TV-Tipp für den 9. August: Der Chef

August 9, 2018

Schlaflos? Da hilft

ARD, 02.10

Der Chef (Un Flic, Frankreich/Italien 1972)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Chef“

Wikipedia über „Der Chef“ (deutsch, englisch, französisch) und Jean-Pierre Melville (deutschenglischfranzösisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte

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TV-Tipp für den 25. Mai: Vier im roten Kreis

Mai 24, 2018

3sat, 22.25

Vier im roten Kreis (Le cercle rouge, Frankreich 1970)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.

Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.

Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino.

Anschließend, um 00.40 Uhr, läuft „Der Chef“, ein weitere Film von Melville.

mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Vier im roten Kreis“

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. November: Der zweite Atem

November 27, 2017

Arte, 20.15

Der zweite Atem (Frankreich 1966, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: José Giovanni: Un règlement de comptes, 1958 (später “Le deuxième souffle”, deutsch “Der zweite Atem”)

Der gerade aus dem Knast ausgebrochene Gu beteiligt sich an einem ausgeklügelten Raub. Aber danach laufen die Dinge, vor allem wegen falsch verstandener Ehrbegriffe, aus dem Ruder.

Ein weiteres Meisterwerk von Jean-Pierre Melville.

“Der beste Gangsterfilm der letzten Jahre entstand nicht in Hollywood, sondern in den Straßen von Paris.” (Sigrid Schmitt, Süddeutsche Zeitung)

“Le deuxième souffle ist Melvilles La règle du jeu. Hatte Renoir in seiner Satire eine Gesellschaft, die nur nach bestimmten Spielregeln funktionieren kann, als hohl entlarvt, weil sie sich auch dann noch an diese Regeln klammert, wenn sie sinnlos geworden sind, so führt Melville in seinem nach einem Roman von José Giovanni entstandenen Film diese Konventionen zu ihrer letzten Konsequenz. Der Mikrokosmos der Gangster, wie Renoirs Adlige und Diener Signifikat für die Gesamtgesellschaft, ist determiniert von Regeln, die notwendig zu Untergang und Tod führen.” (Hans Gerhold in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.: Jean-Pierre Melville)

Damals war es eine beliebte Übung der deutschen Verleiher, bei Melville-Filmen beherzt zur Schere zu greifen. Auch “Der zweite Atem” blieb davon nicht verschont. Über eine halbe Stunde wurde für den deutschen Kinostart 1968 aus dem Film entfernt. Arte zeigt natürlich die ungekürzte Version – und danach, um 22.40 Uhr zeigt der Sender Melvilles Glaubensdrama „Eva und der Priester“ (mit Jean-Paul Belmondo und Emmanuelle Riva).

mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Raymond Pellegrin, Christine Fabrega, Michel Constantin, Marcel Bozzufi

Wiederholung: Dienstag, 28. November, 13.50 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der zweite Atem“

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. November: Vier im roten Kreis

November 26, 2017

Endlich mal zu einer normalen Uhrzeit

Arte, 20.15

Vier im roten Kreis (Frankreich 1970, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.

Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.

Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino.

Am Montag, den 27. November, zeigt Arte zwei weitere Melville-Meisterwerke: um 20.15 Uhr „Der zweite Atem“ und um 22.40 Uhr „Eva und der Priester“.

mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Vier im roten Kreis“

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Februar: Vier im roten Kreis

Februar 3, 2017

BR, 23.30

Vier im roten Kreis (Frankreich 1970, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.

Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.

Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino

mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. Juli: Vier im roten Kreis

Juli 26, 2016

Eins Plus, 22.15

Vier im roten Kreis (Frankreich 1970, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.

Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.

Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino

mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet

Wiederholung: Donnerstag, 28. Juli, 03.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. März: Der Chef

Mai 6, 2016

BR, 23.15

Der Chef (Frankreich/Italien 1972, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutschenglischfranzösisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. November: Vier im roten Kreis/Du kannst anfangen zu beten

November 7, 2015

Während ich meine erste Wintererkältung pflege, können wir gemeinsam mit zwei seiner schönsten Filme in den runden Geburtstag von Alain Delon hineinfeiern:

RBB, 23.50 (auch MDR 00.20)

Vier im roten Kreis (Frankreich 1970, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.

Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.

Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino

mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet

Hinweise

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte

RBB, 02.05
Du kannst anfangen zu beten (Frankreich/Italien 1968, Regie: Jean Herman)
Drehbuch: Sébastien Japrisot, Jean Herman
LV/Buch zum Film: Sébastien Japrisot: Adieu l’Ami, 1968 (Weekend im Tresor)
Dino Barran (Alain Delon) und Franz Propp (Charles Bronson), zwei Veteranen des Algerienkrieges, die nichts voneinander wissen wollen, rauben notgedrungen an einem langen Wochenende in einem Bürohaus einen Safe aus.
Ein bei uns, trotz der Besetzung, fast unbekannter Klassiker des Caper-Films, in dem Blicke mehr als Worte sagen. Sowieso wird hier nicht besonders viel geredet, was bei den begnadeten Schweigern Alain Delon und Charles Bronson okay ist.
mit Alain Delon, Charles Bronson, Olga Georges-Picot, Bernard Fresson, Brigitte Fossey
auch bekannt als „Bei Bullen singen Freunde nicht“

Wiederholung: BR, Mittwoch, 11. November, 23.15 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Du kannst anfangen zu beten“ (deutsch, englisch) und  Sébastien Japrisot (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über Sébastien Japrisot

Sébastien Japrisot in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. Juli: Der Dieb von Monte Carlo

Juli 25, 2015

ZDFneo, 20.15
Der Dieb von Monte Carlo (Großbritannien/Kanada/Frankreich/Irland 2002, Regie: Neil Jordan)
Drehbuch: Neil Jordan (nach dem Film „Drei Uhr nachts“ von Jean-Pierre Melville)
Gentleman-Gauner, Spieler und Junkie Bob (Nick Nolte) lebt als Amerikaner in Nizza, versteht sich gut mit dem Polizeichef und er will das Casino ausrauben. Es soll sein letzter Coup werden.
Feines, sehr atmosphärisches Remake von Jean-Pierre Melvilles Gangsterfilmklassiker „Bob le Flambeur“ und einer der wenigen in jeder Beziehung großen Auftritte von Nick Nolte in diesem Jahrhundert.
Chris Menges war der Kameramann. Die Musik ist von Elliot Goldenthal. Die Kulisse ist Südfrankreich.
mit Nick Nolte, Tchéky Karyo, Nutsa Kukhianidze, Said Taghmaoui, Emir Kusturica, Ralph Fiennes
auch bekannt als „The good Thief“ (Kinotitel)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Der Dieb von Monte Carlo“
Wikipedia über „Der Dieb von Monte Carlo“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Neil Jordans „Mona Lisa“ (Mona Lisa, Großbritannien 1986)
Meine Besprechung von Neil Jordans „Die Fremde in dir“ (The Brave One, USA 2007)


TV-Tipp für den 2. Juli: Vengeance – Killer unter sich

Juli 2, 2015

EinsPlus, 23.00

Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, Regie: Johnny To)

Drehbuch: Ka-Fai Wai

In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.

Mit dem Neo-Noir „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor über zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.

mit Johnny Hallyday, Sylvie Testud, Anthony Wong, Simon Yam

Wiederholung: Freitag, 3. Juli, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Vengeance“


TV-Tipp für den 22. März: Der Panther wird gehetzt

März 22, 2015

Arte, 20.15

Der Panther wird gehetzt (Frankreich/Italien 1960, Regie: Claude Sautet)

Drehbuch: José Giovanni, Claude Sautet, Pascal Jardin

LV: José Giovanni: Classe tous risques, 1958 (Das Ende vor Augen)

Gangster Abel Davos kehrt aus seinem italienischen Versteck nach Frankreich zurück. Seine alten Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Nur der Einzelgänger Eric Stark hält zu ihm.

Tolles Unterweltdrama über die letzten Tage eines Gangsters. Jean-Pierre Melville war begeistert. „Für mich bedeutete dieser Film einen Wendepunkt in meiner Karriere, rein gefühlsmäßig zählt er sehr viel. Er gehört zu jenen Filmen, die ich liebe. Aber das ist ganz persönlich.“ (Lino Ventura)

Damals fand die kirchliche Filmkritik keine lobenden Worte: „Was soll eigentlich der Film? Eine spannende Handlung hat er nicht zu bieten…Dann wird zu unserer berechtigten Empörung das Leben eines Verbrechers ganz unverfroren als Beruf hingestellt. In der gleichen Weise wird die Freundestreue hier so erstaunlich gewürdigt, dass man beinahe vergisst, dass hier Menschen durch Gewaltverbrechen aneinander gebunden sind. Die Kinder des Panthers sind schließlich noch der Gipfel der Unverfrorenheit, denn sie dienen nur dem Zweck, den eiskalten Mörder außerberuflich zum rührenden Familienvater zu verklären.“ (Evangelischer Filmbeobachter)

Arte zeigt heute – erstmals – eine rekonstruierte Fassung, in der die bislang in der deutschen Fassung fehlenden Minuten enthalten sind. Sie wurden sogar nachsynchronisiert.

Mit Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Sandra Milo

Wiederholung: Dienstag, 24. März, 14.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Panther wird gehetzt“

Wikipedia über „Der Panther wird gehetzt“ (deutsch, englisch, französisch)

Noir of the Week über „Der Panther wird gehetzt“


TV-Tipp für den 26. Januar: Der Teufel mit der weißen Weste/The Limits of Control

Januar 26, 2015

Ein verbrecherisch gutes Double-Feature

Arte, 20.15

Der Teufel mit der weißen Weste (Frankreich 1962, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Pierre Lesou: Le Doulos, 1958

Regieassistenz: Volker Schlöndorff

Nach einem missglückten Einbruch wird Maurice verhaftet. Er glaubt, dass Silien ihn verraten hat und er beauftragt einen Verbrecher, Silien umzubringen. Gleichzeitig tut Silien alles, um Maurice aus dem Gefängnis zu befreien.

Düsterer Gangsterfilmklassiker, mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Serge Reggiani

Hans Gerhold in „Jean-Pierre Melville“ (Hanser Verlag, Reihe Film 27): „Aus einem durchschnittlichen Série Noire-Stoff wurde ein „Melville“. Tatsächlich macht die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit unvorhersehbaren Volten und Rückblenden (in den Erzählungen der Personen und in visuellen flash-backs) LE DOULOS zu dem spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles. Denn LE DOULOS ist eine Anti-Tragödie und auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut, die jede Äußerung und jedes Bild sofort wieder relativiert.“

Wiederholung: Mittwoch, 28. Januar, 14.05 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte

Arte, 22.00

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, Regie: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

“The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) ist natürlich sehenswert.

Zur TV-Premiere habe ich auch ein ausführliches Gespräch mit Jim Jarmusch gepostet.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Wiederholung: Mittwoch, 28. Januar, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Meine Besprechung von Jim Jarmuschs “Only Lovers left alive” (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. November: Vengeance – Killer unter sich

November 18, 2014

EinsFestival, 23.45

Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, Regie: Johnny To)

Drehbuch: Ka-Fai Wai

In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.

Mit dem Neo-Noir „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor über zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.

mit Johnny Hallyday, Sylvie Testud, Anthony Wong, Simon Yam

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Vengeance“


Herzlichen Glückwunsch, Volker Schlöndorff

März 31, 2014

geboren am 31. März 1939 in Wiesbaden als Sohn eines Arztes. Seine beiden Brüder sind ebenfalls Ärzte.

studierte in Paris Jura und Wirtschaftswissenschaften

ab 1960 bis 1965 Regieassistent bei, unter anderem, Louis Malle, Alain Resnais, Jean-Pierre Melville und Bertrand Tavernier

1965/1966 Regiebüt „Der junge Törless“. Die Robert-Musil-Verfilmung war ein Erfolg. In den nächsten Jahren folgten weitere Literaturverfilmungen.

Sein zweiter Film „Mord und Totschlag“ war ganz anders

1975 die Heinrich-Böll-Verfilmung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ – ein Klassiker

1979 die Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ – ein Oscar

1981 die Nicolas-Born-Verfilmung „Die Fälschung“

1984 die Marcel-Proust-Verfilmung „Eine Liebe von Swann“

1985 die Arthur-Miller-Verfilmung „Tod eines Handlungsreisenden“

1990 die Margaret-Atwood-Verfilmung „Die Geschichte der Dienerin“ – damals war Science-Fiction noch kein Teenie-Abenteuer

1991 die Max-Frisch-Verfilmung „Homo Faber“

1996 die Michel-Tournier-Verfilmung „Der Unhold“

1998 die James-Hadley-Chase-Verfilmung „Palmetto“ – diesen Film hat niemand von ihm erwartet

2000 „Die Stille nach dem Schuss“ – über in der DDR lebende Westterroristen

Weitere Infos über Volker Schlöndorff auf seiner Homepage, bei Wikipedia (deutsch, englisch), Rotten Tomatoes und natürlich in der Kriminalakte.


TV-Tipp für den 19. März: Der Chef

März 19, 2014

Jaja, schon wieder, aber die Uhrzeit ist unschlagbar

Arte, 20.15

Der Chef (Fr/I 1972, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Wiederholung: Montag, 31. März, 13.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutschenglischfranzösisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Februar: Der Chef

Februar 2, 2014

Bayern, 23.45

Der Chef (Fr/I 1972, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

Polizist Coleman jagt den Nachtclubbesitzer Simon, mit dem er befreundet ist und der Überfälle begeht. Zwischen den beiden Männern steht Simons Freund Cathy.

Nach „Der eiskalte Engel“ und „Vier im roten Kreis“ war „Der Chef“ die dritte Zusammenarbeit von Alain Delon und Jean-Pierre Melville und zum ersten Mal spielte Delon einen Polizisten. Aber weil es Melville in „Der Chef“ auch um die Austauschbarkeit von Gangstern und Polizisten ging, unterschied Delons Rolle sich kaum von seinen vorherigen Rollen als Gangster. Denn Melville räumt Coleman und Simon etwa gleich viel Leinwandzeit ein.

„Melvilles letzter Film (…) ist ein würdiger Abschluss im Werk eines seines Metiers und seiner Liebe zum Kino sicheren Ultra-Professionellen, der die düstersten und unheimlichsten, aber auch ästhetisch vollkommendsten und menschlichsten Filme schuf, die in Frankreich je gedreht worden sind.“ (Hans Gerhold: Un Flic in „Jean-Pierre Melville, Hanser Reihe Film 27, 1982)

„‘Un Flic’ ist vermutlich der kälteste Film Melvilles, und Alain Delon gelingt als Chef-Fahnder Edouard Coleman der Pariser Kriminalpolizei eine brillante Charakterstudie über die Einsamkeit und Isolation des professionellen Menschenjägers.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Mit Alain Delon, Catherine Deneuve, Richard Crenna, Riccardo Cucciolla, Michel Conrad

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutschenglischfranzösisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 15. Januar: Außer Atem

Januar 15, 2014

Arte, 20.15

Außer Atem (F 1960, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard (nach einem Szenario von François Truffaut)

Buch zum Film: Claude Francolin: A bout de souffle, 1960 (Außer Atem)

Kleinganove Michel erschießt einen Polizisten und flieht nach Paris zur us-amerikanischen Studentin Patricia.

Ein Klassiker der Nouvelle Vague und ein zeitloser Kultfilm.

Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung des Films.

mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville, Henri-Jacques Huet, Van Dode, Jean-Luc Godard, Roger Hanin

Hinweise

Arte zum Film (mit einem Interview mit Jean-Luc Godard)

Filmzentrale mit mehreren Besprechungen über „Außer Atem“: Behrens, Kreimeier, Richter

Senses of Cinema über Jean-Luc Godard

Die Zeit (Katja Nicodemus) redet mit Jean-Luc Godard: „Kino heißt streiten“

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (A bout de souffle, Frankreich 1960)

Jean-Luc Godard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. September: Der eiskalte Engel

September 30, 2013

Arte, 20.15

Der eiskalte Engel (F/I 1967, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Joan McLoad: The Ronin

Die letzten Tage des Profikillers Jeff Costello. Er wird von der Polizei und seinen Auftraggebern gejagt.

Kühles Meisterwerk über Einsamkeit und Rituale. Und selbstverständlich: Kino in Reinkultur mit einem grandiosen Alain Delon.

Melvilles Requiem für einen Killer ist die ästhetisch vollendetste Realisierung seines Schaffens, ein Film dessen rigorose Stilisierung fast etwas Abstraktes hat, der von Bildern und Tönen lebt, in denen das Dargestellte auch immer zugleich das Gemeinte ist, der Bedeutungsträger die Bedeutung, das Signifikat der Signifikant, ein Kino in Reinkultur, das seine Vorbilder überwunden hat und in der Perfektion seiner Inszenierung nur noch auf sich selbst verweist.“ (Hans Gerhold in Melville, Hanser Film 27)

Mit Alain Delon, Nathalie Delon, Francois Périer, Cathy Rosier 

Wiederholung: Mittwoch, 2. Oktober, 14.05 Uhr 

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutschenglischfranzösisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutschenglischfranzösisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von “Der Leopard” (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von “Die Abenteurer” (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. Juli: Vengeance – Killer unter sich

Juli 27, 2013

3sat, 23.40

Vengeance – Killer unter sich (Hongkong/Frankreich 2009, R.: Johnny To)

Drehbuch: Ka-Fai Wai

In Macao wird die Tochter des französischen Restaurantbesitzers Francis Costello in ihrer Wohnung schwer verletzt. Ihre Familie wird ermordet. Costello beschließt, die Täter zu stellen. Dabei helfen dem ehemaligen Profikiller einige Kollegen, die er zufällig im Hotel trifft.

Mit dem Neo-Noir „Vengeance“ zeigt Hongkong-Regisseur Johnnie To wieder einmal, wofür ihn Filmfans seitdem sie vor über zehn Jahren seinen stilisierten Gangsterfilm „The Mission“ (Unbedingt ansehen!) sahen, lieben: schnörkelloses Genrekino mit stilvoll eingestreuten Zitaten und gerade in ihrer Reduktion grandiosen Actionszenen. Das ist in seiner Stilisierung pures Kino, das näher bei Jean-Pierre Melville als an der Wirklichkeit ist.

mit Johnny Hallyday, Sylvie Testud, Anthony Wong, Simon Yam

 

Hinweis

Meine ausführliche Besprechung von „Vengeance“


Mord und Totschlag – mit Worten und Bildern – und der selbstlosen Hilfe von einigen Superhelden

März 19, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme, Romane und Sachbücher abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Comics mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und einige Entdeckungen.

Mignola - Hellboy - Der Sturm2

Ein Ende, eigentlich zwei, gibt es auch im Hellboy-Kosmos. Hellboy ist der von Mike Mignola erfundene rote Dämon mit den abgeschnittenen Hörnern, der sich gerne mit irgendwelchen seltsamen, definitiv nicht-menschlichen Wesen kloppt – und in zwei Filmen (über einen Dritten wird immer noch geredet) von Ron Perlman kongenial verkörpert.

Der Sturm“ ist der Abschluss der von Mike Mignola mit Duncan Fegredo geschriebenen Trilogie, die mit „Ruf der Finsternis“ und „Die Wilde Jagd“ begann.

Im ländlichen England trifft Hellboy, bewaffnet mit dem Königsschwert Excalibur, auf die Armeen von Nimue, der Königin des Blutes, und Hellboy kann den Kampf nur für einen höllisch hohen Preis gewinnen.

Ein ziemlich stürmisches Finale und ein höllischer Spaß für uns.

Mike Mignola (Autor)/Duncan Fegredo (Zeichner): Hellboy: Der Sturm (Band 12)

(übersetzt von Frank Neubauer und Filipe Tavares)

Cross Cult, 2012

176 Seiten

22 Euro

Originalausgabe

Hellboy: The Storm and the Fury

Dark Horse Comics, 2010/2011/2012

Mignola - Arcudi - Davis - BUAP - König der Furcht

B. U. A. P.“ ist die Abkürzung für „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen“ und der Serientitel des „Hellboy“-Ablegers, in dem frühere Arbeitskollegen von Hellboy gegen paranormale Erscheinungen kämpfen. In den vorherigen neun Bänden kämpften sie gegen die Froschplage.

Jetzt, in „König der Furcht“, dem zehnten „B. U. A. P.“-Band von Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis kommt der Kampf zwischen der B. U. A. P. und den Fröschen und ihren Verbündeten zu einem vorläufigen Ende. Aber während in „Der Sturm“ wirklich ein Sturm losbrach, ist der „König der Furcht“ doch eher ein laues Lüftchen, das sich an mehreren Orten entfaltet. Immerhin gibt es einen schönen Epilog, in dem die B. U. A. P. vor einer Kommission ihr Verhalten rechtfertigen will. Und im Nachwort sagt Mike Mignola, dass der nächste „B. U. A. P.“-Zyklus „Hölle auf Erden“ heißt und mit „Die neue Welt“ beginnt.

Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner): B. U. A. P.: König der Furcht (Band 10)

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2012

144 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

BPRD: King of Fear

Dark Horse Comics, 2010/2012

Hinweise

Hellboy-Comic-Seite (oder Mike Mignolas Hellboy-Seite)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Tödliches Terrain (Band 7)“ (BPRD: Killing Ground, 2008)

Meine Besprechung von Mike Mignola (Autor)/John Arcudi (Autor)/Guy Davis (Zeichner) „B. U. A. P.: Die Warnung (Band 8)“ (BPRD: The Warning, 2009/2010)

Snyder - American Vampire 4 - 2

Fast schon auf „Hellboy“-Territorium begibt sich „Das Überleben des Stärkeren“, der vierte Sammelband von „American Vampire“, der genialen von Scott Snyder erfundenen Vampirserie, für die auch Stephen King eine Geschichte erfand.

Denn anstatt weiter vom Kampf der amerikanischen Vampire gegen die europäischen Vampire in den USA zu erzählen, werden Felicia Book und Cash McCogan, zwei Charaktere, die bislang eher Nebenfiguren waren, 1941 im Auftrag des die Vampire bekämpfenden Bundes „Die Vasallen des Morgengrauens“ nach Europa geschickt. In der abgelegenen, rumänischen Burg Vlan sollen sie Dr. Erik Pavel, der angeblich ein Heilmittel gegen die Vampire gefunden hat, befreien. Getarnt als reiche Amerikaner, die mit den Nazis Geschäfte machen wollen, treffen sie auf der Burg auf Pavel, ihn beschützend-bewachende Nazis und Vampire. Viele Vampire. Eine ganze Brigade.

Das Überleben des Stärkeren“ bringt vielleicht die große „American Vampire“-Geschichte nicht voran, aber als Einzelgeschichte, in der, fast schon in Indiana-Jones-Manier, tapfere Amerikaner gegen böse Nazis und noch bösere Vampire kämpfen, ist das spannend-kurzweilige Unterhaltung.

Scott Snyder (Autor)/Sean Murphy (Zeichner): American Vampire: Das Überleben des Stärkeren (Band 4)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

116 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe

American Vampire: The Survival of the Fittest, Vol. 1 – 5

Vertigo, 2011

Hinweise

Wikipedia über “American Vampire”

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos „American Vampire – Band 2“ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs „American Vampire – Band 3“ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

Ross - Edwards - Turf - 2

Das kann von „Turf“, trotz eines Stan Lee Best Newcomer Award für Autor Jonathan Ross, nicht behauptet werden. In der 1929 in New York spielenden Geschichte bekämpfen sich die verschiedenen Verbrecherfamilien. Zuletzt eroberte die geheimnisvolle, aus dem Nichts aufgetauchte Dragonmir-Familie immer größere Territorien. Weil sie Vampire sind, haben sie in punkto Blutdurst und Quasi-Unverletzbarkeit gegenüber den menschlichen Verbrechern unschätzbare Kampfvorteile.

Auf der anderen Seite steht Gangsterboss Eddie Falco, der unverhofft Hilfe von einem gestrandeten Außerirdischen erhält.

Die steampunkige Idee fand ich im ersten Moment genial, aber „Turf“ ist dann doch kein fetziges Genre-Crossover, sondern ein sehr textlastiges und eher zähes Alien-treffen-Vampire-treffen-Gangster-Abenteuer, mit einigen popkulturellen Anspielungen.

Jonathan Ross (Autor)/Tommy Lee Edwards (Zeichner): Turf

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini, 2012

164 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe/enthält

Turf 1: The Fangs of New York, April 2010

Turf 2: Aliens with Dirty Faces, Juni 2010

Turf 3: BadFellas!, Oktober 2010

Turf 4: Once Upon a Time in Harlem, Februar 2011

Turf 5: The Bloodfather, Juni 2011

(Yeah, schöne Titel!)

Charlot - Chabert - Bourbon Street 2

Jazz und Crime gehören oft zusammen, aber nicht auf der „Bourbon Street“. In dem von Philippe Charlot geschriebenem und Alexis Chabert atmosphärisch gezeichnetem Comic geht es um die Musik und wie, inspiriert von dem Erfolg des Buena Vista Social Clubs, Alvin die alte New-Orleans-Jazzband wieder zusammentrommelt (erzählt in dem ersten „Bourbon Street“-Band „Die Geister des Cornelius“) und sie wieder auf Tour gehen, mit den Enttäuschungen und Freuden des Tour-Alltags konfrontiert werden und, immerhin lenkt der Geist von Louis Armstrong die Geschicke der echten Jazzer, sie am Ende eine einmalige Chance erhalten.

Das wird in dem jetzt vorliegenden zweiten „Bourbon Street“-Band „Abschiedstournee“ erzählt und, wie schon in dem ersten „Bourbon Street“-Buch gefällt auch dieser Band durch die gekonnte Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit, von Wirklichkeit und Traum.

Jazzfans dürften von dieser Liebeserklärung an ihre Musik begeistert sein und die anderen hören sich nach einem Besuch auf der „Bourbon Street“ sicher ein Jazzstück mit anderen Ohren an.

Philippe Charlot (Autor)/Alexis Chabert (Zeichner): Bourbon Street: Abschiedstournee (Band 2)

(übersetzt von Horst Berner)

Ehapa Comic Collection, 2012

48 Seiten

13,99 Euro

Originalausgabe

Bourbon Street: Tome 2 – Tournée d’adieu

Bamboo Édition, 2012

Hinweis

Meine Besprechung von Philippe Charlot/Alexis Chaberts „Bourbon Street: Die Geister des Cornelius“ (Bourbon Street: Tome 1 – Les Fantômes de Cornelius, 2011)

Johns - Frank - Batman Erde Eins - 2

In „Batman: Erde Eins“ erzählen Geoff Johns und Gary Frank mal wieder – und wie der Zusatztitel „Erde Eins“ erahnen lässt, in einer neuen Serie außerhalb der Kontinuität der bestehenden „Batman“-Serie – den bekannten Werdegang von Bruce Wayne zu Batman: in einer Gasse werden seine Eltern ermordet, er hat Schuldgefühle, er wird von Butler Alfred erzogen, er will sich an den Bösewichtern rächen, er kämpft gegen den Pinguin. Das ist alles bekannt und es ist schon erstaunlich, wie gespannt man dann doch dieser bekannten Geschichte folgt, sich über die kleinen Variationen freut und man am Schluss das Buch zufrieden zuklappt und sagt: Gut gemacht.

Geoff Johns (Autor)/Gary Frank (Zeichner): Batman: Erde eins

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2012

140 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe

Batman: Earth One

DC Comics, 2012

Hinweise

Homepage von Geoff Jones

DC Comics über „Batman: Earth One“

Azzarello - Wonder Woman 1 - Blut

Wie bekannt gab es Ende 2011 im DC-Comic-Universum einen umfassenden Neustart, in dem alle Serien und Charaktere quasi auf Null gestellt wurden, die Charaktere mehr oder weniger neu definiert werden und irgendwie die vielen, vielen Serien miteinander neue Verbindungen eingehen sollen.

Während der wahre Fan sich natürlich blind alle Serien besorgt, wählen wir fast willkürlich zwei aus: nämlich „Wonder Woman“ von „100 Bullets“-Erfinder Brian Azzarello und „Swamp Thing“ von „American Vampire“-Erfinder Scott Snyder und genießen deren gelungene Neuinterpretationen.

Wobei das besonders bei Brian Azzarello überrascht. Denn anstatt in düsteren Noir-Phantasien zu baden, erzählt er in „Wonder Woman: Blut“ ein herrlich durchgeknalltes Fantasy-Abenteuer mit einer kampfesstarken Heldin in äußerst knapper Bekleidung. Wonder Woman Diana will herausfinden, welches Geheimnis ihre Mutter Hippolyta, die Königin der Amazonen vor ihr bewahrt. Und dann mischen sich auch noch die griechischen Götter ein.

Brian Azzarello (Autor)/Cliff Chiang (Zeichner)/Tony Akins (Zeichner): Wonder Woman: Blut (Band 1)

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2012

140 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe/enthält

Wonder Woman 1: The Visitation (Die Heimsuchung, November 2011)

Wonder Woman 2: Home (Zu Hause, Dezember 2011)

Wonder Woman 3: Clay (Lehm, Januar 2012)

Wonder Woman 4: Blood (Blut, Februar 2012)

Wonder Woman 5: Lourdes (Wallfahrt, März 2012)

Wonder Woman 6: Thrones (Herrscher, April 2012)

Hinweise

DC Comics über Wonder Woman

Wikipedia über Wonder Woman (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

Snyder - Swamp Thing 1

Während Wonder Woman die Tochter einer Königin ist, die, so die Legende, in einer mondlosen Nacht aus Lehm geformt wurde, ist Swamp Thing der Botaniker Dr. Alec Holland, der nach einer Explosion in seinem Labor starb und sechs Wochen vor dem Beginn von „Swamp Thing: Die Auferstehung der Toten“ im Sumpf wiedererwachte und jetzt als Bauarbeiter, der die Schreie der Pflanzen hören kann, arbeitet. Er will nur seine Ruhe haben. Auch als er erfährt, dass ein Wesen, das die Fäulnis und der Zerfall ist, das alles Grün vernichten will und an den unfruchtbarsten Orten der Welt, wo es nur schwaches Grün gibt, nistet und jetzt auch andere Gebiete erobern will, will Alec Holland zunächst nur seine Ruhe haben.

Gut, unter den Superhelden hat Holland eine gewaltige Achillesferse. Denn als Beschützer der Pflanzen benötigt er Pflanzen in seiner Nähe. Wenn es keine gibt, zum Beispiel in der Wüste, verlassen ihn schnell seine Kräfte. Aber dafür hat er mehr ökologisches Bewusstsein als eine halbe Umweltschutzbewegung und die Geschichte von seinem Konflikt zwischen Wollen und Berufung ist von Scott Snyder spannend erzählt.

Mal sehen, wie die Abenteuer von Wonder Woman und Swamp Thing weiter gehen. Der Auftakt ist jedenfalls beide Male gelungen.

Scott Snyder (Autor)/Yanick Paquette (Zeichner): Swamp Thing: Die Auferstehung der Toten (Band 1)

(übersetzt von Josef Rother)

Panini, 2012

156 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe/enthält

Swamp Thing 1: Raise Dem Bones (Die Auferstehung der Toten, November 2011)

Swamp Thing 2: When it Coms a Knockin (Das Klopfen an der Tür, Dezember 2011)

Swamp Thing 3: Come Hither, Child (Komm zu mir, Kind, Januar 2012)

Swamp Thing 4: Desert Five O’clock (Die Wunderblume, Februar 2012)

Swamp Thing 5: Dead Meat (Totes Fleisch, März 2012)

Swamp Thing 6: The Black Queen (Die schwarze Dame, April 2012)

Swamp Thing 7: Swamp Thing (Swamp Thing, Mai 2012)

Hinweise

DC Comics über Swamp Thing

Wikipedia über Swamp Thing (deutsch, englisch)

David B - Tanquerelle - Die falschen Gesichter - 2

Genug Superheldentum. Wenden wir uns wieder normalen Menschen und ihren normalen Problemen zu: nämlich dem lieben Geld. In der von Autor David B. und Zeichner Hervé Tanquerelle erzählten, von wahren Ereignissen inspirierten Geschichte „Die falschen Gesichter“ besorgen die Protagonisten sich das Geld mit Banküberfällen. Als Tarnung maskieren die Jungs aus dem Pariser Viertel Belleville sich mit falschen Bärten und Perücken. Über viele Jahre können sie der Polizei entkommen, werden von der Öffentlichkeit wegen ihres unblutigen Vorgehens und ihrer Chuzpe als Helden gefeiert und sie finden Nachahmer, die deutlich weniger zimperlich vorgehen. Als die Polizei ihre Kräfte konzentriert und sie nach einem Überfall ein Video sicherstellen können, haben sie eine heiße Spur – und die Gang will das berühmte letzte Ding drehen.

Die falschen Gesichter“ spielt im Paris der späten siebziger und frühen achtziger Jahre und David B. und Hervé Tanquerelle gelingt es, die damalige Zeit und die damaligen französischen Kriminalromane und -filme wieder auferstehen zu lassen und man wünscht sich eine Verfilmung. Denn auch wenn Jean-Pierre Melville, Jose Giovanni, Robert Enrico, Yves Montand und Lino Ventura nicht mehr unter uns weilen und Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Gérard Depardieu sich heute in anderen Sphären bewegen, liest sich die Geschichte wie ein nie entstandener Film mit ihnen, der noch einmal die großen Mythen von Polizisten und Verbrechern, geerdet in einem bestimmten Milieu und einem Stadtviertel, beschwört.

David B. & Hervé Tanquerelle: Die falschen Gesichter

(übersetzt von Uli Pröfrock)

avant-verlag, 2012

152 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

Les faux visages – Une vie imaginaire du Gang des Postiches

Futuropolis, Paris 2012

Hinweise

Wikipedia über David B.(deutsch, französisch) und Hervé Tanquerelle

Blog von Hervé Tanquerelle


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