Neu im Kino/Filmkritik: „Hail, Caesar!“ Hail, Joel Coen! Hail, Ethan Coen!

Februar 20, 2016

Nach „A serious Man“, „True Grit“ und „Inside Llewyn Davis“ gönnen sich Joel und Ethan Coen mit „Hail, Caesar!“ eine Auszeit von den schweren und ernsten Stoffen. Ihr neuer Film ist eine leichte Komödie bar jeglichen gesellschaftlichen und auch weitergehenden künstlerischen Anspruchs, der weiter oder tiefer als die glänzende Oberfläche geht. Genau wie für Pedro Almodóvar „Fliegende Liebende“ nach mehreren ernsten Filmen auch nur ein Intermezzo, ein Spaß, eine Entspannungsübung war, in dem er seine altbekannten Themen in altbekannter Weise hübsch aufbereitete, ist auch „Hail, Caesar!“ für die Coens nicht mehr als eine Fingerübung voller Stars und Zitate, die glaubt, auf eine Geschichte verzichten zu können.
Der neue Film der Coen-Brüder entführt in das Hollywood der frühen fünfziger Jahre und erzählt einige Stunden aus dem Leben von Eddie Mannix (Josh Brolin), dem Problemlöser von Capitol Pictures. Nach seiner Beichte, in der der reuige Sünder erzählt, dass er, obwohl er mit dem Rauchen aufgehört hat, geraucht hat, kümmert er sich mitten in der Nacht um ein Starlet, das für verfängliche Fotos posiert. In diesem Moment erscheint Mannix als Bruder von Phil Marlowe. Aber er ist nur der allzuständige Manager, der sich auch um den täglichen Kleinkram kümmert, dabei von den Zwillingsschwestern Thora und Thessaly Thacker (Tilda Swinton in einer Doppelrolle und damit auch mit der doppelten Leinwandpräsenz) als aasige Gesellschaftsreporterinnen (mit realem Vorbild) wegen exklusiver Informationen belästigt wird und die verschiedenen Sets besucht, an denen gerade Filme gedreht werden: ein großes Bibelepos mit Christen und Römern als die Prestigeproduktion des Studios, ein Musical mit einer singenden Wassernixe (keine badende Venus), ein Musical mit stepptanzenden Matrosen, ein Serial-Western mit einem sehr akrobatischen Cowboy und einem Drama, das wie eine missglückte Screwball-Comedy aussieht.
Da verschwindet Baird Whitlock (George Clooney), der Star des Bibelfilms, plötzlich, in einer kurzen Drehpause, spurlos. Mannix glaubt zuerst, dass Whitlock einfach nur eine weitere seiner Kneipentouren unternimmt. Als er die Lösegeldforderung von einer sich „Die Zukunft“ nennenden Gruppe erhält, die behauptet, Whitlock entführt zu haben, beginnt er Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um das Problem zu lösen. Natürlich ohne dass irgendjemand etwas davon erfährt und ohne dass ein Drehtag verloren geht.
Whitlocks Entführer, eine Gruppe kommunistischer Drehbuchautoren und Statisten, sind allerdings gar nicht so schlimm. Sie parlieren mit Whitlock, der ein wahrer Trottel ist und der seine römische Uniform mit unverkennbarem Glauben an seine eigene Herrlichkeit trägt, über den ausbeuterischen Kapitalismus und die kommunistischen Ideen und reichen Häppchen.
„Hail, Caesar!“ ist eine Aneinanderreihung von Episoden, Anekdoten, Liebeserklärungen an Stars, Filme und Genres und eine einzige große Hommage an das Hollywood-Kino der fünfziger Jahre. Das Kino, das die Coen-Brüder in ihrer Kindheit gerade noch genießen konnten und das während ihrer Jugendjahre endgültig aus den Kinos verschwand und in dem sie jetzt wie in einem Bilderbuch blättern. Für jede Szene, jede Figur, jedes Bild kann mindestens eine filmische oder reale Referenz genannt werden. Was allerdings fehlt, ist eine Geschichte, die dieser Nummernrevue pompös eingeführter und oft lieblos fallengelassener Figuren irgendeine Tiefe oder Bedeutung verleihen könnte.
Denn die fünfziger Jahre waren auch die Jahre des Kommunistenhassers McCarthy und der Berufsverbote für echte und vermeintliche Kommunisten. In „Trumbo“, der am 10. März bei uns anläuft, erzählt Jay Roach, ausgehend von der Biographie des erfolgreichen Drehbuchautoren Dalton Trumbo, davon. Sein sehenswerter Film ist der ernste Gegenentwurf zum eskapistischen „Hail, Caesar!“. Dieser Unterschied fällt besonders bei den Figuren auf, die in beiden Filmen auftreten. In „Hail, Caesar!“ unter falschen Namen. In „Trumbo“ unter ihrem echten Namen, als Kolumnistin Hedda Hopper, Drehbuchautor Dalton Trumbo und seine Freunde, die anderen Autoren und Schauspieler, die sich in ihren Häusern trafen und über sozialistische Ideen und den real existierenden Kapitalismus sprachen, während John Wayne und Ronald Reagan die amerikanischen Werte hochhielten.
Aber diese düstere Realität interessiert die Coen-Brüder überhaupt nicht. „Hail, Caesar!“ ist kein zweiter „Barton Fink“ oder „The Big Lebowski“, sondern eher ein zweites „Burn after Reading“, das dieses Mal in einer Traumwelt spielt, die sich Traumfabrik nennt und in der alles nach einer einzigen großen Inszenierung aussieht und nichts von wirklich existenzieller Bedeutung ist.
Auch wenn die Drehbuchautoren philosophisch über den Kapitalismus und die Religionsgelehrten über die Darstellung von Jesus in „Hail, Caesar!“ parlieren dürfen.

Hail Caesar - Plakat

Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
mit Josh Brolin, Alden Ehrenreich, George Clooney, Max Baker, Ralph Fiennes, Heather Goldenhersh, Ian Blackman, Veronica Osorio, Tom Musgrave, David Krumholtz, Tilda Swinton, Fisher Stevens, Patrick Fischler, Fred Melamed, Channing Tatum, Jonah Hill, Frances McDormand, Michael Gambon (Erzähler im Original; in der deutschen Fassung ist Christian Rode der mit pathetischem Ernst die Anekdoten einordnende Erzähler)
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Hail, Caesar!“
Metacritic über „Hail, Caesar!“
Rotten Tomatoes über „Hail, Caesar!“
Wikipedia über „Hail, Caesar!“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Mai: The Big Lebowski

Mai 1, 2020

ZDFneo, 20.15

The Big Lebowski (The Big Lebowski, USA 1998)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Rotten Tomatoes über „The Big Lebowski“

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 20. April: True Grit – Vergeltung

April 19, 2020

Arte, 20.15

True Grit (True Grit, USA 2010)

Regie: Joel Coen, Ethan Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (Die mutige Mattie; True Grit)

Die vierzehnjährige Mattie Ross will den Mörder ihres Vaters, den Feigling Tom Chaney, finden. Für die Jagd engagiert sie den versoffenen, aber furchtlosen Marschall Rooster Cogburn.

Ein zukünftiger Western-Klassiker

mit Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper

Wiederholung: Donnerstag, 23. April, 13.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis (deutsch, englisch) und „True Grit

New York Times über Charles Portis (19. Dezember 2010)

Amerikanische Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Deutsche Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Metacritic über “True Grit”

Rotten Tomatoes über “True Grit”

Drehbuch „True Grit“ von Joel und Ethan Coen

Meine Besprechung von Charles Portis’ Roman „True Grit/Die mutige Mattie“ (True Grit, 1968)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. März: Arizona Junior

März 29, 2020

Mit „Arizona Junior“ beginnt ein laanger Abend des guten Films bei Arte. Um 21.45 Uhr geht es mit „Down by Law“ (USA 1986, Regie: Jim Jarmusch) kultig weiter und um 23.25 Uhr gibt es, als TV-Premiere, in der restaurierten Fassung den Stummfilm „Das Grabmal einer großen Liebe“ (Shiraz, Indien/Großbritannien/Deutschland 1928, Regie: Franz Osten, Musik: Anoushka Shankar). Also dranbleiben nach

Arte, 20.15

Arizona Junior (Rising Arizona, USA 1987)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Ganove H. I. McDunnogh und Polizistin Ed lernen sich auf der Polizeistation kennen, weil H. I. ein ziemlich glückloser Gewohnheitsverbrecher ist und entsprechend oft bei ihr im Gefängnis landet. Sie verlieben sich. Sie wollen ein Kind. Aber sie ist unfruchtbar. H. I. hat einen genialen Plan: er entführt einfach einen von den Fünflingen des Möbelmoguls Nathan Arizona. Der Verlust wird ihm schon nicht auffallen. Denkt sich der Gauner. Aber Arizona versteht keinen Spaß. Ein gnadenloser Kopfgeldjäger verfolgt das junge Glück. Und dann sind da noch die Kumpels von H. I..

In dem Frühwerk nehmen die Coen-Brüder sich das US-Bild der heilen Familie vor und ertränken es in schwarzem Humor und absurdem Slapstick. Ein köstlicher Spaß.

mit Nicolas Cage, Holly Hunter, Trey Wilson, John Goodman, William Forsythe, Frances McDormand, M. Emmet Walsh

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Arizona Junior“

Wikipedia über „Arizona Junior“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. März: No Country for Old Men

März 5, 2020

Pro7, 23.25

No Country for Old Men (No Country for Old Men, USA 2007)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005 (Kein Land für alte Männer)

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Sonntag, 8. März, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 21. Februar: True Grit – Vergeltung

Februar 20, 2020

Wegen des Todes von Charles Portis (28. Dezember 1933 – 17. Februar 2020)

Tele 5, 20.15

True Grit (True Grit, USA 2010)

Regie: Joel Coen, Ethan Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (Die mutige Mattie; True Grit)

Die vierzehnjährige Mattie Ross will den Mörder ihres Vaters, den Feigling Tom Chaney, finden. Für die Jagd engagiert sie den versoffenen, aber furchtlosen Marschall Rooster Cogburn.

Ein zukünftiger Western-Klassiker

mit Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper

Wiederholung: Montag, 24. Februar, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis (deutsch, englisch) und „True Grit

New York Times über Charles Portis (19. Dezember 2010)

Amerikanische Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Deutsche Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Metacritic über “True Grit”

Rotten Tomatoes über “True Grit”

Drehbuch „True Grit“ von Joel und Ethan Coen

Meine Besprechung von Charles Portis’ Roman „True Grit/Die mutige Mattie“ (True Grit, 1968)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


Wer kriegt dieses Jahr die Oscars? Meine Vorschläge für den Jahrgang 2019 (Update 25. 2. 2019: die Gewinner)

Februar 24, 2019

In wenigen Stunden ist es soweit: im sonnigen Hollywood werden die diesjährigen Oscars verliehen und wie jedes Jahr wurden einige Filme und Leistungen sträflich übersehen. Trotzdem gibt es in den Hauptkategorien keinen Totalausfall; – naja, „Bohemian Rhapsody“ ist zwar ein nettes Musikerbiopic, aber als besten Film sehe ich ihn definitiv nicht. Bei einigen der anderen Filme war ich etwas am Überlegen, aber am Ende würde ich „The Favourite“ viele Oscars geben.

Den hochgelobten „Roma“ lasse ich komplett außen vor, weil er als Netflix-Film nach einer Alibi-Kinoauswertung nur noch an einem Ort gesehen werden kann. Das widerspricht der Idee, dass über Kinofilme über einen längeren Zeitraum gesprochen wird und sie damit auch Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse und andere Filme nehmen. Bis jetzt gelang das noch keinem Netflix-Film. Oder erinnert sich noch jemand an „Beast of No Nation“ und „Okja“?

Selbstverständlich werden die Preisträger nachgetragen.

(UPDATE nach der Preisvergabe: die Gewinner)

Nominiert für die 2019er Oscars sind:

Best Picture

BlacKkKlansman

Black Panther

Bohemian Rhapsody

The Favourite (MEIN TIPP)

Green Book (GEWINNER – das erinnert an 1990, als „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ [Driving Miss Daisy] den Oscar als bester Film des Jahres erhielt)

Roma

A Star Is Born

Vice

Best Director

Alfonso Cuaron (Roma) (GEWINNER)

Yorgos Lanthimos (The Favourite) (MEIN TIPP)

Spike Lee (BlacKkKlansman)

Adam McKay (Vice)

Pawel Pawlikowski (Cold War)

Best Actress

Yalitza Aparicio (Roma)

Glenn Close (The Wife [Die Frau des Nobelpreisträgers])

Olivia Colman (The Favourite) (MEIN TIPP) (GEWINNER)

Lady Gaga (A Star Is Born)

Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)

Best Actor

Christian Bale (Vice) (MEIN TIPP)

Bradley Cooper (A Star Is Born)

Willem Dafoe (At Eternity’s Gate)

Rami Malek (Bohemian Rhapsody) (GEWINNER)

Viggo Mortensen (Green Book)

Best Supporting Actress

Amy Adams (Vice)

Marina de Tavira (Roma)

Regina King (If Beale Street Could Talk) (MEIN TIPP – auch weil „If Beale Street could talk“ bei den Nominierungen sträflich vernachlässigt wurde, läuft bei uns am 7. März an) (GEWINNER)

Emma Stone (The Favourite)

Rachel Weisz (The Favourite)

Best Supporting Actor

Mahershala Ali (Green Book) (MEIN TIPP – obwohl Richard E Grant auch eine gute Wahl gewesen wäre) (GEWINNER)

Adam Driver (BlacKkKlansman)

Sam Elliott (A Star Is Born)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Sam Rockwell (Vice)

Best Original Screenplay

The Favourite (Deborah Davis and Tony McNamara) (MEIN TIPP)

First Reformed (Paul Schrader) (noch nicht gesehen und hier wohl nur als VoD ansehbar)

Green Book (Brian Hayes Currie, Peter Farrelly and Nick Vallelonga) (GEWINNER)

Roma (Alfonso Cuaron)

Vice (Adam McKay)

Best Adapted Screenplay

A Star Is Born (Bradley Cooper, Will Fetters and Eric Roth)

The Ballad of Buster Scruggs (Joel Coen and Ethan Coen)

BlacKkKlansman (Spike Lee, David Rabinowitz, Charlie Wachtel and Kevin Willmott) (GEWINNER)

If Beale Street Could Talk (Barry Jenkins) (MEIN TIPP)

Can You Ever Forgive Me? (Nicole Holofcener and Jeff Whitty)

Best Makeup & Hairstyling (puh…)

Border

Mary Queen of Scots (Maria Stuart, Königin von Schottland)

Vice (MEIN TIPP, wegen Dick) (GEWINNER)

Best Costume Design

The Ballad of Buster Scruggs (Mary Zophres)

Black Panther (Ruth E. Carter) (GEWINNER)

The Favourite (Sandy Powell) (MEIN TIPP)

Mary Poppins Returns (Sandy Powell)

Mary Queen of Scots (Alexandra Byrne)

Best Cinematography

The Favourite (Robbie Ryan) (MEIN TIPP)

Never Look Away (Werk ohne Autor) (Caleb Deschanel)

Roma (Alfonso Cuaron) (GEWINNER)

A Star Is Born (Matty Libatique)

Cold War (Lukasz Zal)

Best Original Song (da hab ich keinen im Ohr. Aber „Shallow“ soll gut sein)

All the Stars“ (Black Panther, written by Kendrick Lamar, Al Shux, Sounwave, SZA and Anthony Tiffith) Performed by Kendrick Lamar and SZA

I’ll Fight“ (R.B.G., written by Diane Warren) Performed by Jennifer Hudson

The Place Where Lost Things Go“ (Mary Poppins Returns, written by Marc Shaiman and Scott Wittman) Performed by Emily Blunt

Shallow“ (A Star Is Born, written by Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando and Andrew Wyatt) Performed by Bradley Cooper and Lady Gaga (GEWINNER)

When a Cowboy Trades His Spurs for Wings“ (The Ballad of Buster Scruggs, written by Dave Rawlings and Gillian Welch) Performed by Tim Blake Nelson and Willie Watson

Best Original Score (kein Tipp, weil ich keinen Soundtrack mehr im Ohr habe. Wobei in „BlacKkKlansman“, „If Beale Street could talk“ und „Isle of Dogs“ die Musik nicht negativ auffiel. Wahrscheinlich macht das Musical „Mary Poppins Returns“ das Rennen, weil es ein Musical ist)

Black Panther (Ludwig Goransson) (GEWINNER)

BlacKkKlansman (Terence Blanchard)

If Beale Street Could Talk (Nicholas Britell)

Isle of Dogs (Alexandre Desplat)

Mary Poppins Returns (Marc Shaiman)

Best Documentary Feature (kein Tipp)

Free Solo (GEWINNER)

Hale County This Morning, This Evening

Minding the Gap

Of Fathers and Sons

R.B.G.

Best Animated Feature

Incredibles 2 (Die Unglaublichen 2)

Isle of Dogs (MEIN TIPP)

Mirai

Ralph Breaks the Internet

Spider-Man: Into the Spider-Verse (Spider-Man: A new Universe) (GEWINNER)

Best Foreign-Language Film

Capernaum (Lebanon)

Cold War (Poland)

Never Look Away (Werk ohne Autor) (Germany)

Roma (Mexico) (GEWINNER)

Shoplifters (Japan) (MEIN TIPP)

Best Sound Mixing

Black Panther

Bohemian Rhapsody (GEWINNER)

First Man (Aufbruch zum Mond)

Roma

A Star Is Born (MEIN TIPP, weil Musik ja im Mix entsteht)

Best Sound Editing

Black Panther

Bohemian Rhapsody (GEWINNER)

First Man

A Quiet Place  (MEIN TIPP)

Roma

Best Production Design

Black Panther (Hannah Beachler and Jay Hart) (GEWINNER)

The Favourite (Fiona Crombie and Alice Felton) (MEIN TIPP)

First Man (Nathan Crowley and Kathy Lucas)

Mary Poppins Returns (John Myhre and Gordon Sim)

Roma (Eugenio Caballero and Barbara Enriquez)

Best Visual Effects

Avengers: Infinity War

Christopher Robin

First Man (GEWINNER)

Ready Player One (MEIN TIPP – ansonsten „Avengers: Infinity War“)

Solo: A Star Wars Story

Best Film Editing

BlacKkKlansman (Barry Alexander Brown) (MEIN TIPP – nachdem ich Spike Lees neuen Film bis jetzt sträflich vernachlässigt habe)

Bohemian Rhapsody (John Ottman) (GEWINNER)

The Favourite (Yorgos Mavropsaridis)

Green Book (Patrick J. Don Vito)

Vice (Hank Corwin)

Best Animated Short (ab jetzt keine Tipps mehr, weil ich keinen der Filme kenne)

Animal Behaviour

Bao (GEWINNER)

Late Afternoon

One Small Step

Weekends

Best Live-Action Short

Detainment

Fauve

Marguerite

Mother

Skin (GEWINNER)

Best Documentary Short

Black Sheep

End Game

Lifeboat

A Night at the Garden

Period. End of Sentence (GEWINNER)


Die Oscar-Nominierungen 2019

Januar 22, 2019

Sodele, einen Tag nach den Razzie-Nominierungen, gibt es die Oscar-Nominierungen.

Die Oscar-Verleihung ist am Sonntag, den 24. Februar, im Dolby Theatre.

Insgesamt eine schöne Liste empfehlenswerter Filme; – und jetzt muss ich schnell überlegen, welche Filme wirklich übersehen wurden. Ad hoc fällt mir nur Debra Graniks „Leave no trace“ ein.

Ein, zwei der nominierten Filme habe ich noch nicht gesehen. Deshalb gibt es jetzt noch keine Oscar-Gewinner-Tipps. In der Kategorie „Bester Film des Jahres“ schwanke ich zwischen „The Favourite“ (mit einem überragendem Ensemble), „BlacKkKlansman“ (sehr witzig und sehr wütend) und „Green Book“ (der als kleiner Film eine kleine Geschichte erzählt). In dieser Kategorie fehlt vielleicht Barry Jenkins‘ „If Beale Street could talk“. „Vice – Der zweite Mann“ sehe ich nicht als Gewinner in dieser Kategorie, aber Christian Bale als Dick Cheney überzeugt und ist unter Maske fast nicht zu erkennen. Beste Schauspielerin sollte „The Favourite“ Olivia Colman werden. Die Trophäe für die beste Regie sollte ebenfalls an „The Favourite“ gehen. Also an Yorgos Lanthimos. Sowieso hat der Film, der am Donnerstag in unseren Kinos anläuft, jeden Preis verdient.

Ein Wort zu Netflix: mit „Roma“ und „ The Ballad of Buster Scruggs“ sind zwei Netflix-Spielfilme nominiert. Während über „Roma“, auch weil er zahlreiche Nominierungen erhält, noch gesprochen wird, ist „The Ballad of Buster Scruggs“ vollständig aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Eigentlich gab es nach dem Netflix-Start nur einige Kritiken, ehe der neue Film der Coen-Brüder in der Versenkung verschwand.

Und das ist das Problem von Netflix-Filmen: es findet kein öffentlicher Diskurs über sie statt. Sie existieren praktisch nicht. Einerseits weil nicht jeder Netflix hat, andererseits weil die öffentlichen Foren und die kuratierte Auswahl eines Kinos mit der anschließenden (in der Realität kaum genutzten) Möglichkeit zum Gespräch über den Film fehlen. Es gibt keine besonderen Veranstaltungen, keine Sommerkino-Aufführungen, keine Wiederaufführungen, keine Happenings. Sie begegnen einem auch später nicht im Handel oder im Fernsehen. Sie sind wie ein Buch, das in einer Bibliothek verstaubt.

Nominiert sind:

Best Picture

BlacKkKlansman

Black Panther

Bohemian Rhapsody

The Favourite

Green Book

Roma

A Star Is Born

Vice

Best Director

Alfonso Cuaron (Roma)

Yorgos Lanthimos (The Favourite)

Spike Lee (BlacKkKlansman)

Adam McKay (Vice)

Pawel Pawlikowski (Cold War)

Best Actress

Yalitza Aparicio (Roma)

Glenn Close (The Wife [Die Frau des Nobelpreisträgers])

Olivia Colman (The Favourite)

Lady Gaga (A Star Is Born)

Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)

Best Actor

Christian Bale (Vice)

Bradley Cooper (A Star Is Born)

Willem Dafoe (At Eternity’s Gate)

Rami Malek (Bohemian Rhapsody)

Viggo Mortensen (Green Book)

Best Supporting Actress

Amy Adams (Vice)

Marina de Tavira (Roma)

Regina King (If Beale Street Could Talk)

Emma Stone (The Favourite)

Rachel Weisz (The Favourite)

Best Supporting Actor

Mahershala Ali (Green Book)

Adam Driver (BlacKkKlansman)

Sam Elliott (A Star Is Born)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Sam Rockwell (Vice)

Best Original Screenplay

The Favourite (Deborah Davis and Tony McNamara)

First Reformed (Paul Schrader)

Green Book (Brian Hayes Currie, Peter Farrelly and Nick Vallelonga)

Roma (Alfonso Cuaron)

Vice (Adam McKay)

Best Adapted Screenplay

A Star Is Born (Bradley Cooper, Will Fetters and Eric Roth)

The Ballad of Buster Scruggs (Joel Coen and Ethan Coen)

BlacKkKlansman (Spike Lee, David Rabinowitz, Charlie Wachtel and Kevin Willmott)

If Beale Street Could Talk (Barry Jenkins)

Can You Ever Forgive Me? (Nicole Holofcener and Jeff Whitty)

Best Makeup & Hairstyling

Border

Mary Queen of Scots (Maria Stuart, Königin von Schottland)

Vice

Best Costume Design

The Ballad of Buster Scruggs (Mary Zophres)

Black Panther (Ruth E. Carter)

The Favourite (Sandy Powell)

Mary Poppins Returns (Sandy Powell)

Mary Queen of Scots (Alexandra Byrne)

Best Cinematography

The Favourite (Robbie Ryan)

Never Look Away (Werk ohne Autor) (Caleb Deschanel)

Roma (Alfonso Cuaron)

A Star Is Born (Matty Libatique)

Cold War (Lukasz Zal)

Best Original Song

„All the Stars“ (Black Panther, written by Kendrick Lamar, Al Shux, Sounwave, SZA and Anthony Tiffith) Performed by Kendrick Lamar and SZA

„I’ll Fight“ (R.B.G., written by Diane Warren) Performed by Jennifer Hudson

„The Place Where Lost Things Go“ (Mary Poppins Returns, written by Marc Shaiman and Scott Wittman) Performed by Emily Blunt

„Shallow“ (A Star Is Born, written by Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando and Andrew Wyatt) Performed by Bradley Cooper and Lady Gaga

„When a Cowboy Trades His Spurs for Wings“ (The Ballad of Buster Scruggs, written by Dave Rawlings and Gillian Welch) Performed by Tim Blake Nelson and Willie Watson

Best Original Score

Black Panther (Ludwig Goransson)

BlacKkKlansman (Terence Blanchard)

If Beale Street Could Talk (Nicholas Britell)

Isle of Dogs (Alexandre Desplat)

Mary Poppins Returns (Marc Shaiman)

Best Documentary Feature

Free Solo

Hale County This Morning, This Evening

Minding the Gap

Of Fathers and Sons

R.B.G.

Best Animated Feature

Incredibles 2 (Die Unglaublichen 2)

Isle of Dogs

Mirai

Ralph Breaks the Internet

Spider-Man: Into the Spider-Verse (Spider-Man: A new Universe)

Best Foreign-Language Film

Capernaum (Lebanon)

Cold War (Poland)

Never Look Away (Werk ohne Autor) (Germany)

Roma (Mexico)

Shoplifters (Japan)

Best Sound Mixing

Black Panther

Bohemian Rhapsody

First Man (Aufbruch zum Mond)

Roma

A Star Is Born

Best Sound Editing

Black Panther

Bohemian Rhapsody

First Man

A Quiet Place

Roma

Best Production Design

Black Panther (Hannah Beachler and Jay Hart)

The Favourite (Fiona Crombie and Alice Felton)

First Man (Nathan Crowley and Kathy Lucas)

Mary Poppins Returns (John Myhre and Gordon Sim)

Roma (Eugenio Caballero and Barbara Enriquez)

Best Visual Effects

Avengers: Infinity War

Christopher Robin

First Man

Ready Player One

Solo: A Star Wars Story

Best Film Editing

BlacKkKlansman (Barry Alexander Brown)

Bohemian Rhapsody (John Ottman)

The Favourite (Yorgos Mavropsaridis)

Green Book (Patrick J. Don Vito)

Vice (Hank Corwin)

Best Animated Short

Animal Behaviour

Bao

Late Afternoon

One Small Step

Weekends

Best Live-Action Short

Detainment

Fauve

Marguerite

Mother

Skin

Best Documentary Short

Black Sheep

End Game

Lifeboat

A Night at the Garden

Period. End of Sentence

(via The Hollywood Reporter)


TV-Tipp für den 8. September: No Country for Old Men

September 8, 2018

Servus TV, 22.05

No Country for Old Men (No Country for Old Men, USA 2007)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005 (Kein Land für alte Männer)

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Sonntag, 9. September, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. August: The Big Lebowski

August 18, 2018

ZDFneo, 20.15

The Big Lebowski (The Big Lebowski, USA 1998)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Rotten Tomatoes über „The Big Lebowski“

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 21. Mai: Inside Llewyn Davis

Mai 20, 2018

Arte, 20.15

Inside Llewyn Davis (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich 2013)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Meisterwerk der Coen-Brüder über den erfolglosen Folkmusiker Llewyn Davis und die New Yorker Folkmusikszene der frühen Sechziger. Kurz bevor ein Mann in Greenwich Village auftauchte, der 2016 den Literaturnobelpreis erhielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung. Mit mehreren Interviews.

mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, Adam Driver, Max Casella, F. Murray Abraham

Wiederholung: Mittwoch, 23. Mai, 14.10 Uhr

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Inside Llewyn Davis“

Moviepilot über „Inside Llewyn Davis“

Metacritic über „Inside Llewyn Davis“

Rotten Tomatoes über „Inside Llewyn Davis“

Wikipedia über „Inside Llewyn Davis“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans „Gambit – Der Masterplan“ (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung ces Coen-Films „Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. März: Bridge of Spies – Der Unterhändler

März 25, 2018

Pro7, 20.15

Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies, USA 2015)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen

Eher widerwillig übernimmt Versicherungsanwalt James B. Donovan 1957 ein Pflichtmandat: die Verteidigung des Sowjetspions Rudolf Abel. Er kann die Todesstrafe für Abel verhindern und als, Jahre später, über Russland ein CIA-Spion abgeschossen wird, soll Donovan mit den Sowjets über einen Gefangenenaustausch verhandeln.

Spielberg erzählt in seinem hochspannenden Thriller, immer nah an den Fakten, die Geschichte des ersten Gefangenenaustauschs auf der Glienicker Brücke.

Mehr, viel mehr, auch über James B. Donovans ausführlichen Bericht darüber, in meiner ausführlichen Buch- und Filmbesprechung.

mit Tom Hanks, Mark Rylance, Scott Shepherd, Amy Ryan, Sebastian Koch, Alan Alda, Austin Stowell, Mikhail Gorevnoy, Will Rogers

Wiederholung: Montag, 26. März, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Die Hintergrundgeschichte

Donovan - Strangers on a Bridge - 4

Es gibt inzwischen mehrere Sachbücher, die sich mit diesem Agentenaustausch beschäftigen. Spielbergs Film basiert explizit auf keiner Vorlage.
Dennoch wird die zum Filmstart erschienene Neuausgabe von James B. Donovans „Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel“ vom Goldmann- Verlag als die Hintergrundgeschichte zum Film beworben, was durchaus zutreffend ist. Immerhin verteidigte Donovan Abel und er verhandelte den Agentenaustausch.
Wer also tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, sollte sich diesen spannenden Erlebnisbericht eines Zeitzeugen, geschrieben mit dem damaligen Wissen, zulegen.

James B. Donovan: Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel
(übersetzt von Eva Bornemann und Michael Molitor; mit einem neuen Vorwort von Jason Matthews)
Goldmann, 2015
560 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
Strangers on a Bridge – The Case of Colonel Abel
Atheneum House, Inc., 1964

Frühere deutsche Ausgabe
Der Fall des Oberst Abel
Scheffler-Verlag, 1965

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Bridge of Spies“
Moviepilot über „Bridge of Spies“
Metacritic über „Bridge of Spies“
Rotten Tomatoes über „Bridge of Spies“
Wikipedia über „Bridge of Spies“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Bridge of Spies“
Das Drehbuch zum Film

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Am 5. April läuft Steven Spielbergs neuester Film „Ready Player One“ an. Seine Verfilmung von Ernest Clines SF-Roman ist buntes Abenteuer für Jugendliche (und Nerds), das all die Momente hat, die man bei einem Film des Regisseurs von „E. T.“ erwartet und vollgestopft mit popkulturellen Anspielungen ist. Zum Kinostart gibt es die Filmkritik. Bis dahin:

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: Über George Clooneys Komödie „Suburbicon“

November 9, 2017

Die ersten Minuten sind wundervoll. Zuerst wird uns wunderschön animiert die Stadt Suburbicon vorgestellt. Es ist eine dieser typischen, aus dem Nichts entstandener Suburbs, in denen alles Fünfziger-Jahre-perfekt ist. Hier leben nette Menschen in einer blütenweißen Gegend zusammen und Verbrechen gibt es nicht. Suburbicon ist der wahrgewordene amerikanische Traum.

Dann sehen wir den Postboten bei seinem täglichen Rundgang, bei dem die Bewohner ihn freundlich grüßen und schon über die neuen Nachbarn tuscheln. Als er um die Ecke biegt und sie sieht, entgleiten ihm langsam die Gesichtszüge. Die neuen Nachbarn sind Afroamerikaner, wie man heute sagt. Damals waren sie „Schwarze“, „Negroes“ oder sie wurden einfach mit einigen Schimpfworten belegt.

Für die Bewohner von Suburbicon ist klar: hier ist jeder willkommen, aber nicht die neuen Nachbarn. Eine lautstarke Bürgerwehr gründet sich.

In diesem Moment wird diese Geschichte in George Clooneys neuem Film „Suburbicon“, nach einem Drehbuch von Clooney, Grant Heslov, Joel und Ethan Coen, zu einer Nebengeschichte, die man, wie ein Halloween-Kostüm im Schrank versteckt und nur alle zwölf Monate herausholt.

Stattdessen beginnt der Hauptplot, der nichts, aber auch wirklich nichts mit den neuen Nachbarn zu tun hat. Er trägt auch unübersehbar die Handschrift der Coen-Brüder. Sie schrieben schon vor Jahren das Drehbuch, das Clooney jetzt verfilmte. Clooney verlegte die von den Coens Mitte der achtziger Jahre geschriebene und spielende Geschichte in die fünfziger Jahre. Mit Grant Heslov schrieb er den Subplot über die Familie Meyers, die in der Hoffnung auf das versprochene Paradies nach Suburbicon zieht. Das reale Vorbild für sie war die Familie Myers, die 1957 als erste afroamerikanische Familie nach Levittown zog. Schnell schlossen sich die anderen Bewohner des weißen Vorortes zusammen, um die neuen Nachbarn zu vertreiben. Clooney und Heslov erfuhren von dieser Geschichte aus der zeitgenössischen Dokumentation „Crisis in Levittown“.

Während sich die Bürgerwehr vor dem Haus der Meyers versammelt, beginnt im Nachbarhaus der von den Coen-Brüdern geschriebene Hauptplot, der auf dem Papier allerbeste Coen-Schule ist. Es ist eine herrlich-groteske Noir-Geschichte, in der einige Trottel perfekte Pläne entwerfen und an der Tücke des Objekts scheitern. Am Ende stehen sie vor einem Berg von Problemen.

Es beginnt, fast harmlos, mit einem Einbruch mit Geiselnahme. Die Einbrecher töten dabei die durch einen Autounfall querschnittgelähmte Rose Lodge (Julianne Moore). Ihr Ehemann Gardner (Matt Damon), sein Sohn Nicky (Noah Jupe) und Roses Zwillingsschwester, Tante Margaret, müssen den Mord mitansehen.

Die Polizei geht von einem bedauerlichem Unfall aus. Aber spätestens als die Verbrecher Gardner in seinem Büro besuchen und er und Tante Margaret bei einer polizeilichen Gegenüberstellung behaupten, die Verbrecher nicht zu erkennen, ist klar, dass der Einbruch kein Zufall, sondern Teil eines perfekten Plans war. Ein Plan, der sich jetzt in Luft auflöst. Das ist zwar etwas vorhersehbar, aber vergnüglich, wenn der biedere Familienvater Gardner plötzlich mit Problemen kämpfen muss, von denen er noch nie gehört hat, zum Verbrecher wird und gleichzeitig ein Vorbild für seinen Sohn sein möchte. Falls er ihn nicht doch als unliebsamen Zeugen umbringen muss.

Und hätte Clooney es, wie in „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, dabei belassen, wäre „Suburbicon“ eine schöne kleine Noir-Komödie mit satirischen Untertönen geworden. So ist sein neuer Film allerdings ein Werk, das über seine eigenen Ambitionen stolpert. Auch weil Haupt- und Nebengeschichte, bis auf einen schalen Witz am Ende, niemals miteinander verknüpft werden. Herrje, man hört im Haus der Lodges sogar niemals den Lärm des vor dem Nachbarhaus lärmenden Mobs.

Suburbicon (Suburbicon, USA 2017)

Regie: George Clooney

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov, Joel Coen, Ethan Coen

mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac, Noah Jupe, Glenn Fleshler, Alex Hassell, Gary Basaraba, Karimah Westbrook, Tony Espinosa, Leith Brooks, Jack Conley, Tony Espinosa

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Suburbicon“

Metacritic über „Suburbicon“

Rotten Tomatoes über „Suburbicon“

Wikipedia über „Suburbicon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Clooneys “Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” (Monuments Men, USA/Deutschland 2013)


TV-Tipp für den 14. Oktober: The Big Lebowski

Oktober 14, 2017

ZDFneo, 20.15

The Big Lebowski (USA 1998, Regie: Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Rotten Tomatoes über „The Big Lebowski“

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 11. Oktober: True Grit/No Country for Old Men

Oktober 11, 2017

Ein wahrhaft coeniglicher Abend

Kabel 1, 20.15

True Grit (USA 2010, Regie: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (Die mutige Mattie; True Grit)

Die vierzehnjährige Mattie Ross will den Mörder ihres Vaters, den Feigling Tom Chaney, finden. Für die Jagd engagiert sie den versoffenen, aber furchtlosen Marschall Rooster Cogburn.

Ein zukünftiger Western-Klassiker

mit Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper

Wiederholung: Donnerstag, 12. Oktober, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis (deutsch, englisch) und „True Grit

New York Times über Charles Portis (19. Dezember 2010)

Amerikanische Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Deutsche Homepage zu „True Grit“ (Coen-Version)

Film-Zeit über „True Grit“ (Coen-Version)

Metacritic über “True Grit”

Rotten Tomatoes über “True Grit”

Drehbuch „True Grit“ von Joel und Ethan Coen

Meine Besprechung von Charles Portis’ Roman „True Grit/Die mutige Mattie“ (True Grit, 1968)

Kabel 1, 22.25

No Country for Old Men (USA 2007, Regie: Ethan Coen, Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Freitag, 13. Oktober, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: Der Debütfilm „Blood Simple“ der Coen-Brüder

Oktober 5, 2017

So ungefähr kennen wir „Blood Simple“

 

Und ungefähr so sieht „Blood Simple“, nach der von Joel und Ethan Coen und Kameramann Barry Sonnenfeld beaufsichtigten 4K-Restaurierung des Director’s Cut, aus

 

Das ist wie Nacht und Tag. Der Film sieht jetzt wieder wie zu seiner Premiere (oder besser) aus. Und allein wegen des fantastischen Bildes sollte man sich den Film im Kino ansehen.

Die in Texas spielende Filmgeschichte ist ein klassischer Noir-Stoff über Ehebruch, Hass, Neid, Missgunst und Mord, in dem die Menschen sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen.

Schon in ihrem Spielfilmdebüt gingen die Coen-Brüder mit ihren Charakteren angemessen respektlos um. Niemand ist besonders sympathisch. Jeder wird während des 96-minütigen Films vollständig demontiert.

Abby betrügt ihren Mann, den Barbesitzer Marty, mit einem seiner Angestellten. Der von Marty beauftragte Privatdetektiv Visser findet das heraus und Marty beauftragt ihn, seine Frau und ihren Liebhaber Ray umzubringen. Der Plan geht – selbstverständlich – gründlich schief. Tote gibt es trotzdem. Und das Sterben zieht sich oft quälend in die Länge.

Blood Simple“ ist ein feiner Noir, der schon damals von der Kritik breit abgefeiert wurde. Zum Beispiel steht im Fischer Film Almanach: „Furios und bewusst überfrachtet, ansonsten mit genau der richtigen Mischung aus Spannung, Verzwicktheit, Erotik und schicksalhafter Ironie haben die Brüder Joel und Ethan Coen ihr B-Picture-Debüt in Szene gesetzt, das mit seiner großen Portion Originalität weit über ein bloßes Stil-Remake (und gelegentliches Plagiat) hinausgeht.“

Das Lexikon des internationalen Films meint zum Original: „Was als Ehedrama beginnt, entwickelt sich zu einem düsteren, handwerklich nicht uninteressanten Psycho-Thriller in der Tradition der Suspense-Filme; dabei können formale Brillanz und das Bemühen um einen atmosphärisch dichten Erzählstil einzelne Ungereimtheiten und Längen nicht verdecken.“

Zum 2001 von den Coen-Brüdern erstellten Director’s Cut meint das Lexikon: „Gänzlich überarbeitet und jetzt vier Minuten kürzer (…) eine glattere Wirkung und hat einen Teil seiner spröden Aura verloren. Dadurch wirkt der Film zwar weniger beklemmend als das 15 Jahre ältere Original, er fesselt aber nach wie vor durch seinen atmosphärisch dichten Erzählstil.“

Beim Sundance-Filmfestival gewann der Film den Großen Preis. Joel Coen erhielt Independent Spirit Award als bester Regisseur. Das Drehbuch der Coen-Brüder war für den Edgar nominiert.

Blood Simple“ ist allerdings auch unverkennbar ein Debütfilm mit all den Schwächen, die man mit einem Debüt assoziiert. Das Budget war überschaubar. Das Erzähltempo ist teilweise arg schleppend und einige Szenen werden über Gebühr gedehnt. Die Schauspielerführung ist oft amateurhaft, weshalb vor allem John Getz als Liebhaber Ray und Frances McDormand als Ehebrecherin Abby (in ihrem Filmdebüt) nicht so präsent sind, wie in späteren Filmen. M. Emmet Walsh, der den Privatdetektiv Visser spielt, würde unerträglich chargieren, wenn es nicht ein fester Bestandteil seiner Rolle als Arschloch wäre.

Schon der nächste Film der Coen-Brüder, „Arizona Junior“ (Raising Arizona), war ein gewaltiger Schritt nach vorne. Dann kamen „Miller’s Crossing“, „Barton Fink“, „Hudsucker – Der große Sprung“ (The Hudsucker Proxy; okay, das ist quasi ihr ‚großer altmodischer Hollywood-Film‘), „Fargo“, „The Big Lebowski“ undundund.

Dank der Restaurierung läuft der Film jetzt wieder im Kino und es ist eine lohnende Wiederbegegnung mit ihrem Debüt.

Vielleicht erleben ihre anderen Filme – ich sage nur „The Big Lebowski“ – auch eine Wiederaufführung im Kino.

Blood Simple – Director’s Cut (Blood Simple, USA 1984/2000)

Regie: Joel Coen (damals wurde nur einer der Brüder als Regisseur genannt)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

mit John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh, Samm-Art Williams, Deborah Neumann, Raquel Gavia, Holly Hunter (Frauenstimme auf dem Anrufbeantworter; natürlich nur in der Originalfassung)

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

auch bekannt als „Blood Simple – Eine mörderische Nacht“ (Kinotitel 1985), „Blood Simple – Blut für Blut“ (Videotitel)

Diese Fassung erscheint am 2. November bei Studiocanal als DVD und Blu-ray.

 

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Blood Simple“

Metacritic über „Blood Simple“

Rotten Tomatoes über „Blood Simple“

Wikipedia über „Blood Simple“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 21. September: Burn after reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?

September 21, 2017

SWR/SR, 23.45

Burn after reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? (USA 2008, Regie: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Nach dem düsteren “No Country for old Men” lieferten die Coen-Brüder wieder eine ihrer schwarzhumorigen Komödie à la “Fargo” und “The Big Lebowski” ab. Wenn auch nicht so gelungen kultig.

In „Burn after reading“ will ein CIA-Agent sich für seine Entlassung rächen. Er schreibt seine unverhüllten Memoiren und verliert das sich auf einer CD befindende Manuskript. Es fällt, wenig überraschend, in die Hände eines Fitness-Trainers, der endlich das große Geld machen will. Einige andere Trottel versuchen ebenfalls ihren Schnitt zu machen.

Mit George Clooney, Brad Pitt, Frances McDormand, John Malkovich, Tilda Swinton, Richard Jenkins, David Rasche, J. K. Simmons, Olek Krupa

Hinweise

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Film-Zeit über “Burn after reading”

Moviepilot über „Burn after reading“

Metacritic über „Burn after reading“

Rotten Tomatoes über „Burn after reading“

Wikipedia über „Burn after reading“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Oktober: Inside Llewyn Davis

Oktober 17, 2016

ZDF, 00.20 Uhr

Inside Llewyn Davis (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich 2013)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

TV-Premiere eines Coen-Films zu einer vollkommen unmöglichen Uhrzeit. Da hofft man doch auf baldige Wiederholungen des Meisterwerks über den erfolglosen Folkmusiker Llewyn Davis und die New Yorker Folkmusikszene der frühen Sechziger. Kurz bevor ein Mann in Greenwich Village auftauchte, der vor wenigen Tagen den Literaturnobelpreis erhielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung. Mit mehreren Interviews.

mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, Adam Driver, Max Casella, F. Murray Abraham

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Inside Llewyn Davis“

Moviepilot über „Inside Llewyn Davis“

Metacritic über „Inside Llewyn Davis“

Rotten Tomatoes über „Inside Llewyn Davis“

Wikipedia über „Inside Llewyn Davis“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans „Gambit – Der Masterplan“ (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung ces Coen-Films „Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. September: A Serious Man

September 14, 2016

Eins Plus, 22.15

A Serious Man (USA 2009, Regie: Joel Coen, Ethan Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

USA, Mittlerer Westen, 1967: Über einen biederen, jüdischen Physikprofessor bricht das Unheil herein und er fragt sich „Warum ich?“.

Die Kritik war begeistert von dem Film der Coen-Brüder, den ich etwas zäh fand. Aber bibelfeste Zuschauer können einiges entdecken.

mit Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolf, Jessica McManus

Wiederholung: Donnerstag, 15. September, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über “A Serious Man”

Metacritic über “A Serious Man”

Rotten Tomatoes über “A Serious Man”

Wikipedia über die Coen-Brüder (deutsch, englisch)

Drehbuch “Blood Simple” von Joel und Ethan Coen

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans „Gambit – Der Masterplan“ (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung ces Coen-Films „Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Juni: Die Killer-Akademie

Juni 19, 2016

Tele 5, 00.25

Die Killer-Akademie (USA 1985, Regie: Sam Raimi)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen, Sam Raimi

Nach „Tanz der Teufel“ und lange vor „Spider Man“ drehte Sam Raimi „Die Killer-Akademie“ und die Coen-Brüder, ebenfalls am Anfang ihrer Karriere, schrieben das Drehbuch über den Pechvogel Victor Ajax. Der soll nämlich in wenigen Minuten als Massenmörder auf dem elektrischen Stuhl landen. Kurz vor seiner Hinrichtung will er den Wachen erklären, wie es wirklich war und dass er vollkommen unschuldig ist. Gleichzeitig sind mehrere Nonnen, die ihn retten wollen, auf dem Weg zum Gefängnis.

‚Crimewave‘ ist so seltsam, dass weder die Raimi-Fans ihm folgen, noch die Coen-Fans die Wurzeln ihrer Idole darin entdecken wollen. Denn was in diesem Film geschieht, ist die Auflösung der verlässlichen Beziehung von Ursachen und Wirkungen, eine Art von cineastischem Unfug, der, anders als die späteren Filme der Coens, nicht zu immer neuen Rätseln und Beziehungen führt, sondern konsequent an der Oberfläche bleibt (was ganz und gar nicht als Kritik gemeint ist).“ (Georg Seeßlen: Crimewave in Peter Körten/Georg Seeßlen, Hrsg.: Joel & Ethan Coen, 1998)

Eine extrem selten gezeigte Noir-Parodie mit vielen Insider-Witzen

mit Louise Lasser, Brion James, Sheree J. Wilson, Ed Pressman, Paul Smith, Reed Birney, Bruce Campbell

Wiederholung: Dienstag, 21. Juni, 04.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Killer-Akademie“

Wikipedia über „Die Killer-Akademie“

Meine Besprechung von Sam Raimis „Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III)“ (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung ces Coen-Films „Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


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