrell - Das Blut des Verräters - 2
James Rollins/Rebecca Cantrell: Das Evangelium des Blutes
(übersetzt von Norbert Stöbe)
Blanvalet, 2014
672 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
The Blood Gospel
William Morrow, 2012

James Rollins/Rebecca Cantrell: Das Blut des Verräters
(übersetzt von Norbert Stöbe)
Blanvalet, 2015
608 Seiten
9,99 Euro
(erscheint am 20. Juli)

Originalausgabe
Innocent Blood (The Blood Gospel 02)
William Morrow, New York 2014

Hinweise

Homepage von James Rollins

Homepage von Rebecca Cantrell

Meine Besprechung von James Rollins’ „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 2008)

Meine Besprechung von James Rollins/Rebecca Cantrells „Das Evangelium des Blutes“ ( The Blood Gospel, 2013)

Excuse Me, I’m Writing: Interview mit James Rollins und Rebecca Cantrell über „Das Evangelium des Blutes“ (Januar 2013)

The Big Thrill: Interview mit James Rollins und Rebecca Cantrell zu „Blood Infernal“ (Januar 2015)


TV-Tipp für den 24. Mai: Blitz

Mai 24, 2015

Pro7, 23.00

Blitz (Großbritannien 2011, Regie: Elliott Lester)

Drehbuch: Nathan Parker

LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002

London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.

Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Seine sieben „Inspector Brant“-Romane sind bis jetzt noch nicht übersetzt, aber das ändert sich ungefähr jetzt. Denn der Polar-Verlag veröffentlicht ungefähr jetzt „Kaliber“ mit dem Herrn Brant auf Mörderjagd.

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans

Wiederholung: Montag, 25. Mai, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blitz“

Wikipedia über „Blitz“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. März: London Boulevard

März 30, 2015

ZDF, 22.45
London Boulevard (London Boulevard, USA/GB 2010)
Regie: William Monahan
Drehbuch: William Monahan
LV: Ken Bruen: London Boulevard, 2001 (London Boulevard)
Ex-Knacki Mitchel will jetzt ehrlich leben, wird Bodyguard einer berühmten Schauspielerin und hat dann doch mächtig Ärger mit einem Gangster.
Ken Bruen!
William Monahan!
Colin Farrell!
Keira Knightley!
Ray Winstone!
Und dann sind noch David Thewlis, Eddie Marsan und London dabei.
Die Begründung meiner offensichtlichen und schamlosen Begeisterung gibt es hier.
mit Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Anna Friel, Ben Chaplin, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibon

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „London Boulevard“

Wikipedia über „London Boulevard“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit William Monahan (das Erste, das Zweite) und mit William Monahan und Colin Farrell zu “London Boulevard”

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Rupert Wyatts „The Gambler“ (The Gambler, USA 2014 – nach einem Drehbuch von William Monahan)


TV-Tipp für den 14. Oktober: Blitz

Oktober 14, 2014

Pro7 Maxx, 22.35

Blitz (Großbritannien 2011, Regie: Elliott Lester)

Drehbuch: Nathan Parker

LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002

London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.

Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Seine sieben „Inspector Brant“-Romane sind bis jetzt noch nicht übersetzt.

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans

Wiederholung: Mittwoch, 15. Oktober, 00.15 Uhr (Taggenau! – Dann müsste auch die ungekürzte Fassung des FSK-18-Films laufen)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blitz“

Wikipedia über „Blitz“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie “Jack Taylor” (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. August: Blitz

August 2, 2014

Pro7, 23.05

Blitz (Großbritannien 2011, Regie: Elliott Lester)

Drehbuch: Nathan Parker

LV: Ken Bruen: Blitz or Brant Hits the Blues, 2002

London: Detective Sergeant Brant jagt einen Polizistenmörder und kümmert sich dabei wenig um Recht und Gesetz.

Harter Copfilm nach einem harten Polizeiroman von Ken Bruen, dem Erfinder von Jack Taylor. Seine sieben „Inspector Brant“-Romane sind bis jetzt noch nicht übersetzt.

mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, David Morrisey, Luke Evans

Wiederholung: Montag, 4. August, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blitz“

Wikipedia über „Blitz“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „Jack Taylor“ (Irland 2010/2011/2013 – basierend auf den Romanen von Ken Bruen)

Ken Bruen in der Kriminalakte


%d Bloggern gefällt das: