DVD-Kritik: „Hammett“, ein Film von Wim Wenders, produziert von Francis Ford Coppola, nach einem Roman von Joe Gores

Dezember 14, 2011

So ganz unrecht haben die nicht, die meinen, ‚Hammett‘ sei Wenders‘ bester Film. Er ist aber zugleich, und so war das erste Urteil nicht ganz falsch, auch sein unpersönlichster“, fasste der Fischer Film Almanach damals, nachdem der Film im Mai 1982 in Cannes und im Oktober 1982 in Hof gezeigt und im Januar 1983 im Kino anlief, salomonisch die Diskussion im deutschen Feuilleton zusammen.

In seinem US-Debüt erzählt Wim Wenders eine erfundene Geschichte mit und über Dashiell Hammett. Der Ex-Privatdetektiv Hammett will sein Geld als Schriftsteller verdienen. Da wird er von seinem Ex-Kollegen Jimmy Ryan um Hilfe bei der Suche nach einer chinesischen Prostituierten gebeten. Schnell befindet Hammett sich in einem mörderischen Komplott, bei dem sein Leben keinen Cent mehr wert ist und das sehr an seine Geschichten, die alle von seiner Arbeit als Privatdetektiv beeinflusst waren, erinnert.

Mit „Hammett“ war Wenders in Hollywood angelangt. Nach „Alice in den Städten“, „Falsche Bewegung“, „Im Lauf der Zeit“ und „Der amerikanische Freund“ war er einer der anerkannten und auch beim Publikum beliebten Regisseure des Neuen Deutschen Films. Er hatte auch immer nach Hollywood geschielt. Am deutlichsten in seiner Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“ mit Dennis Hopper und den „Hollywood“-Regisseuren Nicholas Ray und Samuel Fuller.

Als dann der Ruf aus Hollywood von Francis Ford Coppola, der sein mit den ersten beiden „Paten“-Filmen und mit „Apocalypse Now“ verdientes Geld in seiner Produktionsfirma und Studio American Zoetrope investierte, kam, konnte Wim Wenders nicht absagen.

Denn Coppola schien ein Geistesverwandter zu sein. American Zoetrope war seine Vision eines Künstlerkollektivs, das auch die neuesten Techniken ausprobiert und die visionären Filme macht, die in den Hollywood-Studios nicht produziert wurden.

Das Wenders‘ angebotene Projekt, die Verfilmung eines hochgelobten Krimis von Joe Gores über Dashiell Hammett, der geschickt Fakten mit Fiktion verwebt, schien für Wenders, der auch ein Fan von Hammett und der Schwarzen Serie ist, ein Traumprojekt zu sein. Obwohl ein Noir eine erzählerische Disziplin erfordert, die Wenders sonst nicht hat.

Die Produktion des Filmes für Francis Ford Coppolas Zoetrope Studios war für Wenders eine ernüchternde Erfahrung. Denn im Gegensatz zu seinem Status als Autorenfilmer, der das Drehbuch schrieb und den Endschnitt hatte, war er in Hollywood Teil einer Maschinerie. Es gab mehrere verschiedene Drehbücher. Joe Gores schrieb die erste Fassung. Krimi-Autor Ross Thomas schrieb die letzte Fassung. Es gab, anderthalb Jahre nach dem Ende der Dreharbeiten einen exzessiven Nachdreh. Der Film wurde nicht, wie Wenders es gerne getan hätte, wie die Filme der Schwarzen Serie, in Schwarzweiß, sondern in Farbe gedreht. Er musste mit einem fremden Team arbeiten. Es gab mit Coppola Auseinandersetzungen über die Konzeption des Films. Während Wenders an „Hammett“ arbeitete, drehte die Dokumentation „Nick’s Film – Lightning Over Water“ und „Der Stand der Dinge“, seine persönliche Verarbeitung der desillusionierenden Dreharbeiten für „Hammett“. Denn Wenders hatte sich seine Ankunft in Hollywood ganz anders vorgestellt.

Als „Hammett“ in Cannes seine Premiere erlebte, waren die deutschen Kritiker, die von den Problemen gehört hatten, enttäuscht. Denn „Hammett“ ist viel näher an den Filmen der Schwarzen Serie, dem „Malteser Falken“ und „Tote schlafen fest“, als an „Falsche Bewegung“ und „Im Lauf der Zeit“. Von dem feinfühligen Seelenforscher, dem Chronisten von an sich zweifelnden Männern war in dieser Hollywood-Produktion, die auch noch in Kulissen gedreht wurde (obwohl Wenders normalerweise vor Ort dreht und auch „Hammett“ vor Ort drehen wollte) nichts zu spüren. Das Roadmovie „Paris, Texas“ war dann sein Amerika-Film, der die Kritiker zu Jubelstürmen hinriss.

Auch heute, fast dreißig Jahre nach der Premiere, ist „Hammett“ immer noch ein Solitär in Wenders‘ Filmographie. Danach drehte er „Paris, Texas“, „Der Himmel über Berlin“, die Fortsetzung „In weiter Ferne, so nah!“, das überlange „Bis ans Ende der Welt“, das zwiespältige „Am Ende der Gewalt“, die überraschend gelungene Post-9/11-USA-Bestandsaufnahme „Land of Plenty“, einige Werke, die ich inzwischen aus meinem Gedächtnis gelöscht habe, und zahlreiche, auch kommerziell überaus erfolgreiche Dokumentarfilme, wie „The Buena Vista Social Club“ und „Pina – ein Tanzfilm in 3D“.

Doch in keinem dieser Filme verschwand der Autorenfilmer Wim Wenders so sehr hinter dem Handwerker, der dann doch wieder einige persönliche Themen in einen Genrefilm schmuggelte.

Denn selbstverständlich ist der Privatdetektiv auch ein Alter ego des Künstlers in einer für ihn undurchschaubaren Welt. Das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion und die Frage nach der Integrität Hammetts als Detektiv und Autor sind auch Fragen, mit denen Wim Wenders sich in seinen Filmen immer wieder beschäftigte.

In dem Edgar-nominierten „Hammett“ wird diese Geschichte als deutliche, zitatreiche Hommage an die Schwarze Serie, die vor lauter Stilbewusstsein vielleicht etwas museal daherkommt, erzählt. Aber trotzdem ist „Hammett“ heute ein Neo-Noir-Klassiker, dessen Qualitäten im Blick zurück und nicht nach vorne liegen.

Die DVD-Ausgabe ist arg sparsam ausgefallen. Sogar auf den Trailer wurde verzichtet. Dabei hätten Coppola und Wenders bei „Hammett“ sicher einiges erzählen können.

Hammett (Hammett, USA 1982)

Regie: Wim Wenders

Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope

LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)

Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Roy Kinnear, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Silvia Sydney, Jack Nance, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)

DVD

Arthaus/StudioCanal

Bild: 1,85:1 (anamorph)

Ton: Deutsch (Mono DD), Englisch (Stereo DD)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Vorlage

Joe Gores: Hammett

G. P. Putnam’s Sons, 1975

Deutsche Ausgaben

Dashiell Hammetts letzter Fall (Goldmann Verlag, 1978)

Hammett (Unionsverlag, 2007, überarbeite Übersetzung)

Hinweise

Wikipedia über „Hammett“ (deutsch, englisch)

Homepage von Wim Wenders

Wim Wenders in der Kriminalakte

Wikipedia über Joe Gores

Thrilling Detective über Joe Gores

Joe Gores: Why I write Mysteries

Meine Besprechung von Joe Gores’ „Hammett“ (Hammett, 1975)

Mein Nachruf auf Joe Gores

Joe Gores in der Kriminalakte (mit viel Stoff zu und über Dashiell Hammett)

Dashiell Hammett in der Kriminalakte

Bonus

Wim Wenders beim New York Film Festival 2011

Bei Indiewire schreibt Edward Davis Bericht darüber. Es wurde auch über „Hammett“ gesprochen.

 

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R. i. P. Joe Gores

Januar 19, 2011

R. i. P.: Joe Gores (25. Dezember 1931, in Rochester, Minnesota – 10. Januar 2011, in Greenbrae, Kalifornien)

Es geht doch nichts über die richtigen Prioritäten. Völlig überraschend, immerhin dürften nicht allzu viele Deutsche Joe Gores kennen, meldete die „Hamburger Morgenpost“ den Tod von Krimiautor Joe Gores unter der Überschrift „Magnum-Autor Joe Gores tot“.

Der dann folgende Artikel weist die Zeitung dann aber nicht gerade als Qualitätsmedium aus. Denn Joe Gores schrieb nicht „Der Malteser-Falke“ und Sätze wie „Joe Gores hauchte dem Privatdetektiv im Fernsehen Leben ein. Aus seiner Feder stammten TV-Hits wie „Columbo“, „Magnum“, „Kojak“ oder „Remington Steele“.“ haben mit der Wirklichkeit wenig zu tun.

Denn Joe Gores schrieb zwar auch einige Drehbücher. Hier mal eines für „Kojak“ (eine Polizeiserie), da mal eines für „Columbo“ (noch eine Polizeiserie) und auch eines für „Magnum“ (Ah, eine Detektivserie).

Aber für das Krimigenre sind die Romane des dreifachen „Edgar“-Gewinners Joe Gores viel wichtiger. Der ehemalige Privatdetektiv schrieb die DKA-Serie. In dieser Serie steht die alltägliche Arbeit der in San Francisco residierenden Detektei „Dan Kearney and Associates“ im Mittelpunkt. Dazu gehört vor allem, wegen ausstehender Ratenzahlungen, das Zurückholen von Autos. In „32 Cadillacs“, einem dicken, sehr kurzweiligem, „Edgar“-nominiertem Buch aus der DKA-Serie über eine Reihe von Diebstählen und Betrügereien, erlaubten sich sein Freund Donald Westlake und er den Spaß ein Kapitel auszutauschen und so ermittelten Dan Kearny und seine Angestellten in einem Dortmunder-Roman und der Profieinbrecher John Dortmunder hatte einen Auftritt in einem DKA-Roman.

1975 schrieb Joe Gores „Hammett“. In dem Krimi lässt er den Krimiautor und Ex-Privatdetektiv Dashiell Hammett ermitteln. Die Krimihandlung ist von Gores erfunden, aber viele Ereignisse aus Hammetts Leben und der gesamte historische Background stimmen. Wim Wenders verfilmte den Roman.

Als letztes Buch veröffentlichte Joe Gores 2009 „Spade & Archer“, das in den USA ziemlich abgefeierte und noch nicht ins Deutsche übersetzte Prequel zu Dashiell Hammetts „Der Malteser-Falke“.

Joe Gores starb bereits am 10. Januar an einer Magenblutung. Ironischweise ist das auch der Todestag von Dashiell Hammett.

Nachrufe gibt es in der Los Angeles Times, New York Times, San Francisco Chronicle und der Washington Post.

Auch einige Kollegen haben Nachrufe geschrieben. Im Moment finde ich nur die Worte von Mark Coggins und Ed Gorman.

Joe Gores in der Kriminalakte.


Mr. Joe Gores speaking about Dashiell Hammett and „The Maltese Falcon“

August 10, 2010

TV-Tipp für den 23. Januar: Die Killer/Hammett

Januar 23, 2012

Die „Film Noir“-Reihe von Arte geht weiter

Arte, 20.15
Die Killer (USA 1946, R.: Robert Siodmak)
Drehbuch: Anthony Veiller
LV: Ernest Hemingway: The Killers, 1927 (Kurzgeschichte)
Ex-Boxer Pete, genannt „Der Schwede“ (bzw. Swede) wartet tatenlos in einem schäbigen Zimmer auf zwei Auftragskiller, die ihn umbringen sollen. Nach seinem Tod fragt sich ein Versicherungsdetektiv, warum sich jemand einfach so erschießen lässt. Er beginnt zu recherchieren.
„Eine Figur des Film noir, die noch resignierter ist als sonst bereits üblich: Swede weiß, dass die Vergangenheit ihn einholen wird, wenn nicht heute, dann morgen – wozu also davonlaufen? Der Versicherungsagent Riordan, der (in ausgefuchsten Rückblenden) der Vergangenheit Swedes nachforscht, erhält auch keine befriedigende Antwort, und seine Jagd auf die Killer scheint absurd und purer Selbstzweck.“ (Paul Werner: Film noir, 1985, mehrere erweiterte Neuauflagen)
„Noch heute ist dieser Film (…) der radikalste Anschlag auf den Mythos des Hollywood Helden.“ (Norbert Grob, Die Zeit, 6. Juli 1990)
John Huston, der die erste Drehbuchversion schrieb, übernahm von Ernest Hemingway nur die Grundidee und am Ende entstand ein Noir-Klassiker, der auch einen Edgar erhielt und für vier Oscars nominiert war.
1964 ging Don Siegel mit der Kurzgeschichte ähnlich rabiat um und er erzählte eine ganz andere Geschichte.
mit Edmond O’Brien, Ava Gardner, Albert Dekker, Sam Levene, Burt Lancaster, William Conrad
auch bekannt als „Rächer der Unterwelt“
Wiederholung: Dienstag, 24. Januar, 14.40 Uhr

Hinweise
Wikipedia über „The Killers“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „The Killers“

Noir of the Week: Bill Hare über „The Killers“

Meine Besprechung von Don Siegels Remake „Der Tod eines Killers“ (The Killers, USA 1964)


Arte, 21.55
Hammett (USA 1982, R.: Wim Wenders)
Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope
LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)
Ex-Privatdetektiv Dashiell Hammett, der inzwischen Pulp-Autor ist, wird von einem alten Freund gebeten um einen Gefallen gebeten – und der Rest ist eine Geschichte, die Dashiell Hammett erfunden haben könnte, wenn es nicht Hammett-Kenner Joe Gores einige Jahrzehnte später gemacht hätte.
Ein feiner Film, einer von Wenders‘ besten Filmen, aber auch sein unpersönlichster Film, der aber gleichzeitig viele seiner bekannten Themen bearbeitet und rückblickend immer besser wird. Denn jetzt muss „Hammett“ nicht mehr mit den damaligen Kinohits konkurrieren.
Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Roy Kinnear, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Silvia Sydney, Jack Nance, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)
Wiederholung: Samstag, 28. Januar, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Hammett“ (deutsch, englisch)

Homepage von Wim Wenders

Wim Wenders in der Kriminalakte

Wikipedia über Joe Gores

Thrilling Detective über Joe Gores

Joe Gores: Why I write Mysteries

Meine Besprechung von Joe Gores’ „Hammett“ (Hammett, 1975)

Mein Nachruf auf Joe Gores

Joe Gores in der Kriminalakte (mit viel Stoff zu und über Dashiell Hammett)

Dashiell Hammett in der Kriminalakte
Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Hammett“ (Hammett, USA 1982)


Dashiell Hammett (27. Mai 1894 – 10. Januar 1961)

Januar 10, 2011

Heute ist sein fünfzigster Todestag:

Die vollständige, einstündige Diskussion gibt es hier.

2009 schrieb Joe Gores „Spade & Archer – The Prequel to Dashiell Hammett’s ‚The Maltese Falcon'“ (keine deutsche Übersetzung). In einem ausführlichem Gespräch sprach Joe Gores (ebenfalls ein ehemaliger Privatdetektiv und dreimaliger Edgar-Preisträger) über das Buch und Dashiell Hammett.

Ein schöner Trailer

Auch schön

Und um 20.00 Uhr gibt’s im Eiszeit-Kino einen Hammett-Abend.

 


Preisregen auf der Bouchercon 2010: Anthony Award, Shamus Award, Barry Award, Macavity Award

Oktober 17, 2010

Ohne große Vorrede: die Gewinner der verschiedenen dieses Jahr auf der Bouchercon verliehenen Krimipreise:

Die Anthony Awards

Best Novel

The Brutal Telling, von Louise Penny (Minotaur)

nominiert

The Last Child, von John Hart (Minotaur)

The Mystic Arts of Erasing All Signs of Death, von Charlie Huston (Ballantine Books)

The Girl Who Played with Fire, von Stieg Larsson (Quercus/Knopf)

The Shanghai Moon, von S.J. Rozan (Minotaur)

Best First Novel

A Bad Day for Sorry, von Sophie Littlefield (Minotaur)

nominiert

The Sweetness at the Bottom of the Pie, von Alan Bradley (Delacorte)

Starvation Lake, von Bryan Gruley (Touchstone)

The Ghosts of Belfast (aka The Twelve), von Stuart Neville (Soho Press/Harvill Secker)

In the Shadow of Gotham, von Stefanie Pintoff (Minotaur)

Best Paperback Original

Starvation Lake, von Bryan Gruley (Touchstone)

nominiert

Bury Me Deep, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Tower, von Ken Bruen und Reed Farrel Coleman (Busted Flush Press)

Quarry in the Middle, von Max Allan Collins (Hard Case Crime)

Death and the Lit Chick, von G.M. Malliet (Midnight Ink)

Air Time, von Hank Phillippi Ryan (Mira)

Best Short Story

“On the House” von Hank Phillippi Ryan (aus Quarry: Crime Stories von New England)

nominiert

“Last Fair Deal Gone Down” von Ace Atkins (aus Crossroad Blues; Busted Flush Press)

“Femme Sole” von Dana Cameron (aus Boston Noir, herausgegeben von Dennis Lehane; Akashic Books)

“Animal Rescue” von Dennis Lehane (Boston Noir)

“Amapola” von Luis Alberto Urrea (aus Phoenix Noir, herausgegeben von Patrick Millikin; Akashic Books)

Best Critical Non-fiction Work

Talking About Detective Fiction, von P.D. James (Bodleian Library/Knopf)

nominiert

The Line Up: The World’s Greatest Crime Writers Tell the Inside Story of Their Greatest Detectives, herausgegeben von Otto Penzler (Little, Brown)

Haunted Heart: The Life and Times of Stephen King, von Lisa Rogak (Thomas Dunne Books)

Dame Agatha’s Shorts: An Agatha Christie Short Story Companion, von Elena Santangelo (Bella Rosa Books)

The Talented Miss Highsmith: The Secret Life and Serious Art of Patricia Highsmith, von Joan Schenkar (St. Martin’s Press)

Die Shamus Awards, verliehen von den Private Eye Writers of America

Best Hardcover P.I. Novel

Locked In, von Marcia Muller (Grand Central)

nominiert

The Silent Hour, von Michael Koryta (Minotaur)

Where the Dead Lay, von David Levien (Doubleday)

Schemers, von Bill Pronzini (Forge)

My Soul to Take, von Yrsa Sigurdardottir (William Morrow)

Best First P.I. Novel

Faces of the Gone, von Brad Parks (Minotaur)

nominiert

Loser’s Town, von Daniel Depp (Simon & Schuster)

The Last Gig, von Norman Green (Minotaur)

The Good Son, von Russel D. McLean (Minotaur)

Chinatown Angel, von A.E. Roman (Minotaur)

Best Paperback Original P.I. Novel

Sinner’s Ball, von Ira Berkowitz (Three Rivers Press)

nominiert

Dark Side of the Morgue, von Raymond Benson (Leisure)

Red Blooded Murder, von Laura Caldwell (Mira)

Vengeance Road, von Rick Mofina (Mira)

Body Blows, von Marc Strange (Dundurn)

Best P.I. Short Story

“Julius Katz” von Dave Zeltserman (Ellery Queen Mystery Magazine, September/October 2009)

nominiert

“The Dark Island” von Brendan DuBois (aus Boston Noir, herausgegeben von Dennis Lehane; Akashic)

“Deadline Edition” von S.L. Franklin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, April 2009)

“Blazin’ on Broadway” von Gary Phillips (aus Phoenix Noir, herausgegeben von Patrick Millikin; Akashic)

“Suicide Bonds,” von Tim L. Williams (Ellery Queen Mystery Magazine, March/April 2009)

Lifetime Achievement Award

Robert Crais

Die Barry Awards

Best Novel

The Last Child, von John Hart (Minotaur)

nominiert

The Gates, von John Connolly (Atria)

The Hidden Man, von David Ellis (Putnam)

Spade & Archer, von Joe Gores (Knopf)

Locked In, von Marcia Muller (Grand Central)

Shanghai Moon, von S.J. Rozan (Minotaur)

Best First Novel

The Sweetness at the Bottom of the Pie, von Alan Bradley (Delacorte)

nominiert

Beat the Reaper, von Josh Bazell (Little, Brown)

A Trace of Smoke, von Rebecca Cantrell (Forge)

A Bad Day for Sorry, von Sophie Littlefield (Minotaur)

Black Water Rising, von Attica Locke (Harper)

The Ghosts of Belfast, von Stuart Neville (Soho Crime)

Best British Novel

If the Dead Rise Not, von Philip Kerr (Quercus)

nominiert

Awakening, von S. J. Bolton (Bantam Press)

The Lovers, von John Connolly (Hodder & Stoughton)

Midnight Fugue, von Reginald Hill (HarperCollins)

Still Midnight, von Denise Mina (Orion)

The Ignorance of Blood, von Robert Wilson (HarperCollins)

Best Paperback Original

Starvation Lake, von Bryan Gruley (Touchstone)

nominiert

Bury Me Deep, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Quarry in the Middle, von Max Allan Collins (Hard Case Crime)

The Weight of Silence, von Heather Gutenkauf (Mira)

Fatal Lies, von Frank Tallis (Mortalis)

The Herring-Seller’s Apprentice, von L.C. Tyler (Felony & Mayhem)

Best Thriller

Running from the Devil, von Jamie Freveletti (Morrow)

nominiert

No Survivors, von Tom Cain (Viking)

The Gray Man, von Mark Greaney (Jove)

Columbus, von Derek Haas (Pegasus)

House Secrets, von Mike Lawson (Atlantic Monthly)

Walking Dead, von Greg Rucka (Bantam)

Mystery/Crime Novel of the Decade

The Girl with the Dragon Tattoo, von Stieg Larsson (Knopf)

nominiert

The Guards, von Ken Bruen (Minotaur)

The Lincoln Lawyer, von Michael Connelly (Little, Brown)

Mystic River, von Dennis Lehane (Morrow)

Still Life, von Louise Penny (Minotaur)

The Shadow of the Wind, von Carlos Ruiz Zafón (Penguin Press)

Best Short Story

“The High House Writer” von Brendan DuBois (AHMM, July-August 2009)

nominiert

“My Mother’s Keeper” von Barbara Callahan (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], June 2009)

“Erin’s Journal” von David Dean (EQMM, December 2009)

“Real Men Die” von John H. Dirckx (Alfred Hitchcock Mystery Magazine [AHMM], September 2009)

“A Hollywood Ending” von Melodie Johnson Howe (EQMM, July 2009)

“Hard Blows” von Morley Swingle (from The Prosecution Rests: New Stories About Courtrooms, Criminals, and the Law, herausgegeben von Linda Fairstein; Little, Brown)

Don Sandstrom Award for Literary Achievement in Mystery Fandom

Len & June Moffatt

Captain Bob Napier

Die Macavity Awards

Best Mystery Novel

Tower, von Ken Bruen and Reed Farrel Coleman (Busted Flush Press)

nominiert

Bury Me Deep, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Necessary as Blood, von Deborah Crombie (William Morrow)

Nemesis, von Jo Nesbø (HarperCollins)

The Brutal Telling, von Louise Penny (Minotaur)

The Shanghai Moon, von S.J. Rozan (Minotaur)

Best First Mystery Novel

The Sweetness at the Bottom of the Pie, von Alan Bradley (Delacorte)

nominiert

Running from the Devil, von Jamie Freveletti (William Morrow)

A Bad Day for Sorry, von Sophie Littlefield (Minotaur)

The Ghosts of Belfast, von Stuart Neville (Soho Crime)

A Beautiful Place to Die, von Malla Nunn (Picador)

Best Mystery Non-Fiction

Talking About Detective Fiction, von P.D. James (Alfred A. Knopf)

nominiert

L.A. Noir: The Struggle for the Soul of America’s Most Seductive City, von John Buntin (Random House: Harmony Books)

Rogue Males: Conversations & Confrontations About the Writing Life, von Craig McDonald (Bleak House Books)

The Line Up: The World’s Greatest Crime Writers Tell the Inside Story of Their Greatest Detectives, herausgegeben von Otto Penzler (Little, Brown & Company)

Provenance: How a Con Man and a Forger Rewrote the History of Modern Art, von Laney Salisbury and Aly Sujo (Penguin Press)

Dame Agatha’s Shorts: An Agatha Christie Short Story Companion, von Elena Santangelo (Bella Rosa Books)

Best Mystery Short Story

“On the House” von Hank Phillippi Ryan in Quarry: Crime Stories von New England Writers (Level Best Books)

nominiert

“Last Fair Deal Gone Down” von Ace Atkins in Crossroad Blues (Busted Flush Press)

“Femme Sole” von Dana Cameron in Boston Noir (Akashic Books)

“Digby, Attorney at Law” von Jim Fusilli (AHMM, May 2009)

“Your Turn” von Carolyn Hart in Two of the Deadliest (Harper)

“The Desert Here and the Desert Far Away” von Marcus Sakey in Thriller 2: Stories You Just Can’t Put Down (Mira)

“Amapola” von Luis Alberto Urrea in Phoenix Noir (Akashic Books)

Sue Feder Historical Mystery

A Trace of Smoke, von Rebecca Cantrell (Forge)

nominiert

In the Shadow of Gotham, von Stefanie Pintoff (Minotaur)

A Duty to the Dead, von Charles Todd (William Morrow)

Serpent in the Thorns, von Jeri Westerson (Minotaur)

Among the Mad, von Jacqueline Winspear (Henry Holt)

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Einige Bücher sind schon übersetzt (Ich bin jetzt zu faul, die deutschen Titel herauszusuchen), einige werden noch übersetzt und einige liegen auf meinem Zu-Lesen-Stapel (und werden dann auch gebührend besprochen).

(via The Rap Sheet)


TV-Tipp für den 10. August: Hammett

August 9, 2010

RBB, 22.45

Hammett (USA 1982, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope

LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)

Dashiell Hammett will sein Geld als Schriftsteller verdienen. Da wird er von seinem Ex-Kollegen Jimmy um Hilfe bei der Suche nach einer chinesischen Prostituierten gebeten. Kurz darauf befindet sich Hammett in einem mörderischen Komplott, bei dem sein Leben keinen Cent mehr wert ist.

Joe Gores mischte in seinem sehr gelungen Buch Hammetts Biographie mit historischen Gegebenheiten und Fiktion.

Die Produktion des Filmes für Francis Ford Coppolas Zoetrope Studios war für Wenders eine ernüchternde Erfahrung: mehrere verschiedene Drehbücher (u. a. schrieb Joe Gores die erste Fassung), ein exzessiver Nachdreh anderthalb Jahre nach dem ersten Dreh, in Farbe statt in Schwarzweiß, mit einem fremden Team und Auseinandersetzungen mit dem Produzenten über die Konzeption des Films. So hatte sich der in Deutschland hochgelobte Regisseur seine Ankunft in Hollywood nicht vorgestellt.

Hammett ist vor allem ein Film der Zitate, der ironischen Verweise. Er ist eine Erinnerung an den Film Noir, dessen Atmosphäre er evoziert, aber auch ironisiert. Die Kulissen sehen immer ein wenig wie Kulissen aus, das Tempo ist enorm gedrosselt, fast ritualisiert. Alle ästhetischen Mittel der Vorgänger aus den 40er Jahren sind benutzt: die extreme Dunkelheit, die scharfen Kontraste, die Lichtstreifen, die Kameraposition aus der Vogelperspektive.“ (Stefan Kolditz in Wim Wenders, Hanser Verlag Reihe Film Band 44).

Hammett ist – so ein heute immer noch gültiges Urteil der damaligen Kritik – Wenders bester und unpersönlichster Film.

Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)

Hinweise

Wikipedia über Joe Gores

Thrilling Detective über Joe Gores

Joe Gores: Why I write Mysteries

Meine Besprechung von Joe Gores‘ „Hammett“ (Hammett, 1975)

Anmerkung zum Clip: Es dauert einige Zeit, bis Wim Wenders beginnt zu erzählen. Aber das Warten lohnt sich.


Die Barry-Nominierungen 2010

Juni 11, 2010

Für alle, die noch überlegen, was sie während der Fußballspiele lesen sollen, gibt es jetzt auch die Liste der Barry-Nominierungen, dem Preis des Deadly Pleasures Mystery Magazine. Dieses Jahr sogar mit einer neuen Kategorie: dem besten Kriminalroman des Jahrzehnts. Der Barry wird am Sonntag, den 17. Oktober, in San Francisco auf der Bouchercon verliehen.

Nominiert sind:

Best Novel

The Gates, von John Connolly (Atria)

The Hidden Man (Der Mann im Schatten), von David Ellis (Putnam)

Spade & Archer, von Joe Gores (Knopf)

The Last Child (Das letzte Kind), von John Hart (Minotaur)

Locked In, von Marcia Muller (Grand Central)

Shanghai Moon, von S.J. Rozan (Minotaur)

Best First Novel

Beat the Reaper (Schneller als der Tod), von Josh Bazell (Little, Brown)

The Sweetness at the Bottom of the Pie, von Alan Bradley (Delacorte)

A Trace of Smoke, von Rebecca Cantrell (Forge)

A Bad Day for Sorry, von Sophie Littlefield (Minotaur)

Black Water Rising, von Attica Locke (Harper)

The Ghosts of Belfast, von Stuart Neville (Soho Crime)

Best British Novel

Awakening, von S. J. Bolton (Bantam Press)

The Lovers, von John Connolly (Hodder & Stoughton)

Midnight Fugue, von Reginald Hill (HarperCollins)

If the Dead Rise Not, von Philip Kerr (Quercus)

Still Midnight, von Denise Mina (Orion)

The Ignorance of Blood, von Robert Wilson (HarperCollins)

Best Paperback Original

Bury Me Deep, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Quarry in the Middle, von Max Allan Collins (Hard Case Crime)

Starvation Lake, von Bryan Gruley (Touchstone)

The Weight of Silence, von Heather Gutenkauf (Mira)

Fatal Lies, von Frank Tallis (Mortalis)

The Herring-Seller’s Apprentice, von L.C. Tyler (Felony & Mayhem)

Best Thriller

No Survivors (aka „The Survivor“; deutscher Titel: Survivor), von Tom Cain (Viking)

Running from the Devil (Lauf), von Jamie Freveletti (Morrow)

The Gray Man, von Mark Greaney (Jove)

Columbus, von Derek Haas (Pegasus)

House Secrets, von Mike Lawson (Atlantic Monthly)

Walking Dead, von Greg Rucka (Bantam)

Mystery/Crime Novel of the Decade

The Guards (Jack Taylor fliegt raus), von Ken Bruen (Minotaur)

The Lincoln Lawyer (Der Mandant), von Michael Connelly (Little, Brown)

The Girl with the Dragon Tattoo (Verblendung), von Stieg Larsson (Knopf)

Mystic River (Spur der Wölfe; Mystic River), von Dennis Lehane (Morrow)

Still Life (Denn alle tragen Schuld), von Louise Penny (Minotaur)

The Shadow of the Wind (La sombra del viento [Original]; Der Schatten des Windes [Deutsch], von Carlos Ruiz Zafón (Penguin Press)

Best Short Story

• “My Mother’s Keeper,” von Barbara Callahan (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], June 2009)

• “Erin’s Journal,” von David Dean (EQMM, December 2009)

• “Real Men Die,” von John H. Dirckx (Alfred Hitchcock Mystery Magazine [AHMM], September 2009)

• “The High House Writer,” von Brendan DuBois (AHMM, July-August 2009)

• “A Hollywood Ending,” von Melodie Johnson Howe (EQMM, July 2009)

• “Hard Blows,” von Morley Swingle (aus „The Prosecution Rests: New Stories About Courtrooms, Criminals, and the Law“, herausgegeben von Linda Fairstein; Little, Brown)

Etliche Bücher sind schon übersetzt. Einige andere, wie die neuen Werke von Philip Kerr und Mike Lawson, werden sicher in den kommenden Monaten übersetzt.

(via The Rap Sheet)


Hinweise: The Big Thrill, Stichwort Drehbuch, Interview mit Horst Eckert, Joe-Gores-Porträt, Sean Chervover über seine Edgar-Jurorenarbeit

Mai 6, 2009

Die neue Ausgabe von The Big Thrill ist online mit Interviews und Porträts zu den neuen Werken von Jon Land (sein 28. Roman),  Douglas Preston & Lincoln Child, James Rollins, Steve Martini und viele weitere Autoren.

Douglas Preston sagt:

„Generally we start with a plot. These are thrillers, which are plot-driven books. And then we populate it with characters, old and new. But we often find a character hijacking the story, seizing it and taking it off in a different direction while we chase after him hollering for him to come back. So in that sense the characters can also be fundamental. I would say the plot is more elemental in a building block sort of way. Without plot, you have no story. But a story without characters can still be a story… especially if you have aliens or robots in it!“

James Rollins sagt zum Unterschied zwischen seinen Erwachsenenbüchern und seinem ersten Buch für jüngere Leser:

The story here is more linear, but is otherwise not much different. I don’t think it serves to write down to kids. I think a well-told tale will appeal to any age.

Stichwort Drehbuch empfiehlt einige Podcasts und Internetseiten. Hörenswert, aber leider ohne Verlinkung.  Also mach ich es:

Creative Screenwriting Magazine (zuletzt gab es Interviews mit den Autoren von Atonement, Rachel Getting Married, Eastern Promises, The Last House On The Left, Watchmen, Gomorrah und The International)

Martini Shot (oder TV-Autor Rob Long über das Geschäft)

The Treatment (zuletzt gab es Interviews mit James Toback, Steve McQueen, Tony Gilroy, Diablo Cody, James Gray, Danny Boyle, David Fincher, Ed Zwick)

Filmspotting (hauptsächlich Filmkritiken)

Horst Eckert hat (endlich!) ein neues Buch geschrieben. „Sprengkraft“ erscheint am 20. Mai. Bis dahin kann hier ein kurzes Interview mit ihm gelesen werden.

Außerdem lesenswert: ein Porträt von Joe Gores im Stanford Magazine.

Und Sean Chercover schreibt über seine Arbeit als Edgar-Juror.


Lesenswerte Essays für langjährige Krimifans

Dezember 30, 2008

wortche-das-morderische-neben-dem-leben

„Das Mörderische neben dem Leben“ ist die von Krimifans, die sich auch theoretisch mit dem Genre beschäftigen, langerwartete Sammlung von in den vergangenen fünfzehn Jahren verstreut in verschiedenen Zeitungen, Büchern und im Internet veröffentlichten Kritiken, Vorträgen und Essays von „Krimipapst“ Thomas Wörtche. Ergänzt werden die bekannten Texte durch einige bislang unveröffentlichte Texte, wozu vor allem das lesenswerte Vorwort, Wörtches Rückblick auf seine Zeit als Herausgeber der Krimireihe „metro“ des Unionsverlages und ein Text über Eric Ambler gehören. Wegen des langen Zeitraums, über den sich die Texte erstrecken, werden Konstanten in Wörtches Denken und seinem ästhetischem Programm, seiner Unterscheidung zwischen „Krimi“ (manchmal auch „Grimmi“) und „Kriminalliteratur“, deutlich. „Es ist also nur plausibel, Kriminalliteratur da zu vermuten, wo auch ästhetisch etwas bemerkenswert ist, wo also die verwendeten literarischen Mittel zum ‚Sinn’ oder der ‚Bedeutung’ eines Romans wesentlich beitragen. (…) Die beiden Komponenten Sprache und Wirklichkeit stehen in einem prekären Verhältnis: Die Sprache kann noch so kunstvoll sein, noch so raffiniert, ausgekocht und mit allen Wassern von Romantheorien gewaschen – wenn mit ihr etwas erzählt wird, was aus Gründen des Nicht-genau-Hinschauens, des Nicht-Wissens, des Falsch-Verstehens, des Nicht-Kennens von Sachverhalten, Topographien, Fakten etc. nicht hinreicht, dann zerplatzt die schöne Kunst wie eine Seifenblase, die bestenfalls noch hübsch schillert, normalerweise aber nur einen seifigen Nachgeschmack hinterlässt. Dann werden Texte plötzlich entsetzlich prätentiös.“ Und „Kriminalliteratur wird zum belanglosen oder auch bedenklichen ‚Grimmi’ dort, wo sie prätendiert, dass das Gute siegt, wo die Ordnung wieder hergestellt wird, die Monster ‚Serialkiller’ heißen, ‚das Böse’ psychopathisch ist, das Morden eine künstlerische Tätigkeit und das Aufklären ein Puzzlespiel.“

Es werden, allerdings eher beiläufig, einige Entwicklungen im Genre in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich. Die wichtigsten sind dabei das Ende der seit Jahrzehnten bekannten Krimireihen in den Neunzigern, der Aufstieg des Regiokrimis, der Sieg von Donna Leon und Henning Mankell an der Kasse und der Aufbau der metro-Reihe, die vor allem Autoren außerhalb der bekannten Regionen Deutschland-Skandinavien-USA präsentierte.

Das Namedropping in den Essays löst immer wieder ein beifälliges Nicken aus. Joseph Wambaugh (die Werke aus dem letzten Jahrhundert), Chester Himes, Jerry Oster, Jerome Charyn, Pieke Biermann, Jean-Patrick Manchette, Ross Thomas, Eric Ambler, Lawrence Block und George Simenon. Auch seine „15 begründete Vorlieben, international, in Büchern…“ erfreut die langjährigen Krimifans:

Thomas Adcock (geb. 1947): Hell’s Kitchen (Sea of Green, 1989 – nicht mehr erhältlich)

Robert W. Campbell (1927 – 2000): Asche (Juice, 1988 – nicht mehr erhältlich)

Liza Cody (geb. 1944): Schwesternkrieg (Monkey Wrench, 1994 – nicht mehr erhältlich)

Didier Daeninckx (geb. 1949)/Jacques Tardi (geb. 1946): Den Letzten beißen die Hunde Le Der des ders, 1997 – nicht mehr erhältlich)

Pablo de Santis (geb. 1963): Voltaires Kalligraph (El caligrafo de Voltaire, 2001 – Unionsverlag)

Garry Disher (geb. 1949): Drachenmann (The Dragon Man, 1999 – Unionsverlag)

Joe Gores (geb. 1931): 32 Cadillacs (32 Cadillacs, 1992 – nicht mehr erhältlich)

Imre Kertész (geb. 1929): Detektivgeschichte (Detektivtörténet, 1977/2001 – Rowohlt)

Robert Littell (geb. 1935): Die kalte Legende (Legends, 2005 – Fischer Verlag)

William Marshall (geb. 1944): Manila Bay (Manila Bay, 1986 – Unionsverlag, nicht mehr erhältlich)

Andreu Martin (geb. 1949): Die Stadt, das Messer und der Tod (El Hombre de la Navaja, 1993 – nicht mehr erhältlich)

James Sallis (geb. 1944): Driver (Drive, 2005 – Liebeskind)

Paco Ignacio Taibo II (geb. 1949): Vier Hände (Cuatro Manos, 1990 – Unionsverlag)

Luis Ferdinand Verissimo: Der Club der Engel (O Clube dos Anjos, 1998 – nicht mehr erhältlich)

Donald E. Westlake (geb. 1933): Der Freisteller (The Ax, 1997 – nicht mehr erhätlich)

Gerade jüngere Krimifans dürften spätestens jetzt ins Grübeln geraten. Von diesen fünfzehn Werken sind neun Werke nicht mehr erhältlich, andere Bücher der genannten Autoren oft ebenfalls nicht, das Durchschnittsalter ist deutlich über Sechzig, es ist nur eine Frau dabei und der Unionsverlag erhält bei den erhältlichen Büchern die meisten Nennungen. Diese Liste zeigt exemplarisch den Grund für das zunehmende Unwohlsein während der Lektüre von „Das Mörderische neben dem Leben“.

Insgesamt entsteht nämlich der Eindruck, dass in den vergangenen zehn Jahren, bis auf wenige Ausnahmen, nur Mist veröffentlicht wurde und dass alle jüngeren Autoren (sagen wir mal: unter sechzig Jahren) nur Mist schreiben oder nicht erwähnenswert sind. Kein Ian Rankin, kein Michael Connelly, kein George Pelecanos (den Wörtche nicht mag), kein Joe R. Lansdale, kein Jason Starr, kein Ken Bruen, kein John Harvey, keine Sara Paretsky, kein Thomas C. Cook, kein Peter Temple, kein Dennis Lehane, kein Charlie Huston, kein Mark Billingham, kein Jonathan Lethem – um nur einige Autoren (unabhängig von ihrem ästhetischem Programm, also ob Kriminalliteratur oder Grimmi) zu nennen, die in den vergangenen Jahren in der Krimiszene bei Lesern und Autoren sehr beliebt waren. Lee Child wird im Vorwort mit einem Satz erwähnt. Donna Leon, Ingrid Noll, die Skandinavier und die Serienkillerthriller werden immer mal wieder in einem Halbsatz abgewatscht.

Diese massive Schlagseite zugunsten nicht mehr erhältlicher Romane und Autoren kann, weil sie sich durch das gesamte Buch zieht, nicht damit erklärt werden, dass halt in einem Text aus dem Jahr 1995 auf 1995 erhältliche Autoren hingewiesen wird und es in erster Linie um die Argumentation des Autors gehe. Denn Wörtche wählte die Texte aus und, weil die meisten Bücher und Autoren nicht mehr erhältlich sind, müssen die Urteile von Wörtche einfach geglaubt werden. Eine schnelle Überprüfung ist meistens nicht möglich (Ein Stöbern in verschiedenen Antiquariaten ist dagegen eine langwierige Aufgabe und das Bestellen über Amazon-Marketplace und Abebooks immer etwas gefährlich.). Diese vom Autor aufgerichtete Barriere erschwert Interessierten unnötig die Lektüre. Da hilft auch Wörtches in dem Vorwort bescheiden formulierter Anspruch, dass „Das Mörderische neben dem Leben“ sich den Luxus gönne, „Kriminalliteratur und das Nachdenken über sie als zunächst einmal (allgemein-)konsensfreie Zone zu betreiben“, nicht. Denn dieser Luxus führt dazu, dass „Das Mörderische neben dem Leben“ vor allem ein Buch für bereits bekehrte Krimifans ist.

Neulinge dürften dagegen besser mit den „Krimijahrbüchern“ oder Barry Forshaws „The Rough Guide to Crime Fiction“ bedient sein. Denn für sie dürfte „Das Mörderische neben dem Leben“ ein obskurer Closed-Shop sein.

Thomas Wörtche: Das Mörderische neben dem Leben – Ein Wegbegleiter durch die Welt der Kriminalliteratur

Libelle, 2008

208 Seiten

19,90 Euro

Enthält

Kriminalliteratur tanzt, schwimmt und rudert auf vielerlei Grenzlinien – Ein Vorwort

TWs seltsame Rankings

Sprengfallen – Eric Ambler und die Poetik des Pragmatischen

Das Versagen der Kategorien – Über Georges Simenon

It Does Make Sense! Chester Himes und sein 20. Jahrhundert in den USA und Europa

Rätsel Ripley oder Ripley, revisted

Das Mörderische und das Komische

Kriminalliteratur, weltweit

The making of metro…

Krimis und Kriminalliteratur

Desaster as usual – Science-Fiction, Kriminalliteratur und eine ungeklärte Nachbarschaft

Die Verweigerung von Eindeutigkeit – Der argentinische Zeichner Albert Breccia und sein Beitrag zur Ästhetik des 20. Jahrhunderts

Gewalt im Reich der Töne – Ein unbequemes Radiofeuilleton mit Musik


Hinweis

Thomas Wörtche im Netz: Kaliber .38 und Titel-Magazin


TV-Tipp für den 15. November: Die lange Filmnacht: Wim Wenders

November 15, 2008

Bei Arte gibt’s Themenabende. Beim RBB eine lange Filmnacht:

RBB, 23.05

Shooting Palermo (D 2008, R.: Hella Wenders)

Die Doku wird wohl in einigen Monaten auf der DVD des neuen Wim-Wenders-Films „Palermo Shooting“ als „Making of“ zu finden sein. Davor, und das ist der Anlass für die Filmnacht, startet der Spielfilm, mit dem Sänger der „Toten Hosen“ in der Hauptrolle, am 20. November im Kino.

Mit Wim Wenders, Campino, Lou Reed, Dennis Hopper, Milla Jovovich

RBB, 23.50

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel

RBB, 01.50

Hammett (USA 1982, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope

LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)

Dashiell Hammett will sein Geld als Schriftsteller verdienen. Da wird er von seinem Ex-Kollegen Jimmy um Hilfe bei der Suche nach einer chinesischen Prostituierten gebeten. Kurz darauf befindet sich Hammett in einem mörderischen Komplott, bei dem sein Leben keinen Cent mehr wert ist.

Joe Gores mischte in seinem sehr gelungen Buch Hammetts Biographie mit historischen Gegebenheiten und Fiktion.

Die Produktion des Filmes für Francis Ford Coppolas Zoetrope Studios war für Wenders eine ernüchternde Erfahrung: mehrere verschiedene Drehbücher (u. a. schrieb Joe Gores die erste Fassung), ein exzessiver Nachdreh anderthalb Jahre nach dem ersten Dreh, in Farbe statt in Schwarzweiß, mit einem fremden Team und Auseinandersetzungen mit dem Produzenten über die Konzeption des Films. So hatte sich der in Deutschland hochgelobte Regisseur seine Ankunft in Hollywood nicht vorgestellt.

„Hammett ist vor allem ein Film der Zitate, der ironischen Verweise. Er ist eine Erinnerung an den Film Noir, dessen Atmosphäre er evoziert, aber auch ironisiert. Die Kulissen sehen immer ein wenig wie Kulissen aus, das Tempo ist enorm gedrosselt, fast ritualisiert. Alle ästhetischen Mittel der Vorgänger aus den 40er Jahren sind benutzt: die extreme Dunkelheit, die scharfen Kontraste, die Lichtstreifen, die Kameraposition aus der Vogelperspektive.“ (Stefan Kolditz in Wim Wenders, Hanser Verlag Reihe Film Band 44).

Hammett ist – so ein heute immer noch gültiges Urteil der damaligen Kritik – Wenders bester und unpersönlichster Film.

Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)

Hinweis

Meine Besprechung von Joe Gores „Hammett“ (Hammett, 1975)

RBB, 03.20

In weiter Ferne, so nah (D 1993, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders, Richard Reitinger, Ulrich Zieger

Die natürlich in Berlin gedrehte Fortsetzung von „Der Himmel über Berlin“. „Entstanden ist ein filmisches Wolkengebilde, das aus weiter Ferne fasziniert und sich in Nichts auflöst, wenn man zu nah rangeht.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Mit Otto Sander, Peter Falk, Bruno Ganz, Solveig Dommartin, Horst Buchholz, Nastassja Kinski, Heinz Rühmann, Rüdiger Vogler, Lou Reed, Willem Dafoe, Michael Gorbatschow, Hanns Zischler, Yella Rottländer (die Alice aus „Alice in den Städten“); Udo Samel

Hinweis

Homepage von Wim Wenders


TV-Krimi-Buch-Tipps online

November 7, 2008

Wow, sieht das gut aus! Deshalb gibt es in der Kriminalakte (gemäß den Grundsätzen einer ordentlichen Aktenführung) nur die wichtigen Schlagworte:

Während Daniel Craig im Kino 007 spielt, treten die anderen Bonds im heimatlichen Wohnzimmer auf. Auch Bienzle, Brunetti, Jack Ryan, Van Veeteren und Wallander dürfen böse Jungs jagen. DCI Tennison in den ersten beiden „Heißer Verdacht“-Folgen tut’s ebenfalls. Außerdem sehenswert sind Oliver Hirschbiegels Mario-Giordano-Verfilmung „Das Experiment“, Michael Hodges Ted-Lewis-Verfilmung „Get Carter“, Elio Petris Leonardo-Sciascia-Verfilmung „Zwei Sarge auf Bestellung“, Martin Ritts John-le-Carré-Verfilmung „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (und anschließend die Doku „König der Spione – John le Carré“), David Cronenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“, die Orson-Welles-Filme „Citizen Kane“ und „Im Zeichen des Bösen“ (nach einem Roman von Whit Masterson), Jean-Pierre Jeunets Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Mathilde – Eine große Liebe“, Martin Scorseses Nicholas-Pileggi-Verfilmung „Casino“, die RBB-Wim-Wenders-Nacht mit „Der amerikanische Freund“ (nach Patricia Highsmith), „Hammett“ (nach Joe Gores) und einem hier nicht erwähntem Überraschungsfilm und Dominik Grafs Kai-Meyer-Verfilmung „Das Gelübde“ (jaja, der zweite Nicht-Krimi in diesen Tipps).


Spurensuche über Privatdetektivromane online

Dezember 18, 2007

Wer immer noch kein Weihnachtsgeschenk für den kriminell interessierten Literaturfan nebenan hat, muss unbedingt meine neue Spurensuche „Detektive bei der Arbeit – Ein Überblick über neue Privatdetektivromane“ studieren. Die Delinquenten sind:

Joe Gores: Hammett (Hammett, 1975)

Stuart M. Kaminsky: Vengeance, 1999 (Deutsche Ausgabe: Spur nach Süden)

Sara Paretsky: Eine für alle (Guardian Angel, 1992)

Harlan Coben: Der Insider (Fade Away, 1996)

Joe R. Lansdale: Rumble Tumble (Rumble Tumble, 1998)

G. M. Ford: Rotes Fieber (Red Tide, 2004)

G. M. Ford: Die Geisel (No Man’s Land, 2005)

G. M. Ford: Blown Away, 2006

Ken Bruen: The Guards, 2001

Ken Bruen: The Killing of the Tinkers, 2002

Ken Bruen: The Magdalen Martyrs, 2003

Ken Bruen: The Dramatist, 2004

Ken Bruen: Priest, 2006

Ken Bruen: Cross, 2007

Lee Goldberg: Mr. Monk und die Montagsgrippe (Mr. Monk and the Blue Flu, 2007)

 

“Beeindruckend.”

(leicht beleidigter Zuruf, Oxford-Englisch)


Sachdienliche Hinweise von Block bis Voss

Oktober 22, 2007

Tobias Gohlis schreibt jetzt nicht mehr in sein Krimitagebuch, sondern in seinen Blog.

Krimiautor Willi Voss ist unter die Blogger gegangen. Außerdem hat er mir (und damit der Krimiwelt gesagt):

Ja, ist wirklich an der Zeit, wieder einmal einen Krimi zu schreiben… ist in Arbeit. Nachdem ich einen dickleibigen Thriller fertig gestellt habe, der noch seinen Verleger sucht, steht das Ende des neuen Kriminalromans in Aussicht. Gute sechs Wochen noch, denke ich. Ob das Comeback gelingt, wird sich zeigen. 

Das hört sich gut an.

Kurz notiert:

The Writing Show interviewt David Simon, den Macher der Krimiserie „The Wire“ (Eine realistische, hochgelobte Serie, für die auch Ed Burns, Richard Price, Dennis Lehane und George Pelecanos schrieben. Über einen deutschen Start ist noch nichts bekannt.)

Mark Coggins interviewt Joe Gores über Dashiell Hammett (In dem Interview verrät Joe Gores auch, dass er Jahrzehnte nach seinem Roman „Hammett“ jetzt ein Prequel zu „Der Malterser-Falke“ schreibt.)

Blockianer aufgepasst! Krimiautor Wallace Stroby schreibt über den Matthew Scudder-Krimi „The Devil knows your’re dead“: „It is, in my mind, the ne plus ultra of the Scudder books and maybe one of the ten best private eye novels ever.

Things I’d rather be doing schreibt, dass die Sammlung von sehr frühen Kurzgeschichten „One Night Stands“ von Lawrence Block 2008 wiederveröffentlicht wird. Die erste Auflage ist schon lange ausverkauft. (Etwas runterscrollen bis „Early Lawrence Block stories coming back to print“)

Außerdem:

Heute ist der Erstverkaufstag von „Im Namen der Toten“ (The Naming of the Dead, 2006), dem neuen John Rebus-Roman von Ian Rankin. Das ist für uns ein viel wichtigeres Ereignis als der neue Harry Potter.  Eine Besprechung von dem fast sechshundertseitigen Werk gibt es demnächst.


Die kriminelle Herbst-Winter-Kollektion – Teil 4

Juli 10, 2007

Bleiben wir bei den kleinen Verlagen, die teilweise nur einen Krimi veröffentlichen. Wie immer sind die Werke, auf die ich mich besonders freue, dick hervorgehoben.

Assoverlag

Ursula Sternberg: Variationen der Wahrheit oder: von Liebe, Käse und anderen Dingen (Das zweite Buch von Sternberg ist ein ‚rasanter Gourmet-Krimi’ [Verlagsprosa]. Ein EU-Kommissar wird ermordet. Eine Käsehändlerin und ein Polizist ermitteln.)

 

Conzett bei Oesch

September

Kaspar Wolfensberger: Liebeskrank – Interview mit List (Vor seinem Tod gibt der Chefarzt einer psychiatrischen Klinik ein Interview.)

 

Daedalus Verlag

Christina Bacher/Harald Justin (Hrsg.): Jazz in Crime – Kalender für Kriminalliteratur (eine etwas eklektische Zusammenstellung über – unter anderem – Bill Moody, Charles Mingus, das Billie Holiday-Lied „Strange Fruit“ und „Verbrechen und Jazz im Film“ schreiben unter anderem Ulrich Kriest, Thomas Wörtche und sicher auch Harald ‚Jazzthetik’ Justin)

 

Gollenstein Verlag

Walter Wolter: Ein Lied vom Tod (Die Inhaltsangabe verwirrt. Privatdetektiv Bruno Schmidt ist der Leibwächter einer Konzernerbin. Gleichzeitig geht im Saarland ein Mörder um, der vor der Tat den Opfern das „Lied vom Tod“ vorspielt. Und Schmidt erhält von einer todkranken Diva eine außergewöhnliche Lebensperspektive)

 

Panini

Ist in erster Linie ein Comic-Verlag. Die Marvel-Helden, die Simpsons und viele weitere in der Szene geschätzte Comics, wie die Werke von Frank Miller, erscheinen bei Panini in der deutschen Übersetzung.

Für Krimifans hat der Verlag demnächst im Angebot:

Gerade erschienen:

Brad Meltzer: Justice League of America I: Aus der Asche (der Thriller-Autor erfindet Geschichten für eine DC-Comicserie.)

18. Juli

Collins/Rodriguez/Wood: CSI: Das Dämonenhaus

22. August

Neil Gaimans Niemandsland (neuer Comic des Multitalents)

23. August:

M. Fraction/A. Olivetti: Punisher War Journal 1 (enthält die Marvel-Bücher „Punisher War Journal 1-4“)

 

Pendragon

Juli

Frank Göhre: St. Pauli Nacht (Frank Göhre ist wieder zurück. Anscheinend hat er seinen Episodenroman „St. Pauli Nacht“ für diese Ausgabe überarbeitet. Der Verlag legt eine DVD mit dem gleichnamigen Spielfilm und weiteren Informationen bei. Also noch ein Grund, sich diese – nach meiner Zählung – dritte Ausgabe von „St. Pauli Nacht“ anzuschaffen.)

Robert B. Parker: Der stille Schüler (School Days, 2005; Der neue Spenser.)

Roland Voggenauer: Blut und Wasser (Staudacher klärt einen über hundert Jahre zurückliegenden Mord auf.)

August

Colin Higgins: Harold und Maude (Okay, kein Krimi, aber Kult und endlich wieder auf Deutsch erhältlich)

September

Mechthild Borrmann: Morgen ist der Tag nach gestern (Ein ehrbarer Mann mit schmutziger Weste wird umgebracht. Die Polizei ermittelt.)

Erwin Grosche: Der falsche Priester (Ein Privatdetektiv, der sich als Priester tarnt, klärt eine Mordserie auf. Hm.)

Cem Melou: Toxische Killer (Ist wohl ein S-F-Thriller über die bösen Machenschaften eines Lebensmittelherstellers, der über Leichen geht.)

Andy Strässle: Die Wodka-Verschwörung (Roberta soll für ihren Chef herausfinden, ob er wirklich der Vater ist. Sie recherchiert in einer Befruchtungsklinik, die etwas verbergen will.)

 

Unionsverlag

Metro-Herausgeber Thomas Wörtche verlässt nach jahrelanger Aufbauarbeit den Verlag. Deshalb ist das Herbstprogramm das letzte von ihm vollständig betreute Programm.

Juli

Jean-Claude Izzo: Leben macht müde (Vivre fatigue, 1998 – ein weiterer Nicht-Krimi von Izzo)

Bill Moody: Bird lives! (Bird lives!, 1999 – die Taschenbuchausgabe)

Manfred Wieninger: Der Engel der letzten Stunde (die Erstausgabe erschien 2005 bei Haymon – Privatdetektiv Marek Miert sucht ein verschwundenes Mädchen und hat Ärger mit einem durchgeknallten Oberleutnant)

August

Bruno Morchio: Kalter Wind in Genua (Bacci Pagano – Una storia da carruggi, 2004 – Kann Privatdetektiv Bacci Pagano das Attentat auf den Ministerpräsidenten verhindern? Als Vorbilder nennt Morchio Vázquez Montalbán, Izzo und Chandler. Keine schlechte Wahl.)

Gabriel Trujillo Munoz: Erinnerung an die Toten (Puesta en excena, 2002; La memoria de los muertos, 2005 – zwei weitere Abenteuer mit dem Menschenrechtsanwalt Morgado. Der erste Band „Tijuana Blues“ gefiel mir sehr gut.)

September

Patrik Boman: Peabody ghet in die Knie (Peabody met un genou en terre, 2000 – Erstausgabe erschein 2006 bei Zebu – Zweiter Peabody-Krimi: Er sucht den Mörder einer unbekannte, im Trog des frommen Färbermeisters gefundenen Leiche.)

Joe Gores: Hammett (Hammett, 1975 – Endlich erscheint der bekannteste Roman von Joe Gores wieder. Er verwickelt Dashiell Hammett in einen fiktiven Kriminalfall. Wim Wenders verfilmte das Buch.)


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